Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

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Cat with a whip
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Cat with a whip » Mi 18. Mai 2016, 20:11

Der Gesundheitsminister Gröhe hat dooch schon eine neutrale wissenschaftliche Bewertung seitens der Internationalen Behörde für die Krebsforschung. Wie oft noch?

Gülle sollte man ja nicht en masse ausbringen, daher hat ja auch Bayern zunehmend Probleme mit dem Trinkwasser. Und der Bundeslandwirtschaftsminister kommt aus Bayern und ist aus der Schwesterpartei Gröhes.

Da hocken ja die richtigen zusammen.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » Mi 18. Mai 2016, 22:43

Cat with a whip hat geschrieben:(18 May 2016, 21:11)

Der Gesundheitsminister Gröhe hat dooch schon eine neutrale wissenschaftliche Bewertung seitens der Internationalen Behörde für die Krebsforschung. Wie oft noch?

Gülle sollte man ja nicht en masse ausbringen, daher hat ja auch Bayern zunehmend Probleme mit dem Trinkwasser. Und der Bundeslandwirtschaftsminister kommt aus Bayern und ist aus der Schwesterpartei Gröhes.

Da hocken ja die richtigen zusammen.


Von einem Minister erwarte ich schon, daß er sich als Ministerium eine Meinung bildet und danach entscheidet. Eine UNO-Studie kann dabei nur ein Beitrag sein; die Meinungsäußerung anderer Experten muß mit gleicher Sorgfalt abgeklopft werden. Ein Minister darf sich nicht als Befehlsempfänger verstehen, sondern er muß politische Probleme lösen.

Aus meiner Sicht gehen die zu lösenden Probleme über "Glyphosat" weit hinaus, und auch über "Gülle". Nicht nur in Bayern: Im Norden stinken weite Landschaften, und das Trinkwasser dort ist verseucht. Na, weiter so!
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Cat with a whip
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Cat with a whip » Do 19. Mai 2016, 07:49

H2O hat geschrieben:(18 May 2016, 23:43)

Eine UNO-Studie kann dabei nur ein Beitrag sein; die Meinungsäußerung anderer Experten muß mit gleicher Sorgfalt abgeklopft werden.


Sie haben immer noch eine irrige Vorstellung. Lesen Sie einfach nochmal ab hier:
viewtopic.php?f=19&t=55453#p3182855

Es ging bei der Bewertung des Krebsforschungzentrum nicht um eine "UNO-Studie". Die im letzten Jahr veröffentlichte Untersuchung des IARC war die bisher umfangreichste wissenschaftliche Bewertung von sehr vielen Studien vieler Experten aus Feldversuchen und Laborversuchen.

Das BfR macht die FAQ vom 24. Juli 2015 (wie sie im Posting vom Do 30. Jul 2015 noch erreichbar war) nicht mehr unter dem Link öffentlich. Hier wird sie noch verfügbar gemacht:

http://taspo.de/fileadmin/user_upload/B ... phosat.pdf
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » Do 19. Mai 2016, 08:26

Cat with a whip hat geschrieben:(19 May 2016, 08:49)

Sie haben immer noch eine irrige Vorstellung.

Es geht bei Bewertung des Krebsforschungzentrum nicht um eine UNO-Studie. Das war die bisher umfangreichste wissenschaftliche Bewertung von sehr vielen Studien vieler Experten aus Feldversuchen und Laborversuchen.


Diese Tatsache ändert aber nichts an der notwendigen eigenen Meinungsbildung! Ein Minister muß sich mit den hier verfügbaren und abrufbaren Informationen seine eigene Meinung zur Sache bilden. Da kann auch diese Sammlung und Bewertung von Studien nicht mehr als ein Beitrag unter anderen sein, deren Stichhaltigkeit und wissenschaftliche Neutralität abgeklopft werden muß. Unser Land darf sich nicht von dritter Seite ungeprüft einen Standpunkt aufnötigen lassen, den es dann in der EU für 80 Mio Mitbürger zu vertreten hat.

Man erkennt ja auch aus Verlautbarungen der EU (Gespräch heute früh im Deutschlandfunk mit Agrarminister Schmidt), daß in der Arbeitsgruppe der EU ebenfalls 28 Mitgliedsstaaten um einen gemeinsamen Standpunkt ringen. Da gibt es ganz offenbar keine unumstrittene einheitliche Meinung zum Thema Glyphosat. Deutschland wird sich in der EU voraussichtlich der Stimme zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat enthalten, wie etliche andere EU-Partner auch, deren Regierungen zu keiner einheitlichen Meinung gelangen. Es sieht derzeit so aus, daß damit das Thema vom Tisch ist, weil auch in der EU die notwendige qualifizierte Mehrheit für die verlängerte Zulassung von Glyphosat nicht zusammen kommen wird.

Aber ich bleibe ja zäh: Glyphosat & Co. sind nicht das wesentliche Thema, sondern die Art von Landwirtschaft, die in der EU auf Dauer betrieben werden soll.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Cat with a whip » Do 19. Mai 2016, 08:38

Hier gehts insbesondere um die Gesundheitsrisiken von Glyphosat.

Tasächlich gibt es unterschiedliche Bewertungen innerhalb der WHO und der Gremien der Länder. Daher ist es auch falsch gewesen zu behaupten "DIE" WHO hätte nun "eine Studie", die nun nun Glyphosat unbedenklich sähe. Das entspricht nicht den Tatsachen. Tatsache ist eine Divergenz innerhalb der WHO.

Hier nochmal der aktualisierte Link zur Monografie des IARC zu Glyphosat, da auch der letztjährige Link nicht mehr stimmt:

http://monographs.iarc.fr/ENG/Monograph ... 112-09.pdf
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » Do 19. Mai 2016, 08:58

Cat with a whip hat geschrieben:(19 May 2016, 09:38)

Hier gehts insbesondere um die Gesundheitsrisiken von Glyphosat.

Tasächlich gibt es unterschiedliche Bewertungen innerhalb der WHO und der Gremien der Länder. Daher ist es auch falsch gewesen zu behaupten "DIE" WHO hätte nun "eine Studie", die nun nun Glyphosat unbedenklich sähe. Das entspricht nicht den Tatsachen. Tatsache ist eine Divergenz innerhalb der WHO.

Hier nochmal der aktualisierte Link zur Monografie des IARC zu Glyphosat, da auch der letztjährige Link nicht mehr stimmt:

http://monographs.iarc.fr/ENG/Monograph ... 112-09.pdf


Diese Meinungsunterschiede dürften der wesentliche Grund dafür sein, daß den Politikern bestenfalls der Kopf schwirrt, wenn sie nun politisch zu einer sachgerechten Entscheidung kommen sollen. Wenn ich entscheiden müßte, dann würde ich mich im Zweifelsfall gegen den Einsatz des Pflanzengifts aussprechen. "Kein Pflanzengift" heißt möglicherweise wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen. Das Pflanzengift weiterhin ein zu setzen, könnte unabsehbare Folgen für unsere Lebensgrundlagen nach sich ziehen. Dieser Preis wäre mir zu hoch!
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Tilman Kluge » Di 24. Mai 2016, 16:45

Es wäre jedenfalls hilfreich, wenn das Bundesinstitut für Risikobewertung mehr methodische als alkoholträchtige Argumente für seine Standpunkte. egal, ob politischer oder fachlicher Art, allgemein zugänglich und verständlich verbreiten würde. :?:

Ich habe nun versucht, der Sache durch eine Bundestagspetition , die man auuch online mitzeichnen kann, näherzukommen. Mal sehen, was das gibt.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Welfenprinz » Mi 25. Mai 2016, 19:50

Eine missliebige Meinung als alkoholisiert zu kennzeichnen eröffnet natürlich noch eine neue Dimension im Meinungsstreit. ;)
Das BfR wurde in den 14 Jahren seines Bestehens noch nie in Frage gestellt. Nur jetzt soll nicht sein, was nicht sein darf.

mit dem nein der SPD ist das Ding durch. die Welt wird gerettet .

Aber noch einen Hinweis:
wie Cat schon richtig bemerkt hat, hat die Art und Weise der "industrialisierten" Landwirtschaft mit dem Mosaiksteinchen Glyphosateinsatz grundsätzlich nichts aber auch überhaupt nichts zu tun. Es werden jetzt manche Sachen halt teurer und umständlicher , aber ändern wird sich gar nix.

Ich wills mal extrapolieren:
In einem holländischen Gewächshaus -also die Speerpsitze der normierten , "industrialisierten" Produktion- gibt es keinen Pflanzenschutz. Weil die Ansaugluft durch Biofilter kommt und UV-bestrahlt wird, weil die Pflanzen auf sterilem Substrat wachsen oder die gänzlich ohne Substrat die Nährlösung an die Wurzeln gesprayt bekommen. Da gibts kein Glyphosat, kein Nitrat und die Ressourceneffizienz ist im Maximum(20% des Wasser- und Nährstoffverbrauchs wie im Freiland).

Also:
es werden in dieser von Angst, hysterie und Propaganda geprägten öffentlichen meinungsbildung Zusammehänge hergestellt, die es überhaupt nicht gibt.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Kibuka » Sa 28. Mai 2016, 09:30

Welfenprinz hat geschrieben:(25 May 2016, 20:50)

Also:
es werden in dieser von Angst, hysterie und Propaganda geprägten öffentlichen meinungsbildung Zusammehänge hergestellt, die es überhaupt nicht gibt.


Das zählt doch zum Standardrepertoire der Grünen. Ob Waldsterben, Chlorhühnchen oder Glyphosat, diese Leute treiben immer neue Säue durch das Dorf, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhalten.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » Sa 28. Mai 2016, 20:00

Welfenprinz hat geschrieben:(25 May 2016, 20:50)

Eine missliebige Meinung als alkoholisiert zu kennzeichnen eröffnet natürlich noch eine neue Dimension im Meinungsstreit. ;)
Das BfR wurde in den 14 Jahren seines Bestehens noch nie in Frage gestellt. Nur jetzt soll nicht sein, was nicht sein darf.

mit dem nein der SPD ist das Ding durch. die Welt wird gerettet .

Aber noch einen Hinweis:
wie Cat schon richtig bemerkt hat, hat die Art und Weise der "industrialisierten" Landwirtschaft mit dem Mosaiksteinchen Glyphosateinsatz grundsätzlich nichts aber auch überhaupt nichts zu tun. Es werden jetzt manche Sachen halt teurer und umständlicher , aber ändern wird sich gar nix.

Ich wills mal extrapolieren:
In einem holländischen Gewächshaus -also die Speerpsitze der normierten , "industrialisierten" Produktion- gibt es keinen Pflanzenschutz. Weil die Ansaugluft durch Biofilter kommt und UV-bestrahlt wird, weil die Pflanzen auf sterilem Substrat wachsen oder die gänzlich ohne Substrat die Nährlösung an die Wurzeln gesprayt bekommen. Da gibts kein Glyphosat, kein Nitrat und die Ressourceneffizienz ist im Maximum(20% des Wasser- und Nährstoffverbrauchs wie im Freiland).

Also:
es werden in dieser von Angst, hysterie und Propaganda geprägten öffentlichen meinungsbildung Zusammehänge hergestellt, die es überhaupt nicht gibt.


Die Sache mit den holländischen Gewächshäusern finde ich sehr interessant. So weit ich das weiß, werden diese Gewächshäuser beheizt mit der Abwärme von Kraftwerken, weshalb sie auch häufig um solche Kraftwerke (Kraft-Wärme-Kopplung) herum gebaut werden. Dagegen kann doch im Ernst kein Grüner Einwände erheben... ohne Einsatz von Pflanzengift oder vielleicht schädliche Ausscheidungen aus den Gewächshäusern. Aber was werden diese Gewächshausbauern tun, wenn die Wärmekraftwerke aus der Mode kommen? Mit Strom (Wärmepumpen) aus Windkraft heizen?

Was tun diese Gewächshausbauern denn mit dem vielen Regenwasser, das von den Dächern läuft? Sammeln und in den Prozeß einbringen, oder ab ins Grundwasser damit?

Eigentlich schade, daß holländische Bauern so viel schöpferischer an die Landwirtschaft heran gehen als unsere Landwirte. Wenn die Erzeugnisse dann noch den Verbraucherwünschen und den Wünschen der Ernährungswissenschaftler entsprechen, dann ist das doch eine gute Sache! Ich stelle mir gerade vor, man müßte den Salat, die Kartoffeln (muß man die noch schälen?) oder die Mohrrüben gar nicht mehr sorgfältig putzen, weil sie aus solchem Anbau stammen!

Für mich bedeutet "industrielle Landwirtschaft" im Freiland aber die großflächige Vergiftung von Böden und Grundwasser mit Pflanzengiften und übermäßig aufgebrachtem Dünger in Form von Gülle mit dem Medikamentencocktail zum Betrieb von riesigen Mastställen. Dagegen habe ich dann doch einige Bedenken. Ich halte diese Wirtschaftsweise für einen Raubbau an unseren Lebensgrundlagen.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » Sa 28. Mai 2016, 20:22

Kibuka hat geschrieben:(28 May 2016, 10:30)

Das zählt doch zum Standardrepertoire der Grünen. Ob Waldsterben, Chlorhühnchen oder Glyphosat, diese Leute treiben immer neue Säue durch das Dorf, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhalten.


Sie werfen hier aber ziemlich unüberlegt Dinge durcheinander, wodurch Ihre Aussagen sehr entwertet werden:

Das Waldsterben war eine sehr ernste Angelegenheit, die nur durch großflächige Kalkung von Wäldern eingegrenzt werden konnte. Parallel dazu wurde die Kraftstoffe von Fahrzeugen und anderen Verbrauchern entschwefelt, um den Ausstoß von Schwefel und die Bildung von Schwefelsäure zu vermindern. Für Braunkohlekraftwerke wurden riesige Rauchfilter mit integrierter Gipserzeugung gebaut. Seitdem ist das Waldsterben weniger aufregend geworden.

Chlorhühnchen sind eher eine Sache des Wettbewerbs zwischen Landwirtschaften. Aus meiner Sicht spricht nichts gegen eine solche Entkeimungsbehandlung, wenn davon keine nennenswerten Rückstände im Nahrungsmittel zum Verbraucher gelangen. Mit dem vorbehandelten Trinkwasser und in öffentlichen Bädern setzen wir uns auch einer Belastung mit Chlor aus, wobei auch dort darauf zu achten ist, daß hier nicht zu "viel hilft viel" gegriffen wird.

Bei Glyphosat ist die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen, sind widersprüchliche Aussagen im Umlauf. Die müssen methodisch nach dem Stand der Wissenschaften geprüft werden und dann nach bestem Wissen und Gewissen bewertet und entschieden werden. Im Zweifelsfall immer den Einsatz verbieten, was denn sonst? Im Grunde würde ich eine Kennzeichnungspflicht einführen, die die Anbauweise genau beschreibt. Dann könnte jeder Verbraucher selbst entscheiden, was er sich zumuten will. Das erscheint aber beim heute zu beobachtenden Hang zu Fertigmahlzeiten und Kantinenessen/Schulessen so gut wie unmöglich. Deshalb muß die Ernährungswissenschaft einen Schutz der Verbraucher vor unzulässigen Erzeugungsverfahren aufbauen... geht doch gar nicht anders!
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Kibuka » So 29. Mai 2016, 08:39

H2O hat geschrieben:(28 May 2016, 21:22)

Das Waldsterben war eine sehr ernste Angelegenheit, die nur durch großflächige Kalkung von Wäldern eingegrenzt werden konnte. Parallel dazu wurde die Kraftstoffe von Fahrzeugen und anderen Verbrauchern entschwefelt, um den Ausstoß von Schwefel und die Bildung von Schwefelsäure zu vermindern. Für Braunkohlekraftwerke wurden riesige Rauchfilter mit integrierter Gipserzeugung gebaut. Seitdem ist das Waldsterben weniger aufregend geworden.


Das hatte mit PKW nur bedingt zu tun. Bei den Braunkohlekraftwerken waren es die ostdeutschen Kraftwerke, die weitgehend ohne Filteranlagen arbeiteten.

Schadstoffemissionen waren außerdem kein Spezifika der Bundesrepublik, ergo war auch die in Deutschland angeregte Debatte um das Waldsterben nicht spezifisch. Aber sie wurde von den Grünen explizit zu einem Spezifikum in Deutschland gemacht.

In anderen Ländern gab es keine große Debatten um das Waldsterben. Dennoch willst du wohl nicht bestreiten, dass auch in den USA oder Frankreich Maßnahmen zur Schadstoffreduktion bei Fahrzeugen und Fabriken ergriffen wurden. Und das schon vor der Debatte um das Waldsterben in Deutschland.

Außerdem handelte es sich bei der damaligen Diskussion oft um Fehldeutungen.

Viele der vermeintlichen Waldsterbe-Symptome stellten sich als Fehldeutungen heraus; als Indikatoren für den Waldzustand verblieben hauptsächlich Kronenverlichtungen und Blatt- bzw. Nadelvergilbungen, die in jährlichen Waldzustandserhebungen und laufenden Untersuchungen quantitativ erfasst wurden. Die Beschäftigung mit den Waldschäden in der Forschung reduzierte sich danach erheblich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Waldsterben


Hysterie, wie es oft die Grünen bei Umweltthemen betreiben, ist kein guter Ratgeber. Man sollte lernen Dinge sachlich und objektiv zu bewerten.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » So 29. Mai 2016, 09:37

Kibuka hat geschrieben:(29 May 2016, 09:39)

Das hatte mit PKW nur bedingt zu tun. Bei den Braunkohlekraftwerken waren es die ostdeutschen Kraftwerke, die weitgehend ohne Filteranlagen arbeiteten.

Schadstoffemissionen waren außerdem kein Spezifika der Bundesrepublik, ergo war auch die in Deutschland angeregte Debatte um das Waldsterben nicht spezifisch. Aber sie wurde von den Grünen explizit zu einem Spezifikum in Deutschland gemacht.

In anderen Ländern gab es keine große Debatten um das Waldsterben. Dennoch willst du wohl nicht bestreiten, dass auch in den USA oder Frankreich Maßnahmen zur Schadstoffreduktion bei Fahrzeugen und Fabriken ergriffen wurden. Und das schon vor der Debatte um das Waldsterben in Deutschland.

Außerdem handelte es sich bei der damaligen Diskussion oft um Fehldeutungen.



Hysterie, wie es oft die Grünen bei Umweltthemen betreiben, ist kein guter Ratgeber. Man sollte lernen Dinge sachlich und objektiv zu bewerten.


Unser Land unterscheidet sich von seinen Nachbarn in der Tat durch mehr Bewußtsein für die Zerstörung von Lebensgrundlagen. Kein Wunder bei unserer Besiedlungsdichte und industriellen Durchdringung. Wichtig in dieser Diskussion bleibt fest zu halten, daß Gegenmaßnahmen gegen die Versauerung der Wälder ergriffen wurden und gewirkt haben. Unsere Waldflächen können jetzt überleben, wenn wir nicht neue Gedankenlosigkeiten zulassen. Besser zu früh als zu spät eine Gefahr erkennen und ihr begegnen, bevor dem letzten Berufszweifler auch nichts mehr dazu einfällt, wie ihre Harmlosigkeit begründet werden könnte.

Übrigens ist in diesem Forum nur meine Meinung objektiv und rein sachlich begründet, um das hier einmal in aller Deutlichkeit fest zu stellen! :cool:
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Kibuka » So 29. Mai 2016, 09:41

H2O hat geschrieben:(29 May 2016, 10:37)

Unser Land unterscheidet sich von seinen Nachbarn in der Tat durch mehr Bewußtsein für die Zerstörung von Lebensgrundlagen.


Bitte keine Geschichten. Kalifornien hat beispielsweise noch strengere Umweltauflagen, als Deutschland.

Das Thema Glyphosat ist nur ein Wahlkampfthema der Grünen, nachdem ihnen das Thema Atomkraft abhanden gekommen ist.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » So 29. Mai 2016, 10:10

Kibuka hat geschrieben:(29 May 2016, 10:41)

Bitte keine Geschichten. Kalifornien hat beispielsweise noch strengere Umweltauflagen, als Deutschland.

Das Thema Glyphosat ist nur ein Wahlkampfthema der Grünen, nachdem ihnen das Thema Atomkraft abhanden gekommen ist.


Kalifornien wird dazu sicher gute Gründe gehabt haben. Amerikaner sind doch keine willfährigen Opferlämmer. Meine Vermutung: Kalifornien hat noch schneller wirksam als wir in Deutschland in einigen Regionen und um seine Megastädte seine Lebensgrundlagen so weit angeknabbert, daß die schöne neue Welt den Wasserverbrauch mit sehr strengen Regeln begrenzen mußte. Solche Dummheiten und Verschwendungen müssen wir hier nach Kräften vermeiden. Dann bleiben uns solche Einschränkungen hoffentlich erspart. Vielleicht auch dank der DIE GRÜNEN.

Haben Sie eine Industriebeteiligung an Glyphosat? Mir ist die Sache ziemlich Wurst, wenn sie wirklich unbedenklich ist. Das sollte aber bitte nach gründlicher wissenschaftlicher Bewertung nach bestem Wissen und Gewissen politisch entschieden werden, und nicht aus Freude an einem hochwirksamen Pflanzengift endlos so weiter gehen. Was das mit "grün" zu tun haben soll, das kann ich nicht erkennen; ich tippe eher auf eine wissenschaftliche Risikobewertung.

Unser Teilnehmer Welfenprinz hat einen hochinteressanten Hinweis auf industriellen Anbau in Gewächshäusern ohne jedes Pflanzengift oder Pflanzenschutzmittel angesprochen; dieser Anbau kommt mit weniger Dünger (<20%) und Wasser aus als im Freilandanbau. Das wäre einmal gründlicher zu überlegen als der hier übliche Raubbau in Freilandkulturen an den natürlichen Lebensgrundlagen mit Vergiftung des Grundwassers und des Bodens.

Mit Blick auf meine Kinder und Enkel dringe ich auf mehr Vorsicht im Umgang mit unseren Lebensgrundlagen. Schnell ist in Jahrzehnten zerstört, was nur in Jahrhunderten wieder gewonnen werden kann: Grundwasser, natürliche Bodenfruchtbarkeit, Mischwälder, natürlicher Hochwasserschutz, Vielfalt von Pflanzen und Tieren... Ich halte diese Dinge für schützenswert, notfalls auch mit öffentlichem Aufruhr gegen unbedachte oder mutwillige Zerstörung.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Kibuka » So 29. Mai 2016, 10:47

H2O hat geschrieben:(29 May 2016, 11:10)

Kalifornien wird dazu sicher gute Gründe gehabt haben. Amerikaner sind doch keine willfährigen Opferlämmer. Meine Vermutung: Kalifornien hat noch schneller wirksam als wir in Deutschland in einigen Regionen und um seine Megastädte seine Lebensgrundlagen so weit angeknabbert, daß die schöne neue Welt den Wasserverbrauch mit sehr strengen Regeln begrenzen mußte.


Das kann eine Ursache sein.

Amerikaner haben aber auch im VW-Abgasskandal gehandelt, während hierzulande alle im Tiefschlaf waren.

Die Amerikaner sind keine Dummköpfe. Sie wissen um den Wert des Umweltschutzes. Sie sind aber vorallem deutlich weniger ängstlich und hysterisch, als die Deutschen.

Nicht umsonst geht weltweit der Begriff "German Angst" herum.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » So 29. Mai 2016, 10:58

Kibuka hat geschrieben:(29 May 2016, 11:47)

Das kann eine Ursache sein.

Amerikaner haben aber auch im VW-Abgasskandal gehandelt, während hierzulande alle im Tiefschlaf waren.

Die Amerikaner sind keine Dummköpfe. Sie wissen um den Werte des Umweltschutzes. Sie sind aber vorallem deutlich weniger ängstlich und hysterisch, als die Deutschen.

Nicht umsonst geht weltweit der Begriff "German Angst" herum.


Na ja, die Besiedlungsdichte der USA läßt sicher mehr Gleichmut im Verbrauch von Grund und Boden zu als hier unter unseren Lebensbedingungen. Allerdings erinnere ich mich an den Raubbau der Ackerbauern auf Prairieböden der USA, der nach wenigen Jahrzehnten in weite Wüsteneien umschlug. Ob das verbrauchte Land wohl noch heute so herumliegt? Da hätte German Angst vielleicht doch etwas weiter geholfen.

In den USA ist großangelegter wirtschaftlicher Betrug nicht unbekannt; bei uns leider auch nicht, das ist schon sehr ärgerlich. Politischer Filz mit der Geldwirtschaft oder mit anderen Wirtschaftsunternehmen sind in den USA nicht so ungewöhnlich... im Grunde schon in den Bewerbungen um politische Macht angelegt. So mußte die EU wirtschaftlichen Machtmißbrauch etlicher US-Unternehmungen mit empfindlichen Strafen eindämmen. In den USA durften die Unternehmungen ihre Macht marktbeherrschend ausspielen...

Ich empfinde ihre wiederholten Herabsetzungen deutscher Nachdenklichkeit eigenartig! Was hält Sie denn in dieser völlig verkorksten Gesellschaft noch? Vielleicht der Vergleich mit Gesellschaften in unseren Nachbarländern? Die EU bietet Ihnen doch weite Auswahl zwischen Finnland und den Azoren! Wo gibt es so etwas denn noch einmal? Ok, die Ausweitung bis Wladiwostok liegt jetzt erst einmal auf Eis... schade.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Kibuka » So 29. Mai 2016, 11:15

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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon H2O » So 29. Mai 2016, 11:40



Wat nu?

    Im Zusammenhang mit der 2007 eingetretenen Finanz- und Wirtschaftskrise stellt Ulrich Greiner im Mai 2009 jedoch fest, dass von „German angst“ und deutschen „hysterischen Erscheinungen“ im Unterschied zu Nachbarländern wie England und Frankreich nichts Besonderes mehr zu vermerken sei. Es sehe so aus, „als müssten die Deutschen ihr Bild von sich revidieren“. Als Erklärung bietet Greiner die Beobachtung an, dass „die Masse als unheimliches Tier, als politisch explosive Macht, […] wenn auch nicht verschwunden, so doch vom allgemeinen Prozess der Individualisierung geschwächt worden“ sei.
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Re: Mögliche Gesundheitsrisiken: Glyphosat verbieten?

Beitragvon Kibuka » So 29. Mai 2016, 11:43

H2O hat geschrieben:(29 May 2016, 12:40)

Wat nu?


Dat.

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 German Angst: die zurückhaltende Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands nach der Wiedervereinigung, insbesondere in Bezug auf den zweiten Golfkrieg. Ebenso war die immer wiederkehrende, auf der Welt oft beispiellose Reaktion auf Ereignisse in den deutschen Medien ein Beispiel der „German Angst“. Populäre Anlässe hierfür konnten etwa die Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015, Google Street View (dessen Erweiterung in Deutschland als einzigem Land eingestellt wurde), die Vogelgrippe H5N1, BSE, die Risiken der Kernkraftwerke sowie die auswuchernde Angst vor dem Weltuntergang bzw. der Apokalypse durch den Klimawandel oder das Tōhoku-Erdbeben 2011 sein.


Angst vor Atomkrise

Geigerzähler in Deutschland schon ausverkauft

Atomstrahlen-Messgeräte sind in Deutschland offenbar schon vergriffen. Der Bedarf nach den bis 500 Euro teuren Geigerzählern ist riesig

http://www.welt.de/vermischtes/weltgesc ... kauft.html


Waren die Geigerzähler auch in den USA oder der Schweiz ausverkauft?

Wurde Google Street View auch in Frankreich eingestellt?
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