Die erste Woche an der Uni

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Walter Hofer
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Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 13:52

ohne Mutti ist überstanden, doch vielen der jungen Einsteins aus der Provinz fehlt die vertraute Familie.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 97128.html

War das schon immer so? --- oder wie ist es euch damals ergangen?
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Walter Hofer
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 13:54

nehmen wir mal Anna-Lena Lang- sie erinnert sich noch gut, wie sie sich fühlte auf dem Weg in ihr neues Leben. Ihr Vater und ihre beste Freundin hatten sie an diesem Tag im Oktober 2013 zum Fernbus gebracht und sie noch einmal fest gedrückt.

Dann stieg sie ein und entfernte sich immer weiter von ihrem Heimatort Deberndorf, einer 738-Einwohner-Gemeinde in Bayern, in der die Telefonnummern noch vierstellig sind und es nach Kuhstall riecht. Ab diesem Abend würde sie als Medizinstudentin in Berlin leben, einer Metropole mit 3,5 Millionen Einwohnern. Ohne die alten Freunde, ohne Oma und Opa - und ohne ihre Eltern.

Anna-Lena, 19 Jahre alt, freute sich zwar auf ihr Medizinstudium. Aber im Bus Richtung Hauptstadt fühlte sie sich auch allein und verletzlich.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Dekanat-HRW » Sa 18. Okt 2014, 13:55

Man/Frau gewöhnt sich schnell um. Nach ein paar Tagen ist das neue Umfeld die normalste Sache der Welt.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 14:00

Dekanat-HRW » Sa 18. Okt 2014, 14:55 hat geschrieben:Man/Frau gewöhnt sich schnell um. Nach ein paar Tagen ist das neue Umfeld die normalste Sache der Welt.




40% der jungstudies wohnen noch zu Hause, eine erschreckend hohe Zahl.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Wasteland » Sa 18. Okt 2014, 14:03

Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 14:52 hat geschrieben:ohne Mutti ist überstanden, doch vielen der jungen Einsteins aus der Provinz fehlt die vertraute Familie.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 97128.html

War das schon immer so? --- oder wie ist es euch damals ergangen?


Ich hatte damals schon eine eigene Wohnung, bin so schnell wie möglich ausgezogen bei meinen Eltern.
Und meine Uni war 15 Bus-Minuten von meiner Bude entfernt.
Es war schwerer zu studieren mit einer eigenen Wohnung, weil ich auch während meines gesamten Studiums nebenher arbeiten musste, zeitweilig sogar 2 Jobs.
Ich kenne aber einige die noch lange zuhause gewohnt haben.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 14:11

Wasteland » Sa 18. Okt 2014, 15:03 hat geschrieben:
Ich hatte damals schon eine eigene Wohnung, bin so schnell wie möglich ausgezogen bei meinen Eltern.
Und meine Uni war 15 Bus-Minuten von meiner Bude entfernt.
Es war schwerer zu studieren mit einer eigenen Wohnung, weil ich auch während meines gesamten Studiums nebenher arbeiten musste, zeitweilig sogar 2 Jobs.
Ich kenne aber einige die noch lange zuhause gewohnt haben.


Anfang der 70ziger gab es es für mich aus OWL nur Münster oder Göttingen. Abi bekamen wir (ohne Feier) erst am 6. 10., da war der Wohnraum bereits knapp. Medizinstudium mit einer 2,2? daran war nicht zu denken...also blieb nur das Fach Chemie, ohne NC.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Wasteland » Sa 18. Okt 2014, 14:16

Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 15:11 hat geschrieben:
Anfang der 70ziger gab es es für mich aus OWL nur Münster oder Göttingen. Abi bekamen wir (ohne Feier) erst am 6. 10., da war der Wohnraum bereits knapp. Medizinstudium mit einer 2,2? daran war nicht zu denken...also blieb nur das Fach Chemie, ohne NC.


Ich wollte erst Psychologie studieren, bis ich den NC sah. 1,0 oder 10 Wartesemester... :eek: Wurde dann nix.
Ich kann es zwar verstehen wenn man zuhause wohnen bleibt, aber habe dafür viel mehr Freiheiten gehabt. :)
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Wolverine » Sa 18. Okt 2014, 14:24

Mein erstes Studium wurde von einer öffentlichen Institution finanziert. Mit Wohnraum und allem drum und dran. Ich musste mich um nichts kümmern, außer um das Studium selbst. :cool:
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 14:32

Wasteland » Sa 18. Okt 2014, 15:16 hat geschrieben:
Ich wollte erst Psychologie studieren, bis ich den NC sah. 1,0 oder 10 Wartesemester... :eek: Wurde dann nix.
Ich kann es zwar verstehen wenn man zuhause wohnen bleibt, aber habe dafür viel mehr Freiheiten gehabt. :)


In Medizin war es ähnlich. Am We wurde von einer Telefonzelle zurz zu Hause angerufen, das war es. Meine Frau hatte es schwieriger. Ihre Eltern machten sich große Sorgen. Schwiegervater sah in der Tagesschau nur die Kommune I und dachte seine einzige Tochter wird von den Kommies vergewaltigt.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Fadamo » Sa 18. Okt 2014, 14:50

Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 13:52 hat geschrieben:ohne Mutti ist überstanden, doch vielen der jungen Einsteins aus der Provinz fehlt die vertraute Familie.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 97128.html

War das schon immer so? --- oder wie ist es euch damals ergangen?



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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Wasteland » Sa 18. Okt 2014, 14:59

Wolverine » Sa 18. Okt 2014, 15:24 hat geschrieben:Mein erstes Studium wurde von einer öffentlichen Institution finanziert. Mit Wohnraum und allem drum und dran. Ich musste mich um nichts kümmern, außer um das Studium selbst. :cool:


Du glücklicher. Ich musste mich grösstenteils selber finanzieren.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon frems » Sa 18. Okt 2014, 17:42

Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 14:52 hat geschrieben:War das schon immer so? --- oder wie ist es euch damals ergangen?

Ich hab in meiner Heimatstadt studiert und in einer Wohnung gewohnt. Die Wehwehchen der Dorfkinder vom anderen Ende der Republik hatte ich somit nicht.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Kibuka » So 19. Okt 2014, 18:10

Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 14:00 hat geschrieben:40% der jungstudies wohnen noch zu Hause, eine erschreckend hohe Zahl.


Was soll daran erschreckend sein? In vielen Ländern ist die Zahl weit höher!

Es bietet zahlreiche Vorteile als Jungstudent noch zu Hause zu wohnen.

In Deutschland breitet sich ein bedenklicher Trend aus. Wenn ich mir ansehe, wieviele Single-Haushalte es mittlerweile gibt.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/erg ... -1.1978081

Da sitzen dann einsame, verbitterte und verarmte Einzelpersonen in ihren Haushalten und kratzen im Alter ab.

Die einstige Großfamilie mit Generationenhaus wurde sukzessive von Personen, wie dir, madig gemacht.
Have no heroes, look up to no-one, for if you do, the best you'll ever be is second. If you have to ask why, you'll never understand!

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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Billie Holiday » So 19. Okt 2014, 18:20

Kibuka » So 19. Okt 2014, 19:10 hat geschrieben:
Was soll daran erschreckend sein? In vielen Ländern ist die Zahl weit höher!

Es bietet zahlreiche Vorteile als Jungstudent noch zu Hause zu wohnen.

In Deutschland breitet sich ein bedenklicher Trend aus. Wenn ich mir ansehe, wieviele Single-Haushalte es mittlerweile gibt.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/erg ... -1.1978081

Da sitzen dann einsame, verbitterte und verarmte Einzelpersonen in ihren Haushalten und kratzen im Alter ab.

Die einstige Großfamilie mit Generationenhaus wurde sukzessive von Personen, wie dir, madig gemacht.


ja, Mutti soll möglichst lange als Köchin und Wäscherin fungieren, gell? :mad:

meine bekommen die gepackten Koffer vor die Tür gestellt, sobald sie 18 sind :D

nein, aber ich halte nichts von erwachsenen Kindern im Haus...
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Umetarek » So 19. Okt 2014, 18:22

Tarek hat nach zwei Wochen pendeln schon die Nase voll! :D Mir solls recht sein, schaun wir mal, wann er auszieht.
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Platon » So 19. Okt 2014, 18:22

Walter Hofer » Sa 18. Okt 2014, 15:00 hat geschrieben:


40% der jungstudies wohnen noch zu Hause, eine erschreckend hohe Zahl.

Es geht da ja nicht nur um die Familie sondern auch um den Freundeskreis der zumeist dort in der Nähe ist, es ist dazu aufwendig und mitunter teuer sich WG-Zimmer oder eigene Wohnung zu suchen, vor allem wenn man sich nicht frühzeitig (2 Monate vor Semesterbeginn, da haben viele noch nicht mal ihre Zusage) darum kümmert. Warum sollte man also am anderen Ende von Deutschland wohnen, wenn man das Wunschfach auch von zu Hause studieren kann?

Erstsemester sind dazu dank G8 immer häufiger auch gerade mal volljährig und da besteht dann kein Grund zur Hektik.
Zuletzt geändert von Platon am So 19. Okt 2014, 18:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon jack000 » So 19. Okt 2014, 18:24

Wasteland » Sa 18. Okt 2014, 15:59 hat geschrieben:
Du glücklicher. Ich musste mich grösstenteils selber finanzieren.

Warum hast du kein BaFöG beantragt?
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Walter Hofer » So 19. Okt 2014, 18:29

frems » Sa 18. Okt 2014, 18:42 hat geschrieben:Ich hab in meiner Heimatstadt studiert und in einer Wohnung gewohnt. Die Wehwehchen der Dorfkinder vom anderen Ende der Republik hatte ich somit nicht.



ich hatte nur die Adresse eines Bekannten. Ab in Papas Auto und nix wie weg! :p
Gö lag irgendwo weiter im Osten. Nach Münster wollte ich nicht. Denn:
Vorlage des P-Ausweises bei Damenbesuch (bis 22 Uhr!) :dead:
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon Walter Hofer » So 19. Okt 2014, 18:31

Umetarek » So 19. Okt 2014, 19:22 hat geschrieben:Tarek hat nach zwei Wochen pendeln schon die Nase voll! :D Mir solls recht sein, schaun wir mal, wann er auszieht.


Sehr vernünftig!! :D Lass ihn seine Socken selber waschen...
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Re: Die erste Woche an der Uni

Beitragvon frems » So 19. Okt 2014, 18:36

Walter Hofer » So 19. Okt 2014, 19:29 hat geschrieben:

ich hatte nur die Adresse eines Bekannten. Ab in Papas Auto und nix wie weg! :p
Gö lag irgendwo weiter im Osten. Nach Münster wollte ich nicht. Denn:
Vorlage des P-Ausweises bei Damenbesuch (bis 22 Uhr!) :dead:

Das hatte ich mal in Rostock in der Berufsschule. Da hat mich der Betrieb in ein Jugendwohnheim geschickt, wo die Geschlechter getrennt waren. Die wollten einem sogar sagen, daß man in seinem Zimmer nicht Alkohol trinken dürfe und der Blockwart vom Eingangshäuschen machte regelmäßig unangekündigte Besuche, um zu schauen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Nach drei Wochen bezog ich meine eigene Wohnung, auch wenn mein Betrieb die leider nicht bezahlt hat wie das Wohnheimzimmer. :dead:
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