Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

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Antisozialist
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Antisozialist » Sa 1. Feb 2014, 14:41

frems » So 26. Jan 2014, 13:55 hat geschrieben:
Antisozialist » So 26. Jan 2014, 01:30 hat geschrieben:
Ja, leider. Werde daher mittelfristig einen neuen Arbeitgeber suchen.

Und möglicherweise eine andere Region. Von dem, was Du über Deinen Werdegang schriebst, kannst Du eigentlich das genannte Gehalt netto erwarten. Eher mehr, je nach Branche und Spezialisierung.

...


Ich verdiene jetzt 2.400,- € brutto. :)

Aufgrund persönlicher Umstände kann ich in absehbarer Zeit nicht in der Wirtschaftsprüfung tätig werden, wo ich mit meinen fachlichen Qualifikationen deutlich mehr als in der Steuerberatung verdienen würde.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » Sa 1. Feb 2014, 18:46

Antisozialist » Sa 1. Feb 2014, 14:41 hat geschrieben:
frems » So 26. Jan 2014, 13:55 hat geschrieben:Und möglicherweise eine andere Region. Von dem, was Du über Deinen Werdegang schriebst, kannst Du eigentlich das genannte Gehalt netto erwarten. Eher mehr, je nach Branche und Spezialisierung.

...


Ich verdiene jetzt 2.400,- € brutto. :)

Aufgrund persönlicher Umstände kann ich in absehbarer Zeit nicht in der Wirtschaftsprüfung tätig werden, wo ich mit meinen fachlichen Qualifikationen deutlich mehr als in der Steuerberatung verdienen würde.

Glückwunsch! Für einen Akademiker in Deutschland, der nicht ein Orchideenfach an einer staatlichen Universität studierte, halte ich aber so einen Stundenlohn noch immer für einen Schlag ins Gesicht. (Unter Annahme, daß Du Vollzeit arbeitest. Bei 20 Wochenstunden wäre es natürlich wieder ein normales Gehalt.)

Zurück zum Thema:

Theorie an der Uni, Praxis an der Fachhochschule – diese Aufteilung ist Geschichte. Sonst müsste man allen Studierenden, die nicht Universitätsprofessor werden wollen, von dem Besuch einer Universität abraten. In der Realität kümmern sich die Universitäten längst um Praxisrelevanz und die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Absolventen – spätestens seit der Bologna-Reform. Ebenso sind Fachhochschulen längst keine reinen Ausbildungsbetriebe mehr.

http://www.zeit.de/studium/hochschule/2 ... -kommentar

Walter Hofer, kommt noch etwas von Dir? Ich hatte nun noch weitere Hochschulen abgeklappert. Überall werden keine Diplomstudiengänge mehr angeboten und die Laufzeit der älteren Semester endet nach und nach. Von einem "Das Diplom ist wieder Maß aller Dinge" ist nirgends die Rede. Selbst nicht an der einzigen Ausnahme Deutschlands (Dresden), wo man "Diplom" auf einen modularisierten Master-of-Science-Abschluß klebt, obwohl der Studiengang voll und ganz im Sinne des modernen Bologna-Systems ist und nichts mit den alten Diplomstudiengängen am Hut hat. Die sind bekanntlich eher unbeliebt bei Studenten und Dozenten.
Zuletzt geändert von frems am Sa 1. Feb 2014, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Amun Ra » Sa 1. Feb 2014, 19:49

Antisozialist » Sa 1. Feb 2014, 14:41 hat geschrieben:Ich verdiene jetzt 2.400,- € brutto. :)
...

Du bist angestellter Architekt mit mehreren Jahren Berufserfahrung?
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Antisozialist » Sa 1. Feb 2014, 19:52

Amun Ra » Sa 1. Feb 2014, 19:49 hat geschrieben:
Antisozialist » Sa 1. Feb 2014, 14:41 hat geschrieben:Ich verdiene jetzt 2.400,- € brutto. :)
...

Du bist angestellter Architekt mit mehreren Jahren Berufserfahrung?


Nein, Mitarbeiter einer Steuerberaterkanzlei. Auch keine Branche mit hohen Gehältern, außer für Steuerberater.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » Do 3. Apr 2014, 22:50

Hier ist noch ein Artikel zur Fachhochschul-Promotion:

Herr Prof. Dr. (FH)

Fachhochschulen erobern das letzte Privileg der Universität: Bald werden auch sie Doktortitel verleihen dürfen. Davor graut es vielen Professoren an Universitäten schon.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance ... 56566.html

Neben Schleswig-Holstein wollen offenbar auch Hessen und Baden-Württemberg den Kreis promotionsberechtiger Institutionen erhöhen, nachdem sich im Bund Frau Schavan schon damals dafür aussprach. Damit hätte man neben rot-, schwarz- und grüngeführten Landesregierungen offenbar auch seitens der Merkelpartei nicht nur Vorbehalte. Nicht zu verwechseln ist dieses Promotionsrecht der Fachhochschulen mit Promotionen von FH-Absolventen. Hier sind laut Artikel vor allem Hochschulen in Sachsen und Sachsen-Anhalt in den Ingenieur- und Naturwissenschaften "führend" im Sinne von durchgeführten Promotionen.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Walter Hofer » Do 3. Apr 2014, 23:31

frems hat geschrieben: » Sa 1. Feb 2014, 19:46
Walter Hofer, kommt noch etwas von Dir? (...)


nein, ich belasse es bei den Insider Infos :)

und zum Thema Promotion an FHs?

Warum nicht, die Promotionschwemme ist noch nicht hoch genug.
Promovierte Juristen und Verwaltungsfuzzis fehlen an allen Ecken und Enden.
Wer sein Leben genießt, dem wird es vermießt.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » Fr 4. Apr 2014, 00:01

Walter Hofer » Fr 4. Apr 2014, 00:31 hat geschrieben:nein, ich belasse es bei den Insider Infos :)

Schade.

und zum Thema Promotion an FHs?

Warum nicht, die Promotionschwemme ist noch nicht hoch genug.
Promovierte Juristen und Verwaltungsfuzzis fehlen an allen Ecken und Enden.

Mich deucht, daß das polemisch gemeint ist. :|
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » Sa 14. Jun 2014, 16:16

Die Diskussion reißt offenbar nicht ab. Ob sich Wanka jemals zu Wort melden wird? Oder gar Löhrmann als Präsidentin der Kultusministerkonferenz? Nach Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg scheint nun auch in Hessen das Thema leidenschaftlich diskutiert zu werden.

Wir brauchen das Recht auf Promotionen!

Fachhochschulen sollen anders bleiben, forderte Marion Schmidt. Hier antwortet Michael Pötzl, Präsident der Hochschule Coburg

http://www.zeit.de/2014/23/fachhochschule-promotion

Im Gespräch: Präsidenten von TU und Hochschule Darmstadt

„Der Doktortitel darf nicht verwässert werden“

Das Land will Fachhochschulen dort das Promotionsrecht gewähren, wo sie forschungsstark sind. Ob das eine gute Idee ist, darüber streiten zwei Präsidenten.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/s ... 59889.html
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Kibuka » So 15. Jun 2014, 17:25

jack000 » Mo 18. Nov 2013, 18:39 hat geschrieben:
Den Doktortitel, den höchsten akademischen Grad, den es in Deutschland zu vergeben gibt, erhält man nur an einer Universität. Das ist so, und das soll auch so bleiben - finden jedenfalls die Unis. Doch jetzt plant Schleswig-Holstein als erstes Bundesland, dieses eherne Gesetz zu Fall zu bringen.

Die dortige Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) will es den Fachhochschulen (FH) ihres Landes ermöglichen, Doktortitel zu verleihen. Das sieht ihre Vorlage für ein neues Hochschulgesetz vor. Bis Ende 2014 soll die Novellierung durch sein, dann sollen Fachhochschulabsolventen an ihrer FH promovieren dürfen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 34133.html

Was spricht denn dagegen?


Nix. Die Bologna-Reform hat sowieso im deutschen Bildungswesen alles auf den Kopf gestellt. Jetzt dürfen auch Meister ohne Abitur studieren. Da kann man auch locker Fachhochschulen das Promotionsrecht geben.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » Mi 7. Dez 2016, 20:03

Das CDU-geführte Wissenschaftsministerium Hessens setzt es nun um:

Das täte der Forschung gut, sagt Hessens Minister für Wissenschaft. Die FHs sind die Verlierer, sagt der Präsident des Hochschulverbandes. Hier erklären sie ihre Gründe.

http://www.zeit.de/2016/48/promotion-fa ... pro-contra
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » Mo 1. Mai 2017, 16:41

Noch einen kritischen Gastbeitrag zur hessischen Entscheidung:

Dem Beispiel Hessens werden andere Länder folgen. Schleswig-Holstein hat sich bereits auf den Weg gemacht; Baden-Württemberg bastelt noch daran.

Das Promotionsrecht an Fachhochschulen – das nämlich ist die „Hochschule Fulda“ – ist ebenso überflüssig wie schädlich.

http://www.tagesspiegel.de/wissen/promo ... 26370.html
Kibuka hat geschrieben:Die Bologna-Reform hat sowieso im deutschen Bildungswesen alles auf den Kopf gestellt. Jetzt dürfen auch Meister ohne Abitur studieren.

Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. Den Hochschulzugang regeln die Bundesländer eigenständig. Eine bundesweite Reform/Regelung gibt es nicht und erst recht nicht für den gesamten Europäischen Hochschulraum. Da macht man es sich zu einfach, wenn man nur "Bologna" ruft, sobald es an irgendeiner Hochschule künftig mal eine Veränderung gibt.
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