Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon jack000 » So 26. Jan 2014, 01:21

Antisozialist » So 26. Jan 2014, 00:31 hat geschrieben:
Bei dem S-Bahn-Fahrer ist das ganze Verdienstpotential jedoch früh ausgeschöpft.

Du hast ernsthaft nur 2.3 ?
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Antisozialist » So 26. Jan 2014, 01:30

jack000 » So 26. Jan 2014, 01:21 hat geschrieben:Du hast ernsthaft nur 2.3 ?


Ja, leider. Werde daher mittelfristig einen neuen Arbeitgeber suchen.
Pudding: "Sollte ein Sklavenhalter versuchen bei uns in der Ferttigung Werbung für seine Sklavenhaltung zu machen würde er einen Unfall haben."
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jack000
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon jack000 » So 26. Jan 2014, 03:11

Antisozialist » So 26. Jan 2014, 01:30 hat geschrieben:
Ja, leider. Werde daher mittelfristig einen neuen Arbeitgeber suchen.

was durchaus sinnvoll sein sollte!
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Daylight » So 26. Jan 2014, 03:42

Sir Porthos » Mi 20. Nov 2013, 22:03 hat geschrieben:
Bei 120 ? Das ist außergewöhnlich.

Dazu im Widerspruch steht Deine Entscheidung, Dich für die aufgeblähte Trivialmathematik mit dem Titel "BWL" entschieden zu haben.

Bei einem IQ von 120 stehen Dir wesentlich mehr Dinge offen.

man kann das so nicht messen oder sagen. Ein nach wissenschaftlichen Methoden gemessener IQ kann auch um die 140 und mehr nicht zeigen, was die- o. denjenigen berufen könnte, sich einer entsprechend anspruchsvollen, breiten Ebene zuwenden zu können, sinnvollerweise und individuell.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Daylight » So 26. Jan 2014, 03:47

frems » Mi 20. Nov 2013, 23:10 hat geschrieben:http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialwiss ... ten#Umfang
http://en.wikipedia.org/wiki/Economics

Ansonsten zum Thema: Wenn die FH die selben Bedingungen anbieten wie Universitäten, dann spricht nicht viel dagegen. Da Unis aber forschungslastiger sind, was sich auch am Arbeits- bzw. Zeitaufwand der Professoren zeigt, müßte aber auch sichergestellt werden, daß diese Bedingungen erfüllt sind. Und das sehe ich teilweise kritisch, auch wenn sich die beiden Hochschulsysteme in den letzten Jahren annäherten und es recht praxisorientierte Studiengänge bzw. Studieninhalte an Unis gibt und vice versa FH verstärkt forschen, sodaß an diversen Hochschulstandorten dieses Privileg für Unis der Hauptunterschied bleibt.


Hat sich nicht viel verändert, zumal Fachhochschulen häufig Bachelorstudiengänge mit bis zu acht Semestern anbieten, die die ehemaligen Diplomstudiengänge dort ablösten. Der Master ist da "nur" ein kleines Extra, das sich vor allem durch die Abschlußarbeit auszeichnet und entsprechend zur Promotion berechtigt.


Genau das ist ja der Fall. Zumindest auf dem Papier.

Ob das entscheidend ist, wo und unter welchen Umständen an Hochschulen seriös promoviert werden könnte? Entscheidend bleibt doch letztlich die Substanz, welche sich immer messen läßt.
Zuletzt geändert von Daylight am So 26. Jan 2014, 04:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Daylight » So 26. Jan 2014, 03:48

jack000 » Mi 20. Nov 2013, 23:34 hat geschrieben:Für Ingenieur hätte es auch nicht gereicht ...

Unsinn.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Daylight » So 26. Jan 2014, 04:02

IQ, ein höchst zweifelhafter Gegenstand per se. Dahinter stehen individuelle Einzel-Menschen mit ihren jeweiligen Talenten und Defiziten. Mit der Höhe der Intelligenz an sich haben jene nur wenig Berührung. Sicherlich ist es so, dass ein hoher Intelligenzquotient befördert, .. in jeder Richtung und Hinsicht, doch ein IQ alleine macht keinesfalls die beste "Empfehlung" an einen Menschen aus, was er "am besten" zu seiner Profession wählen sollte.
Jeder sollte den Weg seines eigenen Schicksal gehen, d. h. das tun und wählen, was ihm sozusagen bereits in die "Wiege" gelegt war, wenn auch unbewußt, ..doch man weiß darum. Schau hin, auch in diesem Falle! Und darin dann, je nach Temperament und Ehrgeiz, die Meisterschaft zu erringen suchen.
Es macht keinen Sinn - uns schon gar nicht glücklich - einen "fremden" und sich selbst widerlichen Weg anzutreten, einzig, weil mein IQ dies zuließe,..an sich.. :rolleyes:
Zuletzt geändert von Daylight am So 26. Jan 2014, 04:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Walter Hofer » So 26. Jan 2014, 09:38

d'Artagnan » Mo 18. Nov 2013, 18:55 hat geschrieben:
Aus Uni-Sicht bedeutet das einen weiteren Schritt in Richtung gesellschaftlichen Niedergang:
http://www.berliner-zeitung.de/newstick ... 69410.html

Die Unis haben einen kapitalen Fehler gemacht, als sie sich dem politischen Druck gebeugt und dem Bachelor/Master System angeschlossen haben.



Das ist schon wieder überholt, der Fehler wird sukzessive korrigiert; an den TUs ist wieder das Diplom das Maß aller Dinge, und auch an der Uni Göttingen gibt es wieder Diplomarbeiten.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » So 26. Jan 2014, 13:44

Walter Hofer » So 26. Jan 2014, 09:38 hat geschrieben:

Das ist schon wieder überholt, der Fehler wird sukzessive korrigiert; an den TUs ist wieder das Diplom das Maß aller Dinge, und auch an der Uni Göttingen gibt es wieder Diplomarbeiten.

Nee, das stimmt so nicht. Jedenfalls in Deutschland. Abgesehen davon, ist das auch eine andere Diskussion. Dem Diplom trauert kaum noch jemand nach. Und: Zu "Diplomzeiten" hatten Fachhochschulen auch kein vollwertiges Promotionsrecht, sondern konnten höchstens über bilaterale Hochschulkooperationen gute Absolventen an den Doktorgrad heranführen.

Da stellt sich die Frage, ob dies heute noch angebracht ist, da Fachhochschulen immer stärker in der Forschung präsent sind, die Abschlüsse gleichwertig sind und sich auch die Universitäten einer praxisnahen Ausbildung annähern, ohne daß jemand deshalb Universitäten das Promotionsrecht entziehen würde, obwohl Praxisnähe meist eins der Argumente ist, wieso man den FH dies verwehrt.
Zuletzt geändert von frems am So 26. Jan 2014, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Sir Porthos » So 26. Jan 2014, 13:47

frems » So 26. Jan 2014, 13:44 hat geschrieben:Nee, das stimmt so nicht. Jedenfalls in Deutschland. Abgesehen davon, ist das auch eine andere Diskussion. Dem Diplom trauert kaum noch jemand nach. Abgesehen davon: Zu "Diplomzeiten" hatten Fachhochschulen auch kein vollwertiges Promotionsrecht, sondern konnten höchstens über bilaterale Hochschulkooperationen gute Absolventen an den Doktorgrad heranführen.

Da stellt sich die Frage, ob dies heute noch angebracht ist, da Fachhochschulen immer stärker in der Forschung präsent sind, die Abschlüsse gleichwertig sind und sich auch die Universitäten einer praxisnahen Ausbildung annähern, ohne daß jemand deshalb Universitäten das Promotionsrecht entziehen würde, obwohl Praxisnähe meist eins der Argumente ist, wieso man den FH dies verwehrt.



Ich bin dafür, dass jeder eine Promotion machen kann, sofern seine Arbeit wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und einen nennenswerten Gewinn für die Wissenschaft erbringt.

Genauso bin ich dafür, dass das Recht, studieren zu dürfen, nicht an die Hochschulreife gekoppelt ist.

Und ich bin dafür, dass der Doktortitel zwar in Bewerbungen erwähnt werden darf aber nicht öffentlich getragen wird, sofern man nicht in der akademischen Lehre arbeitet.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » So 26. Jan 2014, 13:55

Antisozialist » So 26. Jan 2014, 01:30 hat geschrieben:
Ja, leider. Werde daher mittelfristig einen neuen Arbeitgeber suchen.

Und möglicherweise eine andere Region. Von dem, was Du über Deinen Werdegang schriebst, kannst Du eigentlich das genannte Gehalt netto erwarten. Eher mehr, je nach Branche und Spezialisierung.

Sir Porthos hat geschrieben:

Ich bin dafür, dass jeder eine Promotion machen kann, sofern seine Arbeit wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und einen nennenswerten Gewinn für die Wissenschaft erbringt.

Genauso bin ich dafür, dass das Recht, studieren zu dürfen, nicht an die Hochschulreife gekoppelt ist.

Und ich bin dafür, dass der Doktortitel zwar in Bewerbungen erwähnt werden darf aber nicht öffentlich getragen wird, sofern man nicht in der akademischen Lehre arbeitet.

Sehe ich prinzipiell ähnlich. Die Unis fürchten sich bloß davor, wenn die Zahl an promotionsberechtigten Hochschulen plötzlich zunimmt, weil sie damit ein rechtliches Alleinstellungsmerkmal verlieren, was aus ihrer Sicht damit an Wert verliert, da die Exklusivität sinkt. Wobei ich denke, die "Skandale" über Promotionen in den vergangenen Jahren haben dem Ansehen mehr geschadet, als es ein Promotionsrecht für forschungsstarke Fachhochschulen je könnte. Aber das ist wohl auch eine andere Debatte.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Sir Porthos » So 26. Jan 2014, 13:57

frems » So 26. Jan 2014, 13:55 hat geschrieben:Und möglicherweise eine andere Region. Von dem, was Du über Deinen Werdegang schriebst, kannst Du eigentlich das genannte Gehalt netto erwarten. Eher mehr, je nach Branche und Spezialisierung.


Sehe ich prinzipiell ähnlich. Die Unis fürchten sich bloß davor, wenn die Zahl an promotionsberechtigten Hochschulen plötzlich zunimmt, weil sie damit ein rechtliches Alleinstellungsmerkmal verlieren, was aus ihrer Sicht damit an Wert verliert, da die Exklusivität sinkt. Wobei ich denke, die "Skandale" über Promotionen in den vergangenen Jahren haben dem Ansehen mehr geschadet, als es ein Promotionsrecht für forschungsstarke Fachhochschulen je könnte. Aber das ist wohl auch eine andere Debatte.



Genau das ist es doch !

Daher sollte man einen Titel nicht führen dürfen, wenn man nicht in der akademischen Lehre arbeitet !

Meiner klebt nicht mal am Klingelschild.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » So 26. Jan 2014, 14:00

Sir Porthos » So 26. Jan 2014, 13:57 hat geschrieben:

Genau das ist es doch !

Daher sollte man einen Titel nicht führen dürfen, wenn man nicht in der akademischen Lehre arbeitet !

Meiner klebt nicht mal am Klingelschild.

Die Forderung gibt es ja häufiger, z.B. auch, daß man den Doktorgrad nicht mehr als einzigen Hochschulabschluß auf seinen amtlichen Papieren trägt, de facto als Teil des Namens. Das ist zum einen auf internationaler Ebene ziemlich albern, zum anderen für manch einen eine Art Titelersatz vergangener Zeiten. Da aber unter jenen, die darüber entscheiden, selbst viele Wert auf ihre zwei Buchstaben vor dem Namen legen, wird daraus wohl nichts. :|
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Sir Porthos » So 26. Jan 2014, 14:04

frems » So 26. Jan 2014, 14:00 hat geschrieben:Die Forderung gibt es ja häufiger, z.B. auch, daß man den Doktorgrad nicht mehr als einzigen Hochschulabschluß auf seinen amtlichen Papieren trägt, de facto als Teil des Namens. Das ist zum einen auf internationaler Ebene ziemlich albern, zum anderen für manch einen eine Art Titelersatz vergangener Zeiten. Da aber unter jenen, die darüber entscheiden, selbst viele Wert auf ihre zwei Buchstaben vor dem Namen legen, wird daraus wohl nichts. :|


Ich war 12 Jahre Soldat und mein letzter Rang war Hauptmann. Mittlerweile bin ich Major d. R. aufgrund von Reserveübungen.

Ich bin nicht mehr im aktiven Dienst und ich möchte daher nicht mit Herr Major H. angeredet werden.

Ein einfaches Herr H. ist ausreichend.

Bei akademischen Graden sollte das genauso sein.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » So 26. Jan 2014, 14:30

Sir Porthos » So 26. Jan 2014, 14:04 hat geschrieben:
Ich war 12 Jahre Soldat und mein letzter Rang war Hauptmann. Mittlerweile bin ich Major d. R. aufgrund von Reserveübungen.

Ich bin nicht mehr im aktiven Dienst und ich möchte daher nicht mit Herr Major H. angeredet werden.

Ein einfaches Herr H. ist ausreichend.

Bei akademischen Graden sollte das genauso sein.

Ist auch eher untypisch. Mit Ausnahme des Doktorgrades. Zumindest ist mir in Deutschland, anders als in Österreich, noch nicht aufgefallen, daß jemand als "Frau Master of Arts" oder "Herr Bachelor of Science" angesprochen wird.

Zum eigentlichen Thema fand ich eben auch noch einen Artikel von Thomas Straubhaar, selbst Professor an einer Universität.

Warum Fachhochschulen den Doktortitel brauchen

Die Universitäten sträuben sich dagegen, dass Fachhochschulen das Promotionsrecht erhalten. Aber warum eigentlich – geht es ihnen etwa nur darum, alte Pfründe zu verteidigen? Hoffentlich nicht.

http://www.welt.de/wirtschaft/article12 ... uchen.html

Interessant aber, daß die Diskussion so schon seit vielen Generationen fortgeführt wird. Zumindest erinnert mich die Abgrenzung stark an die Debatte von vor 100 Jahren, als sich einige Unis gegen den neuen Grad "Doktor-Ingenieur" wehrten:

Die Einführung des Dr.-Ing. erfolgte zusammen mit dem Diplomgrad 1899 an den Technischen Hochschulen Preußens auf einen „Allerhöchsten Erlaß“ des Königs von Preußen anlässlich der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule Berlin am 19. Oktober 1899.

...

Wegen des damaligen Widerstandes der klassischen Universitäten gegen das Promotionsrecht im Bereich Ingenieurwissenschaften wurde für den Grad die Schreibweise mit Bindestrich und in Frakturschrift festgelegt, im Gegensatz zur lateinischen Schrift und ohne Bindestriche für die Abkürzungen der sonstigen "lateinischen" Doktorgrade. Der Grad wird in Deutschland bis heute in dieser Schreibweise vergeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dr.-Ing.
Labskaus!

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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Daylight » So 26. Jan 2014, 14:37

Sir Porthos » So 26. Jan 2014, 13:47 hat geschrieben:

Ich bin dafür, dass jeder eine Promotion machen kann, sofern seine Arbeit wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und einen nennenswerten Gewinn für die Wissenschaft erbringt.

Genauso bin ich dafür, dass das Recht, studieren zu dürfen, nicht an die Hochschulreife gekoppelt ist.

Und ich bin dafür, dass der Doktortitel zwar in Bewerbungen erwähnt werden darf aber nicht öffentlich getragen wird, sofern man nicht in der akademischen Lehre arbeitet.

Im wesentlichen stimme ich darin mit Dir überein, wenn ich auch heute am frühen Morgen daraufhin wies, dass es meines Erachtens nach ausschließlich auf die Substanz einer Arbeit oder Denkleistung ankommt und nicht auf die Formalien oder akademisch aufgebröselte Herkunft.
Daylight

Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Daylight » So 26. Jan 2014, 14:51

frems » So 26. Jan 2014, 13:55 hat geschrieben:
Sehe ich prinzipiell ähnlich. Die Unis fürchten sich bloß davor, wenn die Zahl an promotionsberechtigten Hochschulen plötzlich zunimmt, weil sie damit ein rechtliches Alleinstellungsmerkmal verlieren, was aus ihrer Sicht damit an Wert verliert, da die Exklusivität sinkt. Wobei ich denke, die "Skandale" über Promotionen in den vergangenen Jahren haben dem Ansehen mehr geschadet, als es ein Promotionsrecht für forschungsstarke Fachhochschulen je könnte. Aber das ist wohl auch eine andere Debatte.

und noch nicht einmal, denn letztlich geht es so oder so, wie Du es schon sagst, jeweils um Fragen der allgemeinen übergeordneten Reputation und damit auch um Drittmittel und Einkünfte, um Ruf und Schall und Rauch auch, generell. Als viel weniger um die substanziellen Leistungen Einzelner.
Zuletzt geändert von Daylight am So 26. Jan 2014, 14:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Walter Hofer » So 26. Jan 2014, 19:44

frems » So 26. Jan 2014, 13:44 hat geschrieben:Nee, das stimmt so nicht. Jedenfalls in Deutschland.


Lies es einfach nach, auch de TUs von Aachen, über Karlsruhe bis Braunschweig
gestatten wieder das echte deutsche Ingenieur Diplom als Studienabschluss.

http://tu-dresden.de/aktuelles/newsarch ... diplomstud
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... l-Ing.html
http://www.karriere.de/studium/technisc ... ein-10119/
Wer sein Leben genießt, dem wird es vermießt.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon Walter Hofer » So 26. Jan 2014, 19:58

[quote]="Sir Porthos » So 26. Jan 2014, 13:57"

In den Göttinger Naturwissenschaften nicht, der Doktoroutput bleibt sehr gering.

Quatsch in den Großforschungs-Instituten, in der Chemischen Industrie, im Maschinennau und in Planungsbüros ist das üblich.

meiner auch nicht..., steht aber im Briefkopf der Firma.
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Re: Fachhochschulen mit Promotionsrecht?

Beitragvon frems » So 26. Jan 2014, 20:03

Walter Hofer » So 26. Jan 2014, 19:44 hat geschrieben:
Lies es einfach nach, auch de TUs von Aachen, über Karlsruhe bis Braunschweig
gestatten wieder das echte deutsche Ingenieur Diplom als Studienabschluss.

http://tu-dresden.de/aktuelles/newsarch ... diplomstud
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... l-Ing.html
http://www.karriere.de/studium/technisc ... ein-10119/

Eine Forderung von 2010 ist was anderes als die Realität 2014. Daß es noch einzelne Diplom-Studiengänge gibt, hat ja niemand geleugnet. Sie wurden aber auch nie abgeschafft und nun wieder eingeführt wie Du es dargestellt hast. Schau Dir doch das Studienangebot der Hochschulen an, z.B. TU München: https://www.tum.de/studium/studienangeb ... schluesse/

RWTH Aachen: http://www.rwth-aachen.de/cms/root/Stud ... schluesse/

TU Berlin: http://www.tu-berlin.de/?id=7001

TU Darmstadt: http://www.tu-darmstadt.de/studieren/ab ... e_1.de.jsp

Davon, daß das Diplom "wieder das Maß aller Dinge" sei, kann da nirgends die Rede sein. An den meisten TUs gibt es gar keine Diplomstudiengänge mehr. Höchstens für einige Langzeitstudenten, aber ohne die Möglichkeit neuer Immatrikulationen. Eine geringfügige Ausnahme bildet lediglich die TU Dresden, die hauptsächlich Bachelor-/Masterstudiengänge anbietet, aber teilweise noch "Diplom" auf die Abschlüsse schreibt, wovon viele aber auch auslaufen: http://tu-dresden.de/studium/angebot/st ... udientyp=1

Inhaltlich sind diese Studiengänge komplett im Sinne des Bologna-Systems. Siehe bspw. Verkehrsingenieurwesen. Seit 2010 ist dieser Studiengang modularisiert. Der ursprüngliche Diplomstudiengang läuft seitdem aus, während neue Studiengänge die Abschlüsse Bachelor und Master vergeben: http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fak ... dip_mod_vi

Dein Link zur TU Dresden ist ja auch schon einige Jahre alt und sagt nur, daß man sich bis einschließlich 2010 für Diplomstudiengänge noch bewerben bzw. einschreiben kann. Danach folglich nicht. Und 2014 wurde da auch nichts geändert.

Da kommt nichts zurück. Glücklicherweise. Daß sich viele früher mit der Umstellung schwer taten und aus nostalgischen Gründen gerne alte Titel wieder vergeben wollten, ist ja bekannt. Das alte System will aber niemand zurück und kommt es ja auch nicht. Diese "Diplome" sind nur andere Namen für die Abschlüsse, keine inhaltlichen Änderungen. Vielleicht wird's anhand der TU Wien etwas deutlicher. Dort setzt man auch nur noch auf Bachelor- und Masterstudiengänge. Wer den Masterabschluß erreicht, wird auf seinem Zeugnis "Diplomingenieur" stehen haben mit dem Verweis, daß es sich um einen "Master of Science"-Abschluß handelt: http://www.tuwien.ac.at/lehre/masterstudien/

* Kleine Ergänzung. Auch die damalige Forderung war viel mehr eher eine Prüfung, inwiefern es sinnvoll ist, den Namen -- und nicht die Struktur -- der Abschlüsse wieder zu ändern. Aus Deinem WELT-Artikel:

Der Diplomingenieur ist ein deutsches Qualitätsprodukt – und ein Auslaufmodell. Mit der Umstellung der Studiengänge auf das zweigliedrige Bachelor/Mastersystem wurde der Grad vor zehn Jahren abgeschafft. Die neun größten technischen Universitäten, die als sogenannte TU9 organisiert sind, wollen nun den "Dipl.-Ing." wieder verleihen.

...

Einen solchen Schritt, der eine Abkehr vom Bologna-Prozess bedeuten würde, heißen allerdings die wenigsten gut. "Die TU9 will die Studienreform zum zweizügigen Bachelor/Master nicht antasten", sagte Schmachtenberg. Auch der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) stellt sich hinter die umstrittene Reform: "Wir sind dafür, dass Bachelor und Master erhalten bleiben", sagte VDI-Direktor Willi Fuchs, WELT ONLINE.

Fuchs plädiert vielmehr dafür, den "Dipl.-Ing." als Ergänzung, sowohl Bachelor- als auch Master-Absolventen zu verleihen. Dies könnte dazu beitragen den Bachelor als vollwertigen Abschluss auf dem Arbeitsmarkt noch stärker zu etablieren.

...

Unter den gegebenen Haushaltsbedingungen hält es Wintermantel ohnehin für ausgeschlossen, dass eine Universität in einem Studienfach Diplom und Bachelor/Masterstudiengänge in gleich hoher Qualität anbieten kann.

Eine Rückkehr zu den alten Diplom-Studiengängen wird es nicht geben. Und ob es tatsächlich des Grads "Dipl.-Ing." bedarf, um auf dem Arbeitsmarkt Erfolg zu haben, steht ebenfalls in Frage. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat Ende 2009 die Akzeptanz von Bachelor- und Master-Ingenieuren bei 1753 Unternehmen abgefragt. Die Studie räumt mit einigen Vorurteilen auf, unter anderem dem, dass mit einem Bachelor sowieso nichts anzufangen sei.


Sieht man sich das Studienangebot dieser Hochschulen an, stellt man auch schnell fest, daß nicht nur das modularisierte, zweistufige System erhalten blieb und keine Diplomstudiengänge mehr aufgenommen werden können, sondern auch, daß man die etablierten Abschlußnamen weiterhin nutzt und in der Regel nicht einen anderen Begriff raufklebt. Ist ja auch nachvollziehbar.
Zuletzt geändert von frems am So 26. Jan 2014, 21:00, insgesamt 4-mal geändert.
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