Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

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Diskursant

Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon Diskursant » Mo 18. Nov 2013, 00:08

Dragus » So 10. Nov 2013, 11:07 hat geschrieben:Eine wie auch immer beginnende Kolonisierung wird höchst warscheinlich mit einer kleinen Gruppe hochqualifizierter Wissenschaftler und Ingenieure beginnen um wissenschaftliche und technische Pionierarbeit zu leisten. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, das solche Gruppen seltenst dazu tendieren, persönliche Probleme über ihre Arbeit zu stellen.
Das kleinere Gruppen einen stärkeren sozialen Zusammenhalt haben, hat nichts mit Primitivität zu tun, sondern mit unserem angeborenen Sozialverhalten. Wenn man eine stabile Gesellschaft sucht, hat man sich an den Bedürfnissen des Menschen zu orientieren oder man wird scheitern. Die Erfahrung haben noch die meisten Ideologien machen müssen.
Kulturtechniken ermöglichen zwar das Zusammenleben auf engstem Raum, aber daraus folgt zwangsläufig sozialer Stress. Der Mensch braucht sowohl Privatsphäre als auch stabile soziale Kontakte. Die Desintegration der familiären Strukturen in den modernen Großstädten hat die Menschen wohl nicht glücklicher gemacht, sondern einsamer. Auch wohnt man nicht besonders gern in 30m2 Wohnungen in Häuserblöcken mit 1km Durchmesser. Das Schicksal der Betonsiedlungen der 70er haben da ganz klare Ergebnisse gebracht. Wer irgend wie kann, sucht sich größere Wohnungen in Gebieten mit geringerer Siedlungsdichte. Wenn du die Menschen nicht autoritär lenken willst, ist eine Konzentration von Problemgruppen in solchen Wohngebieten nicht zu verhindern. Dazu kommen schwer kalkulierbare Risiken im Falle von Unruhen/Katastrophen. In China z.Bsp. gibt es noch 300 mio. von vielen sozialen Rechten ausgeschlossene Wanderarbeiter. Wenn diese sich eines Tages solidarisieren und politische Forderungen stellen oder mit Ausschreitungen beginnen, werden sie aufgrund ihrer schieren Anzahl gewaltige politische Probleme verursachen. Die Korrelation zwischen dichterer Population/größere Population und wachsenden Problemen der Steuerung durch Kulturtechniken bleibt Grundsätzlich erhalten.

Größe um jeden Preis, ist selbst ein politischer Wahn. Viele Untertanen = viel Macht. Es wäre ein wesentlich sinnvolleres Konzept, auf eine stabile Population hin zu steuern, welche die Ressourcen effektiver nutzt als nach dem Schema vor zu gehen: Wir können jetzt 15 mrd. Menschen ernähren und unterbringen, also machen wir es!
Für einen Übergangszeitraum kann ich mir vorstellen, das es zu gemeinsamen Lösungen kommt, aber einer stabilen Population führt langfristig kein Weg vorbei.

Von daher wäre es, da gebe ich dir recht, wesentlich vernünftiger, erst mal die sozialen und politischen Probleme auf der Erde zu lösen, bevor man in den Weltraum blickt.


`*´

zum Gruße,
Eine Kolonisation zB des Mars erübrigt sich, da selbiger demnächst per Roboter
erkundet, erforscht und gegfalls genutzt würde. Was wollen Menschen dort?
Etwa Besiedelung wg Übervölkerung der Erde?
Hierzu notwendige Ressourcen sind weitaus nützlicher in die Erschließung
der irdischen Möglichkeiten an Existenzverbesserung investiert.

Teile im Übrigen Deine Skepsis hinsichtlich der irdischen Existenzbedingungen nicht.
Die Erdzivilisation entwickelt sich vielmehr durch technologische Innovation
(Digitalität, internet, Youtube, Wikipedia, , ,) zu wachsender Qualität
und bessert sich fortwährend, aufs Ganze gesehen.

diskursichtlich

D
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » Mo 18. Nov 2013, 10:52

firlefanz11 » Mi 6. Nov 2013, 10:30 hat geschrieben:"Die Daten des Nasa-Teleskops weisen darauf hin, dass 22 Prozent der sonnenähnlichen Sterne einen erdähnlichen Planeten in ihrer bewohnbaren Zone besitzen."

Glaubt irgendwer der Mensch wäre in der Lage langfristig bei einem reboot alles besser zu machen?


Ja.
Wenn die Popperei geregelt wird.
:D
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon Dragus » Mo 18. Nov 2013, 20:19

Diskursant » So 17. Nov 2013, 18:38 hat geschrieben:
`*´

zum Gruße,
Eine Kolonisation zB des Mars erübrigt sich, da selbiger demnächst per Roboter
erkundet, erforscht und gegfalls genutzt würde. Was wollen Menschen dort?
Etwa Besiedelung wg Übervölkerung der Erde?

Hierzu notwendige Ressourcen sind weitaus nützlicher in die Erschließung
der irdischen Möglichkeiten an Existenzverbesserung investiert.

Inbesitznahme durch Besiedlung, Nationen, welche den Mars besiedeln können, werden ihr Kapital lieber dafür verwenden, als für Entwicklungshilfe.

Teile im Übrigen Deine Skepsis hinsichtlich der irdischen Existenzbedingungen nicht.
Die Erdzivilisation entwickelt sich vielmehr durch technologische Innovation
(Digitalität, internet, Youtube, Wikipedia, , ,) zu wachsender Qualität
und bessert sich fortwährend, aufs Ganze gesehen.
diskursichtlich

Wenn man nicht in weiten Teilen Afrikas oder dem nahen und mittleren Osten wohnt, hast du schon recht. Darüber hinaus wird man erst noch sehen was passiert, wenn moderne Überwachungstechnologie mit totalitärer Staatsführung gekoppelt wird. Bei deiner Sichtweise vergisst du, das selbst ein begrenzter Nuklearkrieg erhebliche Auswirkungen haben kann und in einigen Jahrzehnten jeder über B und C Waffen verfügen kann, der es will, während der Schutz vor solchen Waffen unvergleichlich viel teurer ist, als ihre Herstellung.

Alles in allem gesehen und die Geschichte betrachtend kann ich nur sagen, vermutlich hast du recht, aber es ist besser, sich für den Fall ab zu sichern, das du dich irrst.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon victim » Di 19. Nov 2013, 19:47

Gute Denkübung:
sich mal vernunftbegabte Wesen woanders vorstellen, denen der "Arbeitnehmer"-Begriff nicht von ihrer Welt ist ;-)
Wir könnten ein paar Mio Jahre weiter sein, hätte es keine Sklaven, Arbeiter und Untertanen gegeben.
Diese skurrilen Erfindungen samt religiöser Wahn haben unsere Entwicklung massiv verzögert.

In der Milchstraße gibts locker ein paar hundert Mrd Planeten.
Wenn nur jeder 10Tausendste erdähnlich ist, wärens immerhin zigmio "Erden".
Die organischen Moleküle bedingen mind. 1 oder besser mehrere Vorsonnen dort lokal im jeweiligen Sonnensystem.
Deren Staub trifft vor allem per Kometen als Schneebälle auf erstarrte Magmaoberflächen, bildet Ozeane, platscht dort immer weiter hinein und bringt Aminosäuren ein.
Z.B. die heterozyklischen Kohlenwasserstoff-Derivate sind wohl Produkte sterbender Sonnen im äußeren Staubmantel, der ihren Nachfolgern auf deren Planeten Leben ermöglicht.
Behördliche Vorsorgeverweigerung nach 1968 vermutlich bereits illegaler Neutroneneinwirkung ist heimtückischer Mordversuch.
Eine Verjährungsfrist beginnt erst nach einem Tod durch Organbefall bzw. Komorbidität. Auch CT's und Chemo wirken gefährlich.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon zollagent » Do 19. Dez 2013, 12:02

firlefanz11 » Mi 6. Nov 2013, 10:30 hat geschrieben:"Die Daten des Nasa-Teleskops weisen darauf hin, dass 22 Prozent der sonnenähnlichen Sterne einen erdähnlichen Planeten in ihrer bewohnbaren Zone besitzen."

Tja, jetzt müsste nur noch jemand ne Möglichkeit finden da hin zu kommen, dann könnte die Geschichte des Menschlichen Imperiums ihren Lauf nehmen... ;)

Aber mal im Ernst. Ich hab mal eine short story gelesen, in der ging es darum, dass Menschen von der Erde geflüchtet sind, um auf einem anderen Planeten einen Neuanfang-, und vor allem alles besser zu machen. Zunächst hatte es den Anschein, dass es funktioniert. Nur dummerdings fingen sie irgendwann an doch die gleichen Fehler wieder zu machen, und schnell sah es dort geanuso aus wie auf der Erde.

Glaubt irgendwer der Mensch wäre in der Lage langfristig bei einem reboot alles besser zu machen?

Nein! Ich jedenfalls glaube das nicht.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon zollagent » Di 24. Dez 2013, 09:59

prime-pippo » Mi 6. Nov 2013, 17:59 hat geschrieben:
"Geld" als etwas materielles, werthaltiges, knappes zu sehen, birgt imho schon gewisse Probleme.
...

Geld ist aber genau das.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon zollagent » Di 24. Dez 2013, 10:01

Dragus » Mi 6. Nov 2013, 23:24 hat geschrieben:Für die Erde wäre es schön. Alle Extremisten können ihre eigenen Welten besiedeln, da können sie ganz unter sich sein - 500 Jahre Frieden, dann kommt der erste intergalaktische Krieg zwischen den verschiedenen Sternenimperien ;)

Das wäre das erste, was ich erwarten würde, nach einer Konsolidierungsphase.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon zollagent » Di 24. Dez 2013, 10:04

Cat with a whip » Do 7. Nov 2013, 00:06 hat geschrieben:
Das war aber nicht die Frage. Die Frage war dann bezüglich Extremisten eher, ob die Menschheit es nach einem Reboot schafft nicht wieder sowas wie Christen oder Nazis zu entwickeln. Es ging nicht um die Migration von Geisteskrankheiten.

Alles, was es auf der Erde gab, würde auch unter Aussiedlern wieder auftreten. Es sind Menschen.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon prime-pippo » Di 24. Dez 2013, 10:07

zollagent » Di 24. Dez 2013, 09:59 hat geschrieben:Geld ist aber genau das.


:D Du sollst doch an den freien Tagen nicht so viel trinken.....
"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon zollagent » Di 24. Dez 2013, 10:15

Dragus » Sa 9. Nov 2013, 18:17 hat geschrieben:Ließe sich alles durch Medikamente oder genetische Eingriffe anpassen, sobald Gewebe- und Organwachstum steuerbar sind. Kommunikation kann man auch aufs Internet verlagern. Kleine Gemeinschaften mit ca. 100-200 Mitgliedern sind sozial äußerst stabil.

Aus eigener Erfahrung kann ich Letzteres bestreiten. Ich war mal mit ca. 20 Leuten in einem Arbeitseinsatz mit sehr viel Rufbereitschaft. Das hieß, wenig zu tun, sich immer wieder begegnen, obwohl wir ein großes Kasernengebäude zur Verfügung hatten, das eigentlich für die Unterbringung von ca. 500 Mann gedacht war. Nach wenigen Wochen begannen sich einige Jungs gegenseitig an die Kehle zu gehen, es gab aber auch Grüppchen, die bestens funktionierten. Deine Aussage ist nur partiell gültig.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon zollagent » Di 24. Dez 2013, 10:18

prime-pippo » Di 24. Dez 2013, 10:07 hat geschrieben:
:D Du sollst doch an den freien Tagen nicht so viel trinken.....

Schließe bitte nicht von dir auf Andere.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon Dragus » Di 24. Dez 2013, 11:27

zollagent » Di 24. Dez 2013, 04:45 hat geschrieben:Aus eigener Erfahrung kann ich Letzteres bestreiten. Ich war mal mit ca. 20 Leuten in einem Arbeitseinsatz mit sehr viel Rufbereitschaft. Das hieß, wenig zu tun, sich immer wieder begegnen, obwohl wir ein großes Kasernengebäude zur Verfügung hatten, das eigentlich für die Unterbringung von ca. 500 Mann gedacht war. Nach wenigen Wochen begannen sich einige Jungs gegenseitig an die Kehle zu gehen, es gab aber auch Grüppchen, die bestens funktionierten. Deine Aussage ist nur partiell gültig.

Sie war auch nicht auf Klein- und Mittelbetriebe ausgerichtet oder eine homogene männliche Gruppe mit geringem Beschäftigungsgrad. Es ging bei dem Beispiel um isolierte kleine Siedlungen ohne regelmäßige Fluktuation bei hohem Arbeitsvolumen. Sonst gebe ich dir Recht. Die Kombination: Junge oder viele Männer und Langeweile führt oft zu sozialen Spannungen bei jenen, die nicht gelernt haben, sich selbst zu beschäftigen oder ausreichen in sozial verträglichem Verhalten geschult wurden ;)
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon Michi » Mi 22. Feb 2017, 19:34

Die NASA gibt die Entdeckung eines Systems mit sieben erdähnlichen Planeten bekannt:

https://www.nasa.gov/press-release/nasa-telescope-reveals-largest-batch-of-earth-size-habitable-zone-planets-around

Drei davon befinden sich in der habitablen Zone, aber auf allen sieben könnte es unter den richtigen Bedingungen flüssiges Wasser geben.

I, for one, welcome our new TRAPPIST-1 overlords. :D
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon Dampflok94 » Do 23. Feb 2017, 08:30

Michi hat geschrieben:(22 Feb 2017, 19:34)

Die NASA gibt die Entdeckung eines Systems mit sieben erdähnlichen Planeten bekannt:

https://www.nasa.gov/press-release/nasa-telescope-reveals-largest-batch-of-earth-size-habitable-zone-planets-around

Drei davon befinden sich in der habitablen Zone, aber auf allen sieben könnte es unter den richtigen Bedingungen flüssiges Wasser geben.

Und mit der weiteren Verbesserung der Meß- und Beobachtungsmethoden wird es zukünftig noch vielweitere Entdeckungen dieser Art geben. Aber ob wir jemals wissen werden, ob es dort wirklich Leben gibt? Aber vielleicht entdecken wir ja doch noch den WARP-Antrieb und Captain Kirk kann durchstarten. :)
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon schokoschendrezki » Do 23. Feb 2017, 08:57

So erdähnlich die gefunden Planeten (theoretisch) auch sein könnten, so wenig sonnenähnlich ist der Zwergstern, den sie umkreisen. Zum einen müssen diese Planeten auf so sternnahen Bahnen kreisen, dass sie nicht selbst rotieren und sie somit stets dieselbe Seite dem Zentralgestirn zuwenden. Was mich aber noch weit mehr skeptisch bezüglich Leben auf diesen Planeten macht: Der Lebenszyklus von Zwergsternen ist extrem gestreckter als der von Sternen wie unsere Sonne. Das entdeckte Planetensystem dort dürfte im Vergleich zu unserem eine halbe Ewigkeit stabil und in der Form existieren. Die Frage ist einfach: Wenn dort Leben entstanden ist: Warum macht es sich nicht bemerkbar? Die technologische Entwicklung der Menschheit verlief innerhalb von nur ein, zwei Jahrhunderten nahezu explosionsartig. 200 Jahre sind aber auf einer Zeitskala, die die Unterschiede in den Lebenszyklen von Sonne und Trappist-1 wiedergibt nicht einmal der Bruchteil des Bruchteils eines Wimpernschlags. Jede nur denkbare Technologie (einschließlich einer solchen, die lächerliche 40 Lichtjahre kommunikativ überbrückt) ist auf einer solchen Zeitskala erreichbar. Warum also bemerken wir nix von anderen Zivilisationen? Entweder gibt es irgendein unbekanntes systemisches Gesetz, wonach sich intelligentes Leben innerhalb weniger tausend Jahre sicher selbst vernichtet. Oder zumindest eine solche Umwandlung bewirkt wird, dass es praktisch nicht mehr "sichtbar" ist. Oder es existiert eben doch in einem überschaubaren Umkreis kein anderes höherentwickeltes Leben.

Oder anders formuliert: Das Zeitfenster, innerhalb dessen Kommunikation zwischen verschiedenen Zivilisationen überhaupt irgendwie möglich ist, ist nach kosmischen Maßstäben derartig schmal und klein, dass eine solche Kommunikation nahezu ausgeschlossen ist.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon X3Q » Do 23. Feb 2017, 09:14

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Feb 2017, 08:57)

... Die Frage ist einfach: Wenn dort Leben entstanden ist: Warum macht es sich nicht bemerkbar? ...

Weil wir es noch nicht meßtechnisch nachweisen können.

--X
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon schokoschendrezki » Do 23. Feb 2017, 09:26

X3Q hat geschrieben:(23 Feb 2017, 09:14)

Weil wir es noch nicht meßtechnisch nachweisen können.

--X

Ja ... man muss einfach nur mal extrapolieren: Die technologische Entwicklung der menschlichen (Beispiel)Zivilisation von jetzt an auf die astronomische Zeitskala der Sternenlebenszyklen ... einen Augenblick später bereits müsste es Technologien geben, die jede denkbare messtechnische Nachweisbarkeitsschwelle auch im Umkreis von 100 Lichtjahren überschreiten. Es gibt sie nur offenbar nicht. Sehr viel weiter als die Menschheit entwickeltere Zivilisationen haben entweder einfach nicht (mehr) das Bedürfnis, sich irgendwie "bemerkbar" zu machen und mit anderen Zivilisationen zu kommunizieren, was bedeutet, dass sie sozusagen kulturell so dermaßen anders ticken, dass eine Kommunikation der Menschheit mit ihnen auch kaum einen Sinn macht ... oder diese Zivilisationen existieren einfach nicht oder nicht mehr ... oder sie betrachten die menschliche Zivilisation als so etwas wie Efeu oder Korallenriffe. Damit nehmen wir als Menschen ja auch keine Kommunikationsversuche auf.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon X3Q » Do 23. Feb 2017, 10:14

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Feb 2017, 09:26)

Ja ... man muss einfach nur mal extrapolieren: Die technologische Entwicklung der menschlichen (Beispiel)Zivilisation von jetzt an auf die astronomische Zeitskala der Sternenlebenszyklen ... einen Augenblick später bereits müsste es Technologien geben, die jede denkbare messtechnische Nachweisbarkeitsschwelle auch im Umkreis von 100 Lichtjahren überschreiten. Es gibt sie nur offenbar nicht. Sehr viel weiter als die Menschheit entwickeltere Zivilisationen haben entweder einfach nicht (mehr) das Bedürfnis, sich irgendwie "bemerkbar" zu machen und mit anderen Zivilisationen zu kommunizieren, was bedeutet, dass sie sozusagen kulturell so dermaßen anders ticken, dass eine Kommunikation der Menschheit mit ihnen auch kaum einen Sinn macht ... oder diese Zivilisationen existieren einfach nicht oder nicht mehr ... oder sie betrachten die menschliche Zivilisation als so etwas wie Efeu oder Korallenriffe. Damit nehmen wir als Menschen ja auch keine Kommunikationsversuche auf.

Es besteht schon ein Unterschied, ob man einfach nur Leben auf anderen Planeten nachweisen will. Oder ob man Leben nachweisen möchte, welches Technologien entwickelt hat. Zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte. Letzteres ließe sich heute schon nachweisen, wenn es die denn gibt und der zeitliche Horizont stimmt. Aber einfaches Leben nachweisen ist da schon eine ganz andere Aufgabe. Zwar kann man sich zig "Biomarker" vorstellen, doch hapert es derzeit an den meßtechnischen Möglichkeiten. Denn dazu bräuchte man sehr leistungsstarke Teleskope im Weltraum (oder auf dem Mond). Aber die Dinger werden kommen.

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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon Liegestuhl » Do 23. Feb 2017, 10:22

Ich gehe davon aus, dass es bereits außerterrestrische Zivilisationen gab. Nur haben die sich ab einem gewissen Zivilisationsstand selber zerstört. Die Annahme, nur bei uns Menschen würde es Neid, Gier, Übereifer und Krieg geben, wird in erster Linie von Gutmenschen aus ideologischen Gründen gestreut.
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Re: Milchstraße voller erdähnlicher Planeten

Beitragvon X3Q » Do 23. Feb 2017, 10:24

Liegestuhl hat geschrieben:(23 Feb 2017, 10:22)

Ich gehe davon aus, dass es bereits außerterrestrische Zivilisationen gab. Nur haben die sich ab einem gewissen Zivilisationsstand selber zerstört. Die Annahme, nur bei uns Menschen würde es Neid, Gier, Übereifer und Krieg geben, wird in erster Linie von Gutmenschen aus ideologischen Gründen gestreut.

:D

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