Verschwörungstheorien - warum?

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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Selina » Di 8. Nov 2016, 17:08

JJazzGold hat geschrieben:(08 Nov 2016, 16:51)

Werden bei den Treffen Protokolle geschrieben, oder trifft man sich und diskutiert man nur in lockerer internationaler Runde?


Genau weiß ich es nicht. Kann es auch nur googeln. Bei Wiki findet man das hier dazu:

"Nach jeder Konferenz bekommt jeder Teilnehmer sowie alle, die früher an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen haben, ein Protokoll des Treffens zugesandt. Diese Protokolle sind keine Wortprotokolle, sondern nur Zusammenfassungen der Besprechungen, in denen Aussagen niemals einem bestimmten Teilnehmer, sondern immer nur dessen Herkunftsland zugeordnet werden. Seit 1963 erhalten die Teilnehmer zusätzlich eine erläuternde Schrift, um das Bild einer solchen Konferenz zu vervollständigen."

Ich weiß nur, dass die Teilnehmer allergrößten Wert darauf legen, das nix nach außen dringt. Medien sind also ein rotes Tuch für die Bilderberger.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Di 8. Nov 2016, 17:16

Selina hat geschrieben:(08 Nov 2016, 17:08)

Genau weiß ich es nicht. Kann es auch nur googeln. Bei Wiki findet man das hier dazu:

"Nach jeder Konferenz bekommt jeder Teilnehmer sowie alle, die früher an einer Bilderberg-Konferenz teilgenommen haben, ein Protokoll des Treffens zugesandt. Diese Protokolle sind keine Wortprotokolle, sondern nur Zusammenfassungen der Besprechungen, in denen Aussagen niemals einem bestimmten Teilnehmer, sondern immer nur dessen Herkunftsland zugeordnet werden. Seit 1963 erhalten die Teilnehmer zusätzlich eine erläuternde Schrift, um das Bild einer solchen Konferenz zu vervollständigen."

Ich weiß nur, dass die Teilnehmer allergrößten Wert darauf legen, das nix nach außen dringt. Medien sind also ein rotes Tuch für die Bilderberger.


Zu jeder dieser Konferenzen existieren Konferenzunterlagen und diese können Sie nach 50 Jahren Archivierung einsehen.
Anscheinend sind diese Konferenzen so geheim nun auch wieder nicht, wie immer gemunkelt wird.
Btw. es sind zu jeder dieser Konferenzen auch Medienvertreter eingeladen.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Di 8. Nov 2016, 19:37

Selina hat geschrieben:(08 Nov 2016, 16:45)

Richtig. Siehe die Bilderberger.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz


Ou ja, die Bilderberg ist ja soooooo geheim, das jeder weiß wer hingeht.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Selina » Di 8. Nov 2016, 19:42

Alexyessin hat geschrieben:(08 Nov 2016, 19:37)

Ou ja, die Bilderberg ist ja soooooo geheim, das jeder weiß wer hingeht.


:D Ich muss da natürlich auch lachen, wenn um diese Bilderberger immer so ein Theater gemacht und von Verschwörung geredet wird. Trotzdem ist es schon interessant, wer da immer so teilnimmt und warum. Da gibts ja die verrücktesten Theorien, zum Beispiel dass die Wende keine Leistung der friedlichen Revolutionäre war, sondern eine von langer Hand und in höchsten industriellen und politischen Kreisen ausgemachte Sache. Ich denke mal, ein Quäntchen Wahrheit wird da schon dran sein ;)
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Di 8. Nov 2016, 20:00

Fadamo hat geschrieben:(08 Nov 2016, 15:57)

Was hinter verschlossenen türen gemauschelt wird.
Denn da wird die eigentliche politik gemacht,die der bürger nicht wissen darf ,soll.
Darüber möchte ich informiert werden.


Also obwohl du nicht weißt, was da geredet wird, weißt du das da die eigentliche Politik gemacht wird. Interessant, wie kommst du denn darauf?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Nov 2016, 09:05

Selina hat geschrieben:(08 Nov 2016, 19:42)

:D Ich muss da natürlich auch lachen, wenn um diese Bilderberger immer so ein Theater gemacht und von Verschwörung geredet wird. Trotzdem ist es schon interessant, wer da immer so teilnimmt und warum. Da gibts ja die verrücktesten Theorien, zum Beispiel dass die Wende keine Leistung der friedlichen Revolutionäre war, sondern eine von langer Hand und in höchsten industriellen und politischen Kreisen ausgemachte Sache. Ich denke mal, ein Quäntchen Wahrheit wird da schon dran sein ;)


Das Warum kann ich ihnen erklären, die Gäste werden eingeladen und zwar in wechselnder Reihenfolge. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war nur Die Zeit als Medienvertreter lange Jahre eine Konstante bei jedem Treffen.

Es kursieren noch weitaus niederträchtigerere Theorien bezüglich der angeblich weltumspannenden Macht der Bilderberger, eine davon besagt, dass die Juden Rothschild dahinterstecken.

Was mich immer wieder fasziniert ist, dass jede/r Kanzler/in ein Konsortium an Wirtschaftsmanagern zur Beratung zusammenstellt und sich der mündige Bürger für deren Ratschläge und Aktionen weitaus weniger interessiert, obwohl sie ihn unmittelbar betreffen, als für ein amtsfernes Treffen von 140-150 Menschen aus aller Damen Länder, deren Diskussionen ihn, wenn überhaupt, nur mittelbar betreffen.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Nov 2016, 10:46

JJazzGold hat geschrieben:(08 Nov 2016, 17:16)

Zu jeder dieser Konferenzen existieren Konferenzunterlagen und diese können Sie nach 50 Jahren Archivierung einsehen.
Anscheinend sind diese Konferenzen so geheim nun auch wieder nicht, wie immer gemunkelt wird.
Btw. es sind zu jeder dieser Konferenzen auch Medienvertreter eingeladen.


Bedeutet "nach 50 Jahren Archivierung einsehen", dass es vorher nicht möglich ist, also eine Art Verschluss ?
Falls ja, sehe ich schon eine Diskrepanz zwischen 50 Jahren Archivierung und Medienvertretern.
Hier ist ein Artikel, in welchem jemand versucht, Fragen zum Treffen zu beantworten.
Ich hätte irgendwie anders geantwortet, denn was der Mann als Erklärung auswählt, ist z.B. ein Grund, eine Verschwörung anzunehmen. :cool:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... folge.html
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Nov 2016, 11:11

ThorsHamar hat geschrieben:(09 Nov 2016, 10:46)

Bedeutet "nach 50 Jahren Archivierung einsehen", dass es vorher nicht möglich ist, also eine Art Verschluss ?
Falls ja, sehe ich schon eine Diskrepanz zwischen 50 Jahren Archivierung und Medienvertretern.
Hier ist ein Artikel, in welchem jemand versucht, Fragen zum Treffen zu beantworten.
Ich hätte irgendwie anders geantwortet, denn was der Mann als Erklärung auswählt, ist z.B. ein Grund, eine Verschwörung anzunehmen. :cool:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... folge.html



Ja, die Unterlagen werden archiviert und nach 50 Jahren zur Einsicht freigegeben. Was für eine private Veranstaltung ohne jegliche amtliche Funktion meines Erachtens akzeptabel ist. Meine Konfrenzunterlagen kannst Du als Unbetroffener auch in 50 Jahren nicht einsehen, weil sie in Inhalten und Beschlüssen meiner und meiner Kollegen Funktion entsprechen. Wenn man, sprich der mündige Bürger, ergo wollte, könnte man problemlos nachlesen, ob die Bilderberger dafür sorgten, dass Kennedy erschossen wurde, oder der Mauerfall beschlossen, um nur zwei der absurden VTs zu nennen, die im Bezug auf die Bilderberger kursieren.

Die Medienvertreter, die geladen werden, werden als seriös eingeschätzt. Ansonsten würden sie keine Einladung zu den Diskussionen erhalten. Was meines Erachtens für die Einschätzung der hohen Seriosität der Die Zeit Vertreter spricht.

Ob die Konferenz eine alphabetische Ordnung oder vorher anhand der Gästeliste mittels der Vergabe bunte Punkte als Sitzzuweisung nutzt, ist egal. Dabei handelt es sich nur um eine Methode themen- oder länderorienterte Cluster zu vermeiden, sondern statt dessen den Austausch in der Diskussion zu fördern.

Was genau stört Dich an der Erklärung? De Castries hat doch Beispiele für Themenpakete, die u.a. diskutiert werden, genannt und was mit dem Austausch bewirkt werden soll.

Ich finde es eher amüsant, wie Unbeteiligte darauf reagieren, wenn ihnen deutlich vermittelt wird, "Du darfst alles fragen, aber nicht alles wissen".
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Nov 2016, 11:56

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2016, 11:11)

....Was genau stört Dich an der Erklärung? De Castries hat doch Beispiele für Themenpakete, die u.a. diskutiert werden, genannt und was mit dem Austausch bewirkt werden soll.


Ein Beispiel, Zitat aus dem Artikel:

"Frage: Die Geheimhaltung um das Treffen gibt Anlass zu viel Argwohn und Kritik. Warum sprechen Sie hinter verschlossenen Türen?

Henri de Castries: Wenn ich die Frage umdrehen darf: Warum konzentriert man sich so auf die Geheimhaltung von Bilderberg, wenn es jeden Tag Zehntausende Treffen gibt, deren Inhalt nicht öffentlich ist? Was wäre die Rechtfertigung? ...."

Ich hätte z.B. sofort gesagt: Nein, sie dürfen die Frage nicht umdrehen, denn ich habe genau diese Frage zu diesem Treffen gestellt.
Warum?
Es geht nicht um einen Skatabend mit geladenen, illustren Gästen sondern um Treffen von Menschen, welche gravierenden Einfluss auf die politisch - ökonomische Gestaltung der Weltpolitik haben. Diese Treffen haben offenbar Themen, welche alle Menschen betreffen, aber informativ alle Menschen ausschliesst.
Entsprechende Aktionen auf Regierungsebene können immerhin parlamentarisch - demokratisch behandelt werden.
Dieses hochrangige Treffen ist offenbar davon ausgeschlossen.
Im privaten Leben eines jeden Menschen würde so ein Verhalten eines Familienmitgliedes mindestens Verwunderung hervorrufen.
Im gesellschaftlichen Leben ist es möglich, daraus eine VT zu machen.

Ich finde es eher amüsant, wie Unbeteiligte darauf reagieren, wenn ihnen deutlich vermittelt wird, "Du darfst alles fragen, aber nicht alles wissen".


Das finden Kinder, welche das von ihren Eltern hören, schon nicht amüsant, weil schon sie, die Kinder, nämlich fühlen, dass sie gar keine Unbeteiligten sind!
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Nov 2016, 12:50

ThorsHamar hat geschrieben:(09 Nov 2016, 11:56)

Ein Beispiel, Zitat aus dem Artikel:

"Frage: Die Geheimhaltung um das Treffen gibt Anlass zu viel Argwohn und Kritik. Warum sprechen Sie hinter verschlossenen Türen?

Henri de Castries: Wenn ich die Frage umdrehen darf: Warum konzentriert man sich so auf die Geheimhaltung von Bilderberg, wenn es jeden Tag Zehntausende Treffen gibt, deren Inhalt nicht öffentlich ist? Was wäre die Rechtfertigung? ...."

Ich hätte z.B. sofort gesagt: Nein, sie dürfen die Frage nicht umdrehen, denn ich habe genau diese Frage zu diesem Treffen gestellt.
Warum?
Es geht nicht um einen Skatabend mit geladenen, illustren Gästen sondern um Treffen von Menschen, welche gravierenden Einfluss auf die politisch - ökonomische Gestaltung der Weltpolitik haben. Diese Treffen haben offenbar Themen, welche alle Menschen betreffen, aber informativ alle Menschen ausschliesst.
Entsprechende Aktionen auf Regierungsebene können immerhin parlamentarisch - demokratisch behandelt werden.
Dieses hochrangige Treffen ist offenbar davon ausgeschlossen.
Im privaten Leben eines jeden Menschen würde so ein Verhalten eines Familienmitgliedes mindestens Verwunderung hervorrufen.
Im gesellschaftlichen Leben ist es möglich, daraus eine VT zu machen.


Das finden Kinder, welche das von ihren Eltern hören, schon nicht amüsant, weil schon sie, die Kinder, nämlich fühlen, dass sie gar keine Unbeteiligten sind!



Ok, eleganter wäre er eventuell gefahren, wenn er auf den Schutz der freien Meinungäußerung ohne interne und externe Konsequenzen für die Anwesenden hingewiesen hätte. Aber auch das wäre schon wieder Nährboden für die nächsten VTs gewesen. Sinngemäß, "die deutsche Regierung wird, wahlweise, von den USA, Russland gesteuert". Ergo wäre ich wahrscheinlich ebenso auf die Gegenfrage ausgewichen, um solchen Gerüchten keinen Nährboden zu geben.

Ich kann nicht für die Konferenzteilnehmer per se sprechen, aber ich habe es weidlich genossen, wenn sich die rare Möglichkeit bot, sich im Zuge einer Einladung zu einer Konferenz XYZ mit Teilnehmern aller möglichen Bereiche und aus diversen Ländern die Möglichkeit zum interessanten Austausch ergab, völlig frei von der Funktion und damit verbunden persönlichen inner-, wie ausserbetrieblichen Konsequenzen.
In funktionsgebundenen Konferenzen wirkt die betriebliche Funktion, sprich Interessenvertretung generell restriktiv,.

Dementsprechend kann ich mir gut vorstellen, welchen Reiz eine solche Konferenz hat, die freien Meinungsaustausch mit anderen Interessierten gestattet. Jede Veröffentlichung würde nach sich ziehen, dass sich daraus inner, wie außenpolitische, inner-, wie ausserbetriebliche, sowie gesellschaftliche Konsequenzen ergeben. Du weißt selbst, wie süchtig nicht nur Staatschefs, gegnerische Parteien, Konkurrenzunternehmen, interne Konkurrenz und explizit Krethi und Plethi danach sind, jedes Fitzelchen an Information solange zu drehen und zu wenden, bis daraus ein Gerücht, eine VT, eine eventuelle Waffe zu formen ist. Wie anders sollte also ein von solchen Lasten befreiter, intellektueller, internationaler Austausch erfolgen, wenn nicht unter garantiertem Ausschluss der Öffentlichkeit?


Last not least, de Castries hat doch recht. Was geht es den Bundesbürger per se an, der sich, überspitzt formuliert, ansonsten nur für die BILD Schlagzeile, wenn überhaupt, für die Inhalte von Konferenzen interessiert, die sein tägliches Leben tatsächlich beeinflussen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, welche Themen im Rahmen einer privaten geschlossenen Konferenz amtsbefreiter Teilnehmer durchaus auch konträr und ggfls. mit persönlichem Erkenntnisgewinn diskutiert wird?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Nov 2016, 13:37

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2016, 12:50)

Ok, eleganter wäre er eventuell gefahren, wenn er auf den Schutz der freien Meinungäußerung ohne interne und externe Konsequenzen für die Anwesenden hingewiesen hätte. Aber auch das wäre schon wieder Nährboden für die nächsten VTs gewesen. Sinngemäß, "die deutsche Regierung wird, wahlweise, von den USA, Russland gesteuert". Ergo wäre ich wahrscheinlich ebenso auf die Gegenfrage ausgewichen, um solchen Gerüchten keinen Nährboden zu geben.

Ich kann nicht für die Konferenzteilnehmer per se sprechen, aber ich habe es weidlich genossen, wenn sich die rare Möglichkeit bot, sich im Zuge einer Einladung zu einer Konferenz XYZ mit Teilnehmern aller möglichen Bereiche und aus diversen Ländern die Möglichkeit zum interessanten Austausch ergab, völlig frei von der Funktion und damit verbunden persönlichen inner-, wie ausserbetrieblichen Konsequenzen.
In funktionsgebundenen Konferenzen wirkt die betriebliche Funktion, sprich Interessenvertretung generell restriktiv,.

Dementsprechend kann ich mir gut vorstellen, welchen Reiz eine solche Konferenz hat, die freien Meinungsaustausch mit anderen Interessierten gestattet. Jede Veröffentlichung würde nach sich ziehen, dass sich daraus inner, wie außenpolitische, inner-, wie ausserbetriebliche, sowie gesellschaftliche Konsequenzen ergeben. Du weißt selbst, wie süchtig nicht nur Staatschefs, gegnerische Parteien, Konkurrenzunternehmen, interne Konkurrenz und explizit Krethi und Plethi danach sind, jedes Fitzelchen an Information solange zu drehen und zu wenden, bis daraus ein Gerücht, eine VT, eine eventuelle Waffe zu formen ist. Wie anders sollte also ein von solchen Lasten befreiter, intellektueller, internationaler Austausch erfolgen, wenn nicht unter garantiertem Ausschluss der Öffentlichkeit?


Last not least, de Castries hat doch recht. Was geht es den Bundesbürger per se an, der sich, überspitzt formuliert, ansonsten nur für die BILD Schlagzeile, wenn überhaupt, für die Inhalte von Konferenzen interessiert, die sein tägliches Leben tatsächlich beeinflussen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, welche Themen im Rahmen einer privaten geschlossenen Konferenz amtsbefreiter Teilnehmer durchaus auch konträr und ggfls. mit persönlichem Erkenntnisgewinn diskutiert wird?


Ich bin da nicht weit weg von Dir, eigentlich sogar kaum ... ;-).
Hier haben wir aber ein Thema : Verschwörungstheorien - warum?
Und ich bin eben der Meinung, dass der Terminus selbst und die praktische Ausführung sowieso, nämlich "Geheimhaltung" bei Themen, die ALLE angehen ganz genau den Boden für VTs bereitet, bzw. der Boden ist!
Der Umgang mit Fragen ist für mich immer ein Indikator für Verantwortung und Verantwortlichkeit und deren Konsequenzen.
Entweder sind Bilderbergertreffen völlig unwichtig für die Gesellschaft und man kann jede Frage vernünftig beantworten und das Interesse lässt sofort nach, dh. VT ist tot, oder die Treffen sind sogar langfristig weichenstellend für die Gesellschaft und man MUSS jede Frage beantworten, da sie die Entwicklung der Demokratie betrifft.

Ich meine z.B., dass eine besonders offener Umgang, z.B. eine Live - Übertragung eines solchen Bilderbergertreffens die ganze Sache in die korrekte Richtung bringen würde.
Der Mythos, und damit die VT, wäre erledigt und wir wissen dann Bescheid und können die Treffen als Staatsbürger behandeln wie eine Bundestagsdebatte oder wie die Lottozahlen ....
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Selina » Mi 9. Nov 2016, 13:41

ThorsHamar hat geschrieben:(09 Nov 2016, 13:37)

Ich meine z.B., dass eine besonders offener Umgang, z.B. eine Live - Übertragung eines solchen Bilderbergertreffens die ganze Sache in die korrekte Richtung bringen würde. Der Mythos, und damit die VT, wäre erledigt und wir wissen dann Bescheid und können die Treffen als Staatsbürger behandeln wie eine Bundestagsdebatte oder wie die Lottozahlen ....


Richtig. Dass das aber nicht so gemacht wird, hat halt Gründe. Man will diese Transparenz eben nicht.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Fadamo » Mi 9. Nov 2016, 13:41

JJazzGold hat geschrieben:(08 Nov 2016, 16:51)

Werden bei den Treffen Protokolle geschrieben, oder trifft man sich und diskutiert man nur in lockerer internationaler Runde?


Wir wissen es nicht.Vielleicht sind es auch Vt und lästern über Gauck und Merkel ab. :D
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Nov 2016, 13:44

ThorsHamar hat geschrieben:(09 Nov 2016, 13:37)

Ich bin da nicht weit weg von Dir, eigentlich sogar kaum ... ;-).
Hier haben wir aber ein Thema : Verschwörungstheorien - warum?
Und ich bin eben der Meinung, dass der Terminus selbst und die praktische Ausführung sowieso, nämlich "Geheimhaltung" bei Themen, die ALLE angehen ganz genau den Boden für VTs bereitet, bzw. der Boden ist!
Der Umgang mit Fragen ist für mich immer ein Indikator für Verantwortung und Verantwortlichkeit und deren Konsequenzen.
Entweder sind Bilderbergertreffen völlig unwichtig für die Gesellschaft und man kann jede Frage vernünftig beantworten und das Interesse lässt sofort nach, dh. VT ist tot, oder die Treffen sind sogar langfristig weichenstellend für die Gesellschaft und man MUSS jede Frage beantworten, da sie die Entwicklung der Demokratie betrifft.

Ich meine z.B., dass eine besonders offener Umgang, z.B. eine Live - Übertragung eines solchen Bilderbergertreffens die ganze Sache in die korrekte Richtung bringen würde.
Der Mythos, und damit die VT, wäre erledigt und wir wissen dann Bescheid und können die Treffen als Staatsbürger behandeln wie eine Bundestagsdebatte oder wie die Lottozahlen ....


Wenn Du eine Live Schaltung tätigst, dann nimmst Du den Teilnehmern die angestrebte Unbefangenheit und damit der Konferenz den Sinn.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Nov 2016, 13:52

Selina hat geschrieben:(09 Nov 2016, 13:41)

Richtig. Dass das aber nicht so gemacht wird, hat halt Gründe. Man will diese Transparenz eben nicht.


Weshalb sollte eine Privatveranstaltung für Privatpersonen der öffentlichen Transparenz verpflichtet sein?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Selina » Mi 9. Nov 2016, 13:57

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2016, 13:52)

Weshalb sollte eine Privatveranstaltung für Privatpersonen der öffentlichen Transparenz verpflichtet sein?


Zum Beispiel, weil wichtige Politiker teilnehmen. Das sind gewählte demokratische Kräfte, denen man schon ein wenig auf die Finger schauen sollte. So eine hohe Geheimhaltungsstufe ist immer ein Zeichen dafür, dass bestimmte Dinge nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Zum Beispiel, wie eng die Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft, zwischen Politik und Rüstungsindustrie uswusf. sind. Wenn man da nix zu verbergen hätte, könnte man es auch alles veröffentlichen.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Nov 2016, 14:27

Selina hat geschrieben:(09 Nov 2016, 13:57)

Zum Beispiel, weil wichtige Politiker teilnehmen. Das sind gewählte demokratische Kräfte, denen man schon ein wenig auf die Finger schauen sollte. So eine hohe Geheimhaltungsstufe ist immer ein Zeichen dafür, dass bestimmte Dinge nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Zum Beispiel, wie eng die Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft, zwischen Politik und Rüstungsindustrie uswusf. sind. Wenn man da nix zu verbergen hätte, könnte man es auch alles veröffentlichen.


Noch einmal, die Teilnehmer nehmen ausdrücklich nicht als Amtsinhaber, sondern als interessante Mischung intellektuell hochkarätiger Privatpersonen und nicht als Interessenverbände teil.

Es ist schlichtweg unanständig, zu verlangen, dass jeder Amts-/Funktionsinhaber, sowie die/der geladene nicht Amts-/Funktionsinhaber, sprich Privatfrau/-mann, 24/7 , quasi bis in den Pyjama der Transparenz der Öffentlichkeit zu dienen hat.

Genauso gut könnte ich verlangen, dass bei jedem organisierten Usertreffen die Kameras 24h durchlaufen und das gesamte Treffen von der Anreise des ersten Users bis zur Abreise des letzten Users dokumentiert und im Net veröffentlicht wird. Würde ich allerdings nicht verlangen, u.a. aus Respekt vor der Privatsphäre der User.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Selina » Mi 9. Nov 2016, 14:31

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2016, 14:27)

Noch einmal, die Teilnehmer nehmen ausdrücklich nicht als Amtsinhaber, sondern als interessante Mischung intellektuell hochkarätiger Privatpersonen und nicht als Interessenverbände teil.

Es ist schlichtweg unanständig, zu verlangen, dass jeder Amts-/Funktionsinhaber, sowie die/der geladene nicht Amts-/Funktionsinhaber, sprich Privatfrau/-mann, 24/7 , quasi bis in den Pyjama der Transparenz der Öffentlichkeit zu dienen hat.

Genauso gut könnte ich verlangen, dass bei jedem organisierten Usertreffen die Kameras 24h durchlaufen und das gesamte Treffen von der Anreise des ersten Users bis zur Abreise des letzten Users dokumentiert und im Net veröffentlicht wird. Würde ich allerdings nicht verlangen, u.a. aus Respekt vor der Privatsphäre der User.


Ist ja gut. Warum verteidigst du die Bilderberger so vehement? Der "Verein" ist nun mal hoch umstritten. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon JJazzGold » Mi 9. Nov 2016, 14:55

Selina hat geschrieben:(09 Nov 2016, 14:31)

Ist ja gut. Warum verteidigst du die Bilderberger so vehement? Der "Verein" ist nun mal hoch umstritten. Da beißt die Maus keinen Faden ab.


Hochumstritten ist der Verein nicht, er ist hochummunkelt und hoch VT trächtig.

Nach wie vor gilt es als Auszeichnung eingeladen zu werden und Spitzemberg, d’Épinay oder Helmholtz bschäftigten auch keine Protokollführer, die anschließend die Inhalte der Unterhaltungen ans Volk brachten.

Weshalb ich ihn verteidige habe ich doch beschrieben. Ich habe solche seltenen Konferenzen, auf denen man einfach nur sich selbst bei den laufenden Diskussionen einbringen konnte und nicht gezwungen war seine Funktionsansicht oder die laufende Firmenpolitik zu vertreten, sehr genossen.

Zudem halte ich viel vom Schutz der Privatsphäre, die meines Erachtens jedermann zusteht. Ob er diese freiwillig aufgibt, siehe Brangelina, oder diese wahrt, muss Jedem selbst überlassen werden.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Nov 2016, 14:56

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2016, 13:44)

Wenn Du eine Live Schaltung tätigst, dann nimmst Du den Teilnehmern die angestrebte Unbefangenheit und damit der Konferenz den Sinn.


Als bitte, Jazz: Ich darf doch wohl annehmen, ja geradezu verlangen, dass Personen in ihrem Job genau so eine Unbefangenheit an den Tag legen, wie sie es auf einem "privaten" Bilderbergertreffen hinbekommen sollen. Ich meine, es geht ja nicht ums Saufen und nackig auf'm Tisch tanzen, sondern um die berufliche oder soziale Kompetenz, welche bei der Einladung doch eine Rolle spielen!
Ehrlich, Deine "Begründung" wäre für mich wirklich ein Grund, über eine VT nachzudenken ...
Dürfen z.B. die Politiker über Fakten aus ihren beruflichen Geheimhaltungsprojekten sprechen? Ich meine, das ganze Treffen hätte ja keinen Sinn, wenn man nicht auch über Geheimnisse spräche ...
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