Verschwörungstheorien - warum?

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Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 19:04

Hallo,

seit einiger Zeit beschäftigt mich schon der Gedanke, warum viele Menschen für Verschwörungstheorien verantwortlich sind. Egal, ob jetzt 09/11, die Dolchstoßlegende oder aber nur, das der Nachbar einen einschwärzt um selber gut wegzukommen.

Ist es der Hang alle hinterfragen zu wollen? Oder die menschliche Art hinter allen Tätigkeiten etwas zu vermuten?
Vielleicht ist es auch der Versuch, die Schuld an irgendwas jemand anderem in die Schuhe schieben zu können.

Was meint Ihr?

Eine Bitte - ich habe diesen Beitrag bewusst in das Wissenschaftsforum gestellt. Seid also so freundlich Antworten oder Meinungen abzugeben, die wissenschaftlich sind. Danke.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon frems » Sa 21. Apr 2012, 19:25

Ist zwar nicht wissenschaftlich, aber: Ich denke schon, daß es ein bestimmter Menschenschlag ist, der zu sowas neigt. Selten geht es ja nur um einen konkreten Fall, der etwas suspekt wirkt, sondern darum, daß man will, daß Dinge nicht stimmen. Mir sind jedenfalls bisher noch keine Verschwörungstheoretiker vorgekommen, die sich nur beispielsweise mit der Ermordung Kennedys beschäftigen (wie es tausende Richter, Wissenschaftler usw schon vorher taten, mit denen und ihrer Ergebnisse man sich aber nie auseinandersetzen möchte), sondern dann immer eine ganze Palette an Verschwörungstheorien rausholen. Wer halt glaubt, daß irgendwelche ominösen Mächte uns mit Chemtrails seit 50 Jahren vergiften und wir nichts merken, der glaubt auch gerne, daß Amerikaner -- sehr beliebtes Ziel von VTlern -- mit HAARP für sämtliche Erdbeben auf dieser Welt verantwortlich sind. Mit "cui bono" und Strohmännern kommt man dann auch erstmal weiter, sobald es erste Gegenargumente gibt.

Vor allem geht's weniger um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit bekannten Fakten, sondern um ein eigenes, mulmiges Gefühl. Gerne argumentieren VTler mit Dingen wie "Man geht ja so brutal mit uns um, deshalb muß es stimmen". Belege für die Brutalität gibt's aber nicht, sondern nur Behauptungen. Das ganze Netz ist voll von YouTube-Videos, Blogs und so weiter, die meinen, "die da oben" hätten Angst, daß die Bevölkerung die Wahrheit hört. Sie merken aber selbst nicht, daß "die da oben", die ja alles kontrollieren, sich so wenig wie der Rest der Menschheit für diesen Mumpitz interessiert. Da überschätzen sich viele schnell, wenn sie meinen, nach einem Platzverweis von der Polizei wäre nun der Beweis da, daß ihre Theorien stimmen würden. Natürlich kennt ja auch jeder einzelne Landespolizist die Wahrheit, aber würde sie niemals erzählen.

Gleichzeitig vertraut man irgendwelchen erfundenen Fakten in einem Internetblog, aber hält sämtliche wissenschaftliche Veröffentlichung für gefälscht und erlogen. So kann man hinter allem eine Verschwörung wittern, wenn man nur lange genug sucht und sich entscheidet, was stimmt und was nicht. Interessant finde ich auch, daß man oft Behauptungen zu hören kriegt, diese aber im Netz schon längst widerlegt sind und man einfach die ersten Behauptungen widerholt, statt sich mit den Widerlegungen zu beschäftigen (oder sie zu akzeptieren). Über 9/11 hört man ja auch seit Jahren den selben Kram, obwohl man mit drei Wörtern bei Google etliche Erklärungen und Untersuchungen finden kann.

Wer Dinge wirklich aus Interesse verfolgt, und das können durchaus auch Verschwörungstheorien sein, der würde es auch akzeptieren, wenn er irgendwann merkt, daß sein erster "Verdacht" nicht stimmt und es gar keine Verschwörung gibt. Das ist aber leider selten der Fall. Meist hält man sich krampfhaft an seinem Ersteindruck fest und versucht komplexe Themen mit Bauchgefühl und dem eigenen Verstand zu begründen. So kann man das Spiel bis zum Ende aller Tage spielen. Hat halt nur nicht jeder Lust druff. :|

(und gleich kommen die ersten VTler, die sich angesprochen fühlen und sich über Anschuldigungen empören statt dagegen zu argumentieren)
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon ralphon » Sa 21. Apr 2012, 19:27

Oder die menschliche Art hinter allen Tätigkeiten etwas zu vermuten?

Ich glaube das ist es. Verschwörungstheorien entstehen, wenn Dummheiten für böse Absicht gehalten werden. Es sind also Menschen dafür verantwortlich, die die Intelligenz und auch kriminelle Energie ihrer Mitmenschen überschätzen.
Zuletzt geändert von ralphon am Sa 21. Apr 2012, 19:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 19:30

Danke frems ( aus Platzgründen zitiere ich dich nicht - ;) )

Was mich interessieren würde sind die Gründe für ein solches Verhalten. Deine Beispiele gehen ja in die richtige Richtung, aber das "munkeln" gabs ja vor dem Internet auch. Kann es eventuell eine Mischung aus Neugier und Selbstüberschätzung sein?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Adam Smith » Sa 21. Apr 2012, 19:30

ralphon » Sa 21. Apr 2012, 20:27 hat geschrieben:Ich glaube das ist es. Verschwörungstheorien entstehen, wenn Dummheiten für böse Absicht gehalten werden. Es sind also Menschen dafür verantwortlich, die die Intelligenz und auch kriminelle Energie ihrer Mitmenschen überschätzen.


Es ist nicht so, dass die eigene (Intelligenz) überschätzt und die aller anderen unterschätzt wird? Oder etwa nicht?
Zuletzt geändert von Adam Smith am Sa 21. Apr 2012, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Adam Smith » Sa 21. Apr 2012, 19:31

Alexander Reither » Sa 21. Apr 2012, 20:30 hat geschrieben:Danke frems ( aus Platzgründen zitiere ich dich nicht - ;) )

Was mich interessieren würde sind die Gründe für ein solches Verhalten. Deine Beispiele gehen ja in die richtige Richtung, aber das "munkeln" gabs ja vor dem Internet auch. Kann es eventuell eine Mischung aus Neugier und Selbstüberschätzung sein?


Ja. Und natürlich Misstrauen.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 19:33

Sebastian Hauk » Sa 21. Apr 2012, 20:31 hat geschrieben:
Ja. Und natürlich Misstrauen.


Wobei Misstrauen als solches nicht verkehrt ist.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 19:35

ralphon » Sa 21. Apr 2012, 20:27 hat geschrieben:Ich glaube das ist es. Verschwörungstheorien entstehen, wenn Dummheiten für böse Absicht gehalten werden. Es sind also Menschen dafür verantwortlich, die die Intelligenz und auch kriminelle Energie ihrer Mitmenschen überschätzen.


Aber dafür muss es ja einen "Boden" geben, in dem die Saat aufgehen kann. Oder täusche ich mich da?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Woppadaq » Sa 21. Apr 2012, 19:37

Alexander Reither » Sa 21. Apr 2012, 19:33 hat geschrieben:
Wobei Misstrauen als solches nicht verkehrt ist.

Na offensichtlich ja doch. Sieht man ja an den Reaktionen im 9/11-Thread.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 19:39

Woppadaq » Sa 21. Apr 2012, 20:37 hat geschrieben:Na offensichtlich ja doch. Sieht man ja an den Reaktionen im 9/11-Thread.


Danke für deinen Einwurf, aber wenn du über die Reaktionen im Thread "Verschwörungstheorien des 11.09.2001" diskutieren möchtest, dann genau in diesem Thread. Hier geht es um Verschwörungstheorien und deren Gründe ohne ein bestimmtes Thema. Danke.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon frems » Sa 21. Apr 2012, 19:39

Alexander Reither » Sa 21. Apr 2012, 20:30 hat geschrieben:Danke frems ( aus Platzgründen zitiere ich dich nicht - ;) )

Was mich interessieren würde sind die Gründe für ein solches Verhalten. Deine Beispiele gehen ja in die richtige Richtung, aber das "munkeln" gabs ja vor dem Internet auch. Kann es eventuell eine Mischung aus Neugier und Selbstüberschätzung sein?

Selbstüberschätzung wahrscheinlich, Neugier nur bedingt. Wer neugierig ist, möchte eine Sache untersuchen und auf ein befriedigendes Ergebnis kommen -- und nicht möglichst viele Gründe suchen, warum etwas nicht stimmt, was man vorher schon als "gefälscht" bezeichnet hat. Mit Verschwörungstheorien haben sich ja Wissenschaftler seit Ewigkeiten beschäftigt und das ist ja auch nicht verkehrt, kritisch Dinge zu hinterfragen. Dazu muß man aber nicht an reptiloide Menschen oder sonstwas glauben und kann sich auch eingestehen, daß man sich aufgrund eines Mangels an Wissen geirrt hat und es nun besser weiß. :?

Wenn ich mich nicht irre, gab's damals durchaus einige Verschwörungstheorien bezüglich Gladio, die sich als mehr oder weniger bestätigt zeigten. Aber diese aufgedeckte Verschwörung interessiert nicht, sondern höchstens als Argument ("Das haben die Amis damals gemacht, also sind sie es auch heute"). Interessant sind nur die Dinge, die nicht aufgedeckt sind oder nie aufgedeckt werden, weil es nichts aufzudecken gibt. Sowas zu akzeptieren, kostet etwas Überwindung.

Von den Personen, die mir persönlich mit solchen Theorien begegnet sind, kann ich nur ganz subjektiv äußern, daß es meist sehr verunsicherte Menschen waren, Arbeitslose mit Existenzängsten oder einfache Angestellte, die bei jeder Meldung über eine Währungsreform sofort ihr Erspartes in Gold umtauschen, wie es diverse Verschwörungsseiten empfehlen. Scheint also auch ein ganz lukratives Geschäft zu sein. :|
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Woppadaq » Sa 21. Apr 2012, 19:47

frems » Sa 21. Apr 2012, 19:25 hat geschrieben:Wer Dinge wirklich aus Interesse verfolgt, und das können durchaus auch Verschwörungstheorien sein, der würde es auch akzeptieren, wenn er irgendwann merkt, daß sein erster "Verdacht" nicht stimmt und es gar keine Verschwörung gibt.

Und was ist nun so schlimm, wenn er doch eine sieht und daran festhält, sie aufzuklären?

Watergate war keine VT? Die Verurteilung von Rubin Carter - keine VT?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Woppadaq » Sa 21. Apr 2012, 19:49

Alexander Reither » Sa 21. Apr 2012, 19:39 hat geschrieben:
Danke für deinen Einwurf, aber wenn du über die Reaktionen im Thread "Verschwörungstheorien des 11.09.2001" diskutieren möchtest, dann genau in diesem Thread. Hier geht es um Verschwörungstheorien und deren Gründe ohne ein bestimmtes Thema. Danke.

Oh....fallen VT's des 9/11 nicht mehr unter generelle VT's ?

Interessant, wirklich....
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon frems » Sa 21. Apr 2012, 19:51

Woppadaq » Sa 21. Apr 2012, 20:47 hat geschrieben:Und was ist nun so schlimm, wenn er doch eine sieht und daran festhält, sie aufzuklären?

Watergate war keine VT? Die Verurteilung von Rubin Carter - keine VT?

Doch, genau das schrieb ich ja. Aber das ändert nichts daran, daß wahrscheinlich noch in 100 Jahren Menschen behaupten werden, daß die Amerikaner niemals aufm Mond waren. Das ist ja der Knackpunkt: Ob man weiter an einer Sache festhält und sie aufklären möchte, oder ob man wie ein Politiker von einer Sache überzeugt ist und sich möglichst viele Informationen sucht, die man anderen mitteilen möchte in der Hoffnung, daß diese es ähnlich sehen.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 19:52

frems » Sa 21. Apr 2012, 20:39 hat geschrieben:
Selbstüberschätzung wahrscheinlich, Neugier nur bedingt. Wer neugierig ist, möchte eine Sache untersuchen und auf ein befriedigendes Ergebnis kommen -- und nicht möglichst viele Gründe suchen, warum etwas nicht stimmt, was man vorher schon als "gefälscht" bezeichnet hat. Mit Verschwörungstheorien haben sich ja Wissenschaftler seit Ewigkeiten beschäftigt und das ist ja auch nicht verkehrt, kritisch Dinge zu hinterfragen. Dazu muß man aber nicht an reptiloide Menschen oder sonstwas glauben und kann sich auch eingestehen, daß man sich aufgrund eines Mangels an Wissen geirrt hat und es nun besser weiß. :?


Also Neugier als allgemeinen Auslöser? Gut, das klingt vernünftig. Es scheint bei den Verschöwrungstheoretikern nicht die Frage dahinter zu dominieren, sondern Grund gegenüber "etwas". Richtig verstanden?

frems » Sa 21. Apr 2012, 20:39 hat geschrieben:
Wenn ich mich nicht irre, gab's damals durchaus einige Verschwörungstheorien bezüglich Gladio, die sich als mehr oder weniger bestätigt zeigten. Aber diese aufgedeckte Verschwörung interessiert nicht, sondern höchstens als Argument ("Das haben die Amis damals gemacht, also sind sie es auch heute"). Interessant sind nur die Dinge, die nicht aufgedeckt sind oder nie aufgedeckt werden, weil es nichts aufzudecken gibt. Sowas zu akzeptieren, kostet etwas Überwindung.


JA, ich kenn diese Gladio Geschichte. Und lass es uns - kurz bei dem Thema - sagen, die jeweiligen Regierungen haben nicht gerade damit geglänzt Unklarheiten zu erklären.

frems » Sa 21. Apr 2012, 20:39 hat geschrieben:
Von den Personen, die mir persönlich mit solchen Theorien begegnet sind, kann ich nur ganz subjektiv äußern, daß es meist sehr verunsicherte Menschen waren, Arbeitslose mit Existenzängsten oder einfache Angestellte, die bei jeder Meldung über eine Währungsreform sofort ihr Erspartes in Gold umtauschen, wie es diverse Verschwörungsseiten empfehlen. Scheint also auch ein ganz lukratives Geschäft zu sein. :|


Du, ich kenn aber genug Akademiker und Gutverdienende, die sich eine spezifische Verschwörungstheorie herausarbeiten. Also rein ein "Klassenproblem" kann es dann nicht sein - ich hab aber durchaus gelesen, das du das subjektiv von deiner Erfahrung her berichtet hast.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 19:53

Woppadaq » Sa 21. Apr 2012, 20:49 hat geschrieben:Oh....fallen VT's des 9/11 nicht mehr unter generelle VT's ?

Interessant, wirklich....


Dazu gibt es doch einen seperaten Thread - warum dieses Thema hier noch breitschlagen?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Kopernikus » Sa 21. Apr 2012, 19:58

Wir hatten ja vor kurzem in der Weinstube das Thema "Neuschwabenland-Forum". Das eigentlich erstaunliche an dieser Gruppe war ja im Grunde, dass sie unisono und durch die Bank weg wirklich sofort bereit waren alle möglichen noch so irrwitzigen Verschwörungstheorien zu glauben und mit Vehemenz zu verteidigen. Dafür brauch es einfach eine bestimmte persönliche Konstituierung, also einen bestimmten Menschenschlag. Andernfalls is es kaum zu erklären, wie jemand glauben kann, man könne durch das Einreiben mit Essig Tumore heilen während die Russen 300 km/h schnelle Panzer bauen und die Nazis in 5 Minuten zum Jupiter flogen wobei jeder einzelne Punkt vollkommen hirnrissig ist.
http://kartoffeln-im-netz.tumblr.com/
"Das Volk ist immer da, wo das große Maul, die heftigste Phrase ist." Alfred Döblin
http://www.youtube.com/watch?v=xwsOi0ypuSI
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2012, 20:03

Kopernikus » Sa 21. Apr 2012, 20:58 hat geschrieben:Wir hatten ja vor kurzem in der Weinstube das Thema "Neuschwabenland-Forum". Das eigentlich erstaunliche an dieser Gruppe war ja im Grunde, dass sie unisono und durch die Bank weg wirklich sofort bereit waren alle möglichen noch so irrwitzigen Verschwörungstheorien zu glauben und mit Vehemenz zu verteidigen. Dafür brauch es einfach eine bestimmte persönliche Konstituierung, also einen bestimmten Menschenschlag. Andernfalls is es kaum zu erklären, wie jemand glauben kann, man könne durch das Einreiben mit Essig Tumore heilen während die Russen 300 km/h schnelle Panzer bauen und die Nazis in 5 Minuten zum Jupiter flogen wobei jeder einzelne Punkt vollkommen hirnrissig ist.


Nun, in der Weinstube mag sowas ja mal vorkommen - da würd ich auch mal behaupten, das wir alle durchsetzt sind mit minicomputären Steuerungseinheiten um zu funktionieren.
Nur warum spricht irgendwer überhaupt auf so etwas an?
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon Woppadaq » Sa 21. Apr 2012, 20:03

ralphon » Sa 21. Apr 2012, 19:27 hat geschrieben:Verschwörungstheorien entstehen, wenn Dummheiten für böse Absicht gehalten werden.

...zumal diese Dummheiten genau im richtigen Moment passieren, als ob man sie gerufen hätte. Kommen dann noch ein paar Mysteriösitäten dazu, und werden Beweise, die diese Mysteriösitäten erklären könnten, auch noch völlig sinnfrei unter Verschluss gehalten, und fangen dann die üblichen Verdächtigen auch noch an, VTler für "gescheiterte Existenzen" zu halten und sich mehr über sie zu echauffieren, als Dinge zu erklären, die sie eigentlich erklären müssten......

...yo, dann entstehen Verschwörungstheorien, und wenn dann Leute, die diese VT's lesen, dann wissen wollen, wieviel dran ist und bei der Frage danach dann beschimpft und verarscht werden - ja, wem glauben sie dann wohl?


DAs beste Mittel gegen VT's und ihre Verbreiter ist immer noch der seriöse Umgang mit ihnen, entkräften, aber sachlich. Glaubts oder nicht, solange die Diskussion mit ihnen so unterirdisch geführt wird wie hier, bleibt die Diskussion nicht aus und nimmt nie ein Ende.
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Re: Verschwörungstheorien - warum?

Beitragvon frems » Sa 21. Apr 2012, 20:05

Alexander Reither » Sa 21. Apr 2012, 20:52 hat geschrieben:
Also Neugier als allgemeinen Auslöser? Gut, das klingt vernünftig. Es scheint bei den Verschöwrungstheoretikern nicht die Frage dahinter zu dominieren, sondern Grund gegenüber "etwas". Richtig verstanden?

So in der Art, ja. Es kann gar nicht genug Verschwörungen geben und jede ist auf ihre Art und Weise eine Bestätigung dafür, daß in dieser Welt etwas nicht stimmt, was man ja von Anfang an schon versuchte. Und wenn's hart auf hart kommt, sammelt man halt nicht möglichst viele Fakten, sondern ignoriert alle Fakten, die einen nicht bestätigen, sondern auch widerlegen.

JA, ich kenn diese Gladio Geschichte. Und lass es uns - kurz bei dem Thema - sagen, die jeweiligen Regierungen haben nicht gerade damit geglänzt Unklarheiten zu erklären.

Eben.

Du, ich kenn aber genug Akademiker und Gutverdienende, die sich eine spezifische Verschwörungstheorie herausarbeiten. Also rein ein "Klassenproblem" kann es dann nicht sein - ich hab aber durchaus gelesen, das du das subjektiv von deiner Erfahrung her berichtet hast.

Meine Erfahrungen wollte ihc auch nicht als repräsentativ bezeichnen, weil es keine Handvoll war, die mir im realen Leben mit solchen Ansichten über den Weg lief. Daß es auch Akademiker gibt, die eigenartige Weltbilder pflegen, würde ich nicht abstreiten. Ein Axel Stoll hat nach eigenen Angaben ja auch mal studiert und diverse Bücher veröffentlicht. Das macht für mich aber Jupiterreisen der Nazis nicht unbedingt glaubwürdiger.
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