Homöopathie

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Was ist von Homöopathie zu halten?

Nix. Homöopathie ist esotherischer Unsinn.
43
32%
Jeder wie er will.
25
19%
Homöopathie ist eine wichtige Komplementärmedizin.
10
7%
Homöopathie ist wissenschaftlich belegt.
2
1%
Homöopathie ist wie die FDP - viel heiße Luft.
13
10%
Homöopathie zieht die Schwachsinnigen an wie Scheiße Fliegen.
24
18%
Homöopathie hat seine Chance gehabt und versagt.
8
6%
Gehört unbedingt in den Leistungskatalog von KVs.
10
7%
 
Abstimmungen insgesamt: 135
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Marlies
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Re: Homöopathie

Beitragvon Marlies » Mi 12. Jul 2017, 07:40

Ein weiterer Punkt ist der, dass das, was approbierte in den allermeisten Fällen als Homöopathie in ihrer Praxis anbieten und was oft auch in den Studien getestet wird, gar keine Homöopathie im eigentlichen Sinne ist, sondern ein künstlich geschaffenes Konstrukt, das es Ärzten erlaubt, dem Bedürfnis mancher Patienten nachzukommen, homöopathisch behandelt zu werden und auch diese Patientengruppe in ihrer Praxis zu halten und daran zu verdienen. Mit dem theoretischen Konstrukt des Begründers Hahnemann hat das nicht mehr arg viel zu tun.
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X3Q
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Re: Homöopathie

Beitragvon X3Q » Mi 12. Jul 2017, 07:42

Marlies hat geschrieben:(12 Jul 2017, 08:33)

Was ich damit sagen will, ist folgendes:
Wir Ihr alle wisst, ist das, was man gemeinhin Homöopathie nennt, auf dem Mist eines Mannes gewachsen, der Samuel Hahnemann heißt.
Man kann nun von dessen Therapieform halten, was man will. Aber um nicht nur das theoretische Konstrukt dieses Systems einigermaßen zu verstehen und auch in der Lage zu sein, das theoretische Konstrukt,
praktisch anzuwenden, braucht es wenigstens 3-4 Jahre intensives Studium des Themas. Die Probanden solcher Studien sind in den allermeisten Fällen approbierte Ärzte,
welche das Thema Homöopathie in ein paar Wochenendseminaren nahe gebracht bekamen. Denn welcher Arzt studiert schon 6 Jahre usw., um dann für eine andere Therapieform
noch einmal 4 Jahre oben drauf zu satteln? Das kommt sehr, sehr selten vor.
Um eine Studie mit wissenschaftlichem Anspruch, die diesen Namen auch verdient, zu machen, braucht es also schon einmal einVTe wirklich geeignete Auswahl von Probanden.
Das ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was an den meisten solcher Studien nicht wissenschaftlich ist.
Wenn man aber das Ergebnis einer Studie schon vorweg nimmt und weiß, dann ist ein wissenschaftlicher Anspruch ohnehin nicht gegeben und man kann dafür
auch Metzger als Probanden wählen.

Was zeichnet denn einen geeigneten Probanden für eine wissenschaftliche Studie aus und welche Eigenschaften schließen ihn von der Teilnahme aus?
Und warum sollte es in Bezug auf die Wirksamkeit einen Unterschied machen, ob die Globuli von einem homöopathischen Fachmann mit 5-jähriger Berufserfahrung verabreicht werden oder von der Oma?

--X
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Keoma
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Re: Homöopathie

Beitragvon Keoma » Mi 12. Jul 2017, 07:44

Marlies hat geschrieben:(12 Jul 2017, 08:40)

Ein weiterer Punkt ist der, dass das, was approbierte in den allermeisten Fällen als Homöopathie in ihrer Praxis anbieten und was oft auch in den Studien getestet wird, gar keine Homöopathie im eigentlichen Sinne ist, sondern ein künstlich geschaffenes Konstrukt, das es Ärzten erlaubt, dem Bedürfnis mancher Patienten nachzukommen, homöopathisch behandelt zu werden und auch diese Patientengruppe in ihrer Praxis zu halten und daran zu verdienen. Mit dem theoretischen Konstrukt des Begründers Hahnemann hat das nicht mehr arg viel zu tun.


Liegt vielleicht daran, dass Hahnemanns theoretisches Konstrukt ein Schmarrn ist.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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X3Q
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Re: Homöopathie

Beitragvon X3Q » Mi 12. Jul 2017, 07:45

Marlies hat geschrieben:(12 Jul 2017, 08:40)

Ein weiterer Punkt ist der, dass das, was approbierte in den allermeisten Fällen als Homöopathie in ihrer Praxis anbieten und was oft auch in den Studien getestet wird, gar keine Homöopathie im eigentlichen Sinne ist, sondern ein künstlich geschaffenes Konstrukt, das es Ärzten erlaubt, dem Bedürfnis mancher Patienten nachzukommen, homöopathisch behandelt zu werden und auch diese Patientengruppe in ihrer Praxis zu halten und daran zu verdienen. Mit dem theoretischen Konstrukt des Begründers Hahnemann hat das nicht mehr arg viel zu tun.

Was unterscheidet denn falsche von richtige Homöopathie? Wie kann man das als Laie erkennen?

--X
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Marlies
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Re: Homöopathie

Beitragvon Marlies » Mi 12. Jul 2017, 08:39

Ich habe eine Remis-Haltung zu dem Thema. Mit Glauben gehe ich an Dinge nicht ran.
Es geht mir hier erst einmal nur um die Kritik an der Verfahrensweise, die ich unwissenschaftlich nenne. Aber natürlich kenne ich nicht jede einzelne Studie. Um alle zu kennen, wäre ich vermutlich 20 Jahre beschäftigt.
Würde ein Institut vorab einen ausreichend anspruchsvollen Test bei den möglichen Probanden machen und darin das theoretische Konstrukt abfragen, was hinter der Homöopathie steckt und wofür man mehrere Jahre braucht, dann würden vermutlich 95% der bisherigen Probanden diesen Eignungstest gar nicht bestehen.
Alleine, dass die Probanden Ärzte sind, reicht dafür nicht aus, denn es geht ja dabei nicht primär um medizinisches Fachwissen, was die Ärzte an der Uni lernen, sondern um ein anderes Thema.
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Re: Homöopathie

Beitragvon X3Q » Mi 12. Jul 2017, 08:53

Was ist ein anspruchsvoller Test und wie könnte man innerhalb eines Test das theoretische Konstrukt abfragen?

--X
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Re: Homöopathie

Beitragvon Ein Terraner » Mi 12. Jul 2017, 08:55

Marlies hat geschrieben:(12 Jul 2017, 09:39)

Ich habe eine Remis-Haltung zu dem Thema. Mit Glauben gehe ich an Dinge nicht ran.
Es geht mir hier erst einmal nur um die Kritik an der Verfahrensweise, die ich unwissenschaftlich nenne. Aber natürlich kenne ich nicht jede einzelne Studie. Um alle zu kennen, wäre ich vermutlich 20 Jahre beschäftigt.
Würde ein Institut vorab einen ausreichend anspruchsvollen Test bei den möglichen Probanden machen und darin das theoretische Konstrukt abfragen, was hinter der Homöopathie steckt und wofür man mehrere Jahre braucht, dann würden vermutlich 95% der bisherigen Probanden diesen Eignungstest gar nicht bestehen.
Alleine, dass die Probanden Ärzte sind, reicht dafür nicht aus, denn es geht ja dabei nicht primär um medizinisches Fachwissen, was die Ärzte an der Uni lernen, sondern um ein anderes Thema.


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Re: Homöopathie

Beitragvon Papaloooo » Mi 12. Jul 2017, 11:20

Sicherlich, man kann auch 10 Jahre Homöopathie studieren jedoch macht das am Ende doch keinen Unterschied, ob man potenzierte oder nicht potenzierte Globulis verwendet, siehe hier

http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 87980.html
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Re: Homöopathie

Beitragvon Voight-Kampff » Mi 12. Jul 2017, 16:06

Marlies hat geschrieben:(12 Jul 2017, 09:39)

Ich habe eine Remis-Haltung zu dem Thema. Mit Glauben gehe ich an Dinge nicht ran.
Es geht mir hier erst einmal nur um die Kritik an der Verfahrensweise, die ich unwissenschaftlich nenne. Aber natürlich kenne ich nicht jede einzelne Studie. Um alle zu kennen, wäre ich vermutlich 20 Jahre beschäftigt.
Würde ein Institut vorab einen ausreichend anspruchsvollen Test bei den möglichen Probanden machen und darin das theoretische Konstrukt abfragen, was hinter der Homöopathie steckt und wofür man mehrere Jahre braucht, dann würden vermutlich 95% der bisherigen Probanden diesen Eignungstest gar nicht bestehen.
Alleine, dass die Probanden Ärzte sind, reicht dafür nicht aus, denn es geht ja dabei nicht primär um medizinisches Fachwissen, was die Ärzte an der Uni lernen, sondern um ein anderes Thema.

Ein Proband ist ein Studienteilnehmer. Also der an dem probiert wird. Sie meinen wohl Versuchsleiter.

Nach ein bisschen Nachdenken, glaube ich zu wissen was für ein Argument hierhintersteckt. Für eine Studie braucht man erstmal geeignete Teilnehmer. Wenn man ein neues Schnupfenmittel testen will braucht man Leute mit Schnupfen. Wenn in der Studie Leute mit Lungenkrebs sind, die halt auch Atemwegsprobleme haben, hat man ja nichts gelernt wenn das mögliche Schnupfenmittel versagt.

Die Homöopathie kennt weder Krebszellen, noch Krankheitserreger noch andere solche Selbstverständlichkeiten der modernen Medizin. D.h. der Homöopath wird die Patienten in ganz andere Kategorien einordnen. Wo der richtige Arzt immer dieselbe Krankheit sieht, wird der Homoöpath verschiedene sehen. Das hat dann natürlich auch für die Behandlung Konsequenzen.

Als methodologische Kritik an speziellen, einzelnen Studien zu speziellen Interventionen ist das schon valide. Zu sagen, dass deswegen die Homoöpathie nicht geprüft ist, ist allerdings Unsinn.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Cat with a whip » Mi 12. Jul 2017, 18:16

Keoma hat geschrieben:(11 Jul 2017, 09:54)

Wenn ich einen Scheiß, der nicht einmal einen Cent kostet, um etliche Euro verkaufe, nenne ich das Betrug.


Ach was, Psychologie. Der Placebo-Effekt verhält sich proportional zur Höhe des Preis. :D :D :D
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Homöopathie

Beitragvon Marlies » Do 13. Jul 2017, 06:25

Kennt Ihr den Begriff homöopathische Komplexmittel? Diese Mittel sind das Standardprogramm approbierter Ärzte, weil man dafür keine intensive Schulung der homöopathischen Leitlinien braucht. Man kann sie quasi computergesteuert binnen ein bis zwei Minuten ermitteln, wenn man eine medizinische Diagnose hat, braucht keine homöopathische Anamnese machen, die sehr zeitaufwändig wäre. Klassische Homöopathen nutzen diese Komplexmittel eher nicht. Das einzige, was diese Tröpfchen mit Homöopathie zu tun haben, ist, dass da auch geschüttelt und verdünnt wird. Mehr aber auch nicht. Unter den klassischen Homöopathen ist man meist der Meinung, dass diese nicht nützlich sind. Unabhängig davon, wie man nun zur „Theorie“ von Samuel Hahnemann stehen mag, diese Tröpfchen stehen definitiv im Widerspruch dazu. Sie und deren Nichtwirkung werden aber oft als Beweis für die Nichtwirksamkeit der Homöopathie herangezogen, denn sie werden häufig in Placebotests gegeben. Sie wurden eigentlich nur eingeführt, um einem ansteigenden Markt an -zu Ärzten- alternativen Konkurrenten etwas entgegen zu setzen und gleichzeitig den Ärzten nicht allzu viel Fortbildung, zeitliche Investition und intellektuelle Herausforderung abzuverlangen.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Keoma » Do 13. Jul 2017, 06:30

Cat with a whip hat geschrieben:(12 Jul 2017, 19:16)

Ach was, Psychologie. Der Placebo-Effekt verhält sich proportional zur Höhe des Preis. :D :D :D


Da ist etwas dran.
Wenn's nichts kostet, ist es nichts wert.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Voight-Kampff » Do 13. Jul 2017, 08:43

Marlies hat geschrieben:(13 Jul 2017, 07:25)

Kennt Ihr den Begriff homöopathische Komplexmittel? Diese Mittel sind das Standardprogramm approbierter Ärzte, weil man dafür keine intensive Schulung der homöopathischen Leitlinien braucht. Man kann sie quasi computergesteuert binnen ein bis zwei Minuten ermitteln, wenn man eine medizinische Diagnose hat, braucht keine homöopathische Anamnese machen, die sehr zeitaufwändig wäre. Klassische Homöopathen nutzen diese Komplexmittel eher nicht. Das einzige, was diese Tröpfchen mit Homöopathie zu tun haben, ist, dass da auch geschüttelt und verdünnt wird. Mehr aber auch nicht. Unter den klassischen Homöopathen ist man meist der Meinung, dass diese nicht nützlich sind. Unabhängig davon, wie man nun zur „Theorie“ von Samuel Hahnemann stehen mag, diese Tröpfchen stehen definitiv im Widerspruch dazu. Sie und deren Nichtwirkung werden aber oft als Beweis für die Nichtwirksamkeit der Homöopathie herangezogen, denn sie werden häufig in Placebotests gegeben. Sie wurden eigentlich nur eingeführt, um einem ansteigenden Markt an -zu Ärzten- alternativen Konkurrenten etwas entgegen zu setzen und gleichzeitig den Ärzten nicht allzu viel Fortbildung, zeitliche Investition und intellektuelle Herausforderung abzuverlangen.

Ja und? Das bestimmte Mittel nicht der reinen Lehre entsprechen heißt doch nicht, dass an der reinen Lehre irgend etwas dran ist.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Marlies » Do 13. Jul 2017, 08:53

Ein häufig geäußertes Argument ist der Zeitfaktor. Jemand, der dem Patienten mehr Zeit widmet.... Ausgesprochen und unausgesprochen wird damit suggeriert, dass approbierte Ärzte zu wenig Geld für ihre investierte Zeit bekämen und deren Konkurrenz mehr Geld bekäme. Das ist ein häufig geäußerter Trugschluss. Wenn man sich die Mühe machen würde, die von der Regierung transparent publizierten Zahlen zu bewerten, kassenärztliches jährliches Budget, durchschnittliche Anzahl der Arztbesuche pro Jahr, durchschnittliche Konsultationsdauer pro Patient usw., dann würde einem bewusst, dass ein approbierter Arzt pro Stunde direkten Patientenkontakt im Schnitt schon durch die gesetzlichen Kassen Einnahmen im Bereich von etwa 200 Euro hat. Aber wer rechnet schon nach? Solche Stundenumsätze haben alternative Therapeuten nicht. Bestenfalls die 5% beliebtesten. Die tatsächlichen Stundenumsätze alternativer Therapeuten liegen in der Masse eher unter 80 Euro, weil das die Leute selbst bzw. direkt bezahlen müssen und diese direkte Bezahlungsart einen entsprechenden Markteffekt hat, während der approbierte Arzt seine Bezahlung durch Dritte anonym bereits durch das Ziehen der Krankenkassenkarte im Lesegerät generiert, also schon vor der Erbringung einer Leistung, selbst wenn er sich anschließend mit seinem Patienten nur über das letzte Championsleaguespiel unterhält oder dieser das Wartezimmer wieder verlässt, weil es ihm zu lang dauert. Was damit von Homöopatiekritikern aber auch suggeriert wird, ist, dass im übertragenen Sinne Händchenhalten therapeutischen Erfolg bringen würde. Das ist eine sehr esoterische Geisteshaltung. So esoterisch wie die Placebostudien zur Homöopathie überwiegend insgesamt sind. Albert Einstein würde sich im Grabe herumdrehen, wüsste er, was heutzutage alles unter dem Begriff Wissenschaft hausieren geht.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Ein Terraner » Do 13. Jul 2017, 08:57

Marlies hat geschrieben:(13 Jul 2017, 09:53)

Ein häufig geäußertes Argument ist der Zeitfaktor. Jemand, der dem Patienten mehr Zeit widmet.... Ausgesprochen und unausgesprochen wird damit suggeriert, dass approbierte Ärzte zu wenig Geld für ihre investierte Zeit bekämen und deren Konkurrenz mehr Geld bekäme. Das ist ein häufig geäußerter Trugschluss. Wenn man sich die Mühe machen würde, die von der Regierung transparent publizierten Zahlen zu bewerten, kassenärztliches jährliches Budget, durchschnittliche Anzahl der Arztbesuche pro Jahr, durchschnittliche Konsultationsdauer pro Patient usw., dann würde einem bewusst, dass ein approbierter Arzt pro Stunde direkten Patientenkontakt im Schnitt schon durch die gesetzlichen Kassen Einnahmen im Bereich von etwa 200 Euro hat. Aber wer rechnet schon nach? Solche Stundenumsätze haben alternative Therapeuten nicht. Bestenfalls die 5% beliebtesten. Die tatsächlichen Stundenumsätze alternativer Therapeuten liegen in der Masse eher unter 80 Euro, weil das die Leute selbst bzw. direkt bezahlen müssen und diese direkte Bezahlungsart einen entsprechenden Markteffekt hat, während der approbierte Arzt seine Bezahlung durch Dritte anonym bereits durch das Ziehen der Krankenkassenkarte im Lesegerät generiert, also schon vor der Erbringung einer Leistung, selbst wenn er sich anschließend mit seinem Patienten nur über das letzte Championsleaguespiel unterhält oder dieser das Wartezimmer wieder verlässt, weil es ihm zu lang dauert. Was damit von Homöopatiekritikern aber auch suggeriert wird, ist, dass im übertragenen Sinne Händchenhalten therapeutischen Erfolg bringen würde. Das ist eine sehr esoterische Geisteshaltung. So esoterisch wie die Placebostudien zur Homöopathie überwiegend insgesamt sind. Albert Einstein würde sich im Grabe herumdrehen, wüsste er, was heutzutage alles unter dem Begriff Wissenschaft hausieren geht.


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Re: Homöopathie

Beitragvon Keoma » Do 13. Jul 2017, 08:58

Marlies hat geschrieben:(13 Jul 2017, 09:53)

Ein häufig geäußertes Argument ist der Zeitfaktor. Jemand, der dem Patienten mehr Zeit widmet.... Ausgesprochen und unausgesprochen wird damit suggeriert, dass approbierte Ärzte zu wenig Geld für ihre investierte Zeit bekämen und deren Konkurrenz mehr Geld bekäme. Das ist ein häufig geäußerter Trugschluss. Wenn man sich die Mühe machen würde, die von der Regierung transparent publizierten Zahlen zu bewerten, kassenärztliches jährliches Budget, durchschnittliche Anzahl der Arztbesuche pro Jahr, durchschnittliche Konsultationsdauer pro Patient usw., dann würde einem bewusst, dass ein approbierter Arzt pro Stunde direkten Patientenkontakt im Schnitt schon durch die gesetzlichen Kassen Einnahmen im Bereich von etwa 200 Euro hat. Aber wer rechnet schon nach? Solche Stundenumsätze haben alternative Therapeuten nicht. Bestenfalls die 5% beliebtesten. Die tatsächlichen Stundenumsätze alternativer Therapeuten liegen in der Masse eher unter 80 Euro, weil das die Leute selbst bzw. direkt bezahlen müssen und diese direkte Bezahlungsart einen entsprechenden Markteffekt hat, während der approbierte Arzt seine Bezahlung durch Dritte anonym bereits durch das Ziehen der Krankenkassenkarte im Lesegerät generiert, also schon vor der Erbringung einer Leistung, selbst wenn er sich anschließend mit seinem Patienten nur über das letzte Championsleaguespiel unterhält oder dieser das Wartezimmer wieder verlässt, weil es ihm zu lang dauert. Was damit von Homöopatiekritikern aber auch suggeriert wird, ist, dass im übertragenen Sinne Händchenhalten therapeutischen Erfolg bringen würde. Das ist eine sehr esoterische Geisteshaltung. So esoterisch wie die Placebostudien zur Homöopathie überwiegend insgesamt sind. Albert Einstein würde sich im Grabe herumdrehen, wüsste er, was heutzutage alles unter dem Begriff Wissenschaft hausieren geht.


Placebostudien sind esoterisch?
Aber mit Einstein hast du Recht.
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Re: Homöopathie

Beitragvon Voight-Kampff » Do 13. Jul 2017, 09:33

Marlies hat geschrieben:(13 Jul 2017, 09:53)

Ein häufig geäußertes Argument ist der Zeitfaktor. Jemand, der dem Patienten mehr Zeit widmet.... Ausgesprochen und unausgesprochen wird damit suggeriert, dass approbierte Ärzte zu wenig Geld für ihre investierte Zeit bekämen und deren Konkurrenz mehr Geld bekäme. Das ist ein häufig geäußerter Trugschluss. Wenn man sich die Mühe machen würde, die von der Regierung transparent publizierten Zahlen zu bewerten, kassenärztliches jährliches Budget, durchschnittliche Anzahl der Arztbesuche pro Jahr, durchschnittliche Konsultationsdauer pro Patient usw., dann würde einem bewusst, dass ein approbierter Arzt pro Stunde direkten Patientenkontakt im Schnitt schon durch die gesetzlichen Kassen Einnahmen im Bereich von etwa 200 Euro hat. Aber wer rechnet schon nach? Solche Stundenumsätze haben alternative Therapeuten nicht. Bestenfalls die 5% beliebtesten. Die tatsächlichen Stundenumsätze alternativer Therapeuten liegen in der Masse eher unter 80 Euro, weil das die Leute selbst bzw. direkt bezahlen müssen und diese direkte Bezahlungsart einen entsprechenden Markteffekt hat, während der approbierte Arzt seine Bezahlung durch Dritte anonym bereits durch das Ziehen der Krankenkassenkarte im Lesegerät generiert, also schon vor der Erbringung einer Leistung, selbst wenn er sich anschließend mit seinem Patienten nur über das letzte Championsleaguespiel unterhält oder dieser das Wartezimmer wieder verlässt, weil es ihm zu lang dauert.

Tja. Wer studiert hat, verdient mehr. Gibt's da Diskussionsbedarf?

Was damit von Homöopatiekritikern aber auch suggeriert wird, ist, dass im übertragenen Sinne Händchenhalten therapeutischen Erfolg bringen würde. Das ist eine sehr esoterische Geisteshaltung. So esoterisch wie die Placebostudien zur Homöopathie überwiegend insgesamt sind. Albert Einstein würde sich im Grabe herumdrehen, wüsste er, was heutzutage alles unter dem Begriff Wissenschaft hausieren geht.

Es gibt in der breiten Bevölkerung ziemlich falsche und unsinnige Vorstellung vom Placeboeffekt. Was hat das mit der Homoöpathie zu tun? Von was für Studien ist hier die Rede?
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Re: Homöopathie

Beitragvon Ein Terraner » Do 13. Jul 2017, 09:40

Voight-Kampff hat geschrieben:(13 Jul 2017, 10:33)

Von was für Studien ist hier die Rede?


Ich vermute die wollte einfach nur einmal Albert erwähnen. :)
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Re: Homöopathie

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 13. Jul 2017, 09:54

Marlies hat geschrieben:(13 Jul 2017, 09:53)

So esoterisch wie die Placebostudien zur Homöopathie überwiegend insgesamt sind


Was ist an Statistik esoterisch?
„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ (Karl Valentin)
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Re: Homöopathie

Beitragvon Papaloooo » Fr 14. Jul 2017, 13:42

Marlies hat geschrieben:(13 Jul 2017, 09:53)
Was damit von Homöopatiekritikern aber auch suggeriert wird, ist, dass im übertragenen Sinne Händchenhalten therapeutischen Erfolg bringen würde. Das ist eine sehr esoterische Geisteshaltung. So esoterisch wie die Placebostudien zur Homöopathie überwiegend insgesamt sind.


Schau mal das an:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=35076

Nochmals, es ist nicht verkehrt, auf einen Placeboeffekt zu setzen, es ist verkehrt, zu behaupten, dass Homöopathie eine Wirksamkeit hat, die über den Placeboeffekt hinaus geht.

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