Fußball als Religion(sersatz)?

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pikant
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon pikant » Fr 20. Nov 2015, 17:02

schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 16:46 hat geschrieben:
In einem ZEIT-Artikel von 2007 zum Thema (Zwischen Abseits und Jenseits) wird genau das betont: Die Hinwendung zum jeweiligen Glauben (Fußball bzw. Religion) durch ritualisierte Abläufe.


von sowas halte ich nicht viel!

Fussball ist Sport und auf der hoechsten Ebene sind Artisten am Werk - die verzaubern die Menge mit ihrer Spielkunst - das sind eher Zauberer wenn man schon Vergleiche ziehen will!
pikant
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon pikant » Fr 20. Nov 2015, 17:06

yogi61 » Fr 20. Nov 2015, 10:50 hat geschrieben:Fußball ist unser Leben. :thumbup:


ein Teil des Lebens - ja!

wir wollen jetzt den Fussball aber nicht zu hoch haengen - Sahnefussball der Artisten sieht man ja auch nicht jeden Tag und ja wir muessen auch mit viel Durchschnitt vorlieb nehmen, wo man oft vor dem Fernseher fast einschlaeft und nur das kuehle Bier einen wachhaelt!

ueber den Kampf zum Spiel nehmen immer noch sehr viele Kicker woertlich, anstatt die Trickkiste auszupacken und zu zaubern auf dem Spielfeld mit Toren en masse :thumbup:
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Milady de Winter » Fr 20. Nov 2015, 17:24

schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 16:31 hat geschrieben:Die Nominierung von Xavier Naidoo zum Songcontest ist wirklich kein Problem. Der (u.a. auch) vom "Sommermärchen" 2006 in Deutschland inspirierte patriotische Aufbruch, der in dem Artikel beschrieben wird, sehr wohl!

Ich würde ja jetzt - wie Du vorhin - schreiben "vielleicht muss man einige Zeit in der DDR gelebt haben...", aber damit täte ich sehr vielen sehr geschätzten Freunden und Bekannten aus ser ehemaligen DDR unrecht...
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Ultra-tifosi » Fr 20. Nov 2015, 17:27

ich finde schon...

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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 19:19

Das ist zu banal um da jetzt irgendwie näher drauf einzugehen, der Strangersteller offenbart auch hautpsächlich ein massives Unwissen über Religion.

Es sei jedoch der Hinweis erlaubt, dass gerade der -äusserst rationale- separierte Umgang des Freizeiterlebnisses Fussball vom Rest des lebens (ich bin durchaus in der lage mit einem Bewohner der Zonenrandsiedlung von der Oker ausserhalb der 90 min normal zu reden) ein so gravierender Unterschied zu religiösem Leben ist, dass sich jede weitere Diskussion erübrigt.
Zuletzt geändert von Welfenprinz am Fr 20. Nov 2015, 19:19, insgesamt 1-mal geändert.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 20. Nov 2015, 20:20

Milady de Winter » Fr 20. Nov 2015, 18:24 hat geschrieben:Ich würde ja jetzt - wie Du vorhin - schreiben "vielleicht muss man einige Zeit in der DDR gelebt haben...", aber damit täte ich sehr vielen sehr geschätzten Freunden und Bekannten aus ser ehemaligen DDR unrecht...

Vielleicht genügt bei diesem Strangthema einfach das HIRN einschalten...!?!?!?!
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon frems » Fr 20. Nov 2015, 20:22

Die Frage ist, was man mit Religion meint. Mit Fußball kann man sich nicht die Welt erklären. Geht's aber nur neurotheologisch um das übliche Klimbim, gibt es zwischen den Ohren schon diverse Ähnlichkeiten. Fangesänge lösen ähnliche Hormone bzw. Gefühle aus wie ein Kirchenchor, selbiges für das Gefühl in einer Gemeinschaft zu sein, die sich von anderen abgrenzt, und man sich regelmäßig trifft und gemeinsam hofft.
Labskaus!

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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon frems » Fr 20. Nov 2015, 20:25

schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 16:31 hat geschrieben:Die Nominierung von Xavier Naidoo zum Songcontest ist wirklich kein Problem. Der (u.a. auch) vom "Sommermärchen" 2006 in Deutschland inspirierte patriotische Aufbruch, der in dem Artikel beschrieben wird, sehr wohl!

Wenn man schaut, was Naidoo so in den letzten zwölf Monaten von sich gab, dann ist er einfach als Vertreter Deutschlands untragbar, selbst wenn man nicht viel von dieser Veranstaltung hält. Ein Reichsbürger, der mit der NPD kein Problem hält, die Bundesrepublik für besetzt hält und meint, den Staat würde es gar nicht geben, kann man nicht auf Europa loslassen.
Labskaus!

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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Teeernte » Fr 20. Nov 2015, 20:28

Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 20:19 hat geschrieben:Das ist zu banal um da jetzt irgendwie näher drauf einzugehen, der Strangersteller offenbart auch hautpsächlich ein massives Unwissen über Religion.

Es sei jedoch der Hinweis erlaubt, dass gerade der -äusserst rationale- separierte Umgang des Freizeiterlebnisses Fussball vom Rest des lebens (ich bin durchaus in der lage mit einem Bewohner der Zonenrandsiedlung von der Oker ausserhalb der 90 min normal zu reden) ein so gravierender Unterschied zu religiösem Leben ist, dass sich jede weitere Diskussion erübrigt.


11 Jünger...

Da es so scheint, daß die Siege von einer geheimnisvollen Macht geschenkt werden - manche vermuten sogar einen Fußballgott – ist die Theologie gefragt. Denn die Theologie erklärt das Handeln Gottes.

Der 7. Tag gehört der Religion. Nicht ohne Sinn finden die Fußballspiele am Wochenende statt.

Wie jede ordentliche Liturgie beginnt das Fußballspiel mit Gesängen. Die Stadtmannschaften haben ihre Lieder, die Nationalmannschaften ihre Hymnen. Dann erfolgt der feierliche Einzug der handelnden Personen.

Wenn die christliche Religion auch gefühlsmäßig so von den Frauen bestimmt wird, brauchen die Männer in den christlichen Ländern eine Alternative. Es verwundert nicht, daß Männer, eingeschlossen die Pfarrer, Anhänger des Fußballgottes sind, zu dessen Ritus sie wöchentlich ins Stadion strömen, bzw. in eine fremde Stadt fahren.

Wie die Gläubigen, ob Moslems, Christen oder Hindus, kennen die Anhänger des Fußballs ein ausgeprägtes Wallfahrtswesen. Steht an den Wallfahrtsorten ein Tempel oder eine Kirche, ist das Ziel der Fußballwallfahrt ein Stadion. Dort gibt es wie in einem abgegrenzten Tempelbezirk den heiligen Rasen. Daß die Stadien Wallfahrtsorte sind, kann jeder sofort daran erkennen, daß es die für Wallfahrtsorte typischen Andenkenshops gibt.

Wie alle richtigen Götter bleibt der Fußballgott unsichtbar. Anders als die germanischen Gottheiten gibt er sich noch nicht einmal durch Blitz und Donner zu erkennen. Er lenkt das Spiel aus dem Geheimnisvollen heraus, indem er Torchancen eröffnet, die die Spieler dann „verwandeln“ können. (Wandlung ist in der christlichen Liturgie ein wichtiger Vorgang.)

In Kirchen sind wir es gewohnt, daß sich die Liturgie, die heilige Handlung, in einem bestimmten, abgegrenzten Raum vollzieht. Das ist der Chorraum. Wie beim Gottesdienst kann man die Akteure an ihrer Kleidung erkennen, die sie außerhalb der Kirche nicht tragen. Der Priester, der Diakon, die Messdiener haben eine bestimmte Robe an, die sonst niemand im Kirchenraum trägt. Manchmal kommen allerdings einige aus dem Zuschauerraum in den Bereich des Altares.

Es ist jedoch auch noch anzumerken: auch das Ei symbolisiert die Welt, deshalb hat es bis heute seine Bedeutung als Symbol für Ostern erhalten. Denn wie das Küken aus dem Ei schlüpft, kommt Christus aus dem verschlossenen Grab.

Sündenbock – Trainer

Wie die Religion kennt auch der Fußball den Sündenbock. Einen solchen braucht man, damit das Ungute, die schlechten Gefühle, die Enttäuschungen aus dem Zusammenleben heraus getragen werden.

Inder Bibel wird der Ritus so beschrieben: Der Priester hat durch Los einen Ziegenbock herausgefunden, mit dem so zu verfahren ist: „Aaron (der Priester) soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, all ihre Frevel und all ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen, und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen.“ Levitikus 16,21-22

Abstieg als Buße

Wenn etwas mißlingen ist, muß es wieder in Ordnung gebracht werden. Wenn man etwas falsch gemacht, ein Ziel verfehlt, sich vergangen hat, erfordert das Wiedergutmachung. Die Religionen kennen Bußriten, die in eine Vergebung münden.
weiterlesen ?? http://www.kath.de/religionundfussball/ ... ligion.htm
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 20:32

Milady de Winter » Fr 20. Nov 2015, 18:24 hat geschrieben:Ich würde ja jetzt - wie Du vorhin - schreiben "vielleicht muss man einige Zeit in der DDR gelebt haben...", aber damit täte ich sehr vielen sehr geschätzten Freunden und Bekannten aus ser ehemaligen DDR unrecht...

Man tut grundsätzlich den Ex-DDR-Bürgern, die sich einen kritischen Blick auf die politischen Entwicklungen bewahrt haben unrecht, wenn man sie mit den neupatriotischen Pegida- und "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen"-leitkulturell-geprägten in einen Topf wirft. Aber dass es - sagen wir mal - eine gewisse Affinität zwischen dem "Sommermärchen" und diesem (scheinbar) light Patriotismus gibt , lässt sich wohl kaum leugnen. Und vor allem lässt sich eine Parallelität nicht leugnen: Die zwischen der Verdorbenheit der Oberen der Massenmanipulation DDR-Gesellschaft und der Verdorbenheit der Oberen der Masseninszenierung Welt- und Landesfußball.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 20:36

Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 20:19 hat geschrieben:Das ist zu banal um da jetzt irgendwie näher drauf einzugehen, der Strangersteller offenbart auch hautpsächlich ein massives Unwissen über Religion.

Es sei jedoch der Hinweis erlaubt, dass gerade der -äusserst rationale- separierte Umgang des Freizeiterlebnisses Fussball vom Rest des lebens (ich bin durchaus in der lage mit einem Bewohner der Zonenrandsiedlung von der Oker ausserhalb der 90 min normal zu reden) ein so gravierender Unterschied zu religiösem Leben ist, dass sich jede weitere Diskussion erübrigt.


Allein die Verwendung des Begriffs "Freizeiterlebnis" für das Phänomen Fußball zeigt eine völlig infantile Sicht auf das Problem. Nur allein die nüchterne Nennung der Geldsummen, die dabei im Spiel sind, müsste einen kritischen Beobachter zur Erkenntnis führen, dass hier von allem möglichen, aber nicht von "Freizeiterlebnissen" die Rede ist.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 20. Nov 2015, 20:37

Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 20:19 hat geschrieben:Das ist zu banal um da jetzt irgendwie näher drauf einzugehen, der Strangersteller offenbart auch hautpsächlich ein massives Unwissen über Religion.

Es sei jedoch der Hinweis erlaubt, dass gerade der -äusserst rationale- separierte Umgang des Freizeiterlebnisses Fussball vom Rest des lebens (ich bin durchaus in der lage mit einem Bewohner der Zonenrandsiedlung von der Oker ausserhalb der 90 min normal zu reden) ein so gravierender Unterschied zu religiösem Leben ist, dass sich jede weitere Diskussion erübrigt.

Zustimmung!
Die Relation Religion : Fußball ist nicht seriös.
Nichtmal, wenn man auf auf das antike Rom mit dem "panem&circenses" zurückgreift.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 20:39

Fuerst_48 » Fr 20. Nov 2015, 21:37 hat geschrieben:Zustimmung!
Die Relation Religion : Fußball ist nicht seriös.
Nichtmal, wenn man auf auf das antike Rom mit dem "panem&circenses" zurückgreift.


Leseempfehlung:
http://www.zeit.de/online/2007/08/fussb ... ettansicht
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Unité 1 » Fr 20. Nov 2015, 20:40

schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 20:36 hat geschrieben:
Allein die Verwendung des Begriffs "Freizeiterlebnis" für das Phänomen Fußball zeigt eine völlig infantile Sicht auf das Problem. Nur allein die nüchterne Nennung der Geldsummen, die dabei im Spiel sind, müsste einen kritischen Beobachter zur Erkenntnis führen, dass hier von allem möglichen, aber nicht von "Freizeiterlebnissen" die Rede ist.

Dieser Schuss lässt den Ball aber nicht über die Torlinie rollen. Milliardengeschäft Fussball und "Freizeiterlebnis" schließen sich ja nicht aus. Und umgedreht, wo Freizeit zum Erlebnis wird, rollt in der Regel der Rubel.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 20:44

panem et circenses , also die gesellschaftliche Instrumentalisierung sprich für Macht und Herrschaft ist natürlich ein ernst zu nehmender Aspekt für Massenerscheinungen wie Fussball .

frems, die Ähnlichkeit bei Massenveranstaltungen ist offensichtlich. Stellt aber keine Beziehung zur Religion her. Das ist Psychologie der Massen. parteiaufmärsche, Ikonen, Weihrauch, Tempelsängerin........... es sind soviele, die sich der Rituale bedienen, dass man diese nicht gleichsetzen kann.

@schoko: sag ich ja, dass du keine Ahnung hast. Was haben die Geldsummen damit zu tun, dass nach dem Abpfiff der Braunschweiger kein "Heide" mehr ist, den es zu bekehren gilt(was sowohl für den hochdierten Balltreter als auch für mich den Zuschauer gilt).
Religion ist was ganz anderes.
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Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon frems » Fr 20. Nov 2015, 20:52

Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 20:44 hat geschrieben:frems, die Ähnlichkeit bei Massenveranstaltungen ist offensichtlich. Stellt aber keine Beziehung zur Religion her. Das ist Psychologie der Massen. parteiaufmärsche, Ikonen, Weihrauch, Tempelsängerin........... es sind soviele, die sich der Rituale bedienen, dass man diese nicht gleichsetzen kann.

Natürlich. Menschen haben, unterschiedlich stark ausgeprägt, ein solches Grundbedürfnis, das sie befriedigen möchten. Und das treibt einige in die Kirche und andere ins Stadion. Oder halt zum Konzert ihrer Lieblingsband, wo manch Deern schon mal ihren inneren Reichsparteitag erlebt und in Ohnmacht fällt. Da läuft im Kopf das selbe Spiel ab. Vielleicht trifft Spiritualität es besser als der Begriff der (Ersatz-)Religion.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 20:54

Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 21:44 hat geschrieben:
@schoko: sag ich ja, dass du keine Ahnung hast. Was haben die Geldsummen damit zu tun, dass nach dem Abpfiff der Braunschweiger kein "Heide" mehr ist, den es zu bekehren gilt(was sowohl für den hochdierten Balltreter als auch für mich den Zuschauer gilt).
Religion ist was ganz anderes.


Ich hatte mich auch nicht zu dem Verhältnis Bekehrungsdruck/Geldsummen geäußert, sondern dazu, dass der Begriff "Freizeiterlebnis" suggeriert, es handele sich bei Fußball um ein gänzlich neutrales, vollkommen unpolitisches Phänomen wie "Klettern mit Kindern" oder Rentnersport. Ehrlich: Wie kann man eine solche These, Fußball sei einfach Freizeiterlebnis ohne politische Implikation, in einem politischen Forum ernstlich erwägen? Wer soll jemanden, der das äußert, noch irgendwie ernst nehmen?
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 21:36

Gegen die Verzahnung mit gesellschafltichen/politischen Aspekten ahb ich ja nix einzuwenden, wie schon gesagt.

Hat aber nix mit Religion zu tun.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 20. Nov 2015, 21:51

Welfenprinz » Fr 20. Nov 2015, 22:36 hat geschrieben:Gegen die Verzahnung mit gesellschafltichen/politischen Aspekten ahb ich ja nix einzuwenden, wie schon gesagt.

Hat aber nix mit Religion zu tun.


Die Parallelen sind völlig unabweisbar. Der verwiesene ZEIT-Artikel (http://www.zeit.de/online/2007/08/fussball-und-religion/komplettansicht) ist nur einer unter sehr vielen (seriösen) Reflektionen mit exakt dieser Assoziaton: Fußball als Religion. Auch wenn er die Unterschiede analysiert.
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Re: Fußball als Religion(sersatz)?

Beitragvon Brainiac » Sa 21. Nov 2015, 13:53

Schauen wir bei dieser Betrachtung von Parallelen doch mal auf die Extremauswüchse.

Wieviele Morde, Terroranschläge und Kriege wurden bislang im Namen des Fußballs durchgeführt?

Dazu fällt mir der "Fußballkrieg" Honduras vs. El Salvador Ende der 60er ein. Und sonst?
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