Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Moderator: Moderatoren Forum 6

Benutzeravatar
Maltrino
Beiträge: 621
Registriert: Fr 8. Jan 2016, 12:40

Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Beitragvon Maltrino » Mi 4. Okt 2017, 10:05

Ich beschäftige mich noch nicht lange mit dem Thema, eigentlich erst zwei Tage... aber folgendes ist mir aufgefallen:
Es gibt Fälle da gehört das Stadion der Stadt (zum Beispiel VFL Bochum), wird aber ausschließlich vom Profi-Verein benutzt. Umbauten zahlt die Stadt (oder in anderen Fällen das Land). Nutznießer ist natürlich der Verein und die Sponsoren, die nichts ausgeben müssen. Im Aufsichtsrat solcher Vereine sitzen dann oft auch Politiker aus der Stadt oder dem Land. WIe gesagt, hab da noch nicht so viel mich mit beschäftigt, aber trotzdem:

Was ist das? Ist das in solchen Fällen (Ich vermute es gibt viele solche Fälle) ein Verlustgeschäft für die öffentliche Hand zugunsten des (Profi-) Vereines und dessen Sponsoren? Oder rechnet sich das alles oder ist sogar gut für die Stadt (oder das Land das Umbauten finanziert)?

Das Stadion von Borussia Dortmund ist damals 100% öffentlich finanziert gebaut wurden. Wer weiß was Borussia Dortmund heute wäre ohne das alles?

Oder ganz indirekt gefragt, ohne Namen zu nennen: Wenn im Aufsichtsrat eines Profi-Fußball Clubs mehrheitlich Vertreter der Hauptsponsoren und der Politik sitzen, ist dann davon auszugehen, dass die Politik dann da sitzt um aufzupassen, dass keine öffentlichen Gelder in ein Loch ohne Boden fließen? Oder ist davon auszugehen, dass die Politik dafür sorgt, dass die tollen Herren Unternehmer (Sponsoren) weiterhin vom Imagegewinn durch den Verein profitieren aber keine Kosten haben wenn es zum Beispiel darum geht Toiletten zu sanieren oder Zusatztribünen zu bauen, die zu 100% von Leuten genutzt werden die Eintrittsgelder für den Besuch der Spiele des Vereines zahlen?

Ich bin hier nicht auf Skandalsuche, bin für alle Antworten und Überlegungen offen.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 31708
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 4. Okt 2017, 11:55

Die Vereine zahlen MIete, zB. der 1. FC Köln zahlt mW. 10 Mio € pro Jahr (in der 1. BUndesliga).
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Alster
Beiträge: 140
Registriert: So 22. Okt 2017, 15:36

Re: Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Beitragvon Alster » So 27. Mai 2018, 12:21

oft sind zur Stadionfinanzierung öffentliche Bürgschaften nötig. Dass die Banken auf die erhoffte Rentabilität nicht vertrauen wird schon seinen Grund haben. Leider ist mir momentan nicht bekannt welcher Anteil der öffentlichen Bürgschaften dann effektiv in Anspruch genommen wird.

Darüberhinaus wird Profi Fußball durch den Staat indirekt massiv mitfinanziert über:
1) Polizeieinsätze
2) Lizenzkauf durch öffentliche Sender, die am Markt die Preise hochtreiben um private zu überbieten.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 7603
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Beitragvon Quatschki » So 27. Mai 2018, 12:45

Nicht zu vergessen die Instandsetzung der Vandalismusschäden in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 64
Registriert: Fr 25. Mai 2018, 23:15

Re: Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Beitragvon Fliege » So 27. Mai 2018, 13:22

Quatschki hat geschrieben:(27 May 2018, 13:45)

Nicht zu vergessen die Instandsetzung der Vandalismusschäden in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zuzüglich die Polizeikosten, die die Veranstalter nicht ihrer Bilanz als Kosten führen brauchen.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 7603
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Beitragvon Quatschki » So 27. Mai 2018, 13:46

Fliege hat geschrieben:(27 May 2018, 14:22)

Zuzüglich die Polizeikosten, die die Veranstalter nicht ihrer Bilanz als Kosten führen brauchen.

Ich fürchte, dass die Idioten, die von der Fußball-Fankultur gebündelt werden, ohne dieses Hobbyangebot anderweitig, dann aber dezentral, für Ärger sorgen würden
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 64
Registriert: Fr 25. Mai 2018, 23:15

Re: Finanziert die öffentliche Hand den Profi-Fußball?

Beitragvon Fliege » So 27. Mai 2018, 14:06

Quatschki hat geschrieben:(27 May 2018, 14:46)

Ich fürchte, dass die Idioten, die von der Fußball-Fankultur gebündelt werden, ohne dieses Hobbyangebot anderweitig, dann aber dezentral, für Ärger sorgen würden

Da ist was dran, ja. Dennoch ist - so oder so - der Ansatz, den Veranstalter und/oder den Verursacher zur Finanzierung von Schäden heranzuziehen, meines Erachtens der Weg zur Dämpfung der Probleme.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein.

Zurück zu „6. Sport“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast