Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Moderator: Moderatoren Forum 5

Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 23163
Registriert: Di 19. Mai 2009, 21:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 7. Nov 2018, 21:59

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Nov 2018, 21:23)

Richtig. Und wer bis dato nicht gelernt hat, dass ihm auch das geistige Eigentum anderer nicht einfach so zur freien Verfügung steht, der lernt das eben auf die harte Tour, mit Abmahnung, Schadenersatz, bis hin zu Geld- und Freiheitsstrafe. Wenn Google/Youtube die Strafe bekommt, dann lernt er es nie.


Das sehe ich ja auch so. Das Problem ist halt, dass jeder User ja Nutzungsbedingungen unterschreibt und die meisten Benutzer offenbar skrupellos genug, oder einfach zu doof sind, zu kapieren, was sie da eigentlich unterschreiben.
Im Grunde scheissen diese User "ihre" Platform ja an....
Google/YT müsste bei der Anmeldung tatsächlich reale Klardaten abfragen. Über die daraus resultierenden Konsequenzen müssen wir uns nicht unterhalten.
Solange sowas aber nicht passiert, liegt die Haftung für Diebstahl eben bei der Platform. Die muss bei Verstössen gegen die Nutzungsbedingungen handeln, auch in Fällen von Diebstahl. In anderen Fällen wird ja zunehmend schon so verfahren .....
Kiwikopf
Beiträge: 48
Registriert: Fr 3. Aug 2018, 14:59
Wohnort: Paderborn

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Kiwikopf » Mi 7. Nov 2018, 22:23

Scheinbar ist es immernoch nicht angekommen, dass Youtube bereits Urheberrechtsverletzungen sanktioniert, sofern es sich wirklich um eine handelt. Bei 3 "Strikes" wird ein Kanal gelöscht. Andersweitig werden die Videos offline genommen oder der Eigentümer bezieht von Youtube Geld, wie ich bereits geschrieben habe. Sie müssen die Faktenlage anerkennen. Denn dann wird ihnen klar wie absurd diese neuen Regelungen sind. Die drohende Filterung steht in keinem Kontext zum angeblichen Verlust der Unternehmen, die ihres geistigen und kreativen Eigentums "beraubt" wurden.
"Eine sehr schlaue Aussage" - Ein sehr schlauer Mensch
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 34628
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 7. Nov 2018, 23:09

ThorsHamar hat geschrieben:(07 Nov 2018, 21:59)

Im Grunde scheissen diese User "ihre" Platform ja an....

Nein, die scheißen nur sich selber an.

Google/YT müsste bei der Anmeldung tatsächlich reale Klardaten abfragen.

Die IP war bisher völlig ausreichend, peer-to-peer Netzwerke wie Bittorrent fragen auch keine Klardaten ab, da werden die Leute auch erwischt und verknackt. Die neue Gesetzeslage wird aber immer mehr User Richtung VPN treiben, damit sind die IPs dann auch in anderen Netzwerken geschützt. Ein weiterer Schuss ins Knie der Rechteinhaber.

Solange sowas aber nicht passiert, liegt die Haftung für Diebstahl eben bei der Platform.

Wenn Einbrecher mit dem Mercedes zum Einbruch fahren, liegt die Haftung für den Diebstahl auch nicht bei Mercedes.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Uffhausen
Beiträge: 388
Registriert: Mi 14. Dez 2016, 22:33

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Mi 7. Nov 2018, 23:20

Kiwikopf hat geschrieben:(07 Nov 2018, 22:23)

Scheinbar ist es immernoch nicht angekommen, dass Youtube bereits Urheberrechtsverletzungen sanktioniert, sofern es sich wirklich um eine handelt. Bei 3 "Strikes" wird ein Kanal gelöscht.

Es gibt doch bspw. auch in solchen Foren wie diesem hier die Problematik der Doppel- oder Mehrfachaccounts - Youtube, Facebook & Co wird es diesbezüglich bestimmt nicht besser ergehen - somit sind derlei Sanktionen, wie du sie schilderst erstmal herzlich wirkungslos.

Eine Sperrung oder Löschung von Youtube bedeutet doch nicht, dass es dir fortan unmöglich ist, dich jemals wieder anzumelden. Brauchst dich nur neu anmelden. Und bis die dann merken, dass es wieder oder verbotenerweise du bist, kannst du dein Zeugs aus dem gesperrten/gelöschten Kanal neu hochladen und somit anderen Nutzern wieder zur Verfügung stellen.
"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 7185
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 7. Nov 2018, 23:40

Uffhausen hat geschrieben:(07 Nov 2018, 23:20)

Es gibt doch bspw. auch in solchen Foren wie diesem hier die Problematik der Doppel- oder Mehrfachaccounts - Youtube, Facebook & Co wird es diesbezüglich bestimmt nicht besser ergehen - somit sind derlei Sanktionen, wie du sie schilderst erstmal herzlich wirkungslos.

Eine Sperrung oder Löschung von Youtube bedeutet doch nicht, dass es dir fortan unmöglich ist, dich jemals wieder anzumelden. Brauchst dich nur neu anmelden. Und bis die dann merken, dass es wieder oder verbotenerweise du bist, kannst du dein Zeugs aus dem gesperrten/gelöschten Kanal neu hochladen und somit anderen Nutzern wieder zur Verfügung stellen.

Dir ist klar das hinter sehr vielen Accounts eine Selbstständigkeit steht, so komplett mit Steuernummer und Anschrift?
Licht und Dunkel
Uffhausen
Beiträge: 388
Registriert: Mi 14. Dez 2016, 22:33

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Mi 7. Nov 2018, 23:58

Ein Terraner hat geschrieben:(07 Nov 2018, 23:40)

Dir ist klar das hinter sehr vielen Accounts eine Selbstständigkeit steht, so komplett mit Steuernummer und Anschrift?


Und was ist mit den sehr vielen anderen Accounts, bei denen keine komplette Steuernummer und Anschrift angegeben ist, hm?
"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 7185
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Do 8. Nov 2018, 00:08

Uffhausen hat geschrieben:(07 Nov 2018, 23:58)

Und was ist mit den sehr vielen anderen Accounts, bei denen keine komplette Steuernummer und Anschrift angegeben ist, hm?

Die bekommen auch kein Geld von YouTube. Aber jetzt sag mal wenn YouTube jetzt Gronkh löscht, der verdient sein Geld mit Youtube durch Lets Plays usw.. denkst du der meldet sich dann unter anderem Namen wieder an und lädt sein Zeug wieder hoch nachdem ihm YouTube seine berufliche Existenz gelöscht hat?

Vor allem, wenn YouTube EU Accounts löscht, wieso denkst du das das man aus der EU wieder Accounts erstellen kann?
Licht und Dunkel
Uffhausen
Beiträge: 388
Registriert: Mi 14. Dez 2016, 22:33

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Do 8. Nov 2018, 02:48

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Nov 2018, 00:08)
Aber jetzt sag mal wenn YouTube jetzt Gronkh löscht, der verdient sein Geld mit Youtube durch Lets Plays usw.. denkst du der meldet sich dann unter anderem Namen wieder an und lädt sein Zeug wieder hoch nachdem ihm YouTube seine berufliche Existenz gelöscht hat?

Wäre jemand wie dieser Gronkh denn von Löschung betroffen? Was ist er für Youtube? Ist er

- ein sehr erfolgreicher privater Nutzer von Youtube?
- aufgrund seines privaten Erfolges mittlerweile Angestellter bei Youtube?
- aufgrund seines privaten Erfolges mittlerweile Angestellter bei einem Gamingunternehmen und deren offizieler (Werbe-)Vertreter auf Youtube?

Als privater Nutzer wird wohl sicher gelöscht werden.
Als Angestellter bei Youtube eventuell - kommt drauf an, ob Youtube ihn im offiziellen Auftrag eines Gamingunternehmens angestellt hat.
Als Unternehmens- oder Konzernangestellter hat er wohl nichts zu befürchten. Sein Arbeitgeber zahlt ja dann an Youtube.

Ich weiß freilich nicht, ob alles sich tatsächlich so verhält, nur so stelle ich mir das grade vor.

Vor allem, wenn YouTube EU Accounts löscht, wieso denkst du das das man aus der EU wieder Accounts erstellen kann?

Ich meinte, dass es aktuell so einfach möglich ist. Wie es nach evt. Löschungen aufgrund Artikel 13 aussieht, weiß ich nicht.

Aber die Accounts könnten wieder neuerstellt werden, bzw. wieder zugängig gemacht werden, sollten sie vielleicht nur gesperrt sein. Man kann doch bestimmt von seinem Urheberrechtsschutz zurücktreten o. ä.? Kann mir sehr gut vorstellen, dass das einige Urheber/Rechteinhaber machen werden, weil Youtube eben aufgrund seiner weltweiten Marktbeherrschung die beste Werbeplattform ist, die man sich vorstellen kann. Selbst, wenn private Nutzer nicht gezielt mit bspw. Schminkprodukten werben, sondern sie einfach nur benutzen und anbei Namen und Hersteller erwähnen.

Oder wie war das seinerzeit zwischen Youtube und der Gema (?), als zig Musikvideos in Deutschland nicht abrufbar waren? Die haben sich doch irgendwie auf irgendwas geeinigt und schwupps waren die Videos wieder abrufbar. Vielleicht kommt sowas ja wieder, nur halt einige Nummern größer. Wir werden sehen. ;)
"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 34628
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Nov 2018, 09:00

Uffhausen hat geschrieben:(07 Nov 2018, 23:20)

Es gibt doch bspw. auch in solchen Foren wie diesem hier die Problematik der Doppel- oder Mehrfachaccounts - Youtube, Facebook & Co wird es diesbezüglich bestimmt nicht besser ergehen - somit sind derlei Sanktionen, wie du sie schilderst erstmal herzlich wirkungslos.

Ein Grund mehr, Strafverfolgung wieder in die Hände der Strafverfolgungsbehörden zu geben, nach einer angemessenen Strafe wird sich so jemand dreimal überlegen, ob er so eine Aktion wiederholt.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Der Neandertaler
Beiträge: 1631
Registriert: Sa 12. Jul 2008, 02:48
Benutzertitel: Experimentální králíci

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Der Neandertaler » Do 8. Nov 2018, 09:01

Hallo Tom.
Tom Bombadil hat geschrieben:... alle Bürger, ... vorab strengstens überwacht werden ... einmalig in der Juristerei, ... verurteilte Kinderficker nur auch rund um die Uhr überwachen, ... geht gar nicht, das ist ja gegen die Menschenrechte. ...
Da hast Du aber Deinen Frust in und aus allen Teilen herausgelassen?!?!
    ... ob berechtigt und mit Fakten belet - egal, wie im Schlußverkauf:
      alles muß raus!
OK, fangen wir hinten an. Den Rest, den ich nicht Stichwortartig zitiert habe, entspriht nicht unbedingt drem guten und ausgeglichenm Ton, den man von einem aufgeklärten Menschen erwarten darf. Zumal er die Haltung der Industreie widergibt - Tenor:
    jedwede Einschränkung unsere freien Geschäftsgrundlage gefährdet Arbeitsplätze!
Zu Deinem "... einmalig in der Juristerei":
    bis vor Kurzem war es immrer noch so, daß Anbierter, etwa eines kostenlosen Internets - Stichwort: Freifunk!, ... daß diese für Verfehlungen hafteten, die Zugangsberechtigte begangen haben. Wenn ich also in einem Hotel, welches kostenlosen Internetzugang angeboten hat, mir etwa Musik oder sonstige Urheber geschütze Inhalte heruntergeladen habe, wurde der Inhaber des Internets belangt - nicht der Täter!
Thema "verurteilte Kinderficker" (intelligente Wortwahl) und "gegen die Menschenrechte":
    Sagt Dir das Stichwort Fußfessel etwas? Gut! Auch diese Form der Überwachung ist nicht hundertprozentig.
À propos:
    "verurteilte Kinderficker" werden häufig, abhängig von der Schwere ihrer Tat, zu zusätzlicher und anschließender "Sicherungsverwahrung" ... also zur Therapieunterbringung verurteilt - was unter Umständen bedeuten könnte:
      sie kommen nie wieder in Freiheit.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 7185
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Do 8. Nov 2018, 09:03

Uffhausen hat geschrieben:(08 Nov 2018, 02:48)

Wäre jemand wie dieser Gronkh denn von Löschung betroffen? Was ist er für Youtube? Ist er

- ein sehr erfolgreicher privater Nutzer von Youtube?
- aufgrund seines privaten Erfolges mittlerweile Angestellter bei Youtube?
- aufgrund seines privaten Erfolges mittlerweile Angestellter bei einem Gamingunternehmen und deren offizieler (Werbe-)Vertreter auf Youtube?

Als privater Nutzer wird wohl sicher gelöscht werden.
Als Angestellter bei Youtube eventuell - kommt drauf an, ob Youtube ihn im offiziellen Auftrag eines Gamingunternehmens angestellt hat.
Als Unternehmens- oder Konzernangestellter hat er wohl nichts zu befürchten. Sein Arbeitgeber zahlt ja dann an Youtube.

Ich weiß freilich nicht, ob alles sich tatsächlich so verhält, nur so stelle ich mir das grade vor.


Angestellter bei Youtube ? Kannst du dich jetzt bitte mal erkundigen wie das bei Youtube überhaupt funktioniert bevor du hier weiterdiskutierst.


Ich meinte, dass es aktuell so einfach möglich ist. Wie es nach evt. Löschungen aufgrund Artikel 13 aussieht, weiß ich nicht.

Aber die Accounts könnten wieder neuerstellt werden, bzw. wieder zugängig gemacht werden, sollten sie vielleicht nur gesperrt sein. Man kann doch bestimmt von seinem Urheberrechtsschutz zurücktreten o. ä.? Kann mir sehr gut vorstellen, dass das einige Urheber/Rechteinhaber machen werden, weil Youtube eben aufgrund seiner weltweiten Marktbeherrschung die beste Werbeplattform ist, die man sich vorstellen kann. Selbst, wenn private Nutzer nicht gezielt mit bspw. Schminkprodukten werben, sondern sie einfach nur benutzen und anbei Namen und Hersteller erwähnen.

Oder wie war das seinerzeit zwischen Youtube und der Gema (?), als zig Musikvideos in Deutschland nicht abrufbar waren? Die haben sich doch irgendwie auf irgendwas geeinigt und schwupps waren die Videos wieder abrufbar. Vielleicht kommt sowas ja wieder, nur halt einige Nummern größer. Wir werden sehen. ;)


Wenn Youtube löschen sagt, das meinen die auch löschen. Das passiert aktuell auch schon bei diversen Verstößen gegen die AGB.
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 34628
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Nov 2018, 09:06

Uffhausen hat geschrieben:(08 Nov 2018, 02:48)

Wäre jemand wie dieser Gronkh denn von Löschung betroffen?

Selbstverständlich wäre er das. Wer will denn kontrollieren, ob Gronkh nicht auch mal ein Spiel über Youtube zeigt, bei dem das nicht gestattet ist? Was ist mit der Musik, die in Spielen läuft (siehe GTA-Serie)? Was ist, wenn er ein Radio im Hintergrund laufen hat und diese Musik wird dann mit aufgezeichnet und gesendet. Dafür müsste Youtube dann die Strafe zahlen und dieses Risiko gibt es ja nicht nur bei diesem einem Youtuber sondern bei vielen Millionen eruopäischer User.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Der Neandertaler
Beiträge: 1631
Registriert: Sa 12. Jul 2008, 02:48
Benutzertitel: Experimentální králíci

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Der Neandertaler » Do 8. Nov 2018, 09:29

Ein Terraner hat geschrieben:Die aktuelle Gesetzgebung ist das auf jeden Fall.
Die aktuelle "Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)" ist weitgehend und in Teilen lediglich eine Anpassung des unrsprüglichen (analogen) UrhG an digetale Technologien. Das heißt. was jetzt verboten ist, war eventuell schon vorher verboten - es wird nur jetzt konkreter benannt. Vorher war wohl jedem klar, daß man nicht einfach (und ohne Hinweis) etwas aus einem Buch kopieren und veröffentlichen darf. In Zeiten des Internets haben sich einige Irrtümer eingeschlichen - besonders deswegen, weil sich das UrhG ja primär auf (analoge) Bücher etc. bezog. Das Urheberrecht schützt nicht alles, sondern grundsätzlich nur solche Werke, die eine gewiße "Schöpfungshöhe" erreichen. Dies sollte etwa durch ein Copyright-Zeichen dokumentiert werden - allerdings: nicht alles, was durch ein solches Zeichen gekennzeichnet ist, verdient letztendlich diesen Schutz. Soll heißen:
    eine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen und nicht etwa einer Maschine sollte erkennbar vorhanden sein.
Nochmal:
    bei diesem Gesetz handelt es sich in erster Linie um eine Anpassung eines ursprünglichen (analogen) Gesetzgebung an unsere heutige digetale Zeit!
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Benutzeravatar
Der Neandertaler
Beiträge: 1631
Registriert: Sa 12. Jul 2008, 02:48
Benutzertitel: Experimentální králíci

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Der Neandertaler » Do 8. Nov 2018, 09:36

Hallo Uffhausen.
Uffhausen hat geschrieben:... vielleicht könnten kleine, nationale und unabhängigere Plattformen besseren Schutz vor jeweiligen Gesetzesverstößen bieten, als so ein riesiges, undurchdringbares und folglich auch unbezwingbares Gebilde wie das jetztige globale Youtube.
Deshalb arbeitet Facebook in Sachen Erkennen von FakeNews inzwischen mit dem Recherche-Portal Correctiv zusammen.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Vorstand
Beiträge: 16092
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 8. Nov 2018, 09:39

Der Neandertaler hat geschrieben:(08 Nov 2018, 09:29)

Die aktuelle "Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)" ist weitgehend und in Teilen lediglich eine Anpassung des unrsprüglichen (analogen) UrhG an digetale Technologien. Das heißt. was jetzt verboten ist, war eventuell schon vorher verboten - es wird nur jetzt konkreter benannt. Vorher war wohl jedem klar, daß man nicht einfach (und ohne Hinweis) etwas aus einem Buch kopieren und veröffentlichen darf. In Zeiten des Internets haben sich einige Irrtümer eingeschlichen - besonders deswegen, weil sich das UrhG ja primär auf (analoge) Bücher etc. bezog. Das Urheberrecht schützt nicht alles, sondern grundsätzlich nur solche Werke, die eine gewiße "Schöpfungshöhe" erreichen. Dies sollte etwa durch ein Copyright-Zeichen dokumentiert werden - allerdings: nicht alles, was durch ein solches Zeichen gekennzeichnet ist, verdient letztendlich diesen Schutz. Soll heißen:
    eine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen und nicht etwa einer Maschine sollte erkennbar vorhanden sein.
Nochmal:
    bei diesem Gesetz handelt es sich in erster Linie um eine Anpassung eines ursprünglichen (analogen) Gesetzgebung an unsere heutige digetale Zeit!


Die DSGVO ist eine andere Baustelle ;)
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
Der Neandertaler
Beiträge: 1631
Registriert: Sa 12. Jul 2008, 02:48
Benutzertitel: Experimentální králíci

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Der Neandertaler » Do 8. Nov 2018, 09:47

Uffhausen hat geschrieben:Aber ich darf mich nicht finanziell bereichern, also dieses fremde Eigentum gewerblich vertreiben; bspw. eine Musikdatei gegen Bezahlung an jemanden verkaufen.
Genau darum geht's: wer sich damit und dadurch bereichert?

Warum verbieten etwa Hotels oder sonstige Einrichtungen, wie etwa Musicals oder auch Fernsehprogramme etc. keine Verbreitung ihrer Ausschnitte, die sie selber vorher in YouTube verbreitet haben - was ja im Grundenommen auch eine Urherrechtsverletzung darstellt? Es ist schlicht gesagt:
    Werbung!
Stellt es aber keine Werbung da ... ist damit das Urherrecht eines Dritten betroffen, der eventuell von seinem Werk ... von seiner geistigen Schöpfung leben muß, stellt sich die Frage: wer bereichert sich dadurch und mit der Urherrechtsverletzung? Der User nicht! Also muß der Gesetzgeber sich an den Plattformbetreiber halte - denn er verdient ja damit.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Vorstand
Beiträge: 16092
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 8. Nov 2018, 09:58

Kiwikopf hat geschrieben:(07 Nov 2018, 22:23)

Die drohende Filterung steht in keinem Kontext zum angeblichen Verlust der Unternehmen, die ihres geistigen und kreativen Eigentums "beraubt" wurden.


Das ist schon mal der falsche Ansatz. Es geht beim Urheberrecht primär nicht darum, ob ein Schaden oder ein Verlust entsteht. Es geht primär darum, dass einzig und allein der Rechteinhaber darüber entscheiden kann, auf welche Art und Weise er sein Werk verbreitet oder veröffentlicht.

Ob bei einem Verstoß gegen das Urheberrecht ein Schaden entsteht oder nicht, ist erst mal irrelevant.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 34628
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Nov 2018, 10:09

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(08 Nov 2018, 09:58)

Es geht primär darum, dass einzig und allein der Rechteinhaber darüber entscheiden kann, auf welche Art und Weise er sein Werk verbreitet oder veröffentlicht.

Wenn dieses selbstverständlich vorhandene und zu beachtende Recht aber zu einem tiefgreifenden Einschnitt in die Menschenrechte führt, dann läuft da etwas falsch. "Eine Zensur findet nicht statt" können wir jedenfalls aus der Verfassung streichen, seien es menschliche Zensoren oder "Uploadfilter", die Zensur findet sehr wohl statt und zwar auf Anweisung des Staates, der die EU-Richtlinie in Gesetzesform gießt.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 23163
Registriert: Di 19. Mai 2009, 21:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon ThorsHamar » Do 8. Nov 2018, 11:14

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Nov 2018, 23:09)

Nein, die scheißen nur sich selber an.

Ja, letztlich dann natürlich sich selbst ....

Die IP war bisher völlig ausreichend, peer-to-peer Netzwerke wie Bittorrent fragen auch keine Klardaten ab, da werden die Leute auch erwischt und verknackt. Die neue Gesetzeslage wird aber immer mehr User Richtung VPN treiben, damit sind die IPs dann auch in anderen Netzwerken geschützt. Ein weiterer Schuss ins Knie der Rechteinhaber.


Eine IP ist leichter zu benutzen als ein falscher Personalausweis.

Wenn Einbrecher mit dem Mercedes zum Einbruch fahren, liegt die Haftung für den Diebstahl auch nicht bei Mercedes.


Das trifft aber den Sachverhalt nicht ganz. Wenn der Mercedes Eigentum der Firma Benz ist und durch die Modalitäten des Verleihs an User Straftaten durch User erst ermöglicht werden, haftet auch die Firma mit und/oder muss die Modalitäten so ändern, dass Straftaten unwahrscheinlicher werden ....
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 23163
Registriert: Di 19. Mai 2009, 21:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon ThorsHamar » Do 8. Nov 2018, 11:18

Der Neandertaler hat geschrieben:(08 Nov 2018, 09:29)

Die aktuelle "Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)" ist weitgehend und in Teilen lediglich eine Anpassung des unrsprüglichen (analogen) UrhG an digetale Technologien. Das heißt. was jetzt verboten ist, war eventuell schon vorher verboten - es wird nur jetzt konkreter benannt. Vorher war wohl jedem klar, daß man nicht einfach (und ohne Hinweis) etwas aus einem Buch kopieren und veröffentlichen darf. In Zeiten des Internets haben sich einige Irrtümer eingeschlichen - besonders deswegen, weil sich das UrhG ja primär auf (analoge) Bücher etc. bezog. Das Urheberrecht schützt nicht alles, sondern grundsätzlich nur solche Werke, die eine gewiße "Schöpfungshöhe" erreichen. Dies sollte etwa durch ein Copyright-Zeichen dokumentiert werden - allerdings: nicht alles, was durch ein solches Zeichen gekennzeichnet ist, verdient letztendlich diesen Schutz. Soll heißen:
    eine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen und nicht etwa einer Maschine sollte erkennbar vorhanden sein.
Nochmal:
    bei diesem Gesetz handelt es sich in erster Linie um eine Anpassung eines ursprünglichen (analogen) Gesetzgebung an unsere heutige digetale Zeit!


So ist es korrekt beschrieben. :thumbup:

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste