Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

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Uffhausen
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Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Di 6. Nov 2018, 15:41

Ich möchte gerne die "Message" hinterfragen, welche dieses Video in meinen Augen transportiert:

Warum es Youtube nächstes Jahr nicht mehr gibt

Soll/Kann man das ernst nehmen, es als x-beliebiges Unterhaltungsvideo betrachten oder doch eher als dumm-naive Ahnungslosigkeit einordnen, von bequemorientierten Fanatikern, die - nur, weil sie mit Social-Media aufgewachsen sind und sich folglich ein Leben ohne nicht vorstellen können - tatsächlich das Internet als rechtsfreien Raum verstehen und somit aus purer "Dramatisierung" mit Verlust der Meinungsfreiheit argumentieren?

Kernaussage des Videos ist ja, dass Youtube & Co ihre Inhalte drastisch reduzieren werden, um sich vor eventuellen Millardenklagen zu schützen, die aus Urheberrechtsverletzungen herrühren - und deshalb sei unsere Meinungfreiheit in Gefahr, wogegen protestiert werden müsse.

Daraus stellen sich mir folgene Fragen:

1.) Warum sind freie Meinungsäußerung und Urheberrechtsverletzung abhängig voneinander? Ist freie Meinungsäußerung ohne Urheberrechtsverletzung möglich? Haben Einschränkungen bei virtueller Meinungsfreiheit (z. B. Löschen von Videos und Kanälen bei Youtube) Auswirkungen auf die reale Meinungsfreiheit? Geht die Welt ohne virtuelle Alternative unter?

2.) Warum ist unsere Meinungsfreiheit abhängig von den Finanzen von Youtube, Facebook, Instadingenskirchen & Co? Ist jemand wie Marc Zuckerberg zum Multimilliardär geworden, nur weil Meinungsfreiheit herrscht - oder weil er unsere persönlichen Daten und unsere virtuellen Verhaltensweisen an die Werbeindustrie verkauft? Ist zumindest die virtuelle Meinungsfreiheit nicht tatsächlich zum gewinnorientierten Geschäftsmodell geworden?

3.) Warum soll man dagegen sein, dass Urheber und Rechteinhaber (Autoren, Verlage, Künstler, Fotografen, Musik- und Filmschaffende usw.) zu ihrem Lohn kommen; warum erwarten Social-Media-Nutzer und -Betreibende heutzutage, über Fremdeigentum bedingungslos und kostenlos verfügen zu dürfen? Würden sie das auch noch so sehen, wenn es sie selber beträfe? Geht es Betreibern von Youtube-Kanälen, die bspw. Schminktipps beinhalten, darum, ihre Meinung frei zu äußern oder sind ihnen nicht die Aufrufe wichtiger, die darüber entscheiden, wieviel Geld sie mit ihren Videos verdienen?
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 6. Nov 2018, 16:02

Dieses Neulandgedöns stört doch nur bei der Arbeit und beim Steuergeld verdienen. Brauchen wir also nicht :cool:
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Di 6. Nov 2018, 17:03

Die großen Plattformen werden Europa einfach abklemmen, wieso sollten sie auch irgendwas riskieren?

Da kommt dann "Ihr Land ist zu Rückständig für dieses Angebot" und der halbe Kontinent darf wieder über Proxy surfen.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 6. Nov 2018, 21:31

Wie ist das eigentlich: wenn ich jemanden anrufe, der stellt das Telefon auf Lautsprecher und 50 Leute hören mit, und ich denen über das Telefon ein Lied von Lady Gaga vorspiele, ist dann die Telekom haftbar wegen Urheberrechtsverletzung?
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Di 6. Nov 2018, 22:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Nov 2018, 21:31)

Wie ist das eigentlich: wenn ich jemanden anrufe, der stellt das Telefon auf Lautsprecher und 50 Leute hören mit, und ich denen über das Telefon ein Lied von Lady Gaga vorspiele, ist dann die Telekom haftbar wegen Urheberrechtsverletzung?


In einem solchen Fall wird wohl die Gema zuständig sein - vorrausgesetzt, einer der 50 Zuhörer ist ein bezahlter Spitzel.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Kiwikopf » Di 6. Nov 2018, 22:08

Wie soll man beispielsweise die Qualität eines Videospiels neutral darstellen, wenn man gar kein Videomaterial benutzen kann, weil große Plattformen präventiv alles blockieren müssen? Im Zweifel schaffen es dann nur noch die Inhalte auf eine Webseite, die ein gewisses Produkt - warum auch immer- nur positiv darstellen, obwohl es eklatante Makel enthält. Wie gerecht ist es, ein 10 Minütiges Video löschen zu müssen, weil man 5 Sekunden lang ein Filmausschnitt gezeigt hat der etwas hervorheben soll?


... tatsächlich das Internet als rechtsfreien Raum verstehen


Uploadfilter gibt es auf großen Plattformen schon. Wird eine Urheberrechtsverletzung auf Youtube erkannt, kann der entsprechende Urheber das Video löschen lassen oder direkt von Youtube an den Werbeeinnahmen verdienen.

Mit Artikel 13 haften nun die Plattformen finanziell wenn sich eine Urheberrechtsverletzung durch den Filter schleicht.

Die logische Konsequenz ist nun also, dass die Firmen die Filtereinstellungen verschärfen und erstmal alles löschen. Und dies ist in der Tat ein Problem und hindert den offenen Austausch von Gedanken im Internet.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Di 6. Nov 2018, 23:01

Kiwikopf hat geschrieben:(06 Nov 2018, 22:08)

Wie soll man beispielsweise die Qualität eines Videospiels neutral darstellen, wenn man gar kein Videomaterial benutzen kann, weil große Plattformen präventiv alles blockieren müssen? Im Zweifel schaffen es dann nur noch die Inhalte auf eine Webseite, die ein gewisses Produkt - warum auch immer- nur positiv darstellen, obwohl es eklatante Makel enthält. Wie gerecht ist es, ein 10 Minütiges Video löschen zu müssen, weil man 5 Sekunden lang ein Filmausschnitt gezeigt hat der etwas hervorheben soll?

Grundsätzliche Frage: Braucht es zur virtuellen Meinungsäußerung UNBEDINGT derartiges zusätzliches (evt. geschütztes!) Anschauungs- oder Anhörungsmaterial? Ist die eigene Meinung allein nicht glaubwürdig und interessant genug?

Wenn ich mir so manche Videos von sogenannten "Influencern" anschaue, die nur über eine belanglose Alltäglichkeit berichten und gefühlt die Hälfte des Videos mit irgendwelchem reingeschnittenen Zeugs "vollgemüllt" ist, macht das das Video vielleicht sehenswert, aber die eigentliche Nachricht geht dabei völlig unter.

Was ist denn wichtiger - die simple Möglichkeit, seine Meinung kund zutun, oder das ganze schmückende, unterstreichende, belustigende aber letztlich doch unnötige bis nervende Zeugs drumrum?

Die logische Konsequenz ist nun also, dass die Firmen die Filtereinstellungen verschärfen und erstmal alles löschen. Und dies ist in der Tat ein Problem und hindert den offenen Austausch von Gedanken im Internet.

Das Internet besteht doch nicht nur aus Social Media, offener virtueller Austausch von Gedanken ist ohne jeden Zweifel weiters möglich. Nur vielleicht nicht mehr so einfach auf Youtube & Co. Womöglich werden alternative und entsprechende Plattformen geboren. Schlimm?
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Di 6. Nov 2018, 23:20

Uffhausen hat geschrieben:(06 Nov 2018, 23:01)

Schlimm?

Nein, unmöglich. Die Auflagen die dieses Gesetzt stellt ist eine technologische und physikalische Unmöglichkeit, ähnlich den Grenzwerten bei Diesel.

Was sollen diese neuen Plattformen denn großartig anders machen als die schon existierenden?
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Mi 7. Nov 2018, 00:19

Ein Terraner hat geschrieben:(06 Nov 2018, 23:20)
Nein, unmöglich. Die Auflagen die dieses Gesetzt stellt ist eine technologische und physikalische Unmöglichkeit, ähnlich den Grenzwerten bei Diesel.

Warum argumentieren Youtube & Co dann nicht damit?

Warum erzählen sie uns stattdessen was von Verlust von Meinungsfreiheit, bzw. drohen mit Kanal-Sperren?
Was sollen diese neuen Plattformen denn großartig anders machen als die schon existierenden?

Vielleicht in erster Linie nicht so übergroß und so übermachtig und so unkontrollierbar werden wie die bestehenden, so dass man hinterher bei Umgang mit Problemen nicht von "unmöglich" sprechen muss... :rolleyes:
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 7. Nov 2018, 08:57

Uffhausen hat geschrieben:(07 Nov 2018, 00:19)

Warum argumentieren Youtube & Co dann nicht damit?

Warum erzählen sie uns stattdessen was von Verlust von Meinungsfreiheit, bzw. drohen mit Kanal-Sperren?

Weil es für Youtube der einfachere Weg ist, ihre Filter KI funktioniert nicht, und was bleibt dann noch.

Vielleicht in erster Linie nicht so übergroß und so übermachtig und so unkontrollierbar werden wie die bestehenden, so dass man hinterher bei Umgang mit Problemen nicht von "unmöglich" sprechen muss... :rolleyes:

Und die kleineren Plattformen zaubern jetzt eine funktionierende Filter KI aus dem Hut oder an was hast du da gedacht ?
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Der Neandertaler » Mi 7. Nov 2018, 09:13

Hallo Uffhausen.
Uffhausen hat geschrieben:Grundsätzliche Frage: Braucht es zur virtuellen Meinungsäußerung UNBEDINGT derartiges zusätzliches (evt. geschütztes!) Anschauungs- oder Anhörungsmaterial? Ist die eigene Meinung allein nicht glaubwürdig und interessant genug?
Wir leben nunmal in einer Gesellschaft, in der zunehmend "geliked" und "geteilt" wird - für eine eigens gebildete Meinung reicht die Zeit nicht.

Daraus ergibt sich nun ein weiteres, zunehmend größeres Problem:
    ich kann und bin meist nie zu hundert Prozent der gleichen Meinung wie der, dessen Video oder Artikel ich like oder teile, deshalb gerate ich auch sehr schnell in unruhiges Meinungsgewässer, wenn ich ihn nur oberflächlich lese und trotzdem like.
"... technologische und physikalische Unmöglichkeit, ähnlich den Grenzwerten bei Diesel."
Uffhausen hat geschrieben:Warum argumentieren Youtube & Co dann nicht damit?

Warum erzählen sie uns stattdessen was von Verlust von Meinungsfreiheit, bzw. drohen mit Kanal-Sperren?
Weil die Einhaltung dieser "technologische und physikalische Unmöglichkeit" nicht ganz unmöglich ist - es kostet nur einiges.
    ... zusätzliches Personal etwa, welches die entsprechenden Artikel oder Videos betrachtet und kontrovers und im Kontext korrekt einordnet.
Da ist eine Einrichtung von Algorithmen selbstredend einfacher. Die Gefahr dabei ist aber ... und das hat etwa Facebook gezeigt, daß dadurch auch eventuell Ironie oder Kunst nicht richtig erkannt wird, und daher durch Algorithmen "falsch" beurteilt und gelöscht wird. Da Google & Co. das weiß - daß es eben Schwierigkeiten geben kann, argumentieren sie lieber mit unterdrückter Meinungsfreiheit durch diese Verordnung und versuchen die alternativen Argumenttion zu verheimlichen - da dies nur zu vermehrten Nachfragen führen könnte. Eine Veröffentlichung von Videos ist nunml die Geschäftsgrundlage von YouTube - da würde nur etwa ein Mehr an Personal den Gewinn zusätzlich schmälern.

Nebenbei:
    momentan entsteht immer reflexartig ein Shistorm auf alles, was "von denem da oben" kommt und diese Geschäftsgrundlage gefährden könnte. Und das wohlwissend, daß bei rechtsgetreuer Anwendung einges schon vorher hätte unterbunden werden müssen ... und nicht erst durch einige "neue" Vorschriften verboten ist.
Zuletzt geändert von Der Neandertaler am Mi 7. Nov 2018, 09:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 7. Nov 2018, 09:13

MMn. ist es verfassungswidrig, wenn jemand für die Straftat oder die Ordnungswidrigkeit eines fremden Dritten haften muss, zumal man den tatsächlichen Störer über die IP ermitteln kann. Die Verordnung ist nichts weiter als ein Kniefall vor den Medien-Lobbyisten, die damit das große Abmahngeld machen wollen, obwohl der finanzielle Schaden für ihre Klienten gleich Null ist. Lustig wird es auch mit dem Versuch, Google News für Zitate inkl. links zu Zeitungen melken zu wollen :D Das sind die letzten Zuckungen von Leuten und Unternehmen, die gedanklich noch im 19. und 20. Jahrhundert leben. Natürlich geht das alles zu Lasten der Bürger, die diese Politdarsteller und Brüssel und Berlin eigentlich vertreten sollten, aber gut, Unternehmer und Aktionäre sind ja auch Bürger, die sind wichtiger, Otto Normal soll einfach das Maul halten und Steuergelder ranschaffen, dafür ist er gerade noch gut genug.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 7. Nov 2018, 09:26

Der Neandertaler hat geschrieben:(07 Nov 2018, 09:13)

"... technologische und physikalische Unmöglichkeit, ähnlich den Grenzwerten bei Diesel."Weil die Einhaltung dieser "technologische und physikalische Unmöglichkeit" nicht ganz unmöglich ist - es kostet nur einiges.
    ... zusätzliches Personal etwa, welches die entsprechenden Artikel oder Videos betrachtet und kontrovers und im Kontext korrekt einordnet.


Nur spricht das Gesetz von Filtertechnologie die Implementiert werden muss, im nachhinein prüfen passiert ja jetzt auch schon.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Der Neandertaler » Mi 7. Nov 2018, 09:47

Ein Terraner hat geschrieben:Nur spricht das Gesetz von Filtertechnologie die Implementiert werden muss, im nachhinein prüfen passiert ja jetzt auch schon.
Selbstverständlich verlangt das Gesetz einen Filter, der diverses unterbindet. Es wird aber nirgends verlangt, daß dies durch Algorithmen zu geschehen hat - dies ist eine Erfindung der Konzerne ... weil es billiger ist. Der Fall Facebook - in dem Algorithmen selbstständig "Fake News" erkennen sollten, hat gezeigt, daß ein Algorithmus diverse Nachteile hat - deshalb die menschliche (Nach-) Kontrolle. Nun setzt Facebook auf über 10.000 neue Mitarbeiter, die Nutzer besser vor politischer Unterdrückung, Falschmeldungen und anderen Bedrohungen schützen sollen.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 7. Nov 2018, 10:04

Der Neandertaler hat geschrieben:(07 Nov 2018, 09:47)

Selbstverständlich verlangt das Gesetz einen Filter, der diverses unterbindet. Es wird aber nirgends verlangt, daß dies durch Algorithmen zu geschehen hat - dies ist eine Erfindung der Konzerne ... weil es billiger ist. Der Fall Facebook - in dem Algorithmen selbstständig "Fake News" erkennen sollten, hat gezeigt, daß ein Algorithmus diverse Nachteile hat - deshalb die menschliche (Nach-) Kontrolle. Nun setzt Facebook auf über 10.000 neue Mitarbeiter, die Nutzer besser vor politischer Unterdrückung, Falschmeldungen und anderen Bedrohungen schützen sollen.


Menschliche Prüfung sind genauso fehlerbehaftet, stell dir mal vor was man da wissen und kennen muss um eine richtige Entscheidung zu treffen. Da wird dann auch aus Sicherheit blind gelöscht gelöscht, das läuft dann genau auf das gleiche hinaus.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Mi 7. Nov 2018, 11:54

Ein Terraner hat geschrieben:(07 Nov 2018, 08:57)
Weil es für Youtube der einfachere Weg ist, ihre Filter KI funktioniert nicht, und was bleibt dann noch.

Wie bitte? Es ist der einfachere Weg? :eek:

Das heißt doch nichts anderes, dass Youtube & Co ganz bewusst die Welt BELÜGEN, wenn sie was von Unterdrückung der Meinungsfreiheit erzählen.

Ja, lügen ist einfach - aber auch riskant. Seltsam; Politik strafen wir selbst für vermeintliche Lügen ab - gewinnoriertiere Wirtschaftunternhemen jedoch nicht. Wenn ich da bspw. an VW denke und den Dieselskandal. Beschert hat denen ihre Lügerei nicht anderes als Rekordabsatzzahlen... wow, was für eine kranke Welt und was für abgrundtief dummes Volk! :dead:


Und die kleineren Plattformen zaubern jetzt eine funktionierende Filter KI aus dem Hut oder an was hast du da gedacht?

In technischen Sachen kenne ich mich nicht aus. Ich dachte in erster Linie, vielleicht könnten kleine, nationale und unabhängigere Plattformen besseren Schutz vor jeweiligen Gesetzesverstößen bieten, als so ein riesiges, undurchdringbares und folglich auch unbezwingbares Gebilde wie das jetztige globale Youtube.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 7. Nov 2018, 12:12

Uffhausen hat geschrieben:(07 Nov 2018, 11:54)

In technischen Sachen kenne ich mich nicht aus. Ich dachte in erster Linie, vielleicht könnten kleine, nationale und unabhängigere Plattformen besseren Schutz vor jeweiligen Gesetzesverstößen bieten, als so ein riesiges, undurchdringbares und folglich auch unbezwingbares Gebilde wie das jetztige globale Youtube.


Weil kleinere Plattformen leichter zu verklagen sind, oder welchen Mechanismus soll das besseren Schutz bieten ?

Schau mal, eine funktionierende Technologie gibt es für dieses Problem nicht und wird es vermutlich auch nie geben, die hier zu prüfenden Datenmengen dürften auch die neusten Supercomputer in die Knie zwingen. Überleg mal was da geprüft werden muss, Text, Audio, Bild, Ist es ein Filmauschnitt, ist er verkleinert oder gespiegelt, ist es Originalton, nachgesprochen, betrift es nur den Text ..... und diese ganzen Varianten vergleichst du nun zwischen dem Upload und sämtlichen Urheberrechtlich Geschützen Werken.
Eine menschliche Prüfung ist dadurch noch unsicherer, soviel kann ein Mensch gar nicht wissen um zu entscheiden ob das nun gegen das Urheberrecht verstößt oder nicht. Dann kommt noch dazu das kleinerer Plattformen und StartUps auch richtig viel Ressourcen dafür haben um das zu prüfen. Am Ende bleibt einfach nur Uploades zu unterbinden da es der einzige Weg ist um sicher zu sein.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Mi 7. Nov 2018, 12:16

Der Neandertaler hat geschrieben:(07 Nov 2018, 09:13)

Wir leben nunmal in einer Gesellschaft, in der zunehmend "geliked" und "geteilt" wird - für eine eigens gebildete Meinung reicht die Zeit nicht.

Aber ich kann doch auch etwas "liken" und "teilen", was nicht Fremdeigentum beinhaltet. Wenn dieses ganze Gedöns weg wäre, wären vielleicht auch die Videos kürzer und leichter zu verdauen. Und die gesparte Zeit kann man zum nachdenken benutzen! ;)

Da Google & Co. das weiß - daß es eben Schwierigkeiten geben kann, argumentieren sie lieber mit unterdrückter Meinungsfreiheit durch diese Verordnung und versuchen die alternativen Argumenttion zu verheimlichen - da dies nur zu vermehrten Nachfragen führen könnte.

Wie Ein Terraner schon geschrieben hat - es ist halt der "einfachere" Weg.

Aber das kann doch nicht die Lösung für Probleme sein. Man stelle sich vor JEDER würde so im Umgang mit Problemen agieren. Nicht die Wahrheit sagen, sondern einfach unverblümt eine Lüge aus dem Hut zaubern. Damit gewinnt man vielleicht Zeit, aber Zeit brauchen Probleme nicht, sondern Lösungen.


Eine Veröffentlichung von Videos ist nunml die Geschäftsgrundlage von YouTube - da würde nur etwa ein Mehr an Personal den Gewinn zusätzlich schmälern.

Aber die Geschäftsgrundlage erfüllt sich doch nicht, wenn Youtube bspw. EU-Europa aufgrund dieses kritischen Artikels 13 von sich abklemmt, oder unzählige Videos und Kanäle löscht. Sie werden vielleicht schwarze Zahlen schreiben, weil sie dann auch Personal einsparen könnten - aber Gewinn und Umsatz müssten wohl empfindlich nach unten korrigieren.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 7. Nov 2018, 12:23

Uffhausen hat geschrieben:(07 Nov 2018, 12:16)

Damit gewinnt man vielleicht Zeit, aber Zeit brauchen Probleme nicht, sondern Lösungen.


Dafür müsste man aber beim Urheberrecht ansetzen und nicht auf der technologischen Seite. Aktuell ist ja die erdachte Lösung, dem Internet zu verbieten zu sein was es ist. Und das wird nicht klappen, dann wird halt nicht nur ganz China über das Tor Netzwerk surfen sondern auch ganz Europa.
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Re: Keine Meinungsfreiheit ohne Urheberrechtsverletzung?

Beitragvon Uffhausen » Mi 7. Nov 2018, 12:24

Ein Terraner hat geschrieben:(07 Nov 2018, 12:12)

Schau mal, eine funktionierende Technologie gibt es für dieses Problem nicht und...

Ich glaube dir ja.

Dann lassen wir diese Problemtik weg eben weil nicht lösbar. Bleibt nur noch die unschöne Tatsache, dass Youtube & Co die Menschheit belügen - und das vollkommen grundlos, wie wir festgestellt haben.

Lassen wir uns das achselzuckend gefallen? :?:
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