"Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon jack000 » Mi 22. Aug 2018, 22:56

think twice hat geschrieben:(22 Aug 2018, 23:50)

Man sollte schon zwischen Berichten über die Schule durch die Medien und konkreten Betroffenen-Berichten unterscheiden können.

Dann unterscheide doch mal konkret!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Vongole
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Vongole » Mi 22. Aug 2018, 23:38

think twice hat geschrieben:(22 Aug 2018, 23:50)

Man sollte schon zwischen Berichten über die Schule durch die Medien und konkreten Betroffenen-Berichten unterscheiden können.


Da ich Berichte der BILD normalerweise mit absoluter Vorsicht genieße, habe ich jetzt nach anderen Zeitungen gesucht, die ich für seriös halte,
und komme zu dem Schluss, dass Frau Unzeitig durchaus recht damit hatte, sich an die Medien zu wenden.
Es ist bekannt, was sich leider an vielen Berliner Schulen abspielt, und hier ist jetzt endlich mal jemandem der Kragen geplatzt.
Offensichtlich wirklich unzeitig, denn zur gleichen Zeit musste die Bildungssenatorin einräumen, dass statt neuer Lehrer sog. LovL eingestellt werden.
Es wird mal wieder herumgedoktert, statt wirkungsvoll einzugreifen, und auf der Strecke bleiben die Kinder.
Schade, dass Frau Unzeitig Berlin verlässt, verstehen kann ich sie.
Das Ganze erinnert mich sehr an die Bemühungen von Kirsten Heisig, und wie das ausging, ist ja bekannt.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Bleibtreu » Mi 22. Aug 2018, 23:43

Vongole hat geschrieben:(23 Aug 2018, 00:38)

Da ich Berichte der BILD normalerweise mit absoluter Vorsicht genieße, habe ich jetzt nach anderen Zeitungen gesucht, die ich für seriös halte,
und komme zu dem Schluss, dass Frau Unzeitig durchaus recht damit hatte, sich an die Medien zu wenden.
Es ist bekannt, was sich leider an vielen Berliner Schulen abspielt, und hier ist jetzt endlich mal jemandem der Kragen geplatzt.[...]

So sieht es aus, meine LIebe. Der Fall zieht sich offensichtlich auch nicht zum ersten Mal durch die Medien: viewtopic.php?p=4280925#p4280925
ARD und DeutschlandFunk kann man sicherlich nicht unterstellen zu den unserioesen Medien zu gehoeren. :)
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Polibu » Mi 22. Aug 2018, 23:48

Vongole hat geschrieben:(23 Aug 2018, 00:38)
Da ich Berichte der BILD normalerweise mit absoluter Vorsicht genieße, habe ich jetzt nach anderen Zeitungen gesucht, die ich für seriös halte.


Völlig angemessen und nachvollziehbar.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Vongole » Mi 22. Aug 2018, 23:58

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Aug 2018, 00:43)

So sieht es aus, meine LIebe. Der Fall zieht sich offensichtlich auch nicht zum ersten Mal durch die Medien: viewtopic.php?p=4280925#p4280925
ARD und DeutschlandFunk kann man sicherlich nicht unterstellen zu den unserioesen Medien zu gehoeren. :)


Es macht mich wirklich wütend, wenn in so einem Fall der Überbringer der schlechten Nachrichten geköpft werden soll,
während die Verursacher geschont werden.
Es ist ja nicht nur in Berlin so, aber dort besonders schlimm, und vor allem seit Jahren bekannt, nicht nur an dieser Schule.
Kinder, wohlgemerkt, alle Kinder, sind das Kostbarste, was wir haben, und wenn da an Bildung und Teilhabe gespart wird, könnte ich an die Decke gehen. :mad2:
Aber unnötige Prachtbauten und einen im Grunde überflüssigen Flughafen hinstellen, das können sie!
Na ja, den Flughafen eher nicht. :D
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Bleibtreu » Do 23. Aug 2018, 00:06

Vongole hat geschrieben:(23 Aug 2018, 00:58)

Es macht mich wirklich wütend, wenn in so einem Fall der Überbringer der schlechten Nachrichten geköpft werden soll,
während die Verursacher geschont werden.
Es ist ja nicht nur in Berlin so, aber dort besonders schlimm, und vor allem seit Jahren bekannt, nicht nur an dieser Schule.
Kinder, wohlgemerkt, alle Kinder, sind das Kostbarste, was wir haben, und wenn da an Bildung und Teilhabe gespart wird, könnte ich an die Decke gehen. :mad2:
[...]

Ich weiss gar nicht, ob sich die SchullLeiterin wirklich von sich aus an die Medien gewandt hat oder ob es nicht den ueblichen Weg gegangen ist und man ihre Gesellschaft gesucht hat. Solche Vorkommnisse sprechen sich schliesslich herum und dann kommen die Journalisten angetrappelt und wollen Interviews und Artikel dazu schreiben. :D Solche Zustaende sind ja auch skandaloes + sollten auf keinen Fall unter den Teppich gekehrt werden! Genau aus den Gruenden, die du benennst. Da wird seit Jahren rauf und runter von besserer Integration gefaselt und man muesse mehr tun und dann wird bei solchen Faellen demonstrativ weggeschaut; ringt sich hoechstens mal leere LippenBekenntnisse aus Verlegenheit ab - aber alles bleibt wie es ist. Das ist echt nicht zu fassen! :|
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon ThorsHamar » Do 23. Aug 2018, 00:52

think twice hat geschrieben:(22 Aug 2018, 23:16)

Klar doch. Gewaltexzesse von 6 -10jaehrigen gegen Erwachsene. Lächerlich.


Mich würde wirklich mal interessieren, ob Du von Irgendetwas eine Ahnung hast.

https://web.de/magazine/politik/koerper ... d-32944842

"Körperliche Gewalt gegen Lehrer an jeder dritten Grundschule in Deutschland"

Woran wird das wohl liegen?
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon think twice » Do 23. Aug 2018, 05:16

Vongole hat geschrieben:(23 Aug 2018, 00:38)

Da ich Berichte der BILD normalerweise mit absoluter Vorsicht genieße, habe ich jetzt nach anderen Zeitungen gesucht, die ich für seriös halte,


Was hast du nun konkret gelesen?
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon think twice » Do 23. Aug 2018, 05:28

ThorsHamar hat geschrieben:(23 Aug 2018, 01:52)

Mich würde wirklich mal interessieren, ob Du von Irgendetwas eine Ahnung hast.

https://web.de/magazine/politik/koerper ... d-32944842

"Körperliche Gewalt gegen Lehrer an jeder dritten Grundschule in Deutschland"

Woran wird das wohl liegen?

Das liegt daran, dass auch du anscheinend nur die Überschriften in Sensations-Blaettchen liest. Im Text steht es nämlich anders.
Ein Viertel der Befragten (26 Prozent) berichtete sogar, dass Lehrer körperlich angegriffen wurden.

Und zwar schulformuebergreifend. Wieviele davon Grundschüler sind, überlassen ich der Fantasie des Lesers.

Und ich bleibe dabei: Lehrer, die sich von 6-10jaehrigen hauen lassen, sollten den Job wechseln.

Zudem weise ich nochmals darauf hin, dass ich nicht abstreitet, dass es Gewalt an Schulen gibt. Ich kritisiere, dass man mit internen Problemen eigenmaechtig, medienwirksam und selbstdarstellerisch an die Sensationspresse tritt.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon JJazzGold » Do 23. Aug 2018, 07:13

“Jahrelang blieb unsere Schule ungesichert gegenüber unautorisierten Besuchern, weil die einmal für die Kontrolle der Haupteingangstür eingerichtete Gegensprechanlage nicht funktionierte und durch den Träger nicht repariert wurde.“

Es wäre sinnvoll gewesen, diese ggfls auf eigene Kosten reparieren oder ersetzen zu lassen. Damit hätte sich ein Problem merklich verringern lassen.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Skull » Do 23. Aug 2018, 07:14

think twice hat geschrieben:(22 Aug 2018, 23:50)

Man sollte schon zwischen Berichten über die Schule durch die Medien
und konkreten Betroffenen-Berichten unterscheiden können.

Das kann ich. Das mache ich.

Aber wenn man einfach Medienberichte, die ja AUCH Betroffenen-Berichte wiedergeben,
einfach negiert oder ignoriert, wird man der Problematik auch nicht gerecht.

Und Betroffenen-Berichte gibt es ja viele.

mfg
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 23. Aug 2018, 08:27

JJazzGold hat geschrieben:(23 Aug 2018, 08:13)

“Jahrelang blieb unsere Schule ungesichert gegenüber unautorisierten Besuchern, weil die einmal für die Kontrolle der Haupteingangstür eingerichtete Gegensprechanlage nicht funktionierte und durch den Träger nicht repariert wurde.“

Es wäre sinnvoll gewesen, diese ggfls auf eigene Kosten reparieren oder ersetzen zu lassen. Damit hätte sich ein Problem merklich verringern lassen.


Mit Verlaub, obwohl der Ansatz sehr lösungsorientiert und pragmatisch/unbürokratisch ist. DAS kann es nicht sein. Man kann die politisch Verantwortlichen und deren Versäumnisse und fortdauerndes Ingorieren der Realität,
egal ob in den zuständigen Behörden und Ämtern bis hinauf zum letztlich verantwortlichen Bildungsministerium nicht immer privat ausbügeln. So gut gemeint dieser Vorschlag auch ist…


Allgemein:

Es ist die verdammte politische Pflicht und Aufgabe der zuständigen Stellen, eine Schule oder Schulleitung zumindest auf solch lächerlichem Level zu unterstützen, um zumindest von den organisatorischen
und baulichen Strukturen und Notwendigkeiten her einen ordnungsgemäßen und störungsfreien Unterricht zu sichern.

Von den anderen Versäumnissen wie zu wenig fachlich für die jeweils speziellen Aufgaben ausgebildeten Lehrkräften oder auch Fachleuten als Konflikt-Taskforce bis hin zu nur noch bedauerlich zu nennenenden
Wach- und Schutzpersonal ist da noch nicht einmal die Rede.

Und alleine die Tatsache, dass Eltern einfach so in den Unterricht platzen konnten und wohl auch weiterhin können, oder sich auf dem Schulhof bzw. im Schulgebäude herumtreiben, um da ihre Meinungsverschiedenheiten
auszutragen…Das ist nicht zu fassen. Egal, welchen Hintergrund die Eltern hier haben.

Hier gehört eine klare Ansage seitens der zuständigen Behörden her, die da lautet: DAS geht gar nicht. Dafür gibt es Elternsprechtage oder sogar separat Einzelgesprächstermine.
Bei Zuwiderhandlungen sind entsprechende rechtliche Schritte einzuleiten. Zu Diskutieren gibt es da in meinen Augen mit den betreffenden Randaleeltern NULLKOMMANIX.

Die Schule ist eine staatliche Bildungseinrichtung, die den Auftrag hat, Kindern, dem wertvollsten was wir haben, bestmögliche Wissensgrundlagen zu vermitteln. Und leider auch zunehmend,
Erziehungsversäumnisse der Eltern zu korrigieren oder deren Schadensverursachung wenigstens zu verringern.

Eine Schule ist kein privates Wohnzimmer, wo ein Ali oder ein Bierbauch-Kurti ihren Adidasschlappen nach der Lehrerschlampe oder dem "schwulen Deutschlehrer" werfen können, ihren verzogenen Prinzen und Prinzessinnen alles
durchgehen lassen und und ihnen dabei auch noch - sozusagen mit Hand und Fuß - vorleben, wie "man" das macht. Vor allem keinerlei Respekt zu haben und dafür zu zeigen, was eine Schule leistet.
Nämlich ihren Ablegern möglichst gute Chancen und Bildungsvoraussetzungen zu vermitteln und zu geben, damit sie später im Leben auch eine Zukunft haben.

Mich würde mal interessieren, was die politisch Verantwortlichen und zuständigen Beamten/innen im Bildungsministerium, beim Schulamt usw. sagen würden, wenn auf dem Gelände ihrer
Einrichtungen Junkies rumhängen, in den Gängen Raudaueltern ihre Meinungen ausboxen und in die Büros hineinplatzen…

Man könnte langsam den Eindruck gewinnen, dass es der Politik shitegal ist, ob da mit Wertvollste und Wichtigste innerhalb unserer freiheitlichen Demokratie und Gesellschaft,
die Schulen und Bildungseinrichtungen und der notwendige anerkennende Respekt vor deren Arbeit und Leistung von Grund auf immer mehr am A…h vorbeigeht oder einfach
nicht mehr erkannt wird, welch desaströse Langzeitfolgen das hat und wie wichtig gerade gute Bildung und gute Schulen sind.

Ist es altmodisch oder lächerlich, von der Politik endlich auch deutliche Initiativen zu fordern, die da heissen:
Mehr Respekt vor Schulen und LehrerInnen.

Die kranke Hymne des Antisemiten Roger Waters is out:
We don't need no education, we don't need no thought control. Teachers, leave us kids alone!

Wir brauchen die politische und geistige Umkehr. Jetzt und dringend:
We do need good education. Politicians, do not leave us kids alone. And the teachers too.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 23. Aug 2018, 08:40

Bolero hat geschrieben:(22 Aug 2018, 22:02)

Ich möchte nicht wissen, wie viele Pädagogen aufgrund solcher Zustände(nicht nur in Berlin) schon den
Kittel hingeschmissen haben.
Soooo einfach ist das Ganze nicht!!!!!

Pädagogen im Kittel? Ich finde diese aufmerksamkeitsheischende Art nicht gut. Geld wird in Berlin überall gespart, so manche Schule hätte gern einen Psychologen mehr oder einige Reparaturen, dasselbe gilt für Kulturhäuser, Schwimmbäder, Verwaltungsgebäude, Polizei, Feuerwehr. Einige Feuerwehren in Berlin sind so marode, dass die Navis über Jahre nicht aktualisiert werden, dass Equipment privat mitgebracht werden muss. Berlin spart, dass es quietscht. Bibliotheken haben kein WLAN, viele Sporthallen sind stark renovierungsbedürftig. Bei der Polizei wurden Stellen für Luxusprobleme wie Graffiti-Bekämpfung eingespart. Auch Behördenpersonal wurde stark eingespart, Berlin hat sowohl lange Wartelisten für Termine im Bürgerdialog als auch wenig freie Kapazitäten, um neben dem Tagesgeschäft Sonderprojekte zu stemmen. Trotz der hohen Schuldenlage tut Berlin aber viel für die Bildung, streicht etwa die unsozialen Kita-Gebühren. Die Höhe der Zuzahlungen für zusätzliche Sportangebote, Bio-Essen, Musik- oder Sprachunterricht wurde gesetzlich begrenzt. Einkommensschwächere Eltern werden vor unangemessenen finanziellen Belastungen geschützt. Berlin leistet sich einen kommunalen Wohnungsbau, um dem erheblichen Druck auf die Mieten ein kleines Element entgegen zu setzen. Viele Länder haben ihre Wohnbaugesellschaften längst privatisiert.

Berlins Schulden betragen etwa das Doppelte des Landeshaushaltes. Es fehlt viel, viel Geld an vielen Stellen. Da jetzt wegen ein paar fehlender Pförtner so ein Theater zu machen und für sich Aufmerksamkeit und "Soforthilfen" zu suchen, ist vor allem unkameradschaftlich gegenüber all den anderen betroffenen Stellen, an denen in Berlin gespart werden muss. Die Schulen müssen ein Stück weit den Schülern auch die Kompetenz vermitteln, sich selbst zu helfen.

Übrigens hat das Land Berlin aus nicht wiederholbaren, ungeplanten Einnahmen einen Investitionsfonds aufgelegt, um die dringendsten Investitionsprioritäten zu lösen.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon jack000 » Do 23. Aug 2018, 09:46

JJazzGold hat geschrieben:(23 Aug 2018, 08:13)

“Jahrelang blieb unsere Schule ungesichert gegenüber unautorisierten Besuchern, weil die einmal für die Kontrolle der Haupteingangstür eingerichtete Gegensprechanlage nicht funktionierte und durch den Träger nicht repariert wurde.“

Es wäre sinnvoll gewesen, diese ggfls auf eigene Kosten reparieren oder ersetzen zu lassen. Damit hätte sich ein Problem merklich verringern lassen.

Auf meiner Schule gab es keine Gegensprechanlage und trotzdem keine unautorisierten Besucher. Das Problem ist also nicht die Gegensprechanlage.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 23. Aug 2018, 10:04

jack000 hat geschrieben:(23 Aug 2018, 10:46)

Auf meiner Schule gab es keine Gegensprechanlage und trotzdem keine unautorisierten Besucher. Das Problem ist also nicht die Gegensprechanlage.

Ich kenne das auch nur so. Man drückt eine Klingel, dann summt die Tür, man öffnet, geht rein, Treppe auf und stellt sich dann im Sekretariat mit seinem Anliegen vor. Offenbar ist in Berlin eine gewisse Unschärfe zwischen der schulischen Sphäre und den Bereichen eingekehrt, in denen Eltern sich gewöhnlich aufhalten.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon schokoschendrezki » Do 23. Aug 2018, 10:24

jack000 hat geschrieben:(22 Aug 2018, 20:36)
Wie kann so ein Desaster wieder in normale Bahnen gelenkt werden? Und wer hat Schuld an alles?

Ich kenne etliche Leute persönlich, die an Schulen verschiedenen Typs in Berlin arbeiten und brauche von daher auch die BILD-Zeitung nicht, um über die Zustände dort informiert zu sein. Von der Gymnasiallehrerin, die freiwillig zu einer Hauptschule (jetzt:ISS) wechselte, weil sie die Arroganz der Bildungsbürgereltern nicht mehr ertrug bis zu einem Sozialfritzen an einer Neuköllner Problemschule. Du bekommst das Problem, dass selbst Erwachsene nicht wissen, dass es "Wer hat Schuld an allem" und nicht "Wer hat Schuld an alles" heißt, nicht mit simplen populistischen Parolen in den Griff.
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Polibu » Do 23. Aug 2018, 10:46

Die Entscheidung die Story in der BILD zu veröffentlichen ist strategisch schlau. So wird die breite Masse über die Zustände informiert. Dass die Schulleitein lügt, ist sehr unwahrscheinlich

Bis sie sich für diesen Schritt entschieden hat, hat sie andere Maßnahmen bevorzugt. Sie ist also keine Populistin, sondern wohl eher verzweifelt. Wer alles dafür tut, dass die Schüler ungestört etwas lernen und nur Steine in den Weg gelegt bekommt, der muss sich nicht vorwerfen lassen etwas falsch zu machen, wenn er sich an die Öffentlichkeit wendet.

Also, wie kann man das Problem lösen?
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Bleibtreu » Do 23. Aug 2018, 11:18

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(23 Aug 2018, 09:27)
[VollZitat]

EInen grossen Dank an dich, Woelfchen. :) Du sprichst mir mit jedem Wort aus der Seele. Fuer Schulen die in Brennpunkt/ProblemViertel liegen und einen sehr hohen MigrantenAnteil aufweisen [in diesem Fall sogar 90%], muss schlicht mehr Geld in die Hand genommen werden, weil der Bedarf groesser ist. Und damit meine ich jetzt nicht explizit nur WachPersonal. Sondern zB mehr Lehrer fuer kleinere Klassen, um besser auf die Kinder eingehen zu koennen. Lehrer die die MutterSprachen der Kinder sprechen, damit sie ihnen Deutsch besser beibringen koennen etc. pp Dass Kinder aus solchen Vierteln und mit Teils desastroes verhaltenden Eltern [das richtet sich nicht nur an die Migri], die sogar auf dem SchulGelaende aufeinander + gegen LehrKraefte losgehen, mehr Unterstuetzung beduerfen, ist doch klar. Stattdessen wird Jahre lang weg geschaut und die Zustaende werden immer schlimmer! :|
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon ThorsHamar » Do 23. Aug 2018, 11:25

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Aug 2018, 12:18)

EInen grossen Dank an dich, Woelfchen. :) Du sprichst mir mit jedem Wort aus der Seele. Fuer Schulen die in Brennpunkt/ProblemViertel liegen und einen sehr hohen MigrantenAnteil aufweisen [in diesem Fall sogar 90%], muss schlicht mehr Geld in die Hand genommen werden, weil der Bedarf groesser ist. Und damit meine ich jetzt nicht explizit WachPersonal. Sondern zB mehr Lehrer fuer kleinere Klassen. Lehrer die die MutterSprachen der Kinder sprechen, damit sie ihnen Deutsch besser beibringen koennen etc. Dass Kinder aus solchen Vierteln und mit Teils desastroes verhaltenden Eltern [das richtet sich nicht nur an die Migri], die sogar auf dem SchulGelaende aufeinander losgehen, mehr Unterstuetzung beduerfen, ist doch klar. Stattdessen wird Jahre lang weg geschaut und die Zustaende werden immer schlimmer! :|


Das grundlegende Problem ist dabei, dass "die Schule" bei diesen Konstellationen faktisch gegen die Eltern arbeiten müsste ....
Egal, wieviel Geld in die Hand genommen wird: Das Grundproblem ist so nicht zu lösen!
Eine minimale Chance zur Verbesserung könnte sein, wenn Schulen nicht mehr zu 90 % ( und das sind ja schon positive Zahlen, denn die Schulen hier in meiner Umgebung haben 100% ) mit Kindern aus Migrantenfamilien belegt wären, sondern man die Kinder verteilt, so dass es nur gemischte Klassen gäbe.
Ein Schulbus-System könnte da zum Einsatz kommen.
Aber selbst das ist Illusion, selbst wenn alle Beteiligten wollten: In wenigen Jahren sind Migrantenkinder sowieso in der Überzahl ....
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Re: "Brennpunktschulen", es wird immer schlimmer!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 23. Aug 2018, 11:47

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Aug 2018, 12:18)

EInen grossen Dank an dich, Woelfchen. :) Du sprichst mir mit jedem Wort aus der Seele. Fuer Schulen die in Brennpunkt/ProblemViertel liegen und einen sehr hohen MigrantenAnteil aufweisen [in diesem Fall sogar 90%], muss schlicht mehr Geld in die Hand genommen werden, weil der Bedarf groesser ist. Und damit meine ich jetzt nicht explizit nur WachPersonal. Sondern zB mehr Lehrer fuer kleinere Klassen, um besser auf die Kinder eingehen zu koennen. Lehrer die die MutterSprachen der Kinder sprechen, damit sie ihnen Deutsch besser beibringen koennen etc. pp Dass Kinder aus solchen Vierteln und mit Teils desastroes verhaltenden Eltern [das richtet sich nicht nur an die Migri], die sogar auf dem SchulGelaende aufeinander + gegen LehrKraefte losgehen, mehr Unterstuetzung beduerfen, ist doch klar. Stattdessen wird Jahre lang weg geschaut und die Zustaende werden immer schlimmer! :|

Es kostet nun mal Geld. Einerseits die Personalstellenzahl, andererseits die angemessene Vergütung, bei der erst kürzlich nach langem sparen nachgebessert wurde. Berlin ist extrem hoch verschuldet. Die Diskussion läuft bei Rationierungen jeder Art gleich. Bei der Feuerwehr ist es auch "ganz dringend", wie auch an vielen anderen Stellen. Man sieht den dringenden bedarf, gibt jeder Stelle ein wenig, damit sie nicht "verhungert" und schaut, wie man mit einem kleinen zurückbehaltenen Extratopf am sinnvollsten umgeht. Schule oder Krankenhaus? Straßenbahnlinie oder neuer Ubahnwagen? Gebäude oder Personal? Lehrer in den Ferien kündigen?
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