Rechtextremismus an der HU - Berlin

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DrSchokoladenEis
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Rechtextremismus an der HU - Berlin

Beitragvon DrSchokoladenEis » Mo 20. Aug 2018, 17:38

Die Humboldt-Universität hat nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sich schnell nach rechts positioniert. Jüdische Gelehrte und Studierende wurden antisemitisch angegriffen, von den 35 % der entlassungen an der HU, erfolgten mehr als 90 % jener aus antisemitischen Gründen. Dazu waren viele aus der HU an der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 beteiligt.

Man kann also sagen, dass die HU trotz ihren früheren humanitären Ruf sehr viel zum rechtsextremismus beigetragen hatte.
Es geht hierbei nicht darum alles was nach diesen Taten vor 100 Jahren die HU hervorgebracht hat schlecht zu reden oder ihren neu aufgebauten Ruf, welche sich humanitär positioniert anzuzweifeln. Es geht in diesem Artikel darum die Humbolt-Universität als Indikator der Machtposition der Rechten zu nutzen und über die jüngsten Geschehnisse an dieser Universität zu diskutieren.

Zur Schilderung der jüngsten Ereignisse an der Humboldt-Universität in Berlin:

Dabei steht die HU-Präsidentin Prof. Dr.Ing.Dr. Sabine Kunst (SPD) und Prof. Jörg Baberowski im Mittelpunkt.
Jorg Baberowski positioniert sich politisch rechts und ist Organisator für rechtsradikale Gesprächskreisen, zu dem z.B. Thilo Sarrazin (SPD), Michael Klonovski (AfD) und Alexander Gauland (AfD) teilnehmen. Jörg Baberowski verbreitet auf den Sozialen-Medien der HU rechte Überzeugungen, in denen er z.B. von der "Tyrannei der Mehrheit" spricht (gelöschter Facebook-Eintrag von Baberowskis Osteuropa-Lehrstuhl).
Natürlich stehen viele Äußerungen von ihm unter Kritik vieler Studierenden, welche sich nicht mit der AfD und dem rechtem denken assoziieren.
Die HU beschäftigt unter Sabine Kunst neuerdings auch viele aus der AfD als lehrende und nachdem AfD-Politiker rechtlich vorgingen, um die Namen der herausgeber von kritischen Referenten zu erhalten und gescheitert sind ist nun HU-Präsidentin selbst dagegen vorgegangen und möchte die "RefRat" dazu gerichtlich zwingen. Dabei muss man beachten, dass einige lehrende an der HU Verbindungen zu rechtsextremen Szenen besitzen und die Meinungsfreiheit droht stark durch rechte Meinungsvorstellungen eingeshränkt zu werden und kritische Studierende könnten bedroht werden.
Man spricht von dem Versuch einer Gleichschaltung der Meinung an der HU, um als "Denkfabrik" der Rechten zu dienen.

Deutschland ist in den letzten 20 Jahren viel weiter nach Rechts gerückt und es ist meiner Meinung nach garnicht mal so schlecht, um mithilfe vielerlei Indikatoren zu schließen in welchem rechtsextremen Entwicklungszustand wir uns befinden, indem wir diese Indikatoren und die gesellschaftliche Meinung mit der rechtsextremen Entwicklung des Nationalsozialismus vergleichen. Desto besser und schneller wir bei einem kontinuierlich weitersteigendem Rechtsruck die heutige Gesellschaft einordnen können, desto bessere präventive Maßnahmen kann die Gesellschaft einleiten, welche nicht auf Gewalt beruht. Denn der Rechtsruck folgt durch Unzufriedenheit in der Gesellschaft und es ist in gewisserweise die Tugend des Volkes die Politiker auf Dinge Aufmerksam zu machen, welche sie selbst vernachlässigen.
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Re: Rechtextremismus an der HU - Berlin

Beitragvon Julian » Mo 20. Aug 2018, 17:53

Mit dem Nationalsozialismus und Rechtsextremismus hat das gar nichts zu tun, sondern mit einer linksextremistischen Studentenschaft, die die Freiheit der Rede und auch der Forschung und Lehre einschränken möchte. Prof. Baberowski ist ein verdienter Mann, und es täte einigen gut, ihm zuzuhören, statt ihm nachzustellen und ihn zu diffamieren.

Im übrigen hat die Humboldt-Universität nicht nur eine unrühmliche Rolle im Nationalsozialismus gespielt, sondern als größte Universität der DDR auch im Sozialismus. Deswegen wurde ja auch die Freie Universität im Westen gegründet. Aber das kann man schon einmal vergessen, wenn man eine verengte ideologische Perspektive hat, nicht wahr?

Es ist genau diese Diffamierung völlig normaler Bürger, die immer mehr Leuten in Deutschland auf die Nerven geht.
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Re: Rechtextremismus an der HU - Berlin

Beitragvon Julian » Mo 20. Aug 2018, 18:01

Wer sich für die widerlichen Kampagnen der Linksextremen informieren möchte, kann dies direkt bei der World Socialist Web Site tun, wo, ähnlich wie im Eingangsbeitrag, von rechtsextremen Verschwörungen fantasiert wird:

(Vom Inhalt der verlinkten Webseiten distanziere ich mich ausdrücklich)
https://www.wsws.org/de/articles/2018/0 ... s-a09.html
https://www.wsws.org/de/articles/2018/0 ... e-m05.html

Oder er kann sich in seriösen Medien darüber informieren:

Nachdem das Präsidium der Humboldt-Universität sich in der vergangenen Woche öffentlich hinter den Historiker Jörg Baberowski gestellt hat, bezieht nun auch der Fachbeirat Wissenschaft der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Stellung. Die Unterzeichnenden würden „mit Betroffenheit zur Kenntnis“ nehmen, „dass ihr Kollege Prof. Dr. Jörg Baberowski seit Jahren Zielscheibe einer andauernden fachlichen und persönlichen Diskreditierungskampagne ist, die darauf abzielt, über die Reputation eines herausragenden Fachgelehrten hinaus die wissenschaftliche Streitkultur in unserem Land dauerhaft zu beschädigen“, erklärten die Wissenschaftler am Mittwoch und bekunden ihre Solidarität. "Jeder von uns deutet die Vergangenheit vor dem Hintergrund seines persönlichen wissenschaftlichen Werdegangs aufgrund seines jeweiligen theoretischen und methodischen Vorgehens in seiner eigenen Weise", schreiben die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner (hier die Erklärung im Wortlaut).

https://www.tagesspiegel.de/wissen/stel ... 17552.html

Der Historiker Jörg Baberowski wird von einer trotzkistischen Gruppe verfolgt. Er wird fortwährend diffamiert. Nun solidarisieren sich namhafte Kollegen mit ihm, im Namen der Freiheit der Wissenschaft.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/f ... 60798.html
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Re: Rechtextremismus an der HU - Berlin

Beitragvon ThorsHamar » Mo 20. Aug 2018, 19:49

Julian hat geschrieben:(20 Aug 2018, 18:53)

Mit dem Nationalsozialismus und Rechtsextremismus hat das gar nichts zu tun, sondern mit einer linksextremistischen Studentenschaft, die die Freiheit der Rede und auch der Forschung und Lehre einschränken möchte. Prof. Baberowski ist ein verdienter Mann, und es täte einigen gut, ihm zuzuhören, statt ihm nachzustellen und ihn zu diffamieren.

Im übrigen hat die Humboldt-Universität nicht nur eine unrühmliche Rolle im Nationalsozialismus gespielt, sondern als größte Universität der DDR auch im Sozialismus. Deswegen wurde ja auch die Freie Universität im Westen gegründet. Aber das kann man schon einmal vergessen, wenn man eine verengte ideologische Perspektive hat, nicht wahr?

Es ist genau diese Diffamierung völlig normaler Bürger, die immer mehr Leuten in Deutschland auf die Nerven geht.


Dem ist nichts hinzuzufügen!
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Rechtextremismus an der HU - Berlin

Beitragvon DrSchokoladenEis » Mo 20. Aug 2018, 23:21

Julian hat geschrieben:(20 Aug 2018, 18:53)

Mit dem Nationalsozialismus und Rechtsextremismus hat das gar nichts zu tun, sondern mit einer linksextremistischen Studentenschaft, die die Freiheit der Rede und auch der Forschung und Lehre einschränken möchte. Prof. Baberowski ist ein verdienter Mann, und es täte einigen gut, ihm zuzuhören, statt ihm nachzustellen und ihn zu diffamieren.

Im übrigen hat die Humboldt-Universität nicht nur eine unrühmliche Rolle im Nationalsozialismus gespielt, sondern als größte Universität der DDR auch im Sozialismus. Deswegen wurde ja auch die Freie Universität im Westen gegründet. Aber das kann man schon einmal vergessen, wenn man eine verengte ideologische Perspektive hat, nicht wahr?

Es ist genau diese Diffamierung völlig normaler Bürger, die immer mehr Leuten in Deutschland auf die Nerven geht.


Es ist richtig, dass man anderen Personen nichts nachstellen sollte aber ich habe doch nur gesagt zu wem er Verbindungen besitzt und wie er sich auf sozialen Medien geäußert hat oder siehst du das anders?
Jeder hat das Recht seine Meinung zu äußern also wenn Prof. Baberowski öffentlich seine rechten Ansichten preis gibt dürfen es doch auch andere kritisch beurteilen oder nicht?
Vielleicht weißt du ja mehr über den Sachverhalt aber wenn es darum geht, dass Prof. Baberowski seine Freiheit der Rede nutzen darf aber wenn dann Studenten seine Worte durch ihre eigene Meinungs- und Demonstrationsfreiheit kritisieren dann ist es nicht richtig, dass rechtlich gegen diese vorgegangen wird.
Wenn in der Kritik der Studenten etwas rechtlich unvereinbar sein sollte dann muss das natürlich geahndet werden aber dann frage ich dich wiederum was für rechtsbrüche diese sein könnten welche durch Beleidigung, Provokation u.ä. nicht auch schon z.B. von der AfD begangen wurden?

Wenn nun die kritische Betrachtungsweise von den Studenten die Freiheit der Forschung vom Herrn Baberowski einschränkt dann sollte er vielleicht aufhören seine Gesellschaftskritik auszuüben, damit auch nicht andere Personen sich von dieser in ihrer Freiheit der Forschung eingeschränkt fühlen.

Was ist das denn bitte für ein Argument?

Vielleicht lese ich auch etwas über seine Arbeiten ich habe seine Forschungen und seine Werke ja nicht schlecht geredet und nein ich habe nicht die Wichtigkeit der HU in Deutschland vergessen es sollte hierbei um das Thema "rechts" gehen. Ich meine wenn man über einen speziellen Sachverhalt diskutieren möchte muss man bei der Einleitung nicht bei 0 anfangen. Du erwartest sicherlich auch nicht, dass in der 17. Vorlesung eines Studienfachs nochmal die 1. bis 16. Vorlesung wiederholt wird.

Du redest hier davon, dass der Rechtsruck dadurch entsteht, dass "normale Bürger" "diffamiert" werden während du hier jemanden der eine sachliche Debatte führen möchte mit "verengten ideologischen Perspektive[n]" betitelst. Deine Kritik und gleichzeitig deine Art und Weise sind miteinander unvereinbar und das ist was die Mehrheit auch an der AfD kritisiert. Du hast hier die möglichkeit dich Sachlich zu äußern und du entscheidest dich schlicht dagegen.

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