Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

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34% Akademiker u35 sind

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zu viel
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Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon frems » Mo 30. Apr 2018, 14:29

Jeder Dritte in Deutschland unter 35 Jahren hat einen Hochschulabschluss. Das klingt viel, tatsächlich bleibt die Bundesrepublik aber hinter selbst gesteckten Zielen zurück. Viele EU-Staaten sind weiter.

Bis 2020 sollen 40 Prozent der jungen Menschen in Europa einen Uni- oder Fachhochschulabschluss haben. Darauf haben sich die EU-Staaten geeinigt. Für die meisten Länder ist das auch kein Problem. Sie haben das Ziel bereits jetzt erreicht. EU-weit machen inzwischen 39,9 Prozent der unter 35-Jährigen einen Hochschulabschluss, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilt.

Nicht so in Deutschland. Hier wuchs der Anteil von 24 Prozent im Jahr 2012 auf vergleichsweise geringe 34 Prozent im Jahr 2017. Dabei will die Bundesregierung die EU-Zielvorgabe eigentlich noch übertreffen und peilt bis 2020 eine Hochschulabsolventenrate von mindestens 42 Prozent an. Von diesem Ziel ist Deutschland noch weit entfernt.

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 04787.html

Woran könnte es Eurer Ansicht nach liegen, dass Deutschland von den EU- (40%) und eigenen Zielen (42%) noch ein gutes Stück weit von entfernt ist? Wie ließe sich die gewünschte Quote erreichen? Und ist dieses Ziel überhaupt sinnvoll?
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 30. Apr 2018, 17:07

frems hat geschrieben:(30 Apr 2018, 15:29)

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 04787.html

Woran könnte es Eurer Ansicht nach liegen, dass Deutschland von den EU- (40%) und eigenen Zielen (42%) noch ein gutes Stück weit von entfernt ist? Wie ließe sich die gewünschte Quote erreichen? Und ist dieses Ziel überhaupt sinnvoll?

Nein, man sollte die Leute selbst entscheiden lassen und nicht so viel hineinreden. Die nehmen nur Uniplätze weg, da muss man dann teuer aufstocken. Deutschland ist mit noch mehr Ägyptologen und BWLern nicht gedient.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon H2O » Mo 30. Apr 2018, 17:07

frems hat geschrieben:(30 Apr 2018, 15:29)

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 04787.html

Woran könnte es Eurer Ansicht nach liegen, dass Deutschland von den EU- (40%) und eigenen Zielen (42%) noch ein gutes Stück weit von entfernt ist? Wie ließe sich die gewünschte Quote erreichen? Und ist dieses Ziel überhaupt sinnvoll?


Meine Vermutung: In anderen "fortschrittlicheren EU-Ländern" dürften Berufe, die in Deutschland durch eine duale Ausbildung vermittelt werden, in Hochschulen ausgebildet werden. Neue Vermutung: Bevorzugt in der Krankenpflege, oder Techniker. Diese Kollegen gelten dann bei Zählungen als "Jungakademiker". Über die Sinnfälligkeit dieser Form der Akademisierung wird man sicher streiten können. Wichtig ist bei alledem, daß die berufsqualifizierenden Abschlüsse in der EU anerkannt werden.

Vielleicht ist diese Art der Akademisierung auch ein Mittel, sich lästige ausländische Wettbewerber rein formal vom Halse zu halten. Man wird also sehr viel genauer prüfen müssen, wie diese anteiligen Unterschiede entstanden sind.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon frems » Mo 30. Apr 2018, 18:10

H2O hat geschrieben:(30 Apr 2018, 18:07)

Meine Vermutung: In anderen "fortschrittlicheren EU-Ländern" dürften Berufe, die in Deutschland durch eine duale Ausbildung vermittelt werden, in Hochschulen ausgebildet werden. Neue Vermutung: Bevorzugt in der Krankenpflege, oder Techniker. Diese Kollegen gelten dann bei Zählungen als "Jungakademiker". Über die Sinnfälligkeit dieser Form der Akademisierung wird man sicher streiten können. Wichtig ist bei alledem, daß die berufsqualifizierenden Abschlüsse in der EU anerkannt werden.

Vielleicht ist diese Art der Akademisierung auch ein Mittel, sich lästige ausländische Wettbewerber rein formal vom Halse zu halten. Man wird also sehr viel genauer prüfen müssen, wie diese anteiligen Unterschiede entstanden sind.

Naja, die Bundesregierung schummelt in der Statistik schon, weil sie alles ab DQR Stufe 6 zählt. Somit gelten dort Techniker, Fachwirte, Meister, Erzieher etc. als "Akademiker". Trotzdem kommt man nur auf 34%.

Zum anderen: was ist schlecht daran, wenn Hochschulen die Ausbildung übernehmen? Ist eine Altenpflegerin mit Abitur und Hochschulabschluss schlechter als eine mit Haupt- oder Realschulabschluss plus schulischer Ausbildung? :?:

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Nein, man sollte die Leute selbst entscheiden lassen und nicht so viel hineinreden. Die nehmen nur Uniplätze weg, da muss man dann teuer aufstocken. Deutschland ist mit noch mehr Ägyptologen und BWLern nicht gedient.

Nun, ich vermute mal, dass es wenige Leute gibt, die sich kurz vor dem Abi fragen, ob sie Ägyptologie studieren sollen oder alternativ lieber Dachdecker werden. Da steht die Wahl wohl eher zwischen BWL-Studium und einer kaufmännischen Lehre.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon H2O » Mo 30. Apr 2018, 18:46

frems hat geschrieben:(30 Apr 2018, 19:10)

Naja, die Bundesregierung schummelt in der Statistik schon, weil sie alles ab DQR Stufe 6 zählt. Somit gelten dort Techniker, Fachwirte, Meister, Erzieher etc. als "Akademiker". Trotzdem kommt man nur auf 34%.

Zum anderen: was ist schlecht daran, wenn Hochschulen die Ausbildung übernehmen? Ist eine Altenpflegerin mit Abitur und Hochschulabschluss schlechter als eine mit Haupt- oder Realschulabschluss plus schulischer Ausbildung? :?:

Darüber will ich überhaupt nicht streiten. Aus meiner Sicht ist es nur so, daß ein bodenständiger Praxisbezug schon während der Ausbildung vor so mancher bösen Überraschung nach dem "akademischen Abschluß" bewahren könnte. Wer weiß, mit welchen hochtrabenden Vorstellungen die jungen Leute in dieser Ausbildung aufgeladen werden.

Ich nehme ganz einfach meinen Werdegang als Ingenieur zum Maßstab. Wir hatten Praktika in Industriefirmen ab zu leisten; oft mit dem Vorteil, daß uns diese Firmen regelrecht in den Semesterferien angefordert haben, wenn sie mit unseren Leistungen zufrieden waren. Da konnte man den Wirkungsbereich von Ingenieuren aus der Nahansicht beobachten und sich überlegen, ob das wohl das sein könnte, womit man sich ein Berufsleben lang auseinander setzen wollte. Mit umso größerem Ehrgeiz hat man sich danach auf die Vorlesungen und Übungen geworfen.

Wenn anderen Gesellschaften mit anderen Ausbildungsgängen glücklich sind... auch gut, so lange die berufsqualifizierenden Abschlüsse gegenseitig anerkannt werden, also keine formalen Hürden aufgebaut werden. Am Ende hat doch der Bewerber den Vorteil, der die übliche Probezeit überzeugend besteht.
[/quote]
Naja, ich vermute mal, dass es wenige Leute gibt, die sich kurz vor dem Abi fragen, ob sie Ägyptologie studieren sollen oder alternativ lieber Dachdecker werden. Da steht die Wahl wohl eher zwischen BWL-Studium und einer kaufmännischen Lehre.[/quote]
Geht diese Diskussion nicht in eine wenig fruchtbare Richtung? Natürlich muß man fragen, welche Fachrichtungen bei Jungakademikern mit welcher wissenschaftlichen oder beruflichen Qualifikation der Abschlüsse vertreten sind. Wie hoch ist der Anteil von MINT-Studierenden, die im dämmernden digitalen Zeitalter unsere Wirtschaftstätigkeit forschend und entwicklend gestalten werden.

Ein paar trockene Zahlen wirken zugegebenermaßen alarmierend. Vielleicht entweicht dieser aufgebaute Druck aber nach näherem Hinsehen. Also etwas genauer hinsehen!
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 30. Apr 2018, 18:56

frems hat geschrieben:(30 Apr 2018, 19:10)

Naja, die Bundesregierung schummelt in der Statistik schon, weil sie alles ab DQR Stufe 6 zählt. Somit gelten dort Techniker, Fachwirte, Meister, Erzieher etc. als "Akademiker". Trotzdem kommt man nur auf 34%.

Zum anderen: was ist schlecht daran, wenn Hochschulen die Ausbildung übernehmen? Ist eine Altenpflegerin mit Abitur und Hochschulabschluss schlechter als eine mit Haupt- oder Realschulabschluss plus schulischer Ausbildung? :?:


Nun, ich vermute mal, dass es wenige Leute gibt, die sich kurz vor dem Abi fragen, ob sie Ägyptologie studieren sollen oder alternativ lieber Dachdecker werden. Da steht die Wahl wohl eher zwischen BWL-Studium und einer kaufmännischen Lehre.

Lehre ist doch auch nicht verkehrt.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Hyde » Mo 30. Apr 2018, 22:06

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Apr 2018, 19:56)

Lehre ist doch auch nicht verkehrt.


Ich hab beides gemacht, Ausbildung und Studium.
Das Studium bringt einen auf intellektueller Ebene deutlich weiter, finde ich. Was man im Studium an Eigenverantwortung, an kritischem Denken, an Diskursfähigkeit und an Bildung gewinnt, kann in einer Ausbildung nicht geleistet werden.

Daher sehe ich es sehr positiv, wenn möglichst viele Leute ein Studium absolvieren. Eine Gesellschaft von Akademikern ist besser als eine Gesellschaft von Nicht-Akademikern. Wenn es etwas gibt, von dem wir nicht zuviel haben, dann sind es Akademiker. Davon kann man gar nicht zuviel haben.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon H2O » Mo 30. Apr 2018, 23:27

Hyde hat geschrieben:(30 Apr 2018, 23:06)

Ich hab beides gemacht, Ausbildung und Studium.
Das Studium bringt einen auf intellektueller Ebene deutlich weiter, finde ich. Was man im Studium an Eigenverantwortung, an kritischem Denken, an Diskursfähigkeit und an Bildung gewinnt, kann in einer Ausbildung nicht geleistet werden.

Daher sehe ich es sehr positiv, wenn möglichst viele Leute ein Studium absolvieren. Eine Gesellschaft von Akademikern ist besser als eine Gesellschaft von Nicht-Akademikern. Wenn es etwas gibt, von dem wir nicht zuviel haben, dann sind es Akademiker. Davon kann man gar nicht zuviel haben.


Ihre persönliche Entwicklung sehe ich als Musterbeispiel für einen geerdeten Bildungsgang. Fast möchte ich wetten, daß Sie in Ihrem Studienfach bei weitem nicht so zielgerichtet nachgefaßt hätten, wenn Sie nicht schon auf einen Beruf vorbereitet gewesen wären. Das gilt um so mehr, wenn das nachfolgende Studium nah am ausgebildeten Beruf angesiedelt war.

So hatte ich die Verbindung von verpflichtenden Praxissemestern, berufsspezifischer Werkarbeit und Ingenieurstudium empfunden. Mein "richtiger Ehrgeiz" wurde befeuert, als mir die Anwendung klar wurde.

Was auf jeden Fall nicht einreißen darf, das wäre, die Hochschulanforderungen ab zu senken, um höhere "Stückzahl" zu erzeugen. Das wäre eine arge Fehlinvestition mit unerfüllbaren Erwartungen vieler unglücklicher Menschen.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 30. Apr 2018, 23:37

H2O hat geschrieben:(01 May 2018, 00:27)

Was auf jeden Fall nicht einreißen darf, das wäre, die Hochschulanforderungen ab zu senken, um höhere "Stückzahl" zu erzeugen. Das wäre eine arge Fehlinvestition mit unerfüllbaren Erwartungen vieler unglücklicher Menschen.

Viele merken in Ausbildung, dass Studium für sie nichts ist. Manche merken es auch nicht.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Teeernte » Di 1. Mai 2018, 09:33

Hyde hat geschrieben:(30 Apr 2018, 23:06)

Ich hab beides gemacht, Ausbildung und Studium.
Das Studium bringt einen auf intellektueller Ebene deutlich weiter, finde ich. Was man im Studium an Eigenverantwortung, an kritischem Denken, an Diskursfähigkeit und an Bildung gewinnt, kann in einer Ausbildung nicht geleistet werden.

Daher sehe ich es sehr positiv, wenn möglichst viele Leute ein Studium absolvieren. Eine Gesellschaft von Akademikern ist besser als eine Gesellschaft von Nicht-Akademikern. Wenn es etwas gibt, von dem wir nicht zuviel haben, dann sind es Akademiker. Davon kann man gar nicht zuviel haben.


Nun im Sozialismus war es einfach - erst "Arbeiterklasse" schnuppern...05:30 Schichtbeginn/im 3. Lj auch Nachtschicht - mit Ausbildung (Facharbeiter) - danach Studium.

Studium begleitend - Einsatz in der "sozialistischen" Produktion . Mit Wochenend- und Ferienarbeit (Ferienarbeit war ab 14 J ok..) war später am Tag soviel zu "verdienen" wie im Monat als Lehrling..

(da konnte man bereits an der Sitzgelegenheit ausmachen - welchen Status der "Sitzende" hat ....Schemel - Lehrling/Hilfsarbeiter...Stuhl mit Lehne - Facharbeiter... Meister (blauer Kittel) /Ing (weißer Kittel) - Stuhl mit Armlehne ----Führung = Sessel mit "Schenkelstütze" :D :D :D )

Die Breitbandausbildung ....vom HF Antennenstecker löten, 10 Finger blind Fernschreiber, Messwarte bedienen...Laborarbeiten - und die vielfältigen sozialen Kontakte - mit 14 am Band (Dachziegel) ....Betriebsteile die zu 80% aus "Knastis" bestanden (Jobs die sonst keiner machen wollte)...bis hin in Führungsetagen - Anzug und Schlips....

Ich kann mir die Arbeit heute Aussuchen....wenn es mir nicht passt - (sowas gibts) - eine andere nehmen, oder mich Selbständig "machen".

Jeder Jobwechsel brachte meist mehr Geld - etwas "zurückstecken" gibt es auch - zu Zeiten hoher Arbeitslosigkeit....oder nun - im Alter.
Weiterbildung - ein MUSS. (Pädagogik/Psych. Abschluss für die Ausbildung anderer ein Plus.)

Ja ich muss das Laufrad nun nicht mehr rennen .

Ein Studium/Meister wird benötigt - wenn man sich selbständig "machen" will. (Ja - ich meine nicht grad "schlechte" Makler, Finanzberater oder "Fertighaus"/Auto-verkäufer.)

____________________________________________

Unterm Strich JEDE Erfahrung wird honoriert... Auch Branchenfremd - NUR eben KEINE Hängemattenerfahrungen.

>>> (wie komm ich um Arbeit herum) - Bei den jungen Leuten - die "DISKUSSION" um die Arbeit ...statts diese zu machen.

Windige "Diplome" (.."High-School") oder "Gebetsschulabschlüsse" helfen nichts.....da hilft auch kein runder grüner Stempel vom Wasserwerk von Kiew.


Es ist auch nicht schlimm nicht studiert zu haben - gute Handwerker, die ihr Handwerk machen - werden immer gebraucht.....(schwatzen können die Studierten besser.)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 09:50

Ja, was immer man nachweislich kann zählt mehr als viele Bolognesepunkte.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 1. Mai 2018, 11:25

Hyde hat geschrieben:(30 Apr 2018, 23:06)

Ich hab beides gemacht, Ausbildung und Studium.
Das Studium bringt einen auf intellektueller Ebene deutlich weiter, finde ich. Was man im Studium an Eigenverantwortung, an kritischem Denken, an Diskursfähigkeit und an Bildung gewinnt, kann in einer Ausbildung nicht geleistet werden.

Daher sehe ich es sehr positiv, wenn möglichst viele Leute ein Studium absolvieren. Eine Gesellschaft von Akademikern ist besser als eine Gesellschaft von Nicht-Akademikern. Wenn es etwas gibt, von dem wir nicht zuviel haben, dann sind es Akademiker. Davon kann man gar nicht zuviel haben.

Ich habe es auch mit Akademikern zu tun und merke dass sie deutlich Probleme haben mit der praktischen Umsetzung ihrer Vorstellungen. Da merkt man dass Theorie alleine nicht ausreicht. Daher denke ich dass gerade bei den Ingenieuren eine praktische Ausbildung vor dem Studium von Vorteil ist.

Eine Gesellschaft von Akademikern. Dafür habe ich zuviele Studenten und Akademiker kennengelernt. Bessere Menschen waren dass nicht. Aber sie dachten sie wären es. Und es gibt definitiv zuviele Akademiker die Laberfächer studieren oder haben. Soziologen und Philosophen die gern über Probleme reden aber keins lösen.
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...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon frems » Di 1. Mai 2018, 15:27

H2O hat geschrieben:(30 Apr 2018, 19:46)
Darüber will ich überhaupt nicht streiten. Aus meiner Sicht ist es nur so, daß ein bodenständiger Praxisbezug schon während der Ausbildung vor so mancher bösen Überraschung nach dem "akademischen Abschluß" bewahren könnte. Wer weiß, mit welchen hochtrabenden Vorstellungen die jungen Leute in dieser Ausbildung aufgeladen werden.

Ich nehme ganz einfach meinen Werdegang als Ingenieur zum Maßstab. Wir hatten Praktika in Industriefirmen ab zu leisten; oft mit dem Vorteil, daß uns diese Firmen regelrecht in den Semesterferien angefordert haben, wenn sie mit unseren Leistungen zufrieden waren. Da konnte man den Wirkungsbereich von Ingenieuren aus der Nahansicht beobachten und sich überlegen, ob das wohl das sein könnte, womit man sich ein Berufsleben lang auseinander setzen wollte. Mit umso größerem Ehrgeiz hat man sich danach auf die Vorlesungen und Übungen geworfen.

Wenn anderen Gesellschaften mit anderen Ausbildungsgängen glücklich sind... auch gut, so lange die berufsqualifizierenden Abschlüsse gegenseitig anerkannt werden, also keine formalen Hürden aufgebaut werden. Am Ende hat doch der Bewerber den Vorteil, der die übliche Probezeit überzeugend besteht.

Naja, gleichwertig heißt nicht gleichartig. Da wurden viele Lobbytrommeln, insb. die gewinnorientierten IHKn, geschlagen, um in eine höhere DQR-Stufe geschoben zu werden. Das rächt sich dann oft, wenn Nichtakademiker diese Eingruppierung aus Bildungsgründen nicht verstehen, auf schöne IHK-Broschüren hereinfallen und am Ende bei der Bewerbung gleich aussortiert werden, weil man Fachkräfte suchte. Und Praktika sind doch auch heute noch Standard in Studiengängen. Ebenso arbeiten die meisten Studenten nebenbei.

Geht diese Diskussion nicht in eine wenig fruchtbare Richtung? Natürlich muß man fragen, welche Fachrichtungen bei Jungakademikern mit welcher wissenschaftlichen oder beruflichen Qualifikation der Abschlüsse vertreten sind. Wie hoch ist der Anteil von MINT-Studierenden, die im dämmernden digitalen Zeitalter unsere Wirtschaftstätigkeit forschend und entwicklend gestalten werden.

Ein paar trockene Zahlen wirken zugegebenermaßen alarmierend. Vielleicht entweicht dieser aufgebaute Druck aber nach näherem Hinsehen. Also etwas genauer hinsehen!

Grob jeder dritte Student ist in einem MINT-Fach immatrikuliert. Davon abgesehen: ich fände eine Gesellschaft ohne Akademiker, die sich um Kultur, Kunst, Geschichte, Linguistik, Philosophie, Pädagogik, Musik etc. kümmern, nicht erstrebenswert(er). Das Märchen des taxifahrenden Germanisten ist ja eher in bildungsfernen Kreisen vertreten.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon frems » Di 1. Mai 2018, 15:33

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Apr 2018, 19:56)

Lehre ist doch auch nicht verkehrt.

Im Zweifel besser als nichts, ja. Muss man bloß schauen, ob der erlernte Beruf Zukunft hat. Mit einem Doktor oder zumindest Master fährt man da in den meisten Fällen besser.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 15:36

frems hat geschrieben:(01 May 2018, 16:33)

Im Zweifel besser als nichts, ja. Muss man bloß schauen, ob der erlernte Beruf Zukunft hat. Mit einem Doktor oder zumindest Master fährt man da in den meisten Fällen besser.

Ja, damit kann man von vorneherein nichts konkretes. Das kann dann auch nicht veralten. Außer wenn doch.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon frems » Di 1. Mai 2018, 16:12

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(01 May 2018, 16:36)

Ja, damit kann man von vorneherein nichts konkretes. Das kann dann auch nicht veralten. Außer wenn doch.

Konkretes gibt's ja auch in Asien. Von meinen damaligen Mitazubis, mit denen ich noch in Kontakt stehe, arbeitet niemand mehr in dem Beruf, weil Europäer zu teuer sind. So ist das halt manchmal. Einst heiß begehrt und aufgrund eines Fachkräftemangels (im Gegensatz zu Pflegeberufen) mit hohen Gehältern gelockt und wenige Jahre später... schwups. ¯\_(ツ)_/¯
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 16:20

frems hat geschrieben:(01 May 2018, 17:12)

Konkretes gibt's ja auch in Asien. Von meinen damaligen Mitazubis, mit denen ich noch in Kontakt stehe, arbeitet niemand mehr in dem Beruf, weil Europäer zu teuer sind. So ist das halt manchmal. Einst heiß begehrt und aufgrund eines Fachkräftemangels (im Gegensatz zu Pflegeberufen) mit hohen Gehältern gelockt und wenige Jahre später... schwups. ¯\_(ツ)_/¯

Das ist das Leben. Kaum wer wird in 30 Jahren noch tun, was er heute tut. Außer Beamten. Aber was tun die schon? Man muss eben am Puls der Zeit bleiben statt Jahre an der Uni oder in Warteschleifenprogrammen zu vertun.
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon H2O » Di 1. Mai 2018, 16:24

frems hat geschrieben:(01 May 2018, 16:27)

Naja, gleichwertig heißt nicht gleichartig. Da wurden viele Lobbytrommeln, insb. die gewinnorientierten IHKn, geschlagen, um in eine höhere DQR-Stufe geschoben zu werden. Das rächt sich dann oft, wenn Nichtakademiker diese Eingruppierung aus Bildungsgründen nicht verstehen, auf schöne IHK-Broschüren hereinfallen und am Ende bei der Bewerbung gleich aussortiert werden, weil man Fachkräfte suchte. Und Praktika sind doch auch heute noch Standard in Studiengängen. Ebenso arbeiten die meisten Studenten nebenbei.


Grob jeder dritte Student ist in einem MINT-Fach immatrikuliert. Davon abgesehen: ich fände eine Gesellschaft ohne Akademiker, die sich um Kultur, Kunst, Geschichte, Linguistik, Philosophie, Pädagogik, Musik etc. kümmern, nicht erstrebenswert(er). Das Märchen des taxifahrenden Germanisten ist ja eher in bildungsfernen Kreisen vertreten.


Ja, das sehe ich grundsätzlich genau so. Eine Gesellschaft ohne Komponisten, Maler, Bildhauer, Lyriker und Romanciers fände ich auch ziemlich öde. Ohne Ärzte lebensgefährlich. Ohne Juristen unsicher. Ohne Kaufleute nicht lebensfähig. usw, usf... die Lehrer nicht zu vergessen :)

Wenn also unsere MINT-Abteilung etwa 33% aller unserer Jungakademiker umfaßt... wie sieht das in den Gesellschaften aus, die anteilig mehr Jungakademiker ins Rennen schicken? Auch 33%?
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 16:30

H2O hat geschrieben:(01 May 2018, 17:24)

Ja, das sehe ich grundsätzlich genau so. Eine Gesellschaft ohne Komponisten, Maler, Bildhauer, Lyriker und Romanciers fände ich auch ziemlich öde. Ohne Ärzte lebensgefährlich. Ohne Juristen unsicher. Ohne Kaufleute nicht lebensfähig. usw, usf... die Lehrer nicht zu vergessen :)

Wenn also unsere MINT-Abteilung etwa 33% aller unserer Jungakademiker umfaßt... wie sieht das in den Gesellschaften aus, die anteilig mehr Jungakademiker ins Rennen schicken? Auch 33%?

Wieviele DSDS-Sieger haben denn Gesang studiert?
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Re: Zu wenige Jungakademiker in Deutschland?!

Beitragvon H2O » Di 1. Mai 2018, 16:33

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(01 May 2018, 17:30)

Wieviele DSDS-Sieger haben denn Gesang studiert?


Die reißen uns sicher heraus, so wie seinerzeit die Beatles GB mehr eingebracht haben als das produzierende Gewerbe.

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