Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Provokateur » Do 26. Apr 2018, 07:24

Marmelada hat geschrieben:(26 Apr 2018, 08:20)

Auch wenn die Musikindustrie es unter neuem Namen schafft, keinen Dreck mit hohen Verkaufszahlen mehr auszuzeichnen, wird sie wohl kaum damit aufhören, Dreck zu hohen Verkaufszahlen zu verhelfen. Ein Aspekt, der bislang untergegangen ist:

"Wer profitiert eigentlich von dieser Musik?"


Diese Leute finden ihre Kunden, so oder so. Wenn sie ihre Videos nicht auf YT hochladen können, bildet sich halt eine "unzensierte" Videoplattform für diese Musikform. Die Technik ist ja in der Breite verfügbar, und ein Link ist schnell gepostet.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Marmelada » Do 26. Apr 2018, 07:43

Provokateur hat geschrieben:(26 Apr 2018, 08:24)

Diese Leute finden ihre Kunden, so oder so. Wenn sie ihre Videos nicht auf YT hochladen können, bildet sich halt eine "unzensierte" Videoplattform für diese Musikform. Die Technik ist ja in der Breite verfügbar, und ein Link ist schnell gepostet.
Es steht nicht nur youtube dahinter, sondern auch die Plattenfirma von Bertelsmann, welche die Promotion zur weiten Verbreitung in den Mainstream hinein sponsert. Auch die Echo-Vergabe dient dazu, das Zeug zu mainstreamisieren. Man vergleiche es mit Rechtsrock, der auch seine Kunden findet, aber nicht auf diesem leichten, geldgepolsterten Weg mit Unterstützung der "allgemeinen" Musikindustrie. Da ist die Szene selbst für die Vermarktung zuständig und es bleibt Nischenprodukt.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon odiug » Do 26. Apr 2018, 08:04

Marmelada hat geschrieben:(26 Apr 2018, 08:43)

Es steht nicht nur youtube dahinter, sondern auch die Plattenfirma von Bertelsmann, welche die Promotion zur weiten Verbreitung in den Mainstream hinein sponsert. Auch die Echo-Vergabe dient dazu, das Zeug zu mainstreamisieren. Man vergleiche es mit Rechtsrock, der auch seine Kunden findet, aber nicht auf diesem leichten, geldgepolsterten Weg mit Unterstützung der "allgemeinen" Musikindustrie. Da ist die Szene selbst für die Vermarktung zuständig und es bleibt Nischenprodukt.

Das stimmt so nicht ganz.
Frei Wild bekam den Echo 2016 und Böse Onkelz 2008.
Der Strang Titel ist auch irreführend, weil diese Pseudo Rapers haben ja nicht ihren Echo Preis wegen des Auschwitz-Vergleichs bekommen, sondern weil sie viele Platten verkauften. ( schon klar ... keiner außer mir und ein paar Nostalgiker kaufen heute noch Platten )
Und genau darin, in dieser dumm dreisten Huldigung vor dem Kommerz, genau darin liegt auch das Problem dieses Echo Preises, bzw in der geistigen Verdummung und ästhetischen Umweltverschmutzung ihrer "Preisträger".
"Preis der deutschen Musikindustrie" sagt eigntlich alles, was dazu gesagt werden muss :mad2:
Man sollte mehr Adorno lesen, um zu verstehen, um was es bei diesem Gesocks eigentlich geht.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Provokateur » Do 26. Apr 2018, 08:17

Marmelada hat geschrieben:(26 Apr 2018, 08:43)

Es steht nicht nur youtube dahinter, sondern auch die Plattenfirma von Bertelsmann, welche die Promotion zur weiten Verbreitung in den Mainstream hinein sponsert. Auch die Echo-Vergabe dient dazu, das Zeug zu mainstreamisieren. Man vergleiche es mit Rechtsrock, der auch seine Kunden findet, aber nicht auf diesem leichten, geldgepolsterten Weg mit Unterstützung der "allgemeinen" Musikindustrie. Da ist die Szene selbst für die Vermarktung zuständig und es bleibt Nischenprodukt.


Ich bin anderer Auffassung: Der Markt verlangt, und er bekommt. Musik für Jugendliche war immer irgendwie provokant. Dass es jetzt die dümmsten Provokationen sind, ist nun einmal bedauerlicher Fakt.

odiug hat geschrieben:Frei Wild bekam den Echo 2016 und Böse Onkelz 2008.


Die Onkelz waren aber 2008 kein Rechtsrock mehr.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon zollagent » Do 26. Apr 2018, 08:28

odiug hat geschrieben:(26 Apr 2018, 09:04)

Das stimmt so nicht ganz.
Frei Wild bekam den Echo 2016 und Böse Onkelz 2008.
Der Strang Titel ist auch irreführend, weil diese Pseudo Rapers haben ja nicht ihren Echo Preis wegen des Auschwitz-Vergleichs bekommen, sondern weil sie viele Platten verkauften. ( schon klar ... keiner außer mir und ein paar Nostalgiker kaufen heute noch Platten )
Und genau darin, in dieser dumm dreisten Huldigung vor dem Kommerz, genau darin liegt auch das Problem dieses Echo Preises, bzw in der geistigen Verdummung und ästhetischen Umweltverschmutzung ihrer "Preisträger".
"Preis der deutschen Musikindustrie" sagt eigntlich alles, was dazu gesagt werden muss :mad2:
Man sollte mehr Adorno lesen, um zu verstehen, um was es bei diesem Gesocks eigentlich geht.

Nur mal als Anmerkung, heute spricht man von Tonträgern, nicht mehr von Platten. ;)
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 26. Apr 2018, 10:19

Marmelada hat geschrieben:(26 Apr 2018, 08:43)

Es steht nicht nur youtube dahinter, sondern auch die Plattenfirma von Bertelsmann, welche die Promotion zur weiten Verbreitung in den Mainstream hinein sponsert. Auch die Echo-Vergabe dient dazu, das Zeug zu mainstreamisieren. Man vergleiche es mit Rechtsrock, der auch seine Kunden findet, aber nicht auf diesem leichten, geldgepolsterten Weg mit Unterstützung der "allgemeinen" Musikindustrie. Da ist die Szene selbst für die Vermarktung zuständig und es bleibt Nischenprodukt.

Das stimmt für den harten Rechtsrock/NSBM und das nationale Geliedermache. Für die vielen, vielen Zweideutungs-, Andeutungs- und Anschlußangebote stimmt es nicht. Ob die nun aus Südtirol, Mannheim oder Ostdeutschland kommen.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Marmelada » Do 26. Apr 2018, 13:13

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(26 Apr 2018, 11:19)

Das stimmt für den harten Rechtsrock/NSBM und das nationale Geliedermache. Für die vielen, vielen Zweideutungs-, Andeutungs- und Anschlußangebote stimmt es nicht. Ob die nun aus Südtirol, Mannheim oder Ostdeutschland kommen.
„Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ oder „Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow“ fällt mE in den eindeutigen Bereich. "Nutte, Zeit, dass du Putzlappen befeuchtest - Ich bring' Schusswaffengeräusche wie die Schutzstaffel der Deutschen" wurde noch unter Selfmade Records veröffentlicht, das ist ein Tochterunternehmen von Universal Music.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 26. Apr 2018, 20:10

Marmelada hat geschrieben:(26 Apr 2018, 14:13)

„Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ oder „Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow“ fällt mE in den eindeutigen Bereich. "Nutte, Zeit, dass du Putzlappen befeuchtest - Ich bring' Schusswaffengeräusche wie die Schutzstaffel der Deutschen" wurde noch unter Selfmade Records veröffentlicht, das ist ein Tochterunternehmen von Universal Music.

Ich möchte nicht relativieren, was diese Musikgruppe in ihren Liedtexten hat. Ich wollte deutlich machen, dass eine Nummer kleiner schon recht lange da rumwabert, ganz ungestört. Die "wir machen doch nur Platten, die Leute kaufen das"-Haltung der Musikverlage ist kritikabel. Zwar bin ich nicht dafür, erlaubtes zu verschweigen oder wegzutricksen. In dem vorliegenden Fall frage ich mich aber schon, ob man sowas erlauben muss. Wenn eine Musikindustrie dazu keine Meinung hat, ist es legitim, ihren Schaufensterpreis braun befleckt zu sehen. Wer preist und ehrt, bekennt sich zum Geehrten.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon jack000 » Do 26. Apr 2018, 20:14

Die beiden haben es doch nun geschafft den "Echo" zu beerdigen, oder? Gratulation!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Marmelada » Do 26. Apr 2018, 22:37

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(26 Apr 2018, 21:10)

Ich möchte nicht relativieren, was diese Musikgruppe in ihren Liedtexten hat. Ich wollte deutlich machen, dass eine Nummer kleiner schon recht lange da rumwabert, ganz ungestört. Die "wir machen doch nur Platten, die Leute kaufen das"-Haltung der Musikverlage ist kritikabel. Zwar bin ich nicht dafür, erlaubtes zu verschweigen oder wegzutricksen. In dem vorliegenden Fall frage ich mich aber schon, ob man sowas erlauben muss. Wenn eine Musikindustrie dazu keine Meinung hat, ist es legitim, ihren Schaufensterpreis braun befleckt zu sehen. Wer preist und ehrt, bekennt sich zum Geehrten.
Ich verstehe schon und wollte nochmal darauf abheben, dass das Werk dieser Gestalten mE der Gattung "eindeutig" zuzuordnen ist. Und eben das erfolgreiche Wegducken der Musikindustrie bzw. der involvierten Labels. Journalisten müssten diese eigentlich dazu drängen, Stellung zu beziehen und das als Schwerpunktthema setzen, also die Umstände, wie es überhaupt zum bestverkauften Shit werden kann. Dass zuvor bzw. daneben auch die Andeutungs- und Zweideutungslyriker ungestört gefördert werden, trägt sicher dazu bei. Die Grenzen für Hetzlyrik verschieben sich immer weiter ins Nirgendwo.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Alster » Fr 27. Apr 2018, 13:08

Marmelada hat geschrieben:(26 Apr 2018, 08:20)

Auch wenn die Musikindustrie es unter neuem Namen schafft, keinen Dreck mit hohen Verkaufszahlen mehr auszuzeichnen, wird sie wohl kaum damit aufhören, Dreck zu hohen Verkaufszahlen zu verhelfen. Ein Aspekt, der bislang untergegangen ist:

"Wer profitiert eigentlich von dieser Musik?"

Die Verkaufszahlen machen immer noch die Käufer.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Brainiac » Fr 27. Apr 2018, 16:36

[MOD] Die Diskussion zum Johann-Heinrich-Voß-Preis für Broder und der Kritik daran hat hier nicht wirklich was zu suchen, zumal die Meldung inzwischen auch in einem passenderen Strang gepostet wurde. Daher hier entsorgt. Wenn jemand Wert drauf legen sollte, kümmere ich mich gern um die Integration der entfermten Beiträge in den anderen Strang, sobald er wieder auf ist.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Alster » So 29. Apr 2018, 07:36

Marmelada hat geschrieben:(26 Apr 2018, 23:37)
Und eben das erfolgreiche Wegducken der Musikindustrie bzw. der involvierten Labels. Journalisten müssten diese eigentlich dazu drängen, Stellung zu beziehen und das als Schwerpunktthema setzen, also die Umstände, wie es überhaupt zum bestverkauften Shit werden kann.

Seit wann ist das die Aufgabe der Musikindustrie? Analysen der gesellschaftlichen Aspekte des Musikmarktes ist ureigenste Aufgabe der Journalisten selbst. Und dabei gleich mal ihre eigene Rolle bei dem Spiel zu hinterfragen. Zumal Journalisten, Kritiker, Medien etc. selbst erheblich dazu beitragen Produktionen am Markt zu pushen.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Marmelada » So 29. Apr 2018, 08:33

Alster hat geschrieben:(29 Apr 2018, 08:36)

Seit wann ist das die Aufgabe der Musikindustrie?
Die Musikindustrie nimmt das Zeug unter Vertrag und hilft, es im großen Stil zu verbreiten.

Wenn man irgendwo ansetzen muss, dann bei den Leuten im Hintergrund, die das verantworten und aus Profitinteresse pushen. Bei den Bertelsmann-Managern. Oder bei YouTube. Ohne Bertelsmann würden Kollegah und Farid Bang bei Weitem nicht so viele Platten verkaufen. Ohne YouTube hätte diese Art von sexistischer, homophober, antisemitischer Musik generell nicht die Reichweite, die sie heute hat.

Analysen der gesellschaftlichen Aspekte des Musikmarktes ist ureigenste Aufgabe der Journalisten selbst. Und dabei gleich mal ihre eigene Rolle bei dem Spiel zu hinterfragen. Zumal Journalisten, Kritiker, Medien etc. selbst erheblich dazu beitragen Produktionen am Markt zu pushen.
Das auch. Aber es entlässt diejenigen nicht aus der Verantwortung, die überhaupt die Startbedingungen und Grundlagen zu allem weiteren schaffen.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Alster » Mo 30. Apr 2018, 11:51

Marmelada hat geschrieben:(29 Apr 2018, 09:33)
Wenn man irgendwo ansetzen muss, dann bei den Leuten im Hintergrund, die das verantworten und aus Profitinteresse pushen.

Genau das und nichts anderes ist denen ihr Job. Wobei sich deren Einschätzung, was Profit versprechen könnte, aus den Ergüssen der beauftragten Marktanalysten ergibt, in die auch das reale Verhalten des Käufers mit einfließt. Nachdem der Echo ja anscheinend aufgrund der Verkaufszahlen ausgereicht wird sind die im speziellen Fall offenbar auch noch richtig gelegen. Jetzt bist du dran und erklärst mir wem Du genau welche Verantwortung zuschieben willst.

Wie unrealistisch Dein Wunsch nach Selbstzensur ist, soll noch das folgende Beispiel belegen:
Um eine profitunabhängige Medienschiene zu haben besteht unsere Politik ja auf ihrem staatsfernen Staatsfernsehen. Das könnte nun genau die von Dir geforderte Verantwortung wahrnehmen. Tut's aber nicht. Denen fällt nichts besseres ein als nach Quote zu gieren und sich zum teuersten ÖR der Welt aufzublasen. Die kommen ohne rassistische Sprüche auch nicht aus, hierzu aber mein Beitrag zu "Rassismus als Satire" im selben Forum.

Es ist ja nicht so, dass die Journalisten das Rassismusproblem nicht angesprochen hätten. Mit Samthandschuhen:
https://www.rollingstone.de/hat-es-jan- ... n-1000057/

Alles weitere war vorprogrammiert
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Vongole » Mi 2. Mai 2018, 20:59

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung:
Jetzt. :rolleyes:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/k ... 05888.html
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Bleibtreu » Mi 2. Mai 2018, 21:43

Vongole hat geschrieben:(02 May 2018, 21:59)

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung:
Jetzt. :rolleyes:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/k ... 05888.html

Aber auch nur auf Grund von 2 Anzeigen - schon arm. :|
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
Concordia - Integritas - Industria
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Marmelada » Mi 2. Mai 2018, 22:24

Alster hat geschrieben:(30 Apr 2018, 12:51)

Genau das und nichts anderes ist denen ihr Job.
Heutzutage ist es niemandes Job, Antisemitismus, Gewaltverherrlichung und sonstige Menschenverachtung zu verbreiten. Es ist sogar strafbar. Wäre es "ihr Job", müssten sie auch Rechtsrock unter Vertrag nehmen, tun sie aber nicht. Und auch der Job mit den beiden Hetzrappern wurde beendet. BMG ist eine Tochtergesellschaft von Bertelsmann. Dort wird unter "Unsere Grundwerte" verkündet:

https://karriere.randomhouse.de/downloa ... als-de.pdf
Gesellschaftliche Verantwortung

Unabhängigkeit und Kontinuität unseres Unternehmens werden dadurch gesichert, dass die Mehrheit der Aktienstimmrechte bei der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft liegt. Unsere Gesellschafter verstehen Eigentum als Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Sie sehen das Unternehmen in der Marktwirtschaft dadurch legitimiert, dass es einen Leistungsbeitrag für die Gesellschaft erbringt. Diesem Selbstverständnis entspricht auch die Arbeit der Bertelsmann Stiftung, in die die Mehrheit der Bertelsmann-Aktien eingebracht wurde. Unsere Firmen achten Recht und Gesetz und lassen sich von ethischen Grundsätzen leiten. Sie verhalten sich gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt stets verantwortungsbewusst.

Unsere Verpflichtung

Wir erwarten von allen im Unternehmen Bertelsmann,
dass sie nach diesen Zielen und Grundwerten handeln.


Wobei sich deren Einschätzung, was Profit versprechen könnte, aus den Ergüssen der beauftragten Marktanalysten ergibt, in die auch das reale Verhalten des Käufers mit einfließt. Nachdem der Echo ja anscheinend aufgrund der Verkaufszahlen ausgereicht wird sind die im speziellen Fall offenbar auch noch richtig gelegen. Jetzt bist du dran und erklärst mir wem Du genau welche Verantwortung zuschieben willst.
Es geht die um die Verantwortung, Gewaltverherrlichung, Antisemitismus und sontige Menschenverachtung zu verbreiten. Diese Verantwortung muss BMG und den anderen Labels nicht "zugeschoben" werden. Ich habe sie nicht dazu ermuntert oder gezwungen. Außerdem sind die hohen Verkaufszahlen kein Selbstläufer, im Eigenvertrieb ohne große Plattenfirmen im Hintergrund hätte der Dreck keine solche Reichweite erzielt.

Wenn man irgendwo ansetzen muss, dann bei den Leuten im Hintergrund, die das verantworten und aus Profitinteresse pushen. Bei den Bertelsmann-Managern. Oder bei YouTube. Ohne Bertelsmann würden Kollegah und Farid Bang bei Weitem nicht so viele Platten verkaufen. Ohne YouTube hätte diese Art von sexistischer, homophober, antisemitischer Musik generell nicht die Reichweite, die sie heute hat.

"Ohne Bertelsmann würden Kollegah und Farid Bang bei Weitem nicht so viele Platten verkaufen."

Erst wird für hohe Verkaufszahlen gesorgt und anschließend sieht man sich "gezwungen", den Scheiß mit Preisen auszuzeichnen, anstatt zur eigenen Verantwortung zu stehen.

Wie unrealistisch Dein Wunsch nach Selbstzensur ist, soll noch das folgende Beispiel belegen:
Der Begriff Zensur ist hier völlig fehl am Platz. Entweder man steht hinter einem Produkt, dann verkauft man es. Oder man lehnt es ab, dann nimmt es nicht unter Vertrag, wie zB Störkraft oder Landser. Meine Forderung war eine Stellungnahme von Bertelsmann, die über "blabla Kunstfreiheit" hinausgeht. Insbesondere unter Berücksichtigung der eigenen verkündeten "Grundwerte".

http://www.wz.de/home/kultur/nach-echo- ... -1.2670565
Berlin/Gütersloh. Nach dem Eklat um den Musikpreis Echo hat Musiker Marius Müller-Westernhagen einen Auftritt bei einer Bertelsmann-Veranstaltung zugunsten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe abgesagt. «Marius hätte die Stiftung gern unterstützt», erklärte sein Manager am Freitag auf dpa-Anfrage. Allerdings arbeite die Stiftung eng mit Bertelsmann zusammen. Deshalb habe «er derzeit von einer Teilnahme abgesehen».
Und wieder nur eine einzelne Person, die die richtige Konsequenz zieht, um Bertelsmann die Differenz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung vor Augen zu führen.
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 5. Mai 2018, 09:29

Cilit Bang und Kelloggs müssen jetzt nach Auschwitz.

Farid Bang und Kollegah wollen Auschwitz besuchen

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 71588.html


Irgendwie immer bizarrer. Da sieht man was für ein Kommerz dahintersteckt. Diese "coolen" Lyrics, dieses Gangsta Auftreten - alles Kommerz. Wären das "echte Kerle", echte Gangstas, würden die nicht wie reumütige Schulbuben jetzt nach Auschwitz gehen. Denen geht das Gesäß auf Grund, weil sie Angst um ihre Kohle haben. Echt krass authentische Typen! Darauf wird in der Gangsta-Rap Szene doch soviel Wert gelegt...?

Ihre Texte sind schei*e, ihre Musik ist schei*e, ihr Auftreten ist schei*e und ihre Authenzität ist gespielte schei*e. Dann geht man brav... und lässt euch belehren. Danach rapt ihr etwas gesetzteren Gangstastyle. Vielleicht über Parken ohne Parkschein und Klingelstreiche.

Das so eine "Kultur" so einen breiten Raum gewinnen konnte. Die Werte und Kultur geht den Bach runtern. Naja, sowas haben allerdings auch schon die alten Römer beklagt... ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Echo gewinnen mit Auschwitz- Vergleich

Beitragvon Alster » Sa 5. Mai 2018, 10:49

Marmelada hat geschrieben:(02 May 2018, 23:24)Heutzutage ist es niemandes Job, Antisemitismus, Gewaltverherrlichung und sonstige Menschenverachtung zu verbreiten.

Sinnverdrehung meines Beitrages. Ich hatte es im Beitrag Mo 30. Apr 2018, 12:51 als Job des Verlages bezeichnet Profit zu machen.


Marmelada hat geschrieben:(02 May 2018, 23:24)Oder man lehnt es ab, dann nimmt es nicht unter Vertrag, wie zB Störkraft oder Landser.

Nebelkerze! Zwischen einer konsistent rassistischen Botschaft und einem einzelnen mutmasslichen 189 StGB (von dem ohne Echo kein Schwein Notiz genommen hätte) klafft immer noch ein ziemliches Loch.


Marmelada hat geschrieben:(02 May 2018, 23:24)Der Begriff Zensur ist hier völlig fehl am Platz.

pro forma distanziert man sich erst mal. um es dann doch rauszulassen:


Marmelada hat geschrieben:(02 May 2018, 23:24)Ohne YouTube hätte diese Art von sexistischer, homophober, antisemitischer Musik generell nicht die Reichweite, die sie heute hat.

Ja, auch realisierte Klicks können in eine Marktanalyse einfliessen, die letztlich zu Verträgen führt.
Also trotz Dementi doch Zensurmassnahmen. Deine Stossrichtung ist ziemlich durchsichtig.


Dazu hatte ich längst geschrieben:
Wie unrealistisch Dein Wunsch nach Selbstzensur ist, soll noch das folgende Beispiel belegen:
Um eine profitunabhängige Medienschiene zu haben besteht unsere Politik ja auf ihrem staatsfernen Staatsfernsehen. Das könnte nun genau die von Dir geforderte Verantwortung wahrnehmen. Tut's aber nicht. Denen fällt nichts besseres ein als nach Quote zu gieren und sich zum teuersten ÖR der Welt aufzublasen. Die kommen ohne rassistische Sprüche auch nicht aus, hierzu aber mein Beitrag zu "Rassismus als Satire" im selben Forum.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung

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