Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Skeptiker » Sa 10. Mär 2018, 21:31

Alexyessin hat geschrieben:(10 Mar 2018, 20:23)
Wobei natürlich hier das Problem des sozialen Druck im Dorf ist. Wo es in der Großstadt nicht auffällt ist ein Kind, das jetzt hier bei uns am Land nicht zur Kommunion geht in einer gewissen Weise vom sozialen Leben der Gleichaltrigen ausgeschlossen. Ich persönlich wüsste nicht, ob ich das soziale Wohl des Kindes nicht höher bewerten würde als der religiöse Wohl. Ich bin Atheist, aber ich würde das nicht wollen.

Ich bin Atheist, meine Frau ist Christin. Ich habe aus eben diesem Grunde (s.o.) zugestimmt, dass unsere Kinder getauft wurden (obwohl das für mich eine Überwindung war).

Tiefschürfende Glaubensdiskussionen kann man frühestens mit Jugendlichen führen, und das wird dann auch passieren. Bis dahin sollen die Kinder einfach keinen Schaden durch das Thema an sich nehmen (durch Andersartigkeit).

Ich bin mir sicher, das Kind in dem Artikel hätte keinen Schaden genommen, wenn man seitens der Eltern den Kontakt mit Religion nicht so strikt versucht hätte zu unterbinden. Das Drama welches daraus entstanden ist, wird um ein vielfaches traumatischer sein. Hier ist in meinen Augen das Kind zum Opfer eines Kampfes für eine bessere Welt geworden - in meinen Augen vollkommen unnötig. Man hat sehr wohl als Eltern die Möglichkeit allzu religiöses Geschwurbel durch elterliche Reaktionen für das Kind zu entschärfen.

Ich wäre nicht mal im Traum darauf gekommen, dass "Laudato si" singen einem Kind schaden würde. Meinem Kind habe ich halt erklärt, dass das eher bildhaft/märchenhaft gemeint ist und Bibeltexte und Realität in dem Sinne oft nicht zu vereinbaren sind und so auch nicht aufzufassen sind.
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon BingoBurner » Sa 10. Mär 2018, 23:45

Skeptiker hat geschrieben:(10 Mar 2018, 21:31)

Ich bin Atheist, meine Frau ist Christin. Ich habe aus eben diesem Grunde (s.o.) zugestimmt, dass unsere Kinder getauft wurden (obwohl das für mich eine Überwindung war).

Tiefschürfende Glaubensdiskussionen kann man frühestens mit Jugendlichen führen, und das wird dann auch passieren. Bis dahin sollen die Kinder einfach keinen Schaden durch das Thema an sich nehmen (durch Andersartigkeit).

Ich bin mir sicher, das Kind in dem Artikel hätte keinen Schaden genommen, wenn man seitens der Eltern den Kontakt mit Religion nicht so strikt versucht hätte zu unterbinden. Das Drama welches daraus entstanden ist, wird um ein vielfaches traumatischer sein. Hier ist in meinen Augen das Kind zum Opfer eines Kampfes für eine bessere Welt geworden - in meinen Augen vollkommen unnötig. Man hat sehr wohl als Eltern die Möglichkeit allzu religiöses Geschwurbel durch elterliche Reaktionen für das Kind zu entschärfen.

Ich wäre nicht mal im Traum darauf gekommen, dass "Laudato si" singen einem Kind schaden würde. Meinem Kind habe ich halt erklärt, dass das eher bildhaft/märchenhaft gemeint ist und Bibeltexte und Realität in dem Sinne oft nicht zu vereinbaren sind und so auch nicht aufzufassen sind.


Ganz, ganz starker Beitrag........Respekt




Index.........

"Nach Ablehnung des Indizierungsantrags erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, das Buch könne sich zwar formell auf die Freiheiten des Grundgesetzes berufen, es widerspreche jedoch „dem Geist der verfassungsmäßigen Ordnung“, die ein Recht der Gläubigen auf Respekt einschließe. Weiter heißt es in seiner Presseerklärung: „Absichtliches Missverstehen, Verkürzen und Verhöhnen religiöser Bekenntnisse ist eine Schande für eine aufgeklärte pluralistische Gesellschaft. Kinderbücher dieses Inhalts haben bildungsfeindliche Wirkung.“[42]"

Dieses kleine Schwein......wie konnte es nur wagen.......

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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Ein Terraner » So 11. Mär 2018, 10:03

Ammianus hat geschrieben:(10 Mar 2018, 14:54)

Das stimmt so aber nicht. Denn ich habe schon gesagt, wie ein halbwegs normaler Mensch damit umgehen würde - und die meisten es auch tun - nämlich locker, tolerant und humorvoll. Mein Großvater war Atheist und Kommunist. Der hat mir eine Kirche von Innen gezeigt als ich sie sehen wollte und ist auch mit mir in einen Gottesdienst gegangen. Der Kleine war halt neugierig. Dann fand er (also ich, der Kleine - damit es kein Mißverständnis gibt [nachträgliche Ergänzung]) es langweilig und Opa und Enkel gingen wieder.


Nur wird sich dadurch nie was ändern, schön kuschen nur nicht streiten, immer schön Respekt und erfurcht Zeigen und die Religion/Kirche bekommen wieder ihren Willen ohne das es jemand hinterfragt. Und es ist egal ob einige das im Alter wieder abschütteln können oder nicht, der Punkt ist sie dürfen erst gar nicht in diese Situation gebracht werden. Die Kirche hat in den letzten Jahren mehr als deutlich gezeigt das sie eine der letzten Institutionen sind die man nicht in die nähe von Kindern lassen sollte, es wird Zeit das sich hier wirklich einmal etwas tut. Und das sowas nicht ohne Streit passieren wird ist auch klar. Der Punkt ist, staatliche Schulen sind nicht dafür da den Religionen zu Diensten zu sein sondern um Kindern Wissen zu vermitteln.
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Teeernte » So 11. Mär 2018, 10:24

Ein Terraner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 10:03)

Nur wird sich dadurch nie was ändern, schön kuschen nur nicht streiten, immer schön Respekt und erfurcht Zeigen und die Religion/Kirche bekommen wieder ihren Willen ohne das es jemand hinterfragt. Und es ist egal ob einige das im Alter wieder abschütteln können oder nicht, der Punkt ist sie dürfen erst gar nicht in diese Situation gebracht werden. Die Kirche hat in den letzten Jahren mehr als deutlich gezeigt das sie eine der letzten Institutionen sind die man nicht in die nähe von Kindern lassen sollte, es wird Zeit das sich hier wirklich einmal etwas tut. Und das sowas nicht ohne Streit passieren wird ist auch klar. Der Punkt ist, staatliche Schulen sind nicht dafür da den Religionen zu Diensten zu sein sondern um Kindern Wissen zu vermitteln.


....eine Musikschule .....etwas mehr Musik...

Beim Siemensgymnasium handelt es sich um eine besondere Schule. Dazu hat der mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Schwerpunkt deutlich beigetragen.

...ein Sprachgymnasium....vermittelt vorrangig Sprachen..

und bei einem Kirchlichen TRÄGER erwarte ich ...

Nein, mit geschwenktem Weihrauchfässchen wird hier keiner begrüßt am Morgen. Das stellen Jacqueline Friker und Claudia Roche klar, zwar im Scherz, aber irgendwie scheint die Leiterin des Irmgardis-Gymnasiums Köln und ihre Stellvertreterin doch ein wenig die Sorge umzutreiben, dass da ein Zerrbild kursiert von Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Ein Bild, wonach es sich bei den Schulen weniger um höhere Lehr-, vielmehr um höhere Betanstalten handelt.

Aber da gibt es sehr wohl Dinge, die hier anders sind, auch wenn der Besucher nicht gleich von Katholizismus erschlagen wird: Es gibt das tägliche Morgengebet und eine Schulkapelle, verpflichtende Gottesdienste finden statt bis zum Ende der Mittelstufe; Wallfahrten gibt es, die Schulleiterin zeigt gerne Fotos davon, Schülergesichter, alle fröhlich, trotz schwerer Wanderstiefel. Und kommt man mit den beiden Frauen ins Gespräch, auch mit Lehrern und Schülern, dann fallen fast minütlich Begriffe wie: Geborgenheit und Nächstenliebe...

Da verlieren einerseits die Kirchen an Bindungskraft, noch nie sind so viele Menschen aus der katholischen oder der evangelischen Kirche ausgetreten. Andererseits blüht die Landschaft der Schulen in deren Trägerschaft. Laut Statistischem Bundesamt gibt es 3500 allgemeinbildende Schulen in privater Hand. 8,7 Prozent der Schüler besuchen die Einrichtungen - 27 Prozent aller Eltern würden es sich laut einer Forsa-Umfrage wünschen, dass ihr Kind in eine solche Schule geht..


http://www.sueddeutsche.de/bildung/schu ... -1.3030117

Der Teufel scheut das Weihwasser...

Naja ....wenn der Pastor den Kindern den Gotteslohn in Naturalien rüberscheibt ....da kann ich die Abstinenz verstehen...

Ansonsten... >> ran an den Sarg und mitjeweent !
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Ein Terraner » So 11. Mär 2018, 10:49

Milady de Winter hat geschrieben:(10 Mar 2018, 13:40)

"Richtig" oder "falsch" gibt es hier in meinen Augen nicht. Ich kann Dir nur sagen, was ich vom Verhalten des Mannes halte (das habe ich hier getan). Ich kann Dir gerne sagen, wie ich mich verhalten würde, aber das ist auch nicht allgemeingültig.

Zunächst einmal würde ich mir nicht zwingend einen kleinen (katholich geprägten) Ort aussuchen, in den ich ziehe, wenn ich ein relativ ausgeprägtes Problem mit Religion habe. Im Bericht steht, die Familie zog vor 7 Jahren dort hin. D.h. die Tochter war da ggf. schon unterwegs. Aber selbst wenn nicht, dann war wohl ein Kinderwunsch vorhanden. Da informiere ich mich dann, wie es eigentlich um die schulische Situation an meinem neuen Wohnort bestellt ist. Ein Blick auf die Homepage des Ortes gab mir da Auskunft über die Grundschule und sonstige Einrichtungen. Da steht übrigens, dass die Teilnahme am Religionsunterricht oder den Schulgottesdiensten höchst freiwillig ist.

So. Also entweder ich bin der Meinung, ich kann mein potenziell kommendes Kind in die einzige Schule mit Namen "Christophorus" schicken, oder nicht. Scheint nicht geschehen zu sein. Nun denn, sind wir im Heute: die Dramatik, mit der einzelne Szenen in dem Bericht geschildert wurden, sind für mich haarsträubend:


Von schicken kann doch keine Rede sein es ist doch nicht so als hätte er sein Kind auf eine Privatschule geschickt und sich dann empört. Grundschulen haben Einzugsbereiche und die können wenn ich mich recht erinnere mal gut 45min einfache Fahrtzeit betragen. Da ist nichts mit kleinen Katholischen Dorf, die Schule kann auch entsprechend weit weg sein. Aber selbst wenn vielleicht ist er nur in das Nachbardorf gezogen und er ist in der Gegend aufgewachsen? Es ist und bleibt aber egal da die Konfession bei der Wohnungswahl in Deutschland schlicht keine Rolle zu spielen hat. Und wenn dann eine kleine Dorfgemeinde meint sie müsste einen auf eingeschworene Gemeinschaft machen haben sie in dem Punkt einfach Pech.


P.S.

Noch so ein schöner Fall wo eine Einigung einseitig einfach wieder gebrochen wurde, da zeigte man sich nachsichtig und einigt sich. Und kurz darauf kommt eine neue Lehrkraft und fängt an den Unterricht in eine Gebetsstunde zu verwandeln.

http://www.taz.de/!5149878/
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Milady de Winter » So 11. Mär 2018, 12:32

Ein Terraner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 10:49)

Von schicken kann doch keine Rede sein es ist doch nicht so als hätte er sein Kind auf eine Privatschule geschickt und sich dann empört. Grundschulen haben Einzugsbereiche und die können wenn ich mich recht erinnere mal gut 45min einfache Fahrtzeit betragen. Da ist nichts mit kleinen Katholischen Dorf, die Schule kann auch entsprechend weit weg sein. Aber selbst wenn vielleicht ist er nur in das Nachbardorf gezogen und er ist in der Gegend aufgewachsen? Es ist und bleibt aber egal da die Konfession bei der Wohnungswahl in Deutschland schlicht keine Rolle zu spielen hat. Und wenn dann eine kleine Dorfgemeinde meint sie müsste einen auf eingeschworene Gemeinschaft machen haben sie in dem Punkt einfach Pech.


P.S.

Noch so ein schöner Fall wo eine Einigung einseitig einfach wieder gebrochen wurde, da zeigte man sich nachsichtig und einigt sich. Und kurz darauf kommt eine neue Lehrkraft und fängt an den Unterricht in eine Gebetsstunde zu verwandeln.

http://www.taz.de/!5149878/

Bei der "Gebetsstunde" bin ich wieder bei Dir, das kann im Religionsunterricht durchgeführt werden, hat aber im normalen Unterricht nichts verloren.

Zum "Kreuz Abhängen" hab ich meine eigene Meinung. Wenn es stumm an der Wand hängt (und meist ist es ein kleines Holzkreuz ohne Jesus), dann tut es keinem weh. In meiner Kindheit hingen auch Kreuze an der Wand, glaub ich, (siehst Du, ich bin nicht mal sicher, so wenig haben sie mich in der Schule tangiert). Keine Sau hat sich je daran gestört, kaum jemand nahm überhaupt Notiz davon. Hier bin ich tendenziell weit weniger "empfindlich" oder schlicht toleranter (wobei echt nicht viel Toleranz dazu gehört, sich nicht an einem Stück Holz an der Wand zu stören) als die Kundschaft, die sich daran hochzieht. Wobei ich mich frage, ob diese Personen in allen Lebenslagen so hohe Maßstäbe ansetzen, wie in diesem Fall. Die Antwort lautet wahrscheinlich nein. Jeder hat eben andere Prios.

Unabhängig davon sind getroffene Absprachen einzuhalten, sonst kann man sie sich schenken.

Nichtsdestotrotz bringt mich das zum Ausgang zurück. Mit entsprechender Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten ließen sich viele Probleme und viel Ärger vermeiden. Durch das, was ich persönlich als Querulantentum bezeichne, geschieht das Gegenteil. Und in meinen Augen suchen diese Personen bewusst die Konfrontation und Publicity, aber sind an einer ernsthaften Konfliktlösung nicht interessiert. Klassische JUST BECAUSE Mentalität.
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Ein Terraner » So 11. Mär 2018, 14:55

Milady de Winter hat geschrieben:(11 Mar 2018, 12:32)

Bei der "Gebetsstunde" bin ich wieder bei Dir, das kann im Religionsunterricht durchgeführt werden, hat aber im normalen Unterricht nichts verloren.

Zum "Kreuz Abhängen" hab ich meine eigene Meinung. Wenn es stumm an der Wand hängt (und meist ist es ein kleines Holzkreuz ohne Jesus), dann tut es keinem weh. In meiner Kindheit hingen auch Kreuze an der Wand, glaub ich, (siehst Du, ich bin nicht mal sicher, so wenig haben sie mich in der Schule tangiert). Keine Sau hat sich je daran gestört, kaum jemand nahm überhaupt Notiz davon. Hier bin ich tendenziell weit weniger "empfindlich" oder schlicht toleranter (wobei echt nicht viel Toleranz dazu gehört, sich nicht an einem Stück Holz an der Wand zu stören) als die Kundschaft, die sich daran hochzieht. Wobei ich mich frage, ob diese Personen in allen Lebenslagen so hohe Maßstäbe ansetzen, wie in diesem Fall. Die Antwort lautet wahrscheinlich nein. Jeder hat eben andere Prios.

Unabhängig davon sind getroffene Absprachen einzuhalten, sonst kann man sie sich schenken.

Nichtsdestotrotz bringt mich das zum Ausgang zurück. Mit entsprechender Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten ließen sich viele Probleme und viel Ärger vermeiden. Durch das, was ich persönlich als Querulantentum bezeichne, geschieht das Gegenteil. Und in meinen Augen suchen diese Personen bewusst die Konfrontation und Publicity, aber sind an einer ernsthaften Konfliktlösung nicht interessiert. Klassische JUST BECAUSE Mentalität.


Ja, sowohl im ersten wie auch im Zweiten Fall gab es Absprachen die einseitig Gebrochen wurde, und dann gibt es einfach Ärger und es geht um jede Kleinigkeit, sei es ein Bild oder ein stilles Symbol.

Aber bei dem Stillen Symbol bin ich auch dafür das dieses Folterinstrument nichts in staatlichen Einrichtungen zu suchen hat, weil genau an diesen "Kleinigkeiten" kann man sehen wie weit Staat und Kirche noch verwoben sind und wie weit die Finger der Kirche reichen. Es reicht hier in Bayern schon das einem in Freier Wildbahn an jeder Ecke diese Jammergestalt über den Weg läuft, da muss es nicht auch noch demonstrativ in jedem Staatlich finanzierten Raum angeschlagen sein.

P.S. Ist es im restlichen Deutschland eigentlich auch so das einem an Heilig 3 Könige immer ungefragt die Haustüre vollgeschmiert wird ?
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Milady de Winter » So 11. Mär 2018, 18:30

Ein Terraner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 14:55)


P.S. Ist es im restlichen Deutschland eigentlich auch so das einem an Heilig 3 Könige immer ungefragt die Haustüre vollgeschmiert wird ?

Das ist nicht mal überall in Bayern so.
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Skeptiker » So 11. Mär 2018, 21:17

BingoBurner hat geschrieben:(10 Mar 2018, 23:45)
Index.........

"Nach Ablehnung des Indizierungsantrags erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, das Buch könne sich zwar formell auf die Freiheiten des Grundgesetzes berufen, es widerspreche jedoch „dem Geist der verfassungsmäßigen Ordnung“, die ein Recht der Gläubigen auf Respekt einschließe. Weiter heißt es in seiner Presseerklärung: „Absichtliches Missverstehen, Verkürzen und Verhöhnen religiöser Bekenntnisse ist eine Schande für eine aufgeklärte pluralistische Gesellschaft. Kinderbücher dieses Inhalts haben bildungsfeindliche Wirkung.“[42]"

Dieses kleine Schwein......wie konnte es nur wagen.......

Ich fand das Buch gut. Natürlich ist es für Religionsverbände provokant.

Wenn aber Religionsgemeinschaften ihre Weltsicht predigen und dabei keinen Zweifel daran lassen, dass sie sich auf der guten Seite der Moral verstehen (und das selbstverständlich den Kindern auch so vorsetzen), dann muss es legitim sein anderer Meinung sein zu dürfen und das auch kindgerecht ausdrücken zu dürfen.

Ich sehe das an der Stelle wie Schmidt-Salomon, nämlich dass der tolerant ist, der erträgt. Zur Toleranz gehört nicht zwingend der Respekt. Respekt gegenüber Religionsgemeinschaften wird m.E. vollkommen übertrieben.
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon BingoBurner » So 11. Mär 2018, 22:18

Skeptiker hat geschrieben:(11 Mar 2018, 21:17)

Ich fand das Buch gut. Natürlich ist es für Religionsverbände provokant.

Wenn aber Religionsgemeinschaften ihre Weltsicht predigen und dabei keinen Zweifel daran lassen, dass sie sich auf der guten Seite der Moral verstehen (und das selbstverständlich den Kindern auch so vorsetzen), dann muss es legitim sein anderer Meinung sein zu dürfen und das auch kindgerecht ausdrücken zu dürfen.

Ich sehe das an der Stelle wie Schmidt-Salomon, nämlich dass der tolerant ist, der erträgt. Zur Toleranz gehört nicht zwingend der Respekt. Respekt gegenüber Religionsgemeinschaften wird m.E. vollkommen übertrieben.


Das Buch war als "Gegengift" so bezeichnete es Michael Schmidt Salomon es mal selber......... gedacht. Und auch ich empfinde es nur als Fair .............Kindern die Möglichkeit zu geben sich selbst ein Bild zu machen.
Deshalb bin ich auch für einen Ethikunterricht anstatt eines Religionsunterrichtes.

Was soll ein Islamunterricht, was soll ein was auch immer Buddismus Unterricht an Schulen ?.....Fasst dies alles zusammen und erklärt die verschiedenen Glaubensrichtungen. Thema durch.

Und wor alllem erklärt den Kindern den Unterschied zwischen Ethik und Moral. Moral..........Das ist Gut und Böse Denken..........Ethik.....das ist .......was ist Fair und was ist Unfair.
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Skeptiker » So 11. Mär 2018, 23:03

BingoBurner hat geschrieben:(11 Mar 2018, 22:18)
Das Buch war als "Gegengift" so bezeichnete es Michael Schmidt Salomon es mal selber......... gedacht. Und auch ich empfinde es nur als Fair .............Kindern die Möglichkeit zu geben sich selbst ein Bild zu machen.
Deshalb bin ich auch für einen Ethikunterricht anstatt eines Religionsunterrichtes.

Was soll ein Islamunterricht, was soll ein was auch immer Buddismus Unterricht an Schulen ?.....Fasst dies alles zusammen und erklärt die verschiedenen Glaubensrichtungen. Thema durch.

Und wor alllem erklärt den Kindern den Unterschied zwischen Ethik und Moral. Moral..........Das ist Gut und Böse Denken..........Ethik.....das ist .......was ist Fair und was ist Unfair.

Ja, ich wäre sehr dafür Religionsunterricht durch Ethikunterricht zu ersetzen und in diesem dann die Religionen der Welt zu behandeln, im Sinne von "Erklären".

Religionsunterricht bedeutet heute aber oft den Job der Kirche in den Schulen zu machen. Das halte ich für falsch, ist aber leider gelebte Realität.

Religionen haben viel mit Medizin gemein. Mit den selben Stoffen kann ich heilen oder töten - die Dosis bestimmt das Gift. Urvertrauen in die Welt, wenn man sie mit dem Begriff "göttlich" belasten möchte, wäre für mich eine heilende Dosis. Wörtliche Auslegungen und Abgrenzung zu Andersgläubigkeit sind das Gift welches die Welt verpesten. Seien es Religionen oder religiös gelebte Ideologien, das macht oft keinen Unterschied. Es wäre schön so etwas JEDEM Schüler in einem Pflichtfach beizubringen. Das ist ungleich wichtiger, als die nähere Bedeutung von Fronleichnam ...
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Skeptiker » Fr 6. Apr 2018, 16:54

Neues Beispiel was Ignoranz und Blauäugigkeit dem Islam gegenüber uns in den Schulen beschert.
Und weiter: „Als ich vorsichtig dar­auf hinwies, dass auch der Koran ein Menschenwerk ist und damit kritisierbar, tobte der ganze Kurs: Nein, Allah hat Mohammed den Koran in die Feder dik­tiert!“

Das gepaart mit der linken Version von Meinungsfreiheit und liberalem Staatswesen:
Die Ohnmacht einiger Lehrer zeige sich darin, dass sie im Unterricht kaum noch etwas gegen „islamistische Schüler“ sagen, „weil sie dann selbst – nicht etwa die Schüler – am Pranger stehen und zur Schulleitung zitiert werden“.

... solche Aussagen würde ich in Nordkorea verorten - man muss sich Gedanken machen (außer natürlich man ist links und findet das ganz normal).

Nebenbei: Was die Schüler dort behaupten ist nicht islamistisch, es ist islamische Glaubenslehre. Es ist beunruhigend das normale Menschen heute scheinbar glauben, die ganze Welt wäre säkular gemäßigt wie sie selber. Der Islam wird in weiten Teilen der Welt aber erzkonservativ und wörtlich ausgelegt. Diese Sichtweisen sind also mitnichten islamistisch, so wie die Behauptung die Welt wäre von Gott entsprechend der Genesis geschaffen worden mitnichten extremistisch christlich ist - sie ist nur TATSÄCHLICH christlich. Säkularer Humanismus ist NICHT christlich und schon GARNICHT islamisch, sie haben nur gewisse Schnittmengen. Das sollte man niemals verwechseln.

Die Autorin schreibt: „Bislang wollen die Schulen nur ‚Schu­le gegen Rassismus‘ sein, nicht aber ‚Schule gegen Sexis­mus‘ – und schon gar nicht ‚Schule ge­gen Islamismus‘. Dabei müsste das das gute Renommee einer Schule sein: Dass sie für Demokratie und Geschlechterge­rechtigkeit eintritt!

DEM kann man nur beipflichten!

Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 22716.html
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Progressiver » Fr 6. Apr 2018, 21:15

Skeptiker hat geschrieben:(06 Apr 2018, 17:54)

Neues Beispiel was Ignoranz und Blauäugigkeit dem Islam gegenüber uns in den Schulen beschert.

Das gepaart mit der linken Version von Meinungsfreiheit und liberalem Staatswesen:

... solche Aussagen würde ich in Nordkorea verorten - man muss sich Gedanken machen (außer natürlich man ist links und findet das ganz normal).

Nebenbei: Was die Schüler dort behaupten ist nicht islamistisch, es ist islamische Glaubenslehre. Es ist beunruhigend das normale Menschen heute scheinbar glauben, die ganze Welt wäre säkular gemäßigt wie sie selber. Der Islam wird in weiten Teilen der Welt aber erzkonservativ und wörtlich ausgelegt. Diese Sichtweisen sind also mitnichten islamistisch, so wie die Behauptung die Welt wäre von Gott entsprechend der Genesis geschaffen worden mitnichten extremistisch christlich ist - sie ist nur TATSÄCHLICH christlich. Säkularer Humanismus ist NICHT christlich und schon GARNICHT islamisch, sie haben nur gewisse Schnittmengen. Das sollte man niemals verwechseln.


DEM kann man nur beipflichten!

Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 22716.html


Natürlich ist die Welt nicht überall säkular gemäßigt wie hier. Aber man sollte auch folgendes nicht unerwähnt lassen: Dort, wo die Religion eine dominierende Rolle spielt, grassiert die Gewalt und/ oder die Repression. In Ländern, in denen es nur Koralnschulen gibt, kommt es auch viel häufiger zu Selbstmordattentaten als hier bei uns. Wir hier haben zwar auch unsere gesellschaftlichen Probleme. Jedoch gibt es im schlimsten Fall Demonstrationen und bei der nächsten Wahl Denkzettel für manche Parteien. Aber Lynchjunstiz, Steinigungen von Gesetzes wegen etc. gibt es nicht. Zudem auch gesagt werden muss: Religion töten nicht nur die Neugier. Sie behindert auch das berufliche Fortkommen, da sie gesellschaftlichen Fortschritt ausbremst. Diese kleinen gehirngewaschenen Jungmuslime aus dem FOCUS-Artikel sind doch auch aufgrund ihrer Religion alles Bildungsverlierer. In ihren Moscheen werden sie aufgehetzt. Aber anstatt durch Bildung und Fleiß einen gesellschaftlichen Aufstieg und eine Integration in die Gesellschaft zu erreichen, bleiben sie ihr ganzes Leben lang Menschen am Rande der Gesellschaft. Ihr Weltbild bleibt geschlossen. Radikalisierungen sind nicht ausgeschlossen.
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Re: Religiöse Neutralität an staatlichen Schulen

Beitragvon Progressiver » Sa 7. Apr 2018, 09:22

Nachdem ich mir gerade eben meinen letzten Beitrag durchgelesen und noch einmal überdacht habe, würde ich sogar noch weiter gehen. Damit es überhaupt erst gar nicht zu religiöser Gehirnwäsche kommt, würde ich die Pflicht zur Ganztagsschule fordern. Gerade solche Kinder aus Problembezirken brauchen eine besonders intensive Förderung. Man muss sie für unsere säkularen Werte gewinnen und sie dazu bringen, sich für Bildung zu begeistern. Natürlich muss das auch mit deutschen Bildungsverliererkindern geschehen. Islamunterricht gehört jedenfalls genauso wenig an Schulen wie christlicher, hinduistischer etc. Unterricht. Vielmehr würde ich im Rahmen eines Ethikunterrichts alle Religionen gleichermaßen behandeln. Überhaupt ist diese konfessionelle Segregation ein Relikt aus der Vergangenheit. Da sind dann die Katholiken unter sich, ebenso die Protestanten usw. Ein einheitlicher Islamunterricht ist sowieso eine Illusion, da die Schiiten, Sunnniten, Aleviten, Sufi-Anhänger usw. alle etwas anderes predigen. Da sieht man ja jetzt im Nahen Osten, dass sich die Muslime gegenseitig hassen wie die Pest. Und da will man diese Gruppen alle in einem einzigen Islamunterricht unterbringen? Auf welcher Autorität soll das fußen?

Ich bin jedenfalls dafür, alle Schüler gleichermaßen dazu zu erziehen, vor allem das diesseitige Leben zu schätzen und sich gegenseitig mit Toleranz und Respekt zu begegnen. Wer darüber hinaus so etwas wie Spiritualität vermisst, kann sie meinetwegen haben. So etwas kann man aber auch überkonfessionell kriegen. Dafür braucht es keine Religion. Diese falsch verstandene Toleranz, die wie zur Zeit den Muslimen und anderen fundamentalistischen Gruppen zugestehen, ist aber nichts anderes als eine Form von Gleichgültigkeit. Die regierenden Politiker fordern Anstrengungen von den Muslimen, sich zu integrieren, ohne ihnen Anreize zu bieten oder selbst einen Finger krumm zu machen. Was wir aber -für Deutsche wie für Immigrantenkinder- brauchen, sind deutlich mehr Lehrer, Sozialarbeiter und Schulpsychologen, um auch die Bildungsverlierer mitzunehmen. Nur die realitätsfernen Träumer in der CSU glauben vielleicht noch, dass sie die Probleme aussitzen können, bis die hier geborenen Immigranten vielleicht in ihre "Heimat"-Länder zurückziehen. Wenn jetzt aber nicht der deutsche Staat und das Bildungssystem intervenieren, ziehen wir nicht nur eine neue Generation von Bildungsverlierern heran. Wenn man diese weiter in ihrem eigenen Saft schmoren lässt, wird die Religiosität und Bildungsfeindlichkeit unter ihnen noch zunehmen. Radikalisierungen und Zustände wie in Frankreich werden die Folge davon sein.

Jedenfalls, wie gesagt: Natürlich darf der Staat nicht mehr religiöse Indoktrination an Schulen zulassen, sondern sie durch einen konfessionsübergreifenden Ethikunterricht für alle ersetzen. Aber ich halte es darüber hinaus auch wichtig, die Bildungsverlierer unter Muslimen wie unter Deutschen nicht sich selbst zu überlassen. Denn dann züchten wir uns ansonsten eine Generation von Leuten heran, die entweder auf Dschihad gepolt sind oder aber als autochtone Deutsche die Demokratie nicht mehr zu schätzen wissen und infolgedessen massenhaft AfD wählen.
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