Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

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Papaloooo
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Papaloooo » Sa 24. Feb 2018, 21:23

Schulbildung ist doch ganz klar Länder- und nicht Bundessache :D

Denn wozu sollten die Nordlichter Jodeln und Sennen lernen und die Bayern lernen, wie man Wattwürmer ausgräbt?

Und wie könnte man in einer schwäbischen Grundschule einen solchen Text vorlesen? "Da war aemal ae gleenes niedliches Mädchen. Das grichte von seiner Grossemudder aenne feierrote Samtgabbe mit aenner Bummel dran. Drin sah de Gleene so schnaerblich aus, dasse barduh geen andern Bibbi maehr uffsetzte."

Und außerdem, wenn man die Kultusministerien auf Bundesebene zusammenführen würde,
dann wären tausende von Beamten zu entsorgen, aber wir haben in Deutschland nunmal noch kein Endlager gefunden!
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Sorgenking » Sa 24. Feb 2018, 22:05

Adam Smith hat geschrieben:(24 Feb 2018, 21:14)

Bayern ist sehr viel erfolgreicher in der Schulbildung. Dieser Erfolg kann beendet werden, wenn man den Bayern die Bildung wegnimmt.


Sachsen ebenfalls, wenn man das Bildungsniveau in den anderen Bundesländern an beide anpassen würde, wäre das besser für alle!
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Dampflok94 » Di 27. Feb 2018, 15:51

Sorgenking hat geschrieben:(24 Feb 2018, 22:05)

Sachsen ebenfalls, wenn man das Bildungsniveau in den anderen Bundesländern an beide anpassen würde, wäre das besser für alle!

Komisch. In der Bildungspolitik ist sozialistische Gleichmacherei plötzlich gefragt. :cool:

Ich bin z. B. froh in einem Bundesland aufgewachsen zu sein, welches eine 6jährige Grundschule hatte und hat. (Ich fände 8 Jahre noch besser.) Ich glaube, in jdem Bundesland gibt es gute und weniger gute Ideen. Das macht aber nix.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Sorgenking » Di 27. Feb 2018, 23:23

Dampflok94 hat geschrieben:(27 Feb 2018, 15:51)

Komisch. In der Bildungspolitik ist sozialistische Gleichmacherei plötzlich gefragt. :cool:


Weil es nur fair ist allen die gleiche Bildung zukommen zu lassen!
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon H2O » Mi 28. Feb 2018, 01:04

Dampflok94 hat geschrieben:(27 Feb 2018, 15:51)

Komisch. In der Bildungspolitik ist sozialistische Gleichmacherei plötzlich gefragt. :cool:

Ich bin z. B. froh in einem Bundesland aufgewachsen zu sein, welches eine 6jährige Grundschule hatte und hat. (Ich fände 8 Jahre noch besser.) Ich glaube, in jdem Bundesland gibt es gute und weniger gute Ideen. Das macht aber nix.


Diese Ungleichheit im Schulsystem fänden Sie als Schüler (und als Eltern!) weniger lustig, wenn Ihre Eltern berufsbedingt im Takt von 4 bis 5 Jahren das Bundesland wechselten. Dann ist es schon besser, überall das selbe Schulsystem zu haben; am liebsten natürlich das beste überall.

Mit unseren heutigen Mobilitätserwartungen wäre das europaweit zu wünschen; die Sprachunterschiede sind schon hart genug!
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon frems » Mi 28. Feb 2018, 07:31

Sorgenking hat geschrieben:(24 Feb 2018, 22:05)

Sachsen ebenfalls, wenn man das Bildungsniveau in den anderen Bundesländern an beide anpassen würde, wäre das besser für alle!

Eher nicht so. Die Bildungsungerechtigkeit ist dort sehr hoch, in Kernfächern wie Englisch ist man Schlusslicht und bei der politischen Bildung sieht es ebenfalls sehr düster aus. Gute Ergebnisse in Physik und Chemie sind ja schön, aber wenig hilfreich, wenn [...]
Zuletzt geändert von Brainiac am Mi 28. Feb 2018, 20:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Dampflok94 » Mi 28. Feb 2018, 10:43

Sorgenking hat geschrieben:(27 Feb 2018, 23:23)
Weil es nur fair ist allen die gleiche Bildung zukommen zu lassen!

Das schafft man nicht mal innerhalb eines Bundeslandes. Manchmal nicht mal innerhalb einer Schule.

Warum soll das alles gleich sein? Wollen Eltern das überhaupt? Warum gibt es dann private Schulen mit teilweise völlig anderen Ansätzen? Manchmal ohne Noten, manchmal ohne feste Klassen oder ohne festen Stundenplan. Es gibt ja selbst bei staatlichen Schulen Diskussionen, ob man den einzelnen Schulen nicht eine größere Freiheit erlauben sollte was sie wie unterrichten.

Der Traum von einer Einheitsschule wäre für mich eher ein Albtraum.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Sorgenking » Mi 28. Feb 2018, 12:47

frems hat geschrieben:(28 Feb 2018, 07:31)

Eher nicht so. Die Bildungsungerechtigkeit ist dort sehr hoch, in Kernfächern wie Englisch ist man Schlusslicht und bei der politischen Bildung sieht es ebenfalls sehr düster aus. Gute Ergebnisse in Physik und Chemie sind ja schön, aber wenig hilfreich, wenn [...]


[...]
In welchen Bundesländern ist denn das Abiturniveau ähnlich Hoch wie in Sachsen?
In Bremen kann man doch sogar Ethik & Sport als LK wählen, von Berlin will ich garnicht erst anfangen.
Auch wenn man inzwischen in Sachsen das Bildungsniveau wieder runter schraubt, war man doch bis vor kurzem ganz Vorne mit dabei.

Dampflok94 hat geschrieben:(28 Feb 2018, 10:43)

Das schafft man nicht mal innerhalb eines Bundeslandes. Manchmal nicht mal innerhalb einer Schule.

Warum soll das alles gleich sein? Wollen Eltern das überhaupt? Warum gibt es dann private Schulen mit teilweise völlig anderen Ansätzen? Manchmal ohne Noten, manchmal ohne feste Klassen oder ohne festen Stundenplan. Es gibt ja selbst bei staatlichen Schulen Diskussionen, ob man den einzelnen Schulen nicht eine größere Freiheit erlauben sollte was sie wie unterrichten.

Der Traum von einer Einheitsschule wäre für mich eher ein Albtraum.


Es geht vorallem darum, dass alle die gleichen Prüfungen ablegen müssen, damit die NCs auch endlich mal einen Wert haben. Ein 1,5 Abi in BRemen ist doch ganz anders zu bewerten als in Sachsen und Bayern. Natürlich sollte man auch andere Formen ausprobieren und das nichtmal an einer Schule die Bildung gleich ist, ist auch logisch.
Man sollte aber wenigstens versuchen allen die gleichen Möglichkeiten zu geben und vorallem die Abschlüsse vergleichbar zu machen, solang das NC System noch existiert.
Desweiteren sollte gute Bildung nicht vom Wohnort abhängen, sonst steht Deutschland wirtschaflich gesehen in 20-30 Jahren nichtmehr dort wo wir heute stehen.
Zuletzt geändert von Brainiac am Mi 28. Feb 2018, 20:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon frems » Mi 28. Feb 2018, 12:52

Sorgenking hat geschrieben:(28 Feb 2018, 12:47)
[...]
In welchen Bundesländern ist denn das Abiturniveau ähnlich Hoch wie in Sachsen?
In Bremen kann man doch sogar Ethik & Sport als LK wählen, von Berlin will ich garnicht erst anfangen.
Auch wenn man inzwischen in Sachsen das Bildungsniveau wieder runter schraubt, war man doch bis vor kurzem ganz Vorne mit dabei.

Neuntklässler-Tests sagen jedenfalls erstmal wenig über die Anforderungen des Abiturs. Am Zentralabitur nimmt der Freistaat hingegen nicht teil. Und in den zwei besagten Fächern schneiden die Schüler stets am schlechtesten ab, in anderen sind sie hingegen vorne. Die Prioritäten sind halt anders, auch wenn das vermutlich beim Residuum am Bautzner Stammtisch vermutlich nicht bedacht werden darf. Der Diskurs über die Sinnhaftigkeit gerät da ziemlich in den Hintergrund, obwohl er vorne stehen sollte. Das sollte man auch nachvollziehen können, wenn kritisches, reflektiertes Denken bei der eigenen Schullaufbahn mit aller Gewalt ge- und vermieden wurde. Aber danke für die Vorurteile über Bremen und Berlin. Das war dringend nötig.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Sorgenking » Mi 28. Feb 2018, 13:07

frems hat geschrieben:(28 Feb 2018, 12:52)

Neuntklässler-Tests sagen jedenfalls erstmal wenig über die Anforderungen des Abiturs. Am Zentralabitur nimmt der Freistaat hingegen nicht teil. Und in den zwei besagten Fächern schneiden die Schüler stets am schlechtesten ab, in anderen sind sie hingegen vorne. Die Prioritäten sind halt anders, auch wenn das vermutlich beim Residuum am Bautzner Stammtisch vermutlich nicht bedacht werden darf. Der Diskurs über die Sinnhaftigkeit gerät da ziemlich in den Hintergrund, obwohl er vorne stehen sollte. Das sollte man auch nachvollziehen können, wenn kritisches, reflektiertes Denken bei der eigenen Schullaufbahn mit aller Gewalt ge- und vermieden wurde. Aber danke für die Vorurteile über Bremen und Berlin. Das war dringend nötig.


Ich weiß nicht was die Kritik an schwachen Bildungssystemen mit Vorurteilen zu teun hat aber ok?:)
Im übrigen wird wohl im gesamten Land das kritische Denken nicht gerade gefördert. Die Schule ist dazu da um zu lernen wie man sich anzupassen hat. Früh aufstehen, das lernen was andere einem sagen und dieses Wissen abrufen.So wird man in Zukunft keine Nobelpreisträger stellen können und vorallem keine neuen Ideen generieren. Das fängt auch alls bei den Lehrern an, aber ein Diskurs über das gesamte Bildungssystem würde hier zu weit gehen.
Hier geht es darum das ich finde Bildung sollte wieder Sache des Bundes werden. Es sollte ein einheitliches Abitur geben, dazu vergleichbare Fächerwahlsysteme, die sich eher an Bayern & Sachsen orientieren, als an anderen Bundesländern.
Das man zusätzlich das Gesamtsystem überdenken solle gehört hier nicht her, wäre aber wichtig!
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Kael » Mi 28. Feb 2018, 13:08

Ich halte es für sehr sinnvoll wenn unsere Schüler mehr Mathematik lernen anstatt diese ethischen Sachen. Ja - mir persönlich hat es mehr Spaß gemacht in der Schule Geschichte und Co zu lernen. Bringt mir das aber etwas in der Berufswelt? Nein.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon frems » Mi 28. Feb 2018, 13:15

Sorgenking hat geschrieben:(28 Feb 2018, 13:07)

Ich weiß nicht was die Kritik an schwachen Bildungssystemen mit Vorurteilen zu teun hat aber ok?:)

Sprüche wie "von Berlin will ich garnicht erst anfangen." zeugen jedenfalls von Unwissen, da Kritik etwas anderes ist. Aber ich weiß, dass das die Opfer der "starken" Bildungssysteme eben genau dies oft nicht wissen und dann später abgehängt sind.

Im übrigen wird wohl im gesamten Land das kritische Denken nicht gerade gefördert. Die Schule ist dazu da um zu lernen wie man sich anzupassen hat. Früh aufstehen, das lernen was andere einem sagen und dieses Wissen abrufen.So wird man in Zukunft keine Nobelpreisträger stellen können und vorallem keine neuen Ideen generieren. Das fängt auch alls bei den Lehrern an, aber ein Diskurs über das gesamte Bildungssystem würde hier zu weit gehen.
Hier geht es darum das ich finde Bildung sollte wieder Sache des Bundes werden. Es sollte ein einheitliches Abitur geben, dazu vergleichbare Fächerwahlsysteme, die sich eher an Bayern & Sachsen orientieren, als an anderen Bundesländern.
Das man zusätzlich das Gesamtsystem überdenken solle gehört hier nicht her, wäre aber wichtig!

Am Zentralabitur kann jedes Bundesland teilnehmen. Dafür muss nicht das Elend namens Bund seine Griffel überall drin haben. Ich will jedenfalls nicht, dass sächsische Bundespolitiker über ein Bildungssystem, das die Kinder meines Bundeslandes betrifft, abstimmen dürfen. Wenn da noch mehr AfD-Mief reinkommt, kann man gleich die ganzen Geschichtsbücher verbrennen. Nee, nee, lass mal.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Sorgenking » Mi 28. Feb 2018, 14:00

frems hat geschrieben:(28 Feb 2018, 13:15)

Sprüche wie "von Berlin will ich garnicht erst anfangen." zeugen jedenfalls von Unwissen, da Kritik etwas anderes ist. Aber ich weiß, dass das die Opfer der "starken" Bildungssysteme eben genau dies oft nicht wissen und dann später abgehängt sind.


Am Zentralabitur kann jedes Bundesland teilnehmen. Dafür muss nicht das Elend namens Bund seine Griffel überall drin haben. Ich will jedenfalls nicht, dass sächsische Bundespolitiker über ein Bildungssystem, das die Kinder meines Bundeslandes betrifft, abstimmen dürfen. Wenn da noch mehr AfD-Mief reinkommt, kann man gleich die ganzen Geschichtsbücher verbrennen. Nee, nee, lass mal.


Worauf willst du mit deinen "Opfern der starken Bildungssysteme" hinaus?
Wieso sollten sächsiche Politiker über die Bildung deines Kindes abstimmen dürfen? Es geht doch darum, dass man ein einheitliches System macht, wo jeder ähnliche bis gleiche Kurse belegt und die selben Prüfung schreibt. Da haben doch sächsische Politiker nix zu melden?
Willst du wirklich, dass unser Bildungssystem so bleibt wie es ist?
PS: Im übrigen solltest du nicht direkt schlecht über Sachsen urteilen, nur weil die politische Landschaft hier sehr "kompliziert" ist. Ich weiß die Wahlergebnisse sehen alles andere als gut aus, aber 1. ist das nicht überall so und 2. hat das auch andere Gründe, als einfaches Unwissen.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon frems » Mi 28. Feb 2018, 14:17

Sorgenking hat geschrieben:(28 Feb 2018, 14:00)

Worauf willst du mit deinen "Opfern der starken Bildungssysteme" hinaus?
Wieso sollten sächsiche Politiker über die Bildung deines Kindes abstimmen dürfen?

Wenn wir den Bund dies regeln lassen, entscheiden auch sächsische Bundespolitiker, ob von der AfD oder sonsteinem reaktionären Verein, über ein Bildungssystem, das alle Kinder in Deutschland betrifft. Und das halte ich für unverantwortlich.

Es geht doch darum, dass man ein einheitliches System macht, wo jeder ähnliche bis gleiche Kurse belegt und die selben Prüfung schreibt. Da haben doch sächsische Politiker nix zu melden?

Du scheinst in politischer Bildung auch nicht aufgepasst zu haben, wenn Du unsere föderalen Strukturen nicht kennst. Kein Wunder, dass man keine direkte Demokratie auf Bundesebene hat.

Willst du wirklich, dass unser Bildungssystem so bleibt wie es ist?

Unseres ja. Wenn Sachsen weiterhin unkritische Schreihälse für Dresdens Straßen produzieren möchte, ist das bedauerlich, aber deren Entscheidung. Darüber will ich auch nicht abstimmen.

PS: Im übrigen solltest du nicht direkt schlecht über Sachsen urteilen, nur weil die politische Landschaft hier sehr "kompliziert" ist. Ich weiß die Wahlergebnisse sehen alles andere als gut aus, aber 1. ist das nicht überall so und 2. hat das auch andere Gründe, als einfaches Unwissen.

Ja, die Gründe liegen auch im Bildungssystem, das nicht nur aus Schulen besteht, sondern auch bspw. Kitas und Universitäten. Schauen wir z.B. auf letztere: da findet man in den globalen Top 100 bei gängigen Rankings (THE, QS etc.) nicht nur regelmäßig Namen wie LMU und TU München aus Bayern, sondern auch -- worüber Du lieber nicht sprechen magst -- FU, HU und TU Berlin sowie weitere Hochschulen, ob Aachen, Göttingen, Karlsruhe, Heidelberg, Mannehim, Frankfurt, Köln, ... weit abgeschlagen taucht dann mal (QS) auf Platz 281 die TU Dresden auf, die mit Westgeld überschüttet wird und wurde. Kann man natürlich ignorieren, von irgendeinem Abiturniveau sabbeln und mitteilen, woanders sei alles viel schlechter. Ich möchte aber keine weitere Generation von Schulabsolventen, die so bis ans Ende ihres Lebens herumläuft.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Dampflok94 » Do 1. Mär 2018, 08:02

Sorgenking hat geschrieben:(28 Feb 2018, 12:47)Es geht vorallem darum, dass alle die gleichen Prüfungen ablegen müssen, damit die NCs auch endlich mal einen Wert haben. Ein 1,5 Abi in BRemen ist doch ganz anders zu bewerten als in Sachsen und Bayern. Natürlich sollte man auch andere Formen ausprobieren und das nichtmal an einer Schule die Bildung gleich ist, ist auch logisch.
Man sollte aber wenigstens versuchen allen die gleichen Möglichkeiten zu geben und vorallem die Abschlüsse vergleichbar zu machen, solang das NC System noch existiert.
Desweiteren sollte gute Bildung nicht vom Wohnort abhängen, sonst steht Deutschland wirtschaflich gesehen in 20-30 Jahren nichtmehr dort wo wir heute stehen.

Den letzten Satz teile ich absolut. Aber dafür ist doch ein Einheitsbrei keine Voraussetzung.

Und wenn unterschiedliche Bundesländer unterschiedliche Systeme haben, müssen auch die Prüfungen zwangsläufig etwas unterschiedlich sein. Abgefragt kann schließlich nur werden, was vorher auch gelehrt wurde.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Dampflok94 » Do 1. Mär 2018, 08:04

Kael hat geschrieben:(28 Feb 2018, 13:08)

Ich halte es für sehr sinnvoll wenn unsere Schüler mehr Mathematik lernen anstatt diese ethischen Sachen. Ja - mir persönlich hat es mehr Spaß gemacht in der Schule Geschichte und Co zu lernen. Bringt mir das aber etwas in der Berufswelt? Nein.

Das hängt ja wohl davon ab, was man später macht. Ich jedenfalls brauchte weder Kurvendiskussionen noch Vektorrechnung in meinem Berufsleben. Geschichtskenntnisse, die ich mir allerdings auch über das Schulwissen hinaus aneignete, kamen mir manchmal sehr zupaß.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Sorgenking » Do 1. Mär 2018, 15:55

Dampflok94 hat geschrieben:(01 Mar 2018, 08:02)

Den letzten Satz teile ich absolut. Aber dafür ist doch ein Einheitsbrei keine Voraussetzung.

Und wenn unterschiedliche Bundesländer unterschiedliche Systeme haben, müssen auch die Prüfungen zwangsläufig etwas unterschiedlich sein. Abgefragt kann schließlich nur werden, was vorher auch gelehrt wurde.


Der letzte Satz befasst eigentlich ganz gut, wieso man eben doch ein einheitliches System braucht. Wie will man den logisch erklären, dass ein Schüler aus Bremen den Studienplatz bekommt und einer aus BAyern nicht, nur weil der aus BRemen eine bessere Note hat, dafür aber auch ein wesentlich leichteres Abitur?
PS: Jetzt bitte niemand auf den Schlipss getreten fühlen, dass sind nur Beispiele, keine AHnung wie das Abi in Bremen ist.
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Sorgenking » Do 1. Mär 2018, 16:05

frems hat geschrieben:(28 Feb 2018, 14:17)

Wenn wir den Bund dies regeln lassen, entscheiden auch sächsische Bundespolitiker, ob von der AfD oder sonsteinem reaktionären Verein, über ein Bildungssystem, das alle Kinder in Deutschland betrifft. Und das halte ich für unverantwortlich.


Du scheinst in politischer Bildung auch nicht aufgepasst zu haben, wenn Du unsere föderalen Strukturen nicht kennst. Kein Wunder, dass man keine direkte Demokratie auf Bundesebene hat.


Unseres ja. Wenn Sachsen weiterhin unkritische Schreihälse für Dresdens Straßen produzieren möchte, ist das bedauerlich, aber deren Entscheidung. Darüber will ich auch nicht abstimmen.


Ja, die Gründe liegen auch im Bildungssystem, das nicht nur aus Schulen besteht, sondern auch bspw. Kitas und Universitäten. Schauen wir z.B. auf letztere: da findet man in den globalen Top 100 bei gängigen Rankings (THE, QS etc.) nicht nur regelmäßig Namen wie LMU und TU München aus Bayern, sondern auch -- worüber Du lieber nicht sprechen magst -- FU, HU und TU Berlin sowie weitere Hochschulen, ob Aachen, Göttingen, Karlsruhe, Heidelberg, Mannehim, Frankfurt, Köln, ... weit abgeschlagen taucht dann mal (QS) auf Platz 281 die TU Dresden auf, die mit Westgeld überschüttet wird und wurde. Kann man natürlich ignorieren, von irgendeinem Abiturniveau sabbeln und mitteilen, woanders sei alles viel schlechter. Ich möchte aber keine weitere Generation von Schulabsolventen, die so bis ans Ende ihres Lebens herumläuft.


Du bist aber schon ganz schön Menschenverachtend in deinen Äußerungen.
Ist dir eigentlich klar, dass du genau das machst, was du an den Schreihälsen kritisierst? DU urteilst über 4 Millionen Menschen, obwohl du nur ein paar Tausend aus den Nachrichten kennst.
Auf so einem Niveau brauch ich eigentlich nicht diskutieren. Mit dieser stumpfen Diskriminierung kannst du zur AfD gehen und da auch bleiben. Mit einer Diskussion über den Bildungsförderalismus hat das ganze wenig zu tuen!
Ich denke meine Meinung ist klar: Jeder sollten den gleich guten Zugang zu Bildung erhalten, da Bildung das wohl wichtigste Gut einer Gesellschaft ist. Du schießt dich ja lieber mehr auf Bürger eines einzelnen Bundeslandes ein, anstatt irgendeine Meinung dazu zu verteten, außer das Politiker aus eben so einem Bundesland ja keinen Einfluss auf deine Kinder haben sollen, was sich mir unter einem vereinten Bildungsministerium immer noch nicht erschließt oder meinst du wirklich die Rolle des Bundesrates in der Gesetzgebung? Im übrigen gibt es ja jetzt schon einen BIldungsministerrat, der aber nur Empfehlungen ausspricht. Jetzt hab ich schon wieder viel zu viel geschrieben, da von dir eh wieder kommt: "Aber alle Sachsen sind Nazis..mimimi."
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon Kael » Do 1. Mär 2018, 16:19

Die Zentralisierte Schulbildung wurde auch deswegen nicht genommen, damit - sollte Deutschland in einen totalitären Staat rücken - die Schulbildung nicht gleichgeschaltet werden kann
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Re: Schulbildung: Bundessache, Berufsbildung: Ländersache?

Beitragvon frems » Do 1. Mär 2018, 16:23

Sorgenking hat geschrieben:(01 Mar 2018, 16:05)

Du bist aber schon ganz schön Menschenverachtend in deinen Äußerungen.
Ist dir eigentlich klar, dass du genau das machst, was du an den Schreihälsen kritisierst? DU urteilst über 4 Millionen Menschen, obwohl du nur ein paar Tausend aus den Nachrichten kennst.
Auf so einem Niveau brauch ich eigentlich nicht diskutieren. Mit dieser stumpfen Diskriminierung kannst du zur AfD gehen und da auch bleiben. Mit einer Diskussion über den Bildungsförderalismus hat das ganze wenig zu tuen!

Ja klar, ein paar Tausend, man ist ja sooo immun gegen Rechtsextremismus... und hat nicht nur schon vor über zehn Jahren die NPD fast auf SPD-Niveau gehievt, sondern nun die AfD zur stärksten Partei bei der Bundestagswahl gemacht. :p

Ich denke meine Meinung ist klar: Jeder sollten den gleich guten Zugang zu Bildung erhalten, da Bildung das wohl wichtigste Gut einer Gesellschaft ist. Du schießt dich ja lieber mehr auf Bürger eines einzelnen Bundeslandes ein, anstatt irgendeine Meinung dazu zu verteten, außer das Politiker aus eben so einem Bundesland ja keinen Einfluss auf deine Kinder haben sollen, was sich mir unter einem vereinten Bildungsministerium immer noch nicht erschließt oder meinst du wirklich die Rolle des Bundesrates in der Gesetzgebung? Im übrigen gibt es ja jetzt schon einen BIldungsministerrat, der aber nur Empfehlungen ausspricht. Jetzt hab ich schon wieder viel zu viel geschrieben, da von dir eh wieder kommt: "Aber alle Sachsen sind Nazis..mimimi."

Genau genommen hast Du über Berliner und Bremer gerichtet und den typischen Sachsensumpf präsentiert, blabla, wir sind die Besten, Tollsten, alle anderen kriegen es nicht hin und sind schwach, blabla, höchstes Niveau und überhaupt. Das haut nur bei zahlreichen Vergleichtests so wenig hin wie bei anderen Bereichen des Bildungswesens. Aber klar, wen interessieren schon heutzutage noch Fakten, wenn sie nicht ins Weltbild passen?

Und nein, vom Bundesrat sprach ich nicht, sondern vom Bundestag. Und dort sitzen eben Abgeordnete aus allen Ländern. Wieso sollen die entscheiden, wie der Unterricht in Freilassing oder Flensburg auszusehen hat? Sind Nationalstaaten wie die Niederlanden, Dänemark oder die Schweiz so katastrophal und schlecht in ihrer Pädagogik und Schulausstattung, dass es nur ein großer, starker Bund richten könne? Wieso soll es nicht reichen, wenn sich Länder freiwillig für ein Zentralabitur zusammentun und in der Kultusministerkonferenz regelmäßig abstimmen? Seit der "PISA-Schock" vor fast zwei Jahrzehnten einschlug, ging es fast jedes Jahr in allen getesteten Bereichen nach oben. Ebenso sind die Ausgaben fürs Bildungswesen überdurchschnittlich gestiegen. Sprich, die Länder machen ihre Hausaufgaben, wenn man den umstrittenen Test als einzigen Maßstab ansetzt. Wo ist der dringende Handlungs- bzw. Änderungsbedarf? Klar, wäre schön, wenn Leute etwas Statistikkenntnisse hätten, um zu wissen, dass eine Platzierung bzw. ein Ranking immer einen ersten und letzten Platz anhand von Durchschnittswerten hat. Über die jeweilige Qualität sagt das aber nichts. Da können auch alle Teilnehmer zwischen 98,5 und 99,5 von 100 Punkten haben. Irgendwer kommt dann angerannt und keift herum, wie "schwach" jene mit 98,5 doch sein müssten, so als könnten die nicht mal ihren Namen schreiben, während man selbst nur zukünftige Nobelpreisträger produziert. Bloß sagen solche Einwände wenig über das jeweilige Bildungssystem, sondern nur über den Bildungsstand des Schreihals.
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