Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

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Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Mo 5. Feb 2018, 19:02

Ganz neu ist das Thema offenbar nicht, wurde aber in diesem Forum nicht in einem eigenen Strang behandelt: Die EU (EU-Parlament, Kommission) hat Planungen abgeschlossen, daß in der EU das Bildungswesen einheitlich gestaltet werden soll, damit neben der angestrebten Chancengleichheit für alle Europäer auch ein Ortswechsel nicht zu erheblichen Zeitverlusten im Bildungsgang junger Europäer führt. Aber nicht nur an die Jungen ist gedacht, sondern auch das lebenslange Lernen soll Altersarbeitslosigkeit vorbeugen.

http://www.epochtimes.de/politik/europa ... 40420.html

Als gewesener Familienvater mit schulpflichtigen Kindern erinnere ich mich noch mit Schrecken an Ortswechsel von Berlin nach Bremen und dann nach Aachen und zurück nach Bremen. Und nun soll so etwas gleich EU-weit seine Schrecken verlieren? Tolle Sache, wenn sich so etwas wirklich durchsetzen läßt. In Deutschland tut man sich schwer mit einem für alle Bundesländer einheitlichen Bildungsstandard, und jetzt kommt er gleich so richtig über uns Europäer aus Brüssel/Straßburg?

Beim 2. Hinsehen kommen dann Bedenken: Auf welchen Standard wird man sich einigen? Wird man einen garantierten Mindeststandard festlegen, oder wird man die jeweils besten Bildungs- und Ausbildungsstandards zu einem Gemeinschaftssystem zusammenbauen? Werden am Ende auch die EU-Bürger von den Entwürfen unterrichtet und dazu befragt?

Eins ist mir aber soeben klar geworden: 2025 muß eine magische Jahreszahl sein, denn der frisch gebackene SPD-Kanzlerkandidat wollte doch als Bundeskanzler auch bis 2025 die Vereinigten Staaten von Europa durchsetzen. Drücken wir unserer angepeilten GroKo die Daumen; vielleicht wird es dann auch etwas mit dem gemeinsamen Bildungsstandard in EU-Europa!
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 5. Feb 2018, 19:36

H2O hat geschrieben:(05 Feb 2018, 19:02)

Ganz neu ist das Thema offenbar nicht, wurde aber in diesem Forum nicht in einem eigenen Strang behandelt: Die EU (EU-Parlament, Kommission) hat Planungen abgeschlossen, daß in der EU das Bildungswesen einheitlich gestaltet werden soll, damit neben der angestrebten Chancengleichheit für alle Europäer auch ein Ortswechsel nicht zu erheblichen Zeitverlusten im Bildungsgang junger Europäer führt. Aber nicht nur an die Jungen ist gedacht, sondern auch das lebenslange Lernen soll Altersarbeitslosigkeit vorbeugen.

http://www.epochtimes.de/politik/europa ... 40420.html

Als gewesener Familienvater mit schulpflichtigen Kindern erinnere ich mich noch mit Schrecken an Ortswechsel von Berlin nach Bremen und dann nach Aachen und zurück nach Bremen. Und nun soll so etwas gleich EU-weit seine Schrecken verlieren? Tolle Sache, wenn sich so etwas wirklich durchsetzen läßt. In Deutschland tut man sich schwer mit einem für alle Bundesländer einheitlichen Bildungsstandard, und jetzt kommt er gleich so richtig über uns Europäer aus Brüssel/Straßburg?

Beim 2. Hinsehen kommen dann Bedenken: Auf welchen Standard wird man sich einigen? Wird man einen garantierten Mindeststandard festlegen, oder wird man die jeweils besten Bildungs- und Ausbildungsstandards zu einem Gemeinschaftssystem zusammenbauen? Werden am Ende auch die EU-Bürger von den Entwürfen unterrichtet und dazu befragt?

Eins ist mir aber soeben klar geworden: 2025 muß eine magische Jahreszahl sein, denn der frisch gebackene SPD-Kanzlerkandidat wollte doch als Bundeskanzler auch bis 2025 die Vereinigten Staaten von Europa durchsetzen. Drücken wir unserer angepeilten GroKo die Daumen; vielleicht wird es dann auch etwas mit dem gemeinsamen Bildungsstandard in EU-Europa!

Zusätzlich soll der halbe Balkan ab 2025 in die EU. Serbien und Montenegro an der Spitze.
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Mo 5. Feb 2018, 19:46

Fuerst_48 hat geschrieben:(05 Feb 2018, 19:36)

Zusätzlich soll der halbe Balkan ab 2025 in die EU. Serbien und Montenegro an der Spitze.


Aber erst nach erfolgreich nachgewiesener Übernahme der EU-Bildungsstandards. :)
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 5. Feb 2018, 20:08

H2O hat geschrieben:(05 Feb 2018, 19:46)

Aber erst nach erfolgreich nachgewiesener Übernahme der EU-Bildungsstandards. :)

Ja, genau...der aufrechte Gang genügt fürs erfolgreiche Abitur!! :D :D :D
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon Maikel » Di 6. Feb 2018, 08:23

H2O hat geschrieben:(05 Feb 2018, 19:02)
Als gewesener Familienvater mit schulpflichtigen Kindern erinnere ich mich noch mit Schrecken an Ortswechsel von Berlin nach Bremen und dann nach Aachen und zurück nach Bremen. Und nun soll so etwas gleich EU-weit seine Schrecken verlieren?

Da nutzen gemeinsame Standards in der EU fast nix; Hauptproblem bleiben die unterschiedlichen Sprachen, nicht nur in den Schulen.
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Di 6. Feb 2018, 08:46

Maikel hat geschrieben:(06 Feb 2018, 08:23)

Da nutzen gemeinsame Standards in der EU fast nix; Hauptproblem bleiben die unterschiedlichen Sprachen, nicht nur in den Schulen.


Na ja, meine Erleichterung als "gewesener Familienvater" nahm Bezug auf unser Land, wobei der Berliner Dialekt sich nicht so furchtbar vom niederrheinischen Dialekt unterschied. Damit kamen meine Kinder bestens zurecht. Die Unterrichtssprache war Hochdeutsch... auch wenn's manchmal schwer fiel. :) Aber die Zusammensetzung des Unterrichtsstoffs, die war damals immer wieder anders, und der Kenntnisstand leider auch, obwohl der Schultyp übereinstimmte. :(

Aber machen wir ein Gedankenexperiment: Der Familienvater bekommt ein Angebot, das er unmöglich ablehnen kann, in Lettland. Der Unterrichtsstoff und die Art der Vermittlung wären einheitlich gestaltet... also von der Sache her keine tiefen Lücken zu füllen; also "nur" die fremde Sprache nachziehen. Ich vermute, daß das bei tief eingetauchter Lebensweise in diese fremde Umgebung eine Sache von 2 Jahren ist, mit freundlicher Nachhilfe von Nachbarn und Lehrern. Im Idealfall gibt es inhaltlich gleiche Schulbücher in der eigenen Muttersprache und in der neuen Sprache vor Ort. Mir kommt das nach gemachten Erfahrungen zumutbar vor.

Weiterhin war ja die gute Absicht des Bildungsentwurfs 2025, daß die Kinder 2 Fremdsprachen erlernen sollen. Da wird man nun nicht gerade die Paarung Finnisch und Neugriechisch wählen, weil so vor Ort überhaupt nicht im Angebot. Aus praktischen Gründen wird wohl immer die allgegenwärtige Weltsprache Englisch dabei sein. Vielleicht sogar mit entsprechenden Fachbüchern gleicher Aufmachung und gleichen Inhalts. Das sind doch alles Dinge, über die man bei solchen Bildungsentwürfen nachdenken muß. Dann ist ein Ortswechsel der Eltern nun nicht gerade ein Spaziergang für die Schulkinder, aber doch wohl zumutbar.
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 6. Feb 2018, 09:08

H2O hat geschrieben:(05 Feb 2018, 19:02)

Ganz neu ist das Thema offenbar nicht, wurde aber in diesem Forum nicht in einem eigenen Strang behandelt: Die EU (EU-Parlament, Kommission) hat Planungen abgeschlossen, daß in der EU das Bildungswesen einheitlich gestaltet werden soll, damit neben der angestrebten Chancengleichheit für alle Europäer auch ein Ortswechsel nicht zu erheblichen Zeitverlusten im Bildungsgang junger Europäer führt. Aber nicht nur an die Jungen ist gedacht, sondern auch das lebenslange Lernen soll Altersarbeitslosigkeit vorbeugen.

http://www.epochtimes.de/politik/europa ... 40420.html

Als gewesener Familienvater mit schulpflichtigen Kindern erinnere ich mich noch mit Schrecken an Ortswechsel von Berlin nach Bremen und dann nach Aachen und zurück nach Bremen. Und nun soll so etwas gleich EU-weit seine Schrecken verlieren? Tolle Sache, wenn sich so etwas wirklich durchsetzen läßt. In Deutschland tut man sich schwer mit einem für alle Bundesländer einheitlichen Bildungsstandard, und jetzt kommt er gleich so richtig über uns Europäer aus Brüssel/Straßburg?


Na so ganz plötzlich kommen diese Harmonisierungsbestrebungen ja nicht. Den berühmten Bologna-Prozess gibts ja schon seit längerer Zeit. Und Macrons als Sorbonne-Prozess bezeichneten Reformvorschläge bauen explizit auf Bologna auf (so stehts auch in dem verwiesenen Artikel).
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Di 6. Feb 2018, 09:21

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Feb 2018, 09:08)

Na so ganz plötzlich kommen diese Harmonisierungsbestrebungen ja nicht. Den berühmten Bologna-Prozess gibts ja schon seit längerer Zeit. Und Macrons als Sorbonne-Prozess bezeichneten Reformvorschläge bauen explizit auf Bologna auf (so stehts auch in dem verwiesenen Artikel).


Klar; aber in meiner Wahrnehmung beschränkte sich "Bologna" auf die Hochschulen und ihre Abschlüsse. Jetzt sind aber auch Kindergärten, Vorschulen, Schultypen, Berufsbildung und "Europa-Universitäten" im Blick. Das ist doch viel umfassender als der Bologna-Ansatz... immer wieder: In meiner Wahrnehmung. Ein Bildungsexperte bin ich nun einmal nicht!
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon frems » Di 6. Feb 2018, 10:37

H2O hat geschrieben:(06 Feb 2018, 09:21)

Klar; aber in meiner Wahrnehmung beschränkte sich "Bologna" auf die Hochschulen und ihre Abschlüsse. Jetzt sind aber auch Kindergärten, Vorschulen, Schultypen, Berufsbildung und "Europa-Universitäten" im Blick. Das ist doch viel umfassender als der Bologna-Ansatz... immer wieder: In meiner Wahrnehmung. Ein Bildungsexperte bin ich nun einmal nicht!

Wobei man im Hinterkopf behalten sollte, dass der Bologna-Prozess mit der EU erstmal nicht viel zu tun hat, auch wenn das immer mal wieder von einigen Personen vermutet wird, weil da irgendwo "Europa" zu hören ist.

Epoch Times würde ich übrigens nicht lesen, weil es unseriös und tendenziös schon häufig (insb. beim Thema Flüchtlinge) auf einem Niveau mit PI-News oder den "Deutschen Wirtschafts Nachrichten" (das Deppenleerzeichen ist nicht meine Erfindung) angekommen ist.

Nachtrag: jetzt war ich so blöd und habe doch den Link angeklickt. Nur wirre Paranoia mit den üblichen Begriffen ("Zwangsvereinheitlichung", "zentralisieren") und Zitaten einer rechten Abgeordneten, der man den halben Beitrag widmet. Dazu subtil irgendwelche anderen Verfolgungsängste, die schon zigfach widerlegt wurden (bspw. Abschaffung des Meisterbriefs), streuen und fertig ist die Laube. Das kann man also getrost in die Tonne kloppen, zumal die verrückte Politikerin noch nicht einmal weiß, dass sich ein Durchschnitt erhöht, wenn die vermeintlich schwächsten Glieder aufsteigen. Die qualitative Einordnung irgendwelcher Plätze ist ihr auch nicht möglich. Oder sie hofft, dass ihre Fans nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind. Auch möglich. Interessanter ist dann tatsächlich das, was angestrebt wird.

An sich finde ich gemeinsame Standards sehr erstrebenswert, aber man sollte es den Staaten (genau wie bei uns den Ländern) überlassen, wie sie dies erreichen möchten. Da würde es genügen, wenn man sagt, was ein Abiturient am Ende können sollte, um die Hochschulreife zu kriegen. Welche Lehrmethoden genutzt werden, wie die Lehrerbildung aussieht, welche Prüfungsformen angewandt werden etc. sollte da lieber lokal entschieden werden. Wettbewerb und gemeinsam von Fehlern und Erfolgen lernen ist meistens sinnvoller als eine Kleidergröße für alle.
Labskaus!

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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Di 6. Feb 2018, 13:31

frems hat geschrieben:(06 Feb 2018, 10:37)

Wobei man im Hinterkopf behalten sollte, dass der Bologna-Prozess mit der EU erstmal nicht viel zu tun hat, auch wenn das immer mal wieder von einigen Personen vermutet wird, weil da irgendwo "Europa" zu hören ist.

Epoch Times würde ich übrigens nicht lesen, weil es unseriös und tendenziös schon häufig (insb. beim Thema Flüchtlinge) auf einem Niveau mit PI-News oder den "Deutschen Wirtschafts Nachrichten" (das Deppenleerzeichen ist nicht meine Erfindung) angekommen ist.

Nachtrag: jetzt war ich so blöd und habe doch den Link angeklickt. Nur wirre Paranoia mit den üblichen Begriffen ("Zwangsvereinheitlichung", "zentralisieren") und Zitaten einer rechten Abgeordneten, der man den halben Beitrag widmet. Dazu subtil irgendwelche anderen Verfolgungsängste, die schon zigfach widerlegt wurden (bspw. Abschaffung des Meisterbriefs), streuen und fertig ist die Laube. Das kann man also getrost in die Tonne kloppen, zumal die verrückte Politikerin noch nicht einmal weiß, dass sich ein Durchschnitt erhöht, wenn die vermeintlich schwächsten Glieder aufsteigen. Die qualitative Einordnung irgendwelcher Plätze ist ihr auch nicht möglich. Oder sie hofft, dass ihre Fans nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind. Auch möglich. Interessanter ist dann tatsächlich das, was angestrebt wird.

An sich finde ich gemeinsame Standards sehr erstrebenswert, aber man sollte es den Staaten (genau wie bei uns den Ländern) überlassen, wie sie dies erreichen möchten. Da würde es genügen, wenn man sagt, was ein Abiturient am Ende können sollte, um die Hochschulreife zu kriegen. Welche Lehrmethoden genutzt werden, wie die Lehrerbildung aussieht, welche Prüfungsformen angewandt werden etc. sollte da lieber lokal entschieden werden. Wettbewerb und gemeinsam von Fehlern und Erfolgen lernen ist meistens sinnvoller als eine Kleidergröße für alle.


Ja, sicher ist Epoch Times ziemlich unseriös. Deren Nachrichten muß man eben mit dem Filter "feindselig gegen fast alles" lesen. Dann bekommt man aber auch Nachrichten, die an anderer Stelle ausgeblendet werden. Ist einfach so! Wie Sie sehen, ist mein Bericht in keiner Weise auf die dort vermittelte Stimmung eingegangen. Die Nachricht war aber da und sofort verfügbar. Und ich konnte mich über dieses Thema auslassen.

Zur Sache möchte ich noch anmerken, daß ich doch eher auf vereinheitlichte Vermittlung von Fertigkeiten und Wissen hinarbeiten würde... also keineswegs die große Freiheit allerorten, Hauptsache das Endergebnis stimmt. Ich denke immer an unsere zergliederte Schullandschaft und die Kinder, die mit ihren berufstätigen Eltern umziehen müssen. Auf Europa gesehen dürfte dieses Durcheinander noch bunter sein.

Kommt also eine polnische Familie nach Frankfurt am Main, dann haben die Kinder höchstwahrscheinlich ein ganzes Schuljahr verloren, oder sie langweilen sich im Unterricht, weil sie schon längst diesen Stoff vermittelt bekommen haben. Und dann setzt es Nachhilfeunterricht und andere weniger gute Erfahrungen. Das Sprachproblem bleibt immer noch wie eine Wand. Wenn man sich schon um die einheitliche Bildung kümmert, dann aber auch mit den Erfahrungen, die Menschen schon in unserem Lande machen mußten.
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon Fuerst_48 » Di 6. Feb 2018, 13:55

H2O hat geschrieben:(06 Feb 2018, 13:31)

Ja, sicher ist Epoch Times ziemlich unseriös. Deren Nachrichten muß man eben mit dem Filter "feindselig gegen fast alles" lesen. Dann bekommt man aber auch Nachrichten, die an anderer Stelle ausgeblendet werden. Ist einfach so! Wie Sie sehen, ist mein Bericht in keiner Weise auf die dort vermittelte Stimmung eingegangen. Die Nachricht war aber da und sofort verfügbar. Und ich konnte mich über dieses Thema auslassen.

Zur Sache möchte ich noch anmerken, daß ich doch eher auf vereinheitlichte Vermittlung von Fertigkeiten und Wissen hinarbeiten würde... also keineswegs die große Freiheit allerorten, Hauptsache das Endergebnis stimmt. Ich denke immer an unsere zergliederte Schullandschaft und die Kinder, die mit ihren berufstätigen Eltern umziehen müssen. Auf Europa gesehen dürfte dieses Durcheinander noch bunter sein.

Kommt also eine polnische Familie nach Frankfurt am Main, dann haben die Kinder höchstwahrscheinlich ein ganzes Schuljahr verloren, oder sie langweilen sich im Unterricht, weil sie schon längst diesen Stoff vermittelt bekommen haben. Und dann setzt es Nachhilfeunterricht und andere weniger gute Erfahrungen. Das Sprachproblem bleibt immer noch wie eine Wand. Wenn man sich schon um die einheitliche Bildung kümmert, dann aber auch mit den Erfahrungen, die Menschen schon in unserem Lande machen mußten.

Sich im Unterricht langweilen, das trifft es. Mir wurde von einem Banker bestätigt, dass bei Abiturienten und Akademikern bereits polnische Bewerber bei uns gegenüber einheimischen, den Vorzug erhalten.
(Noch Fragen?)
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Di 6. Feb 2018, 14:09

Fuerst_48 hat geschrieben:(06 Feb 2018, 13:55)

Sich im Unterricht langweilen, das trifft es. Mir wurde von einem Banker bestätigt, dass bei Abiturienten und Akademikern bereits polnische Bewerber bei uns gegenüber einheimischen, den Vorzug erhalten.
(Noch Fragen?)


Ja! Warum nimmt man sich solche Erfahrungen nicht zum Vorbild und verbessert das eigene Bildungssystem an diesen Stellen? Stolz auf Rückständigkeit?
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon Fuerst_48 » Di 6. Feb 2018, 14:11

H2O hat geschrieben:(06 Feb 2018, 14:09)

Ja! Warum nimmt man sich solche Erfahrungen nicht zum Vorbild und verbessert das eigene Bildungssystem an diesen Stellen? Stolz auf Rückständigkeit?

Bei uns ist es das Ergebnis jahrelanger sozialistischer Bildungspolitik, mit dem Ziel : Nivellierung nach unten. (Aber die eigenen Kinder schickt man auf katholische Privatschulen!)
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Di 6. Feb 2018, 14:24

Fuerst_48 hat geschrieben:(06 Feb 2018, 14:11)

Bei uns ist es das Ergebnis jahrelanger sozialistischer Bildungspolitik, mit dem Ziel : Nivellierung nach unten. (Aber die eigenen Kinder schickt man auf katholische Privatschulen!)


Man muß eben Politik und Privatleben sauber voneinander trennen! :cool:
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon frems » Di 6. Feb 2018, 14:57

H2O hat geschrieben:(06 Feb 2018, 13:31)
Wie Sie sehen, ist mein Bericht in keiner Weise auf die dort vermittelte Stimmung eingegangen.

Das wollte ich auch nicht suggerieren, sondern nur anmerken. Da steht halt regelmäßig viel Quatsch, sodass eine dortige Meldung oftmals völlig belanglos ist oder überhaupt nirgends auch nur ansatzweise angedeutet und diskutiert wird.

Aber wenn ein schulisches Endergebnis stimmt, spricht doch nichts dagegen, Unterschiede zu haben. Sicherlich ist ein Umzug mal schwierig, aber das ist es für Kinder vor allem auch durch soziale Belange (alte Freunde weg, neue Mitschüler da; man selbst ist lange "der Neue", der sich erstmal unterscheidet von "den Alten") und weniger, ob man eine Stunde Geschichte mehr oder weniger hat und ob man mehr in Gruppen arbeitet oder vom Lehrer frontal beschallt wird. (zieht man von Estland nach Portugal, dürften die Inhalte des Geschichtsunterrichts eh sehr unterschiedlich sein) In den Hochschulen herrscht ja auch ziemliche Autonomie bei den Inhalten, Prüfungsformen, Ergänzungsfächern, Angeboten usw. Entscheidend ist nur, dass die Studiengänge möglichst akkreditiert sind und eine Vergleichbarkeit darstellen, da man trotz aller Freiheiten einen gewissen Rahmen hat, damit das Endergebnis stimmt.
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Re: Bildungswesen der EU bis 2025 vereinheitlichen?

Beitragvon H2O » Di 6. Feb 2018, 15:44

frems hat geschrieben:(06 Feb 2018, 14:57)

Das wollte ich auch nicht suggerieren, sondern nur anmerken. Da steht halt regelmäßig viel Quatsch, sodass eine dortige Meldung oftmals völlig belanglos ist oder überhaupt nirgends auch nur ansatzweise angedeutet und diskutiert wird.

Aber wenn ein schulisches Endergebnis stimmt, spricht doch nichts dagegen, Unterschiede zu haben. Sicherlich ist ein Umzug mal schwierig, aber das ist es für Kinder vor allem auch durch soziale Belange (alte Freunde weg, neue Mitschüler da; man selbst ist lange "der Neue", der sich erstmal unterscheidet von "den Alten") und weniger, ob man eine Stunde Geschichte mehr oder weniger hat und ob man mehr in Gruppen arbeitet oder vom Lehrer frontal beschallt wird. (zieht man von Estland nach Portugal, dürften die Inhalte des Geschichtsunterrichts eh sehr unterschiedlich sein) In den Hochschulen herrscht ja auch ziemliche Autonomie bei den Inhalten, Prüfungsformen, Ergänzungsfächern, Angeboten usw. Entscheidend ist nur, dass die Studiengänge möglichst akkreditiert sind und eine Vergleichbarkeit darstellen, da man trotz aller Freiheiten einen gewissen Rahmen hat, damit das Endergebnis stimmt.


In der Erwachsenenbildung ist mir auch der Aufbau der Studien gleichgültiger; das suche ich mir ohnehin nach eigenem Geschmack aus. Kinder haben diese Freiheit nicht; die müssen nehmen, was vor Ort geboten wird. Da wäre ich zufriedener, wenn die Bildungsvermittlung einheitlich aufgebaut und auch regelmäßig überprüft wird. Ist doch klar, daß die römische Geschichte in Finnland anders vermittelt wird als in Portugal. Da eben auf Finnisch, in Portugal auf Portugiesisch. :D

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