Krise der "Leitmedien"

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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Skeptiker » Mo 22. Jan 2018, 20:54

Selina hat geschrieben:(21 Jan 2018, 09:40)

Interessant zum Thema dürfte das Buch "Die Macht um acht: ...


Guter Hinweis.

Meine Frau ist Russin und so werde ich natürlich immer wieder mit Darstellung der russischem Medien konfrontiert. Da habe ich mehr als einmal doch ein ungutes Geschmäckle bekommen (und ja, klar ist das meist Propaganda).

Angefangen hat das für mich persönlich bei der Krise in Südossetien. Es brauchte keine Fakten um von vornherein das Bild des bösen Russen, der ein kleines unschuldiges Land überfiel darzustellen. Dass das wirkliche Zustandekommen deutlich differenzierter zu werten war, ist erst sehr viel später offenbart worden. Damals ging ich einfach von schlechter Berichterstattung durch typische West-Ost-Rollen aus.

Sehr viel offensichtlicher ist die Rolle der ÖR aber im Aufkommen der Ukrainekrise gewesen. Nicht nur, dass mir eine differenzierte Berichterstattung gefehlt hätte. Es hat offene und unverzeihliche Fehler gegeben, die für mich ganz klar einer Parteinahme bis hin zur Manipulation darstellen. Besonders schockiert hat mich ein Beitrag von Jazenjuk am 7.1.2015 in den Tagesthemen, in der er unwidersprochen den Konflikt im eigenen Land mit dem "Einmarsch der Sowjetunion in Deutschland" nebeneinander gestellt hat.

Ich habe den Beitrag damals live im Fernsehen gesehen und dachte, au weia, da kommt gleich ein Shitstorm. Nix da, Totenstille in den deutschen Medien. Ganz vereinzelt und zögerlich kamen dann Hinweise, dass das nicht in Ordnung gewesen wäre (z.B. von J. Augstein).

Wenn dann aber Leute den ÖR den Rücken zukehren und mit RT-Fahnen durch die Gegend laufen, dann soll ich mich über die aufregen? Die mögen ins falsche Extrem fallen, aber der Fehler wird in der Programmdirektion der ÖR gemacht. Es versteht sich doch von selber, dass teils manipulative Berichterstattung vom Gegner ausgenutzt wird, zumal das ein Geheimdienstler ist. Wenn also die hiesige Presse ihre Aufgaben nicht erfüllt, Herr Putin springt ein, incl. seiner "Sicht der Dinge".

Ein NetzDG könnten wir uns sparen, wenn ÖR ihren Auftrag mit mehr Neutralität und Regierungsferne erfüllen würden.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Dampflok94 » Di 23. Jan 2018, 08:25

Skeptiker hat geschrieben:(22 Jan 2018, 20:54)Sehr viel offensichtlicher ist die Rolle der ÖR aber im Aufkommen der Ukrainekrise gewesen. Nicht nur, dass mir eine differenzierte Berichterstattung gefehlt hätte. Es hat offene und unverzeihliche Fehler gegeben, die für mich ganz klar einer Parteinahme bis hin zur Manipulation darstellen. Besonders schockiert hat mich ein Beitrag von Jazenjuk am 7.1.2015 in den Tagesthemen, in der er unwidersprochen den Konflikt im eigenen Land mit dem "Einmarsch der Sowjetunion in Deutschland" nebeneinander gestellt hat.

Ich habe den Beitrag damals live im Fernsehen gesehen und dachte, au weia, da kommt gleich ein Shitstorm. Nix da, Totenstille in den deutschen Medien. Ganz vereinzelt und zögerlich kamen dann Hinweise, dass das nicht in Ordnung gewesen wäre (z.B. von J. Augstein).

:?:
Herr Jazenjuk hat in seiner damaligen Position seine Meinung im TV zum Besten gegeben. So what? Das Fernsehen berichtet darüber. Oder möchtest Du Meinungen, die nicht der deinigen entsprechen, gerne unterdrückt sehen?
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Audi » Di 23. Jan 2018, 12:32

Dampflok94 hat geschrieben:(23 Jan 2018, 08:25)

:?:
Herr Jazenjuk hat in seiner damaligen Position seine Meinung im TV zum Besten gegeben. So what? Das Fernsehen berichtet darüber. Oder möchtest Du Meinungen, die nicht der deinigen entsprechen, gerne unterdrückt sehen?

Da gibt es noch mehr Beispiele. Auf ZDF kam ein Beitrag wie sich friedliche Bürger in Mariupol verteidigt haben. Mit SS und Hackenkreuz Zeichen auf den Helmen. Erst nach Protest hat man eine Stellungnahme abgegeben. Da lässt sich viel finden und nicht nur Richtung Russland
Sogar der deutsche Presserat hat das bemerkt und kritisiert
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Selina » Di 23. Jan 2018, 12:57

Skeptiker hat geschrieben:(22 Jan 2018, 20:54)

Guter Hinweis.

Meine Frau ist Russin und so werde ich natürlich immer wieder mit Darstellung der russischem Medien konfrontiert. Da habe ich mehr als einmal doch ein ungutes Geschmäckle bekommen (und ja, klar ist das meist Propaganda).

Angefangen hat das für mich persönlich bei der Krise in Südossetien. Es brauchte keine Fakten um von vornherein das Bild des bösen Russen, der ein kleines unschuldiges Land überfiel darzustellen. Dass das wirkliche Zustandekommen deutlich differenzierter zu werten war, ist erst sehr viel später offenbart worden. Damals ging ich einfach von schlechter Berichterstattung durch typische West-Ost-Rollen aus.

Sehr viel offensichtlicher ist die Rolle der ÖR aber im Aufkommen der Ukrainekrise gewesen. Nicht nur, dass mir eine differenzierte Berichterstattung gefehlt hätte. Es hat offene und unverzeihliche Fehler gegeben, die für mich ganz klar einer Parteinahme bis hin zur Manipulation darstellen. Besonders schockiert hat mich ein Beitrag von Jazenjuk am 7.1.2015 in den Tagesthemen, in der er unwidersprochen den Konflikt im eigenen Land mit dem "Einmarsch der Sowjetunion in Deutschland" nebeneinander gestellt hat.

Ich habe den Beitrag damals live im Fernsehen gesehen und dachte, au weia, da kommt gleich ein Shitstorm. Nix da, Totenstille in den deutschen Medien. Ganz vereinzelt und zögerlich kamen dann Hinweise, dass das nicht in Ordnung gewesen wäre (z.B. von J. Augstein).

Wenn dann aber Leute den ÖR den Rücken zukehren und mit RT-Fahnen durch die Gegend laufen, dann soll ich mich über die aufregen? Die mögen ins falsche Extrem fallen, aber der Fehler wird in der Programmdirektion der ÖR gemacht. Es versteht sich doch von selber, dass teils manipulative Berichterstattung vom Gegner ausgenutzt wird, zumal das ein Geheimdienstler ist. Wenn also die hiesige Presse ihre Aufgaben nicht erfüllt, Herr Putin springt ein, incl. seiner "Sicht der Dinge".

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Genau. Das Interview kennst du sicher auch oder? Sobald man diese Frau, eine erfahrene, langjährige Russland-Korrespondentin und echte Russlandkennerin, zitiert, hagelt es aus bestimmten Ecken sofort Proteste. Ist mir aber latte, weil die Frau einfach mal recht hat. Ist zwar schon paar Jahre her, das Gespräch, stimmt aber immer noch:

https://www.youtube.com/watch?v=22VfEe1RkH8
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Provokateur » Di 23. Jan 2018, 13:00

Audi hat geschrieben:(23 Jan 2018, 12:32)

Da gibt es noch mehr Beispiele. Auf ZDF kam ein Beitrag wie sich friedliche Bürger in Mariupol verteidigt haben. Mit SS und Hackenkreuz Zeichen auf den Helmen. Erst nach Protest hat man eine Stellungnahme abgegeben. Da lässt sich viel finden und nicht nur Richtung Russland
Sogar der deutsche Presserat hat das bemerkt und kritisiert


Aber Mariupol ist de russischen Strafexpedition nicht zum Opfer gefallen. Dass es Rechtsextreme in den ukrainischen Reihen gibt, ist ja ein alter Hut - und die gibt es auch in Russland, ist also kein Alleinstellungsmerkmal der Ukrainer.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Audi » Di 23. Jan 2018, 13:12

Provokateur hat geschrieben:(23 Jan 2018, 13:00)

Aber Mariupol ist de russischen Strafexpedition nicht zum Opfer gefallen. Dass es Rechtsextreme in den ukrainischen Reihen gibt, ist ja ein alter Hut - und die gibt es auch in Russland, ist also kein Alleinstellungsmerkmal der Ukrainer.

Es ging doch gar nicht um die Ukrainer sondern um die Berichterstattung das faschistische Einheiten als friedliche Zivilisten deklariert worden sind. Das zerrt an der Glaubwürdigkeit der Medien die sonst überall Nationalisten und Faschisten wittern
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Skeptiker » Di 23. Jan 2018, 19:13

Selina hat geschrieben:(23 Jan 2018, 12:57)

Genau. Das Interview kennst du sicher auch oder? Sobald man diese Frau, eine erfahrene, langjährige Russland-Korrespondentin und echte Russlandkennerin, zitiert, hagelt es aus bestimmten Ecken sofort Proteste. Ist mir aber latte, weil die Frau einfach mal recht hat. Ist zwar schon paar Jahre her, das Gespräch, stimmt aber immer noch:

https://www.youtube.com/watch?v=22VfEe1RkH8


Die Frau ist ein echter Profi mit Rückgrat. Ich habe einen riesigen Respekt vor ihr. Hätten wir deutlich mehr solcher Journalisten, wir würden uns nicht über eine Krise der Leitmedien unterhalten müssen.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Tom Bombadil » Di 23. Jan 2018, 19:23

Würde mich nicht wundern, wenn die Tante auf Putins Lohnzettel stünde. Bei aller Liebe, aber Verständnis für die Annexion der Krim aufzubringen, zu behaupten, von Russland ginge keine Aggression aus, Russland wolle die Ukraine nicht destabilisieren und überhaupt wäre die EU an dem Konflikt Schuld, ist schon extrem einseitig und auch gegen alle Fakten geurteilt.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Skeptiker » Di 23. Jan 2018, 19:31

Dampflok94 hat geschrieben:(23 Jan 2018, 08:25)

:?:
Herr Jazenjuk hat in seiner damaligen Position seine Meinung im TV zum Besten gegeben. So what? Das Fernsehen berichtet darüber. Oder möchtest Du Meinungen, die nicht der deinigen entsprechen, gerne unterdrückt sehen?


Ich verstehe kritischen Journalismus nicht als Unterdrückung von Meinungen. Du?

Er hat offen versucht Sympathien beim Zuschauer zu ergattern, indem er Deutschen gemeinsam mit den Ukrainern die Opferrolle gegenüber russischen Invasoren zuordnet. Meine Version der Geschichte jedenfalls ist, dass zumindest Deutschland da keine Opferrolle zusteht. Oder haben die Russen tatsächlich Deutschland "überfallen"?

Als Frau von Storck über Waffeneinsatz an der Grenze gesprochen hat, war es da auch eine Unterdrückung ihrer Meinung, als das kritisch thematisiert wurde? Die Reflexe sind also wohl noch da, nur die Reize die sie auslösen scheinen teils abgestumpft.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Selina » Di 23. Jan 2018, 20:18

Skeptiker hat geschrieben:(23 Jan 2018, 19:13)

Die Frau ist ein echter Profi mit Rückgrat. Ich habe einen riesigen Respekt vor ihr. Hätten wir deutlich mehr solcher Journalisten, wir würden uns nicht über eine Krise der Leitmedien unterhalten müssen.


Richtig :thumbup:
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Selina » Di 23. Jan 2018, 20:19

Skeptiker hat geschrieben:(23 Jan 2018, 19:31)

Ich verstehe kritischen Journalismus nicht als Unterdrückung von Meinungen. Du?

Er hat offen versucht Sympathien beim Zuschauer zu ergattern, indem er Deutschen gemeinsam mit den Ukrainern die Opferrolle gegenüber russischen Invasoren zuordnet. Meine Version der Geschichte jedenfalls ist, dass zumindest Deutschland da keine Opferrolle zusteht. Oder haben die Russen tatsächlich Deutschland "überfallen"?

Als Frau von Storck über Waffeneinsatz an der Grenze gesprochen hat, war es da auch eine Unterdrückung ihrer Meinung, als das kritisch thematisiert wurde? Die Reflexe sind also wohl noch da, nur die Reize die sie auslösen scheinen teils abgestumpft.


Leute, die so etwas behaupten, haben ja wohl nicht mehr alle Latten am Zaun.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon JJazzGold » Di 23. Jan 2018, 20:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jan 2018, 19:23)

Würde mich nicht wundern, wenn die Tante auf Putins Lohnzettel stünde. Bei aller Liebe, aber Verständnis für die Annexion der Krim aufzubringen, zu behaupten, von Russland ginge keine Aggression aus, Russland wolle die Ukraine nicht destabilisieren und überhaupt wäre die EU an dem Konflikt Schuld, ist schon extrem einseitig und auch gegen alle Fakten geurteilt.


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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Selina » Di 23. Jan 2018, 20:32

Die gestandene Journalistin analysiert einfach knallhart, wie Meinungsmanipulation durch Medien funktioniert. Ja, das ist für einige, die sich ein bestimmtes Russland-Bild zurechtgezimmert haben, sicher hart. Putin ist ein eiskalter Machtpolitiker, er hat ne Menge demokratische Defizite (etwa, wie er und seine Leute mit Homosexuellen umgehen und vieles andere), aber der mediale Stil, den etliche deutsche Sendeanstalten und Zeitungen ihm und Russland gegenüber seit einigen Jahren pflegen, sollte schon sehr kritisch hinterfragt werden. Das ist kalter Krieg reinsten Wassers. Sagen viele Kenner der deutsch-russischen Beziehungen.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Zunder » Mi 24. Jan 2018, 01:30

Selina hat geschrieben:(23 Jan 2018, 12:57)

Genau. Das Interview kennst du sicher auch oder? Sobald man diese Frau, eine erfahrene, langjährige Russland-Korrespondentin und echte Russlandkennerin, zitiert, hagelt es aus bestimmten Ecken sofort Proteste. Ist mir aber latte, weil die Frau einfach mal recht hat. Ist zwar schon paar Jahre her, das Gespräch, stimmt aber immer noch:

https://www.youtube.com/watch?v=22VfEe1RkH8

Ich habe mir das angeschaut. Bis zur Hälfte.

Erst behauptet sie, die halbe Ukraine würde sich über Vitali Klitschko als Oppositionspolitiker totlachen (11:20). - Die Sendung ist vom 16.04.2014, Klitschko wurde am 25. Mai 2014 zum Bürgermeister von Kiew gewählt. Na gut, nachdem die Hälfte vor lauter Lachen tot umgefallen war, hatte Klitschko natürlich leichtes Spiel.

Gleich danach macht sie Anatoli Karpow zu einem ehemals angeblichen Gegenspieler Putins. An diesem Punkt habe ich mich dann schon gefragt, worauf sich ihr überhebliches Auftreten eigentlich stützt.

Gabriele Krone-Schmalz (hatte die nicht auch mal einen "Jakob" oder "Jacobsen" im Namen?) ist übrigens Teil der Medienlandschaft. Der NDR, der dieses Interview gesendet hat, auch. Nicht zuletzt diese Fähigkeit zur Selbstkritik unterscheidet die Leitmedien einer freiheitlichen Gesellschaft von den Medien autoritärer bzw. autokratischer Staaten.

Nachtrag:
Ich hab' da offensichtlich etwas durcheinander gerührt. Der "Jacobsen" gehört zu Cornelia Schmalz-Jacobsen, nicht zu Gabriele.
Zuletzt geändert von Zunder am Mi 24. Jan 2018, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Dampflok94 » Mi 24. Jan 2018, 09:28

Skeptiker hat geschrieben:(23 Jan 2018, 19:31)

Ich verstehe kritischen Journalismus nicht als Unterdrückung von Meinungen. Du?

Er hat offen versucht Sympathien beim Zuschauer zu ergattern, indem er Deutschen gemeinsam mit den Ukrainern die Opferrolle gegenüber russischen Invasoren zuordnet. Meine Version der Geschichte jedenfalls ist, dass zumindest Deutschland da keine Opferrolle zusteht. Oder haben die Russen tatsächlich Deutschland "überfallen"?

Als Frau von Storck über Waffeneinsatz an der Grenze gesprochen hat, war es da auch eine Unterdrückung ihrer Meinung, als das kritisch thematisiert wurde? Die Reflexe sind also wohl noch da, nur die Reize die sie auslösen scheinen teils abgestumpft.

Keine Ahnung, was dieser Heini aus der Ukraine genau behauptet hat. Ist mir auch egal. Medien haben zwei Teile. Das erste ist die reine Nachricht. Ein Heini aus der Ukraine hat gesagt ..., Eine AfD-Frau hat gesagt..., Ein SPD-Mann hat gesagt... Schon hier beginnt der Streit. Was ist wichtig, was ist unwichtig. Wo der eine breaking News fordert, hält der andere den berühmten Sack Reis in China für spannender. Das ist nur teilweise objektivierbar.

Und dann gibt es da den Kommentarbereich. Und hier entscheidet jedes Medium, was sie denn nun kommentieren will. Denn natürlich kann man nur einen Bruchteil aller Nachrichten kommentieren. Und wieder kann man streiten. Warum wird Frau von Storch kommentiert, der Heini aus der Ukraine hingegen nicht. Vielleicht ist man einfach der Meinung, daß ersteres für D wesentlich relevanter ist als letzteres. Hier jetzt irgendwelche Verschwörungen gegen die AfD oder gegen Rußland oder gegen beide rauslesen zu wollen, wäre doch arg weit hergeholt.

Und wenn dir die Auswahl eines Senders oder einer Zeitung nicht gefällt, dann nimmst Du eben ein anderes Medium. Ist ja ein freies Land hier. Dann liest man vielleicht die JF oder sieht RT und fühlt sich besser bedient. :)
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Audi » Mi 24. Jan 2018, 11:49

Dampflok94 hat geschrieben:(24 Jan 2018, 09:28)

Keine Ahnung, was dieser Heini aus der Ukraine genau behauptet hat. Ist mir auch egal. Medien haben zwei Teile. Das erste ist die reine Nachricht. Ein Heini aus der Ukraine hat gesagt ..., Eine AfD-Frau hat gesagt..., Ein SPD-Mann hat gesagt... Schon hier beginnt der Streit. Was ist wichtig, was ist unwichtig. Wo der eine breaking News fordert, hält der andere den berühmten Sack Reis in China für spannender. Das ist nur teilweise objektivierbar.

Und dann gibt es da den Kommentarbereich. Und hier entscheidet jedes Medium, was sie denn nun kommentieren will. Denn natürlich kann man nur einen Bruchteil aller Nachrichten kommentieren. Und wieder kann man streiten. Warum wird Frau von Storch kommentiert, der Heini aus der Ukraine hingegen nicht. Vielleicht ist man einfach der Meinung, daß ersteres für D wesentlich relevanter ist als letzteres. Hier jetzt irgendwelche Verschwörungen gegen die AfD oder gegen Rußland oder gegen beide rauslesen zu wollen, wäre doch arg weit hergeholt.

Und wenn dir die Auswahl eines Senders oder einer Zeitung nicht gefällt, dann nimmst Du eben ein anderes Medium. Ist ja ein freies Land hier. Dann liest man vielleicht die JF oder sieht RT und fühlt sich besser bedient. :)

nur werde ich bei RT nicht zwangsbeglückt :rolleyes:
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Skeptiker » Mi 24. Jan 2018, 20:23

Dampflok94 hat geschrieben:(24 Jan 2018, 09:28)
Keine Ahnung, was dieser Heini aus der Ukraine genau behauptet hat. Ist mir auch egal.

Du wirfst mir "Unterdrückung" von Meinungen vor, weiß aber weder was ich kritisiere, noch scheint es für Dich von Bedeutung, dass er zu dem Zeitpunkt der Ministerpräsident der Ukraine war (der Heini!). Ziemlich peinlich würde ich sagen!

Dampflok94 hat geschrieben:(24 Jan 2018, 09:28)
Medien haben zwei Teile. Das erste ist die reine Nachricht. Ein Heini aus der Ukraine hat gesagt ..., Eine AfD-Frau hat gesagt..., Ein SPD-Mann hat gesagt... Schon hier beginnt der Streit. Was ist wichtig, was ist unwichtig. Wo der eine breaking News fordert, hält der andere den berühmten Sack Reis in China für spannender. Das ist nur teilweise objektivierbar.
Und dann gibt es da den Kommentarbereich. Und hier entscheidet jedes Medium, was sie denn nun kommentieren will.

Du brauchst mir die Funktionsweise von Berichterstattungen nicht erklären. Erkläre sie lieber den Vertretern der von Zwangsabgaben finanzierten öffentlichen Medienanstalten, welche diesen Unterschied immer weiter verwässern.

Dampflok94 hat geschrieben:(24 Jan 2018, 09:28)
Hier jetzt irgendwelche Verschwörungen gegen die AfD oder gegen Rußland oder gegen beide rauslesen zu wollen, wäre doch arg weit hergeholt.

Dir ist die Kritik des Programmbeirates an der Berichterstattung sicherlich bekannt (http://www.spiegel.de/kultur/tv/ard-str ... 93304.html). Das sind belegte, sagen wir mal "Qualitätsprobleme" in der Russlandberichterstattung, die zufällig immer in die gleiche Richtung gehen. Klar, wenn man die benennt ist man Verschwörungstheoretiker. Ich lasse mich von Dir aber nicht zum Pegidisten machen, nur weil Du an der Stelle verallgemeinerst ohne die Fakten zu berücksichten.

An welcher Stelle spreche ich hier von einer Verschwörung gegen die AfD?

Dampflok94 hat geschrieben:(24 Jan 2018, 09:28)
Und wenn dir die Auswahl eines Senders oder einer Zeitung nicht gefällt, dann nimmst Du eben ein anderes Medium. Ist ja ein freies Land hier. Dann liest man vielleicht die JF oder sieht RT und fühlt sich besser bedient. :)

Was soll der Quatsch mit der JF? Die kannst Du selber lesen wenn sie Dir gefällt. Und RT brauche ich auch nicht haben. Wenn wiedermal irgendein Mist berichtet wird kriege ich das zuhause direkt aufs Brot geschmiert. Oft genug ist es nicht einfach die ach so freie Presse in Deutschland gegen die (neben massenweise Propaganda) von russischen Medien veröffentlichen Darstellungen zu verteidigen.
Es ist eine Binsenweisheit, dass sich eine fundierte Meinung aus unterschiedlichen Quellen nährt. Bemerkenswert ist dass es in Deutschland schon geschafft wurde den Ausschluss bestimmter Quellen als besonders erstrebenswert in der öffentlichen Meinung zu verankern. Mir gefällt es dagegen besser besonders konträre Darstellungen zu vergleichen und deren wahren Kern zu finden. Da stehen wir mit unserer Presse besser da als die Russen. Es ist beileibe aber nicht so, dass hier nicht manipuliert würde. Es läuft hier nur geschickter ab.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Dampflok94 » Mi 24. Jan 2018, 21:20

Skeptiker hat geschrieben:(24 Jan 2018, 20:23)

Du wirfst mir "Unterdrückung" von Meinungen vor, weiß aber weder was ich kritisiere, noch scheint es für Dich von Bedeutung, dass er zu dem Zeitpunkt der Ministerpräsident der Ukraine war (der Heini!). Ziemlich peinlich würde ich sagen!

Daß der Typ Ministerpräsident war, ist mir bekannt. Spielt aber wirklich keine Rolle. Und nein, daß ist nicht peinlich.
Du brauchst mir die Funktionsweise von Berichterstattungen nicht erklären. Erkläre sie lieber den Vertretern der von Zwangsabgaben finanzierten öffentlichen Medienanstalten, welche diesen Unterschied immer weiter verwässern.

Bisher habe ich aus deinen Beiträgen nicht ennehmen können, daß Du diese Funktionsweise erkannt hast. Daher habe ich sie vorsichtshalber erläutert. Wenn Du das schon weißt, um so besser. Dann solltest du dein Wissen auch anwenden und mußt dich nicht über ausbleibende oder erfolgte Kommentare aufregen. Des Weiteren kennen die ÖR diese Funktionsweise sehr gut. Und verwässern da gar nix. Und noch eins. Es geht hier nicht um den ÖR, es geht um sogenannte Leitmedien.
Dir ist die Kritik des Programmbeirates an der Berichterstattung sicherlich bekannt (http://www.spiegel.de/kultur/tv/ard-str ... 93304.html). Das sind belegte, sagen wir mal "Qualitätsprobleme" in der Russlandberichterstattung, die zufällig immer in die gleiche Richtung gehen. Klar, wenn man die benennt ist man Verschwörungstheoretiker. Ich lasse mich von Dir aber nicht zum Pegidisten machen, nur weil Du an der Stelle verallgemeinerst ohne die Fakten zu berücksichten.

An welcher Stelle spreche ich hier von einer Verschwörung gegen die AfD?

Da liegt offensichtlich ein Irrtum vor. Du ziehst dir da einen Schuh an, den ich dir gar nicht anpassen wollte. Aber wenn Du es gerne hättest: Nein, ich behaupte nicht Du seist Verschwörungstheoretiker und Nein, ich behaupte nicht Du hättest von einer Verschwörung gegen die AfD geredet. Ich hoffe, damit wird ihnen geholfen. :cool:
Was soll der Quatsch mit der JF? Die kannst Du selber lesen wenn sie Dir gefällt. Und RT brauche ich auch nicht haben. Wenn wiedermal irgendein Mist berichtet wird kriege ich das zuhause direkt aufs Brot geschmiert. Oft genug ist es nicht einfach die ach so freie Presse in Deutschland gegen die (neben massenweise Propaganda) von russischen Medien veröffentlichen Darstellungen zu verteidigen.
Es ist eine Binsenweisheit, dass sich eine fundierte Meinung aus unterschiedlichen Quellen nährt. Bemerkenswert ist dass es in Deutschland schon geschafft wurde den Ausschluss bestimmter Quellen als besonders erstrebenswert in der öffentlichen Meinung zu verankern. Mir gefällt es dagegen besser besonders konträre Darstellungen zu vergleichen und deren wahren Kern zu finden. Da stehen wir mit unserer Presse besser da als die Russen. Es ist beileibe aber nicht so, dass hier nicht manipuliert würde. Es läuft hier nur geschickter ab.

Meine Güte, bist Du dünnhäutig. Das waren Beispiele dafür, daß man sich aus verschiedenen Quellen informieren kann. Ob Du jetzt die von mir genannten nutzt oder nicht, ist natürlich deine Angelegenheit. Ich hätte auch die FAZ nennen können.
Ich habe Probleme mit dem Begriff Manipulation. Bei der Auswahl von Nachrichten handeln Menschen. Und die machen Fehler. Und die meisten Fehler sind keine Manipulatiion sondern eben Fehler. Aber natürlich gibt es diese Versuche. Der Axel-Springer-Verlag hat das jahrzehntelang getan. aber glaubst Du wirklich, daß ließe sich vermeiden? Objektive Medien gibt es nicht. Denn da stehen immer Menschen hinter und die sind subjektiv.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Skeptiker » Mi 24. Jan 2018, 21:33

Dampflok94 hat geschrieben:(24 Jan 2018, 21:20)
... Des Weiteren kennen die ÖR diese Funktionsweise sehr gut. Und verwässern da gar nix. Und noch eins. Es geht hier nicht um den ÖR, es geht um sogenannte Leitmedien. ...

Naja, darüber kann man diskutieren. Aber wie Du schon richtig schreibst sind wir abgedriftet. Die ÖR sind zwar Teil der Leitmedien, aber das hier betrifft doch eher speziell sie und weniger die Gesamtheit der Leitmedien.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon schelm » Fr 26. Jan 2018, 11:13

think twice hat geschrieben:(18 Jan 2018, 20:33)

Kennst du sonst noch jemanden, der BKA-Statistiken verschlingt und zerpflueckt, ausser den Rechten? Ich nicht.

Natürlich, denn die leben ja auch nicht in einer Realitätsblase.
Denk ich an D in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, Heinrich Heine.

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