Krise der "Leitmedien"

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Wähler
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Wähler » Mo 23. Apr 2018, 17:19

Wähler hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:58)
Es wird immer Leitmedien geben. Die Gesellschaft ist im Umbruch und das spiegelt sich auch in den Medien und ihrer Struktur wider. Diesen Umbruch zu beleuchten wäre interessanter als undifferenziertes Krisengerede.

gallerie hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:09)
...Unsinn, der begriff der Leitmedien gab es in den 70er und 80er Jahren (Tagesschau und Co.).
Im Zeitalter des Internet gibt es nur Meanstream Medien, die ihren Profit als Freiberufler in Lügenpropaganda zu glauben finden.
Eine gute Story verkauft sich nur wenn sie blutrünstig erscheint. Fake news sind überall zu finden.
Die deutsche Presselandschaft hat sich als Büttel der Macht verkaufen lassen, sogar in einer Selbstzensur wie sie in diktatorischen zu finden ist.

Über die Qualität von medialer Meinungsbildung zur Mehrheitsfindung lässt sich sicherlich diskutieren. Die politische Kultur oder Unkultur einer Gesellschaft spiegelte sich bisher in der Menschheitsgeschichte allerdings immer in Leitmedien wider, auch in einer Oligarchie wie in Russland.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon gallerie » Mo 23. Apr 2018, 17:26

Wähler hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:19)

Über die Qualität von medialer Meinungsbildung zur Mehrheitsfindung lässt sich sicherlich diskutieren. Die politische Kultur oder Unkultur einer Gesellschaft spiegelte sich bisher in der Menschheitsgeschichte allerdings immer in Leitmedien wider, auch in einer Oligarchie wie in Russland.

...es geht nicht um Qualität sondern um den Wahrheitsgehalt einer Nachricht.
Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht spiegelte sich in dem Wissen der Vorkommnisse wieder.
Und nicht in Vermutungen und Kommentaren!
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Wähler » Mo 23. Apr 2018, 17:33

Wähler hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:19)
Über die Qualität von medialer Meinungsbildung zur Mehrheitsfindung lässt sich sicherlich diskutieren. Die politische Kultur oder Unkultur einer Gesellschaft spiegelte sich bisher in der Menschheitsgeschichte allerdings immer in Leitmedien wider, auch in einer Oligarchie wie in Russland.

gallerie hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:26)
...es geht nicht um Qualität sondern um den Wahrheitsgehalt einer Nachricht.
Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht spiegelte sich in dem Wissen der Vorkommnisse wieder.
Und nicht in Vermutungen und Kommentaren!

Die deutliche Trennung von Bericht und Kommentar, sowie Faktenchecking, beziehungsweise Entlarven von Falschmeldungen machen journalistische Qualität aus. Medien haben aber auch eine wichtige Aufgabe bei der demokratischen Mehrheitsfindung. Ein mehr oder weniger qualitätvolles Leitmedium hatte in der Geschichte entsprechend viele Leser, Zuhörer und Zuschauer.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon gallerie » Mo 23. Apr 2018, 17:39

Wähler hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:33)

Die deutliche Trennung von Bericht und Kommentar, sowie Faktenchecking, beziehungsweise Entlarven von Falschmeldungen machen journalistische Qualität aus.

...da bin ich bei dir!!!!
Allerdings sind diese Tugenden in der deutschen Medienlandschaft nicht mehr besetzt!
Selbstzensur oder konformes Abnicken scheinen die Attribute des deutschen Journalismus zu sein!
AK 2.0, (Aktuelle Kamera 2.0) sind schon in aller Munde; ich denke zu recht!
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 23. Apr 2018, 17:50

Skeptiker hat geschrieben:(11 Feb 2018, 20:31)

Und Sie wollen mir was von Medienkompetenz erzählen? Die falschen Kanäle sind eben wenn man sich seine Informationen nur aus einseitigen Quellen holt ohne deren Plausibilität zu prüfen.

Also ich habe nun verstanden. Medienkompetenz bei Ihnen ist es, sich ordentlich und am besten ausschließlich aus dem ÖR-Fernsehen zu informieren - bei den Profis halt, seriös! Wer Inhalte prüft wird nur von bösen Mächten und Verschwörern verführt.

Mit einer solchen Medienkompetenz sind Sie der perfekte Staatsbürger - für Nordkorea.


dazu gehört nun ein bisschen Leseverständnis um den Beitrag von Cat zu verstehen. Obwohl ich mit ihr in der Regel nur wenig Übereinstimmung habe, da ich mich gerade wirtschaftspolitisch eher rechts/liberal verorte, muss ich ihr dennoch in diesem Punkt vollkommen recht geben. Sie hat die Situation genau erfasst.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Wähler » Mo 23. Apr 2018, 17:54

Wähler hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:33)
Die deutliche Trennung von Bericht und Kommentar, sowie Faktenchecking, beziehungsweise Entlarven von Falschmeldungen machen journalistische Qualität aus. Medien haben aber auch eine wichtige Aufgabe bei der demokratischen Mehrheitsfindung. Ein mehr oder weniger qualitätvolles Leitmedium hatte in der Geschichte entsprechend viele Leser, Zuhörer und Zuschauer.

gallerie hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:39)
...da bin ich bei dir!!!!
Allerdings sind diese Tugenden in der deutschen Medienlandschaft nicht mehr besetzt!
Selbstzensur oder konformes Abnicken scheinen die Attribute des deutschen Journalismus zu sein!
AK 2.0, (Aktuelle Kamera 2.0) sind schon in aller Munde; ich denke zu recht!

Genau diese undifferenzierte Betrachtung stört mich. Es gibt nach wie vor investigativen Journalismus, Wikileaks, Luxemburg Leaks, Panama Papers, Paradise Papers und Daphne Project, heutzutage in Medienkooperationen. Beim Spiegel kommt auf jeden zweiten Journalisten ein Dokumentar, der jede Zeile eines zu veröffentlichen Artikels gegencheckt.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon gallerie » Mo 23. Apr 2018, 18:02

Wähler hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:54)

Genau diese undifferenzierte Betrachtung stört mich. Es gibt nach wie vor investigativen Journalismus, Wikileaks, Luxemburg Leaks, Panama Papers, Paradise Papers und Daphne Project, heutzutage in Medienkooperationen. Beim Spiegel kommt auf jeden zweiten Journalisten ein Dokumentar, der jede Zeile eines zu veröffentlichen Artikels gegencheckt.

...investigativen Journalismus?
Da muss ich laut lachen.
Es gibt so gut wie keine fest angestellten Journalisten mehr.
Das sind alles Freiberufler, und tun genau was ihr Kunde wünscht!
Tolle Stories zu liefern, denn nur die bringen ein Honorar.
Da wird häufig gern gelogen oder Sachverhalte konstruiert.
Ich kann dir da Beispiele ohne Ende liefern, sogar mit Ross und Reiter.
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Alexyessin » Mo 23. Apr 2018, 18:38

Excellero hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:08)

Es ist nicht alles VT was nicht im Mainstream steht.


Erkenne VT Nummer 1: Der Mainstream........
Erkenne VT Nummer 2: Keine seriöses Quellen zu
Erkenne VT Nummer 3: Behauptung ohne Grundlage.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon H2O » Mo 23. Apr 2018, 19:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Apr 2018, 13:25)

ÖR-(Papier)-Zeitungen ... das kann ich mir auch nur sehr schwer vorstellen. Der ÖR-Hörfunk dagegen ist schon jetzt so etwas wie ein Migrationsraum für Interessierte. Frei ohnehin von technisch allzu aufwändigen optischen Inszenierungen. Frei vor allem auch vom gewichtigsten Kostenfaktor Sportübertragungsrechte der TV-Sender. Etwas abseits vom Mainstream-Fokus, mit Kosten, die auch die Geizigen nicht allzusehr verärgern ... sehe ich im ÖR-Hörfunk das Zukunfts-Medium für politische Berichterstattung und Kommentierung.


Legen wir uns einmal nicht unbedingt auf Papier als Trägermaterial fest, sondern mehr auf die ausführliche Darstellung einer Nachricht, für die es im Hörfunk selten genug den zeitlichen Raum gibt. Praktisch also das, was man den ÖRR schon vorgeworfen hatte, und wo sie wohl wieder einige Schritte zurück gewichen sind. Das ist natürlich nur etwas für die Zeitgenossen, die auch lesen wollen. Ich stelle mir dabei ein Wochenblatt wie DIE ZEIT vor, etwa mit dem Qualitätsanspruch. Für das elektronische Abonnement bezahle ich heute doch auch meinen Beitrag... mit dem Vorteil, daß ich die Zeitung überall auf der Welt im PDF-Format so lesen kann, wie ich im Internetradio den Deutschlandfunk und Konsorten hören kann. Das ist schon heute eine gute Sache... nur was wird geschehen, wenn die Zeit als unabhängige Wochenzeitung gar nicht mehr erscheint?

Danach sieht es derzeit aber wirklich noch nicht aus!
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon Wähler » Di 24. Apr 2018, 06:32

Wähler hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:54)
Genau diese undifferenzierte Betrachtung stört mich. Es gibt nach wie vor investigativen Journalismus, Wikileaks, Luxemburg Leaks, Panama Papers, Paradise Papers und Daphne Project, heutzutage in Medienkooperationen. Beim Spiegel kommt auf jeden zweiten Journalisten ein Dokumentar, der jede Zeile eines zu veröffentlichen Artikels gegencheckt.

gallerie hat geschrieben:(23 Apr 2018, 19:02)
Es gibt so gut wie keine fest angestellten Journalisten mehr.
Das sind alles Freiberufler, und tun genau was ihr Kunde wünscht!

https://www.djv.de/startseite/info/them ... ancen.html
Deutscher Journalisten Verband Arbeitsmarkt und Berufschancen:
"160.000 Erwerbstätige ordnet die Arbeitsagentur 2011 dem publizistischen/journalistischen Berufsfeld zu, davon 68.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 68.000 Freie."
Du verbreitest falsche Informationen. ;)
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Re: Krise der "Leitmedien"

Beitragvon gallerie » Fr 27. Apr 2018, 17:38

Wähler hat geschrieben:(24 Apr 2018, 07:32)

https://www.djv.de/startseite/info/them ... ancen.html
Deutscher Journalisten Verband Arbeitsmarkt und Berufschancen:
"160.000 Erwerbstätige ordnet die Arbeitsagentur 2011 dem publizistischen/journalistischen Berufsfeld zu, davon 68.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 68.000 Freie."
Du verbreitest falsche Informationen. ;)

...2011. wie du schreibst,
und zudem ordnet die Arbeitsagentur 2011 diese Journalisten zum publizistischen/journalistischen Berufsfeld zu.
Die Orden alles irgendwie zu. um sich nicht schlecht in ihren Arbeitslosendaten zu blamieren.

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