Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

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Mehr, weniger?

Ja, mehr Politik, weniger Ökonomie
4
31%
Ja, mehr Politik, weniger MINT
0
Keine Stimmen
Ja, mehr Politik, weniger _________
1
8%
Es sollte alles in etwa so wie jetzt bleiben
1
8%
Nein, weniger Politik, mehr Ökonomie
1
8%
Nein, weniger Politik, mehr MINT
4
31%
Nein, weniger Politik, mehr _________
0
Keine Stimmen
Sonstiges -> Kommentar
2
15%
 
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frems
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Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon frems » Do 14. Dez 2017, 19:44

Vor wenigen Monaten hatte eine repräsentative Umfrage der Körber-Stiftung ergeben, dass vier von zehn Schülern nicht wissen, wofür Auschwitz steht. Tim Engartner, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt, sieht da einen Zusammenhang.

"Das ist ein klares Zeichen, dass die politische Bildung mehr Raum braucht", sagt er. In den Schulen finde gerade ein Verdrängungswettbewerb statt: "Politische Bildung wird zugunsten ökonomischer Bildung geopfert. Schüler sollen nur noch lernen, was einen konkreten Nutzen für ihre spätere Berufstätigkeit hat."

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 82795.html

Wobei man anmerken sollte, dass es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede gibt, wenn man die Stundenzahl der Schüler betrachtet: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 25710.html

Was meint die werte Userschaft? Wurde die politische Bildung zu sehr vernachlässigt? Sind Ökonomie oder MINT persönlich und gesellschaftlich wichtiger? Oder sollte man andere Fächer wie Deutsch, Sport, Philosophie, Englisch oder was anderes zurückfahren? Oder ist es in Eurem Bundesland gut so wie es ist (nur auf die Anzahl der Stunden bezogen, nicht auf Schulausstattung, Klassengrößen, Lehrerausbildung o.ä.)

(Wer den Begriff nicht kennt: MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik)
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Polibu » Do 14. Dez 2017, 19:53

Laut dieser Studie wissen 71% der 17-Jährigen und älteren Schüler, dass Auschwitz ein Konzentrations- und Vernichtungslager war. Finde ich gar nicht sooo schlecht.
Aus dieser Studie geht auch nicht hervor an welchen Schulen die Schüler geschichtliche Wissenslücken haben. Denn nur dann kann man ja davon ausgehen, dass es Schulen gibt, die das mit dem Thema nicht so ernst nehmen. Ansonsten kann man auch davon ausgehen, dass die Schüler, die es nicht wissen einfach nur keine Lust hatten es zu lernen.
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Quatschki
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Quatschki » Do 14. Dez 2017, 19:57

So was lernt man aber nicht in Politik oder Geschichte, sondern eher im Deutschunterricht bei der Behandlung entsprechender Literatur
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon kaka » Do 14. Dez 2017, 20:04

frems hat geschrieben:(14 Dec 2017, 19:44)

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 82795.html

Wobei man anmerken sollte, dass es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede gibt, wenn man die Stundenzahl der Schüler betrachtet: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 25710.html

Was meint die werte Userschaft? Wurde die politische Bildung zu sehr vernachlässigt? Sind Ökonomie oder MINT persönlich und gesellschaftlich wichtiger? Oder sollte man andere Fächer wie Deutsch, Sport, Philosophie, Englisch oder was anderes zurückfahren? Oder ist es in Eurem Bundesland gut so wie es ist (nur auf die Anzahl der Stunden bezogen, nicht auf Schulausstattung, Klassengrößen, Lehrerausbildung o.ä.)

(Wer den Begriff nicht kennt: MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik)


Kann mir bitte jemand beantworten wie es heutzutage mit Informatik in den Schulen aussieht. Mein Abschluss liegt doch etwas zurück und ich hatte nur ca. ein Jahr Informatik, was ich sehr wenig finde.

Ich würde auch gerne wissen wozu Philosophie gut ist, was macht man damit? Ich meine es ernst, ich verstehe es nicht.

Sport finde ich ist sehr wichtig, bin eher ein Sportmuffel, aber ohne Sport ist der Geist auch müde und wenig aufnahmefähig.

GSW-Fächer sind nicht unbedingt vernachlässigt. Außerdem wozu muss man Politik 6 Jahre lernen? Was gibt es dort so wichtiges?
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon kaka » Do 14. Dez 2017, 20:07

Quatschki hat geschrieben:(14 Dec 2017, 19:57)

So was lernt man aber nicht in Politik oder Geschichte, sondern eher im Deutschunterricht bei der Behandlung entsprechender Literatur



Aha?! Haben wir auch gemacht bei einem Werk, was total schwachsinnig ist. Im Deutschunterricht muss die Klassik betrachtet werden. Ausschwitz gehört in den Geschichtsunterricht!

Das ist überhaupt das Problem, dass der Holocaust an sich betrachtet wird. Es wird wenig über die Gründe gesprochen wieso es dazu kam. Wieso sich die Gesellschaft überhaupt so verändern konnte, sodass es zum Krieg und Faschismus kam. Das muss betrachtet werden.
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Quatschki
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Quatschki » Do 14. Dez 2017, 20:31

kaka hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:07)

Aha?! Haben wir auch gemacht bei einem Werk, was total schwachsinnig ist. Im Deutschunterricht muss die Klassik betrachtet werden. Ausschwitz gehört in den Geschichtsunterricht!

Das ist überhaupt das Problem, dass der Holocaust an sich betrachtet wird. Es wird wenig über die Gründe gesprochen wieso es dazu kam. Wieso sich die Gesellschaft überhaupt so verändern konnte, sodass es zum Krieg und Faschismus kam. Das muss betrachtet werden.

In Geschichte wird das ja wahrscheinlich einmal durchgenommen und ist dann abgehakt.
Im Deutschunterricht haben wir ab der vierten oder fünften Klasse jedes Schuljahr bis zum Abi jeweils mindestens ein, zwei Werke: Gedichte, Erzählungen oder Romane über die Nazizeit behandelt oder auch als Film geschaut, auch die Hintergründe und die Motivation der handelnden Personen diskutiert und das Thema dadurch wirklich von allen Seiten bis zum Erbrechen durchgekaut. Im Musikunterricht kam auch noch ein bißchen was.
In Geschichte wäre dafür überhaupt kein Raum gewesen.
Hinzu kam noch der Besuch diverser Gedenkstätten und Ehrenmale.
Polibu

Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Polibu » Do 14. Dez 2017, 20:34

Quatschki hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:31)

In Geschichte wird das ja wahrscheinlich einmal durchgenommen und ist dann abgehakt.
Im Deutschunterricht haben wir ab der vierten oder fünften Klasse jedes Schuljahr bis zum Abi jeweils mindestens ein, zwei Werke: Gedichte, Erzählungen oder Romane über die Nazizeit behandelt oder auch als Film geschaut, auch die Hintergründe und die Motivation der handelnden Personen diskutiert und das Thema dadurch wirklich von allen Seiten bis zum Erbrechen durchgekaut. Im Musikunterricht kam auch noch ein bißchen was.
In Geschichte wäre dafür überhaupt kein Raum gewesen.
Hinzu kam noch der Besuch diverser Gedenkstätten und Ehrenmale.


Den restlichen Schulstoff habt ihr aber schon noch geschafft, oder?
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Quatschki » Do 14. Dez 2017, 20:50

Polibu hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:34)

Den restlichen Schulstoff habt ihr aber schon noch geschafft, oder?

Wir hatten ja sogar noch Wehrunterricht damals in der 9.Klasse.
Sturmbahn, Eskaladierwand, KK-MPi Einzelfeuer und Dauerfeuer leider nur ein paar Schüsse zum Schnuppern...

Es gab halt keine Handys, keine Computer und dadurch, gefühlt, unendlich viel Zeit
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon kaka » Do 14. Dez 2017, 21:07

Quatschki hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:50)

Wir hatten ja sogar noch Wehrunterricht damals in der 9.Klasse.
Sturmbahn, Eskaladierwand, KK-MPi Einzelfeuer und Dauerfeuer leider nur ein paar Schüsse zum Schnuppern...

Es gab halt keine Handys, keine Computer und dadurch, gefühlt, unendlich viel Zeit



:eek:

Naja als ich mit der Schule angefangen habe, waren auch keine Computer, nur da hat man draussen seine Zeit verbracht. Das wäre aber Freizeit und ich glaube nur die wenigsten lernen in der Freizeit Politik oder Geschichte egal ob es Rechner gibt oder nicht.
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Bielefeld09
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Bielefeld09 » Do 14. Dez 2017, 21:49

frems hat geschrieben:(14 Dec 2017, 19:44)

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 82795.html

Wobei man anmerken sollte, dass es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede gibt, wenn man die Stundenzahl der Schüler betrachtet: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 25710.html

Was meint die werte Userschaft? Wurde die politische Bildung zu sehr vernachlässigt? Sind Ökonomie oder MINT persönlich und gesellschaftlich wichtiger? Oder sollte man andere Fächer wie Deutsch, Sport, Philosophie, Englisch oder was anderes zurückfahren? Oder ist es in Eurem Bundesland gut so wie es ist (nur auf die Anzahl der Stunden bezogen, nicht auf Schulausstattung, Klassengrößen, Lehrerausbildung o.ä.)

(Wer den Begriff nicht kennt: MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik)

Ich glaube eben nicht, das zu wenig Politik an Schulen stattfindet.
Schulen sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Allerdings wird unseren Schüler nicht mehr deutlich gemacht,
worauf sich unsere Gesellschaft begründet.
Es findet keine Auseinandersetzung mit unserer Verfassung in Schulen statt.
Die Verfassung wird ja auch nicht mehr vermittelt und damit wird Politik/ Polemik grundlagenfrei
Tor und Tür geöffnet.
So wundern Wahlergebnisse eben wenig.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Polibu

Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Polibu » Do 14. Dez 2017, 22:12

Quatschki hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:50)

Wir hatten ja sogar noch Wehrunterricht damals in der 9.Klasse.
Sturmbahn, Eskaladierwand, KK-MPi Einzelfeuer und Dauerfeuer leider nur ein paar Schüsse zum Schnuppern...

Es gab halt keine Handys, keine Computer und dadurch, gefühlt, unendlich viel Zeit


Wir hatten auch keine Handys. Und Computer waren noch selten. Aber mit Waffen haben wir trotzdem nicht geschossen. Ausser mit Steinschleudern. Wir haben Krieg im Wald gespielt. Klasse 4a gegen Klasse 4b. Bis dann ein Schüler mit fetter Platzwunde im Krankenhaus landete, weil jemand meinte einen dicken Stein auf seinen Kopf werfen zu müssen. Danach haben wir uns dann auf Fussball konzentriert. Wohlgemerkt ausserhalb der Schulzeit.

Wir hatten in der Schule nicht wirklich viel über die NS-Zeit im Unterricht durchgenommen. Ist auch besser so. So konnte ich mich im Erwachsenenalter indoktrinationsfrei sowohl über die NS-Zeit als auch über die DDR schlau machen. Ich interessiere mich schon sehr für die neuzeitliche Geschichte. Ich habe mir viele Dokus darüber angeschaut. Als 14-Jähriger Bub hätte mich das alles doch einen feuchten Kehricht interessiert.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Agesilaos Megas » Fr 15. Dez 2017, 01:33

Politische Bildung ist unglaublich wichtig, zweifelsohne.

Ein Blick in die Landesschulgesetze genügt. Ein Bsp. (die anderen 15 sind alle ungefähr gleich):
§1 Abs. 2, 2 SchulG LSA

die Schülerinnen und Schüler auf die Übernahme politischer und sozialer Verantwortung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vorzubereiten


Der Erziehungsauftrag ist klar, das Mittel jedoch nicht. Zurzeit bläht sich die Wirtschaft als Disziplin aus, besonders im Nordwesten und Sachsen. Ich denke, dass in den Schulgesetzgebungen pol. Bildung einen gewissen Vorrang vor allem vor Fragen der Vorbereitung auf das Arbeitsleben hat und/oder die Wirtschaft als Teil des öfftl. Lebens begriffen wird. Daher werden die Fächer gern zusammengelegt. In der "Ideenstruktur" der SchulG stehen jedoch pol. Werte über den Aspekten von Ökonomie, Ökologie und Arbeitsleben. Damit muss jedes Fach per se freiheitlich-demokratisch sein, auch die Wirtschaft. Folglich müssen Kombifächer Pol/Wirt m.E. in den RRL den Anteil von Politik erhöhen und/oder die RRL so ändern, dass sie eher dem Erziehungsauftrag gerecht werden. Das wäre aber eine Frage der Länder. Denn so pauschal lässt sich der Anteil nicht bemessen. Vor dem Hintergrund warne ich auch noch einmal, dass einige Strömungen, wie die INSM, gern das System beeinflussen wollen und nicht selten auch Schmähkampagnen vorbringen, wie zuletzt gegen die zentrale für pol. Bildung.
Zuletzt geändert von Agesilaos Megas am Fr 15. Dez 2017, 01:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 15. Dez 2017, 01:45

Agesilaos Megas hat geschrieben:(15 Dec 2017, 01:33)

Politische Bildung ist unglaublich wichtig, zweifelsohne.

Ein Blick in die Landesschulgesetze genügt. Ein Bsp. (die anderen 15 sind alle ungefähr gleich):



Der Erziehungsauftrag ist klar, das Mittel jedoch nicht. Zurzeit bläht sich die Wirtschaft als Disziplin aus, besonders im Nordwesten und Sachsen. Ich denke, dass in den Schulgesetzgebungen pol. Bildung einen gewissen Vorrang vor allem vor Fragen der Vorbereitung auf das Arbeitsleben hat und/oder die Wirtschaft als Teil des öfftl. Lebens begriffen wird. Daher werden die Fächer gern zusammengelegt. In der "Ideenstruktur" der SchulG stehen jedoch pol. Werte über den Aspekten von Ökonomie, Ökologie und Arbeitsleben. Damit muss jedes Fach per se freiheitlich-demokratisch sein, auch die Wirtschaft. Folglich müssen Kombifächer Pol/Wirt m.E. in den RRL den Anteil von Politik erhöhen, drastisch und/oder die RRL so ändern, dass sie eher dem Erziehungsauftrag gerecht werden. Vor dem Hintergrund warne ich auch noch einmal, dass einige Strömungen, wie die INSM, gern das System beeinflussen wollen und nicht selten auch Schmähkampagnen vorbringen, wie zuletzt gegen die zentrale für pol. Bildung.

Nee, Grundwertediskussionen sind wichtig,
die sollten wir alle verteidigen.
Das ist aber unsere Verfassung.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Agesilaos Megas » Fr 15. Dez 2017, 01:48

Bielefeld09 hat geschrieben:(15 Dec 2017, 01:45)

Nee, Grundwertediskussionen sind wichtig,
die sollten wir alle verteidigen.
Das ist aber unsere Verfassung.


Grundwerte und Verfassungen sind Teil der pol. Didaktik und der RRL in einigen BL. Ich denke, das Problem liegt dort in der methodischen Aufarbeitung - also in der Praxis. Verfassungen sind didaktisch äußerst schwer einzubinden. Die Schüler nippen Dir da ab. Dort, wo sie nicht explizit so vorkommen, müssen sie rein. Das habe ich aber auch schon so oben dargelegt. Übrigens ist "pol. Bildung" nur ein Terminus. Das Kind können wir nennen, wie wir wollen. Es kommt auf Inhalte, Methodik und Ausbildung an. Daher ist die Diskussion ja ganz angebracht.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon imp » Fr 15. Dez 2017, 03:00

frems hat geschrieben:(14 Dec 2017, 19:44)

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 82795.html

Wobei man anmerken sollte, dass es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede gibt, wenn man die Stundenzahl der Schüler betrachtet: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 25710.html

Was meint die werte Userschaft? Wurde die politische Bildung zu sehr vernachlässigt?

Nein, aber offenbar erkennen die Sozialwissenschaftler nicht mehr, dass die Schüler sie beim Fragebogen verarscht haben. Jeder Depp weiß, was Auschwitz ist. Auch schon in der 5. Klasse.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Misterfritz » Fr 15. Dez 2017, 17:35

Wir hatten überhaupt kein Fach "politische Bildung".
Allerdings hatten wir im gesamten letzten Jahr Geschichte die Zeit von der Weimarer Republik bis 45 - das hat gewirkt, bei mir zumindest.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Umetarek » Fr 15. Dez 2017, 17:48

kaka hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:07)

Aha?! Haben wir auch gemacht bei einem Werk, was total schwachsinnig ist. Im Deutschunterricht muss die Klassik betrachtet werden. Ausschwitz gehört in den Geschichtsunterricht!

Das ist überhaupt das Problem, dass der Holocaust an sich betrachtet wird. Es wird wenig über die Gründe gesprochen wieso es dazu kam. Wieso sich die Gesellschaft überhaupt so verändern konnte, sodass es zum Krieg und Faschismus kam. Das muss betrachtet werden.

Pfffff, nichts gegen die Klassik, aber Literatur ist doch sehr viel vielfältiger!

Meine Kinder hatten beide Informatik als Wahlfach ab der 11. Philosophie ist ein guter Ersatz für Religion. Sinnvoll sind denke ich Programmierspiele für auch kleinere Kinder, mir hats jedenfalls Spaß gemacht ab und an meinem Papa zu helfen.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon frems » Fr 15. Dez 2017, 18:28

Misterfritz hat geschrieben:(15 Dec 2017, 17:35)

Wir hatten überhaupt kein Fach "politische Bildung".
Allerdings hatten wir im gesamten letzten Jahr Geschichte die Zeit von der Weimarer Republik bis 45 - das hat gewirkt, bei mir zumindest.

Laut Link (SPON) gibt's in den 16 deutschen Ländern sieben Bezeichnungen für das Fach (mit unterschiedlichen Schwerpunkten):

Gemeinschaftskunde
Sozialkunde
Politische Bildung
Politik
Politik / Gesellschaft / Wirtschaft
Gemeinschaftskunde / Rechtserziehung / Wirtschaft
Wirtschaft / Politik
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Misterfritz » Fr 15. Dez 2017, 18:30

frems hat geschrieben:(15 Dec 2017, 18:28)

Laut Link (SPON) gibt's in den 16 deutschen Ländern sieben Bezeichnungen für das Fach (mit unterschiedlichen Schwerpunkten):
Heutzutage, ja ;)
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon ryu1850 » Fr 15. Dez 2017, 19:09

kaka hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:04)
Außerdem wozu muss man Politik 6 Jahre lernen? Was gibt es dort so wichtiges?


Ich glaube genau an diesem Punkt verstehen die aller meisten Menschen nicht was Politikunterricht eigentlich ist.
Im Politikunterricht geht es nicht darum, dass man das "politische System" lernt. Also Fakten über Bundestag und wie gewählt wird und wer Wahlberechtigt ist und sowas, darum geht es im Politikunterricht nicht.

Der Auftrag des Politikunterrichts ist es, eine Denkweise und die dazugehörige Methodik zu vermitteln. Es geht darum die Schüler im kritischen Denken zu auszubilden. Das Ziel des Politikunterrichts ist es nicht die Schüler mit einem gewissen Mindestmaß an "Fakten" auszustatten, sondern den Schülern die Fähigkeit zu vermitteln sich systematisch mit allen möglichen Themen auseinander zu setzen.
Politik ist das Fach in dem man sachliches! diskutieren lernt, deswegen sind die Inhalte auch nicht so wichtig sondern vor allem die Methodik.

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