Der langsame Tod der Rockmusik

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King Kong 2006
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon King Kong 2006 » Do 14. Dez 2017, 22:11

Rockmusik ist unsterblich.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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yogi61
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon yogi61 » Fr 15. Dez 2017, 07:56

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Dec 2017, 22:11)

Rockmusik ist unsterblich.

:thumbup: Strang kann geschlossen werden. :)
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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schokoschendrezki
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 15. Dez 2017, 08:10

King Kong 2006 hat geschrieben:(14 Dec 2017, 22:11)

Rockmusik ist unsterblich.


Als ich neulich einen Beitrag über "25 Jahre Brings" sah ... Karnevalrock, "Kölsche Jungs", Feuerzeugschwenken, Stadion, Pathos, Mitgrölen ... ist mir so schlecht geworden, dass ich der Rockmusik am liebsten den Tod gewünscht hätte. Obwohl ich selbst aktiv dabei bin.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 15. Dez 2017, 08:15


Cursive: Absolut stark! Leider ist die Cellistin wieder ausgestiegen. Ich hab' die Band zu "Art is Hard"-Zeiten live erlebt und war überwältigt ...
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Progressiver » Sa 16. Dez 2017, 22:11



So, das wäre geschafft. Hui, das waren aber viele! Also, angehört habe ich mir die zehn Lieder plus andere Songs von den Musikern. Darüber hinaus habe ich mich bei der Wikipedia schlau gemacht und teilweise bei Amazon in Alben reingehört. Alles will und kann ich da gar nicht kommentieren. Es sind aber einige Indie-Rock-Bands dabei. Darüber hinaus auch Alternative Rock Bands, die in Richtung Progressive Rock gehen. Am ehesten konnte ich noch etwas mit Biffy Clyro anfangen. Diese haben sich 1995 gegründet und sind wohl viele lange Jahre irgendwie an mir vorbeigegangen. In den Medien habe ich schon mal davon gehört. Aber ich konnte sie nicht mit den ein bis zwei Liedern zusammenbringen, die ich von ihnen kannte. Ich habe auf YouTube ein Konzert von ihnen gefunden, das auf dem Öffentlich-Rechtlichen Sender ONE HD lief. Laut Wikipedia haben sie mit ihrem letzten Album eine hohe Chartsplatzierung erreicht. Es gibt sie also schon noch, die Rockbands. Danke auch! :thumbup:

Auf der anderen Seite frage ich mich, wieso sie in den Radiosendern und den im Kabelfernsehen empfangbaren Musiksendern, die ich so nebenbei mitkriege, keine allzu große Rolle zu spielen scheinen. Liegt es vielleicht auch an mir und meiner Umgebung? :?: Wenn ich nämlich zufälligerweise mal irgendeinen Sender höre, dann läuft dann eher so etwas:

https://www.youtube.com/results?search_ ... rmany+2017

Also irgendwelche Popmusik im Stile von Ed Sheeran, P!nk oder dem Lied "Despacito". Oder beispielsweise "I got no roots" oder irgendwelche anderen Electro-Pop-Lieder.

Was mich betrifft, so war jedenfalls ein Stein des Anstoßes (von mehreren) für die Eröffnung dieses Threads folgendes Video-Statement, bei dem ich mich voll wiedergefunden hatte:

https://www.youtube.com/watch?v=1YvXAf_ ... FQ&index=2

Ich hoffe aber, dass ich mich irre.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Watchful_Eye » Sa 16. Dez 2017, 22:44

Freut mich, wenn du etwas für dich finden konntest. :) Ja, auf diese Sache wollte ich ja auch unter anderem bei meinem ersten Post hinaus: Dass es nach wie vor eine große Rock-Szene gibt, diese aber weniger in den Medien stattfindet. Das Problem ist glaube ich, dass die jüngere Generation eben eher mit Pop zu erreichen ist und die ältere Generation überwiegend lieber ihre ollen Kamellen hören will ^^.

Und ja, Biffy Clyro zählen innerhalb der Liste bereits zu den älteren Semestern. Das aktuelle Album soll auch schon nicht mehr so gut sein, keine Ahnung.

In Österreich hat übrigens kürzlich die junge Rockband "Kaiser Franz Josef" ihr zweites Album mit dem Namen "Make Rock Great Again" ( :D ) herausgebracht. Die klingt sehr klassisch und die Stimme sollte dir als Corbell-Fan zusagen. Vielleicht ist sie auch erwähnenswert, ich finde sie nur etwas eindimensional. Sie erinnert mich etwas an die Soundgarden-Nachfolgeband Audioslave: https://www.youtube.com/watch?v=bXq_wySKJtM
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Progressiver » So 17. Dez 2017, 00:38

Watchful_Eye hat geschrieben:(16 Dec 2017, 22:44)

Freut mich, wenn du etwas für dich finden konntest. :) Ja, auf diese Sache wollte ich ja auch unter anderem bei meinem ersten Post hinaus: Dass es nach wie vor eine große Rock-Szene gibt, diese aber weniger in den Medien stattfindet. Das Problem ist glaube ich, dass die jüngere Generation eben eher mit Pop zu erreichen ist und die ältere Generation überwiegend lieber ihre ollen Kamellen hören will ^^.

Und ja, Biffy Clyro zählen innerhalb der Liste bereits zu den älteren Semestern. Das aktuelle Album soll auch schon nicht mehr so gut sein, keine Ahnung.

In Österreich hat übrigens kürzlich die junge Rockband "Kaiser Franz Josef" ihr zweites Album mit dem Namen "Make Rock Great Again" ( :D ) herausgebracht. Die klingt sehr klassisch und die Stimme sollte dir als Corbell-Fan zusagen. Vielleicht ist sie auch erwähnenswert, ich finde sie nur etwas eindimensional. Sie erinnert mich etwas an die Soundgarden-Nachfolgeband Audioslave: https://www.youtube.com/watch?v=bXq_wySKJtM


Danke. Ich werde mir das mal genauer anhören. :thumbup:
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 20. Feb 2018, 06:47

Todgesagte leben laenger!

Radio? Hoert hier noch jemand Musik im Radio? Ich sehr selten. Meistens Spotify. Da kann ich meiner Musik stundenlang zuhoeren. Meine Richtung ist Prog Rock! War und ist es seit der ersten Jethro Tull, King Crimson, Pink Floyd usw LPs und so wird es immer bleiben. Und die Musik lebt. Roger Waters Konzert Tour hier in Australien war Monate im voraus ausverkauft. David Gilmour das Gleiche, Ian Anderson (Jethro Tull) das Gleiche und das tolle bei den Konzerten ist das man sehr viele junge Fans sieht.

ACDC fuellt leicht ein Stadium mit 80000 Sitzen, genauso U2, Foo Fighters, usw.

Ausserdem haben wir eine sehr lebendige Pub Musik Kultur. Junge Rock Bands jammen in Pubs am Wochenende und die Bude ist gerammelt voll.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Di 20. Feb 2018, 07:53

Auch wenn das jetzt nicht direkt mit seiner Musik zu tun hat: Die Person Roger Waters ist sehr sehr kritisch zu sehen ...

Ich habe die Band Pink Floyd Anfang der 90er bei einem ihrer letzten Konzerte in mehr oder weniger klassischer Besetzung erlebt. In Lissabon. Ich fand es schlimm. Fußballstadion, VIP-Bereich, lauter sekttrinkende VW-Bosse (VW war der Hauptsponsor). Und die Musik: pompös, theatralisch, aufgeblasen (im wahrsten SInne des Wortes). Ich hab' mir so gedacht: Mein Gott, die hast du als Pubertierender bewundert ...
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Keoma » Di 20. Feb 2018, 09:12

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Feb 2018, 07:53)

Auch wenn das jetzt nicht direkt mit seiner Musik zu tun hat: Die Person Roger Waters ist sehr sehr kritisch zu sehen ...

Ich habe die Band Pink Floyd Anfang der 90er bei einem ihrer letzten Konzerte in mehr oder weniger klassischer Besetzung erlebt. In Lissabon. Ich fand es schlimm. Fußballstadion, VIP-Bereich, lauter sekttrinkende VW-Bosse (VW war der Hauptsponsor). Und die Musik: pompös, theatralisch, aufgeblasen (im wahrsten SInne des Wortes). Ich hab' mir so gedacht: Mein Gott, die hast du als Pubertierender bewundert ...


Roger Waters sehe ich sogar sehr kritisch, erstens hat der Depp geglaubt, er alleine sei Pink Floyd, und zweitens seine Kampagne gegen Israel.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Liegestuhl » Di 20. Feb 2018, 09:27

So lange es Rockladies wie Yvonne Biedermann gibt, ist mir um die Rockmusik nicht bange.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon pikant » Di 20. Feb 2018, 09:34

gute Rockmusik sterbt nie aus.

Noel Gallagher, Muse, Charlotte Gardon, Beth Dito, Steven Wilson und Blur - die neuen Singles heute im Radio gehoert

U2 macht auf Elektro und Dance :D - das finde ich nicht so gut
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 20. Feb 2018, 09:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Feb 2018, 07:53)

Auch wenn das jetzt nicht direkt mit seiner Musik zu tun hat: Die Person Roger Waters ist sehr sehr kritisch zu sehen ...

Ich habe die Band Pink Floyd Anfang der 90er bei einem ihrer letzten Konzerte in mehr oder weniger klassischer Besetzung erlebt. In Lissabon. Ich fand es schlimm. Fußballstadion, VIP-Bereich, lauter sekttrinkende VW-Bosse (VW war der Hauptsponsor). Und die Musik: pompös, theatralisch, aufgeblasen (im wahrsten SInne des Wortes). Ich hab' mir so gedacht: Mein Gott, die hast du als Pubertierender bewundert ...


Ich hab Deep Purple auf der Burg Clam in 2013 gesehen. Das war wohl noch schlimmer. Hörte sich an wie eine drittklassige Dorfband, sehr peinlich. Genauso peinlich war, dass natürlich "Smoke on the Water" als letztes Stück des offiziellen Sets herhalten musste. Und das war richtig schlecht. Hinweggetröstet über diesen Abend wurde ich durch die Zugabe ... da gabs viel Improvisation und viel Orgel :D ... das hat mir doch tatsächlich gefallen ...
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Alexyessin » Di 20. Feb 2018, 10:14

Da lob ich mir die Stones. Die klingen wenigstens immer noch so, als wären sie alle auf Dope :D
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Kritikaster » Di 20. Feb 2018, 10:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Feb 2018, 07:53)

Auch wenn das jetzt nicht direkt mit seiner Musik zu tun hat: Die Person Roger Waters ist sehr sehr kritisch zu sehen ...

Ich habe die Band Pink Floyd Anfang der 90er bei einem ihrer letzten Konzerte in mehr oder weniger klassischer Besetzung erlebt. In Lissabon. Ich fand es schlimm. Fußballstadion, VIP-Bereich, lauter sekttrinkende VW-Bosse (VW war der Hauptsponsor). Und die Musik: pompös, theatralisch, aufgeblasen (im wahrsten SInne des Wortes). Ich hab' mir so gedacht: Mein Gott, die hast du als Pubertierender bewundert ...

Ich habe die Band 2 x in Berlin (vor dem Reichstagsgebäude und auf dem Maifeld) und 1 x in Hamburg im Stadtpark erlebt, und ich kann nur sagen: Dass einen bei der Truppe damals Bombastrock erwartete, musste einem vorher klar sein. Richtig aufgedreht haben sie aber nur vor dem Reichstagsgebäude. Hamburg lief, reichlich enttäuschend, nur auf halber Kraft.

Als pubertär würde ich meine seinerzeitige Befindlichkeit dennoch nicht bezeichnen ... ;)
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Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 21. Feb 2018, 10:06

Kritikaster hat geschrieben:(20 Feb 2018, 10:42)

Ich habe die Band 2 x in Berlin (vor dem Reichstagsgebäude und auf dem Maifeld) und 1 x in Hamburg im Stadtpark erlebt, und ich kann nur sagen: Dass einen bei der Truppe damals Bombastrock erwartete, musste einem vorher klar sein. Richtig aufgedreht haben sie aber nur vor dem Reichstagsgebäude. Hamburg lief, reichlich enttäuschend, nur auf halber Kraft.

Als pubertär würde ich meine seinerzeitige Befindlichkeit dennoch nicht bezeichnen ... ;)

Ich muss dazu sagen, dass ich die Konzertkarten eher zufällig von eben von einem VW-Manager irgendwo in Lissabon verkauft bekam, der sie wahrscheinlich von seiner Firma einfach so erhielt aber verhindert war. Ich wäre von allein nicht darauf gekommen, dahin zu gehen. Als "pubertär" sehe ich vor allem diese damalige strenge Lagertrennung von "progressiv" und "kommerziell" an. Gott. Kann man nicht einfach hinhören und versuchen, Originalität, Können usw. für sich selbst zu erkunden. Statt sich zu einem der beiden Lager zu bekennen.

Und noch mal: Ich sehe keinen Tod der Rockmusik. Solange (mindestens) drei aktuell auf dem Laufenden seiende und Genre-unabhängige Monatsschriften (Spex, Rolling Stone, Musikexpress) und darüber hinaus noch zirka ein Dutzend Genre-Specials und Nostalgie-Zeitschriften ständig im Bahnhofskiosk ausliegen ... wie soll das gehen? Die würden doch eingehen, wenn sich niemand mehr dafür interessiert.

Um sich einen aktuellen Überblick zu verschaffen empfehle ich dringend das Budapester Sziget-Festival im August 2018. Eine Woche die ganze Bandbreite. Von den Arctic Monkeys über Mumford & Son bis Gogol Bordello. Und darüberhinaus auch noch Spezialitäten wie Jazz, Balkan und sogar Klassik. Anders als andere große Festivals ist das Sziget eher nicht als geschlossenes Lager irgendwo im Grünen konzipiert, sondern mehr oder weniger mitten in der Stadt (auf einer Donauinsel). Und Tageskarten sowie Besucher einfach aus der Stadt sind eher die Regel als kampierende Dauergäste.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 21. Feb 2018, 10:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(21 Feb 2018, 10:06)

Und noch mal: Ich sehe keinen Tod der Rockmusik.


Ich auch nicht. Eher das das Gegenteil.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 21. Feb 2018, 11:14

Keoma hat geschrieben:(20 Feb 2018, 09:12)

Roger Waters sehe ich sogar sehr kritisch, erstens hat der Depp geglaubt, er alleine sei Pink Floyd, und zweitens seine Kampagne gegen Israel.


Nun er war zumindest 50% Pink Floyd und wenn er sich politisch gegen die israelische Besetzungspolitik in Palaestina auessert dann ist es sein gutes Recht. Ich nenne ihn deshalb nicht Depp. Ich interessiere mich fuer den Musiker. Allerdings finde ich David Gilmour als Solo Artist ansprechender. Sein letztes Album Rattle That Lock ist hervorragend und hat super Jazz Elemente.

schokoschendrezki hat geschrieben:Ich habe die Band Pink Floyd Anfang der 90er bei einem ihrer letzten Konzerte in mehr oder weniger klassischer Besetzung erlebt. In Lissabon. Ich fand es schlimm. Fußballstadion, VIP-Bereich, lauter sekttrinkende VW-Bosse (VW war der Hauptsponsor). Und die Musik: pompös, theatralisch, aufgeblasen (im wahrsten SInne des Wortes). Ich hab' mir so gedacht: Mein Gott, die hast du als Pubertierender bewundert ...


Ich persoenlich mag auch keine Stadium Konzerte aber wo sonst kann man 100000 Leute unterbringen? Und wer zahlt der hat Priviligien. Wenn VW sponsored dann kann VW Champus trinkende Bosse im VIP Bereich haben. Das stoert mich nicht. Pink Floyd hatte schon immer sehr Effekt beherrschte Konzerte. Auch das stoert mich nicht.

The Times they are a changin' sang Bob Dylan und so ist es. Heutzutage sind die Effekte bei Rock Konzerten oft so wichtig wie die Musik. Siehe Rammstein. Und ich mag deren Musik zum grossen Teil. Nicht alles aber vieles.

Zitat korrigiert
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Di 3. Apr 2018, 08:34

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(21 Feb 2018, 11:14)
Ich persoenlich mag auch keine Stadium Konzerte aber wo sonst kann man 100000 Leute unterbringen? Und wer zahlt der hat Priviligien. Wenn VW sponsored dann kann VW Champus trinkende Bosse im VIP Bereich haben. Das stoert mich nicht. Pink Floyd hatte schon immer sehr Effekt beherrschte Konzerte. Auch das stoert mich nicht.

The Times they are a changin' sang Bob Dylan und so ist es. Heutzutage sind die Effekte bei Rock Konzerten oft so wichtig wie die Musik. Siehe Rammstein. Und ich mag deren Musik zum grossen Teil. Nicht alles aber vieles.

Zitat korrigiert
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Der Punkt ist nur, dass sich diese Bombastitzität der Musik von Pink Floyd und diese Unternehmensboss-Mentalität genau einenander entsprechen. Aber gut. Das ist sicher eher meine persönliche Sicht.

"The Times they are a-changin''" (als Album) war vor allem eine Eigen-Absage von Dylan an seine Rolle als angebliche "Stimme einer Generation". Das wollte er nicht sein. Er war einer der ersten und wenigen im Pop-Bereich, die individuelle Künstler sein wollten. Die schwierige Wahrheiten aussprechen und nicht das Bad in der Menge feiern wollten. Das Gegenteil von Pink Floyd.

Die Frage ist, inwieweit Pink Floyd oder Rammstein heute überhaupt für Rock von heute stehen. Oder ob die nicht eher Nostalgie-Veranstaltungen machen/machten.

Prägend für die Entwicklung der Rockmusik der letzten 20 bis 25 Jahre ist aus meiner Sicht die noch Ende der 80er ziemlich unvorhersehbare Renaissance von Indie- und die eben nicht völlige Dominanz von Major-Labeln. Von The Smiths, Dinosaur. Jr, They Might Be Giants, Sonic Youth bis hin zu Bright Eyes oder Arcade Fire. Das sind oder waren jüngst die Innovativen.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 3. Apr 2018, 12:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Apr 2018, 09:34)

Der Punkt ist nur, dass sich diese Bombastitzität der Musik von Pink Floyd und diese Unternehmensboss-Mentalität genau einenander entsprechen. Aber gut. Das ist sicher eher meine persönliche Sicht.

"The Times they are a-changin''" (als Album) war vor allem eine Eigen-Absage von Dylan an seine Rolle als angebliche "Stimme einer Generation". Das wollte er nicht sein. Er war einer der ersten und wenigen im Pop-Bereich, die individuelle Künstler sein wollten. Die schwierige Wahrheiten aussprechen und nicht das Bad in der Menge feiern wollten. Das Gegenteil von Pink Floyd.

Die Frage ist, inwieweit Pink Floyd oder Rammstein heute überhaupt für Rock von heute stehen. Oder ob die nicht eher Nostalgie-Veranstaltungen machen/machten.

Prägend für die Entwicklung der Rockmusik der letzten 20 bis 25 Jahre ist aus meiner Sicht die noch Ende der 80er ziemlich unvorhersehbare Renaissance von Indie- und die eben nicht völlige Dominanz von Major-Labeln. Von The Smiths, Dinosaur. Jr, They Might Be Giants, Sonic Youth bis hin zu Bright Eyes oder Arcade Fire. Das sind oder waren jüngst die Innovativen.


Unternehmerboss Mentalitaet? Ist mir zu links aussen solche Begriffe. Genauso wie Major Label.

Ich trenne Musik von Politik! Und von wegen Dylan nicht im Bad der Menge? Jeder Kuenstler lebt vom Bad in der Menge! Selbst die Dorfband freut sich wenn der Laden voll ist, die Leute happy und die Groupies willig sind.

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