Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

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schokoschendrezki
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Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 25. Aug 2017, 07:05

Zusammen 32 Journalisten wurde beim G20-Gipfel in Hamburg die Akkreditierung verweigert. Als Grund wurden Sicherheitsbedenken vom Verfassungsschutz genannt. Es drinngt nur langsam und auch eher nur durch Klagen einiger Betroffener an die Öffentlichkeit: Wieviel nämlich von den Begründungen für diese Akkreditierungsverweigerung auf Pannen, Verwechslungen, haltlose Vorwürfe usw. usf. beruht. Der Hamburger Journalist Frank Bründel hatte sich angeblich bei einer gewalttätigen 1.Mai-Demonstration beteiligt. Tatsächlich hat er darüber - seinem Beruf folgend - darüber berichtet. Der NDR-Journalist Christian Wolf sei angeblich ein "Reichsbürger" - der Vorwurf beruht auf einer schlichten Namensverwechslung. Wer schon mal mit größeren Personendatenbanken zu tun hatte, weiß ganz genau, dass "Christian" gegenwärtig der mit Abstand häufigste männliche Vorname und "Wolf" immerhin zu den Top20 der Nachnamen gehört. Zwei der Verweigerungen beruhen gar garnicht auf Erkenntnissen des BKA sondern auf Informationen vom türkischen Geheimdienst.

Deutlich ein signifikantes "Zuviel" an "bedauerlichen Irrtümern" !!

Und bevor mir noch jemand gefährliche Gleichmacherei vorwirft: Zwischen Deutschland und der Türkei besteht hinsichtlich des Themas "Freier Journnalismus" ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das ist mir bekannt. Es geht um Symptome, die ernst zu nehmen sind:

Ja, so schnell kann es gehen für einen Journalisten. Kaum von ein, zwei Demonstrationen berichtet, schon ist man in diversen Karteien von Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz als Mitglied einer "gewaltbereiten Bewegung" und mutmaßlicher Krimineller verzeichnet. Was sich anhört wie ein schlechter Scherz, was sich liest wie das missratene Drehbuch eines zweitklassigen Verschwörungskrimis – leider ist es Realität.

Nur langsam, Steinchen für Steinchen, setzt sich sechs Wochen nach dem G20-Gipfel in Hamburg ein Mosaik zusammen. Die erstaunte Öffentlichkeit und die gleichwohl überraschten Betroffenen erfahren, warum 32 Journalisten trotz Akkreditierung plötzlich selbige entzogen wurde. Und das auch nur, weil einige von ihnen, unter Androhung rechtlicher Schritte, auf Erklärung insistierten und das ARD-Hauptstadtstudio hartnäckig recherchierte. Eine Mehrheit weiß immer noch nicht Bescheid.
...
Man sollte das Ganze nicht als Posse überforderter Sicherheitsbehörden abtun.


http://www.deutschlandfunk.de/entzogene-g20-akkreditierungen-ein-skandaloeser-vorgang.720.de.html?dram:article_id=394011
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Yossarian » Fr 25. Aug 2017, 08:16

Beim G20 wollten sie wohl garantiert kein Risiko eingehen, verständlich beim Terror der letzten Jahre solange das ein Einzelfall bleibt.

Künstliche Aufregung.
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 25. Aug 2017, 10:38

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 09:16)

Beim G20 wollten sie wohl garantiert kein Risiko eingehen, verständlich beim Terror der letzten Jahre solange das ein Einzelfall bleibt.

Künstliche Aufregung.

Es gibt genau zwei Möglichkeiten: Entweder sind peinliche Pannen wie die Namensverwechslung von "Christian Wolf" mit einem "Reichsbürger" Folgen schlampiger Datenhaltung. Oder diese Verwechslung wurde vorgeschoben, um die wahren Gründe zu verschleiern. In beiden Fällen erweist sich das BKA selbst als Risikofaktor.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon pikant » Fr 25. Aug 2017, 10:42

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 09:16)

Beim G20 wollten sie wohl garantiert kein Risiko eingehen, verständlich beim Terror der letzten Jahre solange das ein Einzelfall bleibt.

Künstliche Aufregung.


Wenn Journalisten vor Ort ohne Grund nicht mehr berichten duerfen ist das ein schwere Eingriff in die freie Medienberichterstattung.
ein Grundrecht ist da in Gefahr!

darueber sollte sich jeder aufregen - klar!
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Jekyll » Fr 25. Aug 2017, 10:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Aug 2017, 08:05)
[...]
Deutlich ein signifikantes "Zuviel" an "bedauerlichen Irrtümern" !!

Und bevor mir noch jemand gefährliche Gleichmacherei vorwirft: Zwischen Deutschland und der Türkei besteht hinsichtlich des Themas "Freier Journnalismus" ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das ist mir bekannt. Es geht um Symptome, die ernst zu nehmen sind:
Und es geht ums Prinzip. Vor allem sollte man hier auch die richtigen Relationen im Blickfeld behalten. Deutschland ist ja auch nicht von Kriegsschauplätzen umgeben inkl. einem Terrorismus, der viel länger und schlimmer wütet als in Deutschland oder anderswo in der EU. In Anbetracht der recht milden Umstände, in denen sich Deutschland befindet, kann dieser Vorgang in seiner Gewichtung nicht hoch genug bewertet werden. Wenn die Umstände es erfordern, werden halt auch mal diverse Rechte und Grundrechte aufgeweicht. Nichts Neues im Westen (kennt man schon aus den USA: Terrorbekämpfung? Dann bitte mit Folter und Ausschaltung von Grundrechten).
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Yossarian » Fr 25. Aug 2017, 10:46

pikant hat geschrieben:(25 Aug 2017, 11:42)

Wenn Journalisten vor Ort ohne Grund nicht mehr berichten duerfen ist das ein schwere Eingriff in die freie Medienberichterstattung.
ein Grundrecht ist da in Gefahr!

darueber sollte sich jeder aufregen - klar!


Blabla, über 3000 Journalisten waren vor Ort.
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Jekyll » Fr 25. Aug 2017, 10:48

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 09:16)

Beim G20 wollten sie wohl garantiert kein Risiko eingehen, verständlich beim Terror der letzten Jahre solange das ein Einzelfall bleibt.

Künstliche Aufregung.
Also bist du auch dafür, dass die Einhaltung von Grundrechten von der jeweiligen Situation eines Landes abhängig gemacht wird.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon pikant » Fr 25. Aug 2017, 10:48

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 11:46)

Blabla, über 3000 Journalisten waren vor Ort.


das ist kein blabla wenn freien Journalisten ohne erkennbaren Grund die Berichterstattung vor Ort verwehrt wird.
das hat autoritaere Zuege und sowas geht in einer Demokratie gar nicht.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Yossarian » Fr 25. Aug 2017, 10:59

pikant hat geschrieben:(25 Aug 2017, 11:48)

das ist kein blabla wenn freien Journalisten ohne erkennbaren Grund die Berichterstattung vor Ort verwehrt wird.
das hat autoritaere Zuege und sowas geht in einer Demokratie gar nicht.


Was für eine Heuchelei.

Ich bin der erste der nach Presse und Meinungsfreiheit schreit.
Bei manchen scheint die aber eher Situationsgebunden zu sein...

Hier hatte die Sicherheit Vorrang und bei zig tausenden anwesenden Journalisten ist es zu verschmerzen wenn ein paar - gerechtfertigt oder nicht- aus Sicherheitsgründen die Akkreditierung verweigert wurde.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Adam Smith » Fr 25. Aug 2017, 11:01

pikant hat geschrieben:(25 Aug 2017, 11:48)

das ist kein blabla wenn freien Journalisten ohne erkennbaren Grund die Berichterstattung vor Ort verwehrt wird.
das hat autoritaere Zuege und sowas geht in einer Demokratie gar nicht.

Der Grund ist oder war der Terrorismus.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon pikant » Fr 25. Aug 2017, 11:01

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 11:59)

Was für eine Heuchelei.

Ich bin der erste der nach Presse und Meinungsfreiheit schreit.
Bei manchen scheint die aber eher Situationsgebunden zu sein...

Hier hatte die Sicherheit Vorrang und bei zig tausenden anwesenden Journalisten ist es zu verschmerzen wenn ein paar - gerechtfertigt oder nicht- aus Sicherheitsgründen die Akkreditierung verweigert wurde.


Nicht umsonst hat das sehr hoehe Wellen geschlagen und der Vorfall ist penibel untersucht worden.
Wenn man ohne Grund an seiner Berufsausuebung gehindert wird, ist das ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Jekyll » Fr 25. Aug 2017, 11:06

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 11:59)

Was für eine Heuchelei.

Ich bin der erste der nach Presse und Meinungsfreiheit schreit.
Bei manchen scheint die aber eher Situationsgebunden zu sein...

Hier hatte die Sicherheit Vorrang und bei zig tausenden anwesenden Journalisten ist es zu verschmerzen wenn ein paar - gerechtfertigt oder nicht- aus Sicherheitsgründen die Akkreditierung verweigert wurde.
Und wo wäre jetzt - rein vom Prinzip her - der Unterschied zur Vorgehensweise der AKP gegenüber Journalisten in der Türkei? Ich frag auch deshalb, weil du vorhin das Thema "Heuchelei" angesprochen hast.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Yossarian » Fr 25. Aug 2017, 11:25

Jekyll hat geschrieben:(25 Aug 2017, 12:06)

Und wo wäre jetzt - rein vom Prinzip her - der Unterschied zur Vorgehensweise der AKP gegenüber Journalisten in der Türkei? Ich frag auch deshalb, weil du vorhin das Thema "Heuchelei" angesprochen hast.



Mhm.

Niemand wurde inhaftiert?
Niemand hat seinen Pressestatus verloren?
Es gab keinen blutigen Putsch bei uns?
Einige der Journalisten haben wohl tatsächlich radikale Verbindungen? Oder sind alle 32 unschuldig verwechslet worden?

Nur so ein paar.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Yossarian » Fr 25. Aug 2017, 11:26

pikant hat geschrieben:(25 Aug 2017, 12:01)

Nicht umsonst hat das sehr hoehe Wellen geschlagen und der Vorfall ist penibel untersucht worden.
Wenn man ohne Grund an seiner Berufsausuebung gehindert wird, ist das ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit.


Er hat hohe Welle geschlagen weil die Presse ihre Meinungsfreiheit besser verteidigen kann als als die der Bürger?
Tut halt mehr weh wenns einen mal selber trifft?
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 25. Aug 2017, 12:00

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 11:46)

Blabla, über 3000 Journalisten waren vor Ort.


In den offiziellen Statements zumindest der Hamburger Polizei war davon die Rede, dass nicht diese Journalisten ein Risiko darstellen sondern, dass man sich - umgekehrt! - für die Sicherheit dieser Journnalisten veranwortlich fühle. (Es waren übrigens insgesamt international ca. 3000 ...)

Und in der DDR kamen nicht auf 3000 internationale sondern auf die ca. 8000 sicherheitsirrelevanten Mitglieder des offiziellen Berufsverbandes der DDR geschätzt vielleicht 32 "sicherheitsrelevante" oppositonelle Autoren von Samisdatpublikationen. Aus dem Blickwinkel dieser Leute sieht G20/Hamburg noch ganz anders aus. Noch ist diese traumatische Erfahrung als Erinnerung hellwach!
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon pikant » Fr 25. Aug 2017, 12:05

Yossarian hat geschrieben:(25 Aug 2017, 12:25)



Nur so ein paar.


wenn man einem Journalisten vorwirft Verbindungen zu Terroristen zu pflegen und sich das als falsch herausstellt ist das schwere Rufschaedigung und keine Banalitaet ueber die man wegsehen darf.
in de Tuerkei wird man dafuer grundlos eingelocht und in Deutschland darf man vor Ort nicht berichten.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon Yossarian » Fr 25. Aug 2017, 12:42

pikant hat geschrieben:(25 Aug 2017, 13:05)

wenn man einem Journalisten vorwirft Verbindungen zu Terroristen zu pflegen und sich das als falsch herausstellt ist das schwere Rufschaedigung und keine Banalitaet ueber die man wegsehen darf.
in de Tuerkei wird man dafuer grundlos eingelocht und in Deutschland darf man vor Ort nicht berichten.

...
Wie wärs mal richtig zu quoten anstatt willkürlich ein paar Worte auszuwählen und nonsense zu antworten?
Mit Personen die auf so erbärmliche tricks angewiesen sind ist eine Diskussion Zeitverschwendung.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon gödelchen » Fr 25. Aug 2017, 12:44

Jekyll hat geschrieben:(25 Aug 2017, 12:06)

Und wo wäre jetzt - rein vom Prinzip her - der Unterschied zur Vorgehensweise der AKP gegenüber Journalisten in der Türkei? Ich frag auch deshalb, weil du vorhin das Thema "Heuchelei" angesprochen hast.


ach ja...?? Wer von denen hat denn außer , dass er von der einen Veranstaltung ausgeschlossen wurde, persönlich Unbill davongetragen? Wer sich von den ausgeschlossenen Journalisten zu unrecht ausgeschlossen fühlt(e) kann gegen die Entscheidung vorgehen und ggf Schadensersatz erlangen.

Das es zu dem Ausschlussverfahren kam wird zurecht akribisch untersucht. Pannen sind aufzuklären, Verantwortliche zu benennen.

So geht das in einem Rechtsstaat...in dem Sultanat am Bosporus geht das nachweislich anders. Dein unterschwelligen Ans Bein pinkeln kannst knicken.
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon gödelchen » Fr 25. Aug 2017, 12:46

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Aug 2017, 13:00)

In den offiziellen Statements zumindest der Hamburger Polizei war davon die Rede, dass nicht diese Journalisten ein Risiko darstellen sondern, dass man sich - umgekehrt! - für die Sicherheit dieser Journnalisten veranwortlich fühle. (Es waren übrigens insgesamt international ca. 3000 ...)

Und in der DDR kamen nicht auf 3000 internationale sondern auf die ca. 8000 sicherheitsirrelevanten Mitglieder des offiziellen Berufsverbandes der DDR geschätzt vielleicht 32 "sicherheitsrelevante" oppositonelle Autoren von Samisdatpublikationen. Aus dem Blickwinkel dieser Leute sieht G20/Hamburg noch ganz anders aus. Noch ist diese traumatische Erfahrung als Erinnerung hellwach!


Was baust du denn da für einen Popanz auf ? Als ob die flächendeckende, staatlich perfekt organisierte Bespitzelung von Journalisten in der DDR irgendetwas mit dem zu tun hätten, was da in der einzelnen Sache vor Ort geschehen ist. Oder kannst du deine schräge Meinung noch mit etwas anderem unterfüttern?
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Re: Journalismus: Polen, Ungarn, Türkei ... und nun auch Deutschland?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 25. Aug 2017, 13:12

gödelchen hat geschrieben:(25 Aug 2017, 13:46)

Was baust du denn da für einen Popanz auf ? Als ob die flächendeckende, staatlich perfekt organisierte Bespitzelung von Journalisten in der DDR irgendetwas mit dem zu tun hätten, was da in der einzelnen Sache vor Ort geschehen ist. Oder kannst du deine schräge Meinung noch mit etwas anderem unterfüttern?

Überleg doch mal nur einen Moment in Ruhe. Was deine Aussage wahrscheinlich eigentlich beinhaltet ist: Dass dieser einzelne Vorfall am Rande des G20-Gipfels exemplarisch und nicht allgemeingültig ist. Das hat auch niemand behauptet. Und das wird in meinen Beiträgen auch ganz ausdrücklich so beschrieben. Dass die Bespitzelung und Denunzierung von Journalisten in diesem einzelnen Fall sehr wohl und ganz eindeutig nicht nur etwas mit der DDR-Wirklichkeit "zu tun" hat sondern in vielerlei Hinsicht vergleichbar ist, ist überhaupt keine Frage. Nicht vergleichbar ist er vor allem in einem Punkt: Dem DDR-Geheimdienst standen nicht einmal annäherungsweise die technischen Hilfsmittel der heutigen Behörden zur Verfügung.
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