Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Yossarian » Mi 23. Aug 2017, 10:46

Provokateur hat geschrieben:(23 Aug 2017, 11:41)

Als ob ich mich nur auf Interpunktion berufen hätte. Aber schöne Metadiskussion.


Du schreibst in diesem Thread, hast absolut nichts beizutragen, keinerlei Ahnung, postest keine Quellen außer Southpark und kommst mit Metadiskussion?

Wenn dich das Thema nicht interessiert dann schreib hier nicht, wie wärs?
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Provokateur » Mi 23. Aug 2017, 10:56

Ich habe dir schon gesagt, was ich meine:

Du übertreibst. Es findet keine Kulturrevolution statt. Die umgekippten Denkmäler werden wieder aufgerichtet. Die Sachbeschädiger werden strafrechtlich verfolgt.

Mehr muss ich dazu auch nicht sagen.

Das ist mein Punkt. Dass du diesen ablehnst, kann ich verstehen, aber nicht ändern. Du gehörst nämlich zu dem Menschenschlag, die eine einmal gefasste Meinung nur sehr schwer wieder ändern.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Yossarian » Mi 23. Aug 2017, 11:01

Provokateur hat geschrieben:(23 Aug 2017, 11:56)

Ich habe dir schon gesagt, was ich meine:

Du übertreibst. Es findet keine Kulturrevolution statt. Die umgekippten Denkmäler werden wieder aufgerichtet. Die Sachbeschädiger werden strafrechtlich verfolgt.

Mehr muss ich dazu auch nicht sagen.

Das ist mein Punkt. Dass du diesen ablehnst, kann ich verstehen, aber nicht ändern. Du gehörst nämlich zu dem Menschenschlag, die eine einmal gefasste Meinung nur sehr schwer wieder ändern.


Der Titel ist logischerweise eine Überspitzung.
Du gehörst zu dem Menschenlag der zu allem eine Meinung aber leider um so weniger keine Ahnung hat.
Setz dich mit ein paar der Quellen auseinander oder geh von mir aus weiter Southpark schauen oder Interpunktion pauken, damit scheinst du dich ja auszukennen.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Provokateur » Mi 23. Aug 2017, 11:09

Yossarian hat geschrieben:(23 Aug 2017, 12:01)
Du gehörst zu dem Menschenlag der zu allem eine Meinung aber leider um so weniger keine Ahnung hat.


Wenn ich um so weniger keine Ahnung habe, dann habe ich ja eine Ahnung. Doppeltes Negativ ergibt Positiv. Aber schön.
Wenn du mir so einfach zu kritisierende Brocken hinwirfst, kann ich sie nicht ignorieren. Rechtschreibung und Logik ist die Basis. Ohne solides Fundament keine Mauern.

Yossarian hat geschrieben:(23 Aug 2017, 12:01)
Setz dich mit ein paar der Quellen auseinander oder geh von mir aus weiter Southpark schauen oder Interpunktion pauken, damit scheinst du dich ja auszukennen.


Mit meinen Argumenten setzt du dich ja nicht auseinander. Ich habe durchaus mehr gebracht als nur deine offensichtlichen Fehler. Ich habe auf die Fehler in deiner Wahrnehmung hingewiesen. Darauf antwortest du aber nicht.
Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, dass du das nicht kannst. Mache ich aber nicht. Ich gehe davon aus, dass du so sauer über meine Hinweise warst, dass du die einfach überlesen hast.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Tatjana » Mi 23. Aug 2017, 12:09

Yossarian hat geschrieben:(23 Aug 2017, 08:46)

Oder die Säuberungen an amerikanischen Universitäten im Rahmen der "PC"

Die Bilder und Videos erinnern dich nicht an Maos China?
https://www.youtube.com/watch?v=I4yaafn1giI


Danke für den link, der vor allem mit haßerfüllten Menschen beeindruckt. Auch aus eigener Anschauung der US amerikanischen Unis sehe ich das Ganze als bedenklich. Ich verweise auf die Kontroverse am Evergreen College, wo nun von linker Seite ein Tag "Rassentrennung" mit Verweis auf "White privilige" gefordert wird, Antirassismus wird zu Rassismus:
https://www.youtube.com/watch?v=2cMYfxOFBBM
Was Denkmäler betrifft, so gibt es kein klares Ja oder Nein, nur einen zeitgeistabhängigen Graubereich. Niemand würde Hitler-Denkmäler dulden wollen, aber müssen alle Hindenburgstraßen umbenannt werden?
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Voight-Kampff » Mi 23. Aug 2017, 14:14

Yossarian hat geschrieben:(23 Aug 2017, 08:42)Die Geschichte wird umgeschrieben, der Sezessionskrieg wurde nur von der Union in einen Kampf gegen Sklaverei umgedeutet um die Unterstützung Frankreichs zu bekommen, Ursachen waren andere.

Die Südstaaten kämpften um die Sklaverei zu erhalten. Und es war nun mal der Süden der den Krieg begann. So wurde dem Norden ein Krieg gegen die Sklaverei praktisch aufgezwungen.
Spätestens in den 60ern des letzten Jahrhunderts wurden die Südstaatensymbole wurden später zu Symbolen von Apartheid und Rassismus.

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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 23. Aug 2017, 14:17

Yossarian hat geschrieben:(23 Aug 2017, 10:58)

Du vertauschst Urache und Wirkung Trump ist die Reaktion, nicht die Ursache.


Genau darauf hab' ich doch versucht, in meinem Beitrag einzugehen: Auch ein Phänomen wie "Trump" (plus Begleiterscheinungen) kann nicht einfach aus dem Nichts heraus entstehen. Die Zeitungen (national wie international) sind voll von Artikeln mit Überschriften wie "Trump schert sich einen Dreck um politische Korrektheiten". Das ist auch richtig. Nur: Als wenn er und seine Wähler sich vor dieser Wahl darum geschert hätten. Insofern besteht die "Reaktion" nur darin, dass diese Kräfte die Oberhand gewonnen haben. Nicht darin, dass diese Kräfte angesichts grassierender politischer Überkorrektheit in sich gegangen sind und beschlossen haben, damit nun endlich mal Schluss zu machen.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Voight-Kampff » Mi 23. Aug 2017, 14:26

Provokateur hat geschrieben:(23 Aug 2017, 09:26)

Der Kulturwandel, speziell an den US-Universitäten, ist mir sehr wohl bewusst. Bestens ausgedrückt wurde dieser in der Southpark-Folge 19/5 "Safe Space".


Safe spaces erscheinen Deutschen merkwürdig, sind aber tief verwurzelt in der amerikanischen Kultur. Es weiß wohl jeder, dass in den USA Schimpfwörter zensiert werden. Im frei empfangbaren Fernsehen ist das sogar gesetzlich vorgeschrieben und vom US-Verfassungsgericht abgesegnet. Die Begründung ist, dass die Menschen, durch ihr Recht auf Privatsphäre, ein Recht haben nicht mit so etwas belästigt zu werden.

ETA: Soll heißen, dass es in diesem Kulturkampf nicht um Rede- oder Meinungsfreiheit geht, sondern um gesellschaftliche Privilegien. Das ganze Land ist/war ein Safe Space für konservative Christen und Rassisten. Jetzt sind diese Gruppen auf der Verliererseite.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Brainiac » Mi 23. Aug 2017, 18:01

[MOD] Ich lasse das jetzt alles mal stehen, weil ja immer wieder auch inhaltlich geantwortet wurde. Ich bitte aber dringend darum, insbesondere den User Yossarian, auf Gegenmeinungen inhaltlich und sachlich einzugehen, anstatt andauernd Kontrahenten persönlich anzugreifen.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Tatjana » Do 24. Aug 2017, 09:22

Voight-Kampff hat geschrieben:(23 Aug 2017, 15:26)

Safe spaces erscheinen Deutschen merkwürdig, sind aber tief verwurzelt in der amerikanischen Kultur. Es weiß wohl jeder, dass in den USA Schimpfwörter zensiert werden. Im frei empfangbaren Fernsehen ist das sogar gesetzlich vorgeschrieben und vom US-Verfassungsgericht abgesegnet. Die Begründung ist, dass die Menschen, durch ihr Recht auf Privatsphäre, ein Recht haben nicht mit so etwas belästigt zu werden.

ETA: Soll heißen, dass es in diesem Kulturkampf nicht um Rede- oder Meinungsfreiheit geht, sondern um gesellschaftliche Privilegien. Das ganze Land ist/war ein Safe Space für konservative Christen und Rassisten. Jetzt sind diese Gruppen auf der Verliererseite.


Aha, Anhänger des Postmodernismus?
Die Gesellschaft besteht also nur aus verschiedenen Gruppen von Unterdrückten und Unterdrückern, pffh ..., grade diese Sichtweise führt dazu, dass immer mehr Wert auf Unterschiede zwischen Gruppen gelegt wird, dies führt zur Herausarbeitung immer kleinerer Unterschiede und spaltet die Gesellschaft statt verbindende Gedanken zu betonen.
Rede- und Meinungsfreiheit ist ein Privileg! Safe Spaces schützen die "Gefühle" der sensiblen "Snowflake"-Studenten. Wer andere Meinungen vertritt (und ich meine nicht den KKK oder andere Rassisten!) kann jetzt "Gefühle" verletzen und Gefühle sind immer subjektiv. An den US Unis wird man inzwischen von immer mehr Verboten und Vorgaben umzingelt, Gefühle verletzen ist jetzt bei Strafandrohung verboten.
Orwell läßt grüßen!
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Provokateur » Do 24. Aug 2017, 09:45

Tatjana hat geschrieben:(24 Aug 2017, 10:22)

Orwell läßt grüßen!


Bei Orwell zählt der Einzelne nichts.
Bei den derzeitigen Zuständen zählt der Einzelne alles.

Das muss man schon wissen. Deswegen kann man Orwells Beispiel auf die derzeitigen Zustände nicht anwenden. Es handelt sich eher um eine Spiegelung der Orwell'schen Verhältnisse, denn wenn jeder allen alles verbieten darf, tritt das staatliche Gewaltmonopol (welches bei Orwell so übermächtig ist) in den Hintergrund.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Tatjana » Do 24. Aug 2017, 10:20

Provokateur hat geschrieben:(24 Aug 2017, 10:45)

Bei Orwell zählt der Einzelne nichts.
Bei den derzeitigen Zuständen zählt der Einzelne alles.


Eben nicht. Die Gruppen- und "Identitäts"zugehörigkeit wird derzeit immer wichtiger. "Gerechtigkeitswahlkampf" für Gruppen, ohne klare Definition was konkret gerecht ist, Gender, Migrationshintergrund, African American, etc.
Orwell im Sinne von Neusprech, Gedankenpolizei, Reinigung der Sprache von "schädlichen" Begriffen. Die sozialistische Partei bei Orwell verfolgt als elementares Konzept zur Kontrolle der Gedanken: Die Kontrolle der Vergangenheit. Deshalb wird im Orwellschen Ministerium für Wahrheit ein gigantischer Aufwand betrieben, alle existierenden Dokumente der gegenwärtigen Parteilinie anzupassen.
Ähnliche Ansätze und Entwicklungen könnte man heute erkennen, oder etwa nicht?
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Voight-Kampff » Do 24. Aug 2017, 10:37

Tatjana hat geschrieben:(24 Aug 2017, 10:22)

Aha, Anhänger des Postmodernismus?
Die Gesellschaft besteht also nur aus verschiedenen Gruppen von Unterdrückten und Unterdrückern, pffh ...,

Warum unterstellt du so was? Meinst du, dass ist ein geschickter Schachzug oder ist das nur Leseschwäche?

]Rede- und Meinungsfreiheit ist ein Privileg! Safe Spaces schützen die "Gefühle" der sensiblen "Snowflake"-Studenten. Wer andere Meinungen vertritt (und ich meine nicht den KKK oder andere Rassisten!) kann jetzt "Gefühle" verletzen und Gefühle sind immer subjektiv. An den US Unis wird man inzwischen von immer mehr Verboten und Vorgaben umzingelt, Gefühle verletzen ist jetzt bei Strafandrohung verboten.

Das ist halt die amerikanische Kultur. Versuch mal einem Amerikaner zu erklären was ein Ehrdelikt ist. Verstehen die auch nicht. (Das ist allerdings eine Merkwürdigkeit des Englischen Rechts.)

Tatjana hat geschrieben:Eben nicht. Die Gruppen- und "Identitäts"zugehörigkeit wird derzeit immer wichtiger. "Gerechtigkeitswahlkampf" für Gruppen, ohne klare Definition was konkret gerecht ist, Gender, Migrationshintergrund, African American, etc.
Orwell im Sinne von Neusprech, Gedankenpolizei, Reinigung der Sprache von "schädlichen" Begriffen. Die sozialistische Partei bei Orwell verfolgt als elementares Konzept zur Kontrolle der Gedanken: Die Kontrolle der Vergangenheit. Deshalb wird im Orwellschen Ministerium für Wahrheit ein gigantischer Aufwand betrieben, alle existierenden Dokumente der gegenwärtigen Parteilinie anzupassen.
Ähnliche Ansätze und Entwicklungen könnte man heute erkennen, oder etwa nicht?

Wo siehst du so was?
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Provokateur » Do 24. Aug 2017, 10:41

Tatjana hat geschrieben:(24 Aug 2017, 11:20)

Eben nicht. Die Gruppen- und "Identitäts"zugehörigkeit wird derzeit immer wichtiger.


Sehe ich anders. Du könntest dich sexuell als Apache Kampfhubschrauber, als demisexuell Genderfluid oder als pansexuell Two-Spirit identifizieren. Du könntest deine eigene Gruppe aufmachen und dich sexuell als "Xomp" identifizieren. All jenes ist dir erlaubt. Da bist du total frei.

Während normale Leute dich dann belächeln und das ganze als Spinnerei abtun, erntest du an US-Universitäten dafür verständnisvolles Nicken und interessierte Nachfragen. Und du hast das Recht, dich als Xomp ansprechen zu lassen. Und das Recht auf einen diskriminierungsfreien Safe Space, wo den ganzen Tag Katzenvideos laufen.

Das ist keine Bedrohung. Das ist einfach nur bekloppt.

"Gerechtigkeitswahlkampf" für Gruppen, ohne klare Definition was konkret gerecht ist,

Da machst du philosophisch ein ziemliches Fass auf, auf dass ich jetzt nicht eingehe.

Orwell im Sinne von Neusprech, Gedankenpolizei, Reinigung der Sprache von "schädlichen" Begriffen.


Funktioniert aber auch nur in einem System wie bei Orwell. Im echten Leben erzeugt das Reaktanz. Immerhin kannst du deine Kritik laut äußern, udn auch in den USA bleiben diese Verwirrungen nicht unwidersprochen.

Die sozialistische Partei bei Orwell verfolgt als elementares Konzept zur Kontrolle der Gedanken: Die Kontrolle der Vergangenheit. Deshalb wird im Orwellschen Ministerium für Wahrheit ein gigantischer Aufwand betrieben, alle existierenden Dokumente der gegenwärtigen Parteilinie anzupassen.


Gedanken sind aber dummerweise frei. Selbst wenn der Körper in Ketten liegt und man Gedanken auslesen kann, kontrollieren kann die Gedanken niemand. Dem entziehen sich allein schon die Geisteskranken - und auch die Gesunden stellen allzu häufig die herrschenden Verhältnisse in Frage. Und jeder darf sagen, was er denkt. Er muss sich nur überlegen, ob er zu Straftaten aufruft.

Aber seien wir mal ehrlich: Wenn man ein Hirn und keinen Ziegelstein hat, kann man auch strafrechtlich relevantes ausdrücken, ohne dass man selber strafrechtlich auffällig wird. Tipps dazu spare ich mir, weil ich die gegenwärtigen Gesetze im Groben und Ganzen (im Vergleich zu Russland zum Beispiel) ganz gut finde.

Ähnliche Ansätze und Entwicklungen könnte man heute erkennen, oder etwa nicht?


Da bin ich eher bei "etwa nicht". Ich sehe niemanden, der die Vergangenheit umschreiben will. Ich sehe nur Leute, die es nicht mögen, wenn die Verteidiger der Sklaverei ein Denkmal haben. Ein wenig Gelassenheit täte allen gut.
Tilly steht auch noch in München. Der hat massenhaft Protestanten hinschlachten lassen.

Juckt heute keinen mehr.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Tatjana » Do 24. Aug 2017, 12:10

Voight-Kampff hat geschrieben:(24 Aug 2017, 11:37)
Wo siehst du so was?

Hier:
Voight-Kampff hat geschrieben:..., dass es in diesem Kulturkampf nicht um Rede- oder Meinungsfreiheit geht, sondern um gesellschaftliche Privilegien. Das ganze Land ist/war ein Safe Space für konservative Christen und Rassisten. Jetzt sind diese Gruppen auf der Verliererseite.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Tatjana » Do 24. Aug 2017, 12:49

Provokateur hat geschrieben:(24 Aug 2017, 11:41)

Sehe ich anders. Du könntest dich sexuell ... Two-Spirit identifizieren. Du könntest deine eigene Gruppe aufmachen und dich sexuell als "Xomp" identifizieren. All jenes ist dir erlaubt. Da bist du total frei.


Während normale Leute dich dann belächeln und das ganze als Spinnerei abtun, erntest du an US-Universitäten dafür verständnisvolles Nicken und interessierte Nachfragen. Und du hast das Recht, dich als Xomp ansprechen zu lassen. Und das Recht auf einen diskriminierungsfreien Safe Space, wo den ganzen Tag Katzenvideos laufen.

Funktioniert aber auch nur in einem System wie bei Orwell. Im echten Leben erzeugt das Reaktanz. Immerhin kannst du deine Kritik laut äußern, udn auch in den USA bleiben diese Verwirrungen nicht unwidersprochen.

Ich sehe niemanden, der die Vergangenheit umschreiben will. Ich sehe nur Leute, die es nicht mögen, wenn die Verteidiger der Sklaverei ein Denkmal haben. .


Du hast in den USA aber nicht mehr das gleiche Recht zu widersprechen wenn Du z.B. im Einklang mit der Biologie nur von zwei Geschlechtern ausgehst und Du landest schnell am Pranger oder vor Gericht, wenn Du nicht pc-sprachlich einwandfrei formulierst. In den USA sind schon linksliberale Profs rausgeflogen, weil ihnen die PC-Vorgaben zu Faschingskostümen (!) zu streng vorkamen und sie die Verantwortung für die Kostümwahl den Studenten überlassen wollten. In Kanada gibt es jetzt die Bill C 16, wonach Du die Gender-untentschlossenen jeweils mit dem von Ihnen gewünschten komischen Pronomen ansprechen musst, sonst kommt Papa Staat.

Die Vergangenheit wird ständig umgeschrieben und neu interpretiert, ist ja auch der Sinn der Geschichtsforschung.
Aber Denkmäler und Staßennamen? Lee`s Denkmal "nicht mögen" ist etwas völlig anderes, als wenn ein Mob von selbstgerechten Tugendwächtern rechtswidrig Denkmäler schleift. Eine ausreichende Diskussion und Alternativen (z.B. Gegendenkmal oder eine Tafel mit Erklärungen) werden gar nicht mehr zugelassen. Muss dir als Staatsdiener, der sich mit seinem Verein identifiziert, doch auch komisch vorkommen?
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Voight-Kampff » Do 24. Aug 2017, 14:25

Tatjana hat geschrieben:(24 Aug 2017, 13:10)

Hier:

Aha..
Dieser Satz...
Voight-Kampff hat geschrieben:..., dass es in diesem Kulturkampf nicht um Rede- oder Meinungsfreiheit geht, sondern um gesellschaftliche Privilegien. Das ganze Land ist/war ein Safe Space für konservative Christen und Rassisten. Jetzt sind diese Gruppen auf der Verliererseite.

...ist also ein Beleg für das:

Tatjana hat geschrieben:(24 Aug 2017, 11:20)Eben nicht. Die Gruppen- und "Identitäts"zugehörigkeit wird derzeit immer wichtiger. "Gerechtigkeitswahlkampf" für Gruppen, ohne klare Definition was konkret gerecht ist, Gender, Migrationshintergrund, African American, etc.
Orwell im Sinne von Neusprech, Gedankenpolizei, Reinigung der Sprache von "schädlichen" Begriffen. Die sozialistische Partei bei Orwell verfolgt als elementares Konzept zur Kontrolle der Gedanken: Die Kontrolle der Vergangenheit. Deshalb wird im Orwellschen Ministerium für Wahrheit ein gigantischer Aufwand betrieben, alle existierenden Dokumente der gegenwärtigen Parteilinie anzupassen.



Das ordne ich mal ein als fantasiebegabt.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Voight-Kampff » Do 24. Aug 2017, 14:36

Tatjana hat geschrieben:(24 Aug 2017, 13:49)Aber Denkmäler und Staßennamen? Lee`s Denkmal "nicht mögen" ist etwas völlig anderes, als wenn ein Mob von selbstgerechten Tugendwächtern rechtswidrig Denkmäler schleift. Eine ausreichende Diskussion und Alternativen (z.B. Gegendenkmal oder eine Tafel mit Erklärungen) werden gar nicht mehr zugelassen. Muss dir als Staatsdiener, der sich mit seinem Verein identifiziert, doch auch komisch vorkommen?

Du sprichst sehr gut deutsch, aber von der deutschen Kultur hast du keine Ahnung. Nazi-und Kommunistendenkmäler wurden in Deutschland größtenteils von Staats wegen geschleift. Ein Staatsdiener der sich Nazi- oder Kommunistensymbolik bedient ist schnell seinen Job los.

Was die USA angeht: Frag dich mal wo die ganzen Denkmalswächter waren, als nach dem letzten Golfkrieg, Saddamstatuen von wilden Mobs gestürzt wurden. Lass dich nicht von denen verarschen. Denen geht's nicht um Geschichte sondern darum, wofür diese Statuen stehen.
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Yossarian » Do 24. Aug 2017, 14:45

Passend zu Robert Lee.


So imagine if you're scheduled to be the announcer for ESPN's livestream of the University of Virginia's season-opener football game against William and Mary in a few weeks and your name is Robert Lee. But you have watched, along with the world, as thousands of torch-wielding, white supremacists screaming hate-filled chants marched around the UVA campus and rallied all their hate at the foot of a statue bearing your name: Robert Lee. A monument the city had voted to remove under state objections. Well, it's not unreasonable, even though you are Asian-American, that you — and your employer — may have some concerns.


http://edition.cnn.com/2017/08/23/opinions/espn-robert-lee-charlottesville-jones-opinion/index.html?sr=twCNN082317espn-robert-lee-charlottesville-jones-opinion0526PMVODtop

CNN ^^
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Re: Kulturrevolution. Zweiter Versuch.

Beitragvon Tatjana » Do 24. Aug 2017, 16:34

Voight-Kampff hat geschrieben:(24 Aug 2017, 15:36)

, aber von der deutschen Kultur hast du keine Ahnung. Nazi-und Kommunistendenkmäler wurden in Deutschland größtenteils von Staats wegen geschleift. Ein Staatsdiener der sich Nazi- oder Kommunistensymbolik bedient ist schnell seinen Job los.


Was die USA angeht: Frag dich mal wo die ganzen Denkmalswächter waren, als nach dem letzten Golfkrieg, Saddamstatuen von wilden Mobs gestürzt wurden. Lass dich nicht von denen verarschen. Denen geht's nicht um Geschichte sondern darum, wofür diese Statuen stehen.


Auch wenn ich keine Ahnung habe, schreibe ich weiter. Genau wie Du.
Hier geht`s um eine Kulturrevolution von Innen, also aus dem Land und der Bevölkerung selbst. Wenn ein Umsturz von Außen durch Krieg etc. kommt, ist es was ganz anderes. Da werden die alten Werte natürlich immer "auf links gedreht".
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