GEZ- für Privatsender ?

Moderator: Moderatoren Forum 5

Soll ein Teil der GEZ an Privatsender gehen ?

ja
4
14%
nein
23
82%
nur wenn das Programm seriöser wid
1
4%
 
Abstimmungen insgesamt: 28
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 26117
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon JJazzGold » Di 22. Aug 2017, 07:28

Dark Angel hat geschrieben:(21 Aug 2017, 19:37)

Man kann sich einerseits die Spartenkanäle als Paket zusammen stellen oder das Gesamtangebot kaufen. Die Dokus sind um Längen besser und vielseitiger als die, die im Öffentlich Rechtlichen gesendet werden, sie sind auch aktueller man hat außerdem die Möglichkeit, die genau dann zu anzusehen, wann man Zeit, Lust und Muße hat. Es gibt wesentlich mehr Filme/Filmkanäle - für jedes Interessengebiet etwas - vom "Uraltschinken" über Fantasy bis zum neuesten Action-Film ist alles dabei. Und auch hier - man kann sie anschauen, wann man Zeit und Lust hat, ist auf keine bestimmte Sendezeit festgelegt.
Ich bin so'n Typ, der Dokus allem anderen vorzieht - National Geographic, Discovery etc.


Danke für die ausführliche Erklärung.
Nachdem uns nicht einmal die Tagesschau zeitlich fixiert und interessant erscheinende Sendungen auf der Festplatte zum zeitlich genehmen Abruf landen, wir überhaupt wenig TV konsumieren, dürfte sich Pay TV nicht für uns rentieren, auch wenn das Doku Angebot interessant klingt.

Was die GEZ Gebühren betrifft, habe ich mir noch kein abschließendes Urteil gebildet. Auf der einen Seite bin ich auch hier für eine Regelung von Angebot und Nachfrage, auf der anderen Seite ist mir das Angebot in den USA, durchtränkt von konstanter Werbung zur Finanzierung noch äusserst negativ in Erinnerung. Mag sein, dass sich dies heutzutage durch ein Zugreifen auf ein Internetangebot erledigt hat und ich schlichtweg zum altmodischen Bürgerpotential gehöre, dass vom Internet ebenso weitgehend unabhängig ist, wie vom TV. Im Zweifelsfall müssten wir uns überlegen, welches Angebot das für uns akzeptable Preis-Leistungsverhältnis darstellt, oder auch auf zwei oder drei Angebote, je nach Interessenlage zugreifen müssen, oder den Kasten schlichtweg ganz abschaffen.


God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 07:34

Dark Angel hat geschrieben:(21 Aug 2017, 19:37)

Man kann sich einerseits die Spartenkanäle als Paket zusammen stellen oder das Gesamtangebot kaufen. Die Dokus sind um Längen besser und vielseitiger als die, die im Öffentlich Rechtlichen gesendet werden, sie sind auch aktueller man hat außerdem die Möglichkeit, die genau dann zu anzusehen, wann man Zeit, Lust und Muße hat. Es gibt wesentlich mehr Filme/Filmkanäle - für jedes Interessengebiet etwas - vom "Uraltschinken" über Fantasy bis zum neuesten Action-Film ist alles dabei. Und auch hier - man kann sie anschauen, wann man Zeit und Lust hat, ist auf keine bestimmte Sendezeit festgelegt.
Ich bin so'n Typ, der Dokus allem anderen vorzieht - National Geographic, Discovery etc.


Nenne mir bitte mal exemplarisch eine, nur eine einzige Doku (egal ob Geschichte, Naturwissenschaft, Kultur, Polititk etc.), die über einen privaten Bezahlkanal lief, und die es sich mehr lohnen sollte, als das, was bereits seit längerer Zeit aus dem Umfeld von Open Access verfügbar ist. Ich kann mir darüber -- legal und ganz ohne Bezahlfunktionen - komplette, aufgezeicnete Physik- (oder sonstige) Vorlesungsreihen von amerikanischen Eliteuniversitäten anschauen. Alles was ich aus dem Privat-TV-Umfeld aus dieser Richtung kenne, sind sensationslüsterne Reportagen über Haifische oder Tornados mit pompösen Musikiuntermalungen. Ich lasse mich vom Gegenteil überzeugen, wenn ich auch nur ein einziges Gegenbeispiel kennen würde.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Di 22. Aug 2017, 07:37, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 1849
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 22. Aug 2017, 07:36

H2O hat geschrieben:(22 Aug 2017, 00:26)

Ja, das war mir auch bewußt. Daneben gibt es derzeit aber noch Satellitenempfang und Rundfunkantetennen. Die müßte man auch erfassen, wenn die Gebühren "gerecht" abgerechnet werden sollen. Da vermute ich, daß diese Sender nicht mehr besonders lange technisch zur Verfügung stehen werden.

Ich habe "ENTERTAIN" abgewählt, weil ich kein Fernsehen brauche. Die GEZ-Gebühr muß ich dennoch tragen.

Wie ist es mit Radio? Läuft bei mir täglich nebenbei wenn ich online am PC sitze.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12568
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon H2O » Di 22. Aug 2017, 09:42

Alter Stubentiger hat geschrieben:(22 Aug 2017, 08:36)

Wie ist es mit Radio? Läuft bei mir täglich nebenbei wenn ich online am PC sitze.


Ganz so nebenbei schaffe ich das nicht mit dem Radio. Ich empfange auch keinen deutschen UKW-Sender in meiner Abgeschiedenheit; deshalb läuft Internetradio DLF über mein Smartphone. Internet mit Richtantenne... geht ganz vorzüglich. Wenn ich nur in Polen lebte, dann würde ich mich sicher ohne GEZ durchmogeln. :cool:
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 928
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Raskolnikof » Di 22. Aug 2017, 10:55

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 08:34)

Ich kann mir darüber -- legal und ganz ohne Bezahlfunktionen - komplette, aufgezeicnete Physik- (oder sonstige) Vorlesungsreihen von amerikanischen Eliteuniversitäten anschauen.

In ihrer Freizeit wollen sich die meisten Fernsehzuschauer unterhalten lassen, die einen mit Rosamunde Pilcher, andere mit Pippi Langstrumpf und wieder andere mit Dokumentationen auf unterhaltsamer Art. Das bieten die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und decken mit ihrer Programmvielfalt den Bedarf der meisten Fernsehzuschauer ab. Regelmäßige Zählungen der Zuschauerquoten beweist das. so ist es ja wiederholt dazu gekommen, dass z.B. Fernsehserien wegen zu geringer Sehbeteiligung abgesetzt wurden.
Wenn du gern wissenschaftliche Vorlesungsreihen z.B. aus dem Bereich der Physik von amerikanischen Eliteuniversitäten in englischer Sprache anschaust spricht rein gar nichts dagegen. Mit derartigen Sendungen wird allerdings nur ein äußerst begrenzter Zuschauerkreis erreicht. Da ist es doch wohl nicht dein Wunsch oder Forderung, dass derartige Sender von der GEZ finanziell unterstützt werden?
Wer anderen eine Bratwurst brät der hat ein Bratwurstbratgerät.
(unbekannter Bratwurstdichter, einer Legende nach aus Thüringen stammend)
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 10:56

H2O hat geschrieben:(21 Aug 2017, 22:05)
Da hat eine Art Selbstbedienung der öffentlich-rechtlichen Anstalten mit staatlicher Billigung um sich gegriffen. Ich will gern glauben, daß es lustig ist, mehr Mitarbeiter mit unserer Versorgung zu beauftragen, oder sich schrittweise höhere Gehälter zu genehmigen. Eine staatliche Aufsicht müßte aber prüfen, ob dieses öffentlich rechtliche Angebot so umfangreich sein muß.

Nach meinen Informationen gibt es bei den öffentlichen TV-Anstalten vor allem zwei Megaposten: Pensions-Rückstellungen und Sportübertragungsrechte. Zu letzterem:
Von August 2012 an übertrug das ZDF erstmals die Champions League. 18 Live-Spiele für 54 Millionen Euro, also drei Millionen Euro pro Match. Davor lief die Königsklasse auf Sat.1, die Senderechte kosteten weniger und waren aus den Werbeeinnahmen finanziert. Der Produzent Günter Rohrbach, unter anderem bekannt durch den Film Das Boot, meinte dazu: "Wir Bürger bezahlen 50 Millionen für etwas, das wir bereits hatten, ohne dieses Geld. Haben wir da ein gutes Geschäft gemacht?" Die Gebührhttp://www.zeit.de/2013/22/oeffentlich-rechtliches-fernsehen-verwendung-gebuehren/seite-2enzahler nicht, ARD und ZDF schon.

http://www.zeit.de/2013/22/oeffentlich-rechtliches-fernsehen-verwendung-gebuehren/seite-2
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 10:59

Raskolnikof hat geschrieben:(22 Aug 2017, 11:55)

In ihrer Freizeit wollen sich die meisten Fernsehzuschauer unterhalten lassen, die einen mit Rosamunde Pilcher, andere mit Pippi Langstrumpf und wieder andere mit Dokumentationen auf unterhaltsamer Art. Das bieten die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und decken mit ihrer Programmvielfalt den Bedarf der meisten Fernsehzuschauer ab. Regelmäßige Zählungen der Zuschauerquoten beweist das. so ist es ja wiederholt dazu gekommen, dass z.B. Fernsehserien wegen zu geringer Sehbeteiligung abgesetzt wurden.
Wenn du gern wissenschaftliche Vorlesungsreihen z.B. aus dem Bereich der Physik von amerikanischen Eliteuniversitäten in englischer Sprache anschaust spricht rein gar nichts dagegen. Mit derartigen Sendungen wird allerdings nur ein äußerst begrenzter Zuschauerkreis erreicht. Da ist es doch wohl nicht dein Wunsch oder Forderung, dass derartige Sender von der GEZ finanziell unterstützt werden?


Das war auch nur die Antwort auf den Einwand von D.A., dass es mit Privat/Bezahl-TV angeblich so unglaublich viel bessere Dokus gibt als bei den ÖR-Programmen.

Tatsächlich lösen sich vor allem diese Trennlinien zwischen den Bereichen auf. Es gibt sie immer weniger und wird sie noch immer weniger geben.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 12568
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon H2O » Di 22. Aug 2017, 12:22

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 11:59)

Das war auch nur die Antwort auf den Einwand von D.A., dass es mit Privat/Bezahl-TV angeblich so unglaublich viel bessere Dokus gibt als bei den ÖR-Programmen.

Tatsächlich lösen sich vor allem diese Trennlinien zwischen den Bereichen auf. Es gibt sie immer weniger und wird sie noch immer weniger geben.


Wenn wir dieser Überzeugung sind, daß nämlich eine Leistung für die Allgemeinheit offenbar ohne Einbuße der Qualität gebührenfrei erbracht wird, dann wäre es aus meiner Sicht nahe liegend, die öffentlich rechtlichen Anstalten so weit zurück zu schrumpfen, daß sie, wie die Deutsche Welle auch, aus Steuermitteln am Leben gehalten werden können. Ein staatliches Gegenangebot zum privaten Rundfunk sollte aber auf jeden Fall vorgehalten werden... der politischen und kulturellen Vielfalt wegen auf der Ebene der Bundesländer mit der Deutschen Welle als "Bundessender".

Der derzeitige Aufbau der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten im Wettbewerb mit privaten Rundfunkanstalten bringt bestenfalls mehr von zu viel. Das kann's nicht sein.
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11885
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Dark Angel » Di 22. Aug 2017, 12:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 08:05)

Darüber kann man durchaus unterschiedlicher Ansicht sein. "Grundversorgung" sei nicht "Minimalversorgung" heißt es in einem Bundesverfassungsurteil. Und schließe Unterhaltung, Sportberichterstattung usw. ein. Soweit so gut. Verkürzte Spielfilmfassungen kann man schlecht zeigen. Komplett-Live-Übertragungen von Fußballspielen oder dem ganzen EU-Songcontest jedoch, mit Ausfallenlassen oder Verkürzen der Nachrichten zu den gewohnten Sendezeiten, ist aber nicht Grund- sondern bezogen auf diesen Bereich Maximalversorgung.

Wenn schon auf einer Zwangsabgabe für die Öffentlich Rechtlichen bestanden wird, dann muss auch die Versorgung entsprechend sein und dazu gehören nunmal Live-Übertragungen und dazu gehört auch, dass mal Nachrichtensendungen ausfallen gelassen werden. Die können übrigens auch bei den Öffentlich Rechtlichen komplett aus dem "Normalprogramm" gestrichen werden, schließlich leistet sich auch die ARD einen eigenen Nachrichtensender - genannt "Tagesschau24". Wer unbedingt die Nachrichten der Öffentlich Rechtlichen konsumieren will, kann das dort tun, so viel und so lange er will.
Die Zeiten von Analogfernsehen/-rundfunk sind schon einige Jahre vorbei.

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 08:05)Gut gelaunt in den Morgen ... :p

Ich kann nur konkret von meinem Lebensumfeld sprechen. Voriges Jahrundert, 80er, 90er Jahre ... das war vor allem Kinosterben oder auch die scheinbar unaufhaltsame Monopolisierung der Musikindustrie durch große Plattenlabels und in diesem Zug eben auch der Rückzug in private audiovisuell hochgerüstete Privat-Wohnzimmerlandschaften. In etwas anderer Form spielte sich diese absurde audiovisuelle Aufrüstung ja auch in den Blechkästen ab, in denen man meinte, einen gut Teil des Tages mehr stehend und schleichend verbringen zu müssen. Natürlich sind das Auslaufmodelle.

Kinosterben? Da muss ich echt etwas verpasst haben. :D
Falls du die Hinterhofkinos meinst, die den technischen Anforderungen nicht mehr gerecht werden - nunja auf die kann ich gerne verzichten. Ansonsten wurden gerade in den letzten 20 Jahren hochmoderne Kinos, mit mehreren Vorführräumen gebaut und die können sich über mangelnden Zulauf nicht beklagen.
Aber naja - wenn man Kintopp und Schellack nachtrauert - selber schuld.

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 08:05)Die Nuller und 10er Jahre hingegen sind mit der Wiederauferstehung von Independent-Plattenlabels, der Wieder- oder Neueröffnung verschiedener kleinerer oder größerer Live-Clubs und eben auch der Wiederauferstehung einer bestimmten Kino-Kultur gekennzeichnet. In Berlin gibt es so geschätzt 20 bis 30 allabendlich mehr oder weniger gut gefüllte Studio-, Programm-, Spezial-, Fremdsprachige, Arthouse- usw. Kinos. In denen natürlich auch Reportagen usw. gezeigt werden (auch das ein Unterschied zu den 80ern, 90ern). Das ist der wesentliche Kulturszene-Unterschied zu den letzten beiden Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts. Und das ist (logischerweise) natürlich nur in einer größeren Stadt möglich und insoweit zugegebenermaßen nicht verallgemeinerbar.

Die so genannte Wiederauferstehung der Kinos fand bereits Mitte der 90er statt.
Und du irrst dich wiederum - deine so genannte "Kulturszene" IST verallgemeinerbar! Sogar größere Ortschaften auf der "Platte" oder Gemeindeverbände leisten sich derartige "Kulturzentren", meinst in Verbindung mit Einkaufsparks.
Du bist nicht auf dem Laufenden mein Bester - die ländliche Bevölkerung lebt schon lange nicht mehr hinterm Mond.

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 08:05)Desgleichen nicht verallgemeinerbar ist eine Art Wiederentdeckung der Freude an der Aufmerksamkeit. Wenn es auch bei weitem nicht nur mir selbst so geht. Lieber nur ein mal in der Woche einen Spielfilm sehen, aber dann mit der ganzen Aufmerksamkeit, Versenkung und Konzentration. Ohne Flaschengeklapper und Dazwischengequatsche.

Doch, es IST verallgemeinerbar!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 12:52

Raskolnikof hat geschrieben:(22 Aug 2017, 11:55)
Da ist es doch wohl nicht dein Wunsch oder Forderung, dass derartige Sender von der GEZ finanziell unterstützt werden?

Ntürlich nicht. Die werden (indirekt und nicht mal schlecht) ja schon durch die Finazierung der Bildungseinrichtungen finanziert, die sie erstellen und produzieren. Was sich in Kunst, Pop, Medien usw. schon seit längerem abzeichnet, ein Postmodernismus, der häufig als "Beliebigkeit" denunziert wird, der aber schlicht und einfach auf persönliche Freiheit hinausläuft ... der wird sich auch in Technologien und Technik zeigen. Eine Medientechnologie wie - als Beispiel - "Farbfernsehen" - war früher eine Art Korridor, durch den früher oder später jeder mal ging, und der dann irgendwann eine gesamtgesellschaftliche Erfahrung wurde. Etwas, worüber man reden kann und damit rechnen kann, dass jeder weiß, wovon die Rede ist. Es wusste früher mal auch jeder, was Schlager und was Rock'n Roll ist. Damit ist es im Bereich der verschiedenen Musikstile inzwischen oder auch schon lange vorbei. Eine Art Mainstream existiert zwar immer noch ... aber parallel zu allem anderen "anything goes". Und so wird es, denke ich, über kurz oder lang auch mit Medientechnologien und Medienkonsumtionsgewohnheiten werden.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11885
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Dark Angel » Di 22. Aug 2017, 13:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 08:34)

Nenne mir bitte mal exemplarisch eine, nur eine einzige Doku (egal ob Geschichte, Naturwissenschaft, Kultur, Polititk etc.), die über einen privaten Bezahlkanal lief, und die es sich mehr lohnen sollte, als das, was bereits seit längerer Zeit aus dem Umfeld von Open Access verfügbar ist. Ich kann mir darüber -- legal und ganz ohne Bezahlfunktionen - komplette, aufgezeicnete Physik- (oder sonstige) Vorlesungsreihen von amerikanischen Eliteuniversitäten anschauen. Alles was ich aus dem Privat-TV-Umfeld aus dieser Richtung kenne, sind sensationslüsterne Reportagen über Haifische oder Tornados mit pompösen Musikiuntermalungen. Ich lasse mich vom Gegenteil überzeugen, wenn ich auch nur ein einziges Gegenbeispiel kennen würde.

Wie ich bereits sagte, ich spreche nicht von Privatsendern, sondern von Pay-TV!
Und ich sagte, dass jeder moderne TV-Empfänger internettauglich ist bzw sich automatisch mit dem Internet verbindet.
Ich kann mir aussuchen, welche Sendung, Doku etc ich mir ansehen will - ganz ohne Zwangsgebühren!
Wenn ich etwas besonderes - wie Vorlesungen etc - konsumieren will, dann muss ich dafür entsprechend bezahlen und kann nicht verlangen, dass die Allgemeinsheit für meine Extrawürschte aufkommen soll. Dergleichen hat in öffentlich rechtlichen Sendern nichts zu suchen, weil das ganz sicher nicht zu einer Grundversorgung gehört.
Zuletzt geändert von Dark Angel am Di 22. Aug 2017, 13:07, insgesamt 1-mal geändert.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 13:01

Dark Angel hat geschrieben:(22 Aug 2017, 13:50)

Wenn schon auf einer Zwangsabgabe für die Öffentlich Rechtlichen bestanden wird, dann muss auch die Versorgung entsprechend sein und dazu gehören nunmal Live-Übertragungen und dazu gehört auch, dass mal Nachrichtensendungen ausfallen gelassen werden.

Das legst Du so fest, wie?
Die so genannte Wiederauferstehung der Kinos fand bereits Mitte der 90er statt.
Und du irrst dich wiederum - deine so genannte "Kulturszene" IST verallgemeinerbar! Sogar größere Ortschaften auf der "Platte" oder Gemeindeverbände leisten sich derartige "Kulturzentren", meinst in Verbindung mit Einkaufsparks.

Naja, immerhin scheint es dir selbst nicht so ganz geheuer zu sein, in diesem Fall Kulturzentrum ohne Anführungszeichen zu schreiben ...
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 13:02

Dark Angel hat geschrieben:(22 Aug 2017, 14:00)

Wie ich bereits sagte, ich spreche nicht von Privatsendern, sondern von Pay-TV!
Und ich sagte, dass jeder moderne TV-Empfänger internettauglich ist bzw sich automatisch mit dem Internet verbindet.
Ich kann mir aussuchen, welche Sendung, Doku etc ich mir ansehen will - ganz ohne Zwangsgebühren!

Deswegen schrieb ich ja auch: "Bezahlkanal" ...
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11885
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Dark Angel » Di 22. Aug 2017, 13:12

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 14:02)

Deswegen schrieb ich ja auch: "Bezahlkanal" ...

Ich hatte einen Beitrag editiert nachdem du geantwortet hast, darum hier nochmal:
Wenn ich etwas besonderes - wie Vorlesungen etc - konsumieren will, dann muss ich dafür entsprechend bezahlen und kann nicht verlangen, dass die Allgemeinsheit für meine Extrawürschte aufkommen soll. Dergleichen hat in öffentlich rechtlichen Sendern nichts zu suchen, weil das ganz sicher nicht zu einer Grundversorgung gehört.
Die Masse der Zuschauer wird mit solchen Sendungen - die eben nicht kostenfrei sind - nicht erreicht, sondern nur einige wenige Interessierte und von denen kann auch erwartet werden, dass sie für ihre besonderen Interessen auch bezahlen und sich nicht von der Allgemeinheit ihre Sonderwünsche pampern lassen.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11885
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Dark Angel » Di 22. Aug 2017, 13:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 14:01)

Das legst Du so fest, wie?

Naja, immerhin scheint es dir selbst nicht so ganz geheuer zu sein, in diesem Fall Kulturzentrum ohne Anführungszeichen zu schreiben ...

Was heißt "nicht ganz geheuer"? Wie oft muss ich dir denn noch erklären, dass ich unter Kultur "etwas mehr" verstehe als ein _wie auch immer gelangertes - Unterhaltungsangebot.
Für mich hat auch ein Besuch des Parks von Sanssouci etwas mit Kultur zu tun oder der Arche Nebra - viel mehr sogar als irgendwelche Clubs, Kinos what ever.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 13:25

Dark Angel hat geschrieben:(22 Aug 2017, 14:17)

Was heißt "nicht ganz geheuer"? Wie oft muss ich dir denn noch erklären, dass ich unter Kultur "etwas mehr" verstehe als ein _wie auch immer gelangertes - Unterhaltungsangebot.
Für mich hat auch ein Besuch des Parks von Sanssouci etwas mit Kultur zu tun oder der Arche Nebra - viel mehr sogar als irgendwelche Clubs, Kinos what ever.

In allen mir bekannten Fällen steht die Verödung und der Verfall historischer Stadtzentren (also die "Kultur", die du nun meinst) in direktem Zusammenhang mit den von dir angeführten "Einkaufsparks mit Multimedia-Komplex"
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8982
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Aug 2017, 13:31

Dark Angel hat geschrieben:(22 Aug 2017, 14:12)

Ich hatte einen Beitrag editiert nachdem du geantwortet hast, darum hier nochmal:
Wenn ich etwas besonderes - wie Vorlesungen etc - konsumieren will, dann muss ich dafür entsprechend bezahlen und kann nicht verlangen, dass die Allgemeinsheit für meine Extrawürschte aufkommen soll. D

Gut dann eben Pay-TV statt "Bezahlkanal": Ich habe auch dafür, für irgendeinen Pay-TV-Kanal immer noch kein Beispiel für eine einzige Dokumentation, die sowohl an Niveau, Unterhaltungswert als auch Aktualität, Informationsgehalt, Unabhängigkeit an - sagen wir mal - nano, makro oder scobel herankäme. Und ich bin offen und würde mich gegenenfalls überzeugen lassen.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 22568
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon jack000 » Di 22. Aug 2017, 13:42

Alter Stubentiger hat geschrieben:(21 Aug 2017, 18:51)

Du denkst da einfach zu kurz. Für eine handvoll Euro mehr in der Tasche.

Generell spricht ja auch nichts dagegen ein hoch qualitatives Programm mit neutralem Basisumfang. Aber momentan werde ich gezwungen Geld zu bezahlen um mich zu manipulieren:

=> PS: Es geht hier nicht um Putin, ich habe dazu keine Meinung. Es geht um die Manipulation! Was fällt dieser Illner überhaupt ein in einer Talkshow eine Richtung vorzugeben?? Die hat neutral zu sein!!
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11885
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Dark Angel » Di 22. Aug 2017, 14:25

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 14:01)

Das legst Du so fest, wie?

Sorry, aber wenn eine Sendeanstalt einen extra Nachrichtensender betreibt, bei dem man sich rund um die Uhr informieren kann, muss man sich a) nicht über ausfallende Nachrichtensendungen beschweren und muss b) nicht noch Nachrichten in das "Normalprogramm" einfügen.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 11885
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Dark Angel » Di 22. Aug 2017, 14:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(22 Aug 2017, 14:31)

Gut dann eben Pay-TV statt "Bezahlkanal": Ich habe auch dafür, für irgendeinen Pay-TV-Kanal immer noch kein Beispiel für eine einzige Dokumentation, die sowohl an Niveau, Unterhaltungswert als auch Aktualität, Informationsgehalt, Unabhängigkeit an - sagen wir mal - nano, makro oder scobel herankäme. Und ich bin offen und würde mich gegenenfalls überzeugen lassen.

Unabhängig sind die öffentlich rechtlichen Sender und das was sie ausstrahlen definitiv nicht, darüber was Niveau, Aktualität und Informationsgehalt angeht, sind unsere Meinungen Lichtjahre voneinander entfernt. Das zeigen insbesondere deine Verlinkungen auf Deutschlandradio. Von daher wäre eine Nennung die berühmten Perlen vor die weiblichen Borstentiere, zumal mir Sendungen wie nano, makro etc sowas von gar nichts sagen. Ich konsumiere die öffentlich rechtlichen Manipulierungssender nicht.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast