Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

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busse
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon busse » Fr 28. Jul 2017, 12:22

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(26 Jul 2017, 22:53)

Das schmale Bändchen eines lebensmüden Nazis muss nicht unbedingt in der Kaufempfehlungsliste eines Nachrichtenmagazins auftauchen, das sich mal für ein Sturmgeschütz hielt.


Ist das peinlich ! (Siehe oben.)
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon Schnitter » Fr 28. Jul 2017, 12:43

busse hat geschrieben:(28 Jul 2017, 13:21)
Es war schon intellektuell im etwas schwerer .....


Ja :D
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon Schnitter » Fr 28. Jul 2017, 12:44

[quote="Julian"](28 Jul 2017, 10:26)

Es handelt sich um eine Bestseller-Liste. /quote]

Wenn man nur auf Empfehlung rein kommt kann es keine Bestseller Liste im namentlichen Sinne sein. Du hast allerdings Recht, der Name ist unsinnig.
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 28. Jul 2017, 13:40

Schnitter hat geschrieben:(28 Jul 2017, 13:44)

Wenn man nur auf Empfehlung rein kommt kann es keine Bestseller Liste im namentlichen Sinne sein. Du hast allerdings Recht, der Name ist unsinnig.


Nicht unbedingt. Es ist schließlich eine Liste mit Bestsellern. Aber ich hab das schon immer auch Empfehlungsliste gesehen. Sonst würde ja nicht Spiegel davorstehen. Sozusagen unter den Bestsellern, die vom Spiegel empfohlenen.
Würde sonst ja auch wenig Sinn machen, dass es mehrere Bestsellerlisten gibt. Ginge es rein um die Verkaufszahlen, müsste ja jede Liste gleich aussehen.
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon Julian » Sa 29. Jul 2017, 09:53

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Jul 2017, 14:40)

Nicht unbedingt. Es ist schließlich eine Liste mit Bestsellern. Aber ich hab das schon immer auch Empfehlungsliste gesehen. Sonst würde ja nicht Spiegel davorstehen. Sozusagen unter den Bestsellern, die vom Spiegel empfohlenen.
Würde sonst ja auch wenig Sinn machen, dass es mehrere Bestsellerlisten gibt. Ginge es rein um die Verkaufszahlen, müsste ja jede Liste gleich aussehen.


Mit der Empfehlung mag das dein Eindruck gewesen sein, aber nicht der Eindruck, der vermittelt wurde und wird.

Seit 1971 ermittelt buchreport im Auftrag des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL die aktuellen Hardcover-Rankings. Der SPIEGEL seinerseits hat die Bestsellerlisten erstmalig 1961 veröffentlicht.

Seit 2007 erhebt buchreport die Taschenbuchbestseller für SPIEGEL ONLINE. Diese werden wie im Hardcoversegment nach Belletristik und Sachbuch getrennt ermittelt.
[...]
Die Bestsellerlisten werden durch elektronische Abfrage in den Warenwirtschaftssystemen buchhändlerischer Verkaufsstellen ermittelt, seit 2015 im Rahmen der Kooperation SPIEGEL-Bestseller Analytics by media control.

https://www.buchreport.de/spiegel-bestseller/

Und was ich eben schon gepostet hatte noch einmal:
Die SPIEGEL-Chefredaktion hat sich entschieden, das Buch "Finis Germania" des Autors Rolf Peter Sieferle von der Bestsellerliste zu nehmen. Die SPIEGEL-Bestsellerliste stützt sich auf Verkaufszahlen, wird aber vielerorts als Empfehlungsliste verstanden. Eingriffe in die Bestsellerliste sind den Regularien zufolge möglich, allerdings selten.

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/ ... 59667.html

Die Stellungnahme kam natürlich erst, als es Nachfragen gab. Davor dachte die SPIEGEL-Redaktion wohl, sie würde mit der Lüge einfach so durchkommen.
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 29. Jul 2017, 20:25

Dein interessiertes Missverständnis ist was anderes als eine Lüge der Spiegel-Redaktion
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon jack000 » So 30. Jul 2017, 22:55

Stuttgarter Zeitung:
Drei Männer haben am Samstagabend ein Pärchen ausgeraubt, das im Oberen Schlossgarten in Stuttgart spazieren ging. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Nach Angaben der Polizei wurden wurden der 25-Jährige und seine 22-jährige Begleiterin gegen 23.05 Uhr zunächst von drei Personen angesprochen. Unvermittelt stießen die Täter den Mann zu Boden und entwendeten ihm beim Aufstehen seinen Bluetooth-Kopfhörer. Zeitgleich wurde der Frau die Handtasche, in der sich unter anderem eine Sonnenbrille und 20 Euro befanden, entrissen. Die zwischen 22 und 30 Jahre alten und zirka 1,75 Meter großen Täter flüchteten anschließend über den Ferdinand-Leitner-Steg. Zeugen werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter der Rufnummer 0711/89 90 57 78 in Verbindung zu setzen.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... a45ac.html

Die Polizei aber veröffentlichte das aber so:
Stuttgart-Mitte (ots) - Am Samstagabend (29.07.2017) wurde ein Pärchen, das im Oberen Schlossgarten spazieren ging, ausgeraubt. Gegen 23.05 Uhr wurden der 25-Jährige und seine 22-jährige Begleiterin zunächst von drei Personen angesprochen. Unvermittelt stießen die Täter den Mann zu Boden und entwendeten ihm beim Aufstehen seinen Bluetooth-Kopfhörer. Zeitgleich wurde der Frau die Handtasche, in der sich unter anderem eine Ray-Ban Brille und 20 Euro Bargeld befanden, entrissen. Bei den Tätern, die im Anschuss über den Ferdinand-Leitner-Steg flüchteten, soll es sich um einen Schwarzafrikaner und zwei Nordafrikaner handeln, die zwischen 22 und 30 Jahre alt und ca. 175 cm groß sind. Zeugen werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter der Rufnummer +4971189905778 in Verbindung zu setzen.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110977/3696610

Wenn man doch mögliche Zeugen darum bittet Hinweise zu den Tätern zu liefern, wieso werden von diesem Zensurmedium denn wichtige Hinweise zur Täterbeschreibung verschwiegen?
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 31. Jul 2017, 07:00

Ich hab' grad' keinen anderen Thread zu meinem Anliegen gefunden ... und wollte dazu jetzt nicht extra einen neuen aufmachen: Kann mir irgendjemand einen Rat geben, wie ich die Ausgabe einer Tageszeitung (In dem Fall: Tagesspiegel aus Berlin) eines gerade erst zurückliegenden Tages nachbestellen kann (vor allem auch: mehrere Exemplare). Ich war letzten Freitag in Husum (Nordfriesland) und hab' mit etwas Glück grad noch eines der zwei täglich angelieferten tagesspiegel-Exemplare am Bahnhofs-Kiosk bekommen. Klar hab' ich auf tagesspiegel.de und dem dortigen Online-Shop herumgesucht ... aber nix gefunden. Bin ich zu blöd? Oder ist es allgemein unüblich oder unerwünscht, veraltete Tageszeitungsausgaben nachzubestellen? Bin für jeden Ratschlag dankbar.
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon Selina » Mo 31. Jul 2017, 07:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Jul 2017, 08:00)

Ich hab' grad' keinen anderen Thread zu meinem Anliegen gefunden ... und wollte dazu jetzt nicht extra einen neuen aufmachen: Kann mir irgendjemand einen Rat geben, wie ich die Ausgabe einer Tageszeitung (In dem Fall: Tagesspiegel aus Berlin) eines gerade erst zurückliegenden Tages nachbestellen kann (vor allem auch: mehrere Exemplare). Ich war letzten Freitag in Husum (Nordfriesland) und hab' mit etwas Glück grad noch eines der zwei täglich angelieferten tagesspiegel-Exemplare am Bahnhofs-Kiosk bekommen. Klar hab' ich auf tagesspiegel.de und dem dortigen Online-Shop herumgesucht ... aber nix gefunden. Bin ich zu blöd? Oder ist es allgemein unüblich oder unerwünscht, veraltete Tageszeitungsausgaben nachzubestellen? Bin für jeden Ratschlag dankbar.


Ruf im jeweiligen Verlag (da gibts Abo-und-Versand-Abteilungen) an. Die machen das meistens möglich, dir so ein Exemplar zuzusenden. Ansonsten könntest du wirklich nur auf gut Glück an den Kiosken schauen, manchmal haben die noch Restposten vom vergangenen Tag. Auch in den Lebensmittelmärkten liegt ab und zu mal so ein gestriges Blatt rum.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Jeder zweite Deutsche vertraut den Nachrichten

Beitragvon Dorfeller » Di 1. Aug 2017, 09:23

Um mal wieder zum eigentlichen Thema der Debatte zu kommen:

Jeder Zweite vertraut dem Großteil der Nachrichten „eher“ oder „voll und ganz“ (50 %). Menschen, die sich für Nachrichten interessieren, haben ein größeres Vertrauen als Menschen, die kein Interesse haben.
Wenn Printmedien (60 %) oder Fernsehen (56 %) die Hauptnachrichtenquelle sind, ist das Vertrauen größer, als wenn das Internet (45 %) oder soziale Medien (33 %) die wichtigste Nachrichtenressource darstellen.


Diesen Auszug aus den zusammengefassten Ergebnissen des Hans-Bredow-Instituts finde ich besonders spannend. Auch wenn nicht die Zahlen der Erhebungen der vergangenen Jahre kenne, stimmt mich das Ergebnis positiv. Diese Zahlen relativieren in einem gewissen Maße auch die etwas schlechteren 50% Vertrauen ("eher" oder "voll") in "Nachrichten". Was ich mich beim ersten lesen gefragt habe, war, was ist hier gemeint mit "Nachrichten". Wenn mir persönlich die Frage gestellt würde "Vertrauen Sie den Nachrichten?" müsste ich auch erstmal überlegen, da ja der schwammige Begriff "Nachrichten" sowohl die von mir geschätzten Print-Formate, als auch eindeutige Fake News aus dem Bereich Social Media enthalten. Eine generelle Antwort zu dieser Frage wäre mir schwer gefallen. Hätte hier in der Fragestellung eine Differenzierung nach verschiedenen Medientypen stattgefunden (bspw.: Vertrauen Sie Print-Medien?) würde ich die Vermutung aufstellen, dass die Ergebnisse, in Bezug auf Vertrauen, besser ausgefallen wären. Natürlich haben auch Print-Medien eine eigene Art Agenda. Dies finde ich aber, in Anbetracht der Presse- und Meinungsfreiheit, absolut richtig und schützenswert. Ich denke vor allem im Print-Bereich gibt es in Deutschland eine angenehm große Vielfalt an Blättern, die auch unterschiedliche politische Meinungen klar artikulieren.

Wie einer meiner Vorredner glaube ich auch, dass die Menschen kritischer geworden sind (was ich von dem niedrigen Wert für Vertrauen in Nachrichten aus dem Bereich Social Media ableite). Die intensive Debatte, die spätestens seit der Wahl des US-Präsidenten letztes Jahr stattfindet, scheint Früchte zu tragen. Um hierzu einen anderen Vorredner mit seiner sehr passenden Zusammenfassung zu zitieren: "Medienkompetenz führt zu mehr Vertrauen". Medienkompetenz empfinde ich als elementare Fähigkeit. Besonders in Zeiten des allgegenwärtigen Internets ist die Masse an verfügbaren Informationen gestiegen. Wo früher nur Zeitungen, Radio und Fernsehen (alle greifbare Institutionen mit einigermaßen eindeutigen Intentionen) Nachrichten bereit gestellt haben, tummeln sich heute eine unüberschaubare Zahl an Menschen, die über Geschehnisse aus ihrer Sicht berichten oder sie kommentieren (oder vortäuschen seriöse Nachrichtenportale zu sein, um bewusst falsche Informationen zu streuen). Das "Wer", "Wie" und "Warum" sollte gerade im Bereich Nachrichten auf Social Media immer mitschwingen.

Was ich mich gefragt habe: Wie ensteht überhaupt dieses Misstrauen gegenüber Nachrichten/Medien?

Erwiderung erwünscht!

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