Arbeitsjahr vor dem Studium

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Kael
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Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Kael » Mo 8. Mai 2017, 15:38

Hallo! Ich mal wieder.

Hier geht es um etwas, was mir im privaten Umfeld besonders aufgefallen ist. Und da ich nun schon einigen Unis zu Gast gewesen bin und nun mit 26 selbst angefangen habe zu studieren verhärtet sich der Einblick:
Nämlich das viele Studenten vollkommen realitätsferne Vorstellungen bezüglich der Arbeit, Bürokratie und ähnliches besitzen.

Solange sie selbst nicht von etwas betroffen sind, ist alles in Ordnung und geben natürlich gern anderen Ratschläge. Gerade gegenüber "Nicht-Abiturienten" wird teilweise eine kleine Dekadenz/Ignoranz an den Tag gelegt, welche teilweise in unvorstellbare extreme gehen - Interessanterweise ist das kein 'Einzelphänomen' sondern zieht sich Groß durch die mir bekannten Studenten. Die wenigstens können mit "tatsächlichen Realismus" etwas anfangen.

Der fände ich es sehr vorteilhaft wenn Studenten, nach ihrem Abitur, ein Jahr mindestens Vollzeit arbeiten müssen, um für irgend ein Studium zugelassen zu werden.
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Ebiker
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Ebiker » Mo 8. Mai 2017, 15:44

War in der DDR so, von daher nicht mehr obsolet.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Misterfritz
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Misterfritz » Mo 8. Mai 2017, 21:37

Kael hat geschrieben:(08 May 2017, 16:38)Der fände ich es sehr vorteilhaft wenn Studenten, nach ihrem Abitur, ein Jahr mindestens Vollzeit arbeiten müssen, um für irgend ein Studium zugelassen zu werden.
Wäre mit Sicherheit sinnvoll, würde aber dazu führen, dass sie 1. noch später mit dem Studium fertig sind und dass 2. noch mehr unreife Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt wären, die keiner mehr haben will.
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Gilmoregirl
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Gilmoregirl » Do 11. Mai 2017, 18:38

Misterfritz hat geschrieben:(08 May 2017, 22:37)

Wäre mit Sicherheit sinnvoll, würde aber dazu führen, dass sie 1. noch später mit dem Studium fertig sind und dass 2. noch mehr unreife Schulabgänger auf dem Arbeitsmarkt wären, die keiner mehr haben will.


Meinst du? Sie kommen vom Studium, voll mit Theorie und von Praxis keine Ahnung...und wollen den Menschen die Welt erklären. Wer soll sie Ernst nehmen?
Der Ausbilder meiner Tochter nahm nur Abiturienten und schickt sie erst einmal in die Ausbildung. Danach können sie, sofern sie wollen, studieren und werden dabei auch finanziell vom AG unterstützt.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon frems » Do 11. Mai 2017, 18:58

Gilmoregirl hat geschrieben:(11 May 2017, 19:38)

Meinst du? Sie kommen vom Studium, voll mit Theorie und von Praxis keine Ahnung...und wollen den Menschen die Welt erklären. Wer soll sie Ernst nehmen?
Der Ausbilder meiner Tochter nahm nur Abiturienten und schickt sie erst einmal in die Ausbildung. Danach können sie, sofern sie wollen, studieren und werden dabei auch finanziell vom AG unterstützt.

Klingt nach günstigen Arbeitskräften, deren Potenziale auf der Strecke bleiben. Wenn man die benötigte Praxis drei Jahre vor dem Studium "antrainieren" muss, aber nach dem Studium dazu nicht in der Lage ist, läuft etwas beim Konzept grundsätzlich falsch.
Labskaus!

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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Gilmoregirl » Do 11. Mai 2017, 19:07

Sehe ich nicht so.
Viele Abiturienten haben nach dem Abi vorerst keinen Bock mehr auf Schulbank (oder auch Hörsaal).
Sie WOLLEN arbeiten...und was ist daran verkehrt, nicht nur zu jobben sondern gleich etwas zu bewerkstelligen, das auch einen Abschluss bringt.
Hier werden Grundlagen vermittelt, die einen späteren Studium zugute kommen. Es wird sich kein Fachidiot herangezogen, der den Betriebsablauf nur aus den Aufzeichnungen kennt.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon frems » Do 11. Mai 2017, 19:14

Naja, wenn ein junger Mensch noch sehr unreif ist und nicht weiß, was er überhaupt mal machen möchte, sind Praktika wohl sinnvoller statt sich 3-3,5 Jahre durch eine Lehre mit eher niedrigem Anspruch zu quälen, nur weil man typisch deutsch auf der Jagd nach Zertifikaten ist, für die sich später kaum noch jemand interessiert und es höchstens mal ein Smalltalk-Thema beim Mittagsessen mit den Kollegen ist.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Misterfritz » Do 11. Mai 2017, 19:17

Gilmoregirl hat geschrieben:(11 May 2017, 19:38)

Meinst du? Sie kommen vom Studium, voll mit Theorie und von Praxis keine Ahnung...und wollen den Menschen die Welt erklären. Wer soll sie Ernst nehmen?
Der Ausbilder meiner Tochter nahm nur Abiturienten und schickt sie erst einmal in die Ausbildung. Danach können sie, sofern sie wollen, studieren und werden dabei auch finanziell vom AG unterstützt.
Dass man mit Leuten direkt von der Uni keine ausgebildeten Mitarbeiter bekommt, sollte jedem AG klar sein.

Ich halte es aber für falsch, nur noch Abiturienten in eine Ausbildung zu nehmen,was sollen dann Realschulabsolventen z.B. machen? Und wenn ich mir ansehe, wie 18-jährige heutzutage sind, dann kann ich echt nur mit dem Kopf schütteln. Ausbilden heisst fast ausschliesslich, die kiddies erwachsen zu kriegen, denen beizubringen, mitzudenken, Verantwortung übernehmen zu können, Selbständigkeit. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Teeernte » Do 11. Mai 2017, 19:45

Gilmoregirl hat geschrieben:(11 May 2017, 20:07)

Sehe ich nicht so.
Viele Abiturienten haben nach dem Abi vorerst keinen Bock mehr auf Schulbank (oder auch Hörsaal).
Sie WOLLEN arbeiten...und was ist daran verkehrt, nicht nur zu jobben sondern gleich etwas zu bewerkstelligen, das auch einen Abschluss bringt.
Hier werden Grundlagen vermittelt, die einen späteren Studium zugute kommen. Es wird sich kein Fachidiot herangezogen, der den Betriebsablauf nur aus den Aufzeichnungen kennt.


Jobben (Geld erhalten) ...ja... jedoch ohne Fingernägel abbrechen, Dreck so wieso nicht, Nachts nicht, früh nicht, Wochenende nicht....

Nichts - wo man von anderen beim wirklich "ARBEITEN" gesehen wird... ,

Am besten - einen Messejob, man ist einfach nur "da", ..... oder hält aufm Bau die Messlatte... maximal noch Salamander/Frösche vor der Baggerschaufel "retten"....

Was wollen Sie mal werden ? Reiche Ehefrau....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Gilmoregirl » Fr 12. Mai 2017, 20:20

Da " Sie " groß geschrieben wurde, denke ich , Sie meinen mich.

Ich hab allerdings schon fast 33 Arbeitsjahre hinter mir, hab also auch gearbeitet, während ich meine Kinder groß zog und bin reich an Erfahrung.

Und wenn ich so lese, scheinen Sie meinen Post nicht wirklich verstanden zu haben.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Gilmoregirl » Fr 12. Mai 2017, 20:23

Misterfritz hat geschrieben:(11 May 2017, 20:17)

Dass man mit Leuten direkt von der Uni keine ausgebildeten Mitarbeiter bekommt, sollte jedem AG klar sein.

Ich halte es aber für falsch, nur noch Abiturienten in eine Ausbildung zu nehmen,was sollen dann Realschulabsolventen z.B. machen? Und wenn ich mir ansehe, wie 18-jährige heutzutage sind, dann kann ich echt nur mit dem Kopf schütteln. Ausbilden heisst fast ausschliesslich, die kiddies erwachsen zu kriegen, denen beizubringen, mitzudenken, Verantwortung übernehmen zu können, Selbständigkeit. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.


Das sehe ich auch so. Aber es gibt nun mal auch Berufe, die etwas anspruchsvoller sind.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Realist2014 » Fr 12. Mai 2017, 21:12

Gilmoregirl hat geschrieben:(11 May 2017, 20:07)

Sehe ich nicht so.
Viele Abiturienten haben nach dem Abi vorerst keinen Bock mehr auf Schulbank (oder auch Hörsaal).
Sie WOLLEN arbeiten...und was ist daran verkehrt, nicht nur zu jobben sondern gleich etwas zu bewerkstelligen, das auch einen Abschluss bringt.
Hier werden Grundlagen vermittelt, die einen späteren Studium zugute kommen. Es wird sich kein Fachidiot herangezogen, der den Betriebsablauf nur aus den Aufzeichnungen kennt.



welche "Grundlagen" für welches Studium?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Gilmoregirl » Fr 12. Mai 2017, 21:57

Realist2014 hat geschrieben:(12 May 2017, 22:12)

welche "Grundlagen" für welches Studium?



Ist doch völlig Wurscht , was studiert wird.
Wer schon mal Praxisluft geschnuppert--oder besser: tief inhaliert hat, hat doch viel bessere Vorstellungen von dem, was in der Theorie vermittelt wird.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon John Galt » Fr 12. Mai 2017, 22:00

Es gibt so gut wie keine Studenten mehr, die nicht während dem Studium arbeiten.

Viele der Jobs sind allerdings nicht zielführend, sondern dienen nur dem Erwerb von pekuniären Mitteln.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Nightwatch » Sa 13. Mai 2017, 17:07

Gilmoregirl hat geschrieben:(12 May 2017, 22:57)

Ist doch völlig Wurscht , was studiert wird.
Wer schon mal Praxisluft geschnuppert--oder besser: tief inhaliert hat, hat doch viel bessere Vorstellungen von dem, was in der Theorie vermittelt wird.

Völlig nichtssagende Aussage. Auch der Strangersteller zeigt sich nicht in der Lage, konkrete Beispiele zu benennen, die sein negatives Urteil stützen könnten.

Ich vermisse zudem die Erkenntnis, daß Universitäten Wissenschaftler ausbilden. Wenn ein Arbeitgeber jemandem mit akademischen Fachwissen einstellen will, aber keinen Forscher benötigt, muß er sich nicht wundern, wenn die neue Arbeitskraft erstmal damit beschäftigt ist, nichtwissenschaftliche Tätigkeiten zu erlernen.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon frems » Sa 13. Mai 2017, 18:55

John Galt hat geschrieben:(12 May 2017, 23:00)

Es gibt so gut wie keine Studenten mehr, die nicht während dem Studium arbeiten.

Viele der Jobs sind allerdings nicht zielführend, sondern dienen nur dem Erwerb von pekuniären Mitteln.

Ganz zu schweigen davon, dass Praxistätigkeiten oftmals in den Prüfungsordnungen vorgeschrieben werden. Eine fachnahe Tätigkeit dürfte da auch mehr bringen als irgendwelche Ungelerntenjobs zwischen Schule und Studienbeginn. Mir ist aber auch kein Student jemals begegnet, der nicht nebenbei gearbeitet hat. In ostdeutschen Kleinstädten ist das natürlich oft schwierig und da heißt es kellnern, Regale einräumen, Pizzen ausliefern oder im Callcenter arbeiten. Für angehende Juristen, Ingenieure, Betriebswirte, Informatiker usw. gibt's in München, Frankfurt, Stuttgart etc. mehr als genug Arbeitsmöglichkeiten; ganz zu schweigen davon, dass solche Tätigkeiten besser vergütet werden, fürs Studium hilfreich sein können und oftmals den Berufseinstieg durch -erfahrung und Kontakte erleichtern. Find es daher immer ganz "amüsant", wenn Leute vorschlagen, dass Studenten doch bitte in "günstige" Hochschulstandorten wie Neubrandenburg, Cottbus, Zittau oder Magdeburg leben sollen, wo doch die Mieten viel niedriger sind. Viele Studenten können sich das aber halt nicht leisten und "müssen" daher in teureren Städten studieren. Aber nun gut, das schweift nun etwas vom Thema ab.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon hafenwirt » Sa 13. Mai 2017, 22:32

frems hat geschrieben:(13 May 2017, 19:55)

Ganz zu schweigen davon, dass Praxistätigkeiten oftmals in den Prüfungsordnungen vorgeschrieben werden. Eine fachnahe Tätigkeit dürfte da auch mehr bringen als irgendwelche Ungelerntenjobs zwischen Schule und Studienbeginn. Mir ist aber auch kein Student jemals begegnet, der nicht nebenbei gearbeitet hat. In ostdeutschen Kleinstädten ist das natürlich oft schwierig und da heißt es kellnern, Regale einräumen, Pizzen ausliefern oder im Callcenter arbeiten..


Man sollte solche Jobs aber auch nicht unterschätzen. Warst du es nicht, der mal meinte heutige Personalfuzzis würden sich über die mangelnde Kneipenerfahrung beschweren? Ich behaupte einfach mal, dass jemand in der Kommunikation Vorteile hat, wenn er mal hinter der Theke stand und auch mal Gäste rausgeworfen hat. Kommt halt auf den Job an.

Aber die wenigsten dürften wirklich absolut keine Erfahrung haben. 2-3 Praktika während des Studiums sind üblich.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Gilmoregirl » Sa 13. Mai 2017, 23:35

Nightwatch hat geschrieben:(13 May 2017, 18:07)

Völlig nichtssagende Aussage. Auch der Strangersteller zeigt sich nicht in der Lage, konkrete Beispiele zu benennen, die sein negatives Urteil stützen könnten.

Ich vermisse zudem die Erkenntnis, daß Universitäten Wissenschaftler ausbilden. Wenn ein Arbeitgeber jemandem mit akademischen Fachwissen einstellen will, aber keinen Forscher benötigt, muß er sich nicht wundern, wenn die neue Arbeitskraft erstmal damit beschäftigt ist, nichtwissenschaftliche Tätigkeiten zu erlernen.



Ahhh, nur wer forscht, darf studiert haben?
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon Nightwatch » So 14. Mai 2017, 09:46

Gilmoregirl hat geschrieben:(14 May 2017, 00:35)

Ahhh, nur wer forscht, darf studiert haben?

Wie man Forschungen angeht, sollte man während des Studiums gelernt haben. Identifizieren des Problems, Lösungsansätze entwickeln und den Einsatz der Methoden bestimmen. Das ganze Design wird üblicherweise von einem Hochschulabsolventen erstellt. An der Ausführung sind dann Facharbeiter mitbeteiligt. Die Führung dieser Leute ist dann üblicherweise nicht Teil des Curriculums.

Das Managen lernt man auch nicht, wenn man frisch von der Schule erstmal als Hilfsarbeiter tätig ist. In der Hierarchie befindet man sich dann ganz unten. Verantwortung kriegt man nicht übertragen, die Lernkurve ist flach, der Grenznutzen an neuen Erfahrungen geht rapide gegen null und der Einblick in den betrieblichen Ablauf geht nicht über Banalitäten hinaus, weil man von entscheidenden Prozessen ausgeschlossen ist. Häufig kann man sich nicht selbständig um eine Aufgabe kümmern, sondern muß warten, bis jemand mit Entscheidungsbefugnis sagt, was zu tun ist. Delegieren tut man erst nach dem Studium. Da wird dann eine Sekretärin zur Seite gestellt, die man mitnutzen kann, Vorgehensweisen werden mit dem Chef diskutiert, andere nehmen einen als kompetenten Ansprechpartner wahr, man muß die ganzen verschiedenen Aufgaben zeitlich managen und Verantwortung übernehmen.

Die Diskrepanz des Rollentausches habe ich ziemlich bewußt wahrgenommen. Das hat mit Sicherheit biographische Gründe; so habe ich einen sehr späten Studiengangwechsel vorgenommen und mußte mich mit Hilfsarbeiten über Wasser halten, bis ich fertig war.

Nach meinem Erfahrungsschatz ist ein ganzes Jahr arbeiten, um dann anschließend zu studieren, Zeitverschwendung. Da wird ein Ferienjob ohne Sinn und Verstand künstlich verlängert. Ich attestiere Leuten, die solche Forderungen aufstellen, einfach nicht nachgedacht zu haben. Beim Nachhaken stellt sich ja bislang heraus, daß sie selber nicht konkret erklären können, wozu ein ganzes Jahr gut sein soll.
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Re: Arbeitsjahr vor dem Studium

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 14. Mai 2017, 10:14

Gilmoregirl hat geschrieben:(11 May 2017, 20:07)

Sehe ich nicht so.
Viele Abiturienten haben nach dem Abi vorerst keinen Bock mehr auf Schulbank (oder auch Hörsaal).
Sie WOLLEN arbeiten...und was ist daran verkehrt, nicht nur zu jobben sondern gleich etwas zu bewerkstelligen, das auch einen Abschluss bringt.
Hier werden Grundlagen vermittelt, die einen späteren Studium zugute kommen. Es wird sich kein Fachidiot herangezogen, der den Betriebsablauf nur aus den Aufzeichnungen kennt.


Naja. Das einzige was man als Abiturient in einer Ausbildung in Hinblick auf ein späteres Studium lernen kann, ist eben, dass sich doch lohnt zu studieren. Auch mag sich der eine oder andere nach einer Ausbildung im Studium etwas leichter tun, weil ihm die Inhalte des Studiums weniger abstrakt vorkommen. Alles andere was da immer so gemutmaßt wird ist allerdings Mumpitz. Die fehlende Praxis ist schon mal überhaupt kein Argument.
„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ (Karl Valentin)

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