Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

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Raskolnikof
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Raskolnikof » So 3. Sep 2017, 16:49

Grundsätzlich spricht nichts gegen DAB+ und Co., so lange uns der analoge terrestrische Rundfunk auf UKW erhalten bleibt, zumindest so lange, bis eine vergleichbare Infrastruktur aufgebaut ist, die uns mindestens die gleiche Anzahl von Sendern bereitstellt wie bisher und dies nicht nur in den Ballungsgebieten. Da sind wir derzeit noch meilenweit von entfernt!
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Aldemarin » Mo 4. Sep 2017, 10:35

Warum setzt man beim digitalen terrestrischen Rundfunk auf DAB+? Die verwendeten Sendefrequenzen sind ungünstig und einmal mußte sogar, weil Störungen des Polizeifunks befürchtet wurden, ein Teil abgeschaltet werden! Warum kein DRM+ im OIRT-Band ( 66 MHz - 77 MHz)?
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Raskolnikof » Mo 4. Sep 2017, 16:21

Hier etwas zu DRM+:

https://www.teltarif.de/digitalradio-dr ... 65464.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Radio_Mondiale

Warum setzt man auf DAB+? Nun, DAB und DAB+ waren nun mal zuerst da und ist mittlerweile ja bereits recht verbreitet. Warum jetzt wieder etwas Neues? Irgendwann muss man sich mal auf eine Norm einigen. Ansonsten wird Digitalradio nie etwas.
Wenn ich noch an die Einführung von Heimvideo zurückdenke, da kämpften drei Hersteller um die Vormachtstellung: VHS (JVC), Betamax (Sony) und Video 2000 (Grundig und Philips). Und wer gewann den Formatkrieg? Das seinerzeit schlechteste System, VHS. Warum? JVC war mit seinem System zuerst auf dem Markt. Videotheken schossen aus dem Boden, als Betamax und Video 2000 gerade erwachten. Das Ergebnis: VHS machte das Rennen.
So wird es wahrscheinlich auch beim digitalen Rundfunk laufen. DAB+ ist da und wird zunehmend ausgebaut. Ein zweites oder drittes System macht doch irgendwie keinen Sinn. Ein Prallelbetrieb ohnehin nicht.
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Uffzach » Mo 4. Sep 2017, 18:40

Ebiker hat geschrieben:(02 Jul 2017, 11:23)

Die Rundfunkgebühr, neu Haushaltabgabe, ist ja genau so unbeliebt wie umstritten. Viele hätten sie gerne abgeschafft oder zumindest erheblich reduziert. Jetzt gibt es aber einen Vorstoß von Pro7Sat1. Die Sendergruppe fordert eine Beteiligung an der GEZ. Begründung: Sie hätten einen viel höheren Zuschaueranteil bei den jungen und würden damit einen Beitrag zur Grundversorgung leisten.

https://www.golem.de/news/ard-zdf-privatsender-wollen-anteil-an-tv-gebuehren-1706-128687.html

Ähnlich argumentieren auch kleine regionale Sender die oft ins Kabelnetz einspeisen. Was haltet ihr von GEZ- finanzierten Dokusoaps und Nachrichten aus Kleinkleckersdorf ?

Die GEZ-Steuer gehört mitsamt der Öffentlich-rechtlichen in ihrer heutigen Form abgeschafft. Wer öffentlich-rechtliche will, der soll dafür zahlen. Das würde zu einer Schrumpfung der Öffentlich-rechtlichen auf ein angemessenes Maß führen und ihrem Größenwahn ein Ende setzen
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Aldemarin » Mo 4. Sep 2017, 19:22

Ein Parallelbetrieb von DAB+ und DRM kann durchaus Sinn machen, denn DRM kann in den LMK-Bereichen, die über eine große Reichweite verfügen, verwendet werden, was mit DAB+ nicht geht!
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Antonius » Di 5. Sep 2017, 09:08

Uffzach hat geschrieben:(04 Sep 2017, 19:40)

Die GEZ-Steuer gehört mitsamt der Öffentlich-rechtlichen in ihrer heutigen Form abgeschafft. Wer öffentlich-rechtliche will, der soll dafür zahlen. Das würde zu einer Schrumpfung der Öffentlich-rechtlichen auf ein angemessenes Maß führen und ihrem Größenwahn ein Ende setzen
Unsinn.
Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk gehört weiter ausgebaut.
Ich bezahle gern die Gebühren für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Uffzach » Di 5. Sep 2017, 11:52

Antonius hat geschrieben:(05 Sep 2017, 10:08)

Unsinn.
Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk gehört weiter ausgebaut.
Ich bezahle gern die Gebühren für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.

Ich habe ja nichts dagegen, wenn du dafür bezahlst. Wer's haben will, soll auch bezahlen.
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Aldemarin » Di 5. Sep 2017, 12:16

Was spricht eigentlich dagegen analogen und digitalen Rundfunk beliebig lange paralell zu betreiben und nach Möglichkeit ALLE durch Bandpläne für gegebene Standorte vorgesehene Frequenzen zu besetzen? Das gäbe doch für Hörer eine sehr große Auswahl. In manchen Ländern, wie den USA, ist dies durchaus der Fall!
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Raskolnikof » Di 5. Sep 2017, 13:05

Antonius hat geschrieben:(05 Sep 2017, 10:08)

Unsinn.
Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk gehört weiter ausgebaut.
Ich bezahle gern die Gebühren für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.

Ich bin dabei! :)
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Re: GEZ- für Privatsender ?

Beitragvon Aldemarin » Mi 6. Sep 2017, 17:33

Was spricht eigentlich gegen die Idee, bestimmte Kanäle als Partnerschaft eines öffentlich-rechtlichen Senders und eines Privatsenders zu betreiben? Wäre dies eigentlich wirtschaftlicher?

Wenn jemand meint, das geht nicht: der saarländische Rundfunksender "Radio Salü" wird derart betrieben!
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon Senexx » Mi 13. Sep 2017, 17:31

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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon H2O » Mi 13. Sep 2017, 18:12

Vermutlich ist das hier ein Streit um Kaisers Bart: Bietet nicht die Deutsche Telekom einen Internet-Tarif "Entertain plus" an, der 120 Fernsehkanäle zugänglich macht?

Ich habe ganz gezielt diese Versorgung ausgeschlossen und zahle dafür geringere Gebühren, weil ich vor fast 30 Jahren beschlossen habe, nie mehr vor dem Fernseher einschlafen zu wollen. Aber wer will, der kann doch, was soll der Geiz!

Aber Radio über Internet ist eine tolle Angelegenheit, besonders im Ausland. So kann meine liebe Frau mitten in der polnischen puszcza nach Lust und Laune auf ihrem Smartphone mit WLAN Deutschlandfunk hören, oder Radio Bremen... Weltempfänger und Deutsche Welle, Adieu!
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon H2O » Mi 13. Sep 2017, 18:15



Isso! Ist den Leuten aber nicht schuldhaft bewußt: Die erfüllen eine heilige Mission, und das muß sich der Bürger etwas kosten lassen.
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon Papabasti » Di 26. Sep 2017, 00:03

That's me hat geschrieben:(19 May 2017, 11:49)

So weit ich weiß gibt es Zwangs-TV-Gebühren nur in DE? Ebenso wie die Kirchensteuer, die der dt. Fiskus für die Kirche eintreibt.
"Die Deutschen" sind in vielerlei Hinsicht ein seltsamen Völkchen.
Aber ich habe das Problem ja nicht, da mir jegliches Nationaldenken völlig fremd ist.
Die Bezeichnung Erdenbürger ist für mich vollkommen ausreichend.


Da weißt du aber nicht viel. Weder der erste noch der zweite Punkt trifft zu. Was in den Debatten zur Abschaffung des Beitragsservice immer gerne verschwiegen wird.

OFF TOPIC: Ein Fun Fakt:

Die größten Gegner des ÖR sind nicht die Bürger, sondern Private Medienunternehmen und Parteien.
Springer und Burda an erster Stelle. Keine anderen Verlagshäuser investieren mehr Geld und Zeit in Kampagnen gegen den ÖR. Übrigens haben sie auch beinahe jede Klage finanziell unterstützt.
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon uwe » Di 26. Sep 2017, 00:09

Danke jack000 dass du uns auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht hast. Moderne Medien wie das Internet und YouTube begrüße ich zwar, aber das mit den Geldern der Bürger solch ein Schabernack gefördert wird ist traurig.

Dieses Format besitzt in meinen Augen absolut keine Vorbildfunktion. Mir zeigt es nur den weiter fortschreitenden Moralverfall in diesem Land auf.
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon frems » Di 26. Sep 2017, 16:43


Wenn Ingenieure bei unter 3.000 Euro einsteigen und bei 8.000 Euro Schicht im Schacht ist, dann sind das sehr magere Gehälter.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon H2O » Mi 27. Sep 2017, 09:05

frems hat geschrieben:(26 Sep 2017, 17:43)

Wenn Ingenieure bei unter 3.000 Euro einsteigen und bei 8.000 Euro Schicht im Schacht ist, dann sind das sehr magere Gehälter.


Kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen. Vielleicht werden diese Gehälter mit Blick auf praktische Unkündbarkeit hingenommen?
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 27. Sep 2017, 09:20

Darf ich noch einmal darauf hinweisen: "Innerhalb des [ÖR]-Fernsehens bilden Sportübertragungsrechte den größten Kostenblock."
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon Merkel_Unser » Mi 27. Sep 2017, 09:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(27 Sep 2017, 10:20)

Darf ich noch einmal darauf hinweisen: "Innerhalb des [ÖR]-Fernsehens bilden Sportübertragungsrechte den größten Kostenblock."


Gibt es dazu irgendeine Aufschlüsselung? Ab 2018 läuft ja z.B. die Champions League nicht mehr beim ÖR. Geringere Gebühren sind natürlich trotzdem Fehlanzeige!
Das ist ja gerade das Kernproblem der Gebühren. Der ÖR macht damit, wozu er gerade Lust und Laune hat: Beliebige (überhöhte) Gehälter, Übertragungsrechte für (Kommerz-)Sportarten, Tausend Sparten- und Radiosender, Dokus über Hintertupfingen, Musikantenstadl mit Z-Promis usw. Mit Grundversorgung hat das alles nichts mehr zu tun und es ist unverschämt, dass (mal abgesehen von AfD und ein paar Nischenparteien) niemand dagegen vorgehen will.
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Re: ÖR auf die Kernaufgaben beschränken?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 27. Sep 2017, 10:19

Merkel_Unser hat geschrieben:(27 Sep 2017, 10:56)

Gibt es dazu irgendeine Aufschlüsselung? Ab 2018 läuft ja z.B. die Champions League nicht mehr beim ÖR. Geringere Gebühren sind natürlich trotzdem Fehlanzeige!
Das ist ja gerade das Kernproblem der Gebühren. Der ÖR macht damit, wozu er gerade Lust und Laune hat: Beliebige (überhöhte) Gehälter, Übertragungsrechte für (Kommerz-)Sportarten, Tausend Sparten- und Radiosender, Dokus über Hintertupfingen, Musikantenstadl mit Z-Promis usw. Mit Grundversorgung hat das alles nichts mehr zu tun und es ist unverschämt, dass (mal abgesehen von AfD und ein paar Nischenparteien) niemand dagegen vorgehen will.

Ich bin mir nicht sicher, ob die geschilderte Programmstruktur nicht vielleicht doch den Bedürfnissen und Wünschen einer größeren Zahl von Zuschauern entspricht. Ich sehe eher in diesem Populismus und dieser Zuschaueranbiederung das Problem des ÖR-TVs (TV wohlgemerkt, nicht Radio!)

Einen Verweis auf eine zahlengenaue Kostenaufschlüsselung habe ich leider nicht (hätte ich aber auch gern ...)
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