Digitale Medien - Die neue Macht?

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King Kong 2006
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Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 27. Jan 2017, 22:28

Die Zukunft ist jetzt. Man kennt es eigentlich eher aus Science Fiction, Konzerne sind praktisch so machtvoll wie der Staat. Sie machen Politik. Massive Einflußnahmen kennt man von Rüstungskonzernen, riesigen Mischkonzernen, Mineralölkonzernen usw. Jetzt hat Dänemark tatsächlich so etwas wie einen Botschafter für die digitalen Medien ernannt. Das ist neu.

Botschafter fürs Digitale

Dänemark sieht Konzerne wie Apple als eine Art „neue Nation“

Die Internet-Riesen Google, Apple und Facebook sind mittlerweile wichtiger als so mancher komplette Staat. Dänemark zieht daraus nun eine wichtige Konsequenz.


Nun ja, wie ich vor Jahren las, hat Siemens mehr Wirtschaftskraft als Pakistan. Aber haben die deshalb einen eigenen Botschafter bekommen?

Die digitale Macht ist gewaltig.

Dänemark will als erstes Land der Welt einen digitalen Botschafter ernennen, der die Beziehungen des Landes zu Firmen wie Apple, Microsoft und Google pflegen soll. „Diese Konzerne sind eine Art neue Nationen geworden, und dazu müssen wir uns verhalten“, sagte Außenminister Anders Samuelsen der Zeitung „Politiken“ „Das sind Firmen, die Dänemark genauso beeinflussen wie ganze Länder.“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 69080.html


Wer hat eigentlich die Souveränität auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland? Wieso muß ein dt. Justizminister Heiko Maas wie ein Bittsteller zu Facebook, um zu debattieren, ob man Haßpostings in Deutschland tolerieren soll/muß oder nicht? Wer bestimmt eigentlich, was der oder die Deutsche hier zu sehen bekommt? Facebook bestimmt, was für Bilder und was für Inhalte der dt. Bundesbürger zu sehen hat und was nicht. Und wer bestimmt dort die Grundsätze? Und selbst ein dt. Justizminister muß sich da zum Kasper machen, um irgendetwas bei einem Konzern zu erreichen. Also, wenn das Brasilien wäre, wäre das schon längst gelöst... Wir haben es aber hier mit viel mächtigeren Strukturen zu tun? Dänemark meint jetzt reagieren zu müssen.

Donald T. u.a. Bewohner des Weißen Hauses weiß das auch.

Trump meets with tech leaders: Apple, Facebook, Google, Amazon, IBM, Microsoft, Oracle, Tesla, Intel

http://boingboing.net/2016/12/14/trump- ... te-fr.html


Ist diese Truppe eine schärferes Schwert der USA als Boeing, Colt, General Dynamics, Northrup Grumman und Co.? Gefährlichere Waffen?

Google wird zum big brother. Suchmaschinen zeigen nur noch, was gezeigt werden soll. Die Autos fahren nur noch nach Firmengrundsätzen.

Kann Trump sie nutzen, oder nutzen sie bereits Trump?

Könnte es passieren, wenn Heiko Maas zu nervig wird, daß auf Google bald nur noch fakenews über ihn zu lesen sind und sein Navi ihn gegen einen Baum fährt? ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Brainiac
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Re: Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon Brainiac » Sa 28. Jan 2017, 13:47

King Kong 2006 hat geschrieben:(27 Jan 2017, 22:28)

Die Zukunft ist jetzt. Man kennt es eigentlich eher aus Science Fiction, Konzerne sind praktisch so machtvoll wie der Staat. Sie machen Politik. Massive Einflußnahmen kennt man von Rüstungskonzernen, riesigen Mischkonzernen, Mineralölkonzernen usw. Jetzt hat Dänemark tatsächlich so etwas wie einen Botschafter für die digitalen Medien ernannt. Das ist neu.



Nun ja, wie ich vor Jahren las, hat Siemens mehr Wirtschaftskraft als Pakistan. Aber haben die deshalb einen eigenen Botschafter bekommen?

Die digitale Macht ist gewaltig.



Wer hat eigentlich die Souveränität auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland? Wieso muß ein dt. Justizminister Heiko Maas wie ein Bittsteller zu Facebook, um zu debattieren, ob man Haßpostings in Deutschland tolerieren soll/muß oder nicht? Wer bestimmt eigentlich, was der oder die Deutsche hier zu sehen bekommt? Facebook bestimmt, was für Bilder und was für Inhalte der dt. Bundesbürger zu sehen hat und was nicht. Und wer bestimmt dort die Grundsätze? Und selbst ein dt. Justizminister muß sich da zum Kasper machen, um irgendetwas bei einem Konzern zu erreichen. Also, wenn das Brasilien wäre, wäre das schon längst gelöst... Wir haben es aber hier mit viel mächtigeren Strukturen zu tun? Dänemark meint jetzt reagieren zu müssen.

Donald T. u.a. Bewohner des Weißen Hauses weiß das auch.



Ist diese Truppe eine schärferes Schwert der USA als Boeing, Colt, General Dynamics, Northrup Grumman und Co.? Gefährlichere Waffen?

Google wird zum big brother. Suchmaschinen zeigen nur noch, was gezeigt werden soll. Die Autos fahren nur noch nach Firmengrundsätzen.

Kann Trump sie nutzen, oder nutzen sie bereits Trump?

Könnte es passieren, wenn Heiko Maas zu nervig wird, daß auf Google bald nur noch fakenews über ihn zu lesen sind und sein Navi ihn gegen einen Baum fährt? ;)

Die Bedeutung der Nationalstaaten wird durch Digitalisierung und Internet immer mehr abnehmen. Dies ist unumkehrbar und einer der Hauptgründe dafür, weswegen ich mit nationalkonservativen Strömungen und Parteien nichts anfangen kann. Stattdessen bräuchte es stärkere supranationale Institutionen wie UN und EU.
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King Kong 2006
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Re: Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 30. Jan 2017, 20:18

Brainiac hat geschrieben:(28 Jan 2017, 13:47)

Die Bedeutung der Nationalstaaten wird durch Digitalisierung und Internet immer mehr abnehmen. Dies ist unumkehrbar und einer der Hauptgründe dafür, weswegen ich mit nationalkonservativen Strömungen und Parteien nichts anfangen kann. Stattdessen bräuchte es stärkere supranationale Institutionen wie UN und EU.


Ich habe mir noch nicht eine abschließende Meinung gebildet. Ich halte es für unabdingbar, daß die Hoheitsgewalt für die direkten Belange der jeweiligen Staatsbürger beim Staat bleibt. Natürlich benötigt es aber auch Regulative die Supranational sind.

Wieviel Power können die Tech-Firmen aktuell gegen Trump einsetzen?


Starbucks, Tesla, GE
Trumps Einreiseverbot beunruhigt US-Konzerne

US-Unternehmen kritisieren das von Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot heftig. Als Reaktion auf die umstrittene Verfügung will Starbucks 10.000 Flüchtlinge einstellen.

Zuvor hatte es bereits Kritikund Reaktionen von Google, Facebook, Microsoft und Twitter gegeben. Die Tech-Konzerne setzen besonders stark auf Experten aus dem Ausland, viele Angestellte stammen aus muslimischen Ländern.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 32262.html


Einige Staaten versuchen sich dagegen zu stemmen.

So will China im Internet kontrollieren

Auf dem Weltkongress des Internets wirbt Chinas Präsident für eine Souveränitätsklausel. Dahinter verbirgt sich ein Freibrief für Zensur – ganz im Sinn von Kongressteilnehmern wie Russland und Iran.

Pekings Führung, die für ihre ausgefeilte politische Zensur des Internet, für die Blockade Tausender Webseiten und die rigorose Verfolgung von Netz-Dissidenten weltweit immer wieder angeklagt wird, dreht jetzt den Spieß um. Staatspräsident Xi Jinping verlangt nach neuen Regeln und einer Reform der Weltordnung des Internet.

Das unbegrenzte Netz soll bald Vergangenheit sein und durch eine sogenannte Souveränitätsklausel eingeschränkt werden. Prinzipien der Souveränität und Gleichheit regelten nach der Verfassung der Vereinten Nationen grundlegend die internationalen Beziehungen zwischen den Ländern und würden dabei jeden Aspekt betreffen.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ieren.html


Der Iran hat jetzt ein eigenes „nationales Internet“ – ohne Facebook und Co.

Vaezi begründet den Schritt zum isolierten Netzwerk vor allem mit einem deutlichen Zugewinn an Sicherheit. Die Republik habe sich immer wieder mit Hacker-Attacken konfrontiert gesehen, das „nationale Internet“ sei von außen nicht angreifbar. Darüber hinaus habe die bisherige Kontrolle des Internets durch Filter nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Vorteile für Nutzer soll das gigantische Intranet ebenfalls bringen: Anschlüsse sollen günstiger und die Verbindungsgeschwindigkeiten höher werden. Die Regierung wirbt mit einem Übertragungstempo von 4000 GigaByte pro Sekunde.

https://www.wired.de/collection/life/de ... ook-und-co


Unter Trump und Co. kann ich mir das durchaus in ähnlicher Form auch für westliche Staaten vorstellen. Die Cyberkriminalität, der Cyberwar wird oft von Kritikern ins Spiel gebracht.
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Re: Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 31. Jan 2017, 08:55

Brainiac hat geschrieben:(28 Jan 2017, 13:47)

Die Bedeutung der Nationalstaaten wird durch Digitalisierung und Internet immer mehr abnehmen. Dies ist unumkehrbar und einer der Hauptgründe dafür, weswegen ich mit nationalkonservativen Strömungen und Parteien nichts anfangen kann. Stattdessen bräuchte es stärkere supranationale Institutionen wie UN und EU.


Klar. Und nicht nur wegen Digitalisierung und Internet sondern auch wegen der Internationalisierung konventioneller Firmen und der Finanzbranche. Paradoxerweise laufen die politischen Entwicklungen gegenwärtig aber genau in die andere Richtung, wieder hin zu den Nationalstaaten.
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Re: Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 6. Feb 2017, 12:10

Können die Tech-Firmen Trump in die Schranken weisen? Einen US-Praesidenten.

Tech kontert Trump

Apple, Google, Microsoft: Große Namen der US-Techonologiebranche gehen auf Konfrontationskurs zu Donald Trump. Im Gerichtsverfahren um seinen Einwanderungsstopp legen sie eine gemeinsame Stellungnahme vor.

http://m.spiegel.de/wirtschaft/unterneh ... 33297.html
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Re: Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 11. Mär 2017, 23:36

Von Cyborgs (heutzutage eher im medizinisch genutzten Sinne) über mächtige Konzerne und der allgegenwärtigen Vernetzung. Holt uns jetzt die Fiktion ein?

Cyberpunk-Zukunftsvisionen

Die Angstmacher lagen ziemlich richtig

Autoren und Filmemacher des Cyberpunk-Genres entwarfen in den Achtzigerjahren düstere Dystopien - und waren bemerkenswert weitsichtig. Viele ihrer Zukunftsszenarien bewahrheiten sich.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/cybe ... 36662.html
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Re: Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon Aldemarin » Di 9. Mai 2017, 17:40

Was wäre eigentlich, wenn der US-Präsident Facebook und Twitter als "Gefährder der nationalen Sicherheit" erklären würde und sie zwingen würde, ihren Betrieb einzustellen?
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Re: Digitale Medien - Die neue Macht?

Beitragvon Occham » Sa 13. Mai 2017, 14:46

Aldemarin hat geschrieben:(09 May 2017, 18:40)

Was wäre eigentlich, wenn der US-Präsident Facebook und Twitter als "Gefährder der nationalen Sicherheit" erklären würde und sie zwingen würde, ihren Betrieb einzustellen?

Entfernt man einen Kopf, wachsen 2 neue nach.
Große Dinge haben kleine Ursachen.
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Wer hat die Hoheit? Staatsmacht oder Konzerne?

Beitragvon King Kong 2006 » So 4. Jun 2017, 22:43

Aktuell im Falle des Terroranschlags in London hat Premierministerin May neue Anstrengungen gegenüber den digitalen Giganten angekündigt.

Im Verbund mit anderen Demokratien will May die Internet-Giganten stärker unter Druck setzen, damit Rückzugsräume für Islamisten enger werden. Das ist gewiss eine wichtige Absicht. Wie schwierig aber die Umsetzung im Detail ist, lässt sich an deutschen Bemühungen ablesen, Holocaust-Leugner im Internet der Strafverfolgung zuzuführen. Und wie gelingt die Abgrenzung zu staatlicher Zensur à la China oder Russland? Dazu kam von May kein Wort.

derstandard.at/2000058739643-3441/Mays-peinliche-Wahlkampfrede


Justizminister Maas rackert sich seit geraumer Zeit damit ab Facebook klarzumachen, daß in Deutschland deutsche Gesetze gelten und nicht die von Facebook. Manche fühlen sich gegängelt, andere finden dafür Worte des Lobes. Wie immer hängt es wohl auch damit zusammen, wo man steht. Werden fake news, Hassbotschaften etc. kritisiert wird sich so mancher Reichsbürger, Rechtsradikaler und Verschwörungsprofi an George Orwell erinnert haben. Geht es um Hasspredigten und Verführer aus islamistischen Kreisen wird das wohl als überfällig betrachtet werden. Natürlich gibt es noch viele Themen mehr.

Auch das ist eine Folge der Globalisierung. Die Meinungshoheit ist nicht mehr in dem Maße vom Staat dominiert. Zumal jedes Individuum oder Gruppe soviel Meinung bilden kann, wie nie zuvor in der Geschichte der Medien. Die großen digitalen Mediengiganten tragen dies mit. Eine Frage ist, ob sie damit auch die Verantwortung übernehmen und wer kontrolliert die Konzerne (wenn sie auch noch im Ausland beheimatet sind) und wer garantiert, daß nicht irgendwann diese Konzerne bestimmen, was für Informationen verbreitet werden und welche nicht? Was sind die Richtlinien eines Konzernes? Die Ethik? Maßgeblich doch die Bilanz? Meiner Meinung nach sollte der Staat das letzte Wort haben. Aber auch das ist näher zu definieren. Auch China meint das.

Die Verfügbarkeit im Internet macht es möglich sich fast nur noch in "Echo-Räumen" aufzuhalten. Mit einer ganz speziell auf den einzelnen zugeschnittenen Wahrheit und Wahrnehmung. Man ignoriert oder blendet anderen Meinungen und Analysen aus und bedient sich nur noch dort, wo man seiner Meinung nach gut aufgehoben ist. Im Falle der Extremisten und Radikalen und die dafür Empfänglichen eine gefährliche Brutkammer.
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