Schulpolitik in BaWü

Moderator: Moderatoren Forum 5

Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 12603
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 10:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Billie Holiday » Sa 1. Apr 2017, 10:48

Hyde hat geschrieben:(01 Apr 2017, 11:37)

Um ein Dach einzudecken, braucht es auch nicht die Fähigkeit, lesen, schreiben oder rechnen zu können. Auch muss man dafür nicht wissen, wer Hitler war oder was die Europäische Union ist.

Sinn, Zweck und Aufgabe von Schule bzw Bildung geht darüber hinaus, die Kinder bloß auf einen Beruf vorzubereiten. Schule ist keine Berufsausbildung. Sondern Schule hat den Zweck, den Menschen allgemein zu bilden, um ihn gut und umfassend auf das spätere Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten.


Das habe ich nicht in Abrede gestellt. Tu nicht so, als wären die Handwerker alle Idioten ohne Schulabschluß. Natürlich müssen Handwerker rechnen können.

Einen Abschluß hinterhergeworfen zu bekommen, hat nichts mit Bildung zu tun. Frag mal ein paar Ausbilder, was einige Abiturienten so mitbringen an Allgemeinbildung und Fähigkeiten.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 42488
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon frems » Sa 1. Apr 2017, 11:23

Hyde hat geschrieben:(01 Apr 2017, 11:20)

Ich kann keinen Nachteil an einer gut gebildeten Bevölkerung erkennen. Wenn also inzwischen immer mehr Menschen ihr Abitur machen, dann ist das etwas gutes, nicht etwas schlechtes.

Man darf das auch nicht nur an wirtschaftlichen Gesichtspunkten messen. Eine höhere Bildung führt auch zu toleranteren Einstellungen, zu sinkender Kriminalität und zu kritischerem Denken.

Daher muss selbstverständlich jede Gesellschaft danach streben, möglichst viele gut gebildete Menschen hervorzubringen. Genau das jetzt schlechtzureden, finde ich völlig falsch.

Es gibt auch keinen pauschalen Nachteil. [...]Ich weiß nicht wie viele Beiträge dieser Art hier durch sämtliche Stränge von ihm geistern. [...] dass eine Scheinkorrelation in den Bereich "cum hoc ergo propter hoc" (hohe Arbeitslosigkeit in Spanien, höherer Akademikeranteil -> Akademisierung ist schuld) fällt. Dabei ist es schon irrsinnig, Volkswirtschaften einfach gleichzusetzen und den einzigen Unterschied bei einem Merkmal (Anteil Akademiker) zu sehen, so als gäbe es keine anderen Unterschiede zwischen der Wirtschaftsstruktur Spaniens und dem Rest der Welt. [...]

Blöderweise ist es auch im Falle Spaniens auch nicht nützlich, da dort Akademiker dreimal seltener arbeitslos sind als Unqualifizierte. Somit ist auch dieses selektive Beispiel, dessen Wahl nie begründet wurde, ungeeignet für angebliche Monokausalitäten. In Deutschland sieht's übrigens ähnlich aus. Und weil [...]macht er noch einen klassischen Strohmanntrugschluss und meint, wer seinen verbalen Amoklauf widerlegt, würde auf der selben Stufe das exakte Gegenteil plädieren (mehr Akademiker = automatisch weniger Arbeitslose, unabhängig von Fach, Branche, Region, ...). [...]
Zuletzt geändert von Brainiac am Sa 1. Apr 2017, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: [MOD] Unterstellungen, ad hominem
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 42488
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon frems » Sa 1. Apr 2017, 11:51

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Apr 2017, 11:48)
Einen Abschluß hinterhergeworfen zu bekommen, hat nichts mit Bildung zu tun. Frag mal ein paar Ausbilder, was einige Abiturienten so mitbringen an Allgemeinbildung und Fähigkeiten.

Mag ja sein. Die Frage ist bloß, was für die besagten Azubis sinnvoller wäre. Man hätte sie möglicherweise nach der Klasse 10 aussortieren können, damit sie dann direkt eine Lehre beginnen statt nochmal auf die Oberstufe zu gehen, klar. Ich bezweifle nur, dass sie dann über mehr Allgemeinbildung sowie bessere Mathe- und Deutschkenntnisse verfügen würden. Das würde ja heißen, dass sie durch zwei/drei weitere Schuljahre nicht mehr Schulbildung erhielten, sondern weniger bzw. schlechter wurden. Und nunja, für fachliche Fähigkeiten sind der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule zuständig. Das war früher nicht anders.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4771
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Brainiac » Sa 1. Apr 2017, 14:08

[MOD] Dieser persönliche Schlagabtausch ist hier jetzt beendet, bitte sachlich bleiben. Die letzten Beiträge habe ich noch editiert, weitere Posts dieser Art wandern unbearbeitet in die Ablage.

Wenn jemandem der eine oder andere Beitrag nun etwas verstümmelt vorkommt, so ist das eben das Ergebnis, wenn Sachargument und persönlicher Angriff schön geschickt formulierungstechnisch miteinander verquickt werden, einzige Alternative wäre Komplettentsorgung.

Ausserdem Spam eliminiert, hier geht es nicht um die "Asylinvasion" und man sollte dafür auch besser einen anderen Begriff wählen, der keine keulenschwingenden Räuberhorden assoziiert.
this is planet earth
Benutzeravatar
Hyde
Beiträge: 761
Registriert: Di 14. Jun 2016, 17:15

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Hyde » Sa 1. Apr 2017, 18:36

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Apr 2017, 11:48)
Einen Abschluß hinterhergeworfen zu bekommen, hat nichts mit Bildung zu tun. Frag mal ein paar Ausbilder, was einige Abiturienten so mitbringen an Allgemeinbildung und Fähigkeiten.


Statistisch lässt sich der Eindruck, dass das Niveau der Bildung gesunken sei, jedenfalls nicht belegen. Geht man nach den PISA Studien, so haben sich deutsche Schüler im Gegenteil in den letzten 15 Jahren wesentlich verbessert, mehr als fast alle anderen Nationen.

Mein Eindruck, warum heute mehr Menschen Abitur machen, ist eher, dass Bildung heutzutage einen deutlich höheren Stellenwert hat. Meine Großeltern beispielsweise haben fast alle nur einen Hauptschulabschluss, obwohl sie eigentlich intelligent sind. Aber damals war (auch für ihre Eltern) klar, dass sie mit 15 Jahren in der Landwirtschaft der Familie mitarbeiten oder eine Ausbildung zu machen, anstatt sich mit unnötigen Scherzen wie Schulbildung oder gar akademischen Laufbahnen zu beschäftigen.
Auch meine Eltern haben mir oft erzählt, dass in ihrer Generation noch jede Menge ihrer Mitschüler nach der 10. Klasse vom Gymnasium abgingen, um eine berufliche Lehre zu machen, obwohl sie oft gute Schüler waren und das Abitur locker geschafft hätten. Oder andere Schüler gingen nach der Grundschule gar nicht erst aufs Gymnasium, obwohl sie locker gut genug dafür waren.

Das ist heutzutage eben ganz anders. Heutzutage geht jeder aufs Gymnasium, der es sich irgendwie leisten kann, und niemand würde freiwillig vom Gymnasium runtergehen. Und Eltern fördern heutzutage die Bildung ihrer Kinder, anstatt sie wie früher zu behindern ("was willst du schon mit Abitur? Geh lieber Geld verdienen!").

Es hat also ein klarer Mentalitätswechsel in der Gesellschaft stattgefunden, man ist sehr viel aufgeschlossener gegenüber Bildung, sehnt sich regelrecht danach. Und das zeigt sich dann eben natürlich in höheren Abiturquoten und Studierendenquoten.

Ich finde das sehr gut.
Benutzeravatar
Kibuka
Beiträge: 20915
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 20:35
Benutzertitel: Der schon länger hier lebt
Wohnort: München

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Kibuka » Di 4. Apr 2017, 18:26

Hyde hat geschrieben:(01 Apr 2017, 11:20)

Ich kann keinen Nachteil an einer gut gebildeten Bevölkerung erkennen. Wenn also inzwischen immer mehr Menschen ihr Abitur machen, dann ist das etwas gutes, nicht etwas schlechtes.

Man darf das auch nicht nur an wirtschaftlichen Gesichtspunkten messen. Eine höhere Bildung führt auch zu toleranteren Einstellungen, zu sinkender Kriminalität und zu kritischerem Denken.

Daher muss selbstverständlich jede Gesellschaft danach streben, möglichst viele gut gebildete Menschen hervorzubringen. Genau das jetzt schlechtzureden, finde ich völlig falsch.


Unsinn!

Du verwechselst Abitur und Bildung miteinander.

Eine gute Bildung bedeutet nicht, jedem die Hochschulreife auszustellen, sondern jedem eine möglichst gute Bildung angedeihen zu lassen.

Die Abschlüsse spiegeln die Verteilung von Intelligenz und letztlich Befähigung wider. Die Intelligenz ist bekanntlich in der Bevölkerung nicht gleichverteilt, sondern unterschiedlich (Gauß). Der Versuch jedem denselben Bildungsabschluss zu verleihen, ist der Versuch der Gleichschaltung von individuellen Merkmalen. Gleichmacherei, die den feuchten Träumen von Sozialisten entsprechen, in deren Augen alles und jeder gleich ist, ob Mann oder Frau, dumm oder klug, schön oder häßlich.

Nein. Weder ist jedermann ein guter Fußballspieler, noch verdient jedermann das Abitur.
Have no heroes, look up to no-one, for if you do, the best you'll ever be is second. If you have to ask why, you'll never understand!

„Weil das Wohl von einem genauso schwer wiegt, wie das Wohl von vielen.“
Benutzeravatar
Kibuka
Beiträge: 20915
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 20:35
Benutzertitel: Der schon länger hier lebt
Wohnort: München

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Kibuka » Di 4. Apr 2017, 18:29

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Apr 2017, 11:25)

Das Abi zu verteilen wie Schokolade hat ja nichts mit Bildung zu tun.
Ein guter Freund sitzt im Personalrat einer Bank und erzählt seit Jahren, dass die Schulabgänger zum Teil trotz Abi miserabel sind.

Um Dein Dach vernünftig einzudecken, braucht es kein Abitur, da braucht es handwerkliches Geschick und Kraft.

Eine gute Mischung aus Akademikern und Handwerkern /Dienstleistern ist sinnvoll.


Gut! Du hast es verstanden. :thumbup:

Dass das Bildungssystem durchlässiger für Abschlüsse auf dem zweiten Bildungsweg wird, ist übrigens sehr zu begrüßen. Jeder soll jederzeit die Möglichkeit bekommen sich fortzubilden und sich nachträglich zu qualifizieren.

Aber die Standards abzusenken, um möglichst große Prozentsätze durch das Abitur zu prügeln wird weder der deutschen Wirtschaft weiterhelfen, noch der Gesellschaft insgesamt.

Das ist so, als ob man beim Hochsprung die Latte immer tiefer hängt, bis am Ende selbst der Schlechteste darüber springen kann.
Have no heroes, look up to no-one, for if you do, the best you'll ever be is second. If you have to ask why, you'll never understand!

„Weil das Wohl von einem genauso schwer wiegt, wie das Wohl von vielen.“
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon elmore » Do 10. Aug 2017, 03:16

In Grundschulen
Kinder sollen wieder richtig schreiben lernen
Immer mehr Bundesländer kehren davon ab, dass die Texte der Kinder erst einmal nach Gehör verfasst werden – denn die Ergebnisse sind schauerlich.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schreiben-nach-gehoer-immer-mehr-bundeslaender-kehren-ab-15138342.html

Aus dem Artikel von faz-net, 9.8.2017 zitiert:
"Immer mehr Bundesländer kehren ganz oder teilweise vom „Schreiben nach Gehör“ in Grundschulen ab. In Baden-Württemberg und Hamburg ist die viel- kritisierte Methode schon verboten – und vorgeschrieben,
dass wieder auf korrekte Rechtschreibung geachtet werden muss. Nordrhein-Westfalen erwägt das ebenfalls: Nach Angaben des Schulministeriums lässt Ministerin Yvonne Gebauer von der FDP im nächsten Schuljahr prüfen,
wie Rechtschreibung an den Grundschulen vermittelt wird.


Derzeit herrscht in den Schulen oft ein Methodenmix; auf der reinen Lehre des „Lesens durch Schreiben“ aus den siebziger Jahren beharren nur noch wenige. Aber in der Nachfolge des auch in Deutschland tätigen, inzwischen verstorbenen Schweizer Pädagogen Jürgen Reichen unterstellen immer noch viele Lehrer, dass sich Kinder durch die Lust am Verfassen zusammenhängender Texte die Rechtschreibung mehr oder weniger selbst aneignen.

Aus Sicht der Kritiker benachteiligt das Schreiben nach Gehör vor allem Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch solche aus bildungsfernen Familien.
Deren Eltern könnten nachmittags nicht mit ihren Kindern üben, richtig zu schreiben. Ein weiteres Problem ist für Kinder mit anderer Muttersprache
die oft verwendete Anlauttabelle: Zu jedem Buchstaben ist darin ein Gegenstand abgebildet, der mit diesem Buchstaben beginnt; damit klauben sich
Erstklässler Buchstabe für Buchstabe ihre Wörter zusammen. Aber ausländische Kinder verbinden mit den Bildern natürlich andere Laute.



In Baden-Württemberg wurde das Schreiben nach Gehör verboten, nachdem das Land in Rechtschreibvergleichen abgesackt war.



In Bayern wird „Lesen durch Schreiben“ ebenfalls nicht angewendet – wie in Hamburg gibt es dort einen verbindlichen Grundwortschatz von rund 800 Wörtern.
Der soll am Ende der Grundschulzeit sitzen; immerhin diese Wörter müssen dann also richtig geschrieben werden.



In Hessen arbeiten Lehrer zwar nach wie vor viel mit Anlauttabellen und nach dem Prinzip, dass es eine „Kinderschreibweise“ gibt und,
davon abgehoben, eine „Erwachsenenschreibweise“, die für alle verbindlich gilt. Aber auch dort legt das Kultusministerium Wert darauf,
dass von Anfang an auf korrektes Schreiben geachtet werde.
Und im neuen Schuljahr sollen mehr als fünfzig hessische Schulen probeweise mit einem am bayerischen Grundwortschatz orientierten Wortschatz arbeiten.


Offenbar nicht nur in BaWü scheint man den Spruch "Wir können alles ausser Hochdeutsch" nicht mehr so lustig zu finden. Vor allem, wenn es darum geht,
wenigstens einen Grundwortschatz von rund 800 Wörter halbwegs unfallfrei zu schreiben und daraus wenigstens einfache, ganze Sätze bilden zu können.

Irgendetwas "Wildes" muss in den Gehirnen der Pädagogen/-innen und der verantwortlichen BildungspolitikerInnen passiert sein. Man findet wieder Gefallen daran,
Kindern korrekte Rechtschreibung beizubringen.

Ein geradezu revolutionärer Schwenk der Bildungspolitik. :D
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 8646
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon odiug » Do 10. Aug 2017, 05:08

Das "Problem", wenn man es so bezeichnen will, ist doch, daß sich unsre Gesellschaft zunehmend differenziert und die Lernkonzepte nach dem Motto "one size fits all" einfach obsolet sind und sich überlebt haben.
Schulen müssen flexibler werden und es muß Lehrern die Möglichkeit an die Hand gegeben werden, auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern besser einzugehen.
Da führt kein Weg daran vorbei.
Die Aufgabe der Politik ist es, diesen Prozess so effizient wie möglich zu gestalten.
Es ist nicht Aufgabe der Politik sich in die Lehrinhalte einzumischen.
Das sollte Aufgabe der Universitäten und Pädagogen sein.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Flaschengeist
Beiträge: 907
Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Flaschengeist » Do 10. Aug 2017, 07:30

Letzter-Mohikaner hat geschrieben:(29 Oct 2016, 14:39)

Selbst mit ausreichend Lehrern... Es geht um die Inhalte, die vermittelt werden, und die an die Schüler gestellten Anforderungen. Die Latte wird schließlich immer tiefer gelegt...



Kretschmann will 11.600 Lehrer-Stellen streichen

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sc ... 43705.html

Grün-Schwarz will 1.074 Lehrerstellen streichen

https://www.gew-bw.de/presse/detailseit ... streichen/

Wenn man wie die GRÜNEN gleich beginnt Lehrerstellen zu strechen ist das doch kein Wunder.

Aber als Ausgleich hat man ja den Gendertag. :)

„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

Christopher Clark
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon elmore » Do 10. Aug 2017, 11:38

odiug hat geschrieben:(10 Aug 2017, 06:08)

... und die Lernkonzepte nach dem Motto "one size fits all" einfach obsolet sind und sich überlebt haben...
Schulen müssen flexibler werden und es muß Lehrern die Möglichkeit an die Hand gegeben werden, auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern besser einzugehen.


Darf ich dieser Formulierung entnehmen, dass sie mit "one size fits it all" genau die Rechtschreibung meinten? Explizit wenigstens die Minimalfertigkeit- bzw. -fähigkeit,
einen Grundwortschatz von ca. 800 Wörtern sowohl lesen als auch schreiben zu können, wie gesagt, halbwegs fehlerfrei. Was das Begreifen von Inhalten und Zusammenhängen
von einfacheren Sätzen, die aus diesem Grundwortschatz gebildet sind, miteinschlösse.

Und Sie das für obsolet oder überlebt halten und es besser den Lehrern bzw. PädagogenInnen überlassen sein sollte, ob den Kindern lieber erlebnisorientierte
Aufsätze und dergleichen ermöglichen sollten, deren schriftliche Niederlegung sich dann wie vollkommen idiotisches "Deutsch" liest. Eben so, wie Kinder das hören
und dann hinkritzeln. Ich halte das ehrlich gesagt für schlichten Wahnsinn und verantwortungslos an den Kindern. Auch wenn mich die sog. fortschrittlichen? PädagogenInnen
dafür vierteilen mögen.

Für mich gibt es einige universelle Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Schule als Allgemeinbildung Kindern beizubringen hat. Dazu gehören neben Rechtschreibung und
wenigstens der Vermittlung des bereits zitierten Grundwortschatzes auch die Grundrechenarten, das kleine Einmaleins.

Aber ich schätze, mit dieser Meinung bin ich bereits obsolet. Habe mich überlebt. Bin aus der Zeit gefallen.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Flaschengeist
Beiträge: 907
Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Flaschengeist » Do 10. Aug 2017, 12:14

Hyde hat geschrieben:(01 Apr 2017, 11:37)

Um ein Dach einzudecken, braucht es auch nicht die Fähigkeit, lesen, schreiben oder rechnen zu können. Auch muss man dafür nicht wissen, wer Hitler war oder was die Europäische Union ist.

Sinn, Zweck und Aufgabe von Schule bzw Bildung geht darüber hinaus, die Kinder bloß auf einen Beruf vorzubereiten. Schule ist keine Berufsausbildung. Sondern Schule hat den Zweck, den Menschen allgemein zu bilden, um ihn gut und umfassend auf das spätere Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten.



Wie viele Dächer haben Sie denn schon eingedeckt?

Sie scheinen einen ziemlich seltsamen Eindruck vom Handwerk zu haben.
„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

Christopher Clark
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 8646
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon odiug » Do 10. Aug 2017, 14:35

elmore hat geschrieben:(10 Aug 2017, 12:38)

Darf ich dieser Formulierung entnehmen, dass sie mit "one size fits it all" genau die Rechtschreibung meinten? Explizit wenigstens die Minimalfertigkeit- bzw. -fähigkeit,
einen Grundwortschatz von ca. 800 Wörtern sowohl lesen als auch schreiben zu können, wie gesagt, halbwegs fehlerfrei. Was das Begreifen von Inhalten und Zusammenhängen
von einfacheren Sätzen, die aus diesem Grundwortschatz gebildet sind, miteinschlösse.

Und Sie das für obsolet oder überlebt halten und es besser den Lehrern bzw. PädagogenInnen überlassen sein sollte, ob den Kindern lieber erlebnisorientierte
Aufsätze und dergleichen ermöglichen sollten, deren schriftliche Niederlegung sich dann wie vollkommen idiotisches "Deutsch" liest. Eben so, wie Kinder das hören
und dann hinkritzeln. Ich halte das ehrlich gesagt für schlichten Wahnsinn und verantwortungslos an den Kindern. Auch wenn mich die sog. fortschrittlichen? PädagogenInnen
dafür vierteilen mögen.

Für mich gibt es einige universelle Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Schule als Allgemeinbildung Kindern beizubringen hat. Dazu gehören neben Rechtschreibung und
wenigstens der Vermittlung des bereits zitierten Grundwortschatzes auch die Grundrechenarten, das kleine Einmaleins.

Aber ich schätze, mit dieser Meinung bin ich bereits obsolet. Habe mich überlebt. Bin aus der Zeit gefallen.

Nein ... sie dürfen das meiner Formulierung so nicht entnehmen.
Ich meinte eben nicht, das jeder ein anderes Deutsch lernen darf, sondern das ein jeder anders Deutsch lernen kann.
Und wenn sie des Deutschen selbst mächtig sind, dann verstehen sie auch den Unterschied, weshalb ich auf den Rest ihres Beitrags auch gar nicht näher eingehen mag.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon elmore » Do 10. Aug 2017, 17:33

odiug hat geschrieben:(10 Aug 2017, 15:35)
...sondern das ein jeder anders Deutsch lernen kann.
Und wenn sie des Deutschen selbst mächtig sind, dann verstehen sie auch den Unterschied, weshalb ich auf den Rest ihres Beitrags auch gar nicht näher eingehen mag.


Darin, in der unterschrichenen Passage liegt der Knackpunkt. Genau da hakt es. Die lernen kein Deutsch. Die können es weder richtig lesen noch schreiben.
Und wenn genau diese individuellen Lernmethoden dann von Pädagogen und -innen auch noch verteidigt werden, obwohl das Ergebnis dieser
individuellen Methoden eben mager bis katastrophal ist, dann sollte man darüber reden, auch über diese Lernmethoden und deren Lernziele…oder nicht?

Und nein, leider bin ich des Deutschen nicht mächtig, wie sie ja sehen können...
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 8646
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon odiug » Fr 11. Aug 2017, 06:15

elmore hat geschrieben:(10 Aug 2017, 18:33)

Darin, in der unterschrichenen Passage liegt der Knackpunkt. Genau da hakt es. Die lernen kein Deutsch. Die können es weder richtig lesen noch schreiben.
Und wenn genau diese individuellen Lernmethoden dann von Pädagogen und -innen auch noch verteidigt werden, obwohl das Ergebnis dieser
individuellen Methoden eben mager bis katastrophal ist, dann sollte man darüber reden, auch über diese Lernmethoden und deren Lernziele…oder nicht?

Und nein, leider bin ich des Deutschen nicht mächtig, wie sie ja sehen können...

Nochmals ... unsre Gesellschaft differenziert sich.
Das ist ein Fakt, wird sich auch nicht mit Parolen wie "Ausländer raus", "Abschieben", "Obergrenze" oder von mir aus auch "Leitkultur" ändern.
Darauf muss die Schule reagieren.
Wie, das sollte man den Lehren überlassen.
Wie dieser Prozess, der auch fehlerhaft sein kann, zu steuern ist und möglichst effizient zu gestalten ist, das ist Aufgabe der Politik.
Nur die alte Volksschule mit Frontalunterricht ist heute obsolet ... funktioniert nicht, scheitert an den Herausforderungen der Gesellschaft.
Wenn wir jetzt auf die Migranten eingehen wollen, dann bin ich der Meinung, dass man von Seiten der Schule auch mal schauen sollte, was diese Kinder und Jugendliche denn mitbringen.
Ich verstehe zum Beispiel bis heute nicht, warum Türkisch oder auch Arabisch nicht als Fremdsprache anerkannt wird.
Erfolg in der Schule, hängt auch davon ab, ob die Fähigkeiten der Kinder anerkannt werden oder eben nicht.
Das gilt fächerübergreifend.
Erfolg und Anerkennung in einem Fach führt automatisch auch zu besseren Lernerfolgen in anderen Fächern.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 12603
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 10:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Billie Holiday » Fr 11. Aug 2017, 06:28

odiug hat geschrieben:(11 Aug 2017, 07:15)

Nochmals ... unsre Gesellschaft differenziert sich.
Das ist ein Fakt, wird sich auch nicht mit Parolen wie "Ausländer raus", "Abschieben", "Obergrenze" oder von mir aus auch "Leitkultur" ändern.
Darauf muss die Schule reagieren.
Wie, das sollte man den Lehren überlassen.
Wie dieser Prozess, der auch fehlerhaft sein kann, zu steuern ist und möglichst effizient zu gestalten ist, das ist Aufgabe der Politik.
Nur die alte Volksschule mit Frontalunterricht ist heute obsolet ... funktioniert nicht, scheitert an den Herausforderungen der Gesellschaft.
Wenn wir jetzt auf die Migranten eingehen wollen, dann bin ich der Meinung, dass man von Seiten der Schule auch mal schauen sollte, was diese Kinder und Jugendliche denn mitbringen.
Ich verstehe zum Beispiel bis heute nicht, warum Türkisch oder auch Arabisch nicht als Fremdsprache anerkannt wird.
Erfolg in der Schule, hängt auch davon ab, ob die Fähigkeiten der Kinder anerkannt werden oder eben nicht.
Das gilt fächerübergreifend.
Erfolg und Anerkennung in einem Fach führt automatisch auch zu besseren Lernerfolgen in anderen Fächern.


Gut, dass die Ostasiaten sich sehr anstrengen und wir nicht auch z.B. Vietnamesisch als Schulfach anbieten sollen, die packen die Schule auch so.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 8646
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon odiug » Fr 11. Aug 2017, 07:00

Billie Holiday hat geschrieben:(11 Aug 2017, 07:28)

Gut, dass die Ostasiaten sich sehr anstrengen und wir nicht auch z.B. Vietnamesisch als Schulfach anbieten sollen, die packen die Schule auch so.

Warum wird in den USA nicht über Probleme mit arabischen oder türkischen Migranten berichtet ?
Warum in Deutschland nicht über die Schwierigkeiten der mexikanischen Bevölkerung ?
Jeder schlägt sich mit den Problemen herum, die er selbst hat und nicht mit denen, die andere haben.
Und jede Gesellschaft muß sich eben mit der Migration befassen, die sie betrifft.
Wir leben nicht in Süd-Ostasien und ich bin mir sicher, daß die Situation mit vietnamesischen Migranten dort, zB Thailand eine andere ist, als hier in Deutschland.
Es gibt in Süd-Ostasien immer wieder Probleme mit der dort lebenden chinesischen Minderheit ... kennen wir hier jetzt so auch nicht.
In Japan sind es Koreaner ... machen bei uns auch keine Probleme.
Manchmal habe ich das Gefühle, mann müsste nur die Migranten austauschen und alles wäre paletti :p
Wir nehmen die Mexikaner aus den USA, die die Chinesen aus Vietnam und dorthin gehen unsre Türken und wir wären alle glücklich :D
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
Fuerst_48
Beiträge: 3710
Registriert: Mi 22. Jan 2014, 20:09
Benutzertitel: Cogito, ergo sum

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 11. Aug 2017, 09:19

Billie Holiday hat geschrieben:(11 Aug 2017, 07:28)

Gut, dass die Ostasiaten sich sehr anstrengen und wir nicht auch z.B. Vietnamesisch als Schulfach anbieten sollen, die packen die Schule auch so.

Lernbegierig und vom Ehrgeiz zerfressen. Das sind die meisten Asiaten. Bei uns in Europa ist es eher umgekehrt. Leider..
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 8646
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon odiug » Fr 11. Aug 2017, 09:41

Darf ich mal an die vietnamesische Zigarettenmafia erinnern und wie Neo Nazis nach dem Fall der Mauer auf die vietnamesischen Gastarbeiter in der "Zone" einschlugen ?
Das Gesocks nimmt sich die vor, die halt gerade zur Hand sind.
Dabei spielt deren Herkunft kaum eine Rolle.
Gäbe es in Deutschland keine Ausländer, dann würden die in Thüringen halt auf Rheinländer einschlagen und umgekehrt ... ist völlig austauschbar.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 12603
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 10:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Schulpolitik in BaWü

Beitragvon Billie Holiday » Fr 11. Aug 2017, 12:56

odiug hat geschrieben:(11 Aug 2017, 10:41)

Darf ich mal an die vietnamesische Zigarettenmafia erinnern und wie Neo Nazis nach dem Fall der Mauer auf die vietnamesischen Gastarbeiter in der "Zone" einschlugen ?
Das Gesocks nimmt sich die vor, die halt gerade zur Hand sind.
Dabei spielt deren Herkunft kaum eine Rolle.
Gäbe es in Deutschland keine Ausländer, dann würden die in Thüringen halt auf Rheinländer einschlagen und umgekehrt ... ist völlig austauschbar.


Was hat das mit Schulpolitik zu tun?
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast