Literaturnobelpreis 2016

Moderator: Moderatoren Forum 5

jellobiafra
Beiträge: 864
Registriert: Sa 20. Sep 2008, 18:42

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon jellobiafra » Sa 15. Okt 2016, 12:11

Ich wollte mit dem Vergleich mit Tarantino (David Lynch ist natürlich auch ein gutes Beispiel) eine ernsthafte Parallele aufzeigen (also nicht Lindenberg oder gar Dieter Bohlen oder Sybille Bergs Tweed mit dem Physiknobelpreis).

Wenn einer nur Drehbücher schreibt, sich also in einer anerkannten Kunstgattung aber außerhalb der "kanonisierten" Literaturgattungen bewegt, dies aber jahrzehntelang künstlerisch hochwertig und innovativ macht, hat er den Literaturnobelpreis verdient oder nicht? - und wäre es ein zulässiges Argument jetzt zu sagen, als Drama funktioniert das aber nicht?
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 7628
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 15. Okt 2016, 20:55

Jekyll hat geschrieben:(14 Oct 2016, 22:42)

Das ist es ja. Mit Bob Dylan wurde die Messlatte ein Stück runtergesetzt und vielleicht eine Grenze überschritten, da spricht auch nichts mehr dagegen, warum man damit nicht fortfahren und die Messlatte noch ein Stück weiter runtersetzen sollte...und plötzlich erscheint auch ein Grönemeyer als Kandidat nicht mehr so ganz abwegig. Schrittweise Trivialisierung. Irgendwann werden noch Comic-Zeichner mit Nobelpreisen bedacht werden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Watchmen

Hier gehts um einen Literaturnobelpreis. Um die Entscheidung zu verstehen, müsstest Du dich erstmal in die unglaubliche Magie dieser Texte hineinversetzen bzw. sie überhaupt erst mal bewusst lesen oder hören. Und Dylan nicht zunächst nur als (zeitweilig) erfolgreichen Musiker sehen. Insbesondere die wichtigen, die allesamt dunkel, schwierig, verschlossen, rätselhaft und eben magisch sind.
Ain't Talkin' von Modern Times (2006) ist so ein Stück

As I walked out tonight in the mystic garden
The wounded flowers were dangling from the vines
I was passing by yon cool and crystal fountain
Someone hit me from behind

Ain't talkin', just walkin'
Through this weary world of woe
Heart burnin', still yearnin'
No one on earth would ever know

They say prayer has the power to help
So pray from the mother
In the human heart an evil spirit can dwell
I'm trying to love my neighbor and do good unto others
But oh, mother, things ain't going well
..

usw der Song ist fast 9 Minuten lang.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 7628
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 15. Okt 2016, 21:03

Davon mal abgesehen: Warum um alles in der Welt soll Comic-Autoren prinzipiell der Literaturnobelpreis vorenthalten bleiben?
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 7628
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 15. Okt 2016, 22:01

Ich habe so gut wie alle ins Deutsche übersetzte Bücher Lems teilweise zigfach gelesen. Ich schätze ihn über alle Maßen. Die Verfilmung von Lems "Solaris" etwa habe ich sicherlich mindestens 15 mal gesehen. Ein herausragender Autor. Mit einer genialen Prophetiegabe und einer Mischung aus hintergründigem Humor und philosophischer Tiefe. An die historische Einmaligkeit und Bedeutsamkeit und Faszinatiuon der Dylan-Texte kommt er dennoch nicht heran!
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 8728
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll
Wohnort: Terrania-City

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Jekyll » So 16. Okt 2016, 03:26

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Oct 2016, 21:55)

Hier gehts um einen Literaturnobelpreis. Um die Entscheidung zu verstehen, müsstest Du dich erstmal in die unglaubliche Magie dieser Texte hineinversetzen bzw. sie überhaupt erst mal bewusst lesen oder hören. Und Dylan nicht zunächst nur als (zeitweilig) erfolgreichen Musiker sehen. Insbesondere die wichtigen, die allesamt dunkel, schwierig, verschlossen, rätselhaft und eben magisch sind.
Magisch, verschlossen sein...dunkle, rätselhafte Andeutungen machen...sowas kann jeder mit durchschnittlichem Talent fabrizieren. Sind solche Texte wirklich nen Nobelpreis wert?
Kahn hat es begriffen => https://youtu.be/GMnBOQAxe4c
jellobiafra
Beiträge: 864
Registriert: Sa 20. Sep 2008, 18:42

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon jellobiafra » So 16. Okt 2016, 07:03

Der Glaube eines Künstlers ist durchaus von Bedeutung, wenn er sich in seinem Werk niederschlägt. So in dem wunderbaren "Huibui bleibet meine Freude" von Bach.
jellobiafra
Beiträge: 864
Registriert: Sa 20. Sep 2008, 18:42

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon jellobiafra » So 16. Okt 2016, 07:06

Was ich unberechtigt finde, ist, dass bisher weder ein Kriminal- noch ein Science-fiction Autor einen Literaturnobelpreis bekommen haben. Kandidaten gäbe es ja genug (Lem, Bradbury, Highsmiths, Chandler)
jellobiafra
Beiträge: 864
Registriert: Sa 20. Sep 2008, 18:42

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon jellobiafra » So 16. Okt 2016, 09:01

aus dem wunderschönen aber relativ unbekannten Lied dark eyes (1985) mag ich diese schönen und klugen Sätze:

They tell me to be discreet for all intended purposes
They tell me revenge is sweet and from where they stand, I'm sure it is
But I feel nothing for their game, where beauty goes unrecognized
All I feel is heat and flame, and all I see are dark eyes.

Jetzt ist aber erst einmal Schluss von mir
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Wildermuth » So 16. Okt 2016, 09:26

Jekyll hat geschrieben:(16 Oct 2016, 04:26)

Magisch, verschlossen sein...dunkle, rätselhafte Andeutungen machen...sowas kann jeder mit durchschnittlichem Talent fabrizieren. Sind solche Texte wirklich nen Nobelpreis wert?


Was ist überhaupt Literatur? Einfach nur ein bisschen raunen und dann hat mans? Wie wirkt Literatur auf dich? Einfach nur unterhaltsam?
Benutzeravatar
Nathan
Beiträge: 3892
Registriert: Do 18. Jun 2015, 10:54
Benutzertitel: Geh weida!
Wohnort: München

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Nathan » So 16. Okt 2016, 11:13

jellobiafra hat geschrieben:(16 Oct 2016, 08:06)

Was ich unberechtigt finde, ist, dass bisher weder ein Kriminal- noch ein Science-fiction Autor einen Literaturnobelpreis bekommen haben. Kandidaten gäbe es ja genug (Lem, Bradbury, Highsmiths, Chandler)


Da gibt es einen Unterschied. Der von mir hochverehrte Stanislaw Lem, dessen in deutscher Sprache erschienen Bücher ich fast ausnahmslos hüte wie einen Schatz (zum Teil in diesen Regenbogenfarben des Suhrkampverlags, wobei bei Lem eindeutig lila überwiegt) glänzt ja nicht nur durch seine frechen, ironischen, aber keineswegs utopischen Visionen, soindern auch durch eine scharf pointierte, freche und ironische Sprache. Geistreich und witzig, spannend und logisch, warmherzig und respektvoll, so war Lem immer in seinen Büchern. Nur eines war er nicht, wollte und konnte es wohl auch nicht sein, nämlich "poetisch". Er war ein sehr präziser Sprachhandwerker, aber kein Dichter.

Dylan ist Dichter rund Poet, tief fühlend ohne Schärfe und Präzision, Raum gebend für eigene Interpretationen, mit starken Gefühlen, und er ist nicht nur stilprägend für inzwischen zwei Generationen von Musikern sondern auch stilprägend für zwei Generationen Musikfreunden. Dylan war dabei schon immer eigensinnig und antikommerziell und hat seine Kunst nie Diktaten von außen unterworfen. Seine Texte und seine Melodien bilden eine herausragende Einheit.

Danke an den, der den Musikstrang mit Dylan-Covers eröffnet hat. Durch die Cover sieht man erst richtig den Raum und die Tiefe und die vielfältigen Spielräume, die Musik und Texte zur Interpretation gewähren. Gerade die Qualität der Coverversionen verweist auf die absolute literarische Qualität des Originals, denn die Texte sind nicht veräußerbar, die musikalischen Schwerpunkte durchaus und dennoch sind auch die Coverversionen jedes ein Kunstwerk für sich.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 7628
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 17. Okt 2016, 07:09

Jekyll hat geschrieben:(16 Oct 2016, 04:26)

Magisch, verschlossen sein...dunkle, rätselhafte Andeutungen machen...sowas kann jeder mit durchschnittlichem Talent fabrizieren. Sind solche Texte wirklich nen Nobelpreis wert?


Ist ja nur ein Aspekt. Es lassen sich zahllose weitere hinzufügen, die die Einmaligkeit seines poetischen Werks begründen. So etwa die Vielfältigkeit der auftretenden Personen und Figuren in seinen Texten. Auf der einen Seite ein Gegenentwurf zum modern gewordenen Seelen-Exhibitionismus und der gängigen Ich-Beschau. Auf der anderen Seite ist diese ganze seltsame Welt der Mr. Jonese und der Tambourin-Männer eben genau und nur die Welt des Bob Dylan. Wie in dem weiter oben zitierten Artikel zur Parallele mit Brecht: Individuen, die sich hinter einer poetischen Phantasiewelt zurückziehen und verschanzen. "Wer immer es ist, den ihr sucht, ich bin es nicht“ heißt es bei Brecht, "It ain’t me, babe" bei Dylan.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
yogi61
Moderator
Beiträge: 46852
Registriert: So 1. Jun 2008, 10:00
Benutzertitel: Lupenreiner Demokrat
Wohnort: Bierstadt von Welt

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon yogi61 » Mo 17. Okt 2016, 18:12

Nobelpreis-Akademie gibt es auf - Bob Dylan nicht zu erreichen
ch gehe mal davon aus, dass bislang keiner der bislang Ausgezeichneten so scheinbar gleichgültig auf den Literaturnobelpreis reagiert hat wie Bob Dylan. Den hat die Schwedische Akademie noch immer nicht erreicht und nun erstmal die Kontaktversuche aufgegeben. "Momentan machen wir nichts", sagte die ständige Sekretärin der Akademie, Sara Danius, dem schwedischen Sender SR. "Ich habe angerufen und E-Mails an seinen engsten Mitarbeiter geschickt und sehr freundliche Antworten bekommen. Im Moment genügt das völlig." Dylan war am Donnerstag als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden - was er bislang völlig reaktionslos hingenommen hat, wenn mal davon absieht, dass er am Tag der Auszeichnung "Blowin' in the Wind" bei einem Konzert gespielt hat. Den Preis bekommt er aber auch, sollte er im Dezember nicht zur Verleihung kommen. Es gibt mindestens einen, der in der Kategorie "Kalte Schulter" noch vor Dylan steht: Der Franzose Jean-Paul Sartre lehnte den Preis 1964 ab.

http://www.n-tv.de/der_tag/Montag-17-Ok ... 68266.html

Tja. :)
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 8728
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll
Wohnort: Terrania-City

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Jekyll » Mo 17. Okt 2016, 20:31

Wahrscheinlich kann er selber nicht daran glauben, dass er den Literaturnobelpreis bekommen hat, und wartet erstmal ab.

Vielleicht...vielleicht plagen ihn sogar Schuldgefühle...gegenüber Thomas Mann, Hesse, Grass und allen anderen, echten Literaten. (Oh Gott! Was habe ich getan?!)


Kann ich voll verstehen. :)
Kahn hat es begriffen => https://youtu.be/GMnBOQAxe4c
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 8728
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll
Wohnort: Terrania-City

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Jekyll » Mo 17. Okt 2016, 20:35

Ich habe mir Verstärkung geholt (wenn auch ein ganz anderer Ansatz):

"Falscher Preis für den Richtigen"
Die Entscheidung für Bob Dylan als Literaturnobelpreisträger soll unkonventionell und zeitgemäß wirken. In Wahrheit ist sie Ausdruck von Desinteresse, von Unsicherheit und vielleicht sogar von Arroganz.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/literaturnobelpreis-2016-fuer-bob-dylan-ist-falsche-entscheidung-14482992.html
Kahn hat es begriffen => https://youtu.be/GMnBOQAxe4c
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Wildermuth » Mo 17. Okt 2016, 23:05

Jekyll hat geschrieben:(17 Oct 2016, 21:31)

Wahrscheinlich kann er selber nicht daran glauben, dass er den Literaturnobelpreis bekommen hat, und wartet erstmal ab.

Vielleicht...vielleicht plagen ihn sogar Schuldgefühle...gegenüber Thomas Mann, Hesse, Grass und allen anderen, echten Literaten. (Oh Gott! Was habe ich getan?!)


Kann ich voll verstehen. :)


In dem fall würde er ihn nicht annehmen.

Wie stehts mit deinen schuldgefühlen? Fühlst du dich schuldig, wenn du sinnvolle postings liest? Wenn du z.b. erdogan bejubelst, obwohl er gar kein "echter poltiker" ist, sondern nur ein größenwahnsinniger Gauner?

Kännte ich voll verstehen!
Benutzeravatar
Nathan
Beiträge: 3892
Registriert: Do 18. Jun 2015, 10:54
Benutzertitel: Geh weida!
Wohnort: München

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Nathan » Di 18. Okt 2016, 00:04

Jekyll hat geschrieben:(17 Oct 2016, 21:35)

Ich habe mir Verstärkung geholt (wenn auch ein ganz anderer Ansatz):

"Falscher Preis für den Richtigen"
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/literaturnobelpreis-2016-fuer-bob-dylan-ist-falsche-entscheidung-14482992.html

Die Faz hat noch nie was von Kultur verstanden sondern immer nur so getan als ob.
Benutzeravatar
Nathan
Beiträge: 3892
Registriert: Do 18. Jun 2015, 10:54
Benutzertitel: Geh weida!
Wohnort: München

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Nathan » Di 18. Okt 2016, 00:05

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Oct 2016, 08:09)

Ist ja nur ein Aspekt. Es lassen sich zahllose weitere hinzufügen, die die Einmaligkeit seines poetischen Werks begründen. So etwa die Vielfältigkeit der auftretenden Personen und Figuren in seinen Texten. Auf der einen Seite ein Gegenentwurf zum modern gewordenen Seelen-Exhibitionismus und der gängigen Ich-Beschau. Auf der anderen Seite ist diese ganze seltsame Welt der Mr. Jonese und der Tambourin-Männer eben genau und nur die Welt des Bob Dylan. Wie in dem weiter oben zitierten Artikel zur Parallele mit Brecht: Individuen, die sich hinter einer poetischen Phantasiewelt zurückziehen und verschanzen. "Wer immer es ist, den ihr sucht, ich bin es nicht“ heißt es bei Brecht, "It ain’t me, babe" bei Dylan.


Sehr geil und perfekt auf den Punkt getroffen!
Benutzeravatar
Nathan
Beiträge: 3892
Registriert: Do 18. Jun 2015, 10:54
Benutzertitel: Geh weida!
Wohnort: München

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon Nathan » Di 18. Okt 2016, 00:15

Jekyll hat geschrieben:(17 Oct 2016, 21:31)

Wahrscheinlich kann er selber nicht daran glauben, dass er den Literaturnobelpreis bekommen hat, und wartet erstmal ab.

Vielleicht...vielleicht plagen ihn sogar Schuldgefühle...gegenüber Thomas Mann, Hesse, Grass und allen anderen, echten Literaten. (Oh Gott! Was habe ich getan?!)


Kann ich voll verstehen. :)

Du bist der verdammt witzigste Türke den ich kenne und ich kenne einige witzige Türken. Hier aber hast du einfach Unrecht und prügle auf mich ein, aber ich glaube wirklich euch fehlt das Ohr für diese Art von Musik so wie es meiner eigenen Sozialisierung geschuldet ist, dass ich türkische Musik nicht völlig stressfrei konsumieren kann, um es mal eher menschlich auszudrücken... :D Und wenn man schon mal die Musik nicht mag, dann fokussiert man sich erst recht nicht auf die Texte.
Mit andern Worten: Du verstehst von Dylan so wenig wie ich von Türk Halk (oder Sanat) Müziği! Also steig auf dein Minarett und ich steig auf meinen Elfenbeinturm und dann sing ma uns aans vom Schubert Franz, dass die Foristen die Ohren anlegen. So, Schluss, du sagst jetzt nicht mehr so Sachen über Dylan, alter Dattelklauber!
Benutzeravatar
BingoBurner
Beiträge: 1836
Registriert: Sa 17. Jan 2015, 12:15
Benutzertitel: Irgendwas mit Würde

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon BingoBurner » Di 18. Okt 2016, 00:49

Jekyll hat geschrieben:(14 Oct 2016, 02:04)

Hier, ein super tiefgründiger Text:

"Ansprüche machen das Leben schwer. Das glückliche Leben beginnt, wenn man sie aufgibt."

(Aus einem Glückskeks)


Ihr Glücklichen.



Da musst du aber viele Glückskekse essen bis es zum Nobelpreis reicht.
Aber ich drück die Daumen.

"Zwei Baleys". "Mit Eis?" "Au ja, Schoko und Vanille!" war letztens in meinen.
Stockholm wartet.
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !
If you dont smile dont mess with me !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 7628
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Literaturnobelpreis 2016

Beitragvon schokoschendrezki » Di 18. Okt 2016, 07:23

yogi61 hat geschrieben:(17 Oct 2016, 19:12)

Nobelpreis-Akademie gibt es auf - Bob Dylan nicht zu erreichen
ch gehe mal davon aus, dass bislang keiner der bislang Ausgezeichneten so scheinbar gleichgültig auf den Literaturnobelpreis reagiert hat wie Bob Dylan. Den hat die Schwedische Akademie noch immer nicht erreicht und nun erstmal die Kontaktversuche aufgegeben. "Momentan machen wir nichts", sagte die ständige Sekretärin der Akademie, Sara Danius, dem schwedischen Sender SR. "Ich habe angerufen und E-Mails an seinen engsten Mitarbeiter geschickt und sehr freundliche Antworten bekommen. Im Moment genügt das völlig." Dylan war am Donnerstag als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden - was er bislang völlig reaktionslos hingenommen hat, wenn mal davon absieht, dass er am Tag der Auszeichnung "Blowin' in the Wind" bei einem Konzert gespielt hat. Den Preis bekommt er aber auch, sollte er im Dezember nicht zur Verleihung kommen. Es gibt mindestens einen, der in der Kategorie "Kalte Schulter" noch vor Dylan steht: Der Franzose Jean-Paul Sartre lehnte den Preis 1964 ab.

http://www.n-tv.de/der_tag/Montag-17-Ok ... 68266.html

Tja. :)


Bahnt sich da eine Wiederholung des Falles Jean-Paul Sartre 1964 an? Ganz fernliegend wäre es nicht.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast