Deutsche Gedichte und Lieder

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von Grimm
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon von Grimm » Mo 9. Mai 2016, 13:57

1921
Leuna-Lied
Verfasser unbekannt


Bei Leuna sind viele gefallen,
Bei Leuna floß Arbeiterblut
Da haben zwei Rotgardisten
Einander die Treue geschworen.

Sie schwuren einander die Treue,
Denn sie einander so lieb.
"Sollte einer von uns beiden fallen,
Schreibt der andre der Mutter 'nen Brief.

Da kam eine feindliche Kugel,
Die durchbohrte dem einen das Herz,
Für die Eltern, da war es ein Kummer,
Für den Stahlhelm, da war es ein Scherz.

Und als die Schlacht war zu Ende,
Und sie kehrten zurück ins Quartier,
Da hat sich so vieles verändert;
Er nahm einen Bleistift und schrieb auf Papier.

Und er schrieb es mit zitternden Händen,
Er schrieb es mit tränenden Blick:
"Euer Sohn ist vom Stahlhelm erschossen,
Liegt bei Leuna, kehrt nimmer zurück."

Oh Stahlhelm, dir schwören wir Rache
Für vergossenes Arbeiterblut.
Es kommen die Zeiten der Rache,
Dann bezahlt ihr's mit eigenem Blut!



Gesungen werden nur die Strophen 1,3 und 6.

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Adlerauge
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » Mo 9. Mai 2016, 16:25

Befiehl‘s dem Herrn!

Oft schaut mit stillem Sehnen
Dein banges Herz zurück
Und denkt mit Trauertränen
An ein begrab’nes Glück.
Erlosch in Trübsalsnächten
Denn auch des Himmels Stern?
O, Herz, was willst du rechten?
Befiehl’s dem Herrn!

Der Pfad dehnt sich ins Weite,
Müd’ ist des Pilgrims Fuß.
Wo bleibt das Weggeleite?
Was schweigt des Freundes Gruß?
Das Ziel, die Rast der Seelen,
Scheint noch so meilenfern,
Doch, was dir auch mag fehlen,
Befiehl’s dem Herrn!

Von froher Freunde Menge
War einst die Straße voll,
Dann ging’s durch Lebensenge
Und bittern Brudergroll.
Der einst dein Brot genossen,
Steht dir nun feindlich fern —
Sei nicht so herzverdrossen,
Befiehl’s dem Herrn!

Hier hofft das Herz vergebens
Auf eine Ruhestatt.
Und aus dem Kranz des Lebens
Sinkt manch ein welkes Blatt;
Noch gestern dürft’ es prangen,
Du sahst es gar zu gern,
So stille doch dein Bangen,
Befiehl’s dem Herrn!

Befiehl’s dem treuen Hüter.
Stark ist die Segenshand.
Reich seines Hauses Güter
Und schön das Heimatland.
Mag manch ein Sturm noch dräuen,
Dein Glück strahlt schon von fern
Und wird dich ewig freuen,
Befiehl’s dem Herrn!

Paul Kaiser
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von Grimm
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon von Grimm » Di 10. Mai 2016, 18:20

Ich hab mich ergeben

1. Ich hab mich ergeben
Mit Herz und mit Hand.
Ich wollte weiterleben,
Drum bin ich hingerannt.

2. Sie sangen vom Sterben,
Als wär das ein Glück.
Doch muß man hier verderben,
Dann kommt man nicht zurück.

3. Und wer das Krepieren
So großartig fand,
Dem soll man gratulieren,
Der hat ja drauf gebrannt.

4. Ja, geht nur für Hitler
Ins Himmelreich ein!
Da werden die Kriegsprofitler
Euch ewig dankbar sein.

5. Ich hab mich ergeben.
Und daß ihr's nur wißt:
Damit ich einst am Leben,
Wenn Hitler nicht mehr ist!

Erich Weinert
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von Grimm
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon von Grimm » Di 31. Mai 2016, 12:18

Selma Merbaum - so der Name im jüdischen Geburtsregister und in allen Schulunterlagen und Zeugnissen - (* 5. Februar 1924 in Czernowitz, Bukowina; † 16. Dezember 1942 im Zwangsarbeitslager Michailowka in der Ukraine) war eine deutschsprachige Dichterin, die als verfolgte Jüdin achtzehnjährig an Fleckfieber starb. Ihr Werk wird mittlerweile zur Weltliteratur gezählt.

Die Bäume sind von weichem Lichte übergossen,
im Winde zitternd glitzert jedes Blatt.
Der Himmel, seidig-blau und glatt,
ist wie ein Tropfen Tau vom Morgenwind vergossen.
Die Tannen sind in sanfte Röte eingeschlossen
und beugen sich vor seiner Majestät, dem Wind.
Hinter den Pappeln blickt der Mond aufs Kind,
das ihm den Gruß schon zugelächelt hat.

Im Winde sind die Büsche wunderbar:
bald sind sie Silber und bald leuchtend grün
und bald wie Mondschein auf lichtblondem Haar
und dann, als würden sie aufs neue blühn.

Ich möchte leben.
Schau, das Leben ist so bunt.
Es sind so viele schöne Bälle drin.
Und viele Lippen warten, lachen, glühn
und tuen ihre Freude kund.
Sieh nur die Straße, wie sie steigt:
so breit und hell, als warte sie auf mich.
Und ferne, irgendwo, da schluchzt und geigt
die Sehnsucht, die sich zieht durch mich und dich.
Der Wind rauscht rufend durch den Wald,
er sagt mir, dass das Leben singt.
Die Luft ist leise, zart und kalt,
die ferne Pappel winkt und winkt.

Ich möchte Leben.
Ich möchte lachen und Lasten heben
Und möchte kämpfen und lieben und hassen
Und möchte den Himmel mit Händen fassen
Und möchte frei sein und atmen und schrein.
Ich will nicht sterben. Nein!
Nein.
Das Leben ist rot,
das Leben ist mein.
Mein und dein.
Mein.

Warum brüllen die Kanonen?
Warum stirbt das Leben
für glitzernde Kronen?

Dort ist der Mond.
Er ist da.
Nah.
Ganz nah.
Ich muß warten.
Worauf?
Hauf um Hauf
Sterben sie.
Stehn nie auf.
Nie und nie.
Ich will leben.
Bruder, du auch.
Atemhauch
geht von meinem und deinem Mund.
Das Leben ist bunt.
Du willst mich töten.
Weshalb?
Aus tausend Flöten
weint Wald.

Der Mond ist lichtes Silber im Blau.
Die Pappeln sind grau.
Und Wind braust mich an.
Die Straße ist hell.
Dann...
Sie kommen dann
und würgen mich.
Mich und dich
tot.
Das Leben ist rot,
braust und lacht.
Über Nacht
Bin ich
tot.

Ein Schatten von einem Baum
geistert über den Mond.
Man sieht ihn kaum.
Ein Baum.
Ein
Baum.
Ein Leben
kann Schatten werfen
über den
Mond.
Ein
Leben.
Hauf um Hauf
sterben sie.
Stehn nie auf.
Nie
und nie.
(7.7.1941)
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Jekyll
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Jekyll » Mi 1. Jun 2016, 01:01

Als die Römer frech geworden (Victor von Scheffel)

Als die Römer frech geworden
Zogen sie nach Deutschlands Norden
vorne mit Trompetenschall
ritt der Generalfeldmarschall,
Herr Quintilius Varus

In dem Teutoburger Walde,
Huh! Wie piff der Wind so kalte,
Raben flogen durch die Luft,
Und es war ein Moderduft,
Wie von Blut und Leichen

Plötzlich aus des Waldes Duster
Brachen kampfhaft die Cherusker,
Mit Gott für Fürst und Vaterland
Stürzten sie sich wutentbrannt
Auf die Legionen.

Weh, das ward ein großes Morden,
Sie schlugen die Kohorten,
Nur die röm’sche Reiterei
Rettete sich noch ins Frei‘,
Denn sie war zu Pferde.

O Quintili, armer Feldherr,
Dachtest du, daß so die Welt wär‘?
Er geriet in einen Sumpf,
Verlor zwei Stiefel und einen Strumpf
Und blieb elend stecken.

Da sprach er voll Ärgernussen
Zum Centurio Titiussen:
„Kam’rad, zeuch dein Schwert hervor
Und von hinten mich durchbor,
Da doch alles futsch ist.“

In dem armen röm´schen Heere
diente auch als Volontäre
Scaevola, ein Rechtskandidat,
Den man schnöd gefangen hat,
Wie die andern alle

Diesem ist es schlimm ergangen,
Eh daß man ihn aufgehangen,
Stach man ihm durch Zung und Herz,
Nagelte ihn hinterwärts
Auf sein corpus iuris.

Als das Morden war zu Ende,
rieb Fürst Hermann sich die Hände,
und um seinen Sieg zu weih´n,
lud er die Cherusker ein
zu ’nem großen Frühstück.

Wild gab´s und westfäl´schen Schinken
Bier, soviel sie wollten trinken
Auch im Zechen blieb er Held
Doch auch seine Frau Thusneld
soff walküremäßig
(soff als wie ein Hausknecht)

Nur in Rom war man nicht heiter,
Sondern kaufte Trauerkleider;
G´rade als beim Mittagsmahl
Augustus saß im Kaisersaal,
kam die Trauerbotschaft.

Erst blieb ihm vor jähem Schrecken
ein Stück Pfau im Halse stecken,
Dann geriet er außer sich
und schrie: „Vare, schäme dich
Redde legiones!“

Sein deutscher Sklave, Schmidt geheißen
Dacht´: Euch soll das Mäusle beißen
Wenn er sie je wieder kriegt
denn wer einmal tot daliegt
wird nicht mehr lebendig

Wem ist dieses Lied gelungen?
Ein Studente hat´s gesungen
in Westfalen trank er viel
drum aus Nationalgefühl
hat er´s angefertigt

Und zu Ehren der Geschichten
tat ein Denkmal man errichten,
Deutschlands Kraft und Einigkeit
kündet es jetzt weit und breit:
„Mögen sie nur kommen!“

Endlich nach so vielen Mühen
ist von Bandels Werk gediehen
Hermann ist jetzt aufgestellt
zusammen kommt die ganz Welt
in dem lippschen Reiche
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H2O
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon H2O » Mi 1. Jun 2016, 07:29

Adlerauge hat geschrieben:(07 May 2016, 17:55)

Gott schütze Deutschland,dass diese Hymne sich auch bewahrheiten möge.


Lieber diese hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/An_die_Freude
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Gluck
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Gluck » Mo 6. Jun 2016, 00:18

Münchner Zuchthauslied

1. Freinderl, kennst du des Haus
drunt am Paradeplatz,
da wo so manches Madl
seinen Schatz drin hat?
Da wo´s den ganzen Tag
so stark verriegelt is
und koa Soldat nei mag,
des woaß i gwiß.

2. In da Früah um hoibe sechse,
da geht da Jammer los,
da schepperns mit de Schlüssl,
na sperrns dir auf, dein Schloss.
Und mit de Wasserkübeln,
da rennas hin und her,
ja mit koam Maßkruag
leider nimmermehr.

3. Mittags um hoibe zwölfe,
da kriagst dann dei Menasch,
Freinderl, de wannst sehatst,
des is a wahrer Graus.
Erst wanns d´as fressn müaßatst,
na kaamst hoid glei ins Spitoi,
da lebast aa nimmer lang,
varreckatst boi.

4. Auf d´Nacht um hoibe achte,
da kriagst dann dei Matratzn,
Freinderl, de is z´rissn
von de Mäus und Ratzn,
von de Läus und Flöh,
da kriagst hoid aa koa Ruah
bis in den andern Tag
in aller Fruah.

5. Eine alte Kupplerin,
die einst vorüber ging,
die dacht in ihrem Sinn:
Ja, da war i aa scho drin.
Da wo koa Vogerl singt
und aa koa Zither klingt,
da is de Luft net rein,
da sperrns dich ein.

6. Ja, meine liabn Leit,
jetz werds doch oamoi gscheit:
Denkts nur an einen Gott,
an die Gerechtigkeit.
Es ist ein hartes Los,
wenn man verriegelt ist,
denn nur die Freiheit ist
das Paradies.
Wildermuth
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Wildermuth » Mo 6. Jun 2016, 01:06

ottos mops

ottos mops trotzt
otto: fort mops fort
ottos mops hopst fort
otto: soso

otto holt koks
otto holt obst
otto horcht
otto: mops mops
otto hofft

ottos mops klopft
otto: komm mops komm
ottos mops kommt
ottos mops kotzt
otto: ogottogott

Ernst Jandl
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Helmuth_123
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Helmuth_123 » So 12. Jun 2016, 11:38

Des Deutschen Vaterland - Ernst Moritz Arndt

1. Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist’s Preußenland? Ist’s Schwabenland?
Ist’s, wo am Rhein die Rebe blüht?
Ist’s, wo am Belt die Möwe zieht?
O nein, nein, nein!
Sein Vaterland muss größer sein!
Sein Vaterland muss größer sein!

2. Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist’s Bayerland? Ist’s Steierland?
Ist’s, wo des Marsen Rind sich streckt?
Ist’s, wo der Märker Eisen reckt?
O nein, nein, nein!
Sein Vaterland muss größer sein!
Sein Vaterland muss größer sein!

3. Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist’s Pommerland? Westfalenland?
Ist’s, wo der Sand der Dünen weht?
Ist’s, wo die Donau brausend geht?
O nein, nein, nein!
Sein Vaterland muss größer sein!
Sein Vaterland muss größer sein!

4. Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land!
Ist’s Land der Schweizer? Ist’s Tirol?
Das Land und Volk gefiel mir wohl.
Doch nein, nein, nein!
Sein Vaterland muss größer sein!
Sein Vaterland muss größer sein!

5. Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land!
Gewiss, es ist das Österreich,
An Ehren und an Siegen reich?
O nein, nein, nein!
Sein Vaterland muss größer sein!
Sein Vaterland muss größer sein!

6. Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land!
Ist’s, was der Fürsten Trug zerklaubt?
Vom Kaiser und vom Reich geraubt?
O nein! nein! nein!
Das Vaterland muss größer sein.
Das Vaterland muss größer sein!

7. Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne endlich mir das Land!
So weit die deutsche Zunge klingt
Und Gott im Himmel Lieder singt:
Das soll es sein! Das soll es sein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!

8. Das ist des Deutschen Vaterland,
Wo Eide schwört der Druck der Hand,
Wo Treue hell vom Auge blitzt
Und Liebe warm im Herzen sitzt.
Das soll es sein! Das soll es sein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!

9. Das ist des Deutschen Vaterland,
Wo Zorn vertilgt den welschen Tand,
Wo jeder Franzmann heißet Feind,
Wo jeder Deutsche heißet Freund.
Das soll es sein! das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein!
Das soll es sein! das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein!

10. Das ganze Deutschland soll es sein!
O Gott vom Himmel sieh darein
Und gib uns rechten deutschen Mut,
Dass wir es lieben treu und gut!
Das soll es sein! Das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein!
Das soll es sein! Das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein!
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
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Adlerauge
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » So 12. Jun 2016, 13:27

Rudolf Hartkopf
Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt,
die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt.
Wo die Quelle noch rinnet aus moosigem Stein,
die Bächlein noch murmeln im blumigen Hain.
Wo im Schatten der Eiche die Wiege mir stand,
da ist meine Heimat, mein Bergisches Land.

Wo die Wupper wild woget auf steinigem Weg
An Klippen und Klüften sich windet der Steg.
Wo der rauchende Schlot und der Räder Gebraus,
die flammende Esse, der Hämmer Gesaus
Verkünden und rühmen die fleißige Hand:
Da ist meine Heimat, mein Bergisches Land!

Wo die Schwerter man schmiedet dem Lande zur Wehr,
wo´s singet und klinget dem Höchsten zur Ehr,
wo das Echo der Lieder am Felsen sich bricht,
der Finke laut schmettert im sonnigen Licht,
wo der Handschlag noch gilt als das heiligste Pfand,
da ist meine Heimat, mein Bergisches Land.

Wo so wunderbar wonnig der Morgen erwacht,
im blühenden Tale das Dörfchen mir lacht,
Wo die Mägdlein so wahr und so treu und so gut,
Ihr Auge so sonnig, so feurig ihr Blut,
Wo noch Liebe und Treue die Herzen verband:
Da ist meine Heimat, mein Bergisches Land!

Keine Rebe wohl ranket am felsigen Hang,
kein mächtiger Strom fließt die Täler entlang.
Doch die WäIder sie rauschen so heimlich und traut,
ob grünenden Bergen der Himmel sich blaut,
drum bin ich auch weit an dem fernesten Strand:
Schlägt mein Herz der Heimat, dem Bergischen Land.

Wo den Hammer man schwinget, mit trotziger Kraft,
da schwingt man die Schwerter auch heldenhaft,
wenn das Vaterland ruft, wenn das Kriegswetter braust,
hebt kühn sich zum Streite die bergische Faust,
dem Freunde zum Schutze, dem Feinde zur Schand,
mit Gott für den Kaiser, fürs Bergische Land!
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
Wildermuth
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Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Wildermuth » Mo 13. Jun 2016, 01:51

Meine Freiheit
Soll mir niemand rauben.

Sterb ich am Wegrand wo,
Liebe Mutter,

Kommst du und hebst mich
Auf deinem Flügel zum Himmel.

Ich weiß dich rührte
Mein einsam Wandeln

Der spielende Ticktack
Meines Kinderherzens.

Ich schweife umher!
Mein Kopf fliegt fort wie ein Vogel,
liebe Mutter.
Meine Freiheit soll mir niemand rauben.


Else Lasker-Schüler
Wildermuth
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Wildermuth » Mo 13. Jun 2016, 02:47

Gepostet werden hier immer so lange balladen... lest ihr das alles auch? Auch das von den anderen?

Vielleicht bringt man die leute eher mit kurzen sachen dazu, was unbekanntes zu lesen?



Aus meinen großen Schmerzen
Mach ich die kleinen Lieder;
Die heben ihr klingend Gefieder
Und flattern nach ihrem Herzen.

Sie fanden den Weg zur Trauten,
Doch kommen sie wieder und klagen,
Und klagen, und wollen nicht sagen,
Was sie im Herzen schauten.


Heinrich Heine
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon BingoBurner » Mo 1. Mai 2017, 23:33

Hatten wir egentlich schon "Leck mich im Arsch" ?


Ok der Typ[ war Österreicher. Nicht die beste Wahl..............



"1991 wiederentdeckter mutmaßlicher Originaltext:[3]

Leck mich im A[rsch] g’schwindi, g’schwindi!
Leck im A[rsch] mich g’schwindi! Leck mich, leck mich, leck mich, leck mich, leck mich.
Leck mich, leck mich, leck – g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
G’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
Leck mich im Arsch g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
G’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi, g’schwindi!
Leck mich im Arsch g’schwindi, g’schwindi! Leck im A[rsch] mich.
Leck mich im Arsch g’schwindi!
Leck mich.

Text der Druckfassung bei Breitkopf & Härtel

Lasst uns froh sein!
Murren ist vergebens!
Knurren, Brummen ist vergebens,
Ist das wahre Kreuz des Lebens.
Drum lasst uns froh und fröhlich sein!"
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » Di 2. Mai 2017, 22:21

Am Teetisch

Sie saßen und tranken am Teetisch,
und sprachen von Liebe viel.
Die Herren, die waren ästhetisch,
die Damen von zartem Gefühl.

"Die Liebe muss sein platonisch",
der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
und dennoch seufzet sie : "Ach!"

Der Domherr öffnet den Mund weit:
"Die Liebe sei nicht zu roh,
sie schadet sonst der Gesundheit."
Das Fräulein lispelt: "Wieso?"

Die Gräfin spricht wehmütig:
"Die Liebe ist eine Passion!"
Und präsentieret gütig
Die Tasse dem Herrn Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;
Mein Liebchen, da hast Du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
von Deiner Liebe erzählt.

Heinrich Heine
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Bleibtreu » Mo 15. Mai 2017, 13:34

Das ist mir alles zu deprimierend - was Positives muss her :)


Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.

[Heinrich Heine]


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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Bleibtreu » Mo 15. Mai 2017, 18:39

:) :) :)

Von dir lachen noch meine Träume

Dein Leib ist reich gewirkt
wie ein Feld voll Honig
und königlicher Blumen
Und kommt weich und heimlich
wie der Mond in mein Bett.

Von dir lachen noch meine Träume
und bewachen dich.
Und wie die Hähne kämpfen
mit erhitztem Sporn,
So töt' ich den,
der dich im Traum begehrt.

[Max Dauthendey ]
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Ger9374 » Mo 15. Mai 2017, 18:41

Bleibtreu hat geschrieben:(15 May 2017, 19:39)

:) :) :)

Von dir lachen noch meine Träume

Dein Leib ist reich gewirkt
wie ein Feld voll Honig
und königlicher Blumen
Und kommt weich und heimlich
wie der Mond in mein Bett.

Von dir lachen noch meine Träume
und bewachen dich.
Und wie die Hähne kämpfen
mit erhitztem Sporn,
So töt' ich den,
der dich im Traum begehrt.

[Max Dauthendey ]




Das ist schön und mir unbekannt, danke!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Bleibtreu » Mo 15. Mai 2017, 18:47

Ger9374 hat geschrieben:(15 May 2017, 19:41)

Das ist schön und mir unbekannt, danke!


Fein - dann gefaellt dir vielleicht auch dieses von ihm

Wenn wir lieben, sind wir zeitlos,
Liegen bei den tiefsten Feuern,
Sehen dann von Ferne bloß,
Daß die Lebensstunden sich erneuern.

Werden wie die Gottheit groß,
Fühlend in die Höhen, Tiefen, Breiten,
Wissend alles, was vorüberfloß
An den Quellen der Unendlichkeiten.

Wissend, liebend jed' Geschehen,
Mitgenießend alles, was die Welt genoß,
Sehend, ohne mit dem Aug' zu sehen,
Untergehend und bestehend Schoß im Schoß.

[Max Dauthendey]
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Ger9374 » Mo 15. Mai 2017, 18:52

Die Größe einer menschlichen Seele,
erkennen viele erst wenn sie entschwunden ist
So ist es auch mit der Liebe,
erst wenn sie fehlt , wird sie vermisst.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Bleibtreu » Mo 15. Mai 2017, 19:05



Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.
Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

[Christian Morgenstern]
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