Deutsche Gedichte und Lieder

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Adlerauge
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Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » Fr 29. Apr 2016, 16:25

Heinrich Hoffmann von Fallersleben, August, 1840
aus Unpolitische Lieder, I. Teil


Ach! was nützt, daß ich so viel geworden,
Und daß ich so vieles nenne mein?
Großer Gott, mir fehlet noch ein Orden,
Könntest du mir solchen doch verleih'n!

2. Ja, und wär's vielleicht auch nur ein kleiner,
Den der kleinste Potentat ersann;
Immer besser einer doch als keiner,
Zierte der kleinste doch auch seinen Mann.

3. Schöne Erfindung, daß ein kleines Zeichen
So viele Ehre, Freud' und Glück umhüllt!
Nichts auf Erden wüßt' ich dem zu gleichen,
Was so sinnig seinen Zweck erfüllt.

4. Wenn die Engel einst mit mir entschweben,
Stehen die Seel'gen da erstaunt und stumm,
Sonn' und Mond und alle Sterne beben,
Meine Seele hat den Orden um!
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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von Grimm
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon von Grimm » Fr 29. Apr 2016, 19:08

Heinrich Heine:
Die schlesischen Weber (1845)


Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten.
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch -
wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!
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Bielefeld09
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 29. Apr 2016, 20:08

Das war eben das Ende der Weberei
und der Anfang der Moderne.
Daraus lerne!
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Umetarek
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Umetarek » Fr 29. Apr 2016, 21:12

Badisches Wiegenlied

Schlaf mein Kind schlaf leis,
dort draußen geht der Preuß
Deinen Vater hat er umgebracht,
deine Mutter hat er arm gemacht
Und wer nicht schläft in guter Ruh,
dem drückt der Preuß die Augen zu.
Schlaf mein Kind schlaf leis,
dort draußen geht der Preuß.

Schlaf mein Kind schlaf leis,
dort draußen geht der Preuß
Der Preuß hat eine blutge Hand,
die streckt er übers märksche Land.
Wir alle müssen stille sein,
als wie dein Vater unterm Stein.
Schlaf mein Kind schlaf leis,
dort draußen geht der Preuß.

Schlaf mein Kind schlaf leis,
dort draußen geht der Preuß
Gott aber weiß wie lang er geht,
bis daß die Freiheit aufersteht
-Und wo dein Vater liegt, mein Schatz,
da hat noch mancher Preuße Platz!
Schrei mein Kindlein schrei leis,
dort draußen liegt der Preuß!
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Zunder
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Zunder » Fr 29. Apr 2016, 21:26

Prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöh'n!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen steh'n,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?

Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

Goethe
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Bielefeld09
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Bielefeld09 » Fr 29. Apr 2016, 21:42

Welche deutschen Gedichte sind gemeint?
Die von damals oder die von heute?
"Von heute hätte ich eins:
"AFD du bist nicht meins.
Auf dich wird nicht geschissen,
aber deine Führung hat besseres wissen.
Die Arbeitslosenkohlen,
kannst du demnächst privat abholen.
Von der Rente wollen die nichts wissen,
an der Stelle werden die sich verpissen.
Der Kollege von nebenan,
wird schnell zum Nachbarn dran.
Das wolltest du doch wissen,
Afd du kannst dich verpissen."
Nettes Gedicht, oder?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Milady de Winter
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Milady de Winter » Fr 29. Apr 2016, 21:57

Die Brücke am Tay

"Wann treffen wir drei wieder zusamm'?"
"Um die siebente Stund', am Brückendamm."
"Am Mittelpfeiler."
"Ich lösch die Flamm'."
"Ich mit."
"Ich komme vom Norden her."
"Und ich vom Süden."
"Und ich vom Meer."

"Hei, das gibt ein Ringelreihn,
und die Brücke muß in den Grund hinein."
"Und der Zug, der in die Brücke tritt
um die siebente Stund'?"
"Ei, der muß mit."
"Muß mit."
"Tand, Tand
ist das Gebild von Menschenhand."

Auf der Norderseite, das Brückenhaus -
alle Fenster sehen nach Süden aus,
und die Brücknersleut', ohne Rast und Ruh
und in Bangen sehen nach Süden zu,
sehen und warten, ob nicht ein Licht
übers Wasser hin "ich komme" spricht,
"ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug,
ich, der Edinburger Zug."

Und der Brückner jetzt: "Ich seh einen Schein
am andern Ufer. Das muß er sein.
Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum,
unser Johnie kommt und will seinen Baum,
und was noch am Baume von Lichtern ist,
zünd alles an wie zum heiligen Christ,
der will heuer zweimal mit uns sein, -
und in elf Minuten ist er herein."

Und es war der Zug. Am Süderturm
keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm,
und Johnie spricht: "Die Brücke noch!
Aber was tut es, wir zwingen es doch.
Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf,
die bleiben Sieger in solchem Kampf,
und wie's auch rast und ringt und rennt,
wir kriegen es unter: das Element.

Und unser Stolz ist unsre Brück';
ich lache, denk ich an früher zurück,
an all den Jammer und all die Not
mit dem elend alten Schifferboot;
wie manche liebe Christfestnacht
hab ich im Fährhaus zugebracht
und sah unsrer Fenster lichten Schein
und zählte und konnte nicht drüben sein."

Auf der Norderseite, das Brückenhaus -
alle Fenster sehen nach Süden aus,
und die Brücknersleut' ohne Rast und Ruh
und in Bangen sehen nach Süden zu;
denn wütender wurde der Winde Spiel,
und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel,
erglüht es in niederschießender Pracht
überm Wasser unten... Und wieder ist Nacht.

"Wann treffen wir drei wieder zusamm'?"
"Um Mitternacht, am Bergeskamm."
"Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm."
"Ich komme."
"Ich mit."
"Ich nenn euch die Zahl."
"Und ich die Namen."
"Und ich die Qual."
"Hei!
Wie Splitter brach das Gebälk entzwei."
"Tand, Tand
ist das Gebilde von Menschenhand"

Theodor Fontane
- When he called me evil I just laughed -
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Quatschki
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Quatschki » Fr 29. Apr 2016, 23:38

Ich kenn auch noch ein aktuelles Gedicht.
Nennt sich "Schmähkritik" von Johann Wolfgang von Böhmermann.
Aber immer beim Versuch es einzutippen, macht meine automatische Rechtschreibkorrektur so die Wörter weg...
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Zunder
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Zunder » Sa 30. Apr 2016, 00:12

Milady de Winter hat geschrieben:(29 Apr 2016, 22:57)

Die Brücke am Tay

[...]

Das habe ich in der Schule noch auswendig gelernt.
Sowas macht man heute wohl kaum noch.
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Adlerauge
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » Sa 30. Apr 2016, 01:27

Heine Heinrich

Nachtgedanken


Denk' ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen.
Und meine heißen Tränen fließen.

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land;
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd ich es immer wiederfinden.

Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt - wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.

Und zählen muß ich - Mit der Zahl
Schwillt immer höher meine Qual,
Mir ist, als wälzten sich die Leichen
Auf meine Brust - Gottlob! sie weichen!

Gottlob! durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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Adlerauge
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » Sa 30. Apr 2016, 01:31

Welche deutschen Gedichte sind gemeint?


Das ist egal,nur keine Zoten!
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Milady de Winter » Sa 30. Apr 2016, 06:27

Zunder hat geschrieben:(30 Apr 2016, 01:12)

Das habe ich in der Schule noch auswendig gelernt.
Sowas macht man heute wohl kaum noch.

Wir durften uns in Literatur eins aussuchen, ich nahm das. Und den Zauberlehrling mussten wir auswendig lernen, glaub ich. Zumindest erinnere ich mich, dass ich ihn vorne an der Tafel vortrug.
- When he called me evil I just laughed -
Kirchgessner

Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Kirchgessner » Sa 30. Apr 2016, 10:14

Weil hier so viele Kastraten und Duckmäuser unterwegs sind...

Doch die Kastraten klagten

LXXIX

Doch die Kastraten klagten,
Als ich meine Stimm erhob;
Sie klagten und sie sagten:
Ich sänge viel zu grob.

Und lieblich erhoben sie alle
Die kleinen Stimmelein,
Die Trillerchen, wie Kristalle,
Sie klangen so fein und rein.

Sie sangen von Liebessehnen,
Von Liebe und Liebeserguß;
Die Damen schwammen in Tränen
Bei solchem Kunstgenuß.

Heinrich Heine
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Adlerauge
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » Do 5. Mai 2016, 00:16

Absolution
Bin der Liebsten nachgeschlichen
Durch die dunkle Kirchenpforte.
War sonst selten, ach recht selten
An dem düstren, heilgen Orte.

Im Stuhle saß ein alter Mönch.
Dem trug sie ihre Sünden vor.
Ach, ihre lieben, jungen Sünden
Sagt' sie dem Greise in das Ohr.

Der Priester macht' ein bös Gesicht
Ob soviel Teufelssünden.
Sosehr sie weint' und schluchzte auch,
Er mocht sie nicht entbinden.

Da trat ich hinter ihr herfür.
Der Pfaffe fiel vor Schreck vom Stuhl.
Als ich sie trug zur lichten Tür,
Wünscht' er sie in den Höllenpfuhl.

Ein staubges Heiligenbild fiel um
Ob unserm großen Frevel.
Als ich die Tür ins Schlosse warf,
Da stank es gar nach Schwefel.

Doch draußen in dem Sonnenlicht
Da küßt ich auch mein Mädchen schon
Und gab der lieben Sünderin
Mit einem Kuß Absolution.

Georg Heym
Aus der Sammlung Frühwerk
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Helmuth_123 » Sa 7. Mai 2016, 16:50

Das Lied der Deutschen

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

Heinrich Hoffmann von Fallersleben
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
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Adlerauge
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Adlerauge » Sa 7. Mai 2016, 16:55

Gott schütze Deutschland,dass diese Hymne sich auch bewahrheiten möge.
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Umetarek » Sa 7. Mai 2016, 16:58

Adlerauge hat geschrieben:(07 May 2016, 17:55)

Gott schütze Deutschland,dass diese Hymne sich auch bewahrheiten möge.

Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –


Nein, lieber nicht...
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von Grimm
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon von Grimm » Sa 7. Mai 2016, 20:01

Es tut nicht gut, wenn man im Bad
Und nur die Füße draußen hat. –
Auch Bählamm hat's nicht wohlgetan.
Es zog ihm in den Backenzahn. –

Das Zahnweh, subjektiv genommen,
ist ohne Zweifel unwillkommen;
doch hat's die gute Eigenschaft,
daß sich dabei die Lebenskraft,
die man nach außen oft verschwendet,
auf einen Punkt nach innen wendet
und hier energisch konzentriert.
Kaum wird der erste Stich verspürt,
kaum fühlt man das bekannte Bohren,
das Zucken, Rucken und Rumoren,
und aus ist's mit der Weltgeschichte,
vergessen sind die Kursberichte,
die Steuern und das Einmaleins,
kurz, jede Form gewohnten Seins,
die sonst real erscheint und wichtig,
wird plötzlich wesenlos und nichtig.
Ja, selbst die alte Liebe rostet,
man weiß nicht, was die Butter kostet,
denn einzig in der engen Höhle
des Backenzahnes weilt die Seele,
und unter Toben und Gesaus
reift der Entschluß: Er muß heraus!

Wilhelm Busch
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Helmuth_123 » So 8. Mai 2016, 18:06

Vaterlandslied

Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut,
den Zorn der freien Rede,
dass er bestände bis aufs Blut,
bis in den Tod die Fehde.

So wollen wir, was Gott gewollt,
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht,
den hauen wir zu Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben.

O Deutschland, heil’ges Vaterland!
O deutsche Lieb’ und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land!
Dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der fütt’re Krähn und Raben.
So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht
und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann,
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann
fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann:
Die Knechtschaft hat ein Ende!

Lasst klingen, was nur klingen kann,
Trompeten, Trommeln, Flöten!
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten,
mit Henker- und mit Knechteblut,
o süßer Tag der Rache!
Das klinget allen Deutschen gut,
das ist die große Sache.

Lasst wehen nur, was wehen kann,
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen:
Auf, fliege, stolzes Siegspanier,
voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süßen Tod der Freien

Ernst Moritz Arndt
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
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Quatschki
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Re: Deutsche Gedichte und Lieder

Beitragvon Quatschki » So 8. Mai 2016, 18:57

Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.

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