Zensur

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Firlefanzdetektor
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Re: CDU Mann will Websites sperren

Beitragvon Firlefanzdetektor » Fr 13. Jan 2017, 13:02

Excellero hat geschrieben:(13 Jan 2017, 12:35)

Laut Patrick Sensburg sollten "Demokratiefeindliche Webseiten" gesperrt werden. U.a. sagte er genau:

Meiner Ansicht nach sorgen die angeblich "seriösen Medien" selbst dafür daß man ihnen nicht mehr glaubt. In dem sie nämlich selbst falsch berichten, sei es weil sie völlig unkritisch Inhalte weiter geben, oder sogar bewusst falsche Tatsachen verbreiten.

Quelle Artikel: http://www.mmnews.de/index.php/politik/ ... es-sperren
sowie: http://www.zeit.de/news/2017-01/12/deut ... n-12101012

Zur untermauerung bezüglich der falschberichterstattung der sogenannten "seriösen Medien": https://propagandaschau.wordpress.com/

ps: ich hoffe dieser Thread erfüllt die Standarts des Forums, und muss nicht in die Ablage.

LOL!

Ausgerechnet die "Propagandaschau" zum Beleg für Falschberichterstattung anderer heranzuziehen, das hat was! :rolleyes:
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Re: CDU Mann will Websites sperren

Beitragvon Excellero » Fr 13. Jan 2017, 13:04

Firlefanzdetektor hat geschrieben:(13 Jan 2017, 13:02)

LOL!

Ausgerechnet die "Propagandaschau" zum Beleg für Falschberichterstattung anderer heranzuziehen, das hat was! :rolleyes:


:rolleyes: und auf was begründet sich dein offensichtlicher schmäh gegen diese Seite?
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: CDU Mann will Websites sperren

Beitragvon Firlefanzdetektor » Fr 13. Jan 2017, 13:09

Excellero hat geschrieben:(13 Jan 2017, 13:04)

:rolleyes: und auf was begründet sich dein offensichtlicher schmäh gegen diese Seite?

Lies und verstehe nur mal das Wording des ersten Absatzes. Wenn Dir das nicht ausreicht, erübrigt sich jede weitere Diskussion mit Dir zu jeglichen Themen, die auch nur entfernt mit "objektiver Berichterstattung" zu tun haben. :rolleyes:
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Re: CDU Mann will Websites sperren

Beitragvon Brainiac » Fr 13. Jan 2017, 13:12

Excellero hat geschrieben:(13 Jan 2017, 13:01)

Es geht wirklich nur um das (unterstelle ich) Bemühen der etablierten Parteien durch Schlagwörter wie "Fake News" und "postfaktisch" und der gleichen die Möglichkeiten einer vielschichtigeren Berichterstattung durch Zensurmaßnahmen ein zu dämmen, sowie die überprüfbarkeit von angeblich seriösen Medien zu erschweren bzw unmöglich zu machen. Es wird hier ganz klar die schaffung eines Zensurapperates vorbereitet, und ist die Infrastruktur dafür erstmal da, wird sie auch missbraucht.

Ach so. Wenn ich dich richtig verstehe, will "man" also die" vielschichtigere Berichterstattung" eindämmen und dadurch die "angeblich seriösen Medien" schützen, indem Gegenrede bzw. das Berichten von "verschwiegenen Informationen" verhindert wird. Meinst du das so?

Nun, das erscheint mir wenig plausibel, da schlicht und ergreifend ein aussichtsloses Unterfangen.

In jedem Fall ist das dominante Thema dann wohl "Zensur" und dorthin (in den betreffenden Strang) werden wir das jetzt zusammenführen, wenn nicht aus deiner Sicht massiv was dagegen spricht.

[MOD] Edit: done
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Re: Zensur

Beitragvon watisdatdenn? » Di 17. Jan 2017, 01:12

oh mann... das ausland berichtet über die deutschen facebook fake news filterung wie über eine chinesische zensurmaßnahme.

http://www.forbes.com/sites/jaymcgregor ... -problems/

..und wieder einmal ein grund mehr sich als pro-meinungsfreiheit deutscher in grund und boden zu schämen.. danke merkel, danke maas!
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Re: Zensur

Beitragvon Bielefeld09 » Di 17. Jan 2017, 02:26

watisdatdenn? hat geschrieben:(17 Jan 2017, 01:12)

oh mann... das ausland berichtet über die deutschen facebook fake news filterung wie über eine chinesische zensurmaßnahme.

http://www.forbes.com/sites/jaymcgregor ... -problems/

..und wieder einmal ein grund mehr sich als pro-meinungsfreiheit deutscher in grund und boden zu schämen.. danke merkel, danke maas!

Und du darfst hier noch deine Meinung äußern?
Das wird nicht zensiert?
Danke Merkel, Danke Maas.
Hattest du noch Fragen?
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: Zensur

Beitragvon Perdedor » Mi 1. Feb 2017, 01:25

d'Artagnan hat geschrieben:(27 Dec 2016, 16:08)
So steht es aber nicht im AAS Flyer. Wirklich nicht!
Dort wird "Wirtschaftsflüchtlinge" per se als "abwertende Bezeichnung" klassifiziert.
Lies es nochmal nach!


Habe ich. Zitat:
"Im Kern werden Flüchtlinge durch Hatespeech kollektiv abgewertet, immer auch in Einklang mit gesellschaftlicher Diskriminierung."
Das entscheidende Wort ist "kollektiv".

d'Artagnan hat geschrieben:Eine "kleine Erhöhung" - lediglich um 100%!


In absoluten Zahlen: 1 Mio Euro.
Das ist nur ein Krümel einer zerbröselten Erdnuss und bei weitem nicht ausreichend um der dramatisch zunehmenden Gefahr von rechts zu begegnen (ob die AAS dabei das effektivste Gegenmittel ist darf hingegen bezweifelt werden).

d'Artagnan hat geschrieben:Woraufhin diese ach so unabhängige Stiftung sofort -nicht etwa auf rechtsextremistische Spintiererseiten, sondern auf regierungskritische konservative Blogs wie achgut und tichys Einblick losgeht!


Tja, nun. Wenn ein regierungskritisch konservativer Blog in bestimmten Beiträgen rechtsextremistische Ansichten vertritt ist das durchaus die Erwähnung wert, auch wenn der Blog dadurch nicht notwendigerweise als ganzes als rechtsextrem einzustufen ist.

d'Artagnan hat geschrieben:Wenn also eine Bücker die wahrheitsgemäße Meldung einer Frau Kelle zum Anlass nimmt letztere als "Rassistin" zu verunglimpfen, dann muss die Justiz dafür sorgen, dass Bücker für die Folgen aufkommt.


Also willst du diese Meinung doch verbieten. D.h. du willst Bücker staatlich zensieren (im Sinne des Strangs)?
Das wäre allerdings eine dramatische Wendung der Diskussion. Die Zensur/Unterdrückung richtet sich lediglich gegen die Falschen?
Wohlgemerkt: Gegen Beleidigung kann bereits jetzt vorgegangen werden. Dazu muss aber jemand Anzeige erstatten (z.B. Kelle). Problematisch wird es dann aber, wenn Bücker ihre Meinung wohl begründet.

d'Artagnan hat geschrieben:Als Journalistin hatte sie die Möglichkeit den Wahrheitsgehalt von Kelles Aussage zu überprüfen


Naja, bei twitter gibt es nunmal eine Zeichenbegrenzung.
Wirfst du Kelle (um beim Thema zu bleiben) auch vor, dass sie ihren jüngsten tweet
"Liebe ARD, ihr habt vergessen, den Button "Dauerwerbesendung" unten links einzublenden."
https://twitter.com/Birgit_Kelle/status ... 3580060672
nicht ausreichend begründet hat?

Klar, twitter ist für eine politische Diskussion nicht das Medium der ersten Wahl. Kann man durchaus kritisieren, dass Politiker und Journalisten sich nur noch in Einzeilern äußern. Aber das ist heutzutage (leider) Standard, und man kann daraus nicht schließen, dass hinter einem tweet keine begründete Überlegung steckt.

d'Artagnan hat geschrieben:Es liegt aber nicht an mir dies zu beurteilen, sondern ist einzig und allein Sache der Justiz und von Frau Kelle als potenziell Anzeigende.


Genau.
Was bleibt nun also von deiner Kritik?
Dass Kelle keine Anzeige erstattet?
Dass die Justiz nicht selbst ermittelt?
Dass das Ergebnis einer solchen Ermittlung möglicherweise die Festellung der Legalität der Aussage ist?
Dass Bücker eine Meinung geäußert hat, die dir nicht gefällt?

Du hälst Bücker für unreflektierend systemtreu, genau wie diese Kelles Aussage für rassistisch hält.
Zugegeben, du schreibst hier etwas mehr zu diesem Vorwurf, als Bücke in ihrem tweet, aber ehrlich gesagt halte ich es für noch weniger überzeugend. Das ist allerdings kein Problem, da ich es durchaus befürworte, dass du diese Meinung öffentlich kundtun darfst. Ich würde auch nicht fordern, dass die Justiz hier gegen dich wegen Beleidigung ermitteln sollte.

d'Artagnan hat geschrieben:Artikel 3 Grundgesetz ist eindeutig. Insofern steht die Berücksichtigung der Gesetzeslage der Entlassung entgegen.


Das sehen Juristen anders. Wenn sich ein Mitarbeiter rechtsradikal äußert, kann dies geschäftsschädigend sein und dies rechtfertigt selbstverständlich eine Entlassung. Er wird ja nicht aufgrund einer Eigenschaft entlassen, sondern aufgrund des aktiven Ausdrucks seiner Gesinnung.
Sollte die Firma stattdessen an Kundenmangel zugrunde gehen und dann alle Mitarbeiter entlassen werden?

d'Artagnan hat geschrieben:Selbstverständlich darf man dem Machthabenden nicht die Definitionshoheit darüber überlassen wer "Extremist" ist und wer nicht!


Vielleicht haben Politikwissenschaftler eine absolut scharfe Definition dieses Begriffs, allerdings ist er nicht geschützt und jeder deutet ihn letztendlich so, wie er es für richtig hält. Dass es den Extremisten nicht passt, wenn sie benannt werden ist klar, aber wie willst du die Deutungshoheit verteilen?

d'Artagnan hat geschrieben:Extremist ist wen das BVerfG als Extremisten einstuft.


Da hätte das BVerfG aber viel zu tun, wenn es jede Organisation daraufhin überprüfen müsste.

d'Artagnan hat geschrieben:"Entweder Sie machen beim Boykott mit, oder sie gehören zu DENEN, und kommen dann mit auf unsere Boykottliste."


Ja, aber diese Drohung ist eben nur wirksam, wenn das Unternehmen Grund zur Annahme hat, dass die Kunden Werbung auf rechten Seiten nicht akzeptieren. Sonst könnte ihnen die Drohung ja egal sein. Da sie es nicht ist, vertritt der Organisator der Boykottliste die Interessen der Kunden.

d'Artagnan hat geschrieben:Deswegen wurde er ja auch von seiner Agentur "gegangen".


Er wurde gegangen, weil er den Eindruck erweckte im Namen der Agentur zu handeln. Das war natürlich nicht korrekt, hat aber keinen Einfluss auf die Boykottlisten.

d'Artagnan hat geschrieben:Was und wo man privat kauft oder nicht ist natürlich die persönliche Entscheidung des Einzelnen.
Das ist jedem selbst überlassen.

Was das Organisieren von Boykotts gegen Andersdenkende betrifft ist das jedoch etwas völlig anderes.


Nein, nicht wenn man es privat tut. Es ist genau dasselbe selbst zu boykottieren, wie andere dazu aufzuforden.
Wie gesagt: Natürlich nur gegen eine aktiv vertretene Gesinnung. Nicht gegen Eigenschaften, wie eben Homosexualität etc..

Siehe auch:
Boykottaufrufe sind in Deutschland grundsätzlich zulässig. Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti, die am Dienstag verklausuliert zu einem Boykott der Deutschen Bank aufgerufen hat, hat also rechtlich nichts zu befürchten.

Ein Aufruf an die Verbraucher, ein bestimmtes Unternehmen zu meiden, greift zwar in den rechtlich geschützten Gewerbebetrieb ein. Dieser Eingriff ist allerdings durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gerechtfertigt. Dies hat das Bundesverfassungsgericht schon in den 50er Jahren festgestellt.

Zulässig sind Boykottaufrufe immer dann, wenn sie aus „Sorge um politische, wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Belange der Allgemeinheit“ erfolgen.

Natürlich kommt es aber auch auf den konkreten Inhalt eines Boykott-Aufrufes an. NS-Aufrufe wie „Kauft nicht bei Juden“ wären heute als Volksverhetzung strafbar und daher verboten.

Unzulässig wäre ein Boykottaufruf auch, wenn er von staatlichen Stellen, etwa der Bundesregierung, käme. Der Staat kann sich nicht auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung berufen.

http://www.ksta.de/boykottaufruf-erlaubt--13808916
Und:
https://de.wikipedia.org/wiki/Konsumentenboykott

d'Artagnan hat geschrieben:Folgt man Deinem "Argument" darf man bspw. von einem Moslem verlangen er solle gefälligst konvertieren.


Wenn er diese Gesinnung aktiv vertritt, also z.B. die Scharia in Deutschland einführen möchte (analog zu den Rechten und ihrer Ideologie), dann ja. Ein privater Aufruf zum Boykott wäre meiner Ansicht nach erlaubt.
Leider ist es heutzutage so, dass der Religion ein Sonderstatus eingeräumt wird, der sie von politischen Ansichten unterscheidet. Es gilt immernoch als verwerflich religiöse Überzeugungen zu kritisieren, was bei der Politik Gang und Gäbe ist. Richard Dawkins hat dies prominent kritisiert.
Solange die Religion aber de fakto diesen gesellschaftlichen Status besitzt, ist die Situation etwas heikel.

d'Artagnan hat geschrieben:Schließlich wird im Namen des Islam eine Menge Blut vergossen und es finden sich einige Passagen die aus verfassungsrechtlicher Sicht bedenklich sind.


Das ist irrelevant, da es eben darauf ankommt, wie man die Schriften heute interpretiert. Die Juden hatten zu biblischer Zeit auch eine Menge Blut an den Händen. Das lässt allerdings keine Schlüsse auf die Einstellungen eines heutigen Juden zu.

d'Artagnan hat geschrieben:Er braucht ja nur seiner Religion abzuschwören, und schon ist er von so Dingen wie Boykott und Benachteiligung befreit.


Genau. Wenn er die Scharia nicht mehr einführen will, werde ich seinen Laden nicht mehr boykottieren.
Wo siehst du da nun einen Widerspruch?

Vielleicht hätte ich deutlicher machen sollen, dass es um das aktive Vertreten der Gesinnung geht. Wenn jemand über seinem Bett ein Bild von Hitler aufhängt, aber sich ansonsten vollkommen demokratisch verhält, geht dies natürlich niemanden etwas an. Wenn er hingegen auf facebook dazu aufruft Flüchtlinge zu erschießen, sieht das anders aus (auch wenn die Äußerung legal wäre).

d'Artagnan hat geschrieben:Aber Du siehst- eine solche Denke ist brandgefährlich, denn das würde dem Terror der herrschenden Mehrheit Tür und Tor öffnen.


Deine Denke ist, mich zu zwingen beim Salafisten einzukaufen?
Bzw mich zu zensieren, wenn ich andere Menschen frage, ob sie wirklich diese Ideologie unterstützen wollen (=Boykottaufruf)?

d'Artagnan hat geschrieben:Mehr noch - wäre solch ein Handeln zulässig muss das ja fast zwangsläufig dazu führen dass man der Minderheit die Mehrheitsmeinung/-religion aufzwingt.


Nein. Die Mehrheit darf nur nicht gezwungen werden den Standpunkt der Minderheit zu stärken. Letztere dürfen den Standpunkt natürlich vertreten (kein staatliches Verbot). Vielleicht überzeugen sie ja sogar die Mehrheit?

d'Artagnan hat geschrieben:Mir ist es gleich, ob die Mehrheit rechts oder links steht, es ist der Grundkonsens, dass man selbst als Minderheit das Recht hat seine Meinung zu behalten ohne Konsequenzen zu fürchtem, welches unsere Republik bislang ausmachte.


Das gabe es nie und kann es nicht geben. Jede Meinung hat eine Reaktion der Mitbürger als Konsequenz.
Der Grundkonsens ist lediglich, dass es kein staatliches Verbot geben darf. Und natürlich der etwas unscharfen Vorschrift, dass der öffentliche Friede nicht gefährdet werden darf.
Darüberhinaus dürfen Menschen, wie schon gesagt, auch nicht wegen ihrer Eigenschaften (Herkunft, sexuelle Ausrichtung...) benachteiligt werden. Auch nicht privat.

Mir scheint als wäre der Unterschied zwischen unseren Standpunkten, dass du für mehr staatlichen Zwang bist (Rechte etc. dürfen nicht mehr kritisiert werden) und ich für weniger (jeder darf jeden kritisieren, die Gesetze dürfen keinen benachteiligen). Kritik schließt natürlich konkrete Maßnahmen ein, solange sie im Rahmen der Gesetze sind (natürlich darf selbst ein Nazi nicht getötet werden).
Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich sind Boykotts etc. nicht GEboten (ich selbst halte es nicht für zielführend, da sie eine Bunkermentalität bewirken und die Betroffenen zu gern die Opferrolle spielen), sie sind lediglich NICHT VERboten.

So. Nach diesem Monsterbeitrag brauche ich eigentlich wieder Urlaub. ;)
Postingfrequenz bleibt also reduziert.
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Re: Zensur

Beitragvon Unité 1 » Mi 1. Feb 2017, 01:53

d'Artagnan hat geschrieben:(27 Dec 2016, 16:08)
Das war ein Filmzitat aus "der Pate" und spielte auf typische Mafia-Methoden ein.
Seine "Aussagen" hat der Mann nämlich mit handfesten Drohungen untermalt, da er ja bequemerweise zugleich auch an den Boykottlisten mitarbeitet.
Sein Anruf erfolgte nach dem Motto:
"Entweder Sie machen beim Boykott mit, oder sie gehören zu DENEN, und kommen dann mit auf unsere Boykottliste."
Ein solches Gebahren überschreitet die Grenze zur Nötigung. Nicht ohne Grund versucht er ja nun die Spuren zu verwischen, und löschte seine gesamte Facebook-Chronik und maskiert seine Blog. Aber wie gesagt, ich bin mir sicher, dass das ein juristisches Nachspiel haben wird.
Deswegen wurde er ja auch von seiner Agentur "gegangen".
Es ist nur traurig, dass solche Leute überhaupt kein demokratisches Bewusstsein haben.
Merke: Der Zweck heiligt in einer Demokratie niemals die Mittel.

Falls es dich interessieren sollte, kannst du hier die Stellungnahme Hensels nachlesen.
Ich erlaube mir mal, daraus zu zitieren:
Denn eigentlich hat er gar nichts mit dem Trubel zu tun, für den Sie ihn gestern berechnend in Mithaftung genommen haben – nicht die PR-Kolleginnen, die die Frechheiten ihrer Leser ertragen mussten. Nicht mein Team oder meine Chefs. Sie alle zwingen Sie dazu Akteure ihres unwürdigen Schauspiels zu sein, wenn Sie Ihren Artikel süffisant mit den Worten schließen lassen: “Gerald Hensel arbeitet für „Scholz & Friends“. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun”. Wenigstens das stimmt. Das eine hat wirklich nichts mit dem anderen zu tun. Aber Sie aktivieren es genau dadurch bewusst, und das wissen Sie natürlich. Sippenhaft nannte man das früher, glaube ich. Da habe ich wohl getroffen, wenn der Hund so beißt. Ihr Ziel ist persönliche Vernichtung und Demontage.
...
Was viele Kulturschaffende Journalisten wie Sie zu Steigbügelhaltern dieses globalen Dramas macht, das da draußen vor sich geht, ist das Verlassen jeder inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Gegenüber. Und ein schlimmer Opportunismus. Ich kenne Sie nicht und habe Sie nie angegriffen. Weder habe ich zu einem Boykott aufgerufen gegenüber Achgut.com noch gegenüber Tichy. Aber in Ihrem postfaktischen Narzissmus ist das ohnehin egal. Details und Wahrheiten zählen nicht. Inhalte auch nicht. Sie wollen die Meute losschicken gegen den “Denunzianten” und Sie sonnen sich in dem suggestiven Tänzeln am Rande des Vulkans. Ein zynisches Spiel, bei dem Sie selbst nie wirklich Täter und nie wirklich nie Opfer sind — sie lassen es sich schön offen. Alles ist möglich, Herr Broder, oder?

„Der Denunziant von Scholz & Friends“, haben Sie mich genannt.

Als Denunziant müsste ich jedoch qua Definition aus niederen Beweggründen ein Kollektiv, ein Gemeinwesen betrügen, dem ich angehöre. Verrat, Betrug…und das für niedere, einfache Dinge: Tand, Geld, Sex.

Einen Fehler gibt es dabei aber: Mit Ihrem Kollektiv möchte ich nichts zu tun haben. Heute noch weniger als gestern.

und frage dich, ob du deine letzten beiden von mir zitierten Sätze ernst meinst?
Die ganze Stellungnahme ist lesenswert und wirft ein Schlaglicht auf die Arbeitsweise Broders.

Und im interview mit der taz:
Den Namen Gerald Hensel kannte vor zwei Wochen noch kaum jemand. Hensel, der noch als Strategiedirektor bei der Berliner Agentur „Scholz & Friends“ arbeitete, rief da den Hashtag #keingeldfürrechts ins Leben. Er wollte darauf aufmerksam machen, dass sich Werbetreibende oft nicht darüber im Klaren sind, auf welchen Seiten sie ihre Banner schalten. Er nannte außerdem Beispiele für rechte Blogs. Es dauerte nicht lange, bis Hensel Ziel eines massiven Shitstorms wurde. Kommentatoren wie Henryk M. Broder, aber auch rechte Seiten wie die Junge Freiheit schießen sich seit Tagen auf den 41-Jährigen ein. Er hat mehrere Morddrohungen bekommen und wohnt derzeit in einem Hotel.

Es gab Kritik an Ihrem Text, der online gar nicht mehr zu finden ist, in dem Sie aber angeblich die Seite von Henryk M. Broder mit Breitbart gleichsetzen. War das so?

In einem Blogbeitrag habe ich geschrieben, dass es populistische und rechte Blogs gibt. Insofern habe ich also in einem Atemzug Breitbart und die „Achse des Guten“ von Herrn Broder genannt. Ich habe an der Stelle empfohlen, sich mal anzuschauen, wie Werbung gestreut wird. In einem zweiten Beitrag habe ich eine Liste aufgesetzt, in der ich mehrere klar rechte Blogs wie Compact oder PI News benannt habe. Die sollte man sich einfach anschauen, wenn man ein Budget ausgeben möchte. Auf dieser Liste stehen weder die „Achse des Guten“ noch „Tichys Einblick“. Und ich habe nie zu einem Boykott aufgerufen. Mein Ziel war Transparenz, nicht mehr. Ich kann nicht verstehen, was daran falsch sein sollte.

...

Worin genau besteht diese Aktion?

Sowohl mein Ex-Arbeitgeber als auch ich wurden Opfer eines gewaltigen Hatestorms aus unzähligen Tweets, Mails und Kommentaren über Social Media. Es gab Fake-Profile mit meinem Namen, gefakte Inhalte, die ich angeblich verfasst hätte, Hack-Angriffe und mehrere Morddrohungen gegen mich. Das ist eine systematische Kampagne und ich weiss, dass es Menschen gibt, die davon profitieren, sie am Leben zu halten.

Wen meinen Sie?

Eine Gruppe von Publizisten schreibt und eine große Anzahl von Menschen im Internet reagiert, aber nicht zufällig. Die bauen einen Diskurs aus Halbwahrheiten auf, eine Schmutzkampagne. Sie stellen uns als „Teil des Systems“ dar, das sie wiederum brauchen, um gegen „das System“ zu schießen – und letztlich, um ihre Bücher und Zeitschriftenabos zu verkaufen.

https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5363706&s=hensel/

Wie du schon sagtest, der Zweck heiligt nie die Mittel; auch nicht Broders Zwecke. Würde ein von einem demokratischen Bewusstsein beseeltes Individuum deiner Meinung nach so wie Broder handeln?
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Re: Zensur

Beitragvon d'Artagnan » Do 2. Feb 2017, 03:01

Perdedor hat geschrieben:(01 Feb 2017, 01:25)
Tja, nun. Wenn ein regierungskritisch konservativer Blog in bestimmten Beiträgen rechtsextremistische Ansichten vertritt ist das durchaus die Erwähnung wert, auch wenn der Blog dadurch nicht notwendigerweise als ganzes als rechtsextrem einzustufen ist.

Ohne Belege -wie im vorliegenden Fall geschehen - ist das einfach nur üble Nachrede und schäbig.
Besagter Blog ist gegen Merkels Politik.
Das reicht für die Blockwarte aus um ihn auf die Liste zu setzen.
Rechtsextremistisches verbreitet bei Achgut niemand.
Weshalb die Behauptungen ja auch schleunigst gelöscht von den Servern der entsprechenden Diffamierungsseiten gelöscht wurden, aus Angst vor juristischen Folgen.

Also willst du diese Meinung doch verbieten. D.h. du willst Bücker staatlich zensieren (im Sinne des Strangs)?
Das wäre allerdings eine dramatische Wendung der Diskussion. Die Zensur/Unterdrückung richtet sich lediglich gegen die Falschen?
Wohlgemerkt: Gegen Beleidigung kann bereits jetzt vorgegangen werden. Dazu muss aber jemand Anzeige erstatten (z.B. Kelle). Problematisch wird es dann aber, wenn Bücker ihre Meinung wohl begründet.

Nochmal zur Erinnerung die Fakten: Bücker versuchte die Verbreitung einer objektiv wahren Tatsachenbehauptung (Täter waren Migranten) mit einem "Die das sagt ist eine Rassistin!" zu unterdrücken.
Das StGB kennt den unterschied zwischen Meinungsfreiheit und übler Nachrede bzw. Verleumdung.
Eine Anzeige von Frau Kelle wäre angebracht gewesen. In jedem Fall hat sich Bücker damit nachhaltig disqualifiziert.

Naja, bei twitter gibt es nunmal eine Zeichenbegrenzung.
Wirfst du Kelle (um beim Thema zu bleiben) auch vor, dass sie ihren jüngsten tweet
"Liebe ARD, ihr habt vergessen, den Button "Dauerwerbesendung" unten links einzublenden."
https://twitter.com/Birgit_Kelle/status ... 3580060672
nicht ausreichend begründet hat?

Klar, twitter ist für eine politische Diskussion nicht das Medium der ersten Wahl. Kann man durchaus kritisieren, dass Politiker und Journalisten sich nur noch in Einzeilern äußern. Aber das ist heutzutage (leider) Standard, und man kann daraus nicht schließen, dass hinter einem tweet keine begründete Überlegung steckt.

Darum ging es mir nicht - es ging um den Versuch eine wahre Tatsachenbehauptung mit illegalen (verleumderischen) Methoden zu unterdrücken.
Weder die Beschränktheit twitters noch die des Horizonts des/der Twitternden kann da als Entschuldigung herhalten. ;)

Was bleibt nun also von deiner Kritik?
Dass Kelle keine Anzeige erstattet?
Dass die Justiz nicht selbst ermittelt?
Dass das Ergebnis einer solchen Ermittlung möglicherweise die Festellung der Legalität der Aussage ist?
Dass Bücker eine Meinung geäußert hat, die dir nicht gefällt?

Wenn ich sage "Der Journalist XY ist ein Kinderschänder! Glaubt ihm nicht!" dann ist das keine Meinungsäußerung sondern üble Nachrede. Genau DAS ist aber das argumentative Niveau auf der sich Kreaturen wie Bücker bewegen. Und dagegen hab ich was.
Du hälst Bücker für unreflektierend systemtreu, genau wie diese Kelles Aussage für rassistisch hält.
Zugegeben, du schreibst hier etwas mehr zu diesem Vorwurf, als Bücke in ihrem tweet, aber ehrlich gesagt halte ich es für noch weniger überzeugend. Das ist allerdings kein Problem, da ich es durchaus befürworte, dass du diese Meinung öffentlich kundtun darfst. Ich würde auch nicht fordern, dass die Justiz hier gegen dich wegen Beleidigung ermitteln sollte.

Warum auch? Bücker betätigt sich verleumderisch um die Verbreitung einer nachweisbaren Tatsache zu unterdrücken. Ich bewerte hingegen lediglich ihr Verhalten.
Und zwischen dem Vorwurf "rassistisch" und "unreflektiert systemtreu" zu sein liegen ja wohl Welten. Gesellschaftlich führt ersteres zur Isolation (was Bückers Absicht war), und zweiteres höchstens zum Bundesverdienstkreuz.

Das sehen Juristen anders. Wenn sich ein Mitarbeiter rechtsradikal äußert, kann dies geschäftsschädigend sein und dies rechtfertigt selbstverständlich eine Entlassung. Er wird ja nicht aufgrund einer Eigenschaft entlassen, sondern aufgrund des aktiven Ausdrucks seiner Gesinnung.
Sollte die Firma stattdessen an Kundenmangel zugrunde gehen und dann alle Mitarbeiter entlassen werden?

Moment! Die Rede ist hier von Achgut und somit von verfassungsrechtlich unbedenklichen Äußerungen. Sprich "Merkel ist unfähig!" etc.
Selbstverständlich darf man einer solchen Meinung auch "aktiv Ausdruck" verleihen, ohne sofort entlassen zu werden. Ein Chef der das mit dieser Begründung versucht ("geschäftsschädigend"), wird vor dem Arbeitsgericht wenig Erfolg haben, da Art 3 GG schwer wiegt. Ein Schlupfloch wäre eher dem Arbeitnehmer nachzuweisen, dass er seine Arbeitszeit unrechtmäßigerweise mit anderen Dingen verbracht hat (also wenn er jetzt Flugblätter verteilt oder so etwas).



Vielleicht haben Politikwissenschaftler eine absolut scharfe Definition dieses Begriffs, allerdings ist er nicht geschützt und jeder deutet ihn letztendlich so, wie er es für richtig hält. Dass es den Extremisten nicht passt, wenn sie benannt werden ist klar, aber wie willst du die Deutungshoheit verteilen?

Ein Knackpunkt unseres Disputs, siehe unten.
Meiner Meinung nach darf man der Regierung KEINESFALLS die Deutungshoheit darüber geben, wer Extremist ist und wer nicht. Das haben auch die Väter des Grundgesetzes auf Grund der Erfahrung der "Gesetzes zum Schutz von Volk und Staat" zu verhindern gesucht, in dem sie die alleinige Hoheit darüber dem BVerfG überlassen haben. Also einer Instanz die, wenn Du Dir unsere Institutionen ansiehst, am weitesten von der Regierung entfernt ist. (Wenn auch ihre Exponenten leider über die Jahrzehnte immer abhängiger von den Parteien geworden sind).
Selbstverständlich versucht jede Regierung den Gegner möglichst unschädlich zu machen, und je gefährlicher er für die eigene Macht ist, desto näher liegt der gedanke ihn als "Extremisten" zu eliminieren.

Da hätte das BVerfG aber viel zu tun, wenn es jede Organisation daraufhin überprüfen müsste.

Trotzdem ist und bleibt das alleine deren Zuständigkeit. Entweder eine Organisation ist kriminell (darüber entscheiden die Landesgerichte), oder verfassungsfeindlich (darüber entscheidet das BVerfG). Sind sie keines von beiden - dann sind sie nicht nachgewiesen extremistisch. Als Vorstufe gibt es die Form des "vom Verfassungsschutz beobachtet" werdens, aber das alleine ist noch kein Nachweis, da viele VS-Behörden den politischen Weisungen ihrer Regierung folgen müssen.
Natürlich heißt das nicht dass man ein Organisation per se für unbedenklich halten muss, wenn noch kein Urteil vorliegt. Die Grauzone ist heikel, aber ich tendiere im Zweifelsfall FÜR die Meinungsfreiheit des Individuums, Du hingegen eher für die des "Volkszorns". (Oder wie auch immer Du die Boykotttreibenden titulieren möchtest).
Ja, aber diese Drohung ist eben nur wirksam, wenn das Unternehmen Grund zur Annahme hat, dass die Kunden Werbung auf rechten Seiten nicht akzeptieren. Sonst könnte ihnen die Drohung ja egal sein. Da sie es nicht ist, vertritt der Organisator der Boykottliste die Interessen der Kunden.

Tja, nur blöd wenn die Deutungshoheit darüber was "rechte Seiten" sind dann so jemanden wie einem stalinistischen Gulag-Fan überlassen werden. Denn der war es ja der die ihm nicht genehmen Seiten auf irgendwelche vorgeblichen "Antinazi"seiten platzierte, die offensichtlich ohne jede Prüfung das dann so stehen ließen - bis juristische Drohungen ins Haus standen und sie die Einträge mit kalten Füßen löschten.

Nein, nicht wenn man es privat tut. Es ist genau dasselbe selbst zu boykottieren, wie andere dazu aufzuforden.
Wie gesagt: Natürlich nur gegen eine aktiv vertretene Gesinnung. Nicht gegen Eigenschaften, wie eben Homosexualität etc..

Die Rede ist aber von Meinung, nicht "Gesinnung".
Und wenn Du deine Meinung nicht aktiv vertreten darfst, dann hast Du keine Meinungsfreiheit.
"In diesem Staat gilt die Meinungsfreiheit, man darf sie nur nicht öffentlich äußern - und wenn man es doch tut muss man halt mit Konsequenzen leben", genau das war ein verbreiteter Witz in der DDR.
Ich finde es schade wenn es in Deutschland heute Leute gibt, die ein solches Klima zurückhaben wollen.
Siehe auch:
[i]Boykottaufrufe sind in Deutschland grundsätzlich zulässig. Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti, die am Dienstag verklausuliert zu einem Boykott der Deutschen Bank aufgerufen hat, hat also rechtlich nichts zu befürchten.

Ein Aufruf an die Verbraucher, ein bestimmtes Unternehmen zu meiden, greift zwar in den rechtlich geschützten Gewerbebetrieb ein. Dieser Eingriff ist allerdings durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gerechtfertigt. Dies hat das Bundesverfassungsgericht schon in den 50er Jahren festgestellt.

Es ist und bleibt eine Abwägungssache.

Ich bezweifle immer noch dass ein Boykottaufruf einzig und alleine aufgrund der -wie Du es nennst "aktiven Gesinnung" - statthaft ist, zumal wenn es sich um verfassugsrechtlich völlig unbedenkliche Meinungsäußerungen handelt, gegen die vorgegangen (boykottiert) wird.
Versuch mal einen Boykottaufruf gegen einen Metzger zu initiieren, einzig weil derjenige sich für die CSU (oder die SPD) betätigt. Da brauchst Du einen guten Anwalt, und auch der wird Probleme bekommen.

Genau. Wenn er die Scharia nicht mehr einführen will, werde ich seinen Laden nicht mehr boykottieren.
Wo siehst du da nun einen Widerspruch?

Vielleicht hätte ich deutlicher machen sollen, dass es um das aktive Vertreten der Gesinnung geht. Wenn jemand über seinem Bett ein Bild von Hitler aufhängt, aber sich ansonsten vollkommen demokratisch verhält, geht dies natürlich niemanden etwas an. Wenn er hingegen auf facebook dazu aufruft Flüchtlinge zu erschießen, sieht das anders aus (auch wenn die Äußerung legal wäre).


Deine Denke ist, mich zu zwingen beim Salafisten einzukaufen?
Bzw mich zu zensieren, wenn ich andere Menschen frage, ob sie wirklich diese Ideologie unterstützen wollen (=Boykottaufruf)?

Nein, meine Denke ist eher Dich zu zwingen andere beim Salafisten einkaufen zu lassen.
Ich fände es nicht ganz koscher^^ wenn sich Leute mit einem Schild "Kauf nicht beim Salafisten" vor dessen Laden stellen würden. Aber zugegeben, es mag gut sein dass das in diesem Fall legal wäre.

Ausgangspunkt der Debatte waren jedoch zwei Blogs, die in keiner Form mit den von Dir angeführten Beispielen zu vergleichen sind.
Sie haben weder zu Gewalttaten noch zu Fremdenfeindlichkeit noch zur Abschaffung der Verfassung aufgerufen. Ihr "Vergehen" war eine gegen die Bundeskanzlerin gerichtete Grundtendenz, die einem in der Werbebranche tätigen Stalinisten nicht passte.
Das absurde an der Situation ist dass es hier tatsächlich einen (sich ja quasi mit rotem Stern offen dazu bekennenden) Verfassungsfeind gibt. Aber das ist derjenige, den Du in der Richterrolle akzeptieren möchtest.
Nein. Die Mehrheit darf nur nicht gezwungen werden den Standpunkt der Minderheit zu stärken. Letztere dürfen den Standpunkt natürlich vertreten (kein staatliches Verbot). Vielleicht überzeugen sie ja sogar die Mehrheit?

Na sorry, das klingt im Zusammenhang reichlich zynisch.
Wie soll die Minderheit denn "überzeugen können", wenn eine abweichende Meinung "aktiv getätigt" also geäußert jederzeit von der Mehrheit sofort unterdrückt werden kann, unter dem Vorwand sie sei boykottwürdig? Ich wiederhole: Achgut und tichyseinblick sind in keiner Weise rechtsradikal. Hensel hat das ja selbst zugegeben, als er versuchte zurückzurudern - aber erst nachdem erst sie ganz bewusst mit rechtsradikalen Blogs in einen Topf geworfen hat.


Das gabe es nie und kann es nicht geben. Jede Meinung hat eine Reaktion der Mitbürger als Konsequenz.
Der Grundkonsens ist lediglich, dass es kein staatliches Verbot geben darf. Und natürlich der etwas unscharfen Vorschrift, dass der öffentliche Friede nicht gefährdet werden darf.
Darüberhinaus dürfen Menschen, wie schon gesagt, auch nicht wegen ihrer Eigenschaften (Herkunft, sexuelle Ausrichtung...) benachteiligt werden. Auch nicht privat.

Mag sein, mich stört aber die Trennlinie. Wann ist etwas "aktiv" wann "passiv". Besuche ich eine Demo, ist das schon "aktiv"? Steht mir also dieses Grundrecht de facto nicht zu?
Und wenn ich einen Boykott NICHT mitmache, betätige ich mich dann nicht auch "aktiv"?
Es ist ja nicht so als ob Typen wie Hensler nicht genau Buch führen über ihre "Erfolge"...
Du siehst - man fängt mit kleinen Beschneidungen der Freiheit an -aber dabei bleibt es nicht.
Daher ist mir das ganze Boykottgetue gegen Privatpersonen zutiefst suspekt.
Etwas völlig anderes ist es gegen Konzerne (z.B. um gegen Kinderarbeit zu demonstrieren etc.).
Mir scheint als wäre der Unterschied zwischen unseren Standpunkten, dass du für mehr staatlichen Zwang bist (Rechte etc. dürfen nicht mehr kritisiert werden) und ich für weniger (jeder darf jeden kritisieren, die Gesetze dürfen keinen benachteiligen). Kritik schließt natürlich konkrete Maßnahmen ein, solange sie im Rahmen der Gesetze sind (natürlich darf selbst ein Nazi nicht getötet werden).

Oh, absolut NICHT - ich denke es ist eher genau umgedreht. ;)
Soweit ich Dich verstanden habe möchtest Du der Regierung die Macht geben darüber zu bestimmen wer per Boykott verfolgt werden darf.
Zwar nicht direkt, wegen des von Dir erwähnten Verbotes, aber indirekt, durch das Finanzieren eines Netzwerkes von Organisatioen, welche auf jeden losgehen dürfen, wer von der Regierung als "Extremist" gelabelt wird.
Diese Praxis sehe ich hingegen als gefährlicher an, als ein paar Wirrköpfe welche auf irgedwelchen sektiererischen Blogs ihren Hass fröhnen.
Meine Haltung ist:
- Jeder muss seine Meinung öffentlich äußern dürfen.
- Wer sich verfassungsfeindlich betätigt muss in der Tat mit Konsequenzen rechnen, allerdings mit juristischen (und das gilt gleichermaßen für Privatpersonen wie Organisationen).
- Wer schwerwiegende Anschuldigungen gegenüber andere ausspricht("Kinderschäder" "Mörder" "Antisemit" "Rassist"...) muss seine Behauptungen begründen und ggf auch vor Gericht nachweisen.
- das shitstorm-, Lynch- und Boykottmob Verhalten halte ich für eine antizivilisatorische Erscheinung, die ich kritisiere (auch wenn ich keine Lösung habe wie man diese einschränken könnte. Höchstens durch das Beibringen besseren gegenseitigen Zuhörens bereits in der Schule.)

Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich sind Boykotts etc. nicht GEboten (ich selbst halte es nicht für zielführend, da sie eine Bunkermentalität bewirken und die Betroffenen zu gern die Opferrolle spielen), sie sind lediglich NICHT VERboten.

Wie gesagt - ich habe vor allem ein Problem mit dem Ausdruck "aktive Gesinnung" - Du implizierst hier extremistische Tätigkeiten, wie Schariabefürwortung oder rechtsradikale Verhaltensauffälligkeit. Also Extremfälle, die in der Tat eine Abwägung zu Gunsten der Meinungsfreiheit des Boykottaufrufenden ausfallen lassen dürften.
Stein des Anstoßes waren aber zwei Blogs, die eine merkelkritische Meinung vertreten, und mehr nicht.
Ob hier ein Boykott zulässig ist, halte ich für zweifelhaft.
Wenn das so wäre, wo wäre da der Unterschied zu den Fackel- und Mistgabelzeiten, als man eine(n) X-beliebige(n) zur Hexe erklären und jagen konnte?
Und in diesem Fall ist "man" regierungsnahe oder zumindest von der Regierung finanzierte Organisationen, welche durchaus auch Extremisten gewisser Couleur in ihren Reihen dulden.
So. Nach diesem Monsterbeitrag brauche ich eigentlich wieder Urlaub. ;)
Postingfrequenz bleibt also reduziert.

Kein Grund zur Eile.. ;)
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Re: Zensur

Beitragvon d'Artagnan » Do 2. Feb 2017, 03:08

Bielefeld09 hat geschrieben:(17 Jan 2017, 02:26)

Und du darfst hier noch deine Meinung äußern?
Das wird nicht zensiert?
Danke Merkel, Danke Maas.
Hattest du noch Fragen?


Nun ja, findest Du es nicht merkwürdig wenn Exponenten wie ARD-Moderator Rangar Yogeshwar mittlerweile ganz offen die Einführung chinesischer Zensurmodelle fordern?!

„China behält eine gewisse Kontrolle darüber, welche Nachrichten ihr Land penetrieren. Das brauchen auch wir, um sicherzustellen, dass nicht das Betriebssystem unseres Landes gestört wird.“

Also echt. Der hat sie wohl nicht mehr alle!
:mad:
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Re: Zensur

Beitragvon d'Artagnan » Do 2. Feb 2017, 03:32

Unité 1 hat geschrieben:(01 Feb 2017, 01:53)

Falls es dich interessieren sollte, kannst du hier die Stellungnahme Hensels nachlesen.
...
Wie du schon sagtest, der Zweck heiligt nie die Mittel; auch nicht Broders Zwecke. Würde ein von einem demokratischen Bewusstsein beseeltes Individuum deiner Meinung nach so wie Broder handeln?

Naja, die volle Wahrheit (jedenfalls soweit ich sie verfolgen konnte ) schreibt Hensel aber nicht.
Er hat Achgut und tichyseinblick in einem Atemzug mit allerlei rechtsextremen/islamophoben und verschwörungstheoretischen Seiten genannt. Mehrfach! Es gibt screenshots die das beweisen, sind auf Achgut zu finden.
Dann wurde ihm der Boden zu heiß und er sperrte seinen Blog (Zugang jetzt nur per Passwort). Außerdem löschte er seine gesamte Facebook Einträge bis zurück zu 2008.
Das sind die Infos die ich habe. Meine Frage: Hätte er das gemacht, wenn er ein absolut reines Gewissen hätte? Nope - er hat es probiert und hat sich an Achgut verschluckt.
Dass man es schwer hat wenn HMB einen auf den Kieker hat steht außer Frage.
Habe oben schon geschrieben dass ich die online-Mob-Bildung generell nicht mag.
Selbst wenn man hier mit dem groben Keil und den groben Klotz argumentieren könnte, denn in diesem Fall ist ja sonnenklar wer hier wen gereizt hat..
Das mit den Morddrohungen nehme ich ihm aber nicht ab, sorry. Er will halt nen neuen Job und heischt beim taz-Publikum um Mitleid.
Bislang gibt es keine Nakam-Broderbrigaden - und falls doch, dann wären die bislang verdammt klandestin vorgegangen..
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Re: Zensur

Beitragvon Unité 1 » Do 2. Feb 2017, 13:12

d'Artagnan hat geschrieben:(02 Feb 2017, 03:32)

Naja, die volle Wahrheit (jedenfalls soweit ich sie verfolgen konnte ) schreibt Hensel aber nicht.
Ist mir schon klar, dass sein Blick auch nur seine Sichtweise wiedergibt. Aber mir ging es um etwas anderes. Nämlich:
Er hat Achgut und tichyseinblick in einem Atemzug mit allerlei rechtsextremen/islamophoben und verschwörungstheoretischen Seiten genannt. Mehrfach! Es gibt screenshots die das beweisen, sind auf Achgut zu finden.

Das hat er doch gar nicht bestritten in seiner Stellungnahme, sondern erläutert. Das ist zwar nun eine Frage der Glaubwürdigkeit, aber ich sehe nicht, warum er da hätte lügen sollen.
Ja, es gibt unter #KeinGeldFürRechts eine Aktivierung, die ich hier beschrieben habe und die Sie als Boykott missverstehen wollen. Genaues lesen lohnt sich übrigens. Zugegeben: ich persönlich, wie viele andere auch, finde Achgut.com und Tichy grauenvoll. Das nach Geld bettelnde Weblog, “Achse des Guten” (lol), für das Sie es heute nötig haben zu schreiben, habe ich explizit, zusammen mit Tichy’s-Einblick, aus der Aktivierung, dem so genannten Boykott, ausgenommen. Hier nachzulesen (“Wir haben bewusst konservative und auch einfach “gemäßigt” rechtspopulistische Medien (Tichy, Achgut.com) ausgeschlossen”).

Gehört zum demokratischen Bewusstsein nicht die Bereitschaft zur Akzeptanz anderslautender, einem widersprechender Meinungen? Oder nicht wenigstens der Verzicht auf Lügen? Oder nicht allerwenigstens der Verzicht darauf, den aggressiven Mob seiner Leserschaft nicht aufzuhetzen und anzuspornen, das Leben Hensels auf's Korn zu nehmen? (Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal Broders. Wenn ich da an diese abartige Kampagne der Bild gegen Weselsky denke, wird mir wieder ganz übel.)

Dann wurde ihm der Boden zu heiß und er sperrte seinen Blog (Zugang jetzt nur per Passwort). Außerdem löschte er seine gesamte Facebook Einträge bis zurück zu 2008.
Das sind die Infos die ich habe. Meine Frage: Hätte er das gemacht, wenn er ein absolut reines Gewissen hätte? Nope - er hat es probiert und hat sich an Achgut verschluckt.

Keine Ahnung, kann sein oder auch nicht. Ich weiß es nicht, du weißt es nicht. Ist genauso gut möglich, dass er die Inhalte nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht hat, um Schaden von seinem ehemaligen Arbeitgeber abzuwenden.
Selbst wenn man hier mit dem groben Keil und den groben Klotz argumentieren könnte, denn in diesem Fall ist ja sonnenklar wer hier wen gereizt hat..

Interessant. Es geht doch gar nicht um Reizung, sondern um die Methode Broder. Weil Broder gereizt wurde, rechtfertigt das sein Verhalten? Das seiner "Leserschaft"? Dein Ernst? Die ganzen Schwachmaten von AfD, Pegida, Achgut, PI usw. reizen mich auch. Angenommen ich hätte eine shitstormaffine und aggressive Leserschaft, die wenig bis keine Hemmungen zeigt; wäre es legitim, wenn ich - angenommen ich wüsste um die Lebensverhältnisse eines Pegidaprotagonisten Bescheid - ihr zuwinke, schaut mal, da wohnt der Typ, das ist seine Arbeitsstelle, usw.?
Das mit den Morddrohungen nehme ich ihm aber nicht ab, sorry. Er will halt nen neuen Job und heischt beim taz-Publikum um Mitleid.

Das bleibt dir unbenommen, auch wenn es inkonsistent ist. Jobsuche via Mitleid funktioniert nicht so gut. Und bei dem Aggressionspotential des Mobs halte ich es für unwahrscheinlicher, wenn keine Morddrohungen bei ihm eingegangen wären.
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Re: Zensur

Beitragvon d'Artagnan » So 5. Feb 2017, 00:16

Unité 1 hat geschrieben:(02 Feb 2017, 13:12)

Ist mir schon klar, dass sein Blick auch nur seine Sichtweise wiedergibt. Aber mir ging es um etwas anderes. Nämlich:

Das hat er doch gar nicht bestritten in seiner Stellungnahme, sondern erläutert. Das ist zwar nun eine Frage der Glaubwürdigkeit, aber ich sehe nicht, warum er da hätte lügen sollen.
Ja, es gibt unter #KeinGeldFürRechts eine Aktivierung, die ich hier beschrieben habe und die Sie als Boykott missverstehen wollen. Genaues lesen lohnt sich übrigens. Zugegeben: ich persönlich, wie viele andere auch, finde Achgut.com und Tichy grauenvoll. Das nach Geld bettelnde Weblog, “Achse des Guten” (lol), für das Sie es heute nötig haben zu schreiben, habe ich explizit, zusammen mit Tichy’s-Einblick, aus der Aktivierung, dem so genannten Boykott, ausgenommen. Hier nachzulesen (“Wir haben bewusst konservative und auch einfach “gemäßigt” rechtspopulistische Medien (Tichy, Achgut.com) ausgeschlossen”).

Gehört zum demokratischen Bewusstsein nicht die Bereitschaft zur Akzeptanz anderslautender, einem widersprechender Meinungen? Oder nicht wenigstens der Verzicht auf Lügen? Oder nicht allerwenigstens der Verzicht darauf, den aggressiven Mob seiner Leserschaft nicht aufzuhetzen und anzuspornen, das Leben Hensels auf's Korn zu nehmen? (Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal Broders. Wenn ich da an diese abartige Kampagne der Bild gegen Weselsky denke, wird mir wieder ganz übel.)

Er schreibt aber auch da die Unwahrheit. Er (wohl im Delirium von "wir" schreibend) hat nämlich NICHT die beiden Blogs ausgenommen schließlich war die Anzeigenvermittlung vom Boykott derart betroffen dass sie Achgut um eine Auflösung des Vertrages gebeten hat.
Bei Henselers Statement handelt es sich um den durchsichtigen Versuch einer Täter-Opfer -Umkehrung, nach dem Motto "Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken!"

Und BILD ist ein völlig anderes Kaliber. In Leserschaft wie Reichweite. Zumindest die Abneigung gegenüber diesem Blatt teilen wir.
Interessant. Es geht doch gar nicht um Reizung, sondern um die Methode Broder. Weil Broder gereizt wurde, rechtfertigt das sein Verhalten? Das seiner "Leserschaft"? Dein Ernst? Die ganzen Schwachmaten von AfD, Pegida, Achgut, PI usw. reizen mich auch. Angenommen ich hätte eine shitstormaffine und aggressive Leserschaft, die wenig bis keine Hemmungen zeigt; wäre es legitim, wenn ich - angenommen ich wüsste um die Lebensverhältnisse eines Pegidaprotagonisten Bescheid - ihr zuwinke, schaut mal, da wohnt der Typ, das ist seine Arbeitsstelle, usw.?

Überraschung! Genau das machen doch die NgN und AAS-Aktivisten, zu denen Henseler sich offensichtlich zählt.
Precisement genau das! Selbst wenn er nun das gleiche Schicksal erlitten hätte (was ich nicht glaube) das er anderen zugedacht hat, dann wäre seine Jammerei doch pure Bigotterie!

Mir ging es aber gar nicht darum, denn die "Methode Broder" ist ja eben NICHT "Henseler wohnt da und da. Kommt und 'besucht' ihn!" -wie bspw. auf indymedia üblich.
Mit "groben Keil" meinte ich Broders wenig subtilen Versuche in schmutziger Wäsche zu wühlen und auch mit Stempeln zu arbeiten, um die Zielperson sozial zu ächten.
Wohl niemand würde sagen das Broder besonders objektiv mit seinen Gegnern umgeht. Da aber Henseler Broders Blog existenziell angegriffen hat kann man das aber auch nicht von Broder verlangen!

Aber wie gesagt - "Morddrohungen" als Konsequenz der Achgut Artikel kann ich mir echt nicht vorstellen..
Das würde nicht zur Achgut Leserschaft passen, die sind ja keine spät-pubertierenden oder früh-senile indymedia-Blogger und schon gar nicht irgendwelche BlutundBoden-Hools, sondern eher Intellektuelle gesetzteren Alters. Wenn diese Sorte Leute mal Drohungen verschicken dann sind das eher unterschriebene Briefe vom Schlage "Werte Scholze&Friends Ihre Agentur wird keine Aufträge von uns mehr bekommen wenn sie diesen Mitarbeiter weiter beschäftigen!"
Das sich auch das mit meinem Verständnis von Meinungsfreiheit nicht gut verträgt hab ich oben ja ausgeführt - im Falle Henseler war es aber ein von ihm selbst abgefeuerter Bumerang der ihn traf, weswegen sich mein Mitleid mit dessen Kündigung schon sehr in Grenzen hält..
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Re: Zensur

Beitragvon d'Artagnan » So 5. Feb 2017, 13:43

Das von der Bundesregierung beauftragte sog. "Recherchenetzwerk" CORRECTIV - welches Fake News identifizieren soll ist enger mit der Regierungspartei SPD und der regierungsnahen Friedrich-Ebert-Stiftung verknüpft als bislang angenommen.
Kein Wunder dass CORRECTIV (dessen Objektivität man ja schon dem moralintriefenden Namen nach anzweifeln könnte) bereits durch das Verbreiten von unsäglichen Fake News aufgefallen ist.
Hier ein Glanzstück ihrer "Recherchekunst".
Für Schraven ist Trump in dem Letter „ein anderes Wort für mieser Verlierer“, der ihn an den Kampf „Rumple (sic!) in the Jungle“ von Muhammed Ali gegen George Foreman im Jahr 1974 erinnere (Schraven meint „Rumble in the Jungle“). „Nachdem Foreman verloren hatte, musste er wegen Depressionen behandelt werden. Das steht jetzt Trump bevor.“

Tja, Schraven. Sieht so aus als seist Du hier der miese Verlierer. Auf jeden Fall ein grottenschlechter Journalist. Und sowas soll nun die Gralshüterin der "Wahrheit" sein? Lachhaft!
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Re: Zensur

Beitragvon Alexyessin » Mo 6. Feb 2017, 09:20

watisdatdenn? hat geschrieben:(17 Jan 2017, 01:12)

oh mann... das ausland berichtet über die deutschen facebook fake news filterung wie über eine chinesische zensurmaßnahme.

http://www.forbes.com/sites/jaymcgregor ... -problems/

..und wieder einmal ein grund mehr sich als pro-meinungsfreiheit deutscher in grund und boden zu schämen.. danke merkel, danke maas!


Wo ist denn deiner Meinung nach das Problem mit der Meinungsfreiheit?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Zensur

Beitragvon Brainiac » Mi 15. Feb 2017, 22:22

Hier wird ja gerne mal über den "Verlust" der Meinungsfreiheit in Deutschland geklagt, und als glorreiches Ideal werden gern die USA herangezogen.

Es kann durchaus sein, dass der eine oder andere USA-Bürger derzeit ähnlich denkt, allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. :D

Donald Trump has pledged to change the libel laws in a way that could undermine the first amendment and the freedom of the press.

Speaking at a rally in Fort Worth, Texas, on Friday, shortly after accepting an endorsement from New Jersey governor Chris Christie, Trump pledged if elected president to “open up our libel laws so when [newspapers] write purposely negative stories … we can sue them and make lots of money”.
https://www.theguardian.com/us-news/2016/feb/26/trump-pledges-curb-press-freedom-libel-laws-first-amendment

Das war 2016, aber jetzt isser im Amt. :| Und sein Verhältnis zur "very dishonest" Presse scheint sich ja auch nicht wesentlich gebessert zu haben.

Man müsste sich so eine Ankündigung mal aus dem Munde eines Mitglieds der deutschen Bundesregierung vorstellen. Was dann los wäre, auch hier.
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Re: Zensur

Beitragvon watisdatdenn? » Do 16. Feb 2017, 06:41

Alexyessin hat geschrieben:(06 Feb 2017, 09:20)
Wo ist denn deiner Meinung nach das Problem mit der Meinungsfreiheit?

ich halte nicht viel davon, wenn eine zentrale organisation nachrichten als glaubwürdig oder nicht glaubwürdig einordnet.
man kann von mir aus ein "gütesiegel" machen (gerne auch parteiisch), das soll aber ohne weitere konsequenzen sein.

akuell ist die praxis so, wenn das correctiv eine nachricht bei facebook als fake-news erkennt, ist diese nicht mehr so leicht zu finden (nachrichten verstecken ist aus meiner sicht schon halbe zensur). das finde ich nicht gut.

problem sind auch meinungstabus:
- eva herman hat ihren job verloren, nur weil sie ein altes familienbild propagiert hat.
- hier wurde ein junges elternpaar (der papa) auf 9 monate verurteilt:
https://www.merkur.de/lokales/dachau/vi ... 48310.html
weil:
„Die Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge überschwemmen unser Land. Sie bringen Terror, Angst, Leid. Sie vergewaltigen unsere Frauen und bringen unsere Kinder in Gefahr. Setzt dem ein Ende!“, schrieb M. bei der Gründung der Gruppe. Dazu ein Bild der Deutschland- Flagge – fertig ist eine rechtsradikale Gruppierung, so Richter Lukas Neubeck.

die mutter hatte damals ein 10 monate altes kind!
das ist nicht in ordnung!
weder haben die zu mord, noch zu straftaten aufgerufen, sondern sie sind für ihre kritische meinung zur flüchtlingspolitik und deren öffentliche äußerung verurteilt worden. DAS IST KEINE MEINUNGSFREIHEIT!

natürlich haben wir hier keine zustände wie in einem meinungsfreiheits-versagerland wie die türkei. aber ich möchte mich eher z.B. an holland oder voltaire orientieren, als an der türkei.
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Re: Zensur

Beitragvon Alexyessin » Do 16. Feb 2017, 07:52

watisdatdenn? hat geschrieben:(16 Feb 2017, 06:41)

ich halte nicht viel davon, wenn eine zentrale organisation nachrichten als glaubwürdig oder nicht glaubwürdig einordnet.


Nein, die Vorgabe find ich auch nicht gut. Aber es ist mir ja nicht vorgeschrieben, diese Empfehlung zu berücksichtigen, oder?
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Re: Zensur

Beitragvon Brainiac » Do 16. Feb 2017, 10:20

watisdatdenn? hat geschrieben:(16 Feb 2017, 06:41)


- hier wurde ein junges elternpaar (der papa) auf 9 monate verurteilt:
https://www.merkur.de/lokales/dachau/vi ... 48310.html
weil:

die mutter hatte damals ein 10 monate altes kind!
das ist nicht in ordnung!
weder haben die zu mord, noch zu straftaten aufgerufen, sondern sie sind für ihre kritische meinung zur flüchtlingspolitik und deren öffentliche äußerung verurteilt worden. DAS IST KEINE MEINUNGSFREIHEIT!

"Kritische Meinung zur Flüchtlingspolitik" :D

Hier wurden pauschal die nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge als Vergewaltiger bezeichnet, die Terror, Angst, Leid bringen. Wenn das keine Diffamierung und Hetze ist, dann weiß ich auch nicht.

Ob die Strafe, die im übrigen lt Merkur-Artikel zur Bewährung ausgesetzt wurde, angemessen ist, steht auf einem anderen Blatt.
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Re: Zensur

Beitragvon Alexyessin » Do 16. Feb 2017, 11:19

watisdatdenn? hat geschrieben:(16 Feb 2017, 06:41)

- hier wurde ein junges elternpaar (der papa) auf 9 monate verurteilt:
https://www.merkur.de/lokales/dachau/vi ... 48310.html
weil:


sie vergessen haben, das das Internet kein Rechtsfreier Raum ist. Das Thema kenn ich gut. Vierkirchen ist von daheim keine 20 Kilometer weg. Das wurde auch im Landkreis genug diskutiert und das ist auch die fast einhellige Meinung. Wer für sein Tun seine Konsequenzen nicht bedenkt verdient kein Mitleid. Das Kind tut mir leid, aber ich hoffe, das sie sich ihre Tätigkeiten in Zukunft besser überlegen.
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