Die "Lügenpresse" der anderen Seite

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Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon Brainiac » So 3. Apr 2016, 18:36

Es hat sich ja in den letzten Jahren, als Reaktion auf die "Mainstreammedien" (manche nennen es auch „Lügenpresse“), eine Art Gegenöffentlichkeit im Internet gebildet. Beispiele sind die „Achse des Guten“, die „Nachdenkseiten“, die „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ und viele weitere Webseiten und Blogs.

Ich selbst habe kein Problem damit, wenn sich jemand auch(!) dort informiert. Ich halte Kritik an der heutigen Medienlandschaft in Deutschland für durchaus berechtigt. Zwar glaube ich nicht an eine umfassende staatliche Einflussnahme – m.E. liegt das Problem eher in einer gewissen Trägheit und Angepasstheit in der Medienbranche, die dazu führt, dass man sich im Zweifel einer subjektiv wahrgenommenen Mehrheitsmeinung anpasst. Es sei dann, man ist Willens und in der Position, sich mit Gegenmeinungen zu profilieren. Das trifft auf die Mehrzahl der Journalisten in Deutschland m.E. eher nicht zu.

Wichtig ist mir allerdings das auch. Man sollte nicht den Fehler begehen, seine Weisheiten nur aus der „Gegenöffentlichkeit“ zu beziehen. Denn, wen wundert’s, dort finden sich genauso viele - oder vielleicht noch viel mehr - Falschdarstellungen, schlechte Recherchen oder tendenziöse Berichte wie in der „klassischen“ Medienlandschaft. Dafür möchte ich mit diesem Thread sensibilisieren. Ich habe mal ein bisschen rumgesucht – besonders schwer war es nicht, was zu finden. Siehe unten, Hervorhebungen von mir.

Fazit: Misstrauisch sein und immer mehrere Quellen einbeziehen. Den eigenen Kopf benutzen! Vor allem, wenn man was liest, was man nur zu gerne glauben will, weil es das eigene Weltbild bestätigt.

Beipiel 1

Die Vereinten Nationen fordern für die EU-Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien einen »Bevölkerungsaustausch« mit Migranten aus Nahost und Nordafrika. Offenkundig ist der Asyl-Tsunami von langer Hand geplant.
In dem erst jetzt bekannt gewordenen UN-Bericht »Replacement Migration« (ST/ESA/SER A./206) der Bevölkerungsabteilung der UN (UN Population Division) aus dem Jahr 2001 wird die Öffnung Deutschlands für 11,4 Millionen Migranten gefordert, auch wenn das innerhalb Deutschlands zu sozialen Spannungen (»rise to social tensions«) führen werde.
[...]
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/vereinte-nationen-fordern-bevoelkerungsaustausch-von-deutschland.html

Da haben wir sie, die „Umvolkung“. Allerdings: Der UN-Bericht rechnet nur verschiedene Szenarien durch und „fordert“ überhaupt nichts. Er ist auch nicht „erst jetzt bekannt geworden“, sondern wurde damals (2001) ausführlich in der Presse diskutiert. Siehe auch http://www.stefan-niggemeier.de/blog/22296/so-luegt-udo-ulfkotte-fordert-die-uno-die-deutsche-bevoelkerung-durch-araber-zu-ersetzen/

Beispiel 2

Russland: Ukraine und CIA wollen russischen Geheimdienst unterwandern
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/01/russland-ukraine-und-cia-wollen-russischen-geheimdienst-unterwandern/

Viele lesen ja nur Schlagzeilen. Was bleibt hier wohl hängen? Wahrscheinlich, dass die USA, unterstützt durch die Ukraine, den Kalten Krieg wieder beginnen. Der Artikel hält allerdings nicht mal ansatzweise, was der Titel verspricht. Es wurde ein(!) ukrainischer Agent festgenommen, und das Ganze basiert ausschließlich auf Informationen des russischen Geheimdienstes FSB. So die DWN, eine Quelle ist nicht angegeben.

Beispiel 3

In einer Satire zu dem Hoecker-Auftritt in der NDR Talk Show schreibt Gunnar Heinsohn:
[…]
Ganz andere Formeln machen jetzt die Runde und ein weiterer Witzbold legt hemmungslos nach. Er bittet die migratorischen Schüler mit schlechten Mathezensuren von mangelhaft über ungenügend bis unbenotbar zum Durchdrücken der Knie. 508 von 1000 stehen nun stramm.
[…]
http://www.achgut.com/artikel/und_jetzt_machen_wir_mal_den_hoecker_test_teil_2

Ist zwar eine Satire, aber ein bisschen ernst werden die meisten das schon nehmen, passt ja auch ins Bild: Mehr als die Hälfte der Schüler mit Migrationshintergrund hätten schlechte oder sehr schlechte Mathenoten. Vor allem, wenn da offensichtlich, bei achgut.com wie üblich blau unterlegt, ein Link dahinter ist (hinter dem „508 von 1000“). Wird schon was dran sein.

Wer den Link anklickt und sich eine Quelle für diese Zahl 508 erhofft, wird allerdings enttäuscht. Man landet auf der allgemeinen PISA-Seite und darf dann selbst suchen. Ich habe das ein bisschen versucht, dabei habe ich gelernt, dass – im Gegensatz zu den autochthonen Schülern – die Matheleistungen der Mihigru-Schüler 2012 ggü. 2003 deutlich verbessert sind, allerdings immer noch etwas schlechter als die der Deutschen (durchschnittlich Kompetenzstufe 3-4 statt 2-3, von insg. 0..6 Stufen). Die oben genannte Aussage wird nirgendwo auch nur ansatzweise belegt.
http://www.pisa.tum.de/fileadmin/w00bgi/www/Berichtband_und_Zusammenfassung_2012/PISA_EBook_ISBN3001.pdf (Grafik auf Seite 299)

Beispiel 4

Henryk Broder arbeitet sich an Herrn Maas ab:

[…]
Wow! Das ist wirklich eine Einsicht, die man dem „bestgekleideten Mann“ der Republik nicht zugetraut hätte. Wenig später hatte er zwischen zwei Anproben bei seinem Ausstatter wieder eine tolle Idee: Mord soll „nicht mehr zwingend mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft werden". Zwar ist das auch heute schon der Fall - lebenslänglich bedeutet im Regelfall höchstens 15 Jahre -, aber das muss ein Justizminister, dem das Grundrecht auf innere Sicherheit unbekannt ist, nicht wissen.
[…]
http://www.achgut.com/artikel/fundstueck_sensation_justizminister_maas_warnt_vor_parallelgesellschaften

Nun weiß Broder natürlich auch, dass Maas das Strafmaß, nicht die faktische Strafdauer meinte. Aber macht ja nichts, der Leser glaubt schließlich nur zu gerne, wir hätten da einen absoluten Deppen zum Justizminister. Was Herr Broder hingegen offensichtlich nicht weiß, ist, dass die Sitzdauer für die Strafe „lebenslänglich“ bei ca. 20 Jahren liegt, und nicht bei 15, und zwar durchschnittlich und nicht „höchstens“. Kleines Detail am Rande.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenslange_Freiheitsstrafe#Statistische_Daten
http://www.kanzlei-breidenbach.de/glossar/lebenslaenglich/
http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsches-rechtssystem-warum-lebenslang-nicht-ein-leben-lang-ist-1.317460

Beispiel 5

[…]
Zwei Dinge sind dabei bemerkenswert: Egal, wie sich die Farben mischen, es bleibt alles rot, also so wie bisher, und die Grünen, die größten Verlierer auf der politischen Bühne dieser Tage, mischen überall kräftig mit, die AfD dagegen als größter Gewinner der letzten drei Landtagswahlen muss in den Isolationsknast und soll dort am langen Arm verrecken.
Damit wird der Wählerwillen pervertiert, das Stimmvieh zum Rindvieh degradiert, zeigt sich unsere Demokratie in ihrer ganzen Abartigkeit, präsentiert sich uns als Spielcasino, in dem der Wähler zum Zocker wird, seine Stimme in den Geldschlitz wirft, den einarmigen Banditen bedient und egal welche Kombination vor seinen Augen erscheint, verliert, weil auch hier natürlich letztendlich die „Bank“, also die wechselwarmen Parteien gewinnen.
[…]
http://journalistenwatch.com/cms/loest-endlich-die-systemparteien-auf/

Die arme AfD (und der arme AfD-Wähler), sie werden an der Regierungsverantwortung gehindert und in den „Isolationsknast“ geschickt. Schöne Story, dumm nur, dass die AfD das (Regierungsverantwortung) ja selbst auch nicht will. Was „Journalistenwatch“ natürlich auch weiß, wohlweislich aber an dieser Stelle verschweigt.

AfD-Vize Gauland: "Regierungsverantwortung wäre für uns tödlich"
… dass dafür eine Regierungsbeteiligung ein wichtiger Schritt wäre. Allerdings schließt dies Frauke Petry sowohl aus Landes- als auch Bundesebene derzeit aus. (mz)


Das waren mal 5 Beispiele. Gerne mehr, oder auch Widerlegungen, falls ich mich irgendwo getäuscht haben sollte.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon schokoschendrezki » So 3. Apr 2016, 19:49

Brainiac hat geschrieben:(03 Apr 2016, 19:36)
Ich selbst habe kein Problem damit, wenn sich jemand auch(!) dort informiert. Ich halte Kritik an der heutigen Medienlandschaft in Deutschland für durchaus berechtigt. Zwar glaube ich nicht an eine umfassende staatliche Einflussnahme – m.E. liegt das Problem eher in einer gewissen Trägheit und Angepasstheit in der Medienbranche, die dazu führt, dass man sich im Zweifel einer subjektiv wahrgenommenen Mehrheitsmeinung anpasst. Es sei dann, man ist Willens und in der Position, sich mit Gegenmeinungen zu profilieren. Das trifft auf die Mehrzahl der Journalisten in Deutschland m.E. eher nicht zu.

Ich habe gerade aktuell einen Kommentar gehört, der darauf hinausläuft, dass nicht etwa Trägheit das Problem ist sondern - im Gegenteil - Geilheit auf Tages- oder sogar Stundenaktualität. Die Reflektion jedes neuen Ereignisses ist wichtiger als das fortgesetzte Nachdenken über mittel- und langfristige und strukturelle Tendenzen.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon Brainiac » So 3. Apr 2016, 20:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Apr 2016, 20:49)

Ich habe gerade aktuell einen Kommentar gehört, der darauf hinausläuft, dass nicht etwa Trägheit das Problem ist sondern - im Gegenteil - Geilheit auf Tages- oder sogar Stundenaktualität. Die Reflektion jedes neuen Ereignisses ist wichtiger als das fortgesetzte Nachdenken über mittel- und langfristige und strukturelle Tendenzen.

Geilheit auf Aktualität, ja - aber Trägheit hinsichtlich der Interpretationsmuster. Das ist ja kein Widerspruch.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 4. Apr 2016, 12:00

Brainiac hat geschrieben:(03 Apr 2016, 21:00)

Geilheit auf Aktualität, ja - aber Trägheit hinsichtlich der Interpretationsmuster. Das ist ja kein Widerspruch.

O.k. stimmt. Aktuell gibts bei "telepolis" eine ziemlich wüste Abrechnung der beiden langjährig in öffentlich-rechtlichen Medien tätigen
Journalisten Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam mit dem politischen Mainstream-Journalismus in Deutschland. Sie kritisieren
vor allem den Gebrauch solcher eingeschliffenen politischen Begriffe wie "die internationale Gemeinschadft" oder "moderate Rebellen".
Es gibt im syrischen Bürgerkrieg in der Tat (mittlerweile) weder moderate Kämpfer noch gar (eigentlich positiv konnotierte) "Rebellen" und
die "internationale Gemeinschaft" ist ein unzulässiger Begriff für einen bevölkerungsmäßig nicht einmal mehrheitlichen Bund von Staaten.
http://www.heise.de/tp/artikel/47/47821/4.html

Frage an den Threadersteller: Würdest Du eine Publikation wie "telepolis" ebenfalls als Teil der "anderen Seite" sehen?

Ich persönlich teile die Medien eher in audiovisuelle (TV, Online-Teile großer Magazine, youtube u.ä.) und reine Audio-Medien (Deutschlandfunk, BBC usw.).
Erstere halte ich für mehr oder weniger "verloren". Letztere bieten zumindest in Teilen ein Refugium für seriöse politische Berichterstattung und
Kommentierung. Einfach weil sie außerhalb des Fokus des Öffentlichkeit stehen. Und unter anderem auch deshalb, weil sie dem
Charakter des Mediums entsprechend auf Sportberichterstattung und "bunte Bilder" verzichten müssen.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon yogi61 » Mo 4. Apr 2016, 12:08

Die NachDenkSeiten würde ich hier mal ausnehmen. Sie haben eine Tradition seit dem Jahr 2000 und wurden von Albrecht Müller gegründet, der immerhin Planungschef unter Brandt und Schmidt war. Die Gründung hat weniger mit einem Gegenpol zu den Mainstreammedien zu tun. Sie ist vielmehr in der Enttäuschung über das Versagen der Gewerkschaften und dem neoliberalen Kurs der Partei Müllers begründet.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon pikant » Mo 4. Apr 2016, 12:12

yogi61 hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:08)

Die NachDenkSeiten würde ich hier mal ausnehmen. Sie haben eine Tradition seit dem Jahr 2000 und wurden von Albrecht Müller gegründet, der immerhin Planungschef unter Brandt und Schmidt war. Die Gründung hat weniger mit einem Gegenpol zu den Mainstreammedien zu tun. Sie ist vielmehr in der Enttäuschung über das Versagen der Gewerkschaften und dem neoliberalen Kurs der Partei Müllers begründet.


habe oft den Eindruck, dass bei diesen Seiten ein Artikel immer besser wird je laenger er geworden ist und mit vielen Fremdwoertern bestueckt.
ich ziehe das Handelsblatt vor :)
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon yogi61 » Mo 4. Apr 2016, 12:19

pikant hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:12)

habe oft den Eindruck, dass bei diesen Seiten ein Artikel immer besser wird je laenger er geworden ist und mit vielen Fremdwoertern bestueckt.
ich ziehe das Handelsblatt vor :)


Das Problem mit dem Handeslblatt ist doch eher, dass die auch nicht besser oder schlechter sind als die andere Medien. Das der Journalismus am Boden liegt, ist eh nicht schwer zu erkennen und manchmal weiss man gar nicht mehr, ob ein Journalist noch bei Springer, dem Handelsblatt oder für den Spiegel arbeitet. Die wechseln ihre Jobs unter Karriere-Aspekten eh wie ihre Unterhosen und das sie im Prinzip alle den gleichen Kram schreiben, fällt das auch nicht weiter auf.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon Alexyessin » Mo 4. Apr 2016, 12:21

yogi61 hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:19)

Das Problem mit dem Handeslblatt ist doch eher, dass die auch nicht besser oder schlechter sind als die andere Medien. Das der Journalismus am Boden liegt, ist eh nicht schwer zu erkennen und manchmal weiss man gar nicht mehr, ob ein Journalist noch bei Springer, dem Handelsblatt oder für den Spiegel arbeitet. Die wechseln ihre Jobs unter Karriere-Aspekten eh wie ihre Unterhosen und das sie im Prinzip alle den gleichen Kram schreiben, fällt das auch nicht weiter auf.


Da müsstest du doch für Herrn Prantl aber große Zuneigung empfinden :)
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon yogi61 » Mo 4. Apr 2016, 12:22

Alexyessin hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:21)

Da müsstest du doch für Herrn Prantl aber große Zuneigung empfinden :)


Natürlich.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 4. Apr 2016, 12:23

Haben die Blogschreiber denn den Anspruch, neutral und überparteilich zu berichten? Ich glaube nicht. Grobe Lügen sollten nicht verbreitet werden, das wäre dann Propaganda, da wäre der Kopp-Verlag zu nennen, die "Deutschen Wirtschafts Nachrichten" sind auch eher dubios.

Jürgen Meyers blog fehlt hier noch :D
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon pikant » Mo 4. Apr 2016, 12:24

yogi61 hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:19)

Das Problem mit dem Handeslblatt ist doch eher, dass die auch nicht besser oder schlechter sind als die andere Medien. Das der Journalismus am Boden liegt, ist eh nicht schwer zu erkennen und manchmal weiss man gar nicht mehr, ob ein Journalist noch bei Springer, dem Handelsblatt oder für den Spiegel arbeitet. Die wechseln ihre Jobs unter Karriere-Aspekten eh wie ihre Unterhosen und das sie im Prinzip alle den gleichen Kram schreiben, fällt das auch nicht weiter auf.


wenn das so ist, sollte man auch auf den Preis achten - das Handelsblatt ist ohne Sport unterwegs und das ist ein Nachteil.
Zuletzt geändert von pikant am Mo 4. Apr 2016, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon yogi61 » Mo 4. Apr 2016, 12:26

pikant hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:24)

wenn das so ist, werde ich zukuenftig die FAZ kaufen - ist billiger und spare dann Geld und habe noch etwas Sport im Blatt ;)


Vielleicht bringt das noch etwas, weil die FAZ finanziell ebenfalls schwer angeschlagen ist und viele sogenannte Top-Journalisten längst abgängig sind.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon pikant » Mo 4. Apr 2016, 12:28

yogi61 hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:26)

Vielleicht bringt das noch etwas, weil die FAZ finanziell ebenfalls schwer angeschlagen ist und viele sogenannte Top-Journalisten längst abgängig sind.


ist ja bei vielen Zeitschriften so - Internet ist der Hauptgrund und darum werden ja immer mehr Internetseiten kostenpflichtig.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon yogi61 » Mo 4. Apr 2016, 12:33

pikant hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:28)

ist ja bei vielen Zeitschriften so - Internet ist der Hauptgrund und darum werden ja immer mehr Internetseiten kostenpflichtig.


Ja, sicher. Es gibt ja insgesamt einen Trend zur Visualisierung. Die Deutschen schauen gerne politische Talkshows und dann lassen sie sich sogar einen Günther Jauch und eine grottenschlechte Redaktion vorsetzen, Hauptsache Wolfgang Bosbach ist dabei um die Welt zu retten.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon Brainiac » Mo 4. Apr 2016, 13:56

yogi61 hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:08)

Die NachDenkSeiten würde ich hier mal ausnehmen. Sie haben eine Tradition seit dem Jahr 2000 und wurden von Albrecht Müller gegründet, der immerhin Planungschef unter Brandt und Schmidt war. Die Gründung hat weniger mit einem Gegenpol zu den Mainstreammedien zu tun.

Ja, aber anscheinend hat sich das geändert. Man grenzt sich doch recht deutlich ab. Das geht schon hier los.

Warum NachDenkSeiten?
NachDenkSeiten sollen eine gebündelte Informationsquelle für jene Bürgerinnen und Bürger sein, die am Mainstream der öffentlichen Meinungsmacher zweifeln und gegen die gängigen Parolen Einspruch anmelden.
NachDenkSeiten sollen eine Anlaufstelle sein für alle, die sich über gesellschaftliche, ökonomische und politische Probleme unserer Zeit noch eigene Gedanken machen.
NachDenkSeiten wollen ein Angebot sein für jene, die in den meinungsprägenden Medien kein ausreichend kritisches Meinungspotential mehr erkennen.
NachDenkSeiten wollen hinter die interessengebundenen Kampagnen der öffentlichen Meinungsbeeinflussung leuchten und systematisch betriebene Manipulationen aufdecken.
http://www.nachdenkseiten.de/?page_id=4

Kann auch sein, dass man auf einen populären Trend aufgesprungen ist.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon Brainiac » Mo 4. Apr 2016, 14:06

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Apr 2016, 13:00)
Frage an den Threadersteller: Würdest Du eine Publikation wie "telepolis" ebenfalls als Teil der "anderen Seite" sehen?

Eher nicht. Mit "Gegenöffentlichkeit" oder "der anderen Seite" meine ich vor allem solche Medien, die sich bewusst von den "Mainstreammedien" abgrenzen (u.a. oft dadurch erkennbar, dass sie diese Bezeichnung verwenden) und damit werben, dass nur bei ihnen "die Wahrheit" zu finden sei, die in den "Mainstreammedien" "verschwiegen" würde.
Das ist natürlich nur meine persönliche Definition, und so richtig trennscharf ist die auch nicht.

telepolis hat sich zwar themenbezogen auch in diese Richtung hin positioniert - z.B. beim Herausarbeiten der aus ihrer Sicht ungenügenden ARD-Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt, als der losging -, definiert sich aber nicht so sehr darüber. So wie ich die Seite wahrnehme.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon Svi Back » Mo 4. Apr 2016, 14:16

Brainiac hat geschrieben:(04 Apr 2016, 15:06)
Das ist natürlich nur meine persönliche Definition, und so richtig trennscharf ist die auch nicht.


das ist wirklich deine sehr, sehr persönliche "Definition".
Die Achse, nur davon kann ich reden, würde nicht im Leben auf solchen
Blödsinn kommen, "die Wahrheit" im Gegensatz zu den Mainstream zu schreiben und dies so bezeichnen.

Die verschiedenen Autoren erlauben sich eine unabhängige Meinung.
Zuletzt geändert von Svi Back am Mo 4. Apr 2016, 14:19, insgesamt 2-mal geändert.
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
(B.Brecht)
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon yogi61 » Mo 4. Apr 2016, 14:17

Brainiac hat geschrieben:(04 Apr 2016, 14:56)

Ja, aber anscheinend hat sich das geändert. Man grenzt sich doch recht deutlich ab. Das geht schon hier los.

http://www.nachdenkseiten.de/?page_id=4

Kann auch sein, dass man auf einen populären Trend aufgesprungen ist.


Das sind doch vernünftige Ziele in einer depolitisierten Gesellschaft
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon pikant » Mo 4. Apr 2016, 14:26

yogi61 hat geschrieben:(04 Apr 2016, 15:17)

Das sind doch vernünftige Ziele in einer depolitisierten Gesellschaft


kommt auf die politische Sichtweise an - als Liberaler sind mir die Nachdenkseiten nicht freiheitlich genug und setzen meist auf Verbote und Reglementierungen.
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Re: Die "Lügenpresse" der anderen Seite

Beitragvon yogi61 » Mo 4. Apr 2016, 14:30

pikant hat geschrieben:(04 Apr 2016, 15:26)

kommt auf die politische Sichtweise an - als Liberaler sind mir die Nachdenkseiten nicht freiheitlich genug und setzen meist auf Verbote und Reglementierungen.


Es heisst Nachdenkseiten,Genosse. Das sind keine Dogmen, sondern Anregungen zur politischen Diskussion die sich von der Konsensbrühe abheben.
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