Lügenpresse oder Realitätspresse

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Skeptiker
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Skeptiker » So 9. Sep 2018, 11:51

Wenn ich mir die letzten im Strang für Kriminalität durch Flüchtlinge geposteten Presseartikel anschaue, dann fällt mir auf, dass in diesen allesamt Informationen auch über Nationalität oder Ethnie gemacht werden.

Ist das eine neue Entwicklung oder ist das nur ein subjektiver Eindruck? Gab es nicht Vorgaben des Deutschen Presserates eben diese Dinge nicht zu nennen, wenn sie nicht von Belang sind? Hat sich also etwas an dieser Vorgabe geändert oder an der allgemeinen Bewertung dieser Vorfälle - oder nichts, weil sich nichts geändert hat?
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Dampflok94
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Dampflok94 » So 9. Sep 2018, 15:32

Kölner1302 hat geschrieben:(08 Sep 2018, 12:07)
Früher - ich meine vor Jahrzehnten - hat man die Nachrichten noch strengstens von Meinungen getrennt. Die Nachrichtensprecher saßen stocksteif da, die Kommentare wurden davon getrennt locker von einem Kommentator vorgetragen. In Kommentaren waren heftige Meinungsäußerungen erlaubt, und Personen des öffentlichen Lebens mussten auch damit einhergehende kleinere Beleidigungen hinnehmen. Meinung musste aber als Meinung klar gekennzeichnet sein.
Die Auswahl der Nachricht ist sehr wichtig. Es passiert so viel auf der Welt, der Sendeplatz und der Platz in der Zeitung aber sind nur sehr klein. Diese wichtige Auswahl trafen die Redakteure.
Früher gab es auch von einigen Zeitungen und Redaktionen sehr aufschlussreichen interessanten tragfähigen investigativen Journalismus.

Aber gerade die Auswahl führt doch schon dazu, daß es eine strikte Trennung zwischen Nachricht und Meinung nicht geben kann. Denn die Auswahl ob und wo eine Nachricht plaziert wird, drückt doch die Meinung des Verantwortlichen darüber aus, welche Relevanz die Meldung hat. Wir erinnern uns noch an den Streit über die Vorkommnisse in Köln an Silvester 2015. Einige Redakteure waren der Meinung, darüber nicht zu berichten. Was hohe Wellen schlug.

Rein objektive Nachrichten gibt es praktisch nicht. Nehmen wir die Bundestagswahl. Da könnte man sagen, das Ergebnis der Wahl wäre rein objektiv. Aber wessen Ergebnis? Die meisten fassen die kleinen unter Sonstige zusammen. (Aus meiner Sicht aus gutem Grund.) Aber ist das wirklich objektiv? Selbst wenn man das so sieht, so wäre damit die Berichterstattung praktisch beendet. Was aber natürlich nicht der Fall ist. Wir sind dann wieder bei der Auswahl. Welche Statements welcher Politiker werden in welchem Ausmaß wiedergegeben. Wenn der Vorsitzende der Partei X 10 Minuten vor seinen Anhängern redet, wird man selten den gesamten Wortlaut in der Presse wiederfinden. Sondern nur Ausschnitte. Aber welche? Und wie viele? Was soll da objektiv sein?
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Großer Adler
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Großer Adler » So 9. Sep 2018, 16:31

Allein der Titel dieses Beitrages zeigt, dass ihn nicht viele Leser deuten sollen. Zumindest ist es in der "Tagesschau-App zu lesen.

"Köthen, eine Stadt unter Schock", Halbwahrheit.

Aussagekräftiger wäre gewesen: "Mordserie an Deutsche durch Flüchtlinge reißt nicht ab", aber "das würde die Bevölkerung nur verunsichern." Wahrheit.

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessa ... t-100.html
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zollagent
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon zollagent » So 9. Sep 2018, 17:34

Neandertaler hat geschrieben:(05 Sep 2018, 07:22)

war er ja auch. Insofern ist der Pauschale Rassimus Vorwurf etwas absurd



Leider ist er das nicht, denn die weitaus meisten "Trauermarschierer" hatten das gar nicht auf dem Schirm. Da wird nur gegröhlt "Für jeden toten Deutschen einen toten Ausländer".


Neandertaler hat geschrieben:(05 Sep 2018, 07:22)Du willst doch nicht etwa alle über einen Kamm scheren? Und für die Taten einzelner alle in Haftung nehmen?



Diejenigen, die diese Taten nicht verhinderten, bestimmt. Und das waren wohl - ALLE!

Neandertaler hat geschrieben:(05 Sep 2018, 07:22)Sagen wir Mal so sie sind geschickt ausgewählt aber nicht repräsentativ. Ebenso so wie die Objektive in einer Gruppe junger Männer zielsicher die Frau mit Kind finden, finden sie in einer Gruppe Normalos zielsicher den rechtsextremen Vollspacko



Man konnte sie an den erhobenen Armen und an den wutverzerrten Gesichtern erkennen. Dazu gehört nicht viel Menschenkenntnis.

Neandertaler hat geschrieben:(05 Sep 2018, 07:22) wir haben eine freie Presse. Umso verurteilswerter ist die tendenziöse einseitige Berichterstattung. Bei RT weiß man die dürfen nicht anders bei unseren gibt es diese Ausrede nicht. Es gibt keine gute Probaganda auch wenn sie vermeintlich einer guten Sache dient.


Wenn alle von der gleichen Sache berichten, kommen zwangsläufig gleiche Berichte heraus. Und wenn die Fakten es nicht hergeben, wo soll da der berichtsmäßige Ausgleich herkommen?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon zollagent » So 9. Sep 2018, 17:40

sunny.crockett hat geschrieben:(06 Sep 2018, 20:59)

Auch ein schönes Beispiel für realitätsnahe Berichterstattung.

Da titelt die Deutsche Welle, der ÖR Auslandssender...



hui, da hat wohl Tschechiens Ministerpräsident ganz schön den Kopf eingezogen. der wurde voll rund gemacht, der konnte nur noch klein bei geben. Aber dann...


https://www.dw.com/de/merkel-liest-tsch ... a-45368536

Statt dem öffentlich-rechtlichen "Leviten lesen" war es wohl eher eine Abfuhr für Merkel.

Qualitätsjournalismus.... :D

Dein Zitat klingt aber eher nach einem trotzigen Schulbuben, der sich von Angesicht zu Angesicht nicht getraut hat "Piep" zu sagen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon zollagent » So 9. Sep 2018, 17:41

Polibu hat geschrieben:(06 Sep 2018, 22:45)

Nur 47% der Deutschen vertrauen den Medien.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... r-CDU.html

Hast du mal die Gegenprobe für die Nazis und ihren Anhang gemacht? Das Ergebnis könnte ernüchtern.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Teeernte » So 9. Sep 2018, 17:49

zollagent hat geschrieben:(09 Sep 2018, 18:41)

Hast du mal die Gegenprobe für die Nazis und ihren Anhang gemacht? Das Ergebnis könnte ernüchtern.


Die Sonne bringt es an den Tag.....und die geht im Osten auf...

Die Medien schneiden in Ostdeutschland geradezu katastrophal ab: Gerade einmal 29 Prozent vertrauen Fernsehen, Radio und Zeitungen.


ebenda...

Geschult durch jahrelanges Ostfernsehen erkennt man kleine und grosse Lügen sofort....Vertrauen in ein ZWANGSFINANZIERTES PROPAGANDA System ?

Ein "VEB" TV ?
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Berry » Mi 12. Sep 2018, 14:45

Möchte mich auch mal hier in die Diskussion einklinken zum Thema Medien /Presse /TV . Ob nun Lügenpresse oder Realitätspresse ist für mich persönlich total wurscht. Fakt ist man kann sich das gar nicht mehr ansehen . Die Medien und Pressewelt hat sich ganz schön verändert .Habe jetzt ein paar Jahre im Ausland gearbeitet und kannte die Berichterstattung noch vor 2015 .Wieder hier angekommen empfinde ich das ganze absolut nicht mehr neutral . Für meinen Geschmack sollte das aber so sein . Ich fühle mich so , als wenn wirklich versucht wird Richtungen zu beeinflussen . Bin jetzt mittlerweile an dem Punkt das ich mir den Quatsch gar nicht mehr geben will . Auf Wahlumfragen , Berichterstattungen gebe ich gar nichts mehr . Egal in welche Richtung. Es gab mal eine Zeit da war für mich die Tagesschau das einzig Glaubhafte Nachrichtensendung , jetzt empfinde ich es eher als Support für die jetzige regierende Politik . Aber vielleicht empfinde ich das als einziger .
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Transatlantiker » Mi 12. Sep 2018, 14:59

Nein.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Transatlantiker » Mi 12. Sep 2018, 15:03

Kölner1302 hat geschrieben:(08 Sep 2018, 12:07)
Aber LÜGENPRESSE? Nein, das ist doch wohl stark übertrieben. Zeitungsenten, fahrlässig falsche Berichterstattung ja, aber "Lügenpresse" bedeutet absichtlich Falsches zu berichten. Letzteres gab es vielleicht früher in der sozialistischen Diktatur, in der Prawda (Wahrheit) oder im schwarzen Kanal. Vielleicht verwechseln die Bewohner dieser Gebiete manchmal wegen ihrer schlechten Erfahrungen Versehen mit Absicht.

Und was war mit den "Hetzjagden", der "Lynchjustiz" etc. in Chemnitz?
Und was war mit Sebnitz?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Kölner1302 » Mi 12. Sep 2018, 21:39

Hetzjagden:
Es kann sein, dass das Video, dass in den Nachrichten zu sehen war, einen Teil einer Hetzjagd zeigt. Es kann auch sein, dass jemand aus völlig korrekten Gründen verfolgt wird. Da der Verfolgte nicht zu sehen war und offenbar entkam, kann man nicht sagen, ob ihm Gewalt angetan wurde. Das Video zeigt zu wenig.
Allerdings ist wohl klar, dass sich das Geschehen tatsächlich am Rande der Demonstration zugetragen hat, an der auch die Personen teilgenommen haben, die mit Hitlergruß grüßten etc. Zieht man diese Dinge zusammen und dann ist es nach der Lebenserfahrung nicht unwahrscheinlich, dass es sich um eine Hetzjagd handelte.
Den genauen Sachverhalt muss die Polizei ermitteln.

Ich sehe dann wiederum aber auch keinen Grund die Angelegenheit so hoch zu spielen, dass sich am Ende alle Parteiführer und dann auch noch der Leiter des Geheimdienstes öffentlich zu der Angelegenheit äußern, noch bevor die Staatsanwaltschaft zu einem Ermittlungsergebnis gekommen ist.

Lynchjustiz
ist ein anderes Thema. Tatsächlich hat es keine Lynchjustiz gegeben, und das behauptet auch wohl niemand.
Es wird aber behauptet, es habe öffentliche Aufforderungen dazu gegeben.
Auch dies ist von der Polizei zu ermitteln. Wenn es so wäre handelte es sich um Straftatbestände.
So viel Zeit muss sein, das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen ist abzuwarten.

Ich halte es außerdem für einen schlechten Stil, dass sich ein Geheimdienstchef zum einen überhaupt öffentlich zeigt und zum anderen ungefragt vor Abschluss der polizeilichen Ermittlungen zu einem einzelnen Kriminalfall öffentlich seine Meinung äußert, damit Öl ins Feuer gießt (Lügenpresse), und diese Meinung dann wieder relativieren muss. Warum tut er das?

In Sebnitz
hat offenbar ein Angriff eines Deutschen auf einen Syrer stattgefunden, bei dem der Deutsche fremdenfeindliche Parolen gerufen haben soll.
Ebenfalls ein Fall für die Polizei.

In der Regel wird das wesentlichen Ergebnis der Ermittlungen vom Pressesprecher der Polizei gegenüber den Vertretern der Presse verkündet. Dann ist der Zeitpunkt, es in der Presse zu veröffentlichen.

Vielleicht hilft es manchem zur Orientierung, sich öfter mal einen alten amerikanischen Western reinzuziehen, in dem wieder einmal jemand umgelegt wurde und natürlich eine Rothaut mit der Tat in Verbindung gebracht wird. Die Rothaut wird gefunden und die Dorfbewohner wollen den Indianer sofort aufhängen. Der Sheriff setzt sich durch und befördert den Indianer in den Raum auf dem Jail steht. Draußen grölt die Menge und es besteht die Gefahr, dass sie den Indianer aus dem Gefängnis holen und aufhängen. Einer brüllt: Mir nach! Zum Indianerdorf! Da erscheint gerade noch rechtzeitig der freundliche amerikanische Held mit dem weißen Hut und klärt die Sache auf. Demnnach hat der Indianer noch versucht dem Opfer zu helfen, nachdem das Opfer von einem stadtbekannten Saufbold angegriffen wurde. Der Täter grölt vor dem Gefängnis und wird sofort festgenommen. Der Indianer bekommt Personenschutz und fährt in sein Dorf zurück.

Gute Nacht!
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon sunny.crockett » So 16. Sep 2018, 20:27

Heute gibts bei Anne Will wieder die typische Gästeverteilung.

Thema ist "Streit um Maaßen"

Gäste aus dem linken Lager:
Martin Schulz (SPD)
Dauergast Robert Habeck (Grüne)
Petra Pau (Linke)
Georg Mascolo (Journalist u.a. bei der doch recht linken Süddeutschen Zeitung)

Gäste nicht aus dem Linken Lager
Paul Zimiak (Junge Union)

Damit also die Diskussion möglichst linkslastig läuft, hat man einen einzelnen CDU-Grünschnabel gegen 4 erfahrene Gegner angesetzt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Quatschki » So 16. Sep 2018, 21:16

sunny.crockett hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:27)

Heute gibts bei Anne Will wieder die typische Gästeverteilung.

Thema ist "Streit um Maaßen"

Gäste aus dem linken Lager:
Martin Schulz (SPD)
Dauergast Robert Habeck (Grüne)
Petra Pau (Linke)
Georg Mascolo (Journalist u.a. bei der doch recht linken Süddeutschen Zeitung)

Gäste nicht aus dem Linken Lager
Paul Zimiak (Junge Union)

Damit also die Diskussion möglichst linkslastig läuft, hat man einen einzelnen CDU-Grünschnabel gegen 4 erfahrene Gegner angesetzt.

Zur Sicherheit kommen dann auch noch tendenziöse Einspieler und die voreingenommenen Moderatorin selbst dazu.
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Julian
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » Sa 22. Sep 2018, 10:40

Eine Meldung vom 17.09.2018 aus der Welt:

Streit wegen Mädchen - 19-Jähriger erstochen
Stand: 17.09.2018
Auf einem Parkplatz in Bad Soden-Salmünster soll der 17 Jahre alte Tatverdächtige dem Opfer unter anderem mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Zuvor soll es eine Auseinandersetzung um ein Mädchens gegeben haben.

Ein 17 Jahre alter Deutscher steht im Verdacht, einen 19-Jährigen im hessischen Bad Soden-Salmünster erstochen zu haben. Das Opfer habe bei der Auseinandersetzung am Freitagabend mehrere Messerstiche in Hals, oberhalb des Schlüsselbeins und in die Arme erlitten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hanau.

Der 17-jährige Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Er schweige bislang zu den Vorwürfen, sagte der Sprecher. Die Ermittler werfen dem Deutschen Totschlag vor.

Die beiden Jugendlichen sollen demnach auf einem Parkplatz in der Stadt im Main-Kinzig-Kreis wegen eines Mädchens aneinander geraten sein. Weitere Details zu den Hintergründen wurden nicht bekannt. Bei dem Opfer handelt es sich um einen Deutsch-Marokkaner. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit nicht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.


So oder so ähnlich wurde in den meisten Organen der Hauptstrommedien berichtet. Gerade der letzte Satz soll wohl eine falsche Fährte legen: Indem darauf hingewiesen wird, dass man derzeit nicht von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehe, wird suggeriert, dies könne sich zu einem späteren Zeitpunkt ja noch ändern. Damit wird indirekt der Eindruck bekräftigt, es handele sich bei dem "Deutschen" um einen autochthonen Deutschen, denn sonst würde dieser Verdacht ja wohl kaum aufkommen.

Diese Taktik wird auch in den Kieler Nachrichten verfolgt:
Es bestehe dringender Tatverdacht, dass der Deutsche für die Tötung eines 19-jährigen Deutsch-Marokkaners verantwortlich sei. Der Sprecher begründete den Haftbefehl und die Unterbringung in Untersuchungshaft mit Verdunklungs- und Fluchtgefahr.

Eine Obduktion sollte klären, wie genau der 19-Jährige am späten Freitagabend gegen 22.40 Uhr zu Tode kam. Dem Radiosender FFH hatte Mies nach der Festnahme des Tatverdächtigen gesagt, er gehe bislang nicht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.


Auch bei Focus wird schon in der Überschrift betont, es handele sich beim Tatverdächtigen um einen Deutschen:

Bad Soden-Salmünster
Deutsch-Marokkaner nach Streit auf Parkplatz getötet - 17-jähriger Deutscher festgenommen

https://www.focus.de/regional/hessen/ba ... 97836.html

Noch geschickter geht Osthessen News vor. Hier wird behauptet, die Tat habe keinen kulturellen Hintergrund - womit suggeriert wird, der Tatverdächtige habe eben keinen bestimmten kulturellen Hintergrund, in dem beispielsweise sehr viel Wert auf persönliche Ehre gelegt und diese auch mit dem Messer verteidigt wird:

Oberstaatsanwalt Dominik Mies von der Staatsanwaltschaft Hanau erklärte auf Nachfrage: "Bisher gibt es keine Hinweise darüber, dass diese Tat einen kulturellen Hintergrund hat."

https://osthessen-news.de/n11599153/str ... oetet.html

Man sieht sehr gut, wie sich Medien und Staatsorgane die Bälle zuwerfen, um das gemeinsame Ziel - nämlich die Verheimlichung dessen, was tatsächlich passiert ist - zu erreichen.

Der tatverdächtige 17-jährige "Deutsche" heißt übrigens Muhamet S.
https://www.bild.de/bild-plus/regional/ ... .bild.html

Aber nein, kulturelle Gründe spielen keine Rolle. Vielleicht findet man aber auch doch noch einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat, der erklärt, warum Muhamet S. den Sala-Edine R. brutal erstochen hat.
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Projekt Julian II: 14 Aug 2018 -
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Alexyessin » Sa 22. Sep 2018, 11:39

sunny.crockett hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:27)


Georg Mascolo (Journalist u.a. bei der doch recht linken Süddeutschen Zeitung)


Was? Deine eigene Sichtweise lässt dich zu dem Trugschluß zu, das es sich bei der SZ um eine recht linke Zeitung handelt.....
..nur so nebenbei, sie gilt als Liberal.
Also, wie weit rechts musst du selbst stehen um Liberalismus als Links zu definieren?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Skeptiker » Sa 22. Sep 2018, 12:00

Alexyessin hat geschrieben:(22 Sep 2018, 12:39)

Was? Deine eigene Sichtweise lässt dich zu dem Trugschluß zu, das es sich bei der SZ um eine recht linke Zeitung handelt.....
..nur so nebenbei, sie gilt als Liberal.
Also, wie weit rechts musst du selbst stehen um Liberalismus als Links zu definieren?

Die SZ stuft sich selber als liberal und sozial ein. Mit anderen Worten linksliberal, was man bei der aktuellen Polarisierung in der Gesellschaft durchaus „links“ zuordnen kann (wenn man jeden nicht linksliberalen vorzugsweise als „rechts“ tituliert)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon sunny.crockett » Sa 22. Sep 2018, 12:01

Alexyessin hat geschrieben:(22 Sep 2018, 12:39)

Was? Deine eigene Sichtweise lässt dich zu dem Trugschluß zu, das es sich bei der SZ um eine recht linke Zeitung handelt.....
..nur so nebenbei, sie gilt als Liberal.
Also, wie weit rechts musst du selbst stehen um Liberalismus als Links zu definieren?


nicht liberal, sondern linksliberal!
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon sunny.crockett » Sa 22. Sep 2018, 12:01

sunny.crockett hat geschrieben:(22 Sep 2018, 13:01)

nicht liberal, sondern linksliberal!


Edit: Skeptiker, du warst schneller :)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Alexyessin » Sa 22. Sep 2018, 21:46

sunny.crockett hat geschrieben:(22 Sep 2018, 13:01)

nicht liberal, sondern linksliberal!


Ist immer noch weit entfernt von "recht links" wie du es versuchst zu suggerieren.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Alexyessin » Sa 22. Sep 2018, 21:48

Skeptiker hat geschrieben:(22 Sep 2018, 13:00)

Die SZ stuft sich selber als liberal und sozial ein. Mit anderen Worten linksliberal, was man bei der aktuellen Polarisierung in der Gesellschaft durchaus „links“ zuordnen kann (wenn man jeden nicht linksliberalen vorzugsweise als „rechts“ tituliert)


Es ging hier um die Suggestion, "recht links" und das ist die Süddeutsche nicht. Sozial ist sie in Wirtschaftlichen Kommentaren. Ansonsten ein anständiges seriöses liberales Blatt.
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