Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

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Adlerauge
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Adlerauge » So 5. Apr 2015, 22:33

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern’,
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

Passt gut zu Papst Franziskus!
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
miry

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon miry » Sa 2. Mai 2015, 21:40

Ich stimme dir zu. Viele Punkte kommen nicht zusammen..die arbeiten alle nach einem Katalog.
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cleopatra
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon cleopatra » Sa 9. Mai 2015, 16:48

BingoBurner » Sa 24. Jan 2015, 11:57 hat geschrieben:Eine Bekannte von mir hatte nur Ethik Unterricht und wusste von Religion fast nichts.
Dies empfand sie oftmals als Bildungslücke.
Da steht man dann in der sxithinischen Kapelle schaut sich das letzte Abendmal an und weiß nicht einmal was das ist.
Bei aller Kritik gegenüber Tora, Koran oder Bibel das sind eben auch Schatzkammern für Ethik und Moral.


Vielleicht sollt man nicht nur weg von allgemeinen Ernährungstipps für ALLE und DER Medizin für ALLE, sondern auch von DER Allgemeinbildung für ALLE.

Soll sich doch bitte jeder die Allgemeinbildung aneignen, die zu ihm passt, ihn bereichert und für sein eigenes Lebenskonzept nutzt.

Ich hab schon mal überlegt, ob ich auch mal die Bibel lesen sollte, oder wenigstens mal ein paar Stellen darin genauer anschauen..... damit ich besser versteh, warum manche Menschen ihre Religion als Lebenskrücke brauchen... und warum Dawkins so einen Hass auf Religionen schiebt.....
ABER...

ich hab sooo gar keine Lust dazu! Es lag mal bei meiner Oma eine Bibel herum, sogar ein altes Testament. Die Bibelschwarten kannte ich natürlich auch aus der Kirche, die meine liebe Oma eine zeitlang bei gewissen Anlässen mitbetreute weil sie Nachbarin der Pfarrersfamilie war und mit ihnen auch befreundet. Aber nicht gerade besonders religiös (also meine Oma).

Mir machte das Kirchengedöns einfach immer Angst als Kind. Das fand ich bedrohlich.
Ebenso machte diese Bibel, die in jedem Kirchabteil herumlag keinen guten Eindruck auf mich. So dominierend. Man muss das Ding in die Hand nehmen und womöglich noch den verschwurbelten Mist darin lesen oder gar singen.

Ich las ein paar mal darin und war irritiert bis entsetzt von dem grenzdebilen Geschwurbel. Fand ich ziemlich abtörnend.
Das alte Testament dagegen übte einen gewissen Reiz auf mich aus. Das sah älter und faszinierend bedrohlich aus. Ist wahrscheinlich Beeinflussung und im Nachhinein eine Erwachsenensichtweise, weil meine Oma mir vermittelte, das ist ein sehr altes Buch. Oder so. Ich weiß es nicht mehr.

Nun gut, ich habe nun also diese schreckliche Bildungslücke und kenne den Inhalt unserer heiligen Bibel nicht.
Wahrscheinlich könnte ich auch viele der Gemälde in Kirchen nicht deuten und zuordnen (ich liebe Kirchen, also die Gebäude).

Dafür hab ich wiederum Allgemeinbildung, was die Rolle/Motive/Erfindungen der Kirchen und der Religionen allgemein usw. angeht. Also das große Ganze. Oder anders gesagt, ich betrachte das ganzheitlich und aus sicherer Entfernung.

Wenn mich mal ein Thema oder Kontext besonders interessiert, lerne ich auch gerne neues hinzu. So kenne ich natürlich die 7 Todsünden - es gab mal einen sehr guten Film mit einem Serienmörder, der danach mordete. Musste ich natürlich wissen, was es damit auf sich hat :D
Was mir sinnvoll erscheint, lerne ich und speichere es auch sogar mal zur Weiterverwertung ab.

Was in der Schule gelehrt wird, ist aber eher nicht so sinnvoll. Je nach Lehrer und Umsetzung natürlich. Es gibt bestimmt auch sehr guten Religionsunterricht.

Finde allerdings, die kids sollten sich lieber am realen Leben orientieren statt an lebensfremden Geschwurbel.
So wäre Aufklärung über Alkohol, die verschiedenen Drogenarten, Essstörungen und vor allem auch gesunde Ernährung bzw verschiedene Ernährungsformen (individualisierte Ernährungstipps) sinnvoller in meinen Augen.
Auch das Thema Krankheiten, Sterben usw sollten in der Schule Raum bekommen. Wir haben nämlich leider weder eine "Krankheits"- noch eine "Sterbekultur", das sind einfach nur bei vielen absolute Tabuthemen. Ist nicht gesund.
Da fielen mir noch ganz viele Themen ein, mit denen es Kinder in der Schule zu tun bekommen sollten.
Selbstverteidigungskurse (nicht unbedingt nur für Mädchen), Umgang mit Reizüberflutung usw etc, alles was man so im Leben braucht oder auch nicht.

Kinder sollten überhaupt auch ein wenig Psychologieunterricht erhalten!
Selbstmanagement, Selbstfürsorge, Zivilcourage - das könnten dort Themen sein.

Einiges davon wird ja auch gemacht (Alkohol und Drogen zB), aber nur mal kurz und am Rande. Der Religionsmist nimmt aber doch eher viel Raum ein, wenn es das Schulfach Religion gibt.
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Antonius
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Antonius » Do 26. Jan 2017, 13:46

Adlerauge hat geschrieben:(10 Jan 2015, 18:55)

Ethikunterricht fände ich gut und zwar für alle.
Gegen Ethikunterricht ist m.E. nichts einzuwenden.
Er sollte aber durch den (christlichen) Religionsunterricht ergänzt werden.
Dieser Meinung ist auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie sie kürzlich auf einem Empfang dargelegt hat.

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Gesellschaft zum Zusammenhalt aufgerufen und den Kirchen bei dieser Aufgabe einen wichtigen Platz zugewiesen.
    Merkel sprach am Montagabend beim Jahresempfang des Bistums Würzburg.
    „Die Bereitschaft, offen füreinander zu sein, sich auf andere einzulassen, die Welt mit den Augen anderer zu sehen, ist eine schöne Erfahrung“, sagte sie.
    Gottes Geschöpfe seien „unterschiedlich geschaffen“, und das sei „schön“ und mache die Gesellschaft „reich“.

    Merkel nannte den Religionsunterricht in Schulen unverzichtbar.
    Sie sei der Meinung, dass dieser „in unseren heutigen Zeiten eher wichtiger als weniger wichtig ist“.
    Dabei gehe es um Gewissens- und Herzensbildung und um „mehr als nur unser eigenes Leben“,
    sondern auch um den großen Zusammenhang des Lebens „als Geschöpfe Gottes“.
    Und man spüre in diesen Zeiten – „ich spüre es jedenfalls“, so Merkel weiter, dass „wir von Voraussetzungen leben, die wir selber nicht so schaffen können“.
    Diese seien vielmehr in der Geschichte, in den Überzeugungen und im Glauben begründet, „die uns dann auch in die Zukunft tragen“
    und die die Gesellschaft ein Stück aus der „Ich-Bezogenheit“ herausführen könnten....
http://de.radiovaticana.va/news/2017/01 ... ht/1287859
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Hyde » Do 26. Jan 2017, 21:28

Antonius hat geschrieben:(26 Jan 2017, 13:46)

Gegen Ethikunterricht ist m.E. nichts einzuwenden.
Er sollte aber durch den (christlichen) Religionsunterricht ergänzt werden.
Dieser Meinung ist auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie sie kürzlich auf einem Empfang dargelegt hat.

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Gesellschaft zum Zusammenhalt aufgerufen und den Kirchen bei dieser Aufgabe einen wichtigen Platz zugewiesen.
    Merkel sprach am Montagabend beim Jahresempfang des Bistums Würzburg.
    „Die Bereitschaft, offen füreinander zu sein, sich auf andere einzulassen, die Welt mit den Augen anderer zu sehen, ist eine schöne Erfahrung“, sagte sie.
    Gottes Geschöpfe seien „unterschiedlich geschaffen“, und das sei „schön“ und mache die Gesellschaft „reich“.

    Merkel nannte den Religionsunterricht in Schulen unverzichtbar.
    Sie sei der Meinung, dass dieser „in unseren heutigen Zeiten eher wichtiger als weniger wichtig ist“.
    Dabei gehe es um Gewissens- und Herzensbildung und um „mehr als nur unser eigenes Leben“,
    sondern auch um den großen Zusammenhang des Lebens „als Geschöpfe Gottes“.
    Und man spüre in diesen Zeiten – „ich spüre es jedenfalls“, so Merkel weiter, dass „wir von Voraussetzungen leben, die wir selber nicht so schaffen können“.
    Diese seien vielmehr in der Geschichte, in den Überzeugungen und im Glauben begründet, „die uns dann auch in die Zukunft tragen“
    und die die Gesellschaft ein Stück aus der „Ich-Bezogenheit“ herausführen könnten....
http://de.radiovaticana.va/news/2017/01 ... ht/1287859


Bei Merkel weiß ich nie genau, ob es ihr wirklich ernst ist wenn sie etwas zum Thema Religion & Glaube sagt, oder ob sie aus Kalkül bloß das C im Namen ihrer Partei würdigen will.

Ich persönlich denke, dass Religionsunterricht (noch) seine Berechtigung hat. Allerdings sollten den Schülern auch religionskritische Aspekte im Religionsunterricht nähergebracht werden. Und zwar nicht erst ab der Oberstufe, sondern gerade auch bei den jungen Kindern. Religionsunterricht darf nach meinem Verständnis kein Rekrutierungsinstrument für die Kirche sein.

Generell würde ich einen verpflichtenden Ethik-Unterricht jedoch sogar für sinnvoller und wichtiger erachten als Fächer wie Religion, Musik oder Kunst.
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Ger9374 » Do 26. Jan 2017, 22:09

Ethik als Alternative? Schön o.k.
Aber keinesfalls anderen Unterricht in anderen
Religionen.Ethik als universelles Fach für alle.
Auch Atheisten.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Ein Terraner » Do 26. Jan 2017, 22:36

Religiöse Indoktrinierung auf Staatskosten ist abzulehnen. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Misterfritz » Sa 28. Jan 2017, 15:20

Antonius hat geschrieben:(26 Jan 2017, 13:46)

Gegen Ethikunterricht ist m.E. nichts einzuwenden.
Er sollte aber durch den (christlichen) Religionsunterricht ergänzt werden.
Wozu soll das gut sein?
Wenn Kirche meint, Schüler bräuchten unbedingt mehr religiöse Erziehung, als ihre Eltern ihnen angedeihen lassen, dann können sie ja Unterricht freiwillig in schulfreien Zeiten anbieten. Aber bitte nicht wertvolle Unterrichtszeit darauf verschwenden1
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Antonius » Sa 28. Jan 2017, 16:35

Misterfritz hat geschrieben:(28 Jan 2017, 15:20)
Wozu soll das gut sein?
Wenn Kirche meint, Schüler bräuchten unbedingt mehr religiöse Erziehung, als ihre Eltern ihnen angedeihen lassen, dann können sie ja Unterricht freiwillig in schulfreien Zeiten anbieten. Aber bitte nicht wertvolle Unterrichtszeit darauf verschwenden1
Zur umfassenden Bildung gehören auch Kenntnisse in Metaphysik und Philosophie.
Sie sind das Fundament unserer christlich-abendländischen Kultur.
Auf religiöse Erziehung kann in unserem Kulturkreis niemand verzichten.
Ich kann daher unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel nur zustimmen.
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 28. Jan 2017, 16:43

Antonius hat geschrieben:(28 Jan 2017, 16:35)

Auf religiöse Erziehung kann in unserem Kulturkreis niemand verzichten.


Wieso? Erkläre das doch mal.

P.S. Und vor allem erkläre doch mal warum dann nicht jeder andere Verein auch auf Staatskosten in einer Schule sein Zeug unterrichten darf?
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Ger9374 » Sa 28. Jan 2017, 20:03

Christlich Abendländische Kultur, klingt irgendwie
richtig gut. Das mit der Inquisition und die paar
Moslems die unglückselig in die Schwerter von
Kreuzrittern fielen, lassen wir mal unter Arbeitsunfällen laufen. Aber sonst doch vor allem ein erhebendes Mittelalter.Ablasshandel?
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Uffhausen » Sa 28. Jan 2017, 23:04

Misterfritz hat geschrieben:(28 Jan 2017, 15:20)

Wozu soll das gut sein?
Wenn Kirche meint, Schüler bräuchten unbedingt mehr religiöse Erziehung, als ihre Eltern ihnen angedeihen lassen, dann können sie ja Unterricht freiwillig in schulfreien Zeiten anbieten. Aber bitte nicht wertvolle Unterrichtszeit darauf verschwenden

Unter diesem Gesichtspunkt dürfte Schulunterricht eigentlich nur noch aus Rechnen, Schreiben und Lesen bestehen. Im nachhinein betrachtet, hätte ich es seinerzeit gerne so gehabt. Alles was ich wirklich wissen wollte, habe ich anderorts gelernt, bzw. mir selbst beibringen müssen. Alles was ich wusste und alles was ich konnte, musste ich unterdrücken, weil der Lehrplan es nicht vorsah. :mad:


Religionsunterricht? Richtig, bei Bedarf doch einfach regelmäßig die Kirche besuchen - oder die Bibel lesen.

Sportunterricht? Weg damit - stattdessen Sportvereine fördern!

Musik-, Kunst- und Werkunterricht? Wozu gibt's eigentlich entsprechende Volkshochschulkurse?

Erkundeunterricht? Nicht verzagen, Tante Wikipedia fragen.

Fremdsprachenunterricht? Erstmal richtig Deutsch lernen! (Alter, seh dich neun Uhr Bahnhof, geht klar? Aber 'nen Einser in Englisch! :eek: )

Physik-, Chemie- und Biologieunterricht? Interessierte gerne, aber alle anderen sollte die ziemlich sichere fünf im Zeugnis erspart werden!

Gemeinschaftskundeunterricht? Das nennt sich heutzutage Facebook!

Obwohl - für Rechnen, Schreiben und Lesen lernen gibt's bestimmt auch schon ganz viele Apps... ach, wer braucht heute noch die Schule, wenn er/sie/es ein Smartphone hat! :rolleyes:
"Man sollte auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Misterfritz » Sa 28. Jan 2017, 23:11

Uffhausen hat geschrieben:(28 Jan 2017, 23:04)

Unter diesem Gesichtspunkt dürfte Schulunterricht eigentlich nur noch aus Rechnen, Schreiben und Lesen bestehen. Im nachhinein betrachtet, hätte ich es seinerzeit gerne so gehabt. Alles was ich wirklich wissen wollte, habe ich anderorts gelernt, bzw. mir selbst beibringen müssen. Alles was ich wusste und alles was ich konnte, musste ich unterdrücken, weil der Lehrplan es nicht vorsah. :mad:


Religionsunterricht? Richtig, bei Bedarf doch einfach regelmäßig die Kirche besuchen - oder die Bibel lesen.

Sportunterricht? Weg damit - stattdessen Sportvereine fördern!

Musik-, Kunst- und Werkunterricht? Wozu gibt's eigentlich entsprechende Volkshochschulkurse?

Erkundeunterricht? Nicht verzagen, Tante Wikipedia fragen.

Fremdsprachenunterricht? Erstmal richtig Deutsch lernen! (Alter, seh dich neun Uhr Bahnhof, geht klar? Aber 'nen Einser in Englisch! :eek: )

Physik-, Chemie- und Biologieunterricht? Interessierte gerne, aber alle anderen sollte die ziemlich sichere fünf im Zeugnis erspart werden!

Gemeinschaftskundeunterricht? Das nennt sich heutzutage Facebook!

Obwohl - für Rechnen, Schreiben und Lesen lernen gibt's bestimmt auch schon ganz viele Apps... ach, wer braucht heute noch die Schule, wenn er/sie/es ein Smartphone hat! :rolleyes:

Das ist völliger Blödsinn, es gibt nicht nur drei sinnvolle Fächer im Schulunterricht. Nur, weil man Religionsunterricht als nicht notwendig erachtet, sollte man gute Bildung nicht ausser Acht lassen :D
Aber gut, bei Dir scheint eh' Hopfen und Malz verloren zu sein, wenn Du Religionsunterricht mit Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Sport, etc. gleichsetzt.
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Michi » Sa 28. Jan 2017, 23:17

Antonius hat geschrieben:(28 Jan 2017, 16:35)

Auf religiöse Erziehung kann in unserem Kulturkreis niemand verzichten.

Und ob das geht.
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Uffhausen » Sa 28. Jan 2017, 23:57

Misterfritz hat geschrieben:(28 Jan 2017, 23:11)

Das ist völliger Blödsinn, es gibt nicht nur drei sinnvolle Fächer im Schulunterricht. Nur, weil man Religionsunterricht als nicht notwendig erachtet, sollte man gute Bildung nicht ausser Acht lassen :D
Aber gut, bei Dir scheint eh' Hopfen und Malz verloren zu sein, wenn Du Religionsunterricht mit Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Sport, etc. gleichsetzt.

Ich habe dich nicht persönlich angegriffen, beleidigt oder sonstwas - keine Ahnung, warum du mich so abwertest... :s

Vielleicht hast du ja "gute Bildung ob sinnvoller Fächer" - ich hab' dafür bessere Manieren ob guter Erziehung! :D :p ;)
"Man sollte auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Hyde » So 29. Jan 2017, 00:52

Antonius hat geschrieben:(28 Jan 2017, 16:35)

Zur umfassenden Bildung gehören auch Kenntnisse in Metaphysik und Philosophie.
Sie sind das Fundament unserer christlich-abendländischen Kultur.
Auf religiöse Erziehung kann in unserem Kulturkreis niemand verzichten.
Ich kann daher unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel nur zustimmen.


Es gibt aber einen Unterschied zwischen religiöser Bildung und religiöser Erziehung/Indokrination.

Religiös gebildet kann auch ein Atheist sein. Religiöse Bildung finde ich auch wichtig, da sie dabei hilft, unsere Gesellschaft, unsere Kultur und unsere Geschichte besser zu verstehen.
Deswegen ist es nicht unwichtig, dass unsere Kinder religiös gebildet sind.

Unter "religiöser Bildung" verstehe ich jedoch, dass nüchtern und neutral (also auch aus einem kritisch-distanzierten Blickwinkel) über die Aspekte der christlichen Religion informiert wird - Religionsunterricht darf nicht der Versuch sein, die Kinder zu besseren oder gläubigeren Christen zu erziehen.
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon schokoschendrezki » So 29. Jan 2017, 06:02

Hyde hat geschrieben:(29 Jan 2017, 00:52)

Es gibt aber einen Unterschied zwischen religiöser Bildung und religiöser Erziehung/Indokrination.

Religiös gebildet kann auch ein Atheist sein. Religiöse Bildung finde ich auch wichtig, da sie dabei hilft, unsere Gesellschaft, unsere Kultur und unsere Geschichte besser zu verstehen.
Deswegen ist es nicht unwichtig, dass unsere Kinder religiös gebildet sind.

Unter "religiöser Bildung" verstehe ich jedoch, dass nüchtern und neutral (also auch aus einem kritisch-distanzierten Blickwinkel) über die Aspekte der christlichen Religion informiert wird - Religionsunterricht darf nicht der Versuch sein, die Kinder zu besseren oder gläubigeren Christen zu erziehen.

Völlig richtig. Nur, dass zu religiöser Bildung natürlich das Wissen zu allen wichtigen Weltreligionen, nicht nur Christentum, gehört. Die Wissenslücken hinsichtlich Religion(en) sind für mich (auch ganz persönlich) die bedauerlichsten Seiteneffekte einer DDR-Biographie.
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Ein Terraner » So 29. Jan 2017, 10:14

schokoschendrezki hat geschrieben:(29 Jan 2017, 06:02)

Völlig richtig. Nur, dass zu religiöser Bildung natürlich das Wissen zu allen wichtigen Weltreligionen, nicht nur Christentum, gehört. Die Wissenslücken hinsichtlich Religion(en) sind für mich (auch ganz persönlich) die bedauerlichsten Seiteneffekte einer DDR-Biographie.


Gegen so einen Religionsunterricht hätte ich auch nichts, aber erst ab Oberstufe. Religionsunterricht in der Grundschule ist nichts weiter als Nachwuchs indoktrinieren.

P.S. Der kath. Religionsunterricht in Bayern war kein Stück besser als die DDR Seiteneffekte. ;)
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Teeernte » So 29. Jan 2017, 10:19

Ein Terraner hat geschrieben:(29 Jan 2017, 10:14)

Gegen so einen Religionsunterricht hätte ich auch nichts, aber erst ab Oberstufe. Religionsunterricht in der Grundschule ist nichts weiter als Nachwuchs indoktrinieren.

P.S. Der kath. Religionsunterricht in Bayern war kein Stück besser als die DDR Seiteneffekte. ;)


Ballastwissen....

Man könnte auch lieber Finanzen und Verkehr/Staat und Recht vermitteln----...??
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Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Ein Terraner » So 29. Jan 2017, 10:22

Teeernte hat geschrieben:(29 Jan 2017, 10:19)

Ballastwissen....

Man könnte auch lieber Finanzen und Verkehr/Staat und Recht vermitteln----...??

Wie funktioniert Deutschland und die Bürokratie darin, das wäre mal etwas nützliches.
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