Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Moderator: Moderatoren Forum 5

Benutzeravatar
BingoBurner
Beiträge: 2037
Registriert: Sa 17. Jan 2015, 12:15
Benutzertitel: Irgendwas mit Würde

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon BingoBurner » Sa 24. Jan 2015, 11:57

Ich bin Religionen gegenüber sehr kritisch eingestellt.
Bin aber für den Religionsunterricht und auch für den Islamunterricht.

Eine Bekannte von mir hatte nur Ethik Unterricht und wusste von Religion fast nichts.
Dies empfand sie oftmals als Bildungslücke.
Da steht man dann in der sxithinischen Kapelle schaut sich das letzte Abendmal an und weiß nicht einmal was das ist.
Bei aller Kritik gegenüber Tora, Koran oder Bibel das sind eben auch Schatzkammern für Ethik und Moral.
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
Martin**

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Martin** » Sa 24. Jan 2015, 13:18

Zu meiner Schulzeit kam der Ethikunterricht auf.
Man konnte freiwillig zwischen Religion und Ethik wählen.
Deshalb musste man für die paar Schüler, die Ethik wählten,
einen extra Lehrer finanzieren.
Benutzeravatar
Zunder
Beiträge: 4529
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 14:00

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Zunder » Sa 24. Jan 2015, 14:59

Ich war einer der wenigen, die sich an meiner damaligen Schule vom Religionsunterricht abgemeldet haben. Den Ethik-Unterricht hat ein Deutschlehrer übernommen, der soweit ich mich erinnere auch katholische Religion unterrichtete. Ursprünglich wollte er Pfarrer werden, was die Schwangerschaft seiner Freundin aber vereitelte.

Der Ethik-Unterricht fand nachmittags statt, so daß man eigens dafür antanzen mußte. Das machte die Sache ziemlich unattraktiv, weshalb ich bald als einziger übrig blieb und der Betrieb eingestellt wurde. Im Abiturzeugnis wurde deshalb nicht nur Religion, sondern auch Ethik mit einem Strich benotet.

In der knapp bemessenen Zeit, in der Unterricht gehalten wurde, haben wir ein bißchen Vorsokratiker und noch weniger Freud gelesen. Das hat mich damals fast so brennend interessiert wie Religion.
Martin**

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Martin** » Sa 24. Jan 2015, 15:23

Zunder » Sa 24. Jan 2015, 14:59 hat geschrieben:Ich war einer der wenigen, die sich an meiner damaligen Schule vom Religionsunterricht abgemeldet haben. Den Ethik-Unterricht hat ein Deutschlehrer übernommen, der soweit ich mich erinnere auch katholische Religion unterrichtete. Ursprünglich wollte er Pfarrer werden, was die Schwangerschaft seiner Freundin aber vereitelte.

Der Ethik-Unterricht fand nachmittags statt, so daß man eigens dafür antanzen mußte. Das machte die Sache ziemlich unattraktiv, weshalb ich bald als einziger übrig blieb und der Betrieb eingestellt wurde. Im Abiturzeugnis wurde deshalb nicht nur Religion, sondern auch Ethik mit einem Strich benotet.

In der knapp bemessenen Zeit, in der Unterricht gehalten wurde, haben wir ein bißchen Vorsokratiker und noch weniger Freud gelesen. Das hat mich damals fast so brennend interessiert wie Religion.

Ich denke, dass das, was du im letzten Satz schreibst, zum Pflichtprogramm ab der 8. Klasse gehören sollte
und nicht als Alternative zum Religionsunterricht.
pikant
Beiträge: 50139
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon pikant » Sa 24. Jan 2015, 15:27

BingoBurner » Sa 24. Jan 2015, 11:57 hat geschrieben:Ich bin Religionen gegenüber sehr kritisch eingestellt.
Bin aber für den Religionsunterricht und auch für den Islamunterricht.

Eine Bekannte von mir hatte nur Ethik Unterricht und wusste von Religion fast nichts.
Dies empfand sie oftmals als Bildungslücke.
Da steht man dann in der sxithinischen Kapelle schaut sich das letzte Abendmal an und weiß nicht einmal was das ist.
Bei aller Kritik gegenüber Tora, Koran oder Bibel das sind eben auch Schatzkammern für Ethik und Moral.


Religionsunterricht ja, aber ausserhalb der Schule und privat!
wenn man schon Religionsunterricht an den Schulen gibt, dann auch Islam und natuerlich als Alternative Ehtik.

unser Nachbarland Luxembourg hat dem Religionsunterricht den Garaus gemacht.
dort wird es ab kommenden Schuljahr nur noch Ethikunterricht geben.
das ist der richtige Weg!
Martin**

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Martin** » Sa 24. Jan 2015, 15:39

Wenn man eine Volksabstimmung zu der Frage machen würde,
dann gäbe es eine deutliche Mehrheit für den Religionsunterricht.

Die beiden Kirchen sind immer noch die mit ganz weitem Abstand mitgliederstärksten Organisationen des Landes.

Natürlich soll auch die Schule nicht nach demokratischen Grundsätzen organisiert werden.
Genau deshalb sind ja die Lehrpläne und Bücher zunehmend aus der Retorte von mächtigen Wirtschaftsverbänden
oder der INSM usw., die über kaum Mitglieder verfügen.

Was beim Religionsunterricht in den Schulen noch hinzukommt, ist die Tatsache, dass er sich dann an
staatliche Rahmenbedingungen anpassen muss. Das hat gesamtesellschaftlich durchaus Vorteile.
pikant
Beiträge: 50139
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon pikant » Sa 24. Jan 2015, 16:02

Martin** » Sa 24. Jan 2015, 15:39 hat geschrieben:Wenn man eine Volksabstimmung zu der Frage machen würde,
dann gäbe es eine deutliche Mehrheit für den Religionsunterricht.

Die beiden Kirchen sind immer noch die mit ganz weitem Abstand mitgliederstärksten Organisationen des Landes.



in Luxemburg, wo die Katholiken 38% der Bevoelkerung stellen war es genau umgekehrt
da haben gut 70% in der letzten Umfrage sich fuer die strikte Trennung von Kirche und Staat und gegen Religionsunterricht ausgesprochen
man wollte darueber ein Volksbefragung am 17. Juni durchfuehren, aber dadurch dass alle Kirchen nun diese Trennung akzeptiert haben und der Religionsunterricht entfaellt ist diese Volksbefragung nun hinfaellig geworden.

die Kirchen verlieren immer mehr Bedeutung im gesellschaftlichen Leben - das hat heute selbst der hoechste Vertreter der Katholiken in Luxembourg in einem Interview festgestellt und es verstanden, dass eine Regierung sich immer weiter von Glaubensfragen abkoppelt und weltliche Ansichten Platz greifen.
Martin**

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Martin** » Sa 24. Jan 2015, 16:14

pikant » Sa 24. Jan 2015, 16:02 hat geschrieben:
in Luxemburg, wo die Katholiken 38% der Bevoelkerung stellen war es genau umgekehrt
da haben gut 70% in der letzten Umfrage

70% der Kirchenmittglieder haben sich gegen Religionsunterricht in den Schulen ausgesprochen?

Das glaube ich nicht.
Benutzeravatar
BingoBurner
Beiträge: 2037
Registriert: Sa 17. Jan 2015, 12:15
Benutzertitel: Irgendwas mit Würde

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon BingoBurner » Sa 24. Jan 2015, 16:19

pikant » Sa 24. Jan 2015, 15:27 hat geschrieben:
Religionsunterricht ja, aber ausserhalb der Schule und privat!
wenn man schon Religionsunterricht an den Schulen gibt, dann auch Islam und natuerlich als Alternative Ehtik.

unser Nachbarland Luxembourg hat dem Religionsunterricht den Garaus gemacht.
dort wird es ab kommenden Schuljahr nur noch Ethikunterricht geben.
das ist der richtige Weg!



Ich denke die Schule ist genau der richtige Ort. Weil man hier alle "Gläubige" aufgrund der Schulpflicht abholen kann.
Und gerade Kinder, Jugendliche, Heranwachsende.
Ich sehe das eher als Chance gegen Radikalsierungen die sonst in irgendwelchen Hinterhöfen statt finden entgegen zuwirken.
Die Frage ist natürlich wie man so einen Unterricht organisiert
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
Benutzeravatar
BingoBurner
Beiträge: 2037
Registriert: Sa 17. Jan 2015, 12:15
Benutzertitel: Irgendwas mit Würde

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon BingoBurner » Sa 24. Jan 2015, 16:19

pikant » Sa 24. Jan 2015, 15:27 hat geschrieben:
Religionsunterricht ja, aber ausserhalb der Schule und privat!
wenn man schon Religionsunterricht an den Schulen gibt, dann auch Islam und natuerlich als Alternative Ehtik.

unser Nachbarland Luxembourg hat dem Religionsunterricht den Garaus gemacht.
dort wird es ab kommenden Schuljahr nur noch Ethikunterricht geben.
das ist der richtige Weg!



Ich denke die Schule ist genau der richtige Ort. Weil man hier alle "Gläubige" aufgrund der Schulpflicht abholen kann.
Und gerade Kinder, Jugendliche, Heranwachsende.
Ich sehe das eher als Chance gegen Radikalsierungen die sonst in irgendwelchen Hinterhöfen statt finden entgegen zuwirken.
Die Frage ist natürlich wie man so einen Unterricht organisiert
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
pikant
Beiträge: 50139
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon pikant » Sa 24. Jan 2015, 16:20

Martin** » Sa 24. Jan 2015, 16:14 hat geschrieben:70% der Kirchenmittglieder haben sich gegen Religionsunterricht in den Schulen ausgesprochen?

Das glaube ich nicht.


nein, der Bevoelkerung - das Ding ist aber durch und die Trennung von Kirche und Staat unter Dach und Fach.
Homoehe und Fristenloesung hat man ja schon im letzten Jahr im Parlament beschlossen.
der Mehltau in Luxembourg ist Vergangenheit und das macht das Land noch attraktiver fuer Einwanderer :thumbup:
Zuletzt geändert von pikant am Sa 24. Jan 2015, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.
pikant
Beiträge: 50139
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon pikant » Sa 24. Jan 2015, 16:23

BingoBurner » Sa 24. Jan 2015, 16:19 hat geschrieben:

Ich denke die Schule ist genau der richtige Ort. Weil man hier alle "Gläubige" aufgrund der Schulpflicht abholen kann.
Und gerade Kinder, Jugendliche, Heranwachsende.
Ich sehe das eher als Chance gegen Radikalsierungen die sonst in irgendwelchen Hinterhöfen statt finden entgegen zuwirken.
Die Frage ist natürlich wie man so einen Unterricht organisiert


im katholischen Saarland hat die CDU-Landesregierung aus diesen Gruenden nun auch den Islamunterricht eingefuehrt und man kann auch auf Ethik gehen, wenn man sich von Religionen nichts sagen lassen will - ein gangbarer Weg des Kompromisses.
Martin**

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Martin** » Sa 24. Jan 2015, 16:29

pikant » Sa 24. Jan 2015, 16:20 hat geschrieben:
nein, der Bevoelkerung - das Ding ist aber durch und die Trennung von Kirche und Staat

Gegen Trennung von Kirche und Staat sind auch nur ganz wenige Kirchenmitglieder.
Du zitierst eine Umfrage und ein Thema, welche in keinem Zusammenhang zu der aufgestellten These stehen.
Benutzeravatar
Elser
Beiträge: 1851
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 09:14

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Elser » Fr 30. Jan 2015, 18:11

Elvis Domestos » Sa 10. Jan 2015, 17:28 hat geschrieben:
Da stimme ich voll zu! Religion ist eine Frage von Ethik und Moral!


Dafür reicht Philosophie völlig aus. Da können dann alle großen Religionen mitbehanelt werden. Aber - vielleicht meint man ja seine eigene Moral und seine eigene Ethik. ;)

Elser
Marie-Luise

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Marie-Luise » Fr 30. Jan 2015, 18:19

Milady de Winter » Do 15. Jan 2015, 16:38

Retrospektiv würde ich sagen, dass mir der Religionsunterricht weder geschadet noch genutzt hat. Was bedeutet, dass er im Grunde überflüssig war.


Ich habe im Konfirmandenunterricht bei der ev. Kirche erfahren, dass Pastoren engherzig anstatt seelsorgerisch tätig sein können. Meine Oma, die wie eine Mutter für mich war, starb, und ich habe 2/3x im Unterricht gefehlt. Schon hat der Pastor mir eine reingehängt.

Daran erinnerte ich mich, als man mir nach der Rückkehr aus dem Ausland plötzlich in Deutschland Kirchensteuer abzog! Bin sofort ausgetreten.

Meine Entscheidung sehe ich immer wieder bestätigt, wenn auch heutzutage der oberste Kirchenherr, dieser neugewählte Oberhirte der ev. Kirche, sich gegen PEGIDA ausspricht usw.
schnurrli
Beiträge: 38
Registriert: Do 8. Jan 2015, 20:07

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon schnurrli » Di 3. Feb 2015, 07:02

Wie kann man mit gutem Gewissen Religion als Schulfach vertreten, wenn einem bewußt ist, dass sie ein dominiertes Gebilde von Kaiser Konstantin und seinen Nachfolgern ist. Sie haben die "Lehre Jesus" zur Staatsreligion in ihrem Sinne gemacht.

siehe und hören auch: http://www.der-freie-geist.de/
Benutzeravatar
Amun Ra
Beiträge: 8775
Registriert: Di 3. Jun 2008, 23:52
Benutzertitel: Fortuna favet fortibus.

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Amun Ra » Di 3. Feb 2015, 21:14

Martin** » Sa 24. Jan 2015, 15:39 hat geschrieben:...
Die beiden Kirchen sind immer noch die mit ganz weitem Abstand mitgliederstärksten Organisationen des Landes.
...

Das bedeutet aber nicht, dass deswegen auch alle Mitglieder automatisch Gläubige seien. Tatsächlich ist der Anteil der Papierchristen bzw. Taufscheinchristen - also Menschen, die zwar einer der großen Kirchen angehören aber keinen persönlichen Glauben haben, relativ hoch. Dies erkennt man am Besten an der Tatsache der konstant sinkenden Mitgliederzahlen.

Übrigens: ca. 35% der deutschen Bevölkerung sind offiziell Konfessionslos, ca. 5% werden dem muslimischen Glauben zugerechnet, ca. 1% sind Angehörige nichtchristlicher Religionen (Buddhisten, Juden, etc. pp.), d. h. weniger als 60% sind offiziell Angehörige einer christlichen Glaubensgemeinschaft. Das ist zwar definitiv die Mehrheit, aber "ganz weitem Abstand" würde ich schon ein wenig anders definieren. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Zahl der Christen kontinuirlich sinkt. ;)

Ich würde mich also nicht darauf verlassen das bei einem Volksentscheid über den Religionsunterricht dessen Verbleib im Schulsystem so gesichert ist. ;)
'I find that offensive.' has no meaning; it has no purpose; it has no reason to be respected as a phrase. 'I am offended by that.' Well, so fucking what? - Stephen Fry
Benutzeravatar
Katenberg
Moderator
Beiträge: 11449
Registriert: Mo 12. Dez 2011, 20:06
Benutzertitel: Nationalliberal
Wohnort: Großherzogtum Hessen
Kontaktdaten:

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Katenberg » Di 3. Feb 2015, 21:17

Amun Ra » Di 3. Feb 2015, 22:14 hat geschrieben:Das bedeutet aber nicht, dass deswegen auch alle Mitglieder automatisch Gläubige seien. Tatsächlich ist der Anteil der Papierchristen bzw. Taufscheinchristen - also Menschen, die zwar einer der großen Kirchen angehören aber keinen persönlichen Glauben haben, relativ hoch. Dies erkennt man am Besten an der Tatsache der konstant sinkenden Mitgliederzahlen.

Übrigens: ca. 35% der deutschen Bevölkerung sind offiziell Konfessionslos, ca. 5% werden dem muslimischen Glauben zugerechnet, ca. 1% sind Angehörige nichtchristlicher Religionen (Buddhisten, Juden, etc. pp.), d. h. weniger als 60% sind offiziell Angehörige einer christlichen Glaubensgemeinschaft. Das ist zwar definitiv die Mehrheit, aber "ganz weitem Abstand" würde ich schon ein wenig anders definieren. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Zahl der Christen kontinuirlich sinkt. ;)

Ich würde mich also nicht darauf verlassen das bei einem Volksentscheid über den Religionsunterricht dessen Verbleib im Schulsystem so gesichert ist. ;)


Den Muslimen werden auch wieder Menschen zugerechnet, die der Religion gar nicht mehr angehören, da der Islam ja nun mal keine offizielle Mitgliederkartei aufweist. Gleichzeitig gilt eben auch nicht konfessionslos = atheistisch/agnostisch. Nimm einen Katholiken, der wegen Tebatz ausgetreten ist. Ist der dadurch automatisch kein Christ mehr?
Dieser Beitrag ist ein Geschenk an die Menschheit, Beweis meiner Güte und atemberaubender Weisheit.
Honorieren Sie das - emotional, spirituell, oder am besten finanziell.
Benutzeravatar
Amun Ra
Beiträge: 8775
Registriert: Di 3. Jun 2008, 23:52
Benutzertitel: Fortuna favet fortibus.

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon Amun Ra » Di 3. Feb 2015, 21:44

Katenberg » Di 3. Feb 2015, 21:17 hat geschrieben:
Den Muslimen werden auch wieder Menschen zugerechnet, die der Religion gar nicht mehr angehören, da der Islam ja nun mal keine offizielle Mitgliederkartei aufweist. Gleichzeitig gilt eben auch nicht konfessionslos = atheistisch/agnostisch. Nimm einen Katholiken, der wegen Tebatz ausgetreten ist. Ist der dadurch automatisch kein Christ mehr?

Das ist absolut richtig was du schreibst. Der Anteil der muslimischen Gläubigen enthält auch sehr viele Agnostiker/Atheisten. Und sicherlich gibt es unter den Konfessionslosen auch Protestchristen. Aber ich behaupte dennoch mal ganz frech, dass der Anteil der Agnostiker/Atheisten unter den eingetragenen Christen größer ist als der Anteil Protestchristen unter den Konfessionslosen. ;)
'I find that offensive.' has no meaning; it has no purpose; it has no reason to be respected as a phrase. 'I am offended by that.' Well, so fucking what? - Stephen Fry
schnurrli
Beiträge: 38
Registriert: Do 8. Jan 2015, 20:07

Re: Schulfach Religion - mehr Schaden als Nutzen?

Beitragvon schnurrli » Mi 4. Feb 2015, 13:58

Die ganze Woche vom 4.Februar 2015, Seite 10

Ein Fach Ethik statt Religionsunterricht?

Stellungnahme der Vorsitzenden der Aktion Kritischer Schüler/innen Christina Götschhofer

"Der Religionsunterricht, so wie er derzeit ist, muss so schnell wie möglich der Vergangenheit angehören.
Es wird nicht nur das Christentum in den Himmel gelobt und ohne zu hinterfragen geehrt, sondern es werden auch andere Religionen in den Dreck gezoge und Unwahrheiten über sie verbreitet. Dabei ist es auch höchste Zeit, von den Inhalten des Christentums wegzugehen, hin zu einem Unterricht, der Gleichberechtigung und Antidiskriminierung lehrt. Schule soll die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft bilden, die zu selbständigem Urteil und sozialem Verständnis herangeführt werden und dem politischen und weltanschaulichen Denken anderer aufgeschlossen sind. Dass ohne Ethikunterricht nicht möglich ist, liegt auf der Hand.
Nur im Ethikunterricht beschäftigt man sich mit der Lehre der Moral und den Folgen des eigenen Handelns sowie verschiedenen Problemen der aktuellen Zeit. Im Religionsunterricht haben diese Fragen keinen Platz und deswegen muss so bald wie möglich jeglicher Religionsunterricht durch Ethikunterricht ersetzt werden."

Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass der Vertreter der Kirche strickt dagegen ist.
Schließlich soll ja das alte Machtmonopol erhalten bleiben.

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast