Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

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frems
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Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon frems » Mo 22. Dez 2014, 16:43

An nordrhein-westfälischen Unis liefern sich Professoren und Studenten einen Kampf um die Anwesenheitspflicht. Weil das Hochschulgesetz nun entsprechend geändert wurde, dürfen Dozenten dort nur noch bei Exkursionen, Sprachkursen oder praktischen Übungen darauf bestehen, dass ihre Studenten erscheinen.

Doch der Schritt hin zu mehr Freiheit gefällt nicht allen. Seine Fachkollegen und er seien "in höchstem Maße empört", sagt Benedikt Jeßing, Germanistikprofessor an der Ruhr-Uni Bochum (RUB). Die Wissenschaftler sehen durch die Regelung vor allem ihre Arbeit entwertet. Einige wollen daher an der Anwesenheitspflicht festhalten. Wer zu oft fehlt, bekommt keine Punkte - so war es vor der Gesetzesänderung, und so soll es bleiben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 07635.html

Fürchtet Ihr auch, daß die Arbeit von Dozenten entwertet wird, wenn Studenten selbst entscheiden dürfen, ob sie zur Vorlesung erscheinen oder nicht? Und könnten mit der Selbstbestimmung noch andere negative Effekte einhergehen? Oder findet Ihr die neue Regelung vernünftig oder gar (z.B. für Übungen und Sprachkurse) zu lasch?

(eigentlich fand ich das Thema recht unspektakulär, aber offenbar rotiert bei Spiegel Online das Forum da gewaltig nach dieser Meldung, weshalb ich mal einfach diesen Strang eröffnete.)

Nachtrag: Wie ich sehe, erregt das hier nicht so die Gemüter. Ich bin beruhigt. :D
Zuletzt geändert von frems am Mo 22. Dez 2014, 18:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Teeernte » Mo 22. Dez 2014, 20:06

....es ist STUDIUM....
Selbständig entscheiden - was WICHTIG ist.

Wenn "Studium" eine paramilitärische Veranstaltung werden soll =

Rrrrrrreihe Rrrrrrechts EINRrrrÜCKEN !...Helm ab..

(Prof.....Alle ignorieren mich.......??
........................Der nächste Bitte!)
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frems
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon frems » Sa 18. Nov 2017, 22:33

Nun könnte sich der Widerstand nach einigen Jahren gelohnt haben. Die konservativen Bevormunder wollen wieder mündige Bürger einschränken und erträumen sich gleichmacherische "one size fits all"-Lernmodelle für Erwachsene, die ohne Betreuung/Nanny nicht mehr leben können sollen.

Nach Regierungswechseln debattieren mehrere Bundesländer darüber, ob es an Unis wieder eine Anwesenheitspflicht für Studierende geben sollte.

Studierendenvertreter sehen davon die Studierfreiheit des Einzelnen bedroht.

Die Forschung legt jedoch nahe: Präsenz an der Uni ist wichtig für den Studienerfolg.

http://www.sueddeutsche.de/bildung/stud ... -1.3747069
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon PeterK » Sa 18. Nov 2017, 22:40

Anwesenheitspflicht ist IMO spätestens ab der Oberstufe des Gymnasiums unsinnig.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 18. Nov 2017, 23:12

Wozu dann überhaupt Unis und gymnasiale Oberstufen?

Wenn Anwesenheitspflicht unsinnig ist, geht es doch anscheinend auch ganz gut ohne. Könnte man eine Menge Geld sparen.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Splinterbell » Sa 18. Nov 2017, 23:21

Zu Zeiten der Fakenews, malt sich eh jeder die Welt wie sie ihm gefällt. Warum nicht gleich die Schulen abschaffen, damit die Kinder sich frei entfalten können.
Mit 50 werden sie vielleicht drauf kommen, das man für Geld arbeiten muss. Spätestens wenn die Eltern tot sind, wird es ihnen bewusst.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Charles » So 19. Nov 2017, 16:15

Troh.Klaus hat geschrieben:(18 Nov 2017, 23:12)
Wozu dann überhaupt Unis und gymnasiale Oberstufen?


Als Lernangebote?
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Troh.Klaus » So 19. Nov 2017, 16:22

Dazu würden (private) Tutorien-Angebote genügen.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Teeernte » So 19. Nov 2017, 18:25

Troh.Klaus hat geschrieben:(19 Nov 2017, 16:22)

Dazu würden (private) Tutorien-Angebote genügen.


Hier geht es NICHT um den Teil der SchulPFLICHT - das sind ERWACHSENE LEUTE - die sich darüber hinaus - freiwillig Bilden.

Sicher reichen für Leute mit Geld - da auch Tutorien Angebote.

Es gibt aber auch welche die brauchen - um ihr Studium abzuwickeln .....eben mehr als ein paar Stunden Vorlesung -

um nun keine Trennung Arm/Reich zu machen - gibt es normale Studiengänge - die sich seit Jahrhunderten bewährt haben.

Du kannst Dich auch als GASTHörer eintragen lassen......

Aber - DU MUSST nicht teilnehmen.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Troh.Klaus » So 19. Nov 2017, 18:51

Richtig, ich muss nicht.

Bildung ist imho sowieso eine Hol-Schuld. Man sollte niemanden dazu zwingen.

Und wenn jemand der Meinung ist, er kann auf einen Teil der "seit Jahrhunderten bewährten Studiengänge" verzichten - auch gut.
Es macht allerdings auch keinen Sinn, Angebote zu finanzieren, die nicht nach gefragt werden.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon frems » So 19. Nov 2017, 19:14

Splinterbell hat geschrieben:(18 Nov 2017, 23:21)

Zu Zeiten der Fakenews, malt sich eh jeder die Welt wie sie ihm gefällt. Warum nicht gleich die Schulen abschaffen, damit die Kinder sich frei entfalten können.
Mit 50 werden sie vielleicht drauf kommen, das man für Geld arbeiten muss. Spätestens wenn die Eltern tot sind, wird es ihnen bewusst.

Du scheinst das Konzept Studium nicht ganz verstanden zu haben. Wer nicht zu Vorlesungen erscheint, muss trotzdem den Leistungsnachweis erbringen, wenn er einen Abschluss erlangen möchte. Ein Studium ohne Anwesenheitspflicht ist nicht leichter; für einige -- je nach Lerntyp -- sogar schwieriger, da Selbstorganisation und -disziplin gefragt sind.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 19. Nov 2017, 20:48

Anwesenheitspflicht hat was von Fachhochschule. Muss reichen, wenn man Klausuren, Prüfungen und praktische Nachweise fristgerecht ableistet.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon apartofme » Di 21. Nov 2017, 00:06

Was spricht dagegen, dass die Modulverantwortlichen selbst entscheiden, ob und wann Anwesenheitspflicht für einen Modulschein erforderlich ist?

Anwesenheitspflicht kann ja in manchen Kursen sinnvoll sein. In anderen wiederum ist sie es möglicherweise nicht. Es gibt ja auch ganz unterschiedliche Prüfungsformen und die Prüfungsform kann theoretisch durchaus als Gesamtpaket aus Anwesenheit und schriftlicher Leistung konzeptionalisiert werden. Ich erinnere mich beispielsweise an ein Modul, in dem wir jede Woche eine Rezension zu zwei Zeitschriftenartikeln auf einer DIN-A4-Seite verfassen sollten. Das war vom Lerneffekt durchaus eine recht effektive Prüfungsform.

Bevormundung ist Anwesenheitspflicht über eine doch recht begrenzte Anzahl von Stunden über das ganze Semester auch nicht grundsätzlich. Man würde ja auch nicht davon sprechen, dass die Anwesenheitspflicht während der Klausur eine Bevormundung darstellt.

Wohl aber ist eine landesweite Regelung über die Anwesenheitspflicht (und eigentlich selbst eine universitätsweite Regelung) eine Bevormundung der an einer Universität Lehrenden. Insbesondere beim Versuch der landesweiten Regelung wäre interessant, ob hier nicht ein Verstoß gegen Art 5(3) GG vorliegt.

Über diesen grundsätzlichen Rahmen hinaus kann man sich natürlich trotzdem überlegen, inwiefern Anwesenheitspflicht tendenziell eher sinnvoll ist oder nicht. Da gibt es für- und wieder. Insbesondere bei Vorlesungen halte ich Anwesenheitspflicht nicht für notwendig. Seminare, insbesondere in den Geisteswissenschaften, sind aber oft durch die inhaltlichen Beiträge der Anwesenden bestimmt, d.h. das Seminar wird erst durch die Anwesenden ausgerichtet. Die Anwesenheit der Studierenden in diesen Seminaren ist also nicht nur von Bedeutung im Rahmen ihres Eigeninteresses, sondern auch im Interesse der gesamten Gruppe. Die regelmäßige Kollaboration konstituiert das Seminar in diesem Kontext als wissenschaftliche soziale Institution. Ein Aspekt, so könnte man argumentieren, ohne den Universität als forschende Einrichtung nur schwer denkbar ist.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Yossarian » Di 21. Nov 2017, 08:23

frems hat geschrieben:(19 Nov 2017, 19:14)

Du scheinst das Konzept Studium nicht ganz verstanden zu haben. Wer nicht zu Vorlesungen erscheint, muss trotzdem den Leistungsnachweis erbringen, wenn er einen Abschluss erlangen möchte. Ein Studium ohne Anwesenheitspflicht ist nicht leichter; für einige -- je nach Lerntyp -- sogar schwieriger, da Selbstorganisation und -disziplin gefragt sind.


Ein Studium ist doch mitterweile ein Witz. Abitur in Bayern hat mehr Anspruch als die meisten Bachelor Abschlüsse.
Eine Rückkehr zum Diplom Studiumgang wäre die einzige Antwort um den Bildungsstandort Deutschland zu retten.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon frems » Di 21. Nov 2017, 08:37

Yossarian hat geschrieben:(21 Nov 2017, 08:23)

Ein Studium ist doch mitterweile ein Witz. Abitur in Bayern hat mehr Anspruch als die meisten Bachelor Abschlüsse.
Eine Rückkehr zum Diplom Studiumgang wäre die einzige Antwort um den Bildungsstandort Deutschland zu retten.

Der Anspruch eines Hochschulstudiums ist ein völlig anderer als eine gymnasiale Oberstufe. Der Vorteil von Diplomstudiengänge sollte auch erst genannt werden. Da hört man von Bildungswissenschaftlern eher, dass einige Hochschulen eine zu hohe Prüfungsdichte eingeführt haben, was gar kein Bestandteil des Bolognaprozesses ist. "Früher war alles besser" ist halt dürftig, wenn man keine Argumente und Fakten nennen kann. Wenn man nun Bayern hervorhebt, stellt man auch fest, dass Masterabsolventen höhere Einstiegsgehälter haben als Diplomer. So schrecklich kann's ja nicht sein.

Welcher Abschluss lohnt? Dazu gibt in Bayern jetzt eine erste umfassende Absolventenbefragung Antwort. Die liefert teils sehr überraschende Ergebnisse. Vor allem in puncto Einstiegsgehälter. [...]

Mehr als 90 Prozent der Bachelorabsolventen in Betriebswirtschaftslehre, Informatik und den Ingenieurwissenschaften finden demnach nach ihrem Abschluss zügig eine erste Stelle. Dabei verdienen Bachelorabsolventen beim Berufseinstieg fast ebenso viel wie Diplomabsolventen – und Masterabsolventen verdienen zu Beginn sogar teilweise deutlich mehr.

Wer Betriebswirtschaft an einer Uni studiert und mit dem Diplom abschließt, verdient demnach im Mittel 3474 Euro. Mit einem Master liegt das Einstiegsgehalt dagegen bei 3761 Euro. Bei Informatikern sind es mit einem Uni-Diplom 3508 und mit einem Master 3751 Euro.

https://www.welt.de/regionales/muenchen ... anden.html

Amüsant natürlich, dass sowohl die Einführung als auch die Abschaffung der Anwesenheitspflicht von Personen sofort mit Bologna assoziiert wird. Vermutlich wird das auch noch bei jeder zukünftigen Veränderung auf Landes- oder Hochschulebene gerufen. Wie es um den Bildungsstand dieser Personen steht, kann man sich ja denken.
Zuletzt geändert von frems am Di 21. Nov 2017, 08:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Yossarian » Di 21. Nov 2017, 08:40

frems hat geschrieben:(21 Nov 2017, 08:37)

Der Anspruch eines Hochschulstudiums ist ein völlig anderer als eine gymnasiale Oberstufe. Der Vorteil von Diplomstudiengänge sollte auch erst genannt werden. Da hört man von Bildungswissenschaftlern eher, dass einige Hochschulen eine zu hohe Prüfungsdichte eingeführt haben, was gar kein Bestandteil des Bolognaprozesses ist. "Früher war alles besser" ist halt dürftig, wenn man keine Argumente und Fakten nennen kann. Wenn man nun Bayern hervorhebt, stellt man auch fest, dass Masterabsolventen höhere Einstiegsgehälter haben als Diplomer (https://www.welt.de/regionales/muenchen ... anden.html). So schrecklich kann's ja nicht sein.


Ich sprach über Bachelor, nicht Master. Und dass Bayern da er eine Sonderstellung hat sollte nicht überraschen.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon frems » Di 21. Nov 2017, 08:42

Yossarian hat geschrieben:(21 Nov 2017, 08:40)

Ich sprach über Bachelor, nicht Master. Und dass Bayern da er eine Sonderstellung hat sollte nicht überraschen.

An Unis machen über 80% der Bachelorabsolventen einen Master, in MINT-Fächern sogar 90%. Daher ist der Verweis sehr unsinnig, zumal eine Gleichsetzung von Schul- und Hochschulbildung nur jenen in den Kopf kommt, die letzteres gemieden haben. Wirkt auch nicht sehr logisch, wenn man ein System verteufelt, das im eigenen Bundesland offensichtlich keine Probleme macht (sondern Vorteile bringt), obwohl man strukturelle Defizite wittert und aus nostalgischen Gründen zu einem veralteten System zurückkehren möchte. Argumentationstheoretisch fliegt man so schon im ersten Semester raus.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon frems » Do 30. Nov 2017, 19:23

Interessantes Urteil zum Thema:

100 Prozent Anwesenheitspflicht? Das war einem Studenten der Uni Mannheim zu viel. Er klagte gegen die Regelung - mit Erfolg. Das Urteil kann auch Folgen für andere Bundesländer haben.

http://m.spiegel.de/lebenundlernen/uni/a-1180933.html

Mal sehen, was damit ins Rollen kommt.
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Watchful_Eye » So 10. Dez 2017, 23:49

Meiner Erfahrung nach wird das einfach konsequent umgangen.

Aber wie sieht die Alternative aus? Die meisten Kurse in geisteswissenschaftlichen Fächern sehen so aus, dass man einmal im Laufe des Semesters ein längeres Referat halten und am Ende eine Hausarbeit schreiben muss. Wenn es jetzt konsequent keine Anwesenheitspflicht gäbe, hieße das, dass die Studenten jeweils einmal pro Semester ihr Referat machen und den Rest der Zeit zuhause bleiben können. :s Dann könnte man sich pro Semester in 15 Kurse eintragen, jeden Kurs einmal zum Referat besuchen und das Studium in 3 Semestern beenden (oder bei normaler Kursanzahl einen Vollzeitjob nebenher machen).

Das wird der Prof wohl kaum wollen, von daher gehe ich davon aus, dass er sich alternative Möglichkeiten ausdenken würde, um eine regelmäßige Teilnahme - wenn auch nicht im physischen Sinne - zu erzwingen; beispielsweise in Form von regelmäßigen Aufsätzen oder Textzusammenfassungen. Da würde ich persönlich allerdings lieber regelmäßig zum Unterricht gehen. :|

Was ich als studentenfreundlichen Kompromiss sehe, ist es, dass der Dozent den Studenten die Chance geben muss, die fehlende Anwesenheit auszugleichen. Wer also zu häufig gefehlt hat, muss die Möglichkeit haben, dies durch Mehrarbeit an anderer Stelle auszubalancieren (durch besagte Aufsätze etc.).
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Re: Anwesenheitspflicht: Widerstand gegen Rot-Grün

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 11. Dez 2017, 11:39

Watchful_Eye hat geschrieben:(10 Dec 2017, 23:49)

Meiner Erfahrung nach wird das einfach konsequent umgangen.

Aber wie sieht die Alternative aus? Die meisten Kurse in geisteswissenschaftlichen Fächern sehen so aus, dass man einmal im Laufe des Semesters ein längeres Referat halten und am Ende eine Hausarbeit schreiben muss. Wenn es jetzt konsequent keine Anwesenheitspflicht gäbe, hieße das, dass die Studenten jeweils einmal pro Semester ihr Referat machen und den Rest der Zeit zuhause bleiben können. :s Dann könnte man sich pro Semester in 15 Kurse eintragen, jeden Kurs einmal zum Referat besuchen und das Studium in 3 Semestern beenden (oder bei normaler Kursanzahl einen Vollzeitjob nebenher machen).

Wenn man die Prüfungsleistungen durch Selbststudium etwa des Vorlesungsmanuskripts oder der Fachliteratur erbringt, warum nicht? Die Vorlesung soll keine Geduldsprüfung sein, sondern dem Erschließen des Faches helfen. Wer es schafft, mit wenig Vorlesung viel zu lernen, kann mit der gewonnenen Zeit machen, was er will - etwa arbeiten. Er entlastet die Uni-Resourcen.
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