Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Fuerst_48 » Sa 5. Nov 2016, 18:54

Realist2014 hat geschrieben:(05 Nov 2016, 18:40)

das in der Schweiz die Kosten dafür auch doppelt so hoch- merken einige au erst- wenn sie dann dort sind... :eek:

Wobei das Sozialsystem der Schweiz nicht mal die Bezeichnung verdient. Ich kenne da haarsträubende Beispiele, die können mit noch so hohem Einkommen nicht aufgewogen werden.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon frems » Sa 5. Nov 2016, 20:21

Realist2014 hat geschrieben:(05 Nov 2016, 18:40)

das in der Schweiz die Kosten dafür auch doppelt so hoch- merken einige au erst- wenn sie dann dort sind... :eek:

Ist doch dann nett mit einer Schweizer Rente zurück nach Österreich oder Deutschland zu gehen. Mit 'ner deutschen Durchschnittsrente nach Zürich ist was für Überlebenskünstler.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Fuerst_48 » Sa 5. Nov 2016, 21:59

frems hat geschrieben:(05 Nov 2016, 20:21)

Ist doch dann nett mit einer Schweizer Rente zurück nach Österreich oder Deutschland zu gehen. Mit 'ner deutschen Durchschnittsrente nach Zürich ist was für Überlebenskünstler.

Hast du schon mal hinterfragt, wieviele Anteile dieser sog. SCHWEIZER RENTE aus Eigenfinanzierung bestehen??
Einzahlungen auf freiwilliger Basis in leistbarer Höhe. Geschenke gibt es in der Schweiz keine.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon frems » So 6. Nov 2016, 20:10

Fuerst_48 hat geschrieben:(05 Nov 2016, 21:59)

Hast du schon mal hinterfragt, wieviele Anteile dieser sog. SCHWEIZER RENTE aus Eigenfinanzierung bestehen??
Einzahlungen auf freiwilliger Basis in leistbarer Höhe. Geschenke gibt es in der Schweiz keine.

Kann gut sein, ich bin mit dem Sozialsystem der Schweizer nicht vertraut und kenne nur einen ehem. Kommilitonen, der dort seit wenigen Jahren lebt/arbeitet. Er kann trotz höheren Lebenskosten dort netto das zur Seite legen, was er zuvor in Berlin netto verdiente. Dafür zahlt man natürlich einen hohen Preis. Als (türkischstämmiger) Preuße hat er's da nicht leicht.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Abchecker » So 6. Nov 2016, 20:38

Ob Deutschland zuviele Akademiker hat ? Ich denke ja, aber die folgen sind mehr und minder der Globalisierung geschuldet. Ich denke halt das man im Bürobereich z.B. bei Versicherrungen und Banken oder Handelsbetrieben auf dauer keine Ausbildung mehr machen kann und nur noch mit einem Studium Zugang finden wird. Davon wird der Einzelhandel, die Gastronomie oder auch das Handwerk profitieren, weil diese Bereiche dann halt für Leute mit niedrigeren Abschlüssen unumgänglich sind.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Fuerst_48 » So 6. Nov 2016, 21:00

frems hat geschrieben:(06 Nov 2016, 20:10)

Kann gut sein, ich bin mit dem Sozialsystem der Schweizer nicht vertraut und kenne nur einen ehem. Kommilitonen, der dort seit wenigen Jahren lebt/arbeitet. Er kann trotz höheren Lebenskosten dort netto das zur Seite legen, was er zuvor in Berlin netto verdiente. Dafür zahlt man natürlich einen hohen Preis. Als (türkischstämmiger) Preuße hat er's da nicht leicht.


Meine Gattin hat eine Freundin/Kollegin, die seit vielen Jahren mit Gatten in Genf lebt. Was die uns erzählt haben, jagt einem kalte Schauer über den Rücken. Thema: Medizin. Versorgung, Haftung bei Krediten, Pensionssystem, Jahresausgleich, etc.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Hans Albers » So 6. Nov 2016, 21:05

Abchecker hat geschrieben:(06 Nov 2016, 20:38)

Ob Deutschland zuviele Akademiker hat ? Ich denke ja, aber die folgen sind mehr und minder der Globalisierung geschuldet. Ich denke halt das man im Bürobereich z.B. bei Versicherrungen und Banken oder Handelsbetrieben auf dauer keine Ausbildung mehr machen kann und nur noch mit einem Studium Zugang finden wird. Davon wird der Einzelhandel, die Gastronomie oder auch das Handwerk profitieren, weil diese Bereiche dann halt für Leute mit niedrigeren Abschlüssen unumgänglich sind.


Wie kommen Sie darauf, dass man im "Bürobereich" keine Ausbildungen mehr machen kann? :?: Bank-und Versicherungskaufleute werden gesucht!

Wie auch andere Fachkräfte.
Jetzt fangen sie erst an, die Folgen der demographischen Schieflage.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Abchecker » So 6. Nov 2016, 21:29

Hans Albers hat geschrieben:(06 Nov 2016, 21:05)

Wie kommen Sie darauf, dass man im "Bürobereich" keine Ausbildungen mehr machen kann? :?: Bank-und Versicherungskaufleute werden gesucht!


Noch, ich denke wenn der Markt mit BWL Studenten nahzu geflutet wird wovon ich ausgehen, denke ich das das schon so kommen wird.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon frems » Mo 28. Nov 2016, 00:59

Hans Albers hat geschrieben:(06 Nov 2016, 21:05)

Wie kommen Sie darauf, dass man im "Bürobereich" keine Ausbildungen mehr machen kann? :?: Bank-und Versicherungskaufleute werden gesucht!

Wie auch andere Fachkräfte.
Jetzt fangen sie erst an, die Folgen der demographischen Schieflage.

Das müsste sich dann über steigende Löhne ja von selbst regulieren. Gibt übrigens einen neuen Rekord an Studenten in Deutschland:

Die Zahl der Studenten in Deutschland ist weiter gestiegen und hat in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreicht: Im laufenden Wintersemester sind 2,8 Millionen Studenten an den deutschen Hochschulen eingeschrieben. Das waren nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden 48.300 mehr als vor einem Jahr - eine Steigerung von 1,8 Prozent.

Zum Vergleich: 1996 zählten die Statistiker nur rund 1,8 Millionen Studenten in Deutschland, im Jahr 2006 waren es knapp unter zwei Millionen. Inzwischen gibt es gut 18.000 Studiengänge in Deutschland - etwa 7000 mehr als ein Jahrzehnt zuvor.

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 23119.html

In allen westdeutschen Ländern (inkl. Berlin) sowie Thüringen stieg die Zahl trotz schrumpfender Jahrgänge, da sich prozentual mehr Schulabgänger/Abiturienten für ein Studium entschieden, die Zahl ausländischer Gaststudenten zulegte und sich auch mehr (ältere) Personen ohne Hochschulreife an den Hochschulen einschrieben, wenn sie die Voraussetzungen (z.B. Meisterbrief plus Berufserfahrung und universitärer Aufnahmeprüfung) erfüllten. An den oft gescholtenen Kunsthochschulen waren nur knapp über 1% eingeschrieben und es gab einen Rückgang von über 3% im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Erstsemester sank jedoch leicht, was mit den doppelten Jahrgängen, die sich mitten im Studium befinden, zusammenhängen dürfte, sodass die Gesamtzahl bald wieder sinken dürfte: https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... B5163.cae3
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Kibuka » Mo 12. Dez 2016, 09:17

Neues aus der Bildungsrepublik.

Lehrerverband: Manche Zeugnisse nicht mehr anerkennen

12.12.2016 • Die Noten deutscher Schüler werden immer besser, ihre Leistungen nicht unbedingt. Der Lehrerverband spricht von einer „Inflation“ guter Noten und präsentiert einen harschen Vorschlag.

Der Deutsche Lehrerverband beklagt eine „Inflation“ guter Schul- und Abiturnoten. Allein in Berlin habe sich die Zahl der Abiturzeugnisse mit einem Notendurchschnitt von 1,0 innerhalb von zehn Jahren vervierzehnfacht, sagte Verbandspräsident Josef Kraus der „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe). Dies deute nicht auf eine Verbesserung der Schüler, sondern auf ein Nachlassen der Anforderungen hin, erklärte Kraus.

http://m.faz.net/aktuell/beruf-chance/l ... 70418.html


Soviel zur angesprochenen Qualität. :D
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„Weil das Wohl von einem genauso schwer wiegt, wie das Wohl von vielen.“
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon odiug » Mo 12. Dez 2016, 09:37

frems hat geschrieben:(28 Nov 2016, 00:59)

Das müsste sich dann über steigende Löhne ja von selbst regulieren. Gibt übrigens einen neuen Rekord an Studenten in Deutschland:


http://www.spiegel.de/lebenundlernen/un ... 23119.html

In allen westdeutschen Ländern (inkl. Berlin) sowie Thüringen stieg die Zahl trotz schrumpfender Jahrgänge, da sich prozentual mehr Schulabgänger/Abiturienten für ein Studium entschieden, die Zahl ausländischer Gaststudenten zulegte und sich auch mehr (ältere) Personen ohne Hochschulreife an den Hochschulen einschrieben, wenn sie die Voraussetzungen (z.B. Meisterbrief plus Berufserfahrung und universitärer Aufnahmeprüfung) erfüllten. An den oft gescholtenen Kunsthochschulen waren nur knapp über 1% eingeschrieben und es gab einen Rückgang von über 3% im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Erstsemester sank jedoch leicht, was mit den doppelten Jahrgängen, die sich mitten im Studium befinden, zusammenhängen dürfte, sodass die Gesamtzahl bald wieder sinken dürfte: https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... B5163.cae3

Die "oft gescholtenen Kunsthochschulen" haben zwar keinen Numerus Clausus, dafuer aber eine Aufnahmepruefung, die sehr fein aus siebt.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon H2O » Mo 12. Dez 2016, 11:31

odiug hat geschrieben:(12 Dec 2016, 09:37)

Die "oft gescholtenen Kunsthochschulen" haben zwar keinen Numerus Clausus, dafuer aber eine Aufnahmepruefung, die sehr fein aus siebt.


Dieses Konzept könnte sicher auch zur Ermittlung studierfähiger junger Leute einen guten Beitrag leisten, das Thema "Studienabbrecher" etwas entschärfen.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon odiug » Mo 12. Dez 2016, 11:50

H2O hat geschrieben:(12 Dec 2016, 11:31)

Dieses Konzept könnte sicher auch zur Ermittlung studierfähiger junger Leute einen guten Beitrag leisten, das Thema "Studienabbrecher" etwas entschärfen.

Weiss ich nicht ?
Aus eigener Erfahrung fuehrt eine Aufnahmepruefung nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen.
Viele sahen in der Aufnahmepruefung schon den Zenit ihrer akademischen Laufbahn.
Sitzen halt das noetigste ab um dann irgendwann ihren Magister abholen zu koennen, aber lernen tun sie nichts mehr.
Das haengt auch an den Professoren, gerade an Kunstakademien, wo die Professur ja oft als eine Art "Anerkennung" fuer das Lebenswerk eines Kuenstlers betrachtet wird und der Lehrauftrag eher eine Nebenrolle spielt.
!993 wurde Alfred Hrdlicka, wer den nicht kennt, ist kein Oesterreicher :p an der berliner Akademie fuer freie Kuenste mehr oder weniger Entlassen, auf jeden Fall seiner Professur "beraubt", weil er faktisch dort nie anwesend war, alles seinen Assistenten ueberliess und nur das Gehalt absackelte.
Hat damals in Wien viel Aufsehens gemacht, weil die Pifkes ihren Star-Bildhauer so despektierlich behandelten ... ich fand das grossartig :p
Der Vorteil der Aufnahmepruefung ist, dass Kunstakademien keine Massen Unis sind.
Die Qualitaet der Ausbildung, wenn man denn als Student daran interessiert ist und auch die anspruchsvollen Oberseminare aufsucht, ist sehr gut.
In unsren kunsthistorischen, kulturgeschichtlichen und philosophischen Seminaren sassen oft Studenten der Wiener Universitaet, eben weil nur wenige Studenten pro Seminar an der Kunstakademie waren und die Diskussionen oft tiefer und interessanter sich gestalteten.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon odiug » Mo 12. Dez 2016, 12:08

Abchecker hat geschrieben:(06 Nov 2016, 20:38)

Ob Deutschland zuviele Akademiker hat ? Ich denke ja, aber die folgen sind mehr und minder der Globalisierung geschuldet. Ich denke halt das man im Bürobereich z.B. bei Versicherrungen und Banken oder Handelsbetrieben auf dauer keine Ausbildung mehr machen kann und nur noch mit einem Studium Zugang finden wird. Davon wird der Einzelhandel, die Gastronomie oder auch das Handwerk profitieren, weil diese Bereiche dann halt für Leute mit niedrigeren Abschlüssen unumgänglich sind.

Taxiunternehmer profitieren davon am meisten.
Die Gespraeche mit gescheiterten Geisteswissenschaftlern auf dem Weg zum Bahnhof sind um ein vieles interessanter geworden ... das ist ein Service, den man auch mit Trinkgeld entlohnen kann :p
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon H2O » Mo 12. Dez 2016, 13:01

odiug hat geschrieben:(12 Dec 2016, 11:50)

Weiss ich nicht ?
Aus eigener Erfahrung fuehrt eine Aufnahmepruefung nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen.
Viele sahen in der Aufnahmepruefung schon den Zenit ihrer akademischen Laufbahn.
Sitzen halt das noetigste ab um dann irgendwann ihren Magister abholen zu koennen, aber lernen tun sie nichts mehr.
Das haengt auch an den Professoren, gerade an Kunstakademien, wo die Professur ja oft als eine Art "Anerkennung" fuer das Lebenswerk eines Kuenstlers betrachtet wird und der Lehrauftrag eher eine Nebenrolle spielt.
!993 wurde Alfred Hrdlicka, wer den nicht kennt, ist kein Oesterreicher :p an der berliner Akademie fuer freie Kuenste mehr oder weniger Entlassen, auf jeden Fall seiner Professur "beraubt", weil er faktisch dort nie anwesend war, alles seinen Assistenten ueberliess und nur das Gehalt absackelte.
Hat damals in Wien viel Aufsehens gemacht, weil die Pifkes ihren Star-Bildhauer so despektierlich behandelten ... ich fand das grossartig :p
Der Vorteil der Aufnahmepruefung ist, dass Kunstakademien keine Massen Unis sind.
Die Qualitaet der Ausbildung, wenn man denn als Student daran interessiert ist und auch die anspruchsvollen Oberseminare aufsucht, ist sehr gut.
In unsren kunsthistorischen, kulturgeschichtlichen und philosophischen Seminaren sassen oft Studenten der Wiener Universitaet, eben weil nur wenige Studenten pro Seminar an der Kunstakademie waren und die Diskussionen oft tiefer und interessanter sich gestalteten.


Ja, ich kann mir einen solchen Studienbetrieb kaum vorstellen... ich habe vor 50 Jahren an der TU Berlin meinen Dipl.-Ing. abgegriffen. War ein tüchtiges Stück Arbeit, mit sehr vielen Studienabbrechern, aber die Herausforderung hat mir auch wieder viel Freude gemacht... uff, wieder etwas erledigt! Die jüngeren unter uns hier haben ganz andere Bedingungen vorgefunden als unsere 1. Generation nach den Kriegsteilnehmern... vor diesen armen Hunden ziehe ich noch heute meinen Hut!

Nachdem der Jammer über zu hohe Abbrecheranteile so ausgebreitet wurde, dachte ich, daß die Vorbereitung auf das selbstständige Erarbeiten von schwierigen Wissensbereichen, die obendrein auch viel Phantasie voraussetzen, mit dem erreichten Abitur nicht gesichert ist. Damals gab es deshalb Vorbereitungskurse wie "Wiederholung der Schulmathematik für Studienanfänger". Wenn dieser Kurs mit einer Prüfung abgeschlossen worden wäre, dann hätte es viele Studienabbrecher gar nicht erst gegeben. Man könnte so auch ein Probesemester einführen, das erst zur Zulassung zum Studium erfolgreich bestanden werden muß. So etwas geht ja auch im Fernstudium am PC,
mit Klausurprüfungen am Semesteranfang, vor der eigentlichen Immatrikulation.

Na gut, die Welt werden wir beiden auch nicht retten!
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon odiug » Mo 12. Dez 2016, 14:14

H2O hat geschrieben:(12 Dec 2016, 13:01)

Ja, ich kann mir einen solchen Studienbetrieb kaum vorstellen... ich habe vor 50 Jahren an der TU Berlin meinen Dipl.-Ing. abgegriffen. War ein tüchtiges Stück Arbeit, mit sehr vielen Studienabbrechern, aber die Herausforderung hat mir auch wieder viel Freude gemacht... uff, wieder etwas erledigt! Die jüngeren unter uns hier haben ganz andere Bedingungen vorgefunden als unsere 1. Generation nach den Kriegsteilnehmern... vor diesen armen Hunden ziehe ich noch heute meinen Hut!

Nachdem der Jammer über zu hohe Abbrecheranteile so ausgebreitet wurde, dachte ich, daß die Vorbereitung auf das selbstständige Erarbeiten von schwierigen Wissensbereichen, die obendrein auch viel Phantasie voraussetzen, mit dem erreichten Abitur nicht gesichert ist. Damals gab es deshalb Vorbereitungskurse wie "Wiederholung der Schulmathematik für Studienanfänger". Wenn dieser Kurs mit einer Prüfung abgeschlossen worden wäre, dann hätte es viele Studienabbrecher gar nicht erst gegeben. Man könnte so auch ein Probesemester einführen, das erst zur Zulassung zum Studium erfolgreich bestanden werden muß. So etwas geht ja auch im Fernstudium am PC,
mit Klausurprüfungen am Semesteranfang, vor der eigentlichen Immatrikulation.

Na gut, die Welt werden wir beiden auch nicht retten!

Ha jo ... also einser Abiturenten sind nicht notwendigerweise auch die besseren Studenten.
Viele der einser Abiturenten haben Schwierigkeiten mit dem eigenstaendigen Erarbeiten von Lehrinhalten, was an einer Uni viel wichtiger ist, als das erlernen von Lehrinhalten.
Also wie bereite ich ein Seminar vor, wie bringe ich die Inhalte verstaendlich rueber und vor allem, was ist wichtig und was eben nicht, wenn du einen Kunst-theoretischen Essay erarbeiten musst.
Einser Abiturenten waren damit oft ueberfordert, weil sie es von dem Gymnasium gewohnt waren, Lehrinhalte vorgesetzt zu bekommen.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 12. Dez 2016, 16:02

odiug hat geschrieben:(12 Dec 2016, 14:14)

Ha jo ... also einser Abiturenten sind nicht notwendigerweise auch die besseren Studenten.
Viele der einser Abiturenten haben Schwierigkeiten mit dem eigenstaendigen Erarbeiten von Lehrinhalten, was an einer Uni viel wichtiger ist, als das erlernen von Lehrinhalten.
Also wie bereite ich ein Seminar vor, wie bringe ich die Inhalte verstaendlich rueber und vor allem, was ist wichtig und was eben nicht, wenn du einen Kunst-theoretischen Essay erarbeiten musst.
Einser Abiturenten waren damit oft ueberfordert, weil sie es von dem Gymnasium gewohnt waren, Lehrinhalte vorgesetzt zu bekommen.

Selbständig UND vernetzt denken, das wird an den Höheren Schulen kaum vermittelt, wäre aber sehr wichtig!
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon odiug » Mo 12. Dez 2016, 16:15

Fuerst_48 hat geschrieben:(12 Dec 2016, 16:02)

Selbständig UND vernetzt denken, das wird an den Höheren Schulen kaum vermittelt, wäre aber sehr wichtig!

Deswegen gehst du ja zur Uni ... da lernst du das.
Nur Einser Abiturenten haben da oft am Anfang Schwierigkeiten mit.
Dafuer haben Durchschnitts Abiturenten oft viel nachzuholen ... gleicht sich also aus.
Arme Schweine sind die, die immer gern Einser Abiturenten gewesen waeren, aber es halt nicht reichte ... komischerweise sind das meist Maedels, die dann wirklich verzweifeln an den Massenuniversitaeten, weil voellig allein gelassen, wissen sie oft nicht was zu tun.
Die Rebellen unter den Gymnasiasten, also die, wo die Lehrer schon alle Hoffnung haben fahren lassen und die meistens gaaaaaaanz hinten im Klassenraum sitzen, die bluehen an Unis oft auf.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon Fuerst_48 » Mo 12. Dez 2016, 17:26

odiug hat geschrieben:(12 Dec 2016, 16:15)

Deswegen gehst du ja zur Uni ... da lernst du das.
Nur Einser Abiturenten haben da oft am Anfang Schwierigkeiten mit.
Dafuer haben Durchschnitts Abiturenten oft viel nachzuholen ... gleicht sich also aus.
Arme Schweine sind die, die immer gern Einser Abiturenten gewesen waeren, aber es halt nicht reichte ... komischerweise sind das meist Maedels, die dann wirklich verzweifeln an den Massenuniversitaeten, weil voellig allein gelassen, wissen sie oft nicht was zu tun.
Die Rebellen unter den Gymnasiasten, also die, wo die Lehrer schon alle Hoffnung haben fahren lassen und die meistens gaaaaaaanz hinten im Klassenraum sitzen, die bluehen an Unis oft auf.

Sowas ist schwer zu verallgemeinern. Aus der Schar meiner Reifeprüfungskandidaten gab es Spitzenleute, die später auch Spitzenpositionen einnahmen, aber auch solche, die nur eine durchschnittliche Karriere einschlugen.
Es waren aber auch Duchschnittschüler, denen später der "Knopf" aufging und die Karriere machten.
TREND lese ich da keinen heraus.
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Re: Zu viele Studenten/Akademiker in Deutschland?

Beitragvon frems » Mo 12. Dez 2016, 17:31

odiug hat geschrieben:(12 Dec 2016, 09:37)

Die "oft gescholtenen Kunsthochschulen" haben zwar keinen Numerus Clausus, dafuer aber eine Aufnahmepruefung, die sehr fein aus siebt.

Das stimmt. Mir ging's nur darum, dass ihr Anteil unter allen Studenten verschwindend gering ist, aber manche Personen (auch hier in der Vergangenheit) gerne abfällig über sie herziehen und so tun, als würde jeder der Millionen Studenten "irgendwas mit Kunst" (oder Medien) machen. Und weil die Kunsthochschulen so schlimm sind (aus Sicht der Nicht-Akademiker), ist eine Akademisierung also auch schrecklich.
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