LKW-Transporte und die Folgen

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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Der Neandertaler » Di 28. Aug 2018, 18:01

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Wenn der Rotwein ein paar Tage später eintrifft, ist das kein Schaden. Ist immer welcher im Keller.
Schön, daß Du dies so pragmatisch siehst, sieht aber nicht jeder so gelassen. Wir sind es gewohnt, daß das, was wir suchen ... was wir brauchen und wollen, daß das jetzt sofort und immer zur Verfügung steht - warum sind sonst die Regale ständig voll Obst?
    ... und werden dann entsorgt, wenn was übrig bleibt?
Wenn das nicht vorhanden ist, gehen wir eben in's nächste Geschäft - vielleicht ist es ja dort vorhanden? Und genau davor haben Einzelhändler Angst: Kunden zu verlieren, aufgrund mangelndem Warenangebot. Und weil heutzutage kaum noch ein Geschäft ausreichend Lagerkapazitäten hat, müssen die Waren Just-in-Time geliefert werden.
    Der billigstre Lagerplatz ist der Lkw!
Dies ist also mithin auch ein Grund für den Termindruck, der auf den Fahrern lastet. Einige Fahrer lassen sich davon nervös machen - dadurch geschehen Fehler, die tödlich enden können.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Der Neandertaler » Di 28. Aug 2018, 19:15

Hallo roadrunner.
roadrunner hat geschrieben:Der Unterschied ist doch einfach:
Berufskraftfahrer/-in ist in Deutschland die Berufsbezeichnung für ausgebildete Kraftfahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güter- oder Personenkraftverkehr. In Deutschland ist die Grundqualifikation und die Weiterbildung in diesem Ausbildungsberuf im Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG)[2] und in den Vorschriften zur Umsetzung der Berufskraftfahrer-Qualifikation (BKrFQV)[3] geregelt.

Der LKW-Fahrer benötigt zum Führen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichem Verkehrsgrund eine Fahrerlaubnis und einen Führerschein, der eine vorhergehende Ausbildung zum Führen von LKW und Prüfung sowie die Fahreignung voraussetzt.

Kurzform: Berufskraftfahrer/-in = anerkannter Ausbildungsberuf, LKW-Fahrer = Anlernberuf
Im Grunde vollkommen richtig, was Du sagst und schreibst. Trotzdem ist dies (warum man zum Lkw-Fahren drei Jahre lernt?) nicht jedem zu verdeutlichen.

Schau mal:
    Ich habe 1986 meine Führerschein Klasse 2 auf einem 6t-Lkw gemacht - ohne Anhänger. Jeder, der in seinem Beruf nichts findet oder in seinem Beruf unzufrieden ist, kann und darf Lkw fahren - sofern er den Führerschein Klasse 2 besitzt. 1987 habe ich dann meinen Berufskraftfahrerschein gemacht. Ich habe während meiner Tätigkeitszeit schon einige Quereinsteiger angelernt - immer zur vollen Zufriedenheit meiner Vorgesetzten. Anfang der 90er Jahre meinte ein Sohn eines Kollegen zu mir:
      "Warum lernt man eigentlich jahrelang Berufskraftfahrer - ich kann auch Lkw fahren!"
Zum Glück hat sich Vieles geändert. Wer heute Lkw fahren will, der muß den Führerschein der Klasse C machen. Dieser berechtigt aber nur zum Fahren eines Lkw - ohne Anhänger, also darf er auch keinen Sattel-Lkw fahren. Dazu muß er CE haben. Bevor er ihn gewerblich nutzen kann, muß er 134 Stunden Grundschulung nachweisen. Fazit: nicht jeder, der Lkw fahren möchte - gewerblich fahren möchte, muß eine Berufskraftfahrerausbildung durchlaufen.

Aber jeder, der heutzutage den C/CE-Führerschein macht, muß diesen alle fünf Jahre neu beantragen - was wiederum eine Eignungsprüfung, inform einer Gesundheitsuntersuchung voraussetzt. Außerdem muß dazu er innerhalb dieser fünf Jahre 35-Stunden-Schulung nachweisen - also: alles, was zu diesem Beruf gehört ... Gesetze und so. Jeder, der den Klasse-2-Führerschein schon besaß, mußte diese Prüfung und die Wiederbeantragung des Führerscheins erst ab seinem 50. Geburtstag machen.

Einige meiner Arbeitskollegen halten dies lediglich für Geldmacherei - womit Fahrschulen auf Kosten der armen Lkw-Fahrer zusätzliches Geld verdienen können.
Ich seh es etwas anders:
    Dadurch, daß jeder nun in den 35-Stunden-Schulungen inetwa das lernt, was ich jahrelang gelernt habe, hat sich unter den Kollegen das Verständnis zum Beruf etwas gebessert.
Kommt noch eines hinzu:
    Bis jemand den zu erwerbenden Führerschein C/CE gewerblich nutzen kann und darf, ist er etwa 6 -10.000 € los. Da das kaum jemand privat finanzieren kann - also letztlich Fahrer dadurch fehlen, sind Speditionen (indirekt) gezwungen, Berufskraftfahrer auszubilden ... das heißt: auch Bezahlung des Führerscheines. Positiver Nebeneffekt: so könnten auch Fahrer an die auszubildende Spedition gewöhnt werden ... also gebunden werden.
Fazit:
    Langfristig dürfte also der "nur" angelernte Lkw-Fahrer ... der Hilfsarbeiter mit Führerschein aussterben - hingegen dürften die (besser ausgebildeten) Berufskraftfahrer zunehmen.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Alexyessin » Mi 29. Aug 2018, 19:19

jack000 hat geschrieben:(27 Aug 2018, 20:29)

Genau das ist das Problem ...


Erkläre das der Industrie. Willst du Jit denn gesetzlich verbieten?
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mi 29. Aug 2018, 19:25

Alexyessin hat geschrieben:(29 Aug 2018, 20:19)

Erkläre das der Industrie. Willst du Jit denn gesetzlich verbieten?

Darum geht es nicht und steht auch nicht in Frage. Es geht darum, das LKW-Fahrer unter Druck gesetzt und teilweise beschissen bezahlt werden so das da ein vermeidbarer Risikofakter auf den Strassen entsteht!
=> JiT bedeutet nicht LKW-Fahrer unter maximalen Druck so schnell wie möglich rasen zu lassen, sondern das die früh genug los fahren. Ich war im Studium Express-Kurierfahrer und einen Druck zu rasen gab es auch nicht, sondern wir fuhren halt früh genug los.
=> Wenn Druck entsteht läuft halt insgesamt was falsch!
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Alexyessin » Mi 29. Aug 2018, 19:39

jack000 hat geschrieben:(29 Aug 2018, 20:25)

Darum geht es nicht und steht auch nicht in Frage. Es geht darum, das LKW-Fahrer unter Druck gesetzt und teilweise beschissen bezahlt werden so das da ein vermeidbarer Risikofakter auf den Strassen entsteht!


Und warum werden die so beschißen bezahlt? Weil die Industrie wenig zahlen möchte. Marktwirtschaft Jack.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mi 29. Aug 2018, 19:51

Alexyessin hat geschrieben:(29 Aug 2018, 20:39)

Und warum werden die so beschißen bezahlt? Weil die Industrie wenig zahlen möchte. Marktwirtschaft Jack.

Es wird immer so wenig bezahlt wie nur irgendwie möglich. Es geht darum, dass dieses nicht auf die Knochen der LKW-Fahrer ausgelebt werden kann. Deswegen gibt es auch Gesetze die das Ganze in die Schranken weisen (Mindestlohn, Fahrzeit, etc...) Aber wie man sieht reicht das noch nicht aus.
Ein Beispielfall vor kurzem:
Am Mittwochnachmittag ist auf der A8 bei Kirchheim ein Lkw umgekippt. Bis in den späten Nachmittag hinein kam es zu kilometerlangen Staus und Verkehrsbehinderungen rund um die Unfallstelle. Der Sattelzug fuhr laut der Polizei gegen 13.50 Uhr auf der A8 zwischen den Anschlussstellen Kircheim und Wendlingen in Fahrtrichtung Stuttgart. Dort kam das Fahrzeug aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab, kippte um und blieb auf dem rechten Fahrstreifen und der Standspur liegen. Das Tierfutter, das der Lkw geladen hatte, entleerte sich auf die Fahrbahn und den angrenzenden Grünstreifen. Der 25 Jahre alte Fahrer des Lkw wurde durch den Unfall leicht verletzt. Der Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus.

https://www.esslinger-zeitung.de/region ... 12650.html
=> Da stellt sich mir die Frage, wie es sein kann, bzw. was den Fahrer zu so einer risikoreichen Fahrtweise getrieben hat das der LKW umfallen konnte? Oder war die Ladung falsch geladen?
=> Woran es auch immer lag: Es sind nicht die Rahmenbedingungen vorhanden das das alles in geordneten und sicheren Bahnen ablaufen kann!
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Quatschki » Mi 29. Aug 2018, 20:03

Ich erlebe öfter mal LKW-Fahrer, die ihren Laster wie einen PKW fahren, also schnell beschleunigen, dicht auffahren, ruppige Spurwechsel und die Trägheit des Fahrzeuges geflissentlich ignorieren.
Da ich mir nicht vorstellen kann, dass das lange gut geht, gehe ich in solchen Fällen möglichst rasch auf Abstand
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Alexyessin » Mi 29. Aug 2018, 20:14

jack000 hat geschrieben:(29 Aug 2018, 20:51)

Es wird immer so wenig bezahlt wie nur irgendwie möglich. Es geht darum, dass dieses nicht auf die Knochen der LKW-Fahrer ausgelebt werden kann.


Aber genau das wird es solange es keine Einschränkungen gibt oder sich alternative Verkehrsträger finden Sie im Preis / Leistungsverhältnis ähnlich sind.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon imp » Mi 29. Aug 2018, 20:28

Quatschki hat geschrieben:(29 Aug 2018, 21:03)

Ich erlebe öfter mal LKW-Fahrer, die ihren Laster wie einen PKW fahren, also schnell beschleunigen, dicht auffahren, ruppige Spurwechsel und die Trägheit des Fahrzeuges geflissentlich ignorieren.
Da ich mir nicht vorstellen kann, dass das lange gut geht, gehe ich in solchen Fällen möglichst rasch auf Abstand

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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mi 29. Aug 2018, 20:38

Alexyessin hat geschrieben:(29 Aug 2018, 21:14)

Aber genau das wird es solange es keine Einschränkungen gibt oder sich alternative Verkehrsträger finden Sie im Preis / Leistungsverhältnis ähnlich sind.

In der Schweiz geht das alles, somit muss man nur die Gesetze hier ändern!
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Alexyessin » Mi 29. Aug 2018, 20:40

jack000 hat geschrieben:(29 Aug 2018, 21:38)

In der Schweiz geht das alles, somit muss man nur die Gesetze hier ändern!


Welche Gestze würdest du einführen / ändern?
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mi 29. Aug 2018, 20:52

Alexyessin hat geschrieben:(29 Aug 2018, 21:40)

Welche Gestze würdest du einführen / ändern?

1. Transporte die durch ganz Deutschland gehen dürfen nur noch per Bahn durchgeführt werden
2. Generelles Überholverbot für LKW, bzw. erhebliche Einschränkungen, hohe Strafen bei Elefantenrennen (Elefantenrennen = ein Hinweis auf unter Drucksetzung der Fahrer)
3. Die Anweisung durch den Betrieb unrealistische Fahrzeiten durch zu führen = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!
4. Fahrer mangels Möglichkeiten die ordungsgemäße Sicherung der Ladung nicht gewährleisten zu können = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Alexyessin » Mi 29. Aug 2018, 21:28

jack000 hat geschrieben:(29 Aug 2018, 21:52)

1. Transporte die durch ganz Deutschland gehen dürfen nur noch per Bahn durchgeführt werden
2. Generelles Überholverbot für LKW, bzw. erhebliche Einschränkungen, hohe Strafen bei Elefantenrennen (Elefantenrennen = ein Hinweis auf unter Drucksetzung der Fahrer)
3. Die Anweisung durch den Betrieb unrealistische Fahrzeiten durch zu führen = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!
4. Fahrer mangels Möglichkeiten die ordungsgemäße Sicherung der Ladung nicht gewährleisten zu können = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!


1. Transit auf die Bahn. Passiert bereits. Wenn du das zwingend machen möchtest geht das nur über die EU.
2. Wird nix bringen, da auf zweispurigen Autobahnen Usus.
3. Was verstehst du unter unrealistisch.
4. Ladungssicherung ist Aufgabe des Verladers unter Zu Hilfenahme der Hilfsmittel die gesondert Teil des SpeditionsSpeditionsvertrages sind UND des Fahrers.
Viel Spass bei den Gerichtsprozessen.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon jack000 » Mi 29. Aug 2018, 21:36

Alexyessin hat geschrieben:(29 Aug 2018, 22:28)

1. Transit auf die Bahn. Passiert bereits.

Passieren tut gar nix relevantes ...
2. Wird nix bringen, da auf zweispurigen Autobahnen Usus.

Weil das "usus" ist, kann man kein Gesetz dagegen beschließen?
3. Was verstehst du unter unrealistisch.

Hier wird es in der Tat schwierig, aber die Kontrolldichte ich schon gering, also kann man noch andere Maßnahmen durchsetzen.
=> Unrealistisch = Es wurde eine Tour geplant die nicht unter den gesetzlichen Tempolimits zu fahren ist!
4. Ladungssicherung ist Aufgabe des Verladers unter Zu Hilfenahme der Hilfsmittel die gesondert Teil des SpeditionsSpeditionsvertrages sind UND des Fahrers.

Eben, und sobald festgestellt wird, dass das nicht korrekt durchgeführt wurde, muss die Fahrt eben beendet werden und nicht für die Zeit der Kontrolle, bzw. der Behebung dessen, sondern z.B. für 24 Stunden pauschal.
Viel Spass bei den Gerichtsprozessen.

Nö, nicht viel Spass, derzeit wird da doch schon kontrolliert und hohe Strafen verhängt. Warum sollte das nicht erweitert werden können?

=> Das ist doch alles nur zum Vorteil sämtlicher Beteiligten!
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Alexyessin » Mi 29. Aug 2018, 21:44

jack000 hat geschrieben:(29 Aug 2018, 22:36)

Passieren tut gar nix relevantes ...

Weil das "usus" ist, kann man kein Gesetz dagegen beschließen?

Hier wird es in der Tat schwierig, aber die Kontrolldichte ich schon gering, also kann man noch andere Maßnahmen durchsetzen.
=> Unrealistisch = Es wurde eine Tour geplant die nicht unter den gesetzlichen Tempolimits zu fahren ist!

Eben, und sobald festgestellt wird, dass das nicht korrekt durchgeführt wurde, muss die Fahrt eben beendet werden und nicht für die Zeit der Kontrolle, bzw. der Behebung dessen, sondern z.B. für 24 Stunden pauschal.

Nö, nicht viel Spass, derzeit wird da doch schon kontrolliert und hohe Strafen verhängt. Warum sollte das nicht erweitert werden können?

=> Das ist doch alles nur zum Vorteil sämtlicher Beteiligten!


Antworte Samstag oder Sonntag. Mobil ist die Zitiermöglichkeit immer so schlecht.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon Der Neandertaler » Do 30. Aug 2018, 17:19

jack, so sinnvoll ich auch Kontrollen finde - im Gegensatz zu einigen meiner Kollegen, die dies lediglich als Schikane ansehen, so muß ich Dir doch sagen, daß ich dies auch für ein Teil des Problems halte - Zeitdruck und so. Eine Kontrolle dauert etwa 20 - 30 Min. (mir ist auch schon passiert, daß ich an einem Tag dreimal kontrolliert wurde), dies ist in meinen Augen zwar keine verlorene Zeit, aber es summiert sich - die Rechnung geht ja noch weiter. Lkw-Überholverbot - an manchen Stellen durchaus sinnvoll, aber etwa nicht auf einer drei- oder mehrspurigen Autobahn (Stichwort: Frankfurter-Kreuz/A5) - nachts vollkommen unsinnig. Kommt noch hinzu, daß vermehrt Speditionen dazu übergehen, ihre Lkw-Flotte auf max. 85 Km/h zu drosseln - wegen Spritersparniss. Wenn ich aber nun kaum Gewicht habe und hinter einem Kollegen herfahre, der zwar mehr PS aufweisen kann, der aber auch mehr Gewicht hat und daher am Berg nicht mehr als etwa 60 bis 70 Km/h fahren kann, ich ihn aber nicht überholen darf, ... dies alles führt dazu, daß Zeit verloren geht. Dies gehört auch zur Wahrheit, was zum Zeitdruck führt. Wenn dazu noch dauernd der Disponent am Telephon hängt, weil die Firma bei Nichteinhaltung des Termins Konventionalstrafe zahlen muß, ... das kann schon Stress und Zeitdruck verurschen - ob JiT odrer nicht! Alles in Allem dürfte so einiges an (verlorene) Zeit zusammenkommen, die wohl kaum wieder einzuholen ist ... zumindest nicht unter realen Bedingungen.
jack000 hat geschrieben:... hohe Strafen bei Elefantenrennen (Elefantenrennen = ein Hinweis auf unter Drucksetzung der Fahrer)
hohe Strafen ... für wen? Die Spedition? Der Disponent würde immer antworten, daß dies in der Verantwortung des Fahrers liegt.

Du muß Dir das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da gibt es eine Vorschrift, daß immer mindestens 50 Meter (Sicherheits-) Abstand einzuhalten sind - das heißt: sowohl vor dem Überholvorgang, als auch nach dem Überholvorgang. Es ist also nicht erlaubt, wie es viele machen, recht nahe auffahren und dann überholen, NEIN! Ich muß 50 Meter vorher raußziehen. Mach das mal - ein Hupkonzert ist das Geringste, was Du zu hören bekommst. Nach dem Überholen ... also: vor dem Einscheren sind ebenfalls die berühmten 50 Meter einzuhalten. In der Zwischenzeit haben Dich bestimmt drei oder vier Pkw rechts überholt, setzen sich vor Dich und bremsen Dich aus. Auch dadurch entsteht der Eindruck vieler "Elephantenrennen".
jack000 hat geschrieben:3. Die Anweisung durch den Betrieb unrealistische Fahrzeiten durch zu führen = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!
4. Fahrer mangels Möglichkeiten die ordungsgemäße Sicherung der Ladung nicht gewährleisten zu können = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!
War es früher so, daß erst das Fahrpersonal zahlen mußte und erst, wenn etwa ein Disponent recht oft (negativ) aufgefallen ist ... weil vielleicht sein Name zu oft genannt wurde, konnte man auch ihn abkassieren. Zum Glück hat man mittlerweile erkannt, daß einiges nicht nur an der Schuld des Fahrers liegt. So ist etwa bei Verstößen, die auf falsche Disposition - aufgrund unrealistischer Fahrzeiten zurückzuführen sind, automatisch der Fahrer als auch der Disponent mit in der Haftung.

BeiUnfällen, die zwar auf nicht-ordnungsgemäßer Ladungssicherung zurückzuführen sind, die aber auf nicht-korrekter Ladung ... nicht-korrekter Beladung zurückzuführen sind, ist sowohl der Fahrer, als auch der Verlader, als auch der Halter bzw.: der Disponent mit in der Haftung.

Fazit:
    einiges hat sich gebessert, aber ...
      Der Verlader handelt im Auftrag des Absenders - zumeist einer Firma - der Disponent ebenso. Die Strafe zahlen also die Firmen - zumal die Strafen recht gering sind ... für eine große Firma - die zahlen dies aus der Portokasse.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon imp » Fr 31. Aug 2018, 11:14

Alexyessin hat geschrieben:(29 Aug 2018, 22:28)
2. Wird nix bringen, da auf zweispurigen Autobahnen Usus.

Die Praxis zeigt, dass diese viele Minuten langen Überholmanöver üblich sind. Letztens hatte ich mal ein 10 Minuten langes Manöver. Das ist nicht normal. Solche Leute gehören hinter den Schreibtisch. Es ist hier mit Verboten nicht getan, es braucht auch hinreichende Gefahr durch Kontrollen. Evtl lässt sich da in Zukunft mehr mit Flugkameras machen.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon imp » Fr 31. Aug 2018, 11:16

jack000 hat geschrieben:(29 Aug 2018, 21:52)
3. Die Anweisung durch den Betrieb unrealistische Fahrzeiten durch zu führen = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!

Eine Schließung eines ausländischen Betriebes wirst du schwer durchsetzen können. Hingegen sollte das Mauterfassungssystem eine gute Grundlage für teure Strafmaßnahmen bieten. Hier ist der Rechtsrahmen derzeit noch schwierig.
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Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon roadrunner » Fr 31. Aug 2018, 13:39

Der Neandertaler hat geschrieben:(28 Aug 2018, 20:15)

Hallo roadrunner.Im Grunde vollkommen richtig, was Du sagst und schreibst. Trotzdem ist dies (warum man zum Lkw-Fahren drei Jahre lernt?) nicht jedem zu verdeutlichen.

Schau mal:
    Ich habe 1986 meine Führerschein Klasse 2 auf einem 6t-Lkw gemacht - ohne Anhänger. Jeder, der in seinem Beruf nichts findet oder in seinem Beruf unzufrieden ist, kann und darf Lkw fahren - sofern er den Führerschein Klasse 2 besitzt. 1987 habe ich dann meinen Berufskraftfahrerschein gemacht. Ich habe während meiner Tätigkeitszeit schon einige Quereinsteiger angelernt - immer zur vollen Zufriedenheit meiner Vorgesetzten. Anfang der 90er Jahre meinte ein Sohn eines Kollegen zu mir:
      "Warum lernt man eigentlich jahrelang Berufskraftfahrer - ich kann auch Lkw fahren!"
Zum Glück hat sich Vieles geändert. Wer heute Lkw fahren will, der muß den Führerschein der Klasse C machen. Dieser berechtigt aber nur zum Fahren eines Lkw - ohne Anhänger, also darf er auch keinen Sattel-Lkw fahren. Dazu muß er CE haben. Bevor er ihn gewerblich nutzen kann, muß er 134 Stunden Grundschulung nachweisen. Fazit: nicht jeder, der Lkw fahren möchte - gewerblich fahren möchte, muß eine Berufskraftfahrerausbildung durchlaufen.

Aber jeder, der heutzutage den C/CE-Führerschein macht, muß diesen alle fünf Jahre neu beantragen - was wiederum eine Eignungsprüfung, inform einer Gesundheitsuntersuchung voraussetzt. Außerdem muß dazu er innerhalb dieser fünf Jahre 35-Stunden-Schulung nachweisen - also: alles, was zu diesem Beruf gehört ... Gesetze und so. Jeder, der den Klasse-2-Führerschein schon besaß, mußte diese Prüfung und die Wiederbeantragung des Führerscheins erst ab seinem 50. Geburtstag machen.

Einige meiner Arbeitskollegen halten dies lediglich für Geldmacherei - womit Fahrschulen auf Kosten der armen Lkw-Fahrer zusätzliches Geld verdienen können.
Ich seh es etwas anders:
    Dadurch, daß jeder nun in den 35-Stunden-Schulungen inetwa das lernt, was ich jahrelang gelernt habe, hat sich unter den Kollegen das Verständnis zum Beruf etwas gebessert.
Kommt noch eines hinzu:
    Bis jemand den zu erwerbenden Führerschein C/CE gewerblich nutzen kann und darf, ist er etwa 6 -10.000 € los. Da das kaum jemand privat finanzieren kann - also letztlich Fahrer dadurch fehlen, sind Speditionen (indirekt) gezwungen, Berufskraftfahrer auszubilden ... das heißt: auch Bezahlung des Führerscheines. Positiver Nebeneffekt: so könnten auch Fahrer an die auszubildende Spedition gewöhnt werden ... also gebunden werden.
Fazit:
    Langfristig dürfte also der "nur" angelernte Lkw-Fahrer ... der Hilfsarbeiter mit Führerschein aussterben - hingegen dürften die (besser ausgebildeten) Berufskraftfahrer zunehmen.

Ich hatte den alten 2er (seit 1968) und habe dann Anfang der 70ziger in den Semesterferien und am Wochenende bei der damaligen Deutschen Bundespost gejobbt. Da die Post damals hoheitliche Aufgaben erfüllte, musste ich meinen Führerschein bei der Post noch einmal machen, der amtliche Führerschein galt nicht. Die Ausbildung war um ein vielfaches besser, als in den damaligen Fahrschulen.
roadrunner

Re: LKW-Transporte und die Folgen

Beitragvon roadrunner » Fr 31. Aug 2018, 14:10

jack000 hat geschrieben:(29 Aug 2018, 21:52)

1. Transporte die durch ganz Deutschland gehen dürfen nur noch per Bahn durchgeführt werden
2. Generelles Überholverbot für LKW, bzw. erhebliche Einschränkungen, hohe Strafen bei Elefantenrennen (Elefantenrennen = ein Hinweis auf unter Drucksetzung der Fahrer)
3. Die Anweisung durch den Betrieb unrealistische Fahrzeiten durch zu führen = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!
4. Fahrer mangels Möglichkeiten die ordungsgemäße Sicherung der Ladung nicht gewährleisten zu können = sofortige Schließung des kompletten Betriebes!


Zu 1. Jeder Spediteur und Transportdienstleister in Deutschland würde täglich eine Kerze anzünden, wenn die Schiene in der Lage wäre, JIT Transporte auf der Strecke durchzuführen und er nur noch die Fläche bedienen müsste. Unser Schienennetz ist aber überlastet und marode (vor allem in West- Ostrichtung) und das gilt noch für Jahrzehnte. Für alles ist Geld vorhanden, die Infrastruktur aber ist aus dem letzten Jahrhundert.

Zu 2. Mehrspuriger Ausbau der Autobahnen, um den rapide wachsenden Personenverkehr auf lange Sicht in den Griff zu bekommen. Für LKW die zwingende Vorschrift, dass nur ausgebildete Berufskraftfahrer in Deutschland LKW ab 2,5t führen dürfen.

Zu 3. Sanktionierung von zweifelsfrei nachgewiesenen falschen Vorgabezeiten, Betriebsschließungen gehen wohl stark über das Ziel hinaus.

Zu 4. Hier greift der § 22 StVO, ausgebildete Berufskraftfahrer dürften hier wohl für eine entsprechende Verbesserung sorgen, siehe Pkt. 2.

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