Jugend verliert Interesse am Auto

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Alter Stubentiger
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 23. Apr 2018, 17:46

frems hat geschrieben:(23 Apr 2018, 16:52)

Ich wohne nicht in der Innenstadt. [Moderation] Man kann aber auch citynah wohnen, wenn man nur ein einfaches Einkommen von evtl 2500-3000 Euro netto (bzw. als Paar mit größerer Wohnung das Doppelte) hat. Und ich hab doch gar kein Problem damit, wenn die Leute etwas Miete sparen wollen und das eingesparte Geld dann in ihre Karre stecken. Ist natürlich schade, wenn sie dann an einem langweiligen Ort sind, wo sie nicht leben wollen, während Familie, Freunde und Arbeit alle in einem anderen Ort sind. Aber wir reden ja gar nicht davon, wer sich was leisten kann oder wer was besitzt. Man kann auch ein Auto haben und lieber autofrei leben wollen (wie die Geringverdiener, die ins Umland ziehen, wo die Anbindung so schlecht ist wie das kulturelle Angebot und Leben), aber es eben de facto haben müssen. Genau so kann sich jemand ein Auto sehnlichst wünschen, aber die finanziellen Mittel nicht haben. [Moderation]

Es geht nicht ums "Miete sparen wollen" sondern keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Junge Menschen haben oft auch nicht dass Einkommen um citynah und mit guter ÖPNV-Anbindung zu wohnen. Da ist es dann wirklich sinnvoller Auto zu fahren und etwas außerhalb zu wohnen. Es ist schon so daß Jugendliche die aufs Auto verzichten wollen Studenten sind die nahe der Uni unterkommen oder Kinder aus gutem Hause die dass ideologisch betrachten aber sich diese Sichtweise auch leisten können. Der Verzicht aufs Auto als Statussymbol dass man dann gerne vor sich herträgt.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Senexx » Mo 23. Apr 2018, 20:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:31)
Ich verstehe auch nicht, warum diese Diskussion ums Auto so verbissen und verbiestert geführt wird,

Das liegt am Sendungsbewusstsein und dem Missionierungsdrang der Autogegner.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon BingoBurner » Mo 23. Apr 2018, 20:24

frems hat geschrieben:(20 Apr 2018, 14:02)

Im Vergleich zu 2010 ist der Wunsch nach einem Kfz stark gesunken. Ebenso die Bereitschaft, für einen Pkw auf andere Dinge zu verzichten. Dies betrifft vor allem junge Talente, die scharenweise in die deutschen Großstädte ziehen. Quelle: http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-04/a ... and-studie

Findet Ihr diesen Trend verwunderlich und habt es in Eurem Umfeld auch festgestellt? Und glaubt Ihr, dass es so weitergehen wird, eher stagniert oder gar eine Renaissance des einstigen Statussymbols eintreten wird?


Jupp....kann ich bestätigen......

Auto.....Statussymbol........who cares....

Alternativen ?

E-Bike........sehr gut wenn die Infrastruktur stimmt
E-Auto.....the same..., + Status.....+ völlig unabhänig vom Wetter......

Kurz um......der Schlampenschlepper hat ausgedient........

Ich will von A nach B........egal wie ?........nö sondern so das das ich nicht den Planeten Erde verballere.........
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Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

BASTIANNNN ......... https://www.youtube.com/watch?v=n3D33s5GB4A
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Teeernte » Mo 23. Apr 2018, 20:34

frems hat geschrieben:(23 Apr 2018, 08:28)

Die Jugendarbeitslosigkeit ist heute in Deutschland nicht höher als vor 10 oder 15 Jahren. Zudem geht's nicht um Erklärungsversuche, warum der Bestand heute vermeintlich niedriger sei. Dazu wurden gar keine Zahlen verlinkt. Folglich ist es auch möglich, dass das Interesse am Fetisch sinkt, aber gleichzeitig die Zahl steigt, weil man es aus räumlichen Gründen benötigt. Qualitative und quantitative Methoden der Statistik sind noch immer nicht so Dein Fall, oder? Ist doch heute Standard, spätesten ab Klasse 11, wenn Stochastik an die Tafel kommt.


Das VERTRAUEN in den Staat sinkt. "MANN" kauft SUV - (Damit man auch fahren kann - wenn was "dazwischen" kommt..) und keinen Sportwagen (geplättete Strasse) mehr.


Du kannst Den Teil 2 - mit SPAM nicht lassen ?

Da hate `n Knochen. >> Knochen. (Sag Deinem Pfleger - der möge Dir den Knochen rüberschieben....und sabber nicht ! ) immer dieser Ärger mit alten Leuten.


Statistik ?

Obwohl die Zahl der Autodiebstähle nahezu unverändert bleibt, erreicht der finanzielle Schaden 2016 ein neues Hoch von fast 300 Millionen Euro. Damit steigt der Schadenaufwand zwischen 2006 und 2016 um knapp 100 Millionen Euro.


Autos sind in den letzten 10 Jahren 33% teuerer geworden.
Zuletzt geändert von Teeernte am Mo 23. Apr 2018, 21:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Teeernte » Mo 23. Apr 2018, 20:37

BingoBurner hat geschrieben:(23 Apr 2018, 21:24)

Jupp....kann ich bestätigen......

Auto.....Statussymbol........who cares....

Alternativen ?

E-Bike........sehr gut wenn die Infrastruktur stimmt
E-Auto.....the same..., + Status.....+ völlig unabhänig vom Wetter......

Kurz um......der Schlampenschlepper hat ausgedient........

Ich will von A nach B........egal wie ?........nö sondern so das das ich nicht den Planeten Erde verballere.........


Ab wann geht DIR die Schlampe auf den ZEIGER ?

Ein Kind.... das will nachts um 2 zum Arzt. oder Früh in die Krippe....nun die Schlampe bringt Dirs bei.


Oder wirds ein Allein-verzogenes ? Schlampe über Bord samts Kind ?

Stadtkind ? ....die Schlampe will NATUR. Holz Sandkasten Dorfluft für das Upgrade.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Apr 2018, 21:50

Die Teilnehmer BingoBurner und Teeernte seien an gepflegte Wortwahl erinnert, ansonsten muss der eiserne Besen geschwungen werden.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon frems » Di 24. Apr 2018, 09:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Apr 2018, 17:31)

Eben. Bei dir klingt das nur sehr oft so, als wären das die absolut letzten Vollidioten, die auf dem Land leben (müssen). Ich verstehe auch nicht, warum diese Diskussion ums Auto so verbissen und verbiestert geführt wird, D ist doch ein freies Land, da soll doch jeder nach seiner Facon glücklich werden dürfen.

Es hat auch keine Person gesagt, man dürfe nicht nach seiner Facon glücklich werden. Das sind die Gespenster, die ein paar Aktivisten halt pausenlos sehen. Meist geht das in der Tat mit wenig Hirn einher, aber das hat nichts mit Dorf und Stadt zu tun.
Labskaus!

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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon frems » Di 24. Apr 2018, 09:16

Alter Stubentiger hat geschrieben:(23 Apr 2018, 18:46)

Es geht nicht ums "Miete sparen wollen" sondern keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Junge Menschen haben oft auch nicht dass Einkommen um citynah und mit guter ÖPNV-Anbindung zu wohnen. Da ist es dann wirklich sinnvoller Auto zu fahren und etwas außerhalb zu wohnen. Es ist schon so daß Jugendliche die aufs Auto verzichten wollen Studenten sind die nahe der Uni unterkommen oder Kinder aus gutem Hause die dass ideologisch betrachten aber sich diese Sichtweise auch leisten können. Der Verzicht aufs Auto als Statussymbol dass man dann gerne vor sich herträgt.

Aha, Berufseinsteiger können sich also zentrales Wohnen nicht leisten, aber Studenten schon. Wo ziehen erstere denn bevorzugt hin? Prenzlauer Berg oder Eberswalde? Kann natürlich sein, dass sich das Bild in einigen Jahrzehnten wieder umdreht. In den 80ern und 90ern waren viele Metropolen noch geprägt von der Frage, was man abreißt. Heute hat man Wachstumsschmerzen und schaut eher, wo man noch eine Schule errichten kann, während in der Peripherie die letzte Grundschule schließt.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon schokoschendrezki » Di 24. Apr 2018, 10:01

Brainiac hat geschrieben:(23 Apr 2018, 16:37)

Das endet 2011 und gibt die Situation in einer Großstadt wieder. Ich hatte weiter oben schon darauf hingewiesen, dass der PKW-Bestand 2017 vs. 2010 insgesamt laut den Daten des Kraftfahr-Bundesamtes bei den bis-24-jährigen eben nicht abgenommen hat. Vielleicht gab es aus irgendwelchen Gründen eine Trendumkehr, oder die Zulassungen (deine Statistik) korrellieren nicht ausreichend mit dem Bestand, oder Stuttgart (und wahrscheinlich auch Großstädte insgesamt) ist zu wenig repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Die eingangs referenzierte Studie, die auch mit 2010 vergleicht, postuliert, dass die "Bedeutung" des PKW-Besitzes für "die junge Generation" abgenommen hätte. Hier die Pressemitteilung: http://auto-institut.de/index_htm_files/Pressemitteilung_Mobilitaet_Junge%20Generation.pdf

Da somit diese Umfrage als repräsentativ angenommen wird, muss sich die Aussage auch an quantitativen Daten messen lassen. Da würde man zumindest erwarten, dass etwas, was weniger wichtig geworden ist, statistisch gesehen auch weniger besessen wird, dem ist aber zumindest vs. 2010 nicht so. Das Automobil ist also anscheinend subjektiv weniger wichtig, aber grundsätzlich benötigt wird es trotzdem nicht weniger, vielleicht einfach nur weniger intensiv genutzt.

Die von mir zitierte Schrift geht ausführlich auf die ganzen Schwierigkeiten bei der korrekten Interpretation statistischer Daten ein ... Klar. Sie endet 2011 und ist insofern nicht aktuell. Und ich hatte ja auch schon selbst geschrieben und bestätigt, dass tatsächlich sowohl die relative PKW-Dichte als auch der absolute PKW-Bestand in Deutschland weiter anwächst. Was aber die verwiesene Grafik (bis 2011 jedenfalls) zeigt: Dass man diese reinen Bestandszahlen nicht unabhängig von den demographischen Entwicklungen betrachten sollte. Was der Threadtitel vermuten lässt: "Jugend verliert Interesse an Auto" ist offensichtlich nicht nur eine irgendwie "gefühlte Wahrnehmung" sondern lässt sich eben auch an harten Zahlenfakten dingfest machen. Die Lebenswerwartung steigt, Rentner sind tendenziell gesünder und nach wie vor ziemlich wohlhabend und somit geht auch der Autobestand natürlich nicht zurück. Die soziokulturelle Wertschätzung des Objekts "Auto" ist aber dennoch aktuell einem gravierenden Wandel ausgesetzt. Nich so sehr aus technologischen oder gar ökologischen Gründen sondern einfach in der Form des Besitzertums. Es wird offensichtlich, dass man nicht unbedingt ein eigenes Auto besitzen muss, um frei und beweglich zu sein.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 24. Apr 2018, 10:41

frems hat geschrieben:(24 Apr 2018, 10:16)

Aha, Berufseinsteiger können sich also zentrales Wohnen nicht leisten, aber Studenten schon. Wo ziehen erstere denn bevorzugt hin? Prenzlauer Berg oder Eberswalde? Kann natürlich sein, dass sich das Bild in einigen Jahrzehnten wieder umdreht. In den 80ern und 90ern waren viele Metropolen noch geprägt von der Frage, was man abreißt. Heute hat man Wachstumsschmerzen und schaut eher, wo man noch eine Schule errichten kann, während in der Peripherie die letzte Grundschule schließt.


Berufseinsteiger nach dem Maschinenbau-Studium können sich das Wohnen im Zentrum eventuell leisten, alle anderen eher weniger. Ein Polizist in München ganz sicher nicht.
[Moderation]
Zuletzt geändert von Tom Bombadil am Di 24. Apr 2018, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Misterfritz » Di 24. Apr 2018, 11:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Apr 2018, 11:01) Es wird offensichtlich, dass man nicht unbedingt ein eigenes Auto besitzen muss, um frei und beweglich zu sein.
Es reicht ja, wenn Papa oder Mama ein Auto erübrigen können ;)
Wenn ich mir hier in der Gegend ansehe, wie viele Fahrschulen es gibt, wie viele Fahrschulen täglich auf den Strassen unterwegs sind, dann muss der FS einen sehr hohen Stellenwert haben.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Tom Bombadil » Di 24. Apr 2018, 12:08

Ich denke, man muss zwischen Großstädten mit toll ausgebautem ÖPNV und kleineren Städten mit weniger optimalem ÖPNV unterscheiden. In letzteren sind die Menschen eher auf einen FS udn ein Auto angewiesen, besonders wenn sie denn aus der Peripherie dieser Städte kommen, wo der Bus nur alle Stunde in die Stadt fährt und die nächste Haltestelle 2km von Haus/Wohnung entfernt ist.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon frems » Di 24. Apr 2018, 12:15

Misterfritz hat geschrieben:(24 Apr 2018, 12:53)

Es reicht ja, wenn Papa oder Mama ein Auto erübrigen können ;)
Wenn ich mir hier in der Gegend ansehe, wie viele Fahrschulen es gibt, wie viele Fahrschulen täglich auf den Strassen unterwegs sind, dann muss der FS einen sehr hohen Stellenwert haben.

Braucht man ja auch (noch), wenn man in Städten hin und wieder Carsharing nutzen will, sich im Sommerurlaub einen Mietwagen bucht oder beruflich auf einen Dienstwagen angewiesen ist. Davon abgesehen schrumpfen die Fahrschulen seit 20 Jahren, was nicht nur an demographischen Gründen liegt:

Bevölkerungsrückgang, Verstädterung, bald auch noch das autonome Fahren: Gleich mehrere Trends machen Fahrschulen das Leben schwer. Ein Mann aus Gera plant den Strukturwandel – für die gesamte Zunft. [...]

Für den Trend gibt es drei Gründe: im Osten die Abwanderung, in Gesamtdeutschland der Geburtenrückgang. Kinder die heute nicht geboren werden, machen 17 Jahre später keinen Führerschein. Die dritte Ursache hat ausgerechnet Rainer Zeltwanger, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen (BDFU), am eigenen Leib zu spüren bekommen. [..]

Aber Zeltwanger hat auch einen Sohn, dem er einen Führerschein schenkte. Der junge Mann ließ das Präsent lieber liegen. „Ich hab ein Abo für die Bahn, hat er gesagt. Ein neues Handy ist dem wichtiger als der Führerschein“, schnaubt der Vater. „Neulich waren wir unterwegs. Ich hab gesagt, Luca fahr mal, wir machen eine Fahrstunde draus. Aber der Junge wusste nicht mal, in welchem Modell wir saßen. Es interessiert ihn einfach nicht.“

Der Fall ist keine Ausnahme. Die Menschen wollen mobil sein, aber dafür nicht mehr unbedingt ein Auto steuern können oder gar eines besitzen. In Japan mit seinen vielen Ballungsräumen gibt es für das Phänomen, das seit Anfang der 90er-Jahre beobachtet wird, einen sogar eigenen Begriff: „Kuruma Banare“, das heißt so viel wie „Demotorisierung“. „In Japan haben Autos unseren sozialen Status repräsentiert, sie waren Ausdruck einer westlichen Lebensweise. Aber jungen Menschen fehlt diese Denkweise inzwischen völlig“, sagt der Autoexperte und Dozent an der Universität von Kyoto, Ryuichi Kitamura. Zu all dem kommen nun die fahrerlosen Autos, an der die Industrie fieberhaft arbeitet. Per App herbeirufen, einsteigen, chauffiert werden, ausloggen – fertig. Bald ist es so weit.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... droht.html
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Alana4 » Di 24. Apr 2018, 12:45

Misterfritz hat geschrieben:(24 Apr 2018, 12:53)

Es reicht ja, wenn Papa oder Mama ein Auto erübrigen können ;)
Wenn ich mir hier in der Gegend ansehe, wie viele Fahrschulen es gibt, wie viele Fahrschulen täglich auf den Strassen unterwegs sind, dann muss der FS einen sehr hohen Stellenwert haben.


richtig!
Habe 3 Söhne, die konnten es kaum erwarten, mit 17(18) so schnell wie möglich den FS zu machen. Und ja, fand ich auch richtig und wichtig und wir Eltern haben es unterstützt.

Und ja, das Zweitauto der Eltern wurde versicherungstechnisch angepasst und die Jungs sind happy, dieses großzügige Angebot von uns nutzen zu dürfen.

Wann die sich ein eigenes Auto leisten werden, ob sie das überhaupt tun, darüber werden sie ebenso nachdenken wie ich vor xx Jahren: brauche ich ein Auto? Und wenn ja, welches Auto für welchen Zweck? Kann ich mir ein Auto leisten? Und wenn ja, welches?
Dass es "weniger Stellenwert" haben soll als "früher" ? Nö, kann ich nicht so sehen. Und diese Macker-Baby-Bengels, die sich nur mit der richtigen Karre als Mann fühlen (und es ohne wahrscheinlich auch nicht sind), gab es "früher" und gibt es heute.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon Brainiac » Di 24. Apr 2018, 13:02

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Apr 2018, 11:01)
Was aber die verwiesene Grafik (bis 2011 jedenfalls) zeigt: Dass man diese reinen Bestandszahlen nicht unabhängig von den demographischen Entwicklungen betrachten sollte. Was der Threadtitel vermuten lässt: "Jugend verliert Interesse an Auto" ist offensichtlich nicht nur eine irgendwie "gefühlte Wahrnehmung" sondern lässt sich eben auch an harten Zahlenfakten dingfest machen.

Aber an welchen denn nun? Die genannte Grafik, nochmal, beschreibt die Situation in einem Ballungsraum. Und wie ich bereits schrieb, besitzt "die Jugend" in Deutschland insgesamt heute nicht weniger PKWs als 2010. (Dabei hat sie demographisch sogar leicht abgenommen, aber lassen wir dieses Detail, macht nicht viel aus.)

Hieße die Aussage "Großstädtische Jugend verliert Interesse am Auto", ich würde sie sofort unterschreiben, auch aufgrund deiner Grafik (auch wenn sie nur bis 2011 reicht).
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon garfield336 » Di 24. Apr 2018, 13:17

frems hat geschrieben:(20 Apr 2018, 15:13)

Naja, theoretisch braucht auch ein Bauer kein Auto, wenn zwei Busse am Tag fahren. Fährt man aber 60 Minuten statt 10, kann man es niemandem verdenken, wenn er mit dem Auto fährt, von dem er dann abhängig und somit unfrei iist.



Warum ist man unfrei :?:
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon frems » Di 24. Apr 2018, 21:29

garfield336 hat geschrieben:(24 Apr 2018, 14:17)

Warum ist man unfrei :?:

Ist man nicht. Aber wenn aus Gründen Differenzierung nicht mehr möglich ist, hilft es -- nicht immer, aber häufig --, mit der exakten Gegenpositionen einen Spiegel vorzuhalten.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon jorikke » Mi 25. Apr 2018, 06:55

frems hat geschrieben:(24 Apr 2018, 22:29)

Ist man nicht. Aber wenn aus Gründen Differenzierung nicht mehr möglich ist, hilft es -- nicht immer, aber häufig --, mit der exakten Gegenpositionen einen Spiegel vorzuhalten.


Man macht sich also durch Besitz unfrei.
Dann hoffe ich nur, dass dir die Unfreiheit ein eigenes Lokus zu besitzen nicht die Lebensfreude nimmt, in den Wald zu kacken.
...ist natürlich genau so ein Quatsch, nur wegen der Augenhöhe des Diskussionsniveaus.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon frems » Mi 25. Apr 2018, 08:20

jorikke hat geschrieben:(25 Apr 2018, 07:55)
Man macht sich also durch Besitz unfrei.

Kann vorkommen.

Dann hoffe ich nur, dass dir die Unfreiheit ein eigenes Lokus zu besitzen nicht die Lebensfreude nimmt, in den Wald zu kacken.
...ist natürlich genau so ein Quatsch, nur wegen der Augenhöhe des Diskussionsniveaus.

Ist zumindest schon mal ein besseres Niveau als die vorigen Beiträge von Dir. So langsam wird's.
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Re: Jugend verliert Interesse am Auto

Beitragvon JJazzGold » Mi 25. Apr 2018, 08:27

frems hat geschrieben:(20 Apr 2018, 15:13)

Naja, theoretisch braucht auch ein Bauer kein Auto, wenn zwei Busse am Tag fahren.


Einer morgens und einer abends und nach der Erledigung genießt der Bauer dazwischen das kulturelle Angebot, weil er daheim nichts zu tun hat und sich der Kälbertransport auch ohne Auto mit Anhänger, mittels Strick und mehrtägiger Wanderung durch die Landschaft erledigen lässt.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt

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