Radarfallen und Radarwarngeräte

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Aldemarin
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Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Aldemarin » Fr 1. Sep 2017, 16:39

Dienen die Radarfallen wirklich nur dazu, Raser zu bestrafen oder sind sie nicht doch auch dazu da, den Geldbeutel von Städten aufzubessern? Für letzteres spricht das man Geräte, die vor derartigen Einrichtungen warnen, verbietet. Warum? Wenn die Leute wissen, daß ihre Geschwindigkeit überwacht wird, dann hält man sich auch an das Tempolimit, was ja auch der eigentliche Sinn dieser Maßnahmen ist. Warum sind Blitzsäulen meist in dunklen Farben gehalten? Damit man sie nachts nicht bemerkt!
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frems
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon frems » Fr 1. Sep 2017, 16:42

Aldemarin hat geschrieben:(01 Sep 2017, 17:39)
Dienen die Radarfallen wirklich nur dazu, Raser zu bestrafen oder sind sie nicht doch auch dazu da, den Geldbeutel von Städten aufzubessern?

Weder noch. Sie sollen Unfälle verhindern. Versteht aber natürlich nicht jeder Autofahrer.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Aldemarin » Fr 1. Sep 2017, 17:01

Gut! Aber warum sind dann Radarwarner verboten? Wenn Autofahrer wissen, daß gemessen wird, fahren sie auch nicht zu schnell! Außerdem kann man auch sehr oft die Radarfalle auch ohne Warner bemerken und der Warner schlägt auch nicht immer an.

Im Übrigen: sind nicht manche Geschwindigkeitsbeschränkungen sehr niedrig angesetzt? Muß zum Beispiel auf einer autobahnartigen Schnellstraße permanent ein Tempolimit von 80 km/h gelten?
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon frems » Fr 1. Sep 2017, 18:23

Aldemarin hat geschrieben:(01 Sep 2017, 18:01)

Gut! Aber warum sind dann Radarwarner verboten? Wenn Autofahrer wissen, daß gemessen wird, fahren sie auch nicht zu schnell! Außerdem kann man auch sehr oft die Radarfalle auch ohne Warner bemerken und der Warner schlägt auch nicht immer an.

Radarwarner sind nicht verboten. Was verboten ist, ist die Nutzung (z.B. des Smartphones) während der Fahrt (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/verb ... 89130.html). Ansonsten würde sich jeder Radiosender, der über einen Blitzer informiert, strafbar machen. Selbiges für den jährlichen Blitzermarathon, wo sogar vorweg über die Standorte informiert wird -- und trotzdem zig Leute geblitzt werden. Es ist auch ein Unterschied, ob ein Blitzer stationär oder mobil ist; oder ob die Polizei mit Laserpistolen misst.

Wenn einem das zu kompliziert ist, gibt es ein ganz einfaches Mittel: sich ans geltende Tempolimit halten.

Oder anders: der zweitbeste Blitzer ist jener, der gar nicht ausgelöst wird. Der beste Blitzer ist hingegen der, den man gar nicht erst aufstellen muss.
Im Übrigen: sind nicht manche Geschwindigkeitsbeschränkungen sehr niedrig angesetzt? Muß zum Beispiel auf einer autobahnartigen Schnellstraße permanent ein Tempolimit von 80 km/h gelten?

Das entscheiden die Verkehrsdirektionen der Polizeien. Zu niedrig sind die Beschränkungen aber sicherlich nicht. Außerorts ist Geschwindigkeit mit 43% die Hauptunfallursache. Es folgen (16%) Überholmanöver, andere Fehler des Fahrers (10%), Rauschmittel (10%) und genommene Vorfahrten (9%). Technische Mängel sind es zu 1%. Das heißt: wir haben hundsmiserable Fahrer in Deutschland, die ihre Fahrfähigkeiten völlig falsch einschätzen. Im "Autoland" Deutschland braucht man noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss, um einen Führerschein erwerben zu dürfen. Wegen solchen Leuten braucht man leider Blitzer und das nicht zu wenig.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon jack000 » Fr 1. Sep 2017, 18:46

frems hat geschrieben:(01 Sep 2017, 19:23)Das heißt: wir haben hundsmiserable Fahrer in Deutschland, die ihre Fahrfähigkeiten völlig falsch einschätzen.

Ist ja auch klar, die Fahrprüfung besteht ja nur aus einer harmlosen Autofahrt bei der es darum geht das man ein jedes Schild gesehen hat. Was ganz klar fehlt ist ein Fahrsicherheitstraining, denn sobald eine gefährliche Situation eintritt weiß die Masse der Autofahrer nicht was zu tun ist.

Im "Autoland" Deutschland braucht man noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss, um einen Führerschein erwerben zu dürfen. Wegen solchen Leuten braucht man leider Blitzer und das nicht zu wenig.

Der Schulabschluss ist da nicht so entscheidend, denn solange man die Intelligenz hat den die theoretische Prüfung zu bestehen reicht es geistig zumindest aus. Die Frage die sich stellt ist, ob die charakterliche Eignung vorliegt.

Hohe Geschwindigkeit pauschal als Unfallursache darzustellen halte ich für nicht der Realität entsprechend, denn nur ein Krümel der Unfälle passieren auf Autobahnen an Abschnitten ohne Tempolimit. Unfälle passieren dann wenn einer Verkehrssituation zu schnell gefahren wird als es die Situation hergibt.

Was Raserei betrifft, so muss man sich auch mal die Hintergründe genauer anschauen anstatt pauschal zu verurteilen:
Zur Raser-Szene gehören vor allem Hartz-IV-Empfänger

https://www.welt.de/vermischtes/article ... enger.html
=> Da stellen sich die Fragen nach "Wie konnten solche Leute einen Führerschein erlangen?" und "Wie können die sich überhaupt solche Autos leisten?"
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon frems » Fr 1. Sep 2017, 18:53

jack000 hat geschrieben:(01 Sep 2017, 19:46)
Der Schulabschluss ist da nicht so entscheidend, denn solange man die Intelligenz hat den die theoretische Prüfung zu bestehen reicht es geistig zumindest aus. Die Frage die sich stellt ist, ob die charakterliche Eignung vorliegt.

Ja eben. Für einen Hauptschulabschluss reicht es nicht, aber für die Fahrschule. Da weiß ja jeder, wie hoch die Anforderungen sind. Beziehungsweise niedrig.

Hohe Geschwindigkeit pauschal als Unfallursache darzustellen halte ich für nicht der Realität entsprechend, denn nur ein Krümel der Unfälle passieren auf Autobahnen an Abschnitten ohne Tempolimit. Unfälle passieren dann wenn einer Verkehrssituation zu schnell gefahren wird als es die Situation hergibt.

Darum ging es nicht jack. Es ging um Blitzer und angeblich zu niedrige Tempolimits. Wer auf einer Tempo-80-Strecke meint, er könne doch alles besser einschätzen und folglich 120 fahren, woraufhin es ihn am nächsten Baum zerlegt, der starb halt durch überhöhte Geschwindigkeit. Und keine Unfallursache ist ansatzweise so stark ausgeprägt. Wer sich mit 300 auf einer Autobahn ohne Tempolimit zerlegt, ist halt ein anderes Thema.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 1. Sep 2017, 19:16

Worin liegt das Problem, sich an geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten?
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Cat with a whip » Fr 1. Sep 2017, 19:20

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(01 Sep 2017, 20:16)

Worin liegt das Problem, sich an geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten?


So wie ich den Threadersteller verstehe liegt der Sinn darin dass die Leute absichtlich zu schnell fahren damit der Staat bei ihnen über die Radarfallen abkassieren kann. ;)
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon jack000 » Fr 1. Sep 2017, 19:26

frems hat geschrieben:(01 Sep 2017, 19:53)

Ja eben. Für einen Hauptschulabschluss reicht es nicht, aber für die Fahrschule. Da weiß ja jeder, wie hoch die Anforderungen sind. Beziehungsweise niedrig.

Wir sind uns da einig ...

Darum ging es nicht jack. Es ging um Blitzer und angeblich zu niedrige Tempolimits. Wer auf einer Tempo-80-Strecke meint, er könne doch alles besser einschätzen und folglich 120 fahren, woraufhin es ihn am nächsten Baum zerlegt, der starb halt durch überhöhte Geschwindigkeit.

Auch hier sind wir uns einig!

Und keine Unfallursache ist ansatzweise so stark ausgeprägt.

Das sollte differenziert bewertert werden. Wenn ein LKW auf einen anderen auffährt (Weil der im Stau stand) dann war der auch zu schnell und nicht zu unaufmerksam.

Wer sich mit 300 auf einer Autobahn ohne Tempolimit zerlegt, ist halt ein anderes Thema.

Das sowieso ...
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 1. Sep 2017, 19:53

Aldemarin hat geschrieben:(01 Sep 2017, 18:01)

Gut! Aber warum sind dann Radarwarner verboten? Wenn Autofahrer wissen, daß gemessen wird, fahren sie auch nicht zu schnell! Außerdem kann man auch sehr oft die Radarfalle auch ohne Warner bemerken und der Warner schlägt auch nicht immer an.

Im Übrigen: sind nicht manche Geschwindigkeitsbeschränkungen sehr niedrig angesetzt? Muß zum Beispiel auf einer autobahnartigen Schnellstraße permanent ein Tempolimit von 80 km/h gelten?

Ja. Der Schwager vom Baustadtrat hat da seinen Garten.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 1. Sep 2017, 22:41

Nur gut, dass Schumi den Realschulabschluss gepackt hat, was wäre sonst aus ihm geworden...
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Aldemarin » Sa 2. Sep 2017, 05:43

Trotzdem stellt sich die Frage: muß auf einer autobahnartig ausgebauten Straße rund um die Uhr 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit gelten, wobei man auf einer zweispurigen Landstraße oft mit 100 km/h fahren darf? Muß man unbedingt das Tempolimit auf Ortsdurchfahrten von 50 km/h auf 30 km/h reduzieren?

Im Übrigen wurden einige stationäre Radarfallen schon nach kurzer Zeit komplett erneuert: auf der alten B14 in Böblingen wurden 2003 stationäre Radarfallen installiert, welche kürzlich durch Säulenblitzer ersetzt wurden. In Bebenhausen wurde ein erst 2008 installierter Blitzer letztes Jahr durch einen Säulenblitzer ersetzt. Warum? Weil man bei Säulenblitzern die Daten viel rationeller auswerten kann und auch kein Schnellfahrer mehr ungeschoren davon kommt, weil der Film war. Außerdem entfällt der Aufwand für den Filmwechsel und Zerstörung des Blitzers würde auch nichts bringen, weil die Daten schon zur Behörde übermittelt wurden.

Was spräche dagegen Tempomaten in Autos einzubauen, die den entsprechenden Höchstgeschwindigkeitswert durch Kontaktschleifen erhalten? Dann gibt es kein Überschreiten von Höchstgeschwindigkeiten mehr! Ziel erreicht?
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 2. Sep 2017, 07:32

Hallo Aldemarin,

der Aufschrei über soviel "Freiheitsentzug" und "Gängelung" wäre sicher noch auf dem Mond hörbar - ganz sicher in Berlin... :p

Die Idee warum jemand sich einen PKW der locker das x-fachen an Geschwindigkeit in rekordverdächtiger Weise beschleunigt, NICHT mehr kauft, wäre da sofort sichtbar. Das muss u.a.U. vermieden werden. Einmal ganz davon abgesehen, per GPS und nur wenigen Funkbarken ließe sich jedes moderne KFZ problemlos dazu "überreden" - wo immer "notwendig" würde niemand mehr als die vorgeschriebene Geschwindigkeit fahren können.

Im Zuge der Veränderungen welche das "autonome Fahren" zwangsläufig mitbringt (gerade in "hochpreisigen Boliden" findet sich derlei Elektronik in zunehmendem Maß und "schwappt" rüber in die Mittelklasse) - Fahrzeuge "sprechen" nicht nur untereinander, mit Ampeln und allem was Verkehrsleitsysteme schon heute so könnten - wenn man sie den ließe. Drastische Strafen wer da manipuliert (Beschlagnahmung des Fahrzeugs z.B.) würde die derzeit üblichen Blitzer nicht total obsolet machen, aber als Einnahmequelle für Kommune und Blitzerhersteller, wären sie dann weitgehend unbrauchbar. :dead:

Klar sind solche Geräte längst (Radarfallen Das Milliardengeschäft mit den Tempo-Blitzern (2012)) reale "Geldautomaten" für alle die daran beteiligt sind. :thumbup:

Doch auch da gibt es "Gegenbewegungen" : Quelle : FAZ (05.08.2017)"Das Rundum-sorglos-Blitzen hat ein Ende" :?:
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 2. Sep 2017, 10:08

Aldemarin hat geschrieben:(02 Sep 2017, 06:43)

Trotzdem stellt sich die Frage: muß auf einer autobahnartig ausgebauten Straße rund um die Uhr 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit gelten...

Es gibt sicherlich Tempolimits, die unnötig sind, aber die meisten Beschränkungen haben schon ihren Sinn.

Was spräche dagegen Tempomaten in Autos einzubauen, die den entsprechenden Höchstgeschwindigkeitswert durch Kontaktschleifen erhalten? Dann gibt es kein Überschreiten von Höchstgeschwindigkeiten mehr! Ziel erreicht?

Wollen die Autokäufer sowas denn? Ich persönlich hätte nichts dagegen, gerade in grossen, luxuriösen Autos bekommt man die Geschwindigkeit, die man gerade fährt, kaum noch mit. Gar nicht so einfach, ohne Tempomat aber mit 300 PS brav 50 zu fahren.

30 km/h für Ein- und Ausfallsstraßen in einen Ort halte ich aber auch für Unsinn, 50 mit grüner Welle ist da imho ein guter Kompromiss. Im Rest des Ortes kann ruhig 30 km/h gelten.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 2. Sep 2017, 15:13

Aldemarin hat geschrieben:(02 Sep 2017, 06:43)
Was spräche dagegen Tempomaten in Autos einzubauen, die den entsprechenden Höchstgeschwindigkeitswert durch Kontaktschleifen erhalten?

Wenn du unbedingt VW und Opel ruinieren willst zugunsten asiatischer Hersteller, viel Spaß
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon frems » Sa 2. Sep 2017, 16:17

Aldemarin hat geschrieben:(02 Sep 2017, 06:43)
Trotzdem stellt sich die Frage: muß auf einer autobahnartig ausgebauten Straße rund um die Uhr 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit gelten, wobei man auf einer zweispurigen Landstraße oft mit 100 km/h fahren darf? Muß man unbedingt das Tempolimit auf Ortsdurchfahrten von 50 km/h auf 30 km/h reduzieren?

Will man weniger Unfälle und Lärm, dann "muss" man es. Man kann sich aber natürlich auch mehr wünschen.

Im Übrigen wurden einige stationäre Radarfallen schon nach kurzer Zeit komplett erneuert: auf der alten B14 in Böblingen wurden 2003 stationäre Radarfallen installiert, welche kürzlich durch Säulenblitzer ersetzt wurden. In Bebenhausen wurde ein erst 2008 installierter Blitzer letztes Jahr durch einen Säulenblitzer ersetzt. Warum? Weil man bei Säulenblitzern die Daten viel rationeller auswerten kann und auch kein Schnellfahrer mehr ungeschoren davon kommt, weil der Film war. Außerdem entfällt der Aufwand für den Filmwechsel und Zerstörung des Blitzers würde auch nichts bringen, weil die Daten schon zur Behörde übermittelt wurden.

14 Jahre klingen für einen Blitzer nun nicht nach einer "kurzen Zeit". Soll das ein Argument sein, komplett auf Blitzer zu verzichten? Du sagst ja selbst, dass die modernen Geräte einige Vorteile haben und sich amortisieren.

Was spräche dagegen Tempomaten in Autos einzubauen, die den entsprechenden Höchstgeschwindigkeitswert durch Kontaktschleifen erhalten? Dann gibt es kein Überschreiten von Höchstgeschwindigkeiten mehr! Ziel erreicht?

Wurde schon in den 90ern diskutiert. Damit gewinnt man keine Mehrheiten in Ländern mit niedrigen Anforderungen an Führerscheininhabern.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 2. Sep 2017, 16:25

frems hat geschrieben:(02 Sep 2017, 17:17)

Will man weniger Unfälle und Lärm, dann "muss" man es. Man kann sich aber natürlich auch mehr wünschen.

Ich würde lieber 20 km/h schneller fahren als 0,00002 Verkehrstote zu vermeiden. Für Tempo 70 auf Hauptstraßen - und zeitgemäßen Ausbau der Sicherheitseinrichtungen.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon frems » Sa 2. Sep 2017, 16:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(02 Sep 2017, 17:25)

Ich würde lieber 20 km/h schneller fahren als 0,00002 Verkehrstote zu vermeiden. Für Tempo 70 auf Hauptstraßen - und zeitgemäßen Ausbau der Sicherheitseinrichtungen.

Wieso nicht gleich zurück zur guten, alten Zeit?

Die Post an den Bundesverkehrsminister ist starker Tobak. Mütter klagen den Tod ihrer Kinder an, die beim Spielen von Autos überfahren wurden. Andere schreiben vom „Massenmord auf Deutschlands Straßen“. Mitte der 50er-Jahre herrscht in der jungen Bundesrepublik freie Fahrt für freie Bürger – es gibt keine Tempolimits. Erst am 1. September 1957 schob ein Bundesgesetz einen ersten Riegel vor. In Ortschaften gilt seitdem Tempo 50. [...]

Ende 1952 hebt der Bundestag ein „Nazi-Gesetz“ von 1939 auf. Es beschränkte das Tempo in Ortschaften auf 40 Stundenkilometer, sonst überall auf 80. Die Idee wurde nun als Benzinsparen im Krieg gewertet. Alle Besatzungsmächte – einzige Ausnahme die Franzosen – hatten 1945 aber auch auf Geschwindigkeitsgrenzen gesetzt. In der DDR wurden sie nie aufgehoben.

Für die Bundesrepublik lesen sich die Statistiken der Jahre ohne Limit heute gruselig. Zwischen 1950 und 1953 verdoppelte sich die Zahl der Fahrzeuge auf fast fünf Millionen – und die Zahl der Verkehrstoten stieg von rund 7000 auf mehr als 12.000, darunter viele Kinder. Das war ein Spitzenwert in Europa. Deutsche Autolobbyisten kommentierten die Zahl damals mit dem Satz: „Der Fortschritt der Zivilisation kostet auch Opfer.“ [...]

Auch wenn Stuttgart bereits nach zwei Monaten Erfahrung mit Tempo 50 feststellte, dass nur noch halb so viele Menschen auf seinen Straßen ums Leben kamen – das Sterben außerhalb von Stadt und Dorf ging weiter. 1970 gab es in Westdeutschland rund 17 Millionen Fahrzeuge und fast 20.000 Verkehrstote. Erst 1972 kam als Großversuch das 100-Limit für Landstraßen, zwei Jahre später die Richtgeschwindigkeit 130 auf Autobahnen. Es siegte nicht allein die Vernunft, auch die Ölkrise spielte eine Rolle.

https://www.welt.de/geschichte/article1 ... waren.html
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 2. Sep 2017, 16:48

frems hat geschrieben:(02 Sep 2017, 17:29)

Wieso nicht gleich zurück zur guten, alten Zeit?

Das wäre unangemessen. Man muss einfach sehen, dass Autos heute nicht nur viel zahlreicher als in deiner Jugend sind, sondern auch viel sicherer. Außer für Fußgänger, aber die haben auf einer Schnellstraße auch nichts verloren. Der Gurt war lange Zeit optional, die Dreipunktvariante lange Zeit vor allem hinten unüblich. Airbags vorn, zur Seite und wer weiß noch wo sind so sehr Standard wie Bremsassistenten, Bremsautomaten, Verkehrszeichenerkennung und wer in einem modernen Auto Geisterfahrer macht, muss sich schon Mühe geben. Das Auto wird immer besser. Seit 1990 hat sich die Zahl der Personenschäden durch Unfälle etwa halbiert, zwischen 1970 und 1990 hat sich die Anzahl der Unfalltoten mehr als halbiert - obwohl immer mehr Autos fahren und demnächst sogar ohne Fahrer. Was für die Autobahn gilt, gilt mit anderen Faktoren auch für Landstraßen, innerorts und im Parkhaus. Indessen stimmt es, dass die Physik allem Fortschritt Grenzen setzt und selbst modernste Technik Bremswege nicht über einen bestimmten Punkt verkürzen kann bei gegebener Geschwindigkeit. Unfälle, auch Personenschäden und Todesfolgen sind unausweichlich. Das sollten wir nicht nur negativ sehen. Es gilt, dass weniger Geschwindigkeit weniger Tod bringt. Die Geschwindigkeit, bei der überhaupt keine Toten mehr möglich sind, ist aber uninteressant. Es gilt also hart abzuwägen, wieviel Tod akzeptabel ist und wieviel Geschwindigkeit sinnvoll.

Der Vorgabe folgt auch die Ausstattung des Fahrweges. Fahrwege und Sicherheitseinrichtungen werden nicht für Tempo 200 dimensioniert, wenn nur Tempo 20 erlaubt sein soll. Für ein geregeltes Rettungswesen gibt es also nur dann zügige Fahrwege, wenn - mit Abstrichen - auch für die Allgemeinheit höhere Geschwindigkeiten eingeplant sind, denn nur dann rechnet sich das. Deshalb ist das Dorf von Haus aus rettungsmäßig benachteiligt.

Folglich retten angemessen erhöhte zulässige Höchstgeschwindigkeiten auf lange Sicht Leben. Nur nicht die, die zusätzlich totgefahren werden. Aber irgendwas ist ja immer.
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Re: Radarfallen und Radarwarngeräte

Beitragvon Kritikaster » Sa 2. Sep 2017, 16:57

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(01 Sep 2017, 20:16)

Worin liegt das Problem, sich an geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten?

Gute Frage!

Würden solche Radarwarngeräte zugelassen, wären unsere Straßen erheblich unsicherer. Es gibt ja heute schon genügend Raser, die meinen, dass Gesetze und Vorschriften nicht für sie gelten. Solche "Helden der Straße" bremsen gerne vor ihnen bekannten stationären Blitzanlagen auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit ab, nur um anschließend wieder Gas zu geben.

Um wieviel "sicherer" würden unsere Straßen wohl, wenn jetzt auch noch das Risiko, durch mobile Geschwindigkeitskontrollen erwischt zu werden, für jeden Hans und jede Franziska wegfiele?
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)

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