Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

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Aldemarin
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Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Aldemarin » Fr 11. Aug 2017, 19:06

Was spricht gegen die Idee, um die e-Mobilität in Deutschland zu fördern, Autoreisezüge mit Ladestationen an Bord einzuführen?
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Ebiker
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Ebiker » Fr 11. Aug 2017, 19:23

ich bekomm noch nicht mal nen Pedelecakku im Zug geladen, wie soll das dann bei 100 PKW funktionieren? Und warum soll das überhaupt notwendig sein ?
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon jack000 » Fr 11. Aug 2017, 19:53

Ebiker hat geschrieben:(11 Aug 2017, 20:23)
ich bekomm noch nicht mal nen Pedelecakku im Zug geladen, wie soll das dann bei 100 PKW funktionieren?

In Zügen gibt es vorgesehene Plätze für Fahrräder und Züge (Egal ob mit Diesel oder Elektroantrieb) haben eine elektrische Stromversorgung.
=> Somit dürfte es nicht schwer sein eine elektrische Stromversorgung zu installieren (z.B. ein jeder ICE hat ja auch eine elektrische Stromversorgung am Platz)

Und warum soll das überhaupt notwendig sein ?

Natürlich bringt sowas nichts bei z.B. S-Bahnen im Nahverkehr da die Reise zu kurz ist um ein sinnvolles aufladen zu ermöglichen. Aber bei längeren Reisen (und das ist bei Autozügen der Fall) macht es Sinn wenn man am Reiseziel mit einem aufgeladenen Auto weiter fahren kann. Ebenso bei längeren Reisen mit dem E-Bike.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Anderus » Fr 11. Aug 2017, 19:56

Aldemarin hat geschrieben:(11 Aug 2017, 20:06)

Was spricht gegen die Idee, um die e-Mobilität in Deutschland zu fördern, Autoreisezüge mit Ladestationen an Bord einzuführen?


Gar nichts. Genau so, könnte man dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen. Man sollte aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, als es schonmal Autoreisezüge gab. Insbesondere, sollten Elektroautos, nicht länger sein, wie Züge breit sein dürfen, damit man sie seitwärts entladen kann. Dann bedürfte es noch Schienestränge entlang den Autobahnen und, Windkraft und Solaranlagen an den ganzen Strecken. Und schon wären alle Probleme gelöst. In der Zeit, wo die Schienenstränge gebaut werden, sollte man Oberleitungsbusse von 40 Meter Länge einsetzen. Das bischen Strom, was man zum laden und heizen des Autos braucht, könnte man leicht aus der Oberleitung holen.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Ebiker » Fr 11. Aug 2017, 20:08

jack000 hat geschrieben:(11 Aug 2017, 20:53)

In Zügen gibt es vorgesehene Plätze für Fahrräder und Züge (Egal ob mit Diesel oder Elektroantrieb) haben eine elektrische Stromversorgung.
=> Somit dürfte es nicht schwer sein eine elektrische Stromversorgung zu installieren (z.B. ein jeder ICE hat ja auch eine elektrische Stromversorgung am Platz)


Dann mach dich mal kundig mit wieviel Watt so ne Steckdose belastet werden darf. Das langt für Laptop und Handy, evtl. für ein schwachbrüstiges Pedelecladegerät. Dann dauert das laden halt ein paar Stunden. Wie lange soll der Zug im Kreis fahren bis die Autos alle voll sind ?
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon H2O » Fr 11. Aug 2017, 20:09

Aldemarin hat geschrieben:(11 Aug 2017, 20:06)

Was spricht gegen die Idee, um die e-Mobilität in Deutschland zu fördern, Autoreisezüge mit Ladestationen an Bord einzuführen?


Dagegen spricht meine Erfahrung mit dieser Dienstleistung der DB. Zweimal in Richtung Narbonne und einmal nach Neapel.

Natürlich wurde dieses Angebot stark beworben, und für einen "Nichtkenner" klang das alles auch sehr überzeugend: Keine nervenzehrende Zeit im Stau auf überlasteten Autobahnen, eingesparte Hotelübernachtungen. Man bucht ein Abteil und fährt über Nacht dem Ziel schlafend entgegen. Die Kosten sind nicht gering, aber erträglich, wenn man die Reisezeit, Kraftstoffverbrauch und Hotelübernachtungen daneben hält. Das Konzept ist also ganz wunderbar.

Aber das Angebot wurde immer geringer... entweder, weil die Leistung weniger nachgefragt wurde, oder sie weniger angeboten wurde; und seit einigen Jahren findet man sie nicht nicht mehr im Programm der DB.

Dem an sich ganz vernünftigen Konzept standen ganz erhebliche Unzulänglichkeiten gegenüber.

Die unangenehmste war schon der Verladevorgang. Das Verladen wurde zunächst in etlichen Großstädten (Hamburg,. Bremen, Hannover) angeboten. Dann verschwanden Bremen und Hannover aus dem Angebot zugunsten von Hildesheim und Hamburg. Was das in Nordwestdeutschland bedeutet, das lehrt ein Blick auf die Landkarte. Der verehrten Kundschaft wurden regelrechte Anreisen zugemutet.

Der Verladebahnhof und der Einsteigebereich in die Passagierwagons waren durch einige hundert Meter unebenen Laufweg getrennt. Auch nicht lustig, wenn man Waschzeug und Schlafanzüge und Kinder dahin lotsen mußte.

Über den Zustand der Abteile konnte ich mich nicht beschweren; das war in Ordnung. Aber das mit warmen Worten angepriesene Abendessen im Speisewagen scheiterte an zu wenig und dazu auch noch ungeschultem Personal und einem lächerlichen Angebot. Gut, daraus lernt man; und beim nächsten Mal hat man einen "Freßkorb" für die Familie dabei. Den trägt man dann auch noch neben dem Waschzeug und den Schlafanzügen.

Die Fahrt war dann ganz wunderbar... verging größtenteils im Schlaf. Und ein Frühstückspaket gab es morgens auch noch rechtzeitig vor der Ankunft am Ziel. Sehr schön!

Am Ziel wiederholte sich der Verladevorgang mit dem ausgedehnten Anmarsch zu den Autos auf den Pritschenwagen. Ja, ein Bus stand da auch... nur niemand, der die Fahrgäste einwies. Am Ende dieses unerfreulichen Abschnitts: Man war am Ziel, oder doch schon nahe am Zielort. Prima!

So weit also von Norddeutschland nach Narbonne in Südfrankreich.

Der Reisezug von Norddeutschland nach Neapel waren zwei Reisezüge. Halt in München mit Übernachtung, weil kein Anschlußzug eingesetzt wurde. Verladen und marschieren also dort doppelt, und natürlich Hotelkosten... immerhin konnte man mit dem Auto außerhalb Münchens ein bezahlbares Hotel finden.

Tja, und dann die Ankunft in Neapel auf den Campi Flegrei mitten in dieser chaotischen Großstadt. Eine Bahnhofsruine und nur die Ahnung, daß am Ende eines langen Ganges und zwei Treppen höher die Pritschenwagen mit den Autos sein könnten. War auch so! Diese Stadt zu verlassen in der gewünschten Richtung... das war eine Prüfung! Aber dazu konnte die DB nichts.

Es geschah, was immer einmal passieren kann: Eine lebensbedrohliche Erkrankung im fernen Norddeutschland, und Mutter wird dort dringend gebraucht. Also Abbruch des Urlaubs und Rückreise. Ging nicht, keine Umbuchung oder Reserve in akuter Not möglich... für Geld nicht und auch nicht für gute Worte. Also einen Heimflug für Muttern gebucht... das ging nämlich... und den restlichen Urlaub ohne Mutter mit Kindern und Haustier "genossen".

Meine Lehre aus diesen Erfahrungen: Lange Urlaubsreisen nur noch mit dem Flugzeug planen und vor Ort einen Leihwagen mieten. Mit Kindern und Haustier vielleicht etwas aufwendig; aber man kann die Preise nebeneinander halten: Zeitersparnis... und man gönnt sich ja sonst nix. Haustier klappt meist auch ganz gut, wenn man das vorher anmeldet und plant.

Ich habe das hier nur aufgeschrieben, um zu zeigen, daß auch ein ganz gutes Konzept durch eine ziemlich dumme Organisation zu Schanden gehen kann. Wird ja auch nicht mehr angeboten. Ich kann nach meinen Erfahrungen nicht sagen, daß ich diesen Mangel ernsthaft bedauere. Und: Warum sollte der Autoreisezug mit Elektroauto seinen Nutzern diese Mängel nicht auch aufbürden?
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon jack000 » Fr 11. Aug 2017, 20:32

Ebiker hat geschrieben:(11 Aug 2017, 21:08)

Dann mach dich mal kundig mit wieviel Watt so ne Steckdose belastet werden darf. Das langt für Laptop und Handy, evtl. für ein schwachbrüstiges Pedelecladegerät.

Ich habe Elektroniker gelernt, daher kenne ich mich ein bisschen mit sowas aus. Entscheidend ist die Energie die an Bord generell vorhanden ist. Ein Zug, der die zu ladenden Autos/E-Bikes laden soll kann ein vielfaches der Energie über die Leitungen abgreifen, daher ist es die Frage der Verteilung im Zug.
Das man da Steckdosen für Laptop & CO geringer versorgt als die für E-Bikes und Autos ist klar.


Dann dauert das laden halt ein paar Stunden. Wie lange soll der Zug im Kreis fahren bis die Autos alle voll sind ?

Wie gesagt kann man auch höhere Leistungen auf Steckdosen für E-Bikes und E-Autos realisieren und schrieb ich von "Natürlich bringt sowas nichts bei z.B. S-Bahnen im Nahverkehr da die Reise zu kurz ist um ein sinnvolles aufladen zu ermöglichen. Aber bei längeren Reisen (und das ist bei Autozügen der Fall) macht es Sinn wenn man am Reiseziel mit einem aufgeladenen Auto weiter fahren kann."
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon odiug » Fr 11. Aug 2017, 20:40

Ebiker hat geschrieben:(11 Aug 2017, 21:08)

Dann mach dich mal kundig mit wieviel Watt so ne Steckdose belastet werden darf. Das langt für Laptop und Handy, evtl. für ein schwachbrüstiges Pedelecladegerät. Dann dauert das laden halt ein paar Stunden. Wie lange soll der Zug im Kreis fahren bis die Autos alle voll sind ?

Dir ist schon klar, daß ein ICE an einem Starkstromkabel hängt ?
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Quatschki » Fr 11. Aug 2017, 20:46

odiug hat geschrieben:(11 Aug 2017, 21:40)

Dir ist schon klar, daß ein ICE an einem Starkstromkabel hängt ?

Bahnstrom. Nicht Starkstrom
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Ebiker » Fr 11. Aug 2017, 20:52

odiug hat geschrieben:(11 Aug 2017, 21:40)

Dir ist schon klar, daß ein ICE an einem Starkstromkabel hängt ?


Dir ist schon klar das dieLadeleistung pro Auto min 3,7kw, max 22 kw beträgt ?
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Maikel » Sa 12. Aug 2017, 07:40

Von den realen Erfahrungen mit Autoreisezügen hat H20 schon ausführlich geschrieben.

Unabhängig davon wäre man mit Autoreisezügen noch unflexibler, da fahrplanabhängig, als eh schon mit einem E-Auto.

Schon bei Einführung des Smart gab es entsprechende Pläne; Smart für die Kurzstrecken, auf Langstrecken benutzt man Autoreisezüge; in die könnte ein Smart, ob der Kürze, tatsächlich quer einfahren.
Geworden ist aus diesen Ideen nichts.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon H2O » Sa 12. Aug 2017, 08:24

Maikel hat geschrieben:(12 Aug 2017, 08:40)

Von den realen Erfahrungen mit Autoreisezügen hat H20 schon ausführlich geschrieben.

Unabhängig davon wäre man mit Autoreisezügen noch unflexibler, da fahrplanabhängig, als eh schon mit einem E-Auto.

Schon bei Einführung des Smart gab es entsprechende Pläne; Smart für die Kurzstrecken, auf Langstrecken benutzt man Autoreisezüge; in die könnte ein Smart, ob der Kürze, tatsächlich quer einfahren.
Geworden ist aus diesen Ideen nichts.


Eine Anmerkung noch zu Konzepten der Autobauer und zu den Erwartungen der Kunden: Ich vermute, daß Daimler (oder etliche leitende Mitarbeiter dort) vor Jahren die Entwicklung des Smart als zukunftsweisend angesehen haben. Ein Hinweis ist der Gedanke, damit quer auf einen Pritschenwagen der Bahn fahren zun können. Lange Strecken läßt man sich fahren, und die letzten 100 km fährt man selbst. Klingt doch irgendwie logisch und vernünftig. Und was kauft der Kunde? Die Dickschiffe von SUV für den Stadtverkehr zum Bäcker oder zum Kindergarten oder als Pendlerfahrzeug, das Blechungetüm besetzt mit 1 Person auf 1,5 t Eisen...

Kleinfahrzeuge für die "armen Leute", nicht etwa für die Vernünftigen. Für die gibt es SUV, wegen der höheren Sicherheit, versteht sich.

Auch eine kleine Geschichte, wie ein ganz sinnvolles Verkehrskonzept, hier nun durch die Unvernunft der Käufer, zu Schanden wird.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Ebiker » Sa 12. Aug 2017, 08:37

Der Smart war als Cityfahrzeug gedacht, für weitere Strecken sollte der Kunde dann ein größeres Fahrzeug ausleihen können. Hat sich nicht durchgesetzt. Genau wie das Sandwichprinzip bei der A- Klasse. Ideal geeignet für ein Akkuschnellwechselsystem. Wollte der Kunde nicht, er will überhaupt keine E- Autos. Also wird er jetzt gezwungen.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 12. Aug 2017, 08:40

Ebiker hat geschrieben:(12 Aug 2017, 09:37)

Also wird er jetzt gezwungen.

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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Flaschengeist » Sa 12. Aug 2017, 09:19

Aldemarin hat geschrieben:(11 Aug 2017, 20:06)

Was spricht gegen die Idee, um die e-Mobilität in Deutschland zu fördern, Autoreisezüge mit Ladestationen an Bord einzuführen?



Wozu? Es gibt ja auch keine Autoreisezüge z.B. für Dieselfahrzeuge.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon H2O » Sa 12. Aug 2017, 13:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Aug 2017, 09:40)

Die Deutschen müssen doch das Weltklima retten! "Wir schaffen das!"


Irgendwie schon!
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Anderus » Sa 12. Aug 2017, 13:17

Ebiker hat geschrieben:(11 Aug 2017, 21:52)

Dir ist schon klar das dieLadeleistung pro Auto min 3,7kw, max 22 kw beträgt ?


1. Man kann so eine Batterie, mit jeder Wattzahl aufladen. Man muss nur die 220 Volt einhalten. Dauert dann aber entsprechend länger, was aber bei einer Fahrt von Hamburg bis Rimini, keinerlei Bedeutung hat.

2. Wenn ein entsprechendes Netz von Autoreisezügen gebaut oder eingerichtet ist, braucht kein Auto mit leerer Batterie, bis zum Bahnhof zu fahren. Da kann es sein, das nach kurzer Ladedauer die Batterie wieder voll ist.

3. 3,7 Kw, sind völlig überzogen. Bei einer Absicherung von 16 Ampere und 220 Volt, fliegt jede Sicherung bei spätestens 3.520 Watt, raus. Wahrscheinlich würde der FI, noch früher rausfliegen.

4. Ich persönlich gehe davon aus, ohne das ich es weis, das die normalen Aufladeströme, bei 1.000 bis 2.000 Watt liegen dürften. Wenn wirklich der Minimalstrom bei 3.520 Watt liegen sollte, könnte man kein Auto aufladen, was nicht eine Sicherung für eine (pro) Steckdose hat. Schon das zusätzliche Einschalten einer 60 Wattbirne würde die Sicherung auslösen.

5. Die üblichen Steckerkunststoffe, sind für eine Dauerbelastung von 3.500 Watt, nicht ausgelegt. Schon nach wenigen Monaten müsste der Stecker ausgewechselt werden, weil ein Pol, verschmort wäre.

6. Die normalen Drehstromstecker im Haushalt, sind mit dreimal 16 Ampere abgesichert. Das heißt, das man bei Drehstrom, gerade mal mit 10,5 Kw (dreimal 3,5 Kw) aufladen kann.

7. Die einzigen Leitungen, die im Haushalt höher abgesichert sind, sind die Leitungen für einen Durchlauferhitzer. Die sind dann mit dreimal 32 Ampere abgesichert. Sind aber kaum dafür geeignet, stundenlang benutzt zu werden. Mir ist jedenfalls keine Garage bekannt, wo eine Leitung liegt und die eine Steckdose hat, wo man mit 21 Kw aufladen kann.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Ebiker » Sa 12. Aug 2017, 13:48

Anderus hat geschrieben:(12 Aug 2017, 14:17)

1. Man kann so eine Batterie, mit jeder Wattzahl aufladen. Man muss nur die 220 Volt einhalten. Dauert dann aber entsprechend länger, was aber bei einer Fahrt von Hamburg bis Rimini, keinerlei Bedeutung hat.

2. Wenn ein entsprechendes Netz von Autoreisezügen gebaut oder eingerichtet ist, braucht kein Auto mit leerer Batterie, bis zum Bahnhof zu fahren. Da kann es sein, das nach kurzer Ladedauer die Batterie wieder voll ist.

3. 3,7 Kw, sind völlig überzogen. Bei einer Absicherung von 16 Ampere und 220 Volt, fliegt jede Sicherung bei spätestens 3.520 Watt, raus. Wahrscheinlich würde der FI, noch früher rausfliegen.

4. Ich persönlich gehe davon aus, ohne das ich es weis, das die normalen Aufladeströme, bei 1.000 bis 2.000 Watt liegen dürften. Wenn wirklich der Minimalstrom bei 3.520 Watt liegen sollte, könnte man kein Auto aufladen, was nicht eine Sicherung für eine (pro) Steckdose hat. Schon das zusätzliche Einschalten einer 60 Wattbirne würde die Sicherung auslösen.

5. Die üblichen Steckerkunststoffe, sind für eine Dauerbelastung von 3.500 Watt, nicht ausgelegt. Schon nach wenigen Monaten müsste der Stecker ausgewechselt werden, weil ein Pol, verschmort wäre.

6. Die normalen Drehstromstecker im Haushalt, sind mit dreimal 16 Ampere abgesichert. Das heißt, das man bei Drehstrom, gerade mal mit 10,5 Kw (dreimal 3,5 Kw) aufladen kann.

7. Die einzigen Leitungen, die im Haushalt höher abgesichert sind, sind die Leitungen für einen Durchlauferhitzer. Die sind dann mit dreimal 32 Ampere abgesichert. Sind aber kaum dafür geeignet, stundenlang benutzt zu werden. Mir ist jedenfalls keine Garage bekannt, wo eine Leitung liegt und die eine Steckdose hat, wo man mit 21 Kw aufladen kann.


Und jetzt denk mal über das von dir geschriebene nach unddann kommst evtl. drauf welche gigantischen Anstrengungen notwendig sind um das E- Autu halbwegs konkurenzfähig zum Verbrenner zu machen. Da ist nicht Rimini das Thema, mit Elektro wirds schon schwierig non stop an Nord oder Ostsee zu kommen
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Anderus » Sa 12. Aug 2017, 14:59

H2O hat geschrieben:(11 Aug 2017, 21:09)
Dagegen spricht meine Erfahrung mit dieser Dienstleistung der DB. Zweimal in Richtung Narbonne und einmal nach Neapel.

Ohne deine Erfahrung in Zweifel zu ziehen? Glaubst Du wirklich, das es sinnvoll wäre, diese Erfahrung mit den heutigen Möglichkeiten zu vergleichen?

Natürlich wurde dieses Angebot stark beworben, und für einen "Nichtkenner" klang das alles auch sehr überzeugend: Keine nervenzehrende Zeit im Stau auf überlasteten Autobahnen, eingesparte Hotelübernachtungen. Man bucht ein Abteil und fährt über Nacht dem Ziel schlafend entgegen. Die Kosten sind nicht gering, aber erträglich, wenn man die Reisezeit, Kraftstoffverbrauch und Hotelübernachtungen daneben hält. Das Konzept ist also ganz wunderbar.

Stimmt. Ich hatte mich auch mal, 2001, dazu entschlossen, mit dem Autoreisezug, von München bis nach Rimini zu fahren.

Aber das Angebot wurde immer geringer... entweder, weil die Leistung weniger nachgefragt wurde, oder sie weniger angeboten wurde; und seit einigen Jahren findet man sie nicht nicht mehr im Programm der DB.

Verständlich. Es gab einige Bedenken. Erstens, war es unrentabel, solche Massen, bis zu einer Tonne Gewicht (und mehr) pro Fahrzeug, zu transportieren, zumal die Kosten für den Personentransport noch dazu kamen. Daneben, hatte man Sicherheitsbedenken, wegen den Liegewagen. Es kam immer wieder vor, das Menschen, von oben herunterfielen und sich verletzten. Aus diesem Grunde, hat man neben den Reisezügen, auch die Liegewagen abgeschafft.

Dem an sich ganz vernünftigen Konzept standen ganz erhebliche Unzulänglichkeiten gegenüber. Die unangenehmste war schon der Verladevorgang.

Ja, das entspricht auch meinen Erfahrungen. Es verlangte schon etwas Mut ab, über diese Fahrhilfen auf den Wagon zu fahren, insbesondere zum oberen Stockwerk. Deshalb war auch immer ein Verladehelfer anwesend, der allzu Ängstlichen die Fahrt abnahm.

Aus diesem Grund, habe ich auch vorgeschlagen, das man solche E-Autos, grundsätzlich nicht länger als 3 Meter bauen soll, damit man sie quer verladen kann. Dann können pro Etage und Wagon, 8 Autos gleichzeitig verladen werden.

Das Verladen wurde zunächst in etlichen Großstädten (Hamburg,. Bremen, Hannover) angeboten. Dann verschwanden Bremen und Hannover aus dem Angebot zugunsten von Hildesheim und Hamburg. Was das in Nordwestdeutschland bedeutet, das lehrt ein Blick auf die Landkarte. Der verehrten Kundschaft wurden regelrechte Anreisen zugemutet.

Nun ja, das lässt sich ja wohl am leichtesten ändern. Dann müssen eben an jeder Großstadt, solche Verladebahnhöfe eingerichtet werden.

Der Verladebahnhof und der Einsteigebereich in die Passagierwagons waren durch einige hundert Meter unebenen Laufweg getrennt. Auch nicht lustig, wenn man Waschzeug und Schlafanzüge und Kinder dahin lotsen mußte.

Ja, daran kann ich mich auch noch erinnern. Da die Wagongs von hinten beladen wurden, war man gezwungen, den gesamten Weg, bis zu den Personenwagongs, zu latschen. Dies könnte man aber auch ganz leicht ändern, wenn man quer verladen würde. Dann könnte man abwechselnd, Personenwagons mit Transportwagons, kombinieren, und die Wege wären kurz.

Über den Zustand der Abteile konnte ich mich nicht beschweren; das war in Ordnung.

Nun ja, wir hatten Pech. Von München bis weit hinter Mailand, funktionierte die Klimaanlage nicht. Erst als die Lock, hinten entfernt wurde, und eine anderere Lock vorne angekoppelt war, funktionierte die Klimaanlage wieder. Ich persönlich, konnte nur auf den unteren und zur Fahrtrichtung hinzeigenden mittleren Liegen schlafen. Ansonsten konnte ich nicht einschlafen, weil ich Angst hatte, das ich beim Bremsen aus dem Bett falle.
Aber das mit warmen Worten angepriesene Abendessen im Speisewagen scheiterte an zu wenig und dazu auch noch ungeschultem Personal und einem lächerlichen Angebot.

Abendessen gab es bei uns nicht.

Gut, daraus lernt man; und beim nächsten Mal hat man einen "Freßkorb" für die Familie dabei. Den trägt man dann auch noch neben dem Waschzeug und den Schlafanzügen.

Waschzeug war bei uns nicht nötig. Der Waschabteil, war morgens so sehr überlaufen, das man keine Chance hatte. Und schlafen tue ich grundsätzlich in Unterhose und T-Shirt, was ich tagsüber auch trage.

Die Fahrt war dann ganz wunderbar... verging größtenteils im Schlaf.

Nun ja, wir hatten weniger Glück. Mit kaputter Klimaanlage, und Durchzug am Fenster, musste man schon ganz schön müde sein, um Schlafen zu können. Vielleicht, hatte ich 4 Stunden geschlafen.

Und ein Frühstückspaket gab es morgens auch noch rechtzeitig vor der Ankunft am Ziel. Sehr schön!

Ja, das Frühstück war wohl das Beste an der Fahrt. Sehe ich auch so. Es kam allerdings so spät, das wir keine Zeit mehr hatten, uns zu waschen.

Am Ziel wiederholte sich der Verladevorgang mit dem ausgedehnten Anmarsch zu den Autos auf den Pritschenwagen.

Stimmt. Die Atmosphäre wurde aber aufgelockert, weil ein Italiener mehrmals laut rief "Avanti, Avanti", was alle zum Lachen brachte. Mir persönlich, fiel es leicht, vom Zug herunter zu fahren. Ich hatte ja schon Übung durch das Verladen.

Tja, und dann die Ankunft in Neapel auf den Campi Flegrei mitten in dieser chaotischen Großstadt. Eine Bahnhofsruine und nur die Ahnung, daß am Ende eines langen Ganges und zwei Treppen höher die Pritschenwagen mit den Autos sein könnten. War auch so! Diese Stadt zu verlassen in der gewünschten Richtung... das war eine Prüfung! Aber dazu konnte die DB nichts.

In Rimini war das besser. Ich hab die Sache ganz angenehm in Erinnerung. Auch die Rückfahrt, lief so gut, das ich mich gar nicht mehr daran erinnern kann. Wir konnten sogar stundenlang den Strand von Rimini genießen.

Meine Lehre aus diesen Erfahrungen: Lange Urlaubsreisen nur noch mit dem Flugzeug planen und vor Ort einen Leihwagen mieten.


Ja, hatten wir 1993 gemacht. Hat alles bestens geklappt. War auch nicht viel teurer als mit dem Reisezug. Allerdings, ging es damals von Düsseldorf nach Malorca. Bei mir persönlich, quietscht aber da, die moralische Seite. Ich bin einmal im Leben mit dem Flugzeug geflogen, und diese Erfahrung reicht mir. Ich halte es für falsch, überhaupt Reisen mit dem Flugzeug zu machen, wenn es auch zumutbar anders geht. Insbesondere finde ich es unverantwortlich, soviel Dreck in die Stratosphäre zu blasen.
Ich habe das hier nur aufgeschrieben, um zu zeigen, daß auch ein ganz gutes Konzept durch eine ziemlich dumme Organisation zu Schanden gehen kann.

Kein Problem. Sehr informativ zum Thema. Ja, man konnte damals unmittelbar erkennen, wenn eine Sache, jahrzehntelang, von Beamten betrieben wird. Man hätte schon nach dem Krieg, diese Autoreisezüge, besser Privatleuten überantwortet. Nun ja, es ist allerdings immer noch ein Unterschied, ob man Stinkerautos transportiert, oder ob man E-Autos transportiert, die ohne solche Autoreisezüge, nur bedingt, (insbesondere im Winter, wo viel Energie für die Heizung verschwendet werden muss,) für lange Strecken eingesetzt werden können.

Wird ja auch nicht mehr angeboten.

Könnte man ja modernisiert wieder reaktivieren und anbieten.

Ich kann nach meinen Erfahrungen nicht sagen, daß ich diesen Mangel ernsthaft bedauere.

Und wenn ein Konzept entwickelt würde, was den modernsten Ansprüchen gerecht würde?

Und: Warum sollte der Autoreisezug mit Elektroauto seinen Nutzern diese Mängel nicht auch aufbürden?

Was hast Du denn für Mängel genannt?

Das Problem mit dem Verladen.

Hatte ich ja oben geschrieben, könnte man beheben, wenn man quer verladen würde.

Das Problem mit den langen Fußwegen.

Hatte ich auch geschrieben. Man könnte Personenteil, vom Transporteil, abwechselnd anbringen.

Das Problem mit dem Essen.

Man könnte in jedem Abteil Kühlschränke anbringen, so das nur noch Getränke (heiße) und Brötchen (Brot) verteilt werden müssten.

Waschräume.

Es ist noch keiner gestorben oder krank geworden, wenn er sich 24 Stunden, ausschließlich nur die Hände waschen konnte.

Schlafwagen.

Man könnte ähnlich wie in den Cab-Hotels, Liegestellen einrichten, wo Unfälle weitestgehend ausgeschlossen sind.

Bahnhöfe.

Müssten flächendeckend eingerichtet werden, damit niemand weiter als 50 Kilometer fahren muss.

Aufladen der Batterie.

Könnte man schon vor der Abfahrt, außerhalb des Zuges, mit beginnen. Sobald man im Bahnhof ankommt, könnte man aufladen. Während der Fahrt, könnte man zum Beispiel einen Ladevorgang "rundum in Perioden", einrichten, damit jedes Fahrzeug optimal, auch während der Fahrt, aufgeladen werden könnte. Im Winter, könnte man den Ladevorgang, mit dem Aufheizen des Innenraums kombinieren.

Wartezeiten.


Könnte man dadurch angenehmer machen, indem man die Bahnhöfe, vernünftig gestaltet. Wie in großen Bahnhöfen heute schon üblich, könnte man ganze Einkaufszentren (wie z.B. in Berlin), einrichten. Man könnte ein Kino anbieten, Sauna, Schwimmbad, Ruhesaal zum Lesen, .... . Und, man könnte eine App einrichten und anbieten, wo der Reisende seine Wünsche eingeben kann, und dann lückenlos, insbesondere durch Weckrufe, betreut würde.
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Re: Einführung von Autoreisezügen für Elektroautos

Beitragvon Anderus » Sa 12. Aug 2017, 15:06

Ebiker hat geschrieben:(12 Aug 2017, 14:48)

Und jetzt denk mal über das von dir geschriebene nach unddann kommst evtl. drauf welche gigantischen Anstrengungen notwendig sind um das E- Autu halbwegs konkurenzfähig zum Verbrenner zu machen. Da ist nicht Rimini das Thema, mit Elektro wirds schon schwierig non stop an Nord oder Ostsee zu kommen


Vielleicht liest Du dir mal meinen folgenden Beitrag durch? Dann können wir ja weiter diskutieren?

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