Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Mär 2018, 06:56

frems hat geschrieben:(13 Mar 2018, 16:37)

Die Bevorteilung des Autoverkehrs hat historische und wirtschaftliche Ursachen. Die "autogerechte Stadt" (im Gegensatz zur menschengerechten) ist zwar nicht mehr Leitbild, aber noch immer stark prägend vorhanden.


Gib mir doch bitte einen Überblick darüber, wo und wie Autofahrer gegenüber Fahrradfahrern bevorteilt werden.
Subjektiv sieht es für mich aktuell nämlich genau anders herum aus.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 14. Mär 2018, 08:57

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 06:56)

Gib mir doch bitte einen Überblick darüber, wo und wie Autofahrer gegenüber Fahrradfahrern bevorteilt werden.
Subjektiv sieht es für mich aktuell nämlich genau anders herum aus.

Autofahrer können erheblich schneller fahren als Radler. Das muss man ausgleichen, indem man die Straße weitgehend so herrichtet, dass schneller Verkehr unmöglich wird. Die Radler mitten auf die Straße zu packen, ist eine Variante. Auch beliebt ist der Abbau von sanierungsreifen Brücken und Tunneln zugunsten Zebrastreifen oder Ampeln.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Mär 2018, 09:54

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Mar 2018, 08:57)

Autofahrer können erheblich schneller fahren als Radler. Das muss man ausgleichen, indem man die Straße weitgehend so herrichtet, dass schneller Verkehr unmöglich wird. Die Radler mitten auf die Straße zu packen, ist eine Variante. Auch beliebt ist der Abbau von sanierungsreifen Brücken und Tunneln zugunsten Zebrastreifen oder Ampeln.


Es macht natürlich absolut Sinn, die Vorteile einer Technologie zu Gunsten der "Benachteiligten" zu negieren. Das hatte ich gar nicht bedacht. Ich bin auch dafür, dass Fahrradwege zugunsten von Fußgängerwegen verschmälert werden, da diese ja den Fahrradfahrern weit unterlegen sind. Das muss ausgeglichen werden! Auch Fußgänger sollten überall gehen dürfen! Wo kämen wir denn hin, wenn Autos und LKW schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren dürften?!
Generell macht es sicher auch Sinn, wenn die Bösen Fußgänger endlich an die benachteiligten Rollstuhlfahrer angeglichen werden. Es sollten alle Fußwege zu Gunsten von Rollstuhl-Fahrstreifen verschmälert werden! [sarkasmus off]

Aber im Ernst: wo zieht man da die Grenze?
Ich bin der Meinung, dass man Technologien nicht "nach unten" anpassen, sondern die Vorteile fördern sollte.
Im konkreten Fall wäre das (wie es auch schon geschieht): Fahrradfahrer können "direktere" Routen als Autofahrer (z.B. durch Parks) nutzen, Autos können (und sollten) auch schneller fahren können als Fußgänger, und E-Mobile sollten bei Parkplätzen (insbesondere an Ladestellen) bevorzugt behandelt werden.
Ich bin nach wie Vor der Meinung, dass bei einem gemeinsamen Verkehrsraum alle(!), die die gleichen Rechte einfordern, auch die gleichen Pflichten auferlegt bekommen sollten.
--> Wenn Radfahrer bedingungslos auf die Straße wollen: Gleiche Pflichten wie alle anderen Fahrzeuge dort. :)
--> Wenn Fußgänger auf der Straße spazieren gehen wollen: gerne, so lange sie die entsprechenden Pflichten erfüllen. :)

Was mir momentan so tierisch auf den Zeiger geht ist die "Nehmer-Mentalität" einiger Gruppen aktuell - frei nach dem Motto "Ich soll was für mein Privileg tun?! Nein! *aufstampf* Gib mir!"
Ich habe absolut nichts gegen Radfahrer und/oder Fußgänger (bin ich ja selber oft genug) - aber wer gleiche Rechte fordert sollte sich nicht nur die Rosinen raus picken können. Gleiches Recht für alle.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon frems » Mi 14. Mär 2018, 09:55

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 06:56)

Gib mir doch bitte einen Überblick darüber, wo und wie Autofahrer gegenüber Fahrradfahrern bevorteilt werden.
Subjektiv sieht es für mich aktuell nämlich genau anders herum aus.

Objektive Faktoren wie Flächen, LSA-Schaltungen, Subventionen, Haushaltsausgaben etc wirst du auch nicht akzeptieren wollen, wenn du den Vorrang des MIV schon trotz Überblick ignorierst und verwirrt eine Gleichsetzung forderst, so als wenn es identisch sei, ob ein Autofahrer oder ein Fußgänger über Rot fährt bzw geht. Gib doch bitte den Führerschein ab bevor es Verletzte gibt. Unzurechnungsfähige Leute sind immer eine Gefahr
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 14. Mär 2018, 10:04

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 09:54)

Im konkreten Fall wäre das (wie es auch schon geschieht): Fahrradfahrer können "direktere" Routen als Autofahrer (z.B. durch Parks) nutze

Parks dienen vorwiegend der Erholung. Sie zur Armstrong-Autobahn zu verkrüppeln, ist nicht zielführend.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Mär 2018, 10:47

frems hat geschrieben:(14 Mar 2018, 09:55)

Objektive Faktoren wie Flächen, LSA-Schaltungen, Subventionen, Haushaltsausgaben etc wirst du auch nicht akzeptieren wollen


Brauchen Fahrradfahrer denn keine Haushaltsausgaben oder Flächen für ihre Fahrbahnen?
Wird das Fahrrad nicht subventioniert, indem man es ohne Ausbildung nahezu überall bewegen darf?
Fordern Fahrradfahrer keine an sie angepassten Ampel-Schaltungen? (Da gibt es zugegebenermaßen Nachholbedarf, aber auch das rückt immer mehr in den Fokus. "Intelligente Verkehrsführung" ist das Stichwort.)
Erleuchte mich, Meister frems. :)

als wenn es identisch sei, ob ein Autofahrer oder ein Fußgänger über Rot fährt bzw geht.


Identisch ist: alle drei Beispiele (Auto, Fahrrad und Fußgänger) begehen mit einem Rotlichtverstoß primär einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.
In München oft in der Form, dass Fahrradfahrer todesmutig in den fließenden Verkehr "schießen", was manchmal direkte Unfälle und andererseits auch Folgeunfälle aufgrund von Vollbremsungen erzeugt. Diese Folgeunfälle bleiben üblicherweise am "bremsenden" hängen, da der Fahrradfahrer nicht identifiziert und damit nicht belangt werden kann, wenn er nicht freiwillig stehen bleibt (was bei Leuten, die ungebremst in den Querverkehr fahren eher unüblich ist). (Beobachte ich regelmäßig - ein echtes Wunder, dass es dabei nicht viel mehr schwerverletzte gibt!)
PKW, LKW oder Motorräder können in solchen Situationen anhand des Nummernschildes eindeutig identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.
Vollpfosten gibt es nun mal auf allen Seiten - mit dem Unterschied, dass die Einen belangt werden können - die Anderen nicht.

Gib doch bitte den Führerschein ab bevor es Verletzte gibt. Unzurechnungsfähige Leute sind immer eine Gefahr


Auf beiden Seiten.
Machen wir einen Deal: Du gibst dein Recht ab, Fahrrad zu fahren, und ich gebe meinen Führerschein ab. Dann sind zwei potentielle Gefährder aus dem Straßenverkehr entfernt. ;-)
Anderenfalls wäre es schön, wenn du sachlich bleiben würdest. Auf persönliche Angriffe (insbesondere so substanzlose wie hier) werde ich in Zukunft nicht mehr eingehen. Frei nach Niezsche: "Beleidigungen sind die Argumente derer, denen Argumente fehlen." :)
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon frems » Mi 14. Mär 2018, 11:43

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 10:47)

Brauchen Fahrradfahrer denn keine Haushaltsausgaben oder Flächen für ihre Fahrbahnen?
Wird das Fahrrad nicht subventioniert, indem man es ohne Ausbildung nahezu überall bewegen darf?
Fordern Fahrradfahrer keine an sie angepassten Ampel-Schaltungen? (Da gibt es zugegebenermaßen Nachholbedarf, aber auch das rückt immer mehr in den Fokus. "Intelligente Verkehrsführung" ist das Stichwort.)
Erleuchte mich, Meister frems. :)

Ein fehlender Führerschein für Radverkehr ist eine Subvention? :p Denk ans Ausmaß, Genosse. Wenn es fünfmal so viele Pkw-Fahrer gibt, aber das zehnfache an Verkehrsfläche (inkl. Stellplätzen) und das zwanzigfache an Ausgaben, dann stimmt ein Verhältnis nicht.

Identisch ist: alle drei Beispiele (Auto, Fahrrad und Fußgänger) begehen mit einem Rotlichtverstoß primär einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.
In München oft in der Form, dass Fahrradfahrer todesmutig in den fließenden Verkehr "schießen", was manchmal direkte Unfälle und andererseits auch Folgeunfälle aufgrund von Vollbremsungen erzeugt. Diese Folgeunfälle bleiben üblicherweise am "bremsenden" hängen, da der Fahrradfahrer nicht identifiziert und damit nicht belangt werden kann, wenn er nicht freiwillig stehen bleibt (was bei Leuten, die ungebremst in den Querverkehr fahren eher unüblich ist). (Beobachte ich regelmäßig - ein echtes Wunder, dass es dabei nicht viel mehr schwerverletzte gibt!)
PKW, LKW oder Motorräder können in solchen Situationen anhand des Nummernschildes eindeutig identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.
Vollpfosten gibt es nun mal auf allen Seiten - mit dem Unterschied, dass die Einen belangt werden können - die Anderen nicht.

Der Unterschied: Der Vollpfosten im Pkw ist gut geschützt und riskiert bei Verstößen gegen die Verkehrsordnung das Leben anderer. Ein Fußgänger oder Radfahrer bringt sich selbst in Gefahr, wenn er bspw. bei Rot über die Ampel fährt. Daher ist eine Gleichsetzung höchstens im Kopf solcher Vollpfosten relevant.

Auf beiden Seiten.
Machen wir einen Deal: Du gibst dein Recht ab, Fahrrad zu fahren, und ich gebe meinen Führerschein ab. Dann sind zwei potentielle Gefährder aus dem Straßenverkehr entfernt. ;-)
Anderenfalls wäre es schön, wenn du sachlich bleiben würdest. Auf persönliche Angriffe (insbesondere so substanzlose wie hier) werde ich in Zukunft nicht mehr eingehen. Frei nach Niezsche: "Beleidigungen sind die Argumente derer, denen Argumente fehlen." :)

Du hast einen kleinen Tippfehler bei Nie(t)zsche. Den werten Mann schrieb man so: Rousseau. Und den Deal gehe ich gerne mit Dir ein. Ich fahre meistens U- und S-Bahn.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Mär 2018, 13:54

frems hat geschrieben:(14 Mar 2018, 11:43)

Ein fehlender Führerschein für Radverkehr ist eine Subvention? :p Denk ans Ausmaß, Genosse. Wenn es fünfmal so viele Pkw-Fahrer gibt, aber das zehnfache an Verkehrsfläche (inkl. Stellplätzen) und das zwanzigfache an Ausgaben, dann stimmt ein Verhältnis nicht.


Ja - ich halte einn fehlenden Führerschein für eine Subvention.
Zu den "Zahlen", die du nennst habe ich keine Fakten und kann daher nichts dazu sagen. Gibt es diese irgendwo nach zu lesen?

Der Unterschied: Der Vollpfosten im Pkw ist gut geschützt und riskiert bei Verstößen gegen die Verkehrsordnung das Leben anderer. Ein Fußgänger oder Radfahrer bringt sich selbst in Gefahr, wenn er bspw. bei Rot über die Ampel fährt.


Dass der Radfahrer dem Autofahrer in einer "direkten Konfrontation" unterlegen ist, ist klar. Ein PKW ist auch jedem LKW in einer solchen Konfrontation unterlegen. sollte man deshalb die Nummernschilder von den PKW montieren, zur "Gleichstellung"?
Aus der "körperlichen" Unterlegenheit jedoch ab zu leiten, dass dann der "überlegene" Verkehrsteilnehmer gegängelt werden darf halte ich für den falschen Weg.
Beispiel: Warum sollten Fahrradfahrer eine eigene Fahrspur erhalten, auf der "unterlegene" Fußgänger nicht zu laufen haben? Kombinierte Rad- und Fußwege mit gegenseitiger Rücksichtnahme fallen ja für viele Radfahrer offenbar aus...
Um zum Threadthema zurück zu kehren: Fahrradfahrer auf die Straße zu verlagern, wo sie von ihnen "überlegenen" Verkehrsteilnehmern umgeben sind, die alleine durch Unaufmerksamkeit schwere (oft genug tödliche) Unfälle mit ihren "unterlegenen" Mit-Fahrern verursachen können halte ich für bedenklich. Wobei das ja anscheinend durch eine Studie widerlegt wurde. Insofern lasse ich mich da auch eines besseren belehren.
Dennoch halte ich es dann für dringend geboten auch die Rechtslage entsprechend an zu gleichen und die Verkehrsteilnehmer gleich zu behandeln.
Ein Rotlichtverstoß (oder auch das benutzen nicht verkehrstüchtiger Gefährte, oder ähnliche Delikte) werden nun mal immer ähnlicher. Insbesondere auch Pedelecs, die auch rein technisch einen Hybrid zwischen den auto-ähnlich geregelten Motorrädern und den gänzlich unreglementierten Fahrrädern bilden. In meinen Augen ist hier eine Regelung nötig, die die Fahrradfahrer zu "vollwertigen" Verkehrsteilnehmern macht.

Du hast einen kleinen Tippfehler bei Nie(t)zsche. Den werten Mann schrieb man so: Rousseau.


Habe ich auch gemerkt, als ich das Zitat in deinem Beitrag gelesen habe. Chapeau - hast recht. :)
Btw - ich würde liebend gern mit den Öffentlichen fahren, wenn sie bei mir verfügbar wären. Ich habe jedoch den Eindruck, dass die Nutzung des ÖPNV von den politischen Entscheidern nur halbherzig gewünscht wird und stattdessen der Wirtschaftsfaktor des MIV höhere Priorität genießt.
Wäre die Nutzung des ÖPNV ein ernsthaftes(!) Anliegen der politischen Entscheidungsträger, müsste das Angebot massiv(!) ausgebaut werden. Sich selbst feiern, für "massiven Ausbau des ÖPNV" (in München 2016 geschehen für 2 neue Buslinien und sage und schreibe 5km neue Schienen) ist angesichts des Bevölkerungswachstums der Region schlicht lachhaft. Aber auch dazu gab es ja schon studien (hier im Thread und dem zum kostenlosen ÖPNV verlinkt), die zeigten, dass das Angebot den größten Anreiz zum Umstieg bieten würde. Komisch nur, dass da anscheinend kein Politiker ernsthaftes Interesse zu haben scheint...
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon frems » Mi 14. Mär 2018, 14:10

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 13:54)

Ja - ich halte einn fehlenden Führerschein für eine Subvention.
Zu den "Zahlen", die du nennst habe ich keine Fakten und kann daher nichts dazu sagen. Gibt es diese irgendwo nach zu lesen?

Klar, im Haushaltsplan Deiner Kommune bzw. Bundeslandes. Kann Dir aber auch exemplarisch die Hauptstadt nennen. Dort sind 2% aller Verkehrsflächen für den Radverkehr (https://www.velototal.de/2018/02/20/ber ... rradstadt/). Der Anteil der Radfahrer war schon vor zehn Jahren mehr als sechsmal so groß (https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/po ... obilitaet/).

Dass der Radfahrer dem Autofahrer in einer "direkten Konfrontation" unterlegen ist, ist klar. Ein PKW ist auch jedem LKW in einer solchen Konfrontation unterlegen. sollte man deshalb die Nummernschilder von den PKW montieren, zur "Gleichstellung"?
Aus der "körperlichen" Unterlegenheit jedoch ab zu leiten, dass dann der "überlegene" Verkehrsteilnehmer gegängelt werden darf halte ich für den falschen Weg.

Es gibt eben stärkere und schwächere Verkehrsteilnehmer. Deshalb gibt's keine Führerscheinpflicht für Fußgänger. Wenn Du das für eine Benachteiligung bzw. Subvention hältst, kannst Du das allein auf weiter Flur gerne so machen.

Beispiel: Warum sollten Fahrradfahrer eine eigene Fahrspur erhalten, auf der "unterlegene" Fußgänger nicht zu laufen haben? Kombinierte Rad- und Fußwege mit gegenseitiger Rücksichtnahme fallen ja für viele Radfahrer offenbar aus...

Meinst Du Radfahrer, die stattdessen auf der Fahrbahn fahren? Das ist halt sicherer. Schaut man sich an, wie häufig mal wieder ein Radfahrer von Pkw und Lkw totgefahren werden, kann man das doch niemandem verdenken. Ich weiß aber auch, dass viele Autofahrer sowas nicht verstehen und sich teilweise einreden, es gäbe noch eine Radwegenutzungspflicht, sobald ein Radweg existiert. Das wurde aber schon unter Kohl abgeschafft.

Um zum Threadthema zurück zu kehren: Fahrradfahrer auf die Straße zu verlagern, wo sie von ihnen "überlegenen" Verkehrsteilnehmern umgeben sind, die alleine durch Unaufmerksamkeit schwere (oft genug tödliche) Unfälle mit ihren "unterlegenen" Mit-Fahrern verursachen können halte ich für bedenklich. Wobei das ja anscheinend durch eine Studie widerlegt wurde. Insofern lasse ich mich da auch eines besseren belehren.

Unfälle passieren vor allem beim Abbiegen von Kfz, nicht wenn Autos und Fahrräder nebeneinander geradeaus fahren.

Dennoch halte ich es dann für dringend geboten auch die Rechtslage entsprechend an zu gleichen und die Verkehrsteilnehmer gleich zu behandeln.
Ein Rotlichtverstoß (oder auch das benutzen nicht verkehrstüchtiger Gefährte, oder ähnliche Delikte) werden nun mal immer ähnlicher. Insbesondere auch Pedelecs, die auch rein technisch einen Hybrid zwischen den auto-ähnlich geregelten Motorrädern und den gänzlich unreglementierten Fahrrädern bilden. In meinen Augen ist hier eine Regelung nötig, die die Fahrradfahrer zu "vollwertigen" Verkehrsteilnehmern macht.

Für S-Pedelecs, die 45 km/h schaffen, gelten längst andere Regeln als für "normale" Fahrräder. Auch hier hilft ein gelegentlicher Blick in die Regeln.

Habe ich auch gemerkt, als ich das Zitat in deinem Beitrag gelesen habe. Chapeau - hast recht. :)
Btw - ich würde liebend gern mit den Öffentlichen fahren, wenn sie bei mir verfügbar wären. Ich habe jedoch den Eindruck, dass die Nutzung des ÖPNV von den politischen Entscheidern nur halbherzig gewünscht wird und stattdessen der Wirtschaftsfaktor des MIV höhere Priorität genießt.

Oho! :eek:

Man könnte auch einfach "Lobby" sagen.

Wäre die Nutzung des ÖPNV ein ernsthaftes(!) Anliegen der politischen Entscheidungsträger, müsste das Angebot massiv(!) ausgebaut werden. Sich selbst feiern, für "massiven Ausbau des ÖPNV" (in München 2016 geschehen für 2 neue Buslinien und sage und schreibe 5km neue Schienen) ist angesichts des Bevölkerungswachstums der Region schlicht lachhaft. Aber auch dazu gab es ja schon studien (hier im Thread und dem zum kostenlosen ÖPNV verlinkt), die zeigten, dass das Angebot den größten Anreiz zum Umstieg bieten würde. Komisch nur, dass da anscheinend kein Politiker ernsthaftes Interesse zu haben scheint...

München hat kein schlechtes ÖPNV-Netz und erst kürzlich verkündet, mehrere Milliarden in den nächsten Jahren verbuddeln zu wollen. Dank der Dieselchose kommt da etwas Schwung rein. Mag sein, dass der "Schutz" der "freien Fahrt für freie Bürger" das Hauptanliegen ist, aber wenn der normale Fahrgast profitiert, ist das ja erstmal nicht schlecht.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 14. Mär 2018, 14:30

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 13:54)
Dass der Radfahrer dem Autofahrer in einer "direkten Konfrontation" unterlegen ist, ist klar. Ein PKW ist auch jedem LKW in einer solchen Konfrontation unterlegen.

Das ist ein Scheinargument. Wenn ein Eisenbahnfahrer einen Idioten zermatscht, ist er auch traumatisiert.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Mär 2018, 14:39

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Mar 2018, 14:30)

Das ist ein Scheinargument. Wenn ein Eisenbahnfahrer einen Idioten zermatscht, ist er auch traumatisiert.


Und das ist ein Scheinargument, weil...?
Glaubst du, dass ein Auto- oder LKW-Fahrer, der einen Radfahrer oder Fußgänger "zermatscht" nicht traumatisiert ist?
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 14. Mär 2018, 14:41

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 14:39)

Und das ist ein Scheinargument, weil...?
Glaubst du, dass ein Auto- oder LKW-Fahrer, der einen Radfahrer oder Fußgänger "zermatscht" nicht traumatisiert ist?

Ich denke, dass Autofahrer vor rücksichts- und bedenkenlosen Radlern durch ihre physische Hülle nur bedingt geschützt sind. So ein Unfall prägt für das ganze Leben und man kann auch körperlich durch Bremsen, Verlenken, Auffahrunfälle zu Schaden dabei kommen. Radler hingegen, die Omas im Stadtpark umnieten, machen sich selten Gewissensbisse.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Kamikaze » Mi 14. Mär 2018, 15:45

frems hat geschrieben:(14 Mar 2018, 14:10)

Klar, im Haushaltsplan Deiner Kommune bzw. Bundeslandes. Kann Dir aber auch exemplarisch die Hauptstadt nennen. Dort sind 2% aller Verkehrsflächen für den Radverkehr (https://www.velototal.de/2018/02/20/ber ... rradstadt/). Der Anteil der Radfahrer war schon vor zehn Jahren mehr als sechsmal so groß (https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/po ... obilitaet/).


Ein Auto braucht auch mehr Fläche, als ein Fahrrad, und teilt sich diese Fläche auch mit anderen Verkehrsteilnehmern (z.B. Fahrradfahrer).
Dennoch: Ich bin an den Zahlen interessiert und werde sie mir heute Abend eingehend zu Gemüte führen. Danke für den Link. :)

Es gibt eben stärkere und schwächere Verkehrsteilnehmer. Deshalb gibt's keine Führerscheinpflicht für Fußgänger. Wenn Du das für eine Benachteiligung bzw. Subvention hältst, kannst Du das allein auf weiter Flur gerne so machen.


Ein Fußgänger, der sich gefährlich verhält kann aber durch die Polizei verfolgt und (dank Ausweispflicht und ggf. Erkennungsdienst) identifiziert werden.
Radfahrer dagegen genießen faktische Narrenfreiheit, und das obwohl sie faktisch Fußgängern überlegen sind.
Nochmal: Ich habe absolut nichts dagegen, dass Fahrradfahrer die Straße mit benutzen und auch von allen anderen Aspekten dieses Privilegs (z.B. Ampelschaltungen, etc.) profitiert.
Nur Rosinenpickerei missfällt mir.

Meinst Du Radfahrer, die stattdessen auf der Fahrbahn fahren? Das ist halt sicherer. Schaut man sich an, wie häufig mal wieder ein Radfahrer von Pkw und Lkw totgefahren werden, kann man das doch niemandem verdenken. Ich weiß aber auch, dass viele Autofahrer sowas nicht verstehen und sich teilweise einreden, es gäbe noch eine Radwegenutzungspflicht, sobald ein Radweg existiert. Das wurde aber schon unter Kohl abgeschafft.
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Das ist korrekt, wobei da die Beschilderung ausschlaggebend ist. Es gibt aber auch immer noch Radfahrer, die das als Freibrief betrachten (und da es nicht geahndet werden kann gut damit fahren). :)
Übrigens stellt sich gerade bei Abbiegevorgängen für mich auch immer die Frage, wie es zu sowas kommen kann. Rechtlich hat automatisch der "stärkere" Verkehrsteilnehmer (also Auto oder LKW) Schuld - ganz egal wie fahrlässig sich die "Gegenpartei" verhalten hat. (Als Beispiel: Die Warnschilder "Toter Winkel" hängen nicht zum Spaß an vielen LKW)

Für S-Pedelecs, die 45 km/h schaffen, gelten längst andere Regeln als für "normale" Fahrräder. Auch hier hilft ein gelegentlicher Blick in die Regeln.


Das ist wahr. Diese werden als Kleinkrafträder eingeordnet - also im Weitesten Sinne als Motorrad.
Interessanter ist, warum es einen rechtlichen Unterschied zwischen "klassischem" Pedelec (bis 25km/h) und Mofa (bis 25km/h) gibt. Das eine braucht einen Führerschein, eine Versicherung und ein Nummernschild - das Andere nicht.
Von Rennrädern, die in der Innenstadt gerne mal mit ~50km/h teils völlig ohne Bremsen unterwegs sind (Stichwort: "Fixies"), fange ich hier mal lieber nicht an.

Man könnte auch einfach "Lobby" sagen.


Stimmt. Und nun?
Die deutsche Politik hat die Automobilindustrie nun mal mit dem Prädikat "Systemrelevant" versehen, was den entsprechenden Firmen faktisch Narrenfreiheit und unbegrenzte staatliche Unterstützung gewährt.
Das untermauert nur meine These: Es gibt von Seiten der Politik kein ernsthaftes Interesse, den ÖPNV attraktiver zu machen.
Das Angebot des ÖPNV wird auch nicht besser, wenn der Normalverbraucher sein Auto kaum noch bewegen darf. Eher wird gegenteilig argumentiert: "Steigende Fahrgastzahlen sprechen doch bände - das Angebot ist perfekt - da kann man noch sparen." (überspitzt ausgedrückt)

München hat kein schlechtes ÖPNV-Netz und erst kürzlich verkündet, mehrere Milliarden in den nächsten Jahren verbuddeln zu wollen. Dank der Dieselchose kommt da etwas Schwung rein. Mag sein, dass der "Schutz" der "freien Fahrt für freie Bürger" das Hauptanliegen ist, aber wenn der normale Fahrgast profitiert, ist das ja erstmal nicht schlecht.

Das Münchner ÖPNV-Netz ist genau bis zur Stadtgrenze gut. Buchstäblich unmittelbar danach (und damit nicht mal beim halben "Durchmesser" des Netzes) wird es aber sehr lückenhaft und im Vergleich zum (sparsamen) PKW unrentabel teuer.
Wer ein KFZ braucht, um sinnvoll zum Bahnhof zu kommen, zahlt bei "Park&Ride" definitiv drauf und nimmt dazu auch noch drastische Komforteinbußen, sehr lange Fahrzeiten und große Unzuverlässigkeit in Kauf. Ein Minusgeschäft an allen Enden. Weshalb (abgesehen von purem Idealismus) sollte man da den ÖPNV nutzen?
Das meinte ich mit kein ernsthaftes Interesse zum Ausbau. Mein Wohnort (ein 500-Seelen-Dorf mit ca. 10km zum nächsten Bahnhof) kämpft seit heuer nunmehr 35 Jahren für einen Radweg (wurde ursprünglich bereits zur Olympiade 1972 versprochen, aber nie gebaut) und eine regelmäßige Busverbindung (Zuständigkeitschaos, da die Zufahrtstraße die Zuständigkeitsgrenze einer anderen Gemeinde auf ca. 100m durchquert, was diese wehement ablehnt. Zudem ist unklar, wer für was zu zahlen hat).
Die "Zweite Stammtrecke", die gebaut werden soll, (>Info-Link<) befindet sich noch immer in der Planungs-Phase und wird Jahre dauern. Es existiert soweit ich weiß nicht mal ein angepeilter Fertigstellungstermin. Wenn ich da an den Berliner Flughafen und den Bahnhof in Stuttgart denke schwant mir böses...
Zudem wird auch dieses Projekt nicht den ÖPNV in der Fläche fördern, sondern ist lediglich ein lange überfälliger Ausbau der schon seit etlichen Jahren chronisch überlasteten "ersten" Stammstrecke.
Da spielt auch mit, dass jeder Öffi-Fahrgast, der auf die andere Seite der Stadt will/muss aktuell durch dieses "Nadelöhr" muss. Ein Ringschluss rund um die Stadt ist weiterhin nicht vorgesehen, obwohl das schon vielfach von Fahrgastverbänden und Umweltschützern(!) angemahnt wurde. Das Argument: zu teuer.
Stattdessen verfolgt man derzeit die Strategie das Autofahren lieber unattraktiver zu machen, während man weiß (das wurde bereits mehrfach in Studien nachgewiesen), dass der ÖPNV das Mehraufkommen höchstwahrscheinlich nicht stemmen kann. Ausgebaut wird dennoch nur zögerlich, wenn überhaupt.
Aber dafür kann man ja Segways und andere "unkonventionelle" Verkehrsmittel aus den Städten verbannen, weil es sich um Sportgeräte handelt... *kopfschüttel* (Interessanterweise gelten Fahrräder verkehrsrechtlich nicht als Sportgeräte... :?
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon frems » Mi 14. Mär 2018, 16:17

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 15:45)

Ein Auto braucht auch mehr Fläche, als ein Fahrrad, und teilt sich diese Fläche auch mit anderen Verkehrsteilnehmern (z.B. Fahrradfahrer).

Nur in Ausnahmefällen in Stadtstraßen. Auf Autobahnen sind Radfahrer eher selten anzutreffen.

Ein Fußgänger, der sich gefährlich verhält kann aber durch die Polizei verfolgt und (dank Ausweispflicht und ggf. Erkennungsdienst) identifiziert werden.
Radfahrer dagegen genießen faktische Narrenfreiheit, und das obwohl sie faktisch Fußgängern überlegen sind.
Nochmal: Ich habe absolut nichts dagegen, dass Fahrradfahrer die Straße mit benutzen und auch von allen anderen Aspekten dieses Privilegs (z.B. Ampelschaltungen, etc.) profitiert.
Nur Rosinenpickerei missfällt mir.

Die Privilegien sehen in der Praxis dann auch so aus: http://www.nahverkehrhamburg.de/nach-ei ... zbar-9288/

Das ist korrekt, wobei da die Beschilderung ausschlaggebend ist. Es gibt aber auch immer noch Radfahrer, die das als Freibrief betrachten (und da es nicht geahndet werden kann gut damit fahren). :)
Übrigens stellt sich gerade bei Abbiegevorgängen für mich auch immer die Frage, wie es zu sowas kommen kann. Rechtlich hat automatisch der "stärkere" Verkehrsteilnehmer (also Auto oder LKW) Schuld - ganz egal wie fahrlässig sich die "Gegenpartei" verhalten hat. (Als Beispiel: Die Warnschilder "Toter Winkel" hängt nicht zum Spaß an vielen LKW)

Es kommt vor allem durch die schlechtere Sichtbarkeit, z.B. weil parkende Autos, Werbeschilder, Stadtmöbel, Wände/Unterführungen, Säulen etc. die Sicht des Kfz-Fahrers einschränkt. Fährt der Radfahrer hingegen vor oder hinter einem Schutzstreifen direkt neben ihn, hat er den Radfahrer stets in Sicht. Und auch wenn die meisten Unfälle den Fahrern von Lkw und Pkw anzulasten ist, so gibt's auch Radfahrer, die sich nicht an einige Regeln halten und z.B. auf der verkehrten Seite fahren, wodurch sie ggf. "unerwartet" auf einmal vor einem Auto auftauchen. Wer auf der Fahrbahn fährt, macht sowas nicht ;)

Das ist wahr. Diese werden als Kleinkrafträder eingeordnet - also im Weitesten Sinne als Motorrad.
Interessanter ist, warum es einen rechtlichen Unterschied zwischen "klassischem" Pedelec (bis 25km/h) und Mofa (bis 25km/h) gibt. Das eine braucht einen Führerschein, eine Versicherung und ein Nummernschild - das Andere nicht.
Von Rennrädern, die in der Innenstadt gerne mal mit ~50km/h teils völlig ohne Bremsen unterwegs sind (Stichwort: "Fixies"), fange ich hier mal lieber nicht an.

Mofas dürfen aber nicht auf Radwegen fahren, sofern dort nicht das seltene Schild "Mofas frei" ist oder der Radweg sich außerorts befindet. Zudem sind sie in der Regel durch den Verbrennungsantrieb deutlich schwerer und somit Unfälle gefährlicher. Und wenn irgendwo Tempo 50 gilt, spricht doch nichts dagegen, wenn ein trainierter Radfahrer auch so schnell fährt. Dann ist er immerhin kein fahrendes Verkehrshindernis, über das sich ein alter Autofahrer aufregen muss.


Stimmt. Und nun?
Die deutsche Politik hat die Automobilindustrie nun mal mit dem Prädikat "Systemrelevant" versehen, was den entsprechenden Firmen faktisch Narrenfreiheit und unbegrenzte staatliche Unterstützung gewährt.
Das untermauert nur meine These: Es gibt von Seiten der Politik kein ernsthaftes Interesse, den ÖPNV attraktiver zu machen.
Das Angebot des ÖPNV wird auch nicht besser, wenn der Normalverbraucher sein Auto kaum noch bewegen darf. Eher wird gegenteilig argumentiert: "Steigende Fahrgastzahlen sprechen doch bände - das Angebot ist perfekt - da kann man noch sparen." (überspitzt ausgedrückt)

Es gibt auch kein ernsthaftes Interesse, den Radverkehr nennenswert zu fördern. Dabei gibt's viele europäische Städte, die dies konsequent umsetzen und bspw. Radwege bei Schnee gleichzeitig oder auch zuerst räumen bzw. streuen. Auch gibt's dort nicht an jeder Ecke kostenfreie Stellplätze oder staatlich subventionierte Anwohnerstellplätze, die nur zwei, drei Euro im Monat kosten, obwohl der Grund viele Tausende Euro wert ist -- und Kosten für Betrieb und Instandhaltung sind da noch nicht einmal berücksichtigt.


Das Münchner ÖPNV-Netz ist genau bis zur Stadtgrenze gut. Buchstäblich unmittelbar danach (und damit nicht mal beim halben "Durchmesser" des Netzes) wird es aber sehr lückenhaft und im Vergleich zum (sparsamen) PKW unrentabel teuer.

Teurer sicherlich nicht, sofern man nicht einen Firmenwagen mit Tankkarte gestellt bekommt. Und nunja, bei einer geringeren Bevölkerungsdichte kann man eben kein enges Netz mit anständigen Takten wirtschaftlich anbieten. Wer meint, er spare Wohnkosten durch eine Immobilie bzw. Wohnung in der Peripherie, stellt häufig schnell fest, dass es am Ende nicht teurer wird. Kann man bspw. hier mal durchspielen: http://bayern.wowohnen.eu/

Wer ein KFZ braucht, um sinnvoll zum Bahnhof zu kommen, zahlt bei "Park&Ride" definitiv drauf und nimmt dazu auch noch drastische Komforteinbußen, sehr lange Fahrzeiten und große Unzuverlässigkeit in Kauf. Ein Minusgeschäft an allen Enden. Weshalb (abgesehen von purem Idealismus) sollte man da den ÖPNV nutzen?

Ich finde dieses "soll" bzw. "sollte" immer unschön. Jeder sollte so fahren, wie es aus seiner Sicht bzw. für seinen Bedarf am besten geeignet ist, auch wenn das viele häufig nicht hinkriegen, weil sie keinen objektiven Vergleich aufgestellt kriegen.

Das meinte ich mit kein ernsthaftes Interesse zum Ausbau. Mein Wohnort (ein 500-Seelen-Dorf mit ca. 10km zum nächsten Bahnhof) kämpft seit heuer nunmehr 35 Jahren für einen Radweg (wurde ursprünglich bereits zur Olympiade 1972 versprochen, aber nie gebaut) und eine regelmäßige Busverbindung (Zuständigkeitschaos, da die Zufahrtstraße die Zuständigkeitsgrenze einer anderen Gemeinde auf ca. 100m durchquert, was diese wehement ablehnt. Zudem ist unklar, ).
Die "Zweite Stammtrecke", die gebaut werden soll, (>Info-Link<) befindet sich noch immer in der Planungs-Phase und wird Jahre dauern. Es existiert soweit ich weiß nicht mal ein angepeilter Fertigstellungstermin. Wenn ich da an den Berliner Flughafen und den Bahnhof in Stuttgart denke schwant mir böses...

Es ist in der Planung üblich, dass nur Bauvorhaben mit Problemen öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Warum hat man vermutlich selbst bis in ein 500-Seelen-Dorf im tiefsten Bayern von der Elbphilharmonie gehört, aber nicht von der wenige Meter entfernt verlaufende Linie U4, die kostentechnisch in der selben Liga ist, aber preislich und zeitlich im Rahmen blieb? Stattdessen hört man BER oder Kölner Stadtarchiv, aber nicht Berliner Stadtschloss (Humboldt-Forum). Unterm Strich laufen Großprojekte bei uns in Deutschland ziemlich gut. Da gibt's in anderen Ländern deutlich größere Pleiten, Pech und Pannen, aber klar, das betrifft den deutschen Steuerzahler nicht und daher ist es nicht von Interesse.

Zudem wird auch dieses Projekt nicht den ÖPNV in der Fläche fördern, sondern ist lediglich ein lange überfälliger Ausbau der schon seit etlichen Jahren chronisch überlasteten "ersten" Stammstrecke.
Da spielt auch mit, dass jeder Öffi-Fahrgast, der auf die andere Seite der Stadt will/muss aktuell durch dieses "Nadelöhr" muss. Ein Ringschluss rund um die Stadt ist weiterhin nicht vorgesehen, obwohl das schon vielfach von Fahrgastverbänden und Umweltschützern(!) angemahnt wurde. Das Argument: zu teuer.
Stattdessen verfolgt man derzeit die Strategie das Autofahren lieber unattraktiver zu machen, während man weiß (das wurde bereits mehrfach in Studien nachgewiesen), dass der ÖPNV das Mehraufkommen höchstwahrscheinlich nicht stemmen kann. Ausgebaut wird dennoch nur zögerlich, wenn überhaupt.
Aber dafür kann man ja Segways und andere "unkonventionelle" Verkehrsmittel aus den Städten verbannen, weil es sich um Sportgeräte handelt... *kopfschüttel* (Interessanterweise gelten Fahrräder verkehrsrechtlich nicht als Sportgeräte... :?

Ich weiß, dass die Münchner wenig Interesse haben, den Autoverkehr wieder stärker zu fördern :D Da hatte ich erst vor wenigen Monaten mit Kollegen aus der bayrischen Landeshauptstadt ganz interessante Gespräche und las zudem kürzlich noch einen Bericht über das Thema "Grüne Welle". Das wirkte schon ganz gut. Steigen mehr Leute uaf den ÖPNV um, bedeutet das auch a) mehr betroffene Wähler und somit b) mehr politischer Druck. Schreien alle nach besseren Bedingungen für Autofahrer, kommt auch die kommunale Politik dem schnell nach.
Labskaus!

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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Quatschki » Mi 14. Mär 2018, 20:18

Kamikaze hat geschrieben:(14 Mar 2018, 15:45)

Ein Auto braucht auch mehr Fläche, als ein Fahrrad

Radwege sind meistens ziemlich leer
Zum Beispiel bei uns kann man zählen, was pro Stunde über die Elbbrücke fährt. Das sind dann zum Beispiel 3000 Autos, 24 Straßenbahnzüge, 300 Radfahrer, 100 Fußgänger
Da sitzen dann 4000 Leute in Autos, 2500 in der Bahn, 300 auf dem Rad und 100 per Pedes
Bei gerechter Flächenaufteilung stünden nach diesem Beispiel den Radwegen 300/6900 oder 4,3% des Verkehrsraumes zu.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Kamikaze » Do 15. Mär 2018, 07:25

frems hat geschrieben:(14 Mar 2018, 16:17)
Zudem sind sie in der Regel durch den Verbrennungsantrieb deutlich schwerer und somit Unfälle gefährlicher.


>Willkürliches Beispiel für ein modernes Elektro-Mofa<
Ernsthaft?
Das Teil liegt gewichtstechnisch mit ca. 40kg nicht weit oberhalb eines Pedelec incl. Akku. Da ist deutlich entscheidender, wie schwer der Benutzer ist. Das Gewicht ist hier in meinen Augen kein Thema mehr.
Das einzige, bei dem sich Pedelec und E-Mofa wirklich unterscheiden ist, dass sich bei Pedelec die Pedale bewegen müssen, um das Gerät an zu treiben, während es beim Mofa per Gasgriff oder Daumenhebel funktioniert. Letztendlich sind beides nur unterschiedliche Steuer-Methoden, während die eigentliche Technik nahezu identisch ist.

Und wenn irgendwo Tempo 50 gilt, spricht doch nichts dagegen, wenn ein trainierter Radfahrer auch so schnell fährt. Dann ist er immerhin kein fahrendes Verkehrshindernis, über das sich ein alter Autofahrer aufregen muss.

Schon cool, wie du dir immer genau das raus pickst, was dir gerade passt. Ich helfe mal nach:
Von Rennrädern, die in der Innenstadt gerne mal mit ~50km/h teils völlig ohne Bremsen unterwegs sind (Stichwort: "Fixies"), fange ich hier mal lieber nicht an.


Ich habe überhaupt nichts gegen Fahrräder. Wenn sie den Verkehr nicht behindern finde ich das gut. Wenn nicht verkehrstüchtige Fahrzeuge unterwegs sind, die andere gefährden, aber dagegen einfach nichts getan werden kann, habe ich ein Problem damit. Wieder das Thema: Gleiches Recht für alle. --> "Fahrrad-TÜV"

Es gibt auch kein ernsthaftes Interesse, den Radverkehr nennenswert zu fördern. Dabei gibt's viele europäische Städte, die dies konsequent umsetzen und bspw. Radwege bei Schnee gleichzeitig oder auch zuerst räumen bzw. streuen. Auch gibt's dort nicht an jeder Ecke kostenfreie Stellplätze oder staatlich subventionierte Anwohnerstellplätze, die nur zwei, drei Euro im Monat kosten, obwohl der Grund viele Tausende Euro wert ist -- und Kosten für Betrieb und Instandhaltung sind da noch nicht einmal berücksichtigt.

Dass ungeräumte Wege und Straßen immer ein Ärgernis sind, ist klar. Btw - in München bleiben ALLE Nebenstraßen KOMPLETT ungeräumt. Das macht auch das Autofahren nicht leichter. Auch hier wieder: Eine Seite anders behandeln halte ich für falsch. Gleiches Recht für alle: Geräumte Hauptverkehrsstraßen für Radfahrer UND Autos. Auf den Nebenstraßen: Beide Pech gehabt.
Übrigens: Ich glaube du willst nicht wirklich für einen Fahrradstellplatz am Innenstadt-Bahnhof den "realen Preis" bezahlen. ;)
Sieh es mal andersrum: Autfahrer müssen immerhin etwas fürs parken bezahlen. Fahrräder können idR. komplett kostenfrei überall abgestellt werden. :)

Teurer sicherlich nicht, sofern man nicht einen Firmenwagen mit Tankkarte gestellt bekommt. Und nunja, bei einer geringeren Bevölkerungsdichte kann man eben kein enges Netz mit anständigen Takten wirtschaftlich anbieten. Wer meint, er spare Wohnkosten durch eine Immobilie bzw. Wohnung in der Peripherie, stellt häufig schnell fest, dass es am Ende nicht teurer wird. Kann man bspw. hier mal durchspielen: http://bayern.wowohnen.eu/

Das Rechenmodell funktioniert genau so lange, wie man KOMPLETT auf ein Auto verzichten kann. Sobald man (aus welchem Grund auch immer) trotzdem ein Auto braucht, fallen Versicherung, Steuer & Co ohnehin an. Dann verkehrt sich die Rechnung mit dem ÖPNV sehr schnell, und das Auto wird zur günstigeren Alternative - ganz ohne Tankkarte oder Firmenwagen. :)
Wirtschaftlich betreiben lassen sich übrigens nur sehr wenige ÖPNV-Dienste. In München liegt die Kostendeckung soweit ich weiß bei ~90%; in Berlin bei ~30%. Nach deiner Logik wäre es daher dringend geboten, den ÖPNV in Berlin ab zu schaffen, da er ja nicht mal annähernd kostendeckend ist... Rieche ich da eine Milchmädchenrechnung?


Es ist in der Planung üblich, dass nur Bauvorhaben mit Problemen öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Warum hat man vermutlich selbst bis in ein 500-Seelen-Dorf im tiefsten Bayern von der Elbphilharmonie gehört, aber nicht von der wenige Meter entfernt verlaufende Linie U4, die kostentechnisch in der selben Liga ist, aber preislich und zeitlich im Rahmen blieb? Stattdessen hört man BER oder Kölner Stadtarchiv, aber nicht Berliner Stadtschloss (Humboldt-Forum). Unterm Strich laufen Großprojekte bei uns in Deutschland ziemlich gut. Da gibt's in anderen Ländern deutlich größere Pleiten, Pech und Pannen, aber klar, das betrifft den deutschen Steuerzahler nicht und daher ist es nicht von Interesse.

Hast Recht. die anderen Projekte kannte ich tatsächlich nicht. Hast mich überzeugt. Ich sehe das Stammstrecken-Projekt deutlich entspannter. :)

Original von Quatschki:
Radwege sind meistens ziemlich leer

Das deckt sich mit meiner (zugegebenermaßen subjektiven) Wahrnehmung. Zahlen dafür habe ich leider keine.
Zum Beispiel bei uns kann man zählen, was pro Stunde über die Elbbrücke fährt. Das sind dann zum Beispiel 3000 Autos, 24 Straßenbahnzüge, 300 Radfahrer, 100 Fußgänger
Da sitzen dann 4000 Leute in Autos, 2500 in der Bahn, 300 auf dem Rad und 100 per Pedes
Bei gerechter Flächenaufteilung stünden nach diesem Beispiel den Radwegen 300/6900 oder 4,3% des Verkehrsraumes zu.

Danke für die Zahlen. Woher hast du die?
Dabei ist auch noch nicht berücksichtigt, dass Ein Auto nun mal größer ist, als ein Fahrrad und entsprechend mehr Fläche braucht. (Von Sicherheitsabstand und Co gar nicht zu reden.)
Allerdings sieht man auch: Straßenbahnen in diesem Fall (und ÖPNV im allgemeinen) ist drastisch Effizienter, als alles Andere (ausgenommen evtl. Füßgänger). Schade, dass das Thema so unpopulär zu sein scheint.
Ich bin sicher, dass das Geld, mit dem man Autokonzernen (erfolglos) unter die Arme gegriffen hat im ÖPNV wesentlich sinnvoller und effizienter aufgehoben gewesen wäre. Aber: Hätte, hätte, Fahrradkette...


Ich favorisiere ja immer noch das elektische Einrad (>willkürlicher Beispiellink<) als das MIV-Non-Plus-Ultra, kombiniert mit einem Weitmaschigen, aber Flächengreifenden ÖPNV-Netz. Schade, dass die Teile nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind.
Zuletzt geändert von Kamikaze am Do 15. Mär 2018, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Mär 2018, 10:26

frems hat geschrieben:(14 Mar 2018, 11:43)

Ein Fußgänger oder Radfahrer bringt sich selbst in Gefahr, wenn er bspw. bei Rot über die Ampel fährt.

Und? Glaubst du wirklich, ein Autofahrer hätte keine psychischen Probleme, wenn er einen solchen Radfahrer oder Fußgänger totfährt? So abgebrüht sind wohl nur die allerwenigsten.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Zunder » Do 15. Mär 2018, 13:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Mar 2018, 10:26)

Und? Glaubst du wirklich, ein Autofahrer hätte keine psychischen Probleme, wenn er einen solchen Radfahrer oder Fußgänger totfährt? So abgebrüht sind wohl nur die allerwenigsten.

Ich weiß von einem Unfall, bei dem eine Radfahrerin unmittelbar vor einem Linienbus verkehrswidrig einen Zebrastreifen überquert hat. Bei der Schnellbremsung kam eine ältere Frau, die an der nächsten Haltestelle aussteigen wollte und gerade aufgestanden war, so unglücklich zu Fall, daß sie sich am Entwerter die Halsschlagader aufgerissen hat und im Bus verblutete.

Abgesehen von solch seltenen Vorkommnissen scheint mancher nicht zu kapieren, daß er bei anderen regelmäßig den Puls in die Höhe treibt.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon jack000 » Do 15. Mär 2018, 16:27

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Mar 2018, 10:26)

Und? Glaubst du wirklich, ein Autofahrer hätte keine psychischen Probleme, wenn er einen solchen Radfahrer oder Fußgänger totfährt? So abgebrüht sind wohl nur die allerwenigsten.

Solche soll es geben:
https://www.google.com.ph/amp/s/amp.foc ... 73778.html
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Mär 2018, 19:38

jack000 hat geschrieben:(15 Mar 2018, 16:27)

Solche soll es geben

Diese Typen sind sicherlich alles, aber keine normalen Menschen.
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