Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

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Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon frems » Fr 9. Jun 2017, 19:34

Nach jahrzehntelanger Propaganda, die vielen Autofahrern noch heute besser über die Zunge kommt als das Vaterunser, brökelten schon viele Dogmen weg, z.B. der Glaube, die ÖPNV-Förderung würde Autofahrer nachhaltig behindern statt den Autoverkehr zu entlasten. Nun knickt der ADAC erneut ein und wehrt sich nicht länger gegen wissenschaftliche Erkenntnisse:

Der ADAC galt bisher als der größte Gegner, wenn es um die Einrichtung von abgetrennten Fahrradsteifen im Innenstadtverkehr ging. Doch nun vollzieht er die Wende – mit einer erstaunlichen Begründung. [...]

In einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag im ADAC-Blog stellt der Club ausführlich zwei Studien aus den USA vor, die bislang unüberbrückbar erscheinende Interessengegensätze aufzulösen scheinen. Bei einem Radleranteil von zehn Prozent, so hätten die Wissenschaftler der Universität Virginia herausgefunden, kämen die Autofahrer um ein Drittel schneller voran, wenn für Radler eine separate Spur abgetrennt werde.

Die Verkehrsbehörde von New York City habe am Beispiel einer Straße in Brooklyn sogar festgestellt, dass selbst der Wegfall einer kompletten Autofahrspur zugunsten eines Fahrradstreifens Fortkommen und Sicherheit der Radfahrer erheblich verbesserte, ohne dass sich die Fahrtzeiten für die Autos nennenswert verlängerten.

„Die Ergebnisse sind zwar nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar“, kommentiert der ADAC. Sie zeigen jedoch, dass die landläufige Meinung, der Autoverkehr würde durch die Einrichtung von Fahrradstreifen auf der Fahrbahn behindert, nicht stimmen müsse. „Manchmal steht eine deutliche Verbesserung für Radfahrer keinem oder nur einem marginalen Fahrzeitverlust für Autofahrer gegenüber.“

Ganz neu sind die Studien nicht. Interessant ist, dass ein Automobilclub sie veröffentlicht. Denn damit weicht der ADAC bewusst von früheren, allein am Autofahrer ausgerichteten Positionen ab.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... -ADAC.html

Vermutlich kennen die meisten User Schutz- und Radfahrstreifen, die auf der Fahrbahn der Straße gekennzeichnet sind. Problem ist natürlich weiterhin, dass sie trotz höherer Verkehrssicherheit noch manch Radfahrer (insb. Gelegenheitsfahrer, Kinder und Senioren) verunsichern und das subjektive Sicherheitsempfinden eine Verlagerung aufs Rad unterbindet. Wie steht die werte Userschaft zum Thema?
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon H2O » Fr 9. Jun 2017, 19:46

frems hat geschrieben:(09 Jun 2017, 20:34)

Nach jahrzehntelanger Propaganda, die vielen Autofahrern noch heute besser über die Zunge kommt als das Vaterunser, brökelten schon viele Dogmen weg, z.B. der Glaube, die ÖPNV-Förderung würde Autofahrer nachhaltig behindern statt den Autoverkehr zu entlasten. Nun knickt der ADAC erneut ein und wehrt sich nicht länger gegen wissenschaftliche Erkenntnisse:


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... -ADAC.html

Vermutlich kennen die meisten User Schutz- und Radfahrstreifen, die auf der Fahrbahn der Straße gekennzeichnet sind. Problem ist natürlich weiterhin, dass sie trotz höherer Verkehrssicherheit noch manch Radfahrer (insb. Gelegenheitsfahrer, Kinder und Senioren) verunsichern und das subjektive Sicherheitsempfinden eine Verlagerung aufs Rad unterbindet. Wie steht die werte Userschaft zum Thema?


Die beste Lösung ist immer die völlige räumliche Trennung der Fahrspuren. In bestehenden Städten ist das so leicht nicht machbar. Da ist die Abtrennung einer Fahrradspur ein vernünftiger Kompromiß. Natürlich wird auch mir (Ende 70) schwiemelig, wenn dann Sattelschlepper und Reisebusse in 50 cm Abstand an mir vorbei rauschen. Das ist aber nichts für Schulkinder und fortgeschrittene Senioren! Da sind schwerste Unfälle praktisch eingeplant.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon frems » Fr 9. Jun 2017, 19:53

H2O hat geschrieben:(09 Jun 2017, 20:46)

Die beste Lösung ist immer die völlige räumliche Trennung der Fahrspuren. In bestehenden Städten ist das so leicht nicht machbar. Da ist die Abtrennung einer Fahrradspur ein vernünftiger Kompromiß. Natürlich wird auch mir (Ende 70) schwiemelig, wenn dann Sattelschlepper und Reisebusse in 50 cm Abstand an mir vorbei rauschen. Das ist aber nichts für Schulkinder und fortgeschrittene Senioren! Da sind schwerste Unfälle praktisch eingeplant.

In der Tat sind Lkw ein großes Problem und häufig verantwortlich für verletzte und tote Fußgänger sowie Radfahrer. Es gibt bloß zwei Gründe, warum der Radstreifen trotz Nähe zum motorisierten Verkehr sicherer ist. Am häufigsten passieren die Unfälle nämlich, wenn ein Lkw (oder Bus, Pkw, ...) abbiegt und den Radfahrer übersieht. In Städten ist die Sicht oftmals eingeschränkt, z.B. durch parkende Autos, Stromkästen, Werbung oder sonstige Elemente, die zwischen Fahrbahn und Fahrradweg im Wege stehen. Dies entfällt bei Radfahr- und Schutzstreifen. Zum anderen sind auch im Einzelfall Radfahrer leichtsinnig und fahren bspw. auf der verkehrten Seite, sodass Automobilisten nicht mit ihnen rechnen. Auf der Fahrbahn würde aber niemand in falscher Richtung fahren, weil es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, sobald ein richtig fahrender Radfahrer "von vorne" kommt. Teilweise probiert man aber auch einen Mix beider System, z.B. den Schutzstreifen mit Bordstein zu erhöhen, sodass man gefühlt eine physische Barriere zum motorisierten Individualverkehr hat und gleichzeitig gut erkennbar ist. Damit tun sich einige Verkehrspolitiker aber noch schwer, denn so ist es mit aller Anfang.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Fr 9. Jun 2017, 19:58

H2O hat geschrieben:(09 Jun 2017, 20:46)

Die beste Lösung ist immer die völlige räumliche Trennung der Fahrspuren.


Falsch, das ist die schlechteste Lösung weil der Radfahrer noch weniger, z.B. beim Abbiegen, wahrgenommen wird.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon jack000 » Fr 9. Jun 2017, 20:03

Also ich lese seit 24 Jahren die ADAC-Motorwelt (=Die Zeitung, die man jeden Monat als Mitglied erhält).
Irgendwelche Artikel, die sich per se gegen ÖPNV oder Fahrradfahrer wenden habe ich noch nie entdeckt. Im Gegenteil wird eher für Konzepte und der Idee an sich für ein friedliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer geworben ...
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Soldmann » Sa 10. Jun 2017, 02:46

Wieso sollten diese Radfahrstreifen die Autos behindern? Die benutzen die doch mit. An der Ampel ganz praktisch vielleicht als Radler, weil man dann vorrollen kann. Aber ob das soviel Unterschied macht, wenn da ein Radfahr-Streifen ist, weiß ich nicht. Wundert mich wieso Autofahrer dann schneller voran kommen sollen laut Studie. Was anderes ist natürlich, wenn der Radweg wirklich abgetrennt ist.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon H2O » Sa 10. Jun 2017, 06:46

Ebiker hat geschrieben:(09 Jun 2017, 20:58)

Falsch, das ist die schlechteste Lösung weil der Radfahrer noch weniger, z.B. beim Abbiegen, wahrgenommen wird.


Ja, wer will denn über zig Meter breite Grünstreifen einen Radfahrer erwischen? Das geht doch nur mit Geländewagen. Verstehe: Kuhfänger werden zweckentfremdet!
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Sa 10. Jun 2017, 07:17

Lesen bildet

http://bernd.sluka.de/Radfahren/Radwege.html

Von der Fahrbahn getrennte Wege sind unsicherer als Radstreifen auf der Fahrbahn.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon H2O » Sa 10. Jun 2017, 07:43

Ebiker hat geschrieben:(10 Jun 2017, 08:17)

Lesen bildet

http://bernd.sluka.de/Radfahren/Radwege.html

Von der Fahrbahn getrennte Wege sind unsicherer als Radstreifen auf der Fahrbahn.


Ja, so gesehen sind die Niederlande ein äußerst gefährliches Pflaster mit ihren Radwegnetzen. "Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe! (Winston Churchill)"
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Sa 10. Jun 2017, 08:43

jack000 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 21:03)

Also ich lese seit 24 Jahren die ADAC-Motorwelt (=Die Zeitung, die man jeden Monat als Mitglied erhält).
Irgendwelche Artikel, die sich per se gegen ÖPNV oder Fahrradfahrer wenden habe ich noch nie entdeckt. Im Gegenteil wird eher für Konzepte und der Idee an sich für ein friedliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer geworben ...


Falsch, der ADAC wollte bisher immer die Radfahrer weg von der Straße auf unsichere Radwege. Dabei sind Radfahrer auf der Fahrbahn deutlich sicherer da sie als Teil des Verkehrs eher wahrgenommen werden.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon jack000 » Sa 10. Jun 2017, 08:49

Ebiker hat geschrieben:(10 Jun 2017, 09:43)

Falsch, der ADAC wollte bisher immer die Radfahrer weg von der Straße auf unsichere Radwege. Dabei sind Radfahrer auf der Fahrbahn deutlich sicherer da sie als Teil des Verkehrs eher wahrgenommen werden.

Das mit dem "unsicher" hast du erstmal so pauschal angenommen. Wenn die Konstellation: Strasse - Grünstreifen - Fahrradweg vorliegt, ist es sicherer als auf der Strasse. Das Problem ist nur, dass es dann eher vorkommen muss das Fahrradfahrer auf Fußgänger Rücksicht nehmen müssen ... dafür sind unsere Zweiradfreunde ja nicht unbedingt bekannt und deswegen wollen sie auf die Strasse.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Sa 10. Jun 2017, 08:55

jack000 hat geschrieben:(10 Jun 2017, 09:49)

Das mit dem "unsicher" hast du erstmal so pauschal angenommen. Wenn die Konstellation: Strasse - Grünstreifen - Fahrradweg vorliegt, ist es sicherer als auf der Strasse.


Genau das ist die unsicherste Variante, besonders in der Variante als linksseitiger Radweg. Das ist erwiesen, Autofahrer mögen diese Erkenntnis nur nicht weil Radfahrer auf der Fahrbahn für sie störend sind. Ist wie mit Radfahrern und Fußgängern.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Sa 10. Jun 2017, 09:12

H2O hat geschrieben:(10 Jun 2017, 08:43)

Ja, so gesehen sind die Niederlande ein äußerst gefährliches Pflaster mit ihren Radwegnetzen. "Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe! (Winston Churchill)"


Nur das es einen deutlichen Unterschied in der baulichen Gestaltung gibt, Radwege in NL sind deutlich sicherer gebaut

http://cyclingfallacies.com/de/13/radwege-sind-gefaehrlich

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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon H2O » Sa 10. Jun 2017, 09:34

Ebiker hat geschrieben:(10 Jun 2017, 10:12)

Nur das es einen deutlichen Unterschied in der baulichen Gestaltung gibt, Radwege in NL sind deutlich sicherer gebaut

http://cyclingfallacies.com/de/13/radwege-sind-gefaehrlich



Gibt es ein gesetzliches Verbot, in D die selben Sicherheitstandards um zu setzen, die sich in NL bewährt haben? Müßte man vielleicht Verkehrsminister Dobrindt fragen?
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Teeernte » Sa 10. Jun 2017, 09:40

frems hat geschrieben:(09 Jun 2017, 20:53)

In der Tat sind Lkw ein großes Problem und häufig verantwortlich für verletzte und tote Fußgänger sowie Radfahrer. Es gibt bloß zwei Gründe, warum der Radstreifen trotz Nähe zum motorisierten Verkehr sicherer ist. Am häufigsten passieren die Unfälle nämlich, wenn ein Lkw (oder Bus, Pkw, ...) abbiegt und den Radfahrer übersieht..


Radfahrer sind ein caotisches System - das sich an keinerlei Bestimmungen oder gar die StVo hält. Da wo es gut zu fahren ist - und weniger geschützte Verkehrsteilnehmer befinden - da fährt der Radfahrer. Insbesondere "bremsen" vermeidet der geübte Radfahrer, Ausweichmanöver nach links und rechts sind die Folge. Innerhalb von einer Sekunde kann der Radfahrer so 1m Fläche nach links und rechts einnehmen.. anders als jeder Autofahrer - der bei GEfahr//Hindernis bremst.

Probleme gibt es da - wo der Radfahrer auf besser geschützte Systeme trifft. Städte wie Mannheim und Münster steuern deshalb einige Abbiege- und Radfahrer "geradeaus" -Spuren getrennt - und haben die Radfahrstreifen an Kreuzungen getrennt weit rechts Ampelgeführt.

Der Radfahrer ist im LKW Rückspiegel maximal so groß wie die blaue Mauritius - in der Geschwindigkeit des Radfahrers , die da nicht auszumachen ist.
Der LKW zeigt den Abbiegewunsch an - der Radfahrer IST 30m hinter dem LKW und könnte sehen - dass der LKW "fährt"....
Jedoch ist das "Ausweichverhalten" //Nichtbremsen - da sehr begrenzt... - eine Kurve die der Radfahrer nicht mehr hinbekommt - Bremsen könnte der ja - aber DAS ist in der Psychologie des Radfahrers NICHT drin.

Im Gegensatz zum Radfahrer ist dem GroßstadtAutofahrer das Lückenspringen angeboren. Der Hintere Fahrer MUSS Bremsen.

Trifft hier der nichtbremsende Radfahrer auf einen PKW - der mit Lenkeinschlag den Blinker rechts betätigt - wird der Radfahrer "umgenietet"....Platz ist rechts meistens nicht.

Getrennte Ampeln (rechtsabbiege/Fussgänger/Radfahrer) und lange feste Fahrspuren mit Spurwechselverbot könnten hier Abhilfe schaffen -

Stattdessen VERHEIZEN Verkehrsplaner - für die Autofreie Innenstadt - lieber Fussgänger und Radfahrer.....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Sa 10. Jun 2017, 10:08

Teeernte hat geschrieben:(10 Jun 2017, 10:40)

Radfahrer sind ein caotisches System - das sich an keinerlei Bestimmungen oder gar die StVo hält.


Da sind Autofahrer natürlich leuchtende Vorbilder. Pauschalisieren bringt gar nix, es gibt auf beiden Seiten schwarze Schafe, meistens sieht man nur die auf der anderen. Grundproblem der Autofahrer ist es Radfahrer nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer zu sehen. Sind sie aber.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Boracay » Sa 10. Jun 2017, 10:17

Ebiker hat geschrieben:(10 Jun 2017, 11:08)

Da sind Autofahrer natürlich leuchtende Vorbilder. Pauschalisieren bringt gar nix, es gibt auf beiden Seiten schwarze Schafe, meistens sieht man nur die auf der anderen. Grundproblem der Autofahrer ist es Radfahrer nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer zu sehen. Sind sie aber.


Sie sind keine gleichberechtigten Verkehrteilnehmner. Sie haben keinen Führerschein, sind oftmals nicht mal Erwachsen, zahlen keinerlei Steuern/Gebühren für die Fahrwege und halten sich sehr selten an Regeln (was am wohl auch am fehlenden Führerschein, Lebensalter oder einfach nur an Arroganz von typischen Linksgrünen liegt).

Ich fahre sehr gerne Rad am Wochenende mit den Kindern. Verstöße von anderen Radfahrern im Innenstadtbereich kann man alle 30sek beobachten.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Sa 10. Jun 2017, 10:26

Boracay hat geschrieben:(10 Jun 2017, 11:17)



Ich fahre sehr gerne Rad am Wochenende mit den Kindern. Verstöße von anderen Radfahrern im Innenstadtbereich kann man alle 30sek beobachten.


Von Autofahrern genau so. Und das Autofahrer mit ihren Steuern die Fahrwege bezahlen ist eine Legende, das würde niemals reichen. Von den Folgekosten falschen Verhaltens mal ganz abgesehen.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Boracay » Sa 10. Jun 2017, 10:51

Ebiker hat geschrieben:(10 Jun 2017, 11:26)

Von Autofahrern genau so. Und das Autofahrer mit ihren Steuern die Fahrwege bezahlen ist eine Legende, das würde niemals reichen. Von den Folgekosten falschen Verhaltens mal ganz abgesehen.


Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe geschrieben das Fahrradfahrer sich überhaupt nicht an den Kosten für die Verkehrsinfrastruktur beeidigen.

Nichts desto trotz befürworte ich sehr einen weiteren Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur. Schon alleine wegen des komplett gescheiterten ÖPNVs und sinnlosen außerhalb der Großstädte.

Vollwertige Verkehrsteilnehmer sind Radfahrer aber nicht.
Zuletzt geändert von Boracay am Sa 10. Jun 2017, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Radfahrstreifen im Straßenraum: ADAC gibt weiteres Dogma auf

Beitragvon Ebiker » Sa 10. Jun 2017, 10:56

Boracay hat geschrieben:(10 Jun 2017, 11:51)

Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe geschrieben das Fahrradfahrer sich überhaupt nicht an den Kosten für die Verkehrsinfrastruktur beeidigen.


Doch, das tun sie. Oder zahlen Radfahrer prinzipiell keine Steuern ?
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