Sammelstrang Raserei in Deutschland

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relativ
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon relativ » Fr 22. Apr 2016, 10:01

H2O hat geschrieben:(22 Apr 2016, 10:53)

Solche Kritik ist aber leicht zu ertragen; da geht es um die Gewöhnung. Am Ende meint dann ein Verkehrsteilnehmer: "Äh, sind denn jetzt keine Schulferien?", wenn er geblitzt wird. Das geht so schon in Ordnung!

Als mündiger Bürger möchte ich aber keine staatliche Verkehrserziehung, sondern ich baue auf mehr Einsicht in die Sinnfälligkeit einer Verwaltungsmaßnahme.

Es gibt aber zu viele "mündige Bürger" die, einmal hinter dem Steuer, nicht viel von Einsicht erkennen lassen. Die Beispiele dieser "mündigen Bürger" sieht man fast jeden Tag und fast überall.
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H2O
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon H2O » Fr 22. Apr 2016, 10:08

relativ hat geschrieben:(22 Apr 2016, 10:28)

...
Ja es gibt unnötige Radarfallen, aber ebenso gibt es auch Radarfallen die Sinn machen , weil sie an Unfallschwerpunkten ect. stehen. ...

Er wird natürlich sehr häufig an Schulen geblitzt.

Es gibt kaum Autofahrer die nicht mal geblitzt wurden, es geht doch hauptsächlich um diejenigen, die ständig rasen und somit ständig andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

Du willst doch jetzt nicht vom Thema ablenken, oder?


Genau um Schikanen geht es hier aber, und um die Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes in Blitzaktionen. Das ergibt sich schon aus der aufmüpfigen Überschrift des Strangs. Daß Rasern das Handwerk gelegt werden muß, das ist doch völlig unstrittig!

Wenn eine Überwachung halbwegs vernünftigen Zeitgenossen einleuchtet, dann würden wir uns hier kaum in diesem Sinne äußern. Ich meine, daß eine vernünftige Verwaltung darauf zu achten hat, daß die Mitbürger ihre verkehrsregelnden Maßnahmen überzeugt unterstützen. Das macht sicher Arbeit, verhindert aber eine kalte Verachtung für diese Maßnahmen.

Das Thema ist doch wohl, die Verhältnismäßigkeit von Polizeimaßnahmen an zu sprechen, auch mit Blick auf Verkehrsopfer. Sollen davon Radfahrer ausgenommen werden? Mit den "kriminellen Clans" tut sich ja inzwischen etwas... hoffentlich nachhaltig!
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon H2O » Fr 22. Apr 2016, 10:12

relativ hat geschrieben:(22 Apr 2016, 11:01)

Es gibt aber zu viele "mündige Bürger" die, einmal hinter dem Steuer, nicht viel von Einsicht erkennen lassen. Die Beispiele dieser "mündigen Bürger" sieht man fast jeden Tag und fast überall.


Meinen Sie, daß ich mich für uneinsichtige Zeitgenossen hier ins Zeug lege? Es geht darum, die Mitbürger nicht zu schikanieren. Daran muß die Verwaltung arbeiten. In vielen Bereichen hat das auch geklappt... etwa im Meldewesen oder in der Steuerverwaltung: Hilfsbereit und bürgernah.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon Wildermuth » Fr 22. Apr 2016, 10:16

Es gibt sehr wohl radfahrerkontrollen. Lass doch mal dein auto stehen und erleb was!

Die bussgelder sind allerdings vergleichsweise gering.

Neid ist ein schlechter ratgeber.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon H2O » Fr 22. Apr 2016, 10:17

relativ hat geschrieben:(22 Apr 2016, 10:57)

Der Streitpunkt liegt darin, die Gründe nachzuvollziehen, warum solche Maßnahmen gemacht werden. Klar liegt da auch nahe, daß sie Bußgelder einziehen, aber das erzieherische Argument ist eben auch nicht von der Hand zu weisen.
...

Das es in manchen Städten und Gemeinden Starenkästen gibt, deren Sicherheitssinn einem nicht sofort einleuchtet, ist auch klar. Nur sollte man dies schon zu trennen wissen.


Genau darum geht es: Der Gesichtspunkt "Verkehrssicherheit" muß immer klar erkennbar sein, dann wird nahezu jeder einsichtige Mitbürger daran mitwirken. Die Verwaltung muß aber peinlichst darauf achten, daß sie den gutwilligen Mitbürger nicht schikaniert. Das muß die Verwaltung sehr aufmerksam beobachten und zielstrebig vermeiden, meine ich.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon relativ » Fr 22. Apr 2016, 10:18

H2O hat geschrieben:(22 Apr 2016, 11:12)

Meinen Sie, daß ich mich für uneinsichtige Zeitgenossen hier ins Zeug lege? Es geht darum, die Mitbürger nicht zu schikanieren. Daran muß die Verwaltung arbeiten. In vielen Bereichen hat das auch geklappt... etwa im Meldewesen oder in der Steuerverwaltung: Hilfsbereit und bürgernah.

Ich fühle mich nicht übermäßig schikaniert, du etwa? Die Häufigkeit in der man in eine Blitzkontrolle, oder Blitzmarathon gerät ist doch sehr überschaubar. Natürlich geraten Vielfahrer und die "naturell born" Raser häufiger in solche Situationen und regen sich dementsprechend auf, fälschlicherweise eher nicht über sich selber, sondern über die Polizei.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon H2O » Fr 22. Apr 2016, 10:21

Wildermuth hat geschrieben:(22 Apr 2016, 11:16)

Es gibt sehr wohl radfahrerkontrollen. Lass doch mal dein auto stehen und erleb was!

Die bussgelder sind allerdings vergleichsweise gering.

Neid ist ein schlechter ratgeber.


Ja, das mag schon so sein. Werde diese Ereignisse im Kalender rot ankreuzen. Die sehr große Zahl des beobachtbaren Fehlverhaltens von Radfahrern spricht eine sehr deutliches Urteil über die tatsächliche Kontrolldichte.

Reden wir hier über Neid oder über vermeidbare Verkehrsopfer?
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon Julian » Fr 22. Apr 2016, 10:22

H2O hat geschrieben:(22 Apr 2016, 11:08)
Mit den "kriminellen Clans" tut sich ja inzwischen etwas... hoffentlich nachhaltig!


Ich bezweifle das, gerade in Nordrhein-Westfalen.

Da wird nach der jüngsten Eskalation mit Messerstechereien und Schießereien groß hinausposaunt, dass von nun an kriminelle Araberclans abgeschoben werden sollen. Warum aber ist dies bisher nicht passiert, und was soll nun plötzlich anders sein? Das ist doch alles nur für die Galerie.

Aus diesem Artikel geht die ganze Hilflosigkeit gegenüber einem seit 30 Jahren bestehenden Problem hervor:
http://www.derwesten.de/staedte/essen/s ... 49954.html

Interessanterweise ist die Doppelstrategie - Abschiebung von Straftätern, Integrationsangebote an andere - ein alter Hut. Ich befürchte, dass es so enden wird, dass viele derer, die bisher geduldet werden, eine Aufenthaltsberechtigung bekommen und dann gar nicht mehr abgeschoben werden können.

Wie einfach ist dagegen das Vorgehen gegen Raser - und es bringt auch noch Geld! Gell, Herr Jäger und Frau Kraft!
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon Wildermuth » Fr 22. Apr 2016, 10:31

H2O hat geschrieben:(22 Apr 2016, 11:21)

Ja, das mag schon so sein. Werde diese Ereignisse im Kalender rot ankreuzen. Die sehr große Zahl des beobachtbaren Fehlverhaltens von Radfahrern spricht eine sehr deutliches Urteil über die tatsächliche Kontrolldichte.

Reden wir hier über Neid oder über vermeidbare Verkehrsopfer?


Eigentlich darüber, dass organisierte kriminalität nicht verfolgt wird, in NRW das totale kriminelle chaos herrscht, weite gegenden ohne gesetz von kriminellen clans regiert werden und das alles nur, wegen des "blitzmarathons". Also, das eigentliche thema ist reiner quark.

Was verkehrsopfer betrifft... hm... wie hoch ist wohl die anzahl der toten, die von fussgänger totgetreten wurden? und von radfahrern? und von autos?

Also... sollten wir radfahrer mehr drangsalieren. Warum? Weil sie soviele tote verursachen? oder weil wir neidisch auf ihre flexibilität sind?
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon H2O » Fr 22. Apr 2016, 10:36

relativ hat geschrieben:(22 Apr 2016, 11:18)

Ich fühle mich nicht übermäßig schikaniert, du etwa? Die Häufigkeit in der man in eine Blitzkontrolle, oder Blitzmarathon gerät ist doch sehr überschaubar. Natürlich geraten Vielfahrer und die "naturell born" Raser häufiger in solche Situationen und regen sich dementsprechend auf, fälschlicherweise eher nicht über sich selber, sondern über die Polizei.


Doch, ich schon; ich bin im Laufe der Jahre mehrfach in ganz offensichtliche Fallen getappt, einmal in Sachsen bei Dresden, und zweimal in MeckPom auf Bundesstraßen, die durch Orte führen. Jedesmal so angelegt, daß man mit Gewaltbremsung anstatt Ausrollenlassen die Vorschrift hätte einhalten müssen. Für mich war die Schikane nachträglich gut zu erkennen; meine Schuld war auch nur gering, die Kosten ebenfalls gering, aber mich ärgert dieses Obrigkeitsverhalten sehr. Da wußten offensichtlich Beamte, daß dort viele Leute darauf hereinfallen, und anstatt den Punkt zu entschärfen, stellten sie ein Blitzgerät dort auf.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon relativ » Fr 22. Apr 2016, 11:08

H2O hat geschrieben:(22 Apr 2016, 11:36)

Doch, ich schon; ich bin im Laufe der Jahre mehrfach in ganz offensichtliche Fallen getappt, einmal in Sachsen bei Dresden, und zweimal in MeckPom auf Bundesstraßen, die durch Orte führen. Jedesmal so angelegt, daß man mit Gewaltbremsung anstatt Ausrollenlassen die Vorschrift hätte einhalten müssen. Für mich war die Schikane nachträglich gut zu erkennen; meine Schuld war auch nur gering, die Kosten ebenfalls gering, aber mich ärgert dieses Obrigkeitsverhalten sehr. Da wußten offensichtlich Beamte, daß dort viele Leute darauf hereinfallen, und anstatt den Punkt zu entschärfen, stellten sie ein Blitzgerät dort auf.

Hast du dich mal gefragt, warum dort Starenkästen stehen? Evt. stehen sie da nicht ohne Grund, weil diejenigen die dort leben, sich über die ständige Raserrei aufregen , z.B.
Das es wirklich auch mal willkürlich gestellte Kästen gibt, will ich gar nicht leugnen, aber ich behaupte mal, die sind eher selten, es wird nur mehr über diese gestritten.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon H2O » Fr 22. Apr 2016, 11:18

relativ hat geschrieben:(22 Apr 2016, 12:08)

Hast du dich mal gefragt, warum dort Starenkästen stehen? Evt. stehen sie da nicht ohne Grund, weil diejenigen die dort leben, sich über die ständige Raserrei aufregen , z.B.
Das es wirklich auch mal willkürlich gestellte Kästen gibt, will ich gar nicht leugnen, aber ich behaupte mal, die sind eher selten, es wird nur mehr über diese gestritten.


Sicher habe ich mich das gefragt, aber ich habe keine nachvollziehbare Begründung entdecken können. Auch nicht für die dort gut getarnte Anordnung einer Kamera. Da schien mir das Prinzip vor zu herrschen, daß man dort am ehesten eine große Zahl von gebührenpflichtigen Verwarnungen erzielen konnte. Fehlte nur noch, daß Beamte gefördert werden, die besonders viele Mitbürger in solche Falle locken können. Auf solche Gedanken kommt man doch nicht ganz von allein!

In einem Fall konnte ich meine Schadenfreude kaum zügeln: Da hatte ein wütender Zeitgenosse die hinter einem letzten Brückenpfeiler versteckte Kamera abgebaut und in die Peene geworfen. :D Ich war ein halbes Jahr zuvor zu meinem Ärger auch genau in diese Blitzfalle gelaufen. Ach ja, dort ist jetzt auch kein Blitzgerät mehr zu sehen! Einsicht?
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon jorikke » Fr 22. Apr 2016, 12:59

Wildermuth hat geschrieben:(22 Apr 2016, 10:00)

Hier hätten wir also ein beispiel für menschenverachtung ("sind die pest"), unzulässige pauschalisierung ("Radfahrer sind...") und ablenkung vom thema.
Was man nicht alles in einen einzigen satz falsch machen kann... kaum zu glauben...




Das wäre dann keine fahrlässige tötung mehr sondern totschlag oder sogar mord, da du es nachweislich vorher planst.

OK, du wertvolles mitglied der gesellschaft, vor wem willst du uns also warnen?


Ich gebe zu, den Vorsatzgedanken hatte ich auch. Hat er aber gar nicht vor. Er will sich lediglich so artikulieren.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon Kibuka » Sa 23. Apr 2016, 21:16

relativ hat geschrieben:(22 Apr 2016, 10:28)

Hätte er mal so geschrieben bzw. argumentiert, hat er aber nicht. Stattdessen hat er mal wieder Gott und die Welt und natürlich die linksgrünversifften Gutmenschen als Ursache ausgemacht.


Ich habe anhand von Fakten und Zahlen logisch argumentiert, warum die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben ist.

Von Gott und der Welt faselst in der Regel nur du. Du beschäftigst dich immer wieder nur mit deinen Diskussionspartnern, statt mit dem Inhalt ihrer Beiträge. Herausgesucht hast du dir exakt nur 1 Wort, von dem du dich wahrscheinlich persönlich angegriffen fühlst.

H2O ist einer der wenigen User, mit denen man noch vernünftig diskutieren kann. Du und deine verrückten Kollegen (aus dem linken Spektrum) hier, sind nur noch damit zu Gange, persönliche Debatten zu führen und im Zweifelsfall mit Nebelkerzen vom Thema abzulenken. Auf fremde Argumente, die nicht in eure Ideologie passen, geht ihr überhaupt nicht mehr ein.
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Re: "Tod den Rasern, Friede den Clans"

Beitragvon frems » Sa 23. Apr 2016, 21:39

Hier muss die Tage mal durchgewischt werden. Vermeintliche Clan-Probleme ohne verkehrlichen Bezug haben allgemein nichts im 4er Forum verloren und der Blitz-Marathon kann von speziellen Usern hier diskutiert werden: viewtopic.php?f=14&t=47371
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Re: Illegale Autorennen in Städten

Beitragvon frems » Mo 2. Mai 2016, 23:18

Bei Plasberg ging es vorhin scheinbar u.a. um Straßenrennen. Wird man sicherlich in einigen Stunden in der Mediathek finden.

Eine junge Frau radelt durch Köln. Sie ist 19 Jahre alt, heißt Miriam. Sie wird Opfer eines Unfalls. Oder sollte man sagen eines Totschlags? Zwei Halbstarke liefern sich ein Autorennen in der Innenstadt. Bei fast 100 Stundenkilometern verliert einer die Kontrolle über seinen Wagen, rast in Miriam. Das Mädchen stirbt später in der Klinik.

Die erste Ungeheuerlichkeit: Angeblich hat sich einer der Täter am Unfallort bei der Polizei beschwert, dass die Farbspuren, die den Unfall festhalten, die Felgen seines Autos beschädigen könnten. Die zweite Ungeheuerlichkeit: Beide Täter wurden jetzt für ihr Vergehen nur auf Bewährung verurteilt. Man muss nicht Angehöriger dieses Opfers sein, um richtig wütend zu sein – auch auf die deutsche Justiz.

„Hart aber fair“-Moderator fragt schon mal vorsorglich, mit dem richtigen Unterton, ob man überhaupt davon sprechen dürfe, dass die Teilnehmer der in Mode gekommenen illegalen Autorennen oft „junge Männer mit Migrationshintergrund und getunten Autos“ seien – wie auch die Täter im Fall Miriam. Wie auch im Fall des früheren Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma, der bei einem ähnlichen Fall seinen Sohn verlor. Auch diese Täter mussten nicht ins Gefängnis. [...]

Umgekehrt findet der neue Chef des Deutschen Richterbundes mannigfaltige Gründe, um die Richter gut dastehen zu lassen. Versteckt sich hinter Paragrafen. Bewertet das Benehmen des Täters, der sich um seine möglicherweise beschmierten Felgen sorgt, mit einem Satz wie diesem: „Das Verhalten am Tatort ist nicht juristisch, sondern nur moralisch zu sehen.“ Klingt komisch. Ist aber so. Überhaupt macht Herr Gnisa keine gute Bella Figura. Abständlich agiert er. Er gesteht zwar zu, „dass manche Täter mit einem Triumphgefühl den Gerichtssaal verlassen“. Beharrt aber auch darauf: „Bewährung ist nichts Lauschiges.“

Wie lauschig sich Fritz Schramma fühlt, der einen Sohn verloren hat, und Gabriele Karl, deren Tochter zum Mordopfer eines Sexualstraftäters wurde, mag man sich gar nicht ausdenken. „Wir leiden täglich“, erzählt Schramma. Er berichtet auch, wie die jungen Männer, die seinem Sohn das Leben nahmen, lachend den Gerichtssaal verlassen haben.

In der Schweiz werden Raser seit 2013 zu Gefängnisstrafen verurteilt, egal, ob sie Menschen Schaden zugefügt haben. Seither gingen die Delikte um etwa die Hälfte zurück. Ein abschreckendes Moment? Ja! Hierzulande freuen sich Einbrecher aus Albanien und Bulgarien und Rumänien (in den Heimatländern bereits vorbestraft) und Diebe aus Nordafrika (gut vernetzt mit Kumpels in der Heimat) über Richter, die es bei Ermahnungen belassen. Und kleinmachohafte Dummköpfe, wie all diese Straßenrennendeppen, die nicht ausreichend verurteilt werden, liefern ein gutes Vorbild für andere. Läuft doch! Also, rast weiter!
Fahrt Leute tot! Wird schon gut gehen!

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focu ... 93441.html

Scheinen ja paradiesische Zustände zu sein. Freie Fahrt für freie Bürger in der autogerechten Stadt -- solange sie am Steuer sitzen.
Labskaus!

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Re: Illegale Autorennen in Städten

Beitragvon Tom Bombadil » Di 3. Mai 2016, 07:20

Tja, Kuscheljustiz gibt es nunmal auch für bereifte Mörder.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Illegale Autorennen in Städten

Beitragvon frems » Sa 21. Mai 2016, 18:42

Im Tempolimitschildstrang sagte ja schon ein freier Bürger, jeder Mensch solle doch selbst entscheiden, wie schnell er fahren möchte. Das sei seine Freiheit wie die Religionsfreiheit. Fand ich irgendwie nett. Also so von der Weltanschauung her. Für so ein hohes Gut muss man dann auch Einschränkungen anderer Menschen in Kauf nehmen, z.B. gerade in Hagen:

In Hagen sind fünf Menschen zum Teil schwer verletzt worden, weil sich zwei Männer ein illegales Autorennen geliefert haben. Ein Sechsjähriger ringt noch mit dem Tod. Einer der beiden Raser flüchtete anschließend von der Unfallstelle. [...] Die Polizei geht bislang davon aus, dass sich die beiden Raser zuvor zufällig an einer Ampel begegnet waren - und sich nicht vorher für ein Rennen verabredet hatten.
http://www.rp-online.de/nrw/sechsjaehri ... -1.5991170

Also wie beim vorigen Fall ein Zufall. Dann dürfte es wohl auch ein Dududu vom Richter geben, selbst wenn eins der beiden Kinder noch sterben sollte.
Labskaus!

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Re: Illegale Autorennen in Städten

Beitragvon jack000 » Sa 21. Mai 2016, 20:25

frems hat geschrieben:Also wie beim vorigen Fall ein Zufall. Dann dürfte es wohl auch ein Dududu vom Richter geben, selbst wenn eins der beiden Kinder noch sterben sollte.

Der Beitrag gehört doch dann in den Kuscheljustiz-Strang?
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
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Re: Illegale Autorennen in Städten

Beitragvon frems » Sa 21. Mai 2016, 21:42

jack000 hat geschrieben:(21 May 2016, 21:25)

Der Beitrag gehört doch dann in den Kuscheljustiz-Strang?

Wieso? Man kann die Urteile doch als übertrieben empfinden, wenn Menschen nur ihr Recht auf selbst ausgewählte Geschwindigkeit wahrgenommen haben. Das ist legitim wie eine Bibel aufm Nachttisch.
Labskaus!

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