Privatisierung der Autobahnen geplant

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Wildermuth
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Wildermuth » Do 17. Nov 2016, 21:05

In der solidargemeinschaft zahlen die gesunden für die kranken mit der KV. Warum sollen nicht die radfahrer für die autofahrer zahlen? Aus solidarität. Wer sich ein altes damenrad leisten kann, der kann auch seinem chef helfen, das cabriolet seines sohnes zu finanzieren. Ist doch nur gerecht.
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Quatschki
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Quatschki » Do 17. Nov 2016, 21:22

Cat with a whip hat geschrieben:(17 Nov 2016, 13:12)
Dazu könnte der Staat günstige Tickets bei der Bahn und Bus subventionieren oder die Nutzung dieser Dienstleistung ganz kostenfrei stellen.

Die Bahn ist aber schon privatisiert.
Was wäre das für ein Irrsinn, wenn der Staat nun quasi die Kundenseite verstaatlicht und die komplette Leistung bei den privaten Betreibergesellschaften einkauft, um sie dann als freies öffentliches Gut unter die Leute zu schmeißen?
Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon frems » Do 17. Nov 2016, 21:35

Quatschki hat geschrieben:(17 Nov 2016, 21:22)

Die Bahn ist aber schon privatisiert.
Was wäre das für ein Irrsinn, wenn der Staat nun quasi die Kundenseite verstaatlicht und die komplette Leistung bei den privaten Betreibergesellschaften einkauft, um sie dann als freies öffentliches Gut unter die Leute zu schmeißen?

Die Bahn gehört zu 100% dem Staat. Ist mit Eurer DVB AG bzw. der Technische Werke Dresden GmbH doch nicht anders. Da hat sich nur die Rechtsform geändert, aber nicht der Eigentümer.
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Quatschki » Do 17. Nov 2016, 22:04

frems hat geschrieben:(17 Nov 2016, 21:35)

Die Bahn gehört zu 100% dem Staat. Ist mit Eurer DVB AG bzw. der Technische Werke Dresden GmbH doch nicht anders. Da hat sich nur die Rechtsform geändert, aber nicht der Eigentümer.

Viele Strecken und Rangierbahnhöfe sind komplett verkauft, auf anderen fahren nur Private.
Und der Börsengang ist nicht vom Tisch, nur ausgesetzt.

Aber die Eisenbahn ist historisch gesehen ein gutes Beispiel.
Am Anfang waren das alles private Gesellschaften.
Dann aber wurde klar, dass niemand investieren will in Viadukte oder Tunnel, Taleinschnitte oder Dämme, die sich erst nach 50 oder 100 Jahren amortisieren, und dass eine Mischkalkulation und Quersubventionierung nötig ist, um auch Nebenbahnen erschließen zu können, deren gesellschaftlicher Nutzen wohl vorhanden war, sich aber nicht in Form von Rentabilität betriebswirtschaftlich abbilden ließ.
Also hat man alle Bahnen verstaatlicht.
Und Hitler hat die Verwaltung der neuen Reichsautobahnen der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft angegliedert.
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon frems » Do 17. Nov 2016, 22:08

Quatschki hat geschrieben:(17 Nov 2016, 22:04)

Viele Strecken und Rangierbahnhöfe sind komplett verkauft, auf anderen fahren nur Private.
Und der Börsengang ist nicht vom Tisch, nur ausgesetzt.

Aber die Eisenbahn ist historisch gesehen ein gutes Beispiel.
Am Anfang waren das alles private Gesellschaften.
Dann aber wurde klar, dass niemand investieren will in Viadukte oder Tunnel, Taleinschnitte oder Dämme, die sich erst nach 50 oder 100 Jahren amortisieren, und dass eine Mischkalkulation und Quersubventionierung nötig ist, um auch Nebenbahnen erschließen zu können, deren gesellschaftlicher Nutzen wohl vorhanden war, sich aber nicht in Form von Rentabilität betriebswirtschaftlich abbilden ließ.
Also hat man alle Bahnen verstaatlicht.
Und Hitler hat die Verwaltung der neuen Reichsautobahnen der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft angegliedert.

Du scheinst da was mit der Privatisierung nicht verstanden haben. Nur weil auf den staatseigenen Trassen wenige Privatwagen (insb. im SGV) verkehren, heißt das nicht, dass die DB komplett Privaten gehört. Eine AG ist das Unternehmen schon. Bloß gehören alle Anteile dem Bund.
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 18. Nov 2016, 10:08

Cat with a whip hat geschrieben:(17 Nov 2016, 13:12)

Das nutzungsbeszogene Argument ist völlig beliebig. Das kann man fast überall nach belieben anwenden, denn fast keine Einrichtung wird von allen aktiv genutzt. Kann man auch beim öffentlichen Rundfunk anwenden. Letztedlich profitieren von der allgemeinen und freien Strassenbenutzung alle, auch diejenigen die unmittelbar und mittelbar in der angeschlossenen Kette der getätigten Fahrten stehen. Und Mobilität ist numal ein Grundpfeiler unserer modernen Gesellschaft.

Das ist schon richtig. Solange es Dienste betrifft, die man in irgendeiner Art als "Grundversorgung" ansehen kann. Ob nun Autobahnen, Bundesliga oder Opernhäuser im Gegensatz zu Bildungswesen oder Nahverkehr als "Grundversorgung" anzusehen sind ist aber die Frage. Aus meiner Sicht nicht.
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Cat with a whip » Mo 21. Nov 2016, 20:27

Bundeswirtschaftsminister Gabriel versucht offenbar entgegen der eigenen Verlautbarungen für Privatisierung doch eine Hintertür offen zu halten.

Privatisierungskritiker sind trotz Gabriels Absage allerdings keineswegs beruhigt. Denn der Wirtschaftsminister geht damit zwar über einen Beschluss der Ministerpräsidenten der Länder hinaus, die nur eine Privatisierung der Autobahnen selbst, nicht aber der Gesellschaft ausgeschlossen hatten. Aber eine weitere, besonders umstrittene Form der Teilprivatisierung schließt auch Gabriel nicht aus: öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), bei denen private Investoren Bau und Betrieb einzelner Autobahnteilstücke übernehmen und im Gegenzug an den dort erzielten Mauteinnahmen beteiligt werden.

Auf die Anfrage der taz, ob Gabriels Absage an Privatisierungen sich auch auf ÖPP beziehe, erklärte ein Ministeriumssprecher, zu solchen Detailfragen wolle man sich derzeit nicht äußern. ÖPP-Projekte seien aber das eigentliche Ziel der Finanzbranche, meint der Sprecher der Initiative „Gemeingut in BürgerInnenhand“, Carl Waßmuth.

„Der Streit über die Teilprivatisierung der Straßengesellschaft ist nur ein Scheingefecht“, sagte er. „Das ganze Geld, das diese Gesellschaft aus Steuern und Mautgebühren erhält, kann über ÖPP-Projekte auch ohne Teilverkauf privaten Investoren zugeführt werden.“ Und durch die Auslagerung in eine externe Gesellschaft hätten Parlamente dabei künftig noch weniger Informations- und Mitspracherechte als bisher, so Waßmuth.


http://www.taz.de/Privatisierung-von-In ... /!5356179/
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon jack000 » Mo 21. Nov 2016, 21:21

Cat with a whip hat geschrieben:(21 Nov 2016, 20:27)

Bundeswirtschaftsminister Gabriel versucht offenbar entgegen der eigenen Verlautbarungen für Privatisierung doch eine Hintertür offen zu halten.



http://www.taz.de/Privatisierung-von-In ... /!5356179/

Eine Privatisierung der Autobahnen kann erst dann stattfinden, wenn CDU und SPD zusammen weniger als 50% bei der nächsten Btw-Wahl bekommen ...
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Cat with a whip » Di 22. Nov 2016, 01:16

Ich denke nicht dass die Mehrheit der Wähler für eine Maut und die Privatisierung ist.
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Ger9374 » Di 22. Nov 2016, 05:10

Ich lehne Privatisierung von Infrastruktur ab.Grundsätzlich sind Privateigner an Gewinnen Interessiert. Da kann dann erhalt oder Ausbau von Infrastruktur schon mal zurückgestellt werden um höhere Gewinne kurzfristig zu erwirtschaften.
Auch ist der Privatisierungs Effekt nur ein kurzfristiger. Und in der Infrastruktur ist langfristiges denken von Vorteil für den Steuerzahler.Das Problem ist nur das dieser
Haufen von Politikern zu Lobbyisten Vereinen verkommt. Weitsicht und Steuerzahler Interessen
Nicht mehr vorrangig sind.Und das für mich grösster unding, die gesamten Einnahmen aus Kfz Steuern, Maut, Privatisierungen,alles was wie schon mal von anderen Usern angeführt wird im grossen Topf Staatshaushalt ohne Zielrichtung wieder raus gehauen.Abgreifen der grossen Wurst und dann nur kleine Scheibchen zurück!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon frems » Mo 28. Nov 2016, 23:43

von Bomhard: Wir suchen Alternativen und würden daher zum Beispiel gern mehr
in Infrastruktur investieren. Das läge im Interesse unserer Versicherten, aber es wäre
auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Ein Beispiel: Warum soll der Staat neue Schulden
machen, die zu Lasten der nächsten Generation gehen, wenn wir Versicherer neue
Autobahnen finanzieren und betreiben könnten?
Private können solche Projekte in der
Regel auch effizienter managen als die öffentliche Hand. Man muss sich viel öfter fragen,
an welcher Stelle der Daseinsvorsorge man wirklich Steuergelder einsetzen will oder muss,
Autobahnen gehören, auch mit Blick auf deren Nutzer, nicht zwingend dazu.

http://pdf.zeit.de/wirtschaft/2016-11/n ... g-ergo.pdf

Dieser Altruismus... :thumbup:
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Ger9374 » Mo 28. Nov 2016, 23:56

Was glaubt ihr wie geil die investoren auf die Autobahnen sind!Die sind wahre Gelddruckmaschinen für diese Geier!!!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon frems » Mo 28. Nov 2016, 23:58

Die Allianz hat den zukünftigen Generationen schon vor zwei Jahren ein großartiges Angebot gemacht:

Marode Straßen und zugleich niedrige Zinsen bringen die Finanzindustrie auf neue Anlageideen. So kann sich der Versicherer Allianz Investitionen in deutsche Autobahnen vorstellen. "Wenn der Staat die Rahmenbedingungen schafft, stehen wir bereit", sagte Markus Faulhaber, Chef der Allianz Lebensversicherung, dem "Tagesspiegel". Das Unternehmen habe bereits Autobahnstrecken in Irland, Frankreich und Belgien finanziert. "Wir würden das natürlich auch gern in Deutschland tun", sagte Faulhaber.

Auch über die Rendite habe man sich bereits Gedanken gemacht. "Wenn wir Eigenkapital einsetzen, erwarten wir schon etwa sieben Prozent, bei riskanteren Investments auch mehr", sagte der Versicherungsmanager. Das Unternehmen brauche "Sicherheit, dass sich unsere Investition rechnet".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 95595.html
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Cat with a whip » Mi 18. Jan 2017, 18:50

Die korrupte Regierung Merkel hält in neuen Gesetzentwurf der Privatisierung des Staatseigentums Hintertürchen offen. Damit erweist sich Schäuble erneut als Betrüger.
Der Bundesrechnungshof warnt vor Privatisierung durch Hintertür und bezweiflet dass Regierung und Parlament die Hoheit über Autobahnen behalten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 30589.html

Krasserweise ist die CDU dennoch in Umfragen im Aufwind.
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon Cat with a whip » Fr 24. Mär 2017, 20:11

Pünklich zur mitgetragenen Ausländermaut, die natürlich dazu gedacht ist den Weg in die Privatisierung der Autobahnen (egal welches Modell) zu ebnen, versucht die SPD noch Schlupflöcher zu mindern.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 40312.html
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Re: Privatisierung der Autobahnen geplant

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 25. Mär 2017, 09:40

In D sind z.Z. 2.912Tsd. LKW (lt. Statista) zugelassen. Den Schaden, den LKW durch ihr hohes Gewicht und abhängig von der Geschwindigkeit anrichten wird unterschiedlich in PKW umgerechnet - es gibt höhere Zahlen, gestern im BT war die Rede von einem "Schadensäquivalent" von 60.000 Pkw/LKW.

So werden oberflächlich betrachtet aus 2,912 Millionen 174,72 Milliarden "Äquivalenz PKW" - der "Park" an realen PKW liegt bei ~45 Millionen oder 0,045 Milliarden anders dargestellt. Die tatsächliche "Mobilität" dieser PKW-Flotte liegt zwischen 8 und 5% (im Durchschnitt). :rolleyes:

Da ich keine Lust habe die genau gefahrenen km die auf BA von LKW der hohen Gewichtsklassen zu eruieren (die meisten hier interessieren sich eher nicht für exakte Fakten) nehme ich einfach an, die errechneten 174,72 Milliarden "Äquivalenz PKW" führen ebenfalls nur zu 8% der Zeit tatsächlich und dann auf der BA. Ergibt immer noch erstaunliche 13,9776 Milliarden "Äquivalenz PKW" die den realen 0,045 Milliarden PKW (100%) gegenüberstehen :?

Oder anders ausgedrückt jedem realen PKW (wovon nur tatsächliche ~8% Fahrleistung im Durchschnitt anfallen) stehen ~311 tatsächlich fahrende "Äquivalenz PKW" gegenüber. Man muss nun kein Mathematiker sein, um zu verstehen, wer über die KFZ-Steuer (die fällt ja an, gleichgültig ob eine KFZ fährt oder zum "ruhenden Verkehr" zählt) mehr in den Steuertopf einzahlt. Schließlich zahlt ein LKW nur für einen LKW und nicht für die sehr heruntergerechneten 316 "Äquivalenz PKW" KFZ Steuern.

Ich habe bewusst so niedrig angesetzt, obwohl das Verhältnis "Nutzung vs. Stillstand (Parken, Ladevorgänge)" bei LKW wesentlich höher als die zugrunde gelegten 8% ausmacht. Kann also in der "Realität" nur höher ausfallen :dead:

Über eine PKW-Maut (die LKW-Maut ist ja bereits in Anwendung) wird also noch einmal der LKW-Verkehr "quersubventioniert". User fems hat ja schon jede Menge realer Steuerverwendung in diesem Zusammenhang aufgezeigt. Da unklar ist, welche Anteile der Steuerrückerstattung tatsächlich für PKW-Eigner durch ihre tatsächliche Nutzung der BA "rückvergütet wird", ist dieses Modell eine wunderbare Verschleierung von zukünftigen Geldflüssen. Wer zahlt, ist weitgehend klar - die Masse der Steuerpflichtigen - wer gewinnt - wer aus diesem ersten Versuch, auch das Straßennetz zu privatisieren als "Sieger" hervorgeht - steht noch nicht in allen Einzelheiten fest.

Tendenziell eine weitere Methode der privaten noch asozialeren Abschöpfung ohne den geringsten volkswirtschaftlichen Nutzen. Jede Kostenerhöhung für eine breite Bevölkerungsschicht verringert die Kaufkraft des Binnenmarktes. Das dabei (falls dieser Teil überhaupt klappt und kein Nullsummenspiel ist), auch Ausländern in die Tasche gegriffen wird, steht allein schon von der Größenordnung ~ +500 Millionen in keinem vernünftigen Verhältnis zu Aufwand und der schon erwähnten verringerten Kaufkraft.

Die noch mautfreien Nachbarländer werden "sich anpassen" und Grenzpendler werden so weiter durch diesen "Obolus" die verringerte inländische Kaufkraft "mehren".... :thumbup:
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)

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