Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Misterfritz » Sa 12. Nov 2016, 19:05

frems hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:00)
Rentner haben häufiger einen Pkw als junge Arbeitnehmer. Das liegt daran, dass Rentner oft der Generation Bildungskatastrophe angehören und die Jungen heute besser gebildet sind als jede Generation vor ihnen. Mit einfachen Zahlen und den Grundrechenarten kommen sie klar. Personen über 50 nur selten. Das siehst Du ja hier im Strang.
das möchte ich arg bezweifeln. wenn ich mir unsere azubis ansehe, die alle vor einstellung einen kleinen test machen müssen, dann ist deren bildung irgendwo in der 5. klasse stehengeblieben.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 12. Nov 2016, 19:09

teddys home hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:05)

das möchte ich arg bezweifeln. wenn ich mir unsere azubis ansehe, die alle vor einstellung einen kleinen test machen müssen, dann ist deren bildung irgendwo in der 5. klasse stehengeblieben.


Solange die in der Stadt wohnen und aufs Auto verzichten haben die gefälligst als gebildet zu gelten. ;)
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 12. Nov 2016, 19:09

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Nov 2016, 09:57)

Ortsteil von Oberhausen/Rheinland. Das Beste ist ja daß man die Innenstadt quasi zum sterben verurteilt hat und dann 300 Meter weiter einen Riesenparkplatz mit den üblichen Filialisten drum herum gebaut hat. Kannst dir vorstellen wie sauer die alteingesessenen Geschäftsleute in ihrer verkehrsberuhigten Zone sind. Die Kommunen machen wirklich ziemlich viel Mist.

Städte sind eben keine Naturschutzgebiete. Wandel gehört dazu. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. So entsteht Platz für Neues, z.B. Wohnraum für Leute, die sich über verkehrsberuhigte Gebiete freuen. Darüber ärgern sich dann nur notorische Raser.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 12. Nov 2016, 19:12

teddys home hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:05)

das möchte ich arg bezweifeln. wenn ich mir unsere azubis ansehe, die alle vor einstellung einen kleinen test machen müssen, dann ist deren bildung irgendwo in der 5. klasse stehengeblieben.

Die Azubis, die ihr haben wollt, werden Ingenieure, Ökonomen, Ärzte, Juristen, Informatiker. Ausbildung ist unsexy für Leute mit Grips. War auch mal anders. Aber nun ist das halt so.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 12. Nov 2016, 19:16

JJazzGold hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:09)

Solange die in der Stadt wohnen und aufs Auto verzichten haben die gefälligst als gebildet zu gelten. ;)

So einfach ist das nicht, leider. Das ist der Fehler von bildungsfernen Menschen: wenn man Ihnen sagt, dass die Welt nicht schwarz ist, gehen sie davon aus, sie müsse weiß sein. Aber sie merken, dass sie nicht weiß ist und sind völlig verwirrt. Ausgang war ja die Dorf-Azubi-Aussage, wer kein Auto hat, kann sich keins leisten und das sei der einzige Grunde, warum er ohne Pkw. Deshalb haben in Bitterfeld ja auch mehr Leute einen Pkw als in Zürich, Kopenhagen oder Paris. :p
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 12. Nov 2016, 19:23

frems hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:16)

So einfach ist das nicht, leider. Das ist der Fehler von bildungsfernen Menschen: wenn man Ihnen sagt, dass die Welt nicht schwarz ist, gehen sie davon aus, sie müsse weiß sein. Aber sie merken, dass sie nicht weiß ist und sind völlig verwirrt. Ausgang war ja die Dorf-Azubi-Aussage, wer kein Auto hat, kann sich keins leisten und das sei der einzige Grunde, warum er ohne Pkw. Deshalb haben in Bitterfeld ja auch mehr Leute einen Pkw als in Zürich, Kopenhagen oder Paris. :p


Doch, doch, frems, das ist so einfach. Du hast den Kontrast schon richtig herausgearbeitet.
In einer Gesellschaft mit bildungsfernen Rentnern mit PKW bilden junge Städter ohne PKW die Bildungsschicht.

Ich fahre meinen Benz, weil ich ihn mir leisten kann und will. Da siehst Du mal, wie weit man es, aus einer bildungsfernen, von Arithmetik verschonten Generation stammend, bringen kann.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 12. Nov 2016, 19:30

JJazzGold hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:23)

Doch, doch, frems, das ist so einfach. Du hast den Kontrast schon richtig herausgearbeitet.
In einer Gesellschaft mit bildungsfernen Rentnern mit PKW bilden junge Städter ohne PKW die Bildungsschicht.

Ich fahre meinen Benz, weil ich ihn mir leisten kann und will. Da siehst Du mal, wie weit man es, aus einer bildungsfernen, von Arithmetik verschonten Generation stammend, bringen kann.

Cum hoc ergo propter hoc. Vor Monokausalitäten und Scheinkorrelationen sollte man sich hüten, egal ob man zur Generation Bildungskatastrophe gehört oder nicht. Zudem lebst Du in der Prärie. Da ist ein Pkw halt bequemer. Hab ich ja nicht anders gemacht, als ich in so traurigen Orten lebte.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 12. Nov 2016, 19:35

frems hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:30)

Cum hoc ergo propter hoc. Vor Monokausalitäten und Scheinkorrelationen sollte man sich hüten, egal ob man zur Generation Bildungskatastrophe gehört oder nicht. Zudem lebst Du in der Prärie. Da ist ein Pkw halt bequemer. Hab ich ja nicht anders gemacht, als ich in so traurigen Orten lebte.


Es muss in der Tat ein trauriger Ort sein, wenn für den qm Bauland nur schlappe EUR 1500.- fällig werden.
Kein Wunder, dass sich da solche Bildungskatastrophen wie ich ansiedeln. Wir können uns die Stadt schlicht nicht leisten.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 12. Nov 2016, 19:41

JJazzGold hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:35)

Es muss in der Tat ein trauriger Ort sein, wenn für den qm Bauland nur schlappe EUR 1500.- fällig werden.
Kein Wunder, dass sich da solche Bildungskatastrophen wie ich ansiedeln. Wir können uns die Stadt schlicht nicht leisten.

Ich glaub schon, dass Du gebildet genug bist, um zu wissen, dass statistische bzw. repräsentative Durchschnitte keine Rückschlüsse auf ein Individuum geben. Du bist doch aus dem Westen und nach 45 geboren. :?:
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Misterfritz » Sa 12. Nov 2016, 20:59

frems hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:41)

Ich glaub schon, dass Du gebildet genug bist, um zu wissen, dass statistische bzw. repräsentative Durchschnitte keine Rückschlüsse auf ein Individuum geben. Du bist doch aus dem Westen und nach 45 geboren. :?:
wie wird man eigentlich in so kurzer zeit (also in jahren, die du auf der welt bist), so eine pappnase, die meint, alles besser zu wissen? das kenne ich bisher nur von jungen liberalen, manchmal auch von jungen cdu-lern ....
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 12. Nov 2016, 21:08

teddys home hat geschrieben:(12 Nov 2016, 20:59)

wie wird man eigentlich in so kurzer zeit (also in jahren, die du auf der welt bist), so eine pappnase, die meint, alles besser zu wissen? das kenne ich bisher nur von jungen liberalen, manchmal auch von jungen cdu-lern ....

Floskeln neu denken und mit Leben füllen.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Alter Stubentiger » So 13. Nov 2016, 10:31

frems hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:09)

Städte sind eben keine Naturschutzgebiete. Wandel gehört dazu. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. So entsteht Platz für Neues, z.B. Wohnraum für Leute, die sich über verkehrsberuhigte Gebiete freuen. Darüber ärgern sich dann nur notorische Raser.

Du bist gut im Schönreden. Das "Neue" besteht aus Kik, dänisches Bettenlager, Aldi, Edeka, DM und Boniland.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Alter Stubentiger » So 13. Nov 2016, 10:36

frems hat geschrieben:(12 Nov 2016, 19:12)

Die Azubis, die ihr haben wollt, werden Ingenieure, Ökonomen, Ärzte, Juristen, Informatiker. Ausbildung ist unsexy für Leute mit Grips. War auch mal anders. Aber nun ist das halt so.


Es werden eher zuviele Leute Soziologen, Politologen, Germanisten, Anglizisten und Philosophen. Und die grübeln dann darüber nach wie es geschehen konnte daß es keine guten Dachdecker mehr gibt die ihnen das Dach ihrer Denkerstube fachgerecht sanieren können.

Du bist ganz schön abgehoben.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Alter Stubentiger » So 13. Nov 2016, 10:38

teddys home hat geschrieben:(12 Nov 2016, 20:59)

wie wird man eigentlich in so kurzer zeit (also in jahren, die du auf der welt bist), so eine pappnase, die meint, alles besser zu wissen? das kenne ich bisher nur von jungen liberalen, manchmal auch von jungen cdu-lern ....

Wahrscheinlich ewiger Student im Hotel Mama.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Billie Holiday » So 13. Nov 2016, 11:09

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Nov 2016, 10:36)

Es werden eher zuviele Leute Soziologen, Politologen, Germanisten, Anglizisten und Philosophen. Und die grübeln dann darüber nach wie es geschehen konnte daß es keine guten Dachdecker mehr gibt die ihnen das Dach ihrer Denkerstube fachgerecht sanieren können.

Du bist ganz schön abgehoben.


Dafür kann man im Taxi schöne Unterhaltungen führen. :)
Wer benötigt denn Handwerker, das ist so prollig.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Teeernte » So 13. Nov 2016, 13:13

Billie Holiday hat geschrieben:(13 Nov 2016, 11:09)

Dafür kann man im Taxi schöne Unterhaltungen führen. :)
Wer benötigt denn Handwerker, das ist so prollig.


In einer "fremden" Stadt ....sehe ich das genau so...

Aber jeden Tag auf Arbeit ? ....oder zu einem Standard-Lehrgang ?


Auch in Humbug brechen die jungen Leute die Ausbildung ab und sind dann Arbeitslos...

So sollen Ausbildungsabbrüche verhindert werden. Die Agentur für Arbeit Hamburg hat zudem ihr Personal im Bereich der Ausbildungsvermittlung aufgestockt

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Unterstützung junger Menschen, die sich aufgrund vielfältiger Probleme noch nicht auf Ausbildung und Beschäftigung konzentrieren können. D


Dafür werden dann junge Spanier nach HUMUBUG importiert - denn irgendwer muss ja die Arbeit machen....

Junge Südeuropäer suchen Berufschancen im Norden. Hamburger Firmen profitieren und besetzen freie Lehrstellen.


In Ermangelung von GELD - kommen diese natürlich auch OHNE Auto.

...und ein weiterer Aspekt kommt vor allem in HUMBUG hinzu:

(Zu "intelligent"... :D :D :D :D )

Auch Furkan Çunkal hatte den Traum, bereits mit 17 Jahren seinen Führerschein in den Händen zu halten. Nun ist dieser Traum allerdings bereits zum vierten Mal geplatzt. Nach 20 Minuten Fahrzeit hat ihn in der Prüfung ein unvorhergesehener Spurwechsel aus der Bahn geworfen. Seit fast einem Jahr nimmt er Unterricht, hat bereits 2600 Euro investiert – und ist ziemlich niedergeschlagen. "Ich überlege, ob ich jetzt mal eine Pause einlege, um den Kopf frei zu bekommen – und um mich ganz aufs Abi zu konzentrieren", sagt der 18 Jahre alte Schüler.

Furkan Çunkal ist in guter Gesellschaft, denn über 40 Prozent aller Führerscheinprüflinge sind im vergangenen Jahr in Hamburg in der ersten praktischen Fahrprüfung durchgefallen (im Jahr 2012 waren es deutschlandweit 35,9 Prozent). "Kaum ein Fahrschüler kommt vorbereitet in die Fahrstunde", sagt Sabine Darjus. "Zumeist ist es ein fließender Übergang von der Schule, vom Sport – direkt ins Auto."
http://www.abendblatt.de/ratgeber/auto- ... teuer.html
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Texas41 » So 13. Nov 2016, 20:54

frems hat geschrieben:(12 Nov 2016, 18:54)

Auch das wird Dir Gott verzeihen, denn es ist sein Job. Mit dem Pkw in den Urlaub zu fahren, deutet auf einen kompletten Kontrollverlust über das eigene Leben hin.


Die Leseschwäche liegt wohl eher auf Deiner Seite, denn ich habe NIRGENDS geschrieben, daß ich jedes Mal mit de Auto in den Urlaub fahre! Nichts desto trotz tun dies sehr viele Deutsche! Abgesehen davon gäbe es auch innerhalb Deutschlands mehr als genügend Strecken, die mit der Bahn oder dem Flieger deutlich teurer oder zeitintensiver zu absolvieren wären als mit dem guten alten KfZ!

1. Naja, eigentlich müsste man Schmerzensgeld dafür kriegen, aufm Land zu leben, aber sei's drum. Leider ist Dir wohl nicht bewusst, dass es auch andere Lebenssituationen gibt. In Großstädten sind Zeit und Erschließung die Hauptgründe, warum Leute den ÖPNV nutzen. Nicht der Preis.


Ich habe nirgends abgestirtten, daß es Lebenssituationen gibt, in denen es günstiger wäre, in einer Stadt zu wohnen. Das trifft jedoch für mich nicht zu und ich weiß gar nicht, wie oft ich es noch versuchen soll, Dir zu verklickern, aber ich habe eine IMMENSE Zeitersparnis dadurch, daß ich nicht in der Stadt wohne!

2. In ostdeutschen Käffern, die Einwohner verlieren, zahlst Du nie und nimmer 10 Euro kalt pro Quadratmeter. Eher die Hälfte. Erst recht bei der Größe. Und die Nebenkosten blendest Du bei Eigentumswohnungen ja auch aus. Lerne zu rechnen. Es ist nicht schwierig.


Leseschwäche und keine Ahnung vom Osten - paßt ja gut zusammen! Es geht um kein Kaff sondern um eine Stadt von 230.000 Einwohnern! Und wenn Du nicht in eine Neubaubude oder ein Randgebiet ziehen möchtest sondern in eine gute Wohnlage dann zahlst Du für eine 100qm+ Wohnung auch deine 8-10 Euro kalt!

3. Du bist vermutlich im Osten zur Schule gegangen, oder? 300/2 -> 150 -> -50 -> 100 -> *12 = 1200.


Ich weiß ja, daß das Bildungssystem in diesem Staat unter aller Sau ist, aber daß die Leute nicht Mal die Grundrechenarten beherrschen ist schon seltsam! 2 Monatskarten a 52 Euro ergibt 1248 Euro im Jahr und das ist laut DDR-Bildungssystem mehr als 1200 Euro :cool:

Milchmädchenrechnung halt. Dann rechne halt auf 50 Jahre. Sparst trotzdem kein Geld. Zahlst halt für einen Traum viel drauf und das ist völlig okay.


Und wieder beweist Du dein Defizit in den Grundrechenarten! Auch wenn ich während der Zeit, die ich an die Bank abdrücke Minus machen sollte (was ich mehr als bezweifle!), mußt Du mir Mal vorrechnen, wie ich draufzahle wenn ich nicht mehr an eine Bank abdrücke?

In Sachen der Nebenkosten kann ich es gern ein 2. Mal schreiben: die Nebenkosten sind alle günstiger als in der Stadt und aus diesem Grund stellte ich den Vergleich nur mit der Kaltmiete an! Müllgebühren, Abwasser und Versicherungen sind günstiger als in der Stadt! Dazu bin ich nicht gezwungen, monatlich einen Kabelanbieter zu zahlen, da ich eine Satellitenschüssel auf dem Dach habe. Zudem habe ich freie Kontrolle über alle Nebenkosten! Ich zahle nicht monatlich für den Hausmeister, die Straßenreinigung oder den Strom, den andere Bewohner des Hauses im Hausflur verbrauchen, für den ich in einer Mietwohnung zahlen müßte! Dazu zahle ich Heizkosten nur nach Verbrauch und nicht zu 30% nur nach der Größe der gemieteten Wohnung, wie es in Mietwohnungen Usus ist!
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Mo 14. Nov 2016, 03:11

Texas41 hat geschrieben:(13 Nov 2016, 20:54)

Die Leseschwäche liegt wohl eher auf Deiner Seite, denn ich habe NIRGENDS geschrieben, daß ich jedes Mal mit de Auto in den Urlaub fahre! Nichts desto trotz tun dies sehr viele Deutsche! Abgesehen davon gäbe es auch innerhalb Deutschlands mehr als genügend Strecken, die mit der Bahn oder dem Flieger deutlich teurer oder zeitintensiver zu absolvieren wären als mit dem guten alten KfZ!

Ich sagte auch nicht, dass Du immer mit dem Auto in den Urlaub fährst. Das steht nirgends. Und klar, wenn man so lustig rechnet ("70 statt 300 Euro für den Pkw im Monat"), dann ist das sicherlich "günstiger".



Ich habe nirgends abgestirtten, daß es Lebenssituationen gibt, in denen es günstiger wäre, in einer Stadt zu wohnen. Das trifft jedoch für mich nicht zu und ich weiß gar nicht, wie oft ich es noch versuchen soll, Dir zu verklickern, aber ich habe eine IMMENSE Zeitersparnis dadurch, daß ich nicht in der Stadt wohne!

Du sollst mir das gar nicht verklickern. Ich hab noch immer kein Problem damit, wenn Leute im Speckgürtel leben, ob zur Miete oder im Eigentum.


Leseschwäche und keine Ahnung vom Osten - paßt ja gut zusammen! Es geht um kein Kaff sondern um eine Stadt von 230.000 Einwohnern! Und wenn Du nicht in eine Neubaubude oder ein Randgebiet ziehen möchtest sondern in eine gute Wohnlage dann zahlst Du für eine 100qm+ Wohnung auch deine 8-10 Euro kalt!

Nicht in einem schrumpfenden Nest ohne attraktive Jobs. Keine Ahnung, ob Du Magdeburg meinst, aber da zahlt man auch in der Altstadt (inkl. Stellplatz, Baujahr 2015) nur die Hälfte: https://www.immobilienscout24.de/expose/91270040


Ich weiß ja, daß das Bildungssystem in diesem Staat unter aller Sau ist, aber daß die Leute nicht Mal die Grundrechenarten beherrschen ist schon seltsam! 2 Monatskarten a 52 Euro ergibt 1248 Euro im Jahr und das ist laut DDR-Bildungssystem mehr als 1200 Euro :cool:

Das war die Differenz. Pro Person zahlst Du 150 statt 50 Euro. Der Unterschied zwischen Pkw und ÖPNV sind somit 100 Euro. Und wenn man das mit 12 multipliziert kommt was heraus? Kannst auch gerne 300 minus 100 rechnen. DDR hin oder her.


Und wieder beweist Du dein Defizit in den Grundrechenarten! Auch wenn ich während der Zeit, die ich an die Bank abdrücke Minus machen sollte (was ich mehr als bezweifle!), mußt Du mir Mal vorrechnen, wie ich draufzahle wenn ich nicht mehr an eine Bank abdrücke?

Ich glaube nicht, dass das viel bringt. Ich hab Dir schon die Sache mit den Mobilitätskosten grob vorgerechnet und es kam nicht an.

In Sachen der Nebenkosten kann ich es gern ein 2. Mal schreiben: die Nebenkosten sind alle günstiger als in der Stadt und aus diesem Grund stellte ich den Vergleich nur mit der Kaltmiete an! Müllgebühren, Abwasser und Versicherungen sind günstiger als in der Stadt! Dazu bin ich nicht gezwungen, monatlich einen Kabelanbieter zu zahlen, da ich eine Satellitenschüssel auf dem Dach habe. Zudem habe ich freie Kontrolle über alle Nebenkosten! Ich zahle nicht monatlich für den Hausmeister, die Straßenreinigung oder den Strom, den andere Bewohner des Hauses im Hausflur verbrauchen, für den ich in einer Mietwohnung zahlen müßte! Dazu zahle ich Heizkosten nur nach Verbrauch und nicht zu 30% nur nach der Größe der gemieteten Wohnung, wie es in Mietwohnungen Usus ist!

Und der Verbrauch ist bei den Heizkosten höher, egal ob die Größe berücksichtigt wird oder nicht. Wie kommst Du darauf, dass Du den Strom für Nachbarn zahlen müsstest?
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Mo 14. Nov 2016, 03:14

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Nov 2016, 10:36)

Es werden eher zuviele Leute Soziologen, Politologen, Germanisten, Anglizisten und Philosophen. Und die grübeln dann darüber nach wie es geschehen konnte daß es keine guten Dachdecker mehr gibt die ihnen das Dach ihrer Denkerstube fachgerecht sanieren können.

Du bist ganz schön abgehoben.

Ich kann nichts dafür, dass die Zahl der Studenten steigt, obwohl es nicht mehr Kinder pro Jahrgang gibt, und gleichzeitig die Wirtschaft jammert, dass jene Schüler, die sich gerne als Azubis hätten, nicht mehr an ihnen interessiert sind. Die Gründe dafür sind bekannt. Da helfen keine Vorurteile. Den Sozialwissenschaftlern -- und das ist eine kleine Minderheit unter (angehenden) Akademikern -- geht's noch immer besser als den Dachdeckern. Solange sich das nicht ändert, muss man sich nicht wundern, wenn der Nachwuchs ausbleibt.

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Nov 2016, 10:38)

Wahrscheinlich ewiger Student im Hotel Mama.

Diese Argumente! Ich bin begeistert. Und im selben Atemzug nennst Du Leute, über die Du gar nichts weißt, "abgehoben" und liegst in kürzester Zeit erneut völlig daneben. Wie wär's noch mit einer dritten Behauptung, die an den Haaren herbeigezogen ist?

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Nov 2016, 10:31)

Du bist gut im Schönreden. Das "Neue" besteht aus Kik, dänisches Bettenlager, Aldi, Edeka, DM und Boniland.

Wenn die Bürger solche Läden nachfragen und andere nicht, dann ist das halt so. Hufschmiede dürfte es in Oberhausen auch nicht mehr viele geben. Offensichtlich hatten die Läden, die Platz für Neues machten, keine rentablen, nachgefragten Angebote.

Billie Holiday hat geschrieben:(13 Nov 2016, 11:09)

Dafür kann man im Taxi schöne Unterhaltungen führen. :)
Wer benötigt denn Handwerker, das ist so prollig.

Nicht prolliger als solche Vorurteile.

Es gibt ein Klischee, das gern bemüht wird, wenn Nichtakademiker über Akademiker lästern: das des Taxi fahrenden Germanisten oder Soziologen. Das Klischee ist so abgenutzt wie falsch, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt. Demnach haben lediglich 0,12 Prozent aller Taxifahrer in Deutschland einen Hochschulabschluss, davon fast alle einen aus dem Ausland, der hier nicht anerkannt wird.

http://www.zeit.de/2014/44/studieren-bi ... ettansicht

Das sind in etwa 50 Personen in Deutschland und davon sind "fast alle" aus einem Drittstaat, dessen Abschlüsse nicht anerkannt werden. Wenn Du häufig deutsche Taxifahrer mit Hochschulabschluss findest, solltest Du mit Lotto anfangen.

Wenn mehr Handwerker benötigt werden, müssen Lehre und Berufsaussichten halt besser werden. Was willst Du den Abiturienten denn vorwerfen? Dass sie mal schauen, wie die durchschnittlichen Verdienst- und Karrieremöglichkeiten aussehen, wie häufig bestimmte Berufsgruppen arbeitslos werden usw.? Tja, machen sie's nicht, hält man sie für dumm und unvorbereitet. Und tun sie's, dann ist es auch wieder verkehrt. Diese Wut auf bildungshungrige Jugendliche ist schon skurril. :|
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 14. Nov 2016, 14:49

frems hat geschrieben:(14 Nov 2016, 03:14)

Wenn mehr Handwerker benötigt werden, müssen Lehre und Berufsaussichten halt besser werden. Was willst Du den Abiturienten denn vorwerfen? Dass sie mal schauen, wie die durchschnittlichen Verdienst- und Karrieremöglichkeiten aussehen, wie häufig bestimmte Berufsgruppen arbeitslos werden usw.? Tja, machen sie's nicht, hält man sie für dumm und unvorbereitet. Und tun sie's, dann ist es auch wieder verkehrt. Diese Wut auf bildungshungrige Jugendliche ist schon skurril. :|


Viele Abiturienten studieren ja nur um festzustellen daß sie scheitern. Sie hätten besser was ordentliches gelernt. Aber stattdessen wird mit Ach und Krach und viel Nachhilfe das Abitur gemacht.
Weißt du was das Problem ist? Es fehlt den handfesten Berufen sehr oft einfach an sozialer Anerkennung von abgehobenen Leuten wie dir. Es fehlt an Wertschätzung für ehrliche Arbeit. Für dich ist nur gut was gerade hip ist. Und wenn ehrliche Geschäftsleute auf Grund einer verfehlten Kommunalpolitik ruiniert werden trittst du noch nach mit einem locker-flockigen "ach die ewig Gestrigen". So Typen wie dich habe ich echt gefressen. :mad2:
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